In Bangladesch sind bei einem Feuer in einer Textilfabrik mindestens 100 Menschen ums Leben gekommen. Nach Angaben der Behörden gibt es mehr als 200 Verletzte. Die Arbeiter waren in den oberen Etagen des Fabrikgebäudes nahe der Hauptstadt Dhaka eingeschlossen. Die Brandursache ist noch unklar.
Lasst und über Sicherheit und
Lasst und über Sicherheit und Arbeitsbedingungen reden.
Und wie diese bei den Preisten der Branche überhaupt gewährleistet werden sollen.
Das hätte gar nicht passieren dürfen...Keine Notausgänge?
Ja...es sind nicht nur Kik und Co...
Auch solche wie H&M
Dann kann man sich ja die Gewinnspannen vorstellen.
Den Druck auf die Herstellungskette erhoehen!
Es koennte sich wohl was aendern, wenn Firmen, die im Ausland produzieren lassen bzw. im Ausland produzierte Waren in EU verkaufen wollen, nachweisen mussen, dass bei der Produktion europaeische Arbeits- Sicherheitsstandards eingehalten werden. Das ware dann sogar eine Art von Entwicklungshilfe, die den zu entwickelnden Laendern wirklich nachhaltig was bringen koennte.
Damit das auch klappt, muessen sich die Auftraggeber selbst Druck machen, in dem sie Versicherungen abschliessen uessen, die den Arbeitern bzw. deren Hinterbliebenen wirklich ausreichende Entschaedigungen zahlen. Die Versicherungen haben ein Intersse daran, dass der Versicherungsfall nicht eintritt, der Hersteller an niedrigen Praemien.
Selbstverstaendilch muss das auch kontinuierlich von unabhaengiger Seite ueberprueft werden und Verstoesse muessen, zB durch Beschlagnhme und Vernichtung der Ware drastisch geahndet werden.
Die Firmen...
...produzieren nur für Markenunternehmen. Das geht so: Eine Delegation eines Unternehmens reist durch die Länder und lässt sich von unzähligen Fabrikbesitzern deren Fabriken zeigen. Die Fabrik, die dabei die besten Konditionen für das Unternehmen bietet, bekommt dann den Zuschlag. Sprich: Die Sicherheit in der Fabrik ist zuvörderst Aufgabe des lokalen Fabrikbesitzers und nicht des Markenunternehmens. Nur ist es nunmal so, dass in Entwicklungs- und Schwellenländern einfach null Bewusstsein bezüglich der Bewahrung menschlichen Lebens herrscht. Das kann man den Markenunternehmen dann aber nicht zum Vorwurf machen, denn es ist nicht deren Aufgabe, komplette Mentalitätenwandel herbeizuführen.
@ RoyalTramp
Vollkommen Richtig.
Es darf nicht Aufgabe des Händlers sein die Produktionsbedingungen die nicht Qualität und Aussehen des Produkts selbst betreffen vorzuschreiben.
Das ist Einzig und Allein die Aufgabe des Besitzers der Fabrik.
Immer wieder dieses Rumgereite auf den Marken und ihrer angeblichen Verantwortung. Die Marken sind nur Designer und Händler und ihre Aufgabe ist es ausschließlich ein ansprechendes Produkt zu akzeptablen Preisen in die Läden zu bringen.
Natürlich herrscht ein Preisdruck, aber das ist doch gut so, sonst könnte sich der normal Sterbliche ja keine neuen Klamotten mehr leisten.
Und zu den Arbeitern in Asien. Niemand zwingt sie in unsicheren Fabriken zu arbeiten. Jeder kennt bei der Einstellung die Bedingungen und wems nicht paßt muß ja nicht dort arbeiten.
Schöne naive Welt
Klar Preisdruck ist gut, der Fabrikbesitzer ist verantwortlich und niemand zwingt die 'Insassen' solcher Fabriken dort zu arbeiten.
Muss eine schöne Welt sein in der einige leben.
Wenn die Wahl zwischen elendigem Dahinvegetieren und Verhungern liegt, sind die Wahlmöglichkeiten sehr eingeschränkt.
