Kommentare

Chinesische Solarzellen retten den deutschen PV-Markt

Man kann über das Preisdumping der chinesischen Anbieter meckern. Aber Fakt ist doch, dass der Markt ohne diese Preise mausestot wäre.

Eben habe ich eine Anlage mit Preisen für chinesische Module durchkalkuliert => Zinsfuß auf das eingesetzte Geld 4,62%. Zum Vergleich habe ich die Berechnung mit Preisen eines japanischen Herstellers, der noch rentabel arbeitet, wiederholt => Zinsfuß 3,12%. Das ist nicht weit von den Zinsen auf dem Sparbuch entfernt. Wenn jemand in eine Photovoltaikanlage investiert, nimmt er auch das Risiko auf sich, dass die Module nicht die veranschlagten 20 Jahre durchhalten. Das macht niemand ohne einen Renditevorteil.

Ohne die chinesische Förderung gingen also nicht nur die deutschen Hersteller vor die Hunde, sondern auch die Installationsfirmen.

Tja - so ist das eben mit den Zappelenergien, die keiner braucht

Wind und Sonne erleben diesen Boom doch nur, weil sie durch Subventionen gepusht werden. Ohne Subventionen würde der "Markt" mit Lichtgeschwindigkeit in sich zusammensacken.

Lebensdauer

Wenn jemand in eine Photovoltaikanlage investiert, nimmt er auch das Risiko auf sich, dass die Module nicht die veranschlagten 20 Jahre durchhalten. Das macht niemand ohne einen Renditevorteil.
Ja - man muss sich hier einfach überlegen - wer sich eine Solaranlage aufs Dach zimmern lässt zahlt erstmal 13-15 Jahre lang die Investitionskosten an die Hersteller und die Banken zurück, bevor er mit der Anlage etwas verdienen kann.
Nicht eingerechnet sind da Kosten und Risiken für Versicherungen, Wartung (Reinigung der Platten), Reparaturen (die Wechselrichter halten wohl keine 20 Jahre durch) usw..
Und wenn er dann endlich alles zurückgezahlt hat, ist sein Erlös durch Wirkungsgradminderung, Inflation usw.. kaum noch was wert!

Eine Meldung, die ein völlig

Eine Meldung, die ein völlig falsches, verwaschenes Bild zeichnet.

"Die Preise verfallen wegen eines großen Überangebots."

Was für ein ominöses Etwas sind denn "die Preise"? Die Preise sind nur bei Importware gefallen, weil von China aus Dumping betrieben wird. Vielleicht sogar weniger durch die dortige staatliche Subventionierung der Branche als vielmehr durch die gnadenlos unterbewertete Währung. Und die Preise sind letztlich unmittelbar durch das Zurückfahren der Förderung mitgesunken. Ansonsten hat niemand ein Interesse, seine Produkte unter dem Machbaren zu verkaufen.

"Die Hersteller im Westen machen aber auch die chinesische Konkurrenz für den Preisabsturz verantwortlich."
"ABER AUCH" ?! Was für eine tolle Verniedlichung dafür, dass seit sicher schon mehr als 2 Jahren (fast) jede Solaranlage aus Kostengründen nur noch mit Fernostmodulen bestückt wurde.

Was ist mit den anderen Dumping Produkten...

... aus den Asiatischen Ländern die Europa überschwemmen?

Nur weil die Europäer nicht Fürstlich dafür Bezahlt werden, damit wir schön Teuer unsere Solaranlage aufs Dach Montiert bekommen, sollen die Asiaten ihre Preise dem Europäischen Standard Anpassen?

Ok, wenn dann aber Gerecht.

Mehr Qualität, bessere Arbeitsbedingungen und höhere Löhne den Asiatischen Arbeitern.

Wir Profitieren von deren Leid.

Ist das Gerecht?

Wer im Glashaus sitzt .....

Es ist bekannt, dass die Agrarprodukte der EU massiv unterstützt werden und damit in der 3. Welt die traditionelle einheimische Agrarwirtschaft ruinieren. EU-Flugzeuge sind ebenfalls massiv subventioniert etc. etc.. Also, wenn man den Chinesen Subventionierung vorwirft, dann kommt unweigerlich etwas auf die EU zurück.

@ hugo3

"Wenn jemand in eine Photovoltaikanlage investiert, nimmt er auch das Risiko auf sich, dass die Module nicht die veranschlagten 20 Jahre durchhalten. Das macht niemand ohne einen Renditevorteil."

