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Was ist wirklich neu?

"Das sogenannte Patientenrechtegesetz soll am 1. Januar 2013 in Kraft treten. Darin werden Ärzte verpflichtet, einen Behandlungsvertrag mit dem Patienten abzuschließen. In einem persönlichen und umfassenden Aufklärungsgespräch sollen Patienten nun über Untersuchungen und Therapien sowie die Folgen und Risiken aufgeklärt werden."

Klingt toll - aber das war bisher auch schon so. Dazu gibt es eine langjährige, von allen Medizinern längst umgesetzte Rechtsprec hung des BGH.

Nun ist es eben in ein Gesetz gegossen. Fein.

Hat sich schon mal jemand überlegt, wie ein Patient all´ diese Informationen verarbeiten soll?

Aufnahmevertrag, Gebührenordnung, Datenschutzentbindungsformular, OP-Aufklärung, CT-Aufklärung, Narkoseaufklärung.

Wir reden hier über mind. 30 Seiten Text, einzeilig geschrieben. Und die Unterschriften werden oft SOFORT fällig. Der eng getaktete Klinikalltag läßt keine Bedenkzeit zu.

Ziel sollte sein, den Patienten BESSER und IN RUHE aufzuklären. Das wird nicht erreicht.

Gute Zusammenfassung, danke dafür.

Die Sache mit den IGel-Leistungen finde unter dem Aspekt witzig, dass 2 Parteien aus der Opposition sich dafür stark machen das Esoterik von den Krankenkassen übernommen wird. Andererseits aber fordern sie müssten über den Nutzen solcher Scharlatanrie aufklären. (aber nur bei den Sachen die sie noch nicht in die Krankenkassen gedrückt haben)

Ansonsten Informativ und übersichtlich. Gute Zusammenfassung.

Jetzt bekommen wir amerikanische Verhältnisse

Jetzt MÜSSEN alle Patienten nach pharmaindustriegetriggerten Leitlinien behandelt werden - das wird richtig teuer für die Kranken Kassen, denn der gesunde Menschenverstand bzw. ärztliche Erfahrung wird ab jetzt zwangsweise abgeschaltet.
Die Anwälte stehen schon Schlange, um durch die Kliniken und Praxen zu ziehen: "Fühlen Sie sich gut behandelt? Nein? Die Erkältung/der Schmerz/der wasauchimmer ist nicht weggegangen? Passen Sie auf, wir klagen - wenn wir gewinnen, springt für uns beide eine Menge Geld raus, wenn wir verlieren, kostet es Sie nichts." Das kommt über kurz oder lang.
Und da wundert man sich, wenn deutsche Ärzte ins Ausland abwandern ... ich bin dann auch weg.

Hoffentlich nutzt das neue

Hoffentlich nutzt das neue Gesetz vielen betroffenen Patienten.
Für mich kommt es zu spät.

(Wegen Verjährung kann der Fall leider nicht noch einmal aufgerollt werden)
Mit schwerer Ketoazidose 1996 in Berlin vom Facharzt Dr. H.
(bzw. dessen nicht gemeldeter Praxisvertretung)nach Hause entlassen.
Mit diabetischem Koma ( und ca.1200! mg/dl Blutglucose), beginnender Zentralisation und Herzrhythmusstörungen
dann nachts auf die Intensivstation gekommen.

"60 Minuten später hätten wir Sie beerdigen können"
meinte die Stationsärztin zu mir
und schrieb im abschließenden Arztbrief als einzige dort mögliche Kritik
an der in der Praxis nicht durchgeführten 'Trockenchemie':
'Eine Laboruntersuchung war geplant '.

Muss ich erwähnen, daß Praxisarzt (sowie dessen Versicherung)
und auch die KVB 'gemauert' haben ?

Der 'Vertretung' konnte ich gerichtlich nicht habhaft werden.
Aber zumindest habe ich diesen Fehler ärztlicher 'Kunst' überlebt.

Es ist doch nur richtig für

Es ist doch nur richtig für seine Fehler zu haften. Auch mit dem eignen Geld. Das sollte aber für alle gelten. Also nicht nur für Ärzte sondern auch für Politiker.

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