Der Verbraucher hingegen hat die Wahl zwischen zig Marken und hat noch dazu Zugang zu Informationen bezüglich Produktionsbedingungen. Somit ist es an ihm Druck auf die Markeninhaber auszuüben, die wiederum Einfluss auf die Produzenten haben.
Der Preisunterschied zwischen Katastrophalen und Akzeptablen Arbeitsbedingungen ist mit weniger als 5€ pro Kleidungsstück marginal
@ klaus-ed
"Niemand zwingt sie in unsicheren Fabriken zu arbeiten. Jeder kennt bei der Einstellung die Bedingungen und wems nicht paßt muß ja nicht dort arbeiten."
Sag mal auf welchem Planeten lebst Du denn ? Die Arbeiter(innen) arbeiten da, wo Sie einen Job und einen Gehalt erhalten und nicht da, wo Sie es wollen. Das liegt nicht daran, das Sie es sich aussuchen können, sondern einfach nur daran, das es keine anderen Betriebe gibt, die Ihnen einen Job anbieten.
Wenn Du als Staatsbediensteter Deinen Job über Vitamin B erhalten hast, dann kennst Du das Problem nicht.
Aber nicht nur in Bangladesch muss man fast jeden Job (und deren Arbeitsbedingungen) annehmen nur um einen Job zu erhalten.
Ich selber arbeite in einem Betrieb wo die Sicherheitsbestimmungen und die Arbeitsbedingungen unter aller Sau sind. Aber es gibt im Umkreis von 25km keinen anderen Betrieb, der seit 8 Monaten überhaupt jemanden ohne Vitamin B einstellt. (Nicht einmal Leihfirmen)
8:01 — klaus-ed
"Niemand zwingt sie in unsicheren Fabriken zu arbeiten. Jeder kennt bei der Einstellung die Bedingungen und wems nicht paßt muß ja nicht dort arbeiten"
Mit dieser Aussage disqualifizieren Sie sich selbst.
Es würde dort keiner mehr arbeiten, denn die Textilfabriken sind dort alle gleich.
Sie stellen sich eigentlich mit 'kathgläubig' auf eine
Stufe, der genau diesen Satz "wem es nicht paßt..."
immer bei deutschen Arbeitern anbringt.
Schauen Sie sich die Filme von christoph Lütgert an.
Und noch ein Beitrag zu einem anderen Thema: die Menschen - auch selber schuld?
http://www.wdr.de/tv/monitor/sendungen/2012/0927/indien.php5
In Europa und Amerika werden
In Europa und Amerika werden nichtzertifizierte Betriebe erst gar nicht unter Vertrag genommen.
Im zuge der globalisierung setzte sich das Good Manufacturing Practice durch.
Dadurch greift das Audit direkt in die Betriebsabläufe welches auch die Mitarbeiter betrifft.
" es darf nicht aufgabe des Händlers........" ist längst allgemeine Praxis.
Mich erschreckt der Vorfall, zumal das samstag abends passierte , die fabrik schien voll ausgelastet zu sein.
Schon alleine dass eine solche Meldung mit Nennung der Händler/Abnehmer/Auftraggeber und Händler nicht über den Ticker läuft, war es den Auftraggebern Wert, auch solche Mängel der Sicherheit zu Dokumentieren und zu beseitigen.
User: imalipusram Zitat
..... europaeische Arbeits- Sicherheitsstandards eingehalten werden. Das ware dann sogar eine Art von Entwicklungshilfe, die den zu entwickelnden Laendern wirklich nachhaltig was bringen koennte...
Absolut richtig und ich erinnner mich dass wir diese Diskussion in Europa schon hatten.
@ Visitor²
dafür kannst Du aber nicht die Firmen verantwortlich machen. Wenn Dir deine Arbeitsbedingungen nicht gefallen, such dir eine andere Firma. Du mußt da schon über deinen Schatten springen und ein wenig Flexibilität und Mobilität zeigen.
Wenn es noch mehr gibt denen die Arbeitsbedingungen nicht gefallen und die Firma wechseln und schließlich keiner mehr dort arbeiten will, wird sich garantiert was Ändern.
25. November 2012 - 8:33 — Schöngeist
- Der Verbraucher hingegen hat die Wahl zwischen zig Marken und hat noch dazu Zugang zu Informationen bezüglich Produktionsbedingungen. Somit ist es an ihm Druck auf die Markeninhaber auszuüben, die wiederum Einfluss auf die Produzenten haben.
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Ich muß Ihnen sagen: Auch das ist naiv unter den Bedingungen der kapitalistischen Konkurrenz. An diesem sch... System ist nichts mehr zu regeln. Es ist einfach nur eine elendige Zumutung - hier wie dort.
...können sich Arbeitsplatz aussuchen?
Ich glaube, dass wir hier in einer "heilen Welt" leben, wenn man der Meinung ist, dass sich in Bangladesch die arbeitende Bevölkerung ihren Arbeitsplatz aussuchen kann?
Haben die eine Berufssausbildung? Und einen lesbaren Lebenslauf - können die überhaupt schreiben?
Schon der Hinweis, dass die vorwiegend Arbeiterinnen eigeschlossen waren, kann darauf hindeuten, dass diese von ihren notleidenden Eltern verkauft wurden, um das Familieneinkommen erträglicher zu machen.
Darüber redet und fragt niemand - weder die großen Auftraggeber wie Wal-Mart, H&M usw. noch der Endabnehmer hier. Hauptsache der Preis ist geil!
@ klaus-ed
Das klingt aber schon arg seltsam. Die Menschen haben vielleicht keine andere Wahl, weil die nicht eben die finanziellen Möglichkeiten haben einfach umzuziehen oder ins Auto zu steigen und mal eben 50 km zu pendeln. Zum anderen, vielleicht war die Fabrik schon die, mit den besten Bedingungen im Umland?
Demzufolge kann man bei uns ja auch Gewerkschaften abschaffen, weil man kann ja auch einfach den Job wechseln wenn einen was nicht passt. Wozu also Arbeitnehmervertreter?
@ klaus-ed
Such Dir eine andere Firma....
Das sagt auch schon mein Chef zu mir ! Wenn es Dir nicht passt, dann such Dir eine andere Firma. (Wohl wissend das es keine andere gibt, die derzeit einstellt. Da er selber Personal sucht [das zu diesen Bedingungen arbeitet])
Seit über 9 Monaten suche ich einen anderen Job auch etwas weiter weg (25km), aber außer Speesen nichts gewesen.
Und wenn es in Deutschland schon etwas schwerer ist einen Job zu finden, ( 2,7 Mio. Arbeitslose sind sicherlich nicht alle Arbeitsunwillig) dann willst Du mir hier erklären, das es in Bangladesch noch viel einfacher ist (Entwicklungsland) einen Job zu Spitzenkonditionen zu finden.
@ Klaus-Ed
In einem Land wie Bangladesch,welches zu den ärmsten der Welt zählt und dessen Export zu 75 % von der Textilindustrie bestimmt wird, welche Wahl bleibt da dem Arbeiter?
Ich bezweifle doch sehr stark, dass die Arbeiter einfach sagen können, dass sie unter diesen Bedingungen nicht weiter arbeiten werden und sich "mal eben" einen neuen Job suchen können.
Dort geht es meines Erachtens nach nur ums überleben. Die Markenfirmen, dir dort unter menschenunwürdigen Zuständen produzieren lassen haben für mich die Verantwortung für eine solche Katastrophe und nicht nur der Fabrikbesitzer. Denn wenn unser Motto nicht lauten würde "Geiz ist geil" würde es vielleicht anders aussehen.
@ klaus-ed: Verantwortung
"Die Marken sind nur Designer und Händler und ihre Aufgabe ist es ausschließlich ein ansprechendes Produkt zu akzeptablen Preisen in die Läden zu bringen."
Ihre Meinung.
Die Marken könnten aber ein anderes Anforderungsprofil an Fabriken fordern, und auch Ihren Kunden vermitteln. Ein bisschen Verantwortungsbewusstsein neben den Gewinnen halte ich nicht für verkehrt. Klar, Sicherheit und menschliche Arbeitsbedingungen kosten. Ich denke, da wird über den Einkaufspreis entsprechender Druck herrschen.
Man könnte auch fragen, ob mit den Gewinnen 100 tote Arbeiter/innen zu rechtfertigen sind.
Meine Meinung.
Wir sind mit schuldig !
Billig - billig - billig - billig - billig !
Hauptsache, es kostet wenig. Die Leidtragenden sind ja so schön weit weg. Deren Elend geht UNS doch nichts an!
Wenn wir mit dem Finger auf DIE Schuldigen zeigen, sollten wir uns zuvor vor den Spiegel stellen.
eigene Stundenlöhne
wollen wir nicht finanzieren, nur bekommen. Was würden waren kosten die unter unseren Bedingungen hier hergestellt würden. Da beuten wir dann lieber billige Drittländer aus
25. November 2012 - 8:58 — klaus-ed
Da haben Sie vollkommen recht. Aber wahrlich nicht so, wie sie vorgaukeln.
Wenn es keine „freiwilligen“ Arbeiter mehr gibt, kann der Betriebsinhaber auch in andere Regionen, notfalls Länder gehen - mit Menschen, die zu den passenden Bedingungen arbeiten. Das geschieht in der Textilbranche schon seit mehreren Jahrzehnten ununterbrochen!
Ganz langsam ändert sich dies zumindest in Westdeutschland, da es dort Menschen gibt, die in der Lage und willens sind, auch ein paar Euro mehr zu zahlen für in Deutschland hergestellte Kleidung.
Menschen, die von Hartz4 oder knapp darüber leben, haben leider keine Möglichkeit dazu beizutragen.
Hauptsache billig
In einer Sendung des SWR der Reihe "Betrifft" vom 21.06. mit dem Titel "Hauptsache billig":
http://www.swr.de/betrifft/billig-dumping-produktion-lohn/-/id=98466/nid...
wurde einmal sehr eindrucksvoll über die Arbeits- und Sicherheitsbedingungen u.a. in Bangladesch (mit versteckter Kamnera) berichtet.
Diese "Reise" zu den Produktionsstätten war ein ernüchternder, teils sehr erschütternder Bericht darüber, wie nicht nur für C&A, H&M sondern auch für ALDI und LIDL Klamotten produziert werden!
Fazit: "... dass der Preis durch miserable Lohnbezahlung und die Gier nach Profit entstand, ist für die meisten Kunden von LIDL, ALDI, NETTO & Co unbekannt oder vermutlich uninteressant..."
10:09 — Gemi
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>>Billig - billig - billig - billig - billig !
Hauptsache, es kostet wenig. Die Leidtragenden sind ja so schön weit weg. Deren Elend geht UNS doch nichts an!
Wenn wir mit dem Finger auf DIE Schuldigen zeigen, sollten wir uns zuvor vor den Spiegel stellen.<<
Da wage ich zu Widersprechen, sie machen es sich zu einfach.
Wenn man hier bei uns den Arbeitern vernünftige Löhne zahlen würde, hätten sie mehr Geld zur Verfügung um auch mal die "billig" - Angebote liegen zu lassen.
Ich möchte eher mal fragen : Sind es nicht die Konzerne mit ihrem "Gewinn - Gewinn - Gewinn", die solche Szenarien verschulden?
Wenn wir also den "Spiegel" etwas genauer betrachten, werden wir dort keinen H4-Empfänger finden der sich nicht mehr leisten kann, ebenso wenig jemanden der für 5€ die Stunde arbeiten muss.
Sie werden dort eher Firmenbosse sehen, die einen Artikel für 2€ herstellen lassen wollen, aber im Laden 70€ dafür verlangen.
Wäre ja auch der pure Sozialismus denen dort von den 70€ was abzugeben !