Wenn Sie sich da mal nicht irren. ;) Ich denke, die Meisten Leute entscheiden sich aus dem Bauch heraus. 30% Preisverfall sind für den durchschnittlichen Deutschen einfach zu verlockend. Wie ich darauf komme? Erinnern Sie sich einfach mal an die Abwrackprämie für Autos, wo Leute ihre Karren, die weit mehr als 5.000 EUR Restwert hatten, abgaben, nur um die Prämie zu kassieren.

Somit wage ich Ihre These, daß ohne dieses Dumping der Markt komplett wegbräche anzuzweifeln.

Ich find das ganze auch etwas

Ich find das ganze auch etwas zwispältig. Einerseits zwar schlecht für unsere Wirtschaft. Aber andererseits: Billige Solarzellen sorgen ja wohl mit Sicherheit für eine schnellere Energiewende... Sollen wir uns halt mit chinesischen Solarzellen eidecken und dafür unseren russischen Gashahn etwas zudrehen.

Die Solarförderung in

Die Solarförderung in Deutschland und anderen Ländern hat den rapiden Preisverfall und damit die Konkurrenzfähigkeit der Photovoltaik erst ermöglicht. Damit ist eine Technik marktreif geworden, die - zusammen mit anderen erneuerbaren Energien - dringend benötigt wird um die Energiewende zu schaffen. Dass - wie bei allen subventionierten Produkten - eine Nachsteuerung erforderlich ist und auch temporäre Marktverzerrungen auftreten, ist bei planwirtschaftlichen Ansätzen unausweichlich.
Für mich ist die Photovoltaik-Förderung trotzdem eine Erfolgsgeschichte, die gezeigt hat, dass durch geschickte Setzung von Rahmenbedingungen politische Lenkung möglich ist - auch ohne Steuermittel im großen Maßstab einzusetzen.

Nee

Mit China macht man keine Geschäfte.

Lieber hier kürzer treten, als das gesaamte Know How zu exportieren.

Solarmarkt, Solarhandel ???

Das erneuerbare-Energien-Gesetz mit seiner Verpflichtung zur "kostendeckenden" Vergütung des Photovoltaikstroms hat diese Entwicklung regelrecht begünstigt und Kritiker haben schon längst davor gewarnt (siehe z.B. http://www.youtube.com/watch?v=2fuvAQgW2Y0).

Ein Beispiel wie man dem engegenwirkt ist as türkische Gesetzt zur Einspeisung von Solarstrom, es begüstigt heimische Produkte mit höheren Vergütungen.

Was mich jedoch an diesem Bericht besonders stört, ist die Verwendung von Begriffen wie "Solaranlagen", "Solarbranche" und "Solarhandel". Der Solarmarkt besteht nicht nur aus Photovoltaik, sondern auch z.B. aus dem Solarwärme-Sektor.

Diese Art der Wortwahl ist aus meiner Sicht die Fortführung des sprachlichen Etikettenschwindels "erneuerbares Energien Gesetz", was richtigerweise als "erneuerbares Stromgesetz" bezeichnet müsste.

Der daraus resutierende Tunnelblick auf Strom behindert die wirtschaftlichere und schneller relisierbare Energiewende auf dem Wärmesektor.

Zu: Tunnelblick

Da ist was dran. Photovoltaik hat einen physikalisch bedingt geringen maximalen Wirkungsgrad. Mit viel weniger Hitech-Aufwand könnte man vemutlich mehr erreichen, jedenfalls ein deutlich besseres Kosten/Nutzen-Verhältnis.

In D scheinen aber möglichst aufwändige Lösungen besonders beliebt zu sein. So etwa die irren Computer-Laserscanner-Bildverarbungs-Plastikflaschenschredder-Roboter im Supermarkt. Oder ein Mautsystem mit einem Aufwand, mit dem andere zum Mond fliegen.

Wie man in den Wald hineinruft, ...

... so schallt es heraus.

Subventioneiert wird sowohl in der EU als auch in China, wobei China in der Solarbranche aber aufgrund geringerer Lohnkosten bei unsubventioniertem Wettbewerb in den meisten Fertigungsstufen klar im Vorteil wäre.

Letztlich schadet ein Handelskrieg sowohl China als auch der EU, und so wäre es für alle Seiten sinnvoller, sich zu einigen und in der EU die Produkte zu fertigen, die in der EU wirtschaftlich zu fertigen sind. Bei einem Handelskrieg sitzt China aber auch am längeren Hebel, denn China hat mehr Kapital, um einen Handelskrieg lange durchzuhalten.

Sollten die EU und die USA ihren Markt als Hochpreismarkt vom Weltpreis abkoppeln wollen, werden China und andere Niedrigpreisländer den Weltmarkt übernehmen und die Firmen aus den USA und der USA irgendwann aufgrund von Skaleneffekten auch technologisch abhängen.

@Bandolero

"Letztlich schadet ein Handelskrieg sowohl China als auch der EU, und so wäre es für alle Seiten sinnvoller, sich zu einigen und in der EU die Produkte zu fertigen, die in der EU wirtschaftlich zu fertigen sind. Bei einem Handelskrieg sitzt China aber auch am längeren Hebel, denn China hat mehr Kapital, um einen Handelskrieg lange durchzuhalten."

Wenn die EU und die USA einen Handelskrieg gegen China führen und damit dafür sorgen würden dass das Handelsbilanzdefizit von derzeit 400-500 Mrd. ggü der VR beider westlichen "Länder" gen Null gehen würde, wäre China ökonomisch erledigt. Der größte Teil des Wohlstands in der Volksrepublik basiert auf gigantischen Exportüberschüssen - auch gegenüber Deutschland.

ohne Steuermittel im großen Maßstab

14:38 — martin.winter

Das stimmt.
Die ca. 400-500 Milliarden bis heute wurden uns auf dem Wege der EEG aus der Tasche gezogen.
Die Summe ist zu hoch? Dann rechnen sie bitte die installierten Anlagen (heutiger Stand) und eine festgeschriebene Vergütung auf 20 Jahre.

Deutsche Handelsbilanz mit China ist recht ausgeglichen

@Knut Weber
Die Deutsche Handelsbilanz mit China ist recht ausgeglichen. Im 1. HJ 2012 hat Deutschland mit China einen Handelsbilanzüberschuss von etwa 4 Mrd Euro erzielt.

Das Problem ist, dass der Rest der EU und die USA hohe Defizite im Handel mit China einfahren. Das könnte man zwar auf Null reduzieren, wenn man den gesamten China-Handel auf Null reduziert.

Aber: in den USA und der EU, insbesondere in Deutschland, würden in diesem Fall wesentliche Industrien wie Auto- und Maschinenbau praktisch sofort zusammenbrechen. Die verdienen fast ihr gesamtes Geld im China-Handel. Die US-/EU-Regierungen könnten nicht helfen, weil sie klamm sind und es keine alternativen Absatzmärkte gibt.

China hat hingegen rund 3,3 Bio USD Devisenreserven, die es als Stimulus zur industriellen Erschließung West-Chinas nutzen kann. Da kann China einen ~500 Mio Personen großen neuen Absatzmarkt im eigenen Land aufbauen.

@ Knut Weber

China ökologisch erledigt??? Bevor sowas passiert, sind wir platt gemacht, denn sie würden sofort das Viertel aller euriopäisch Staatsanleihen auf den Markt werfen und dann ist der Euro kaputt, mit ihm wir. Davon abgesehen, China hält über 1 Billion $ gegenüber den Staaten, kaufte gerade 5000t Gold , passt jedoch auf ,dass die USA Währung nicht darunter leidet, und man glaubt China hat bald fertig? Nein es werden etliche Mrd auf den chinesichen Markt geworfen, damit die Kaufkraft steigt,(in dem Punkt sind sie entwickelter als wir)

Bemerkenswert ist, daß es

Bemerkenswert ist, daß es China gelungen ist an dem Freihandelsspiel der VS-Amerikaner teilzunehmen, ohne sich dessen Regeln und Mechanismen beugen zu müssen; begünstigt durch das Bündnis mit den VS-Amerikanern im kalten Krieg und den gewaltigen Gewinnen der VS-amerikanischen Kaufleute gelang es China, als kommende Vormacht, bislang nicht nur die offene Konfrontation mit der gegenwärtigen Vormacht zu vermeiden, sondern kann auch bequem in deren Vorherrschaftssphäre Handel treiben und damit die Treue der VS-Vasallen nach und nach untergraben. Auch ist es China gelungen Zutritt zur Welthandelsorganisation zu erhalten, wobei sich China hier geschickt den Regeln entzieht, diese verbiegt, Zusagen macht und diese entweder nicht einzuhalten oder sie aber später wieder zurückzunehmen. Doch von Dauer wird der Spaß nicht sein, denn Chinas Regierung eben nicht der Wirtschaft dient und daher mit dem Freihandel bei Zeiten ein Ende machen wird, da der Staat durch diesen gar zu sehr gestört wird.

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