Kommentare

Jugendarbeitslosigkeit

schaut man sich einmal die Zahlen an graut es einen vor der Zukunft. Hieß es nicht einmal Europa soll die tollste wissensbasierte Ökonomie der Welt werden? (EU-Agenda 2020) Fakt ist jedoch, dass in den Alterskohorten der 16-25-Jährigen, die in Europa je nach Land zwischen 11- und 16% der Bevölkerung ausmachen, wachsend große Teile nicht am Erwerbsleben teilnehmen. Besonders krass ausgeprägt in Südeuropa, da steht Italien im Vergleich mit Griechenland, Spanien oder Portugal noch gut da aber auch Irland und andere Länder haben dieses Problem . Jetzt thematisiert der Artikel den starren Kündigungsschutz älterer Arbeitnehmer im öffentlichen Sektor als einen der Gründe für die Entwicklung. Mal eine Gegenthese gewagt: Kann es nicht sein, dass der allerorten schrumpfende öffentliche Sektor und die Liberalisierung und Flexibilisierung der Arbeitsmärkte in Europa und eben der Abbau von Kündigungsschutzrechten, die jetzt für die Jüngeren greifen, geradewegs in diese Entwicklung geführt hat?

Nachwuchs für die Mafia

> "Italien ist kein Land für junge Menschen."

