Die britischen Medien sollen nach der Murdoch-Affäre enger an die Leine genommen werden: In London wurde ein Bericht über illegale Praktiken von Journalisten vorgelegt. Darin wird angeregt, einen gesetzlich fixierten Presserat einzurichten. Kritiker befürchten zu starke Eingriffe in die Pressefreiheit.
Die Briten
Die Briten scheinen sich immer mehr von meiner Vorstellung eines europäischen Staates zu entfernen.
Der britische Justitzminister hat vor kurzem dem House of Commons empfohlen, dass sich das Königreich aus dem Europäischen Gerichtshof zurückziehen solle, dammit sie Gefängnissinsassen verbieten können sich bei Nationalen Wahlen zu beteiligen.
Dazu noch die sehr unsolidarische Ausdrucksweise des Premiers und seine Vorstellungen einer Gerechten Lastenverteilung in Europa.
Traurige Tage für die die ihr Empire vermissen.
Gut so !
"Freiheit ist auch die Freiheit des Andersdenkenden" - das sollte auch für die Presse gelten, die sich nicht nur in England gerne als 4. Macht im Staate hochspielt.Mit verantwortlicher Pressenarbeit haben so manche Ergüsse hier nichts mehr zu tun. Öffentliche Treibjagden mögen ja das Klientel befriedigen und den Umsatz hochtreiben, haben aber mit "Pressefreiheit" nichts mehr zu tun.
Abhörskandal und Konsequenzen
Der Abhörskandal wurde meiner Meinung nach nie richtig aufgeklärt. Die Zeitung "News of the World" wurde zwar eingestellt, aber das kann eigentlich nicht alles gewesen sein. Ich bezweifle, dass es 'normalen' Journalisten möglich ist Telefone abzuhören. Sie müssen über viel technischea Know-How, Geheimdienst-Technologie oder/und Mithilfe von z.B. Telekommunikations-Providern gehabt haben. Ob überhaupt, und wenn ja in welchem Maße, in diese Richtung ermittelt wurde, weiß ich nicht. Gehört oder gelesen habe ich jedenfalls nichts.
Nun soll es aber Konsequenzen für die gesamte Presselandschaft geben: Über die Vorschläge der Untersuchungskommission müssen nun Parlament und Regierung entscheiden. Leider ist dem Artikel nicht zu entnehmen um was für Vorschläge es sich handelt. Somit fällt es mir schwer, mir eine Meinung zu bilden, habe das Gefühl, dass der "Vorfall" ein "willkommener" Anlass ist, die Pressefreiheit einzuschränken.
Leveson - ein wahrer "Lord"
Die Mehrzahl der britischen "Lords" sind nur ausrangierte Berufs-Politiker, die nie in ihr Leben etwas wertvolles geschafft haben, aber als langjährige Parteigenossen das Recht erworben haben, zu den Reihen der "great and the good" gehören zu dürfen - man braucht nur die Rolle eines von diesen "Lords" beim sich weiterentwickelnden BBC Fiasko zu betrachten.
Der gute Lord Justice Leveson ist ein ganz anderes Wesen! Was er geschafft hat ist ein Wunder, und wie er alles, höflich und ruhig, erklärt! Leider wird PM Cameron seinen allerwichtigtesten Vorschlag vielleicht, ablehnen, angeblich aus historischen/moralischen Gründen, aber in Wirklichkeit weil er innerparteilichen Streitigkeiten fürchtet!
_eine alte europäische demokratie gibt auf.
sicher, die abwegigkeiten des britischen boulevardjournalismus sind bekannt. es gibt aber auch anderes. ich goutiere die hochintellektuelle schärfe der freien berichterstattung. müssen wir die briten am ende an ihre ureigenen tugenden und werte erinnern?_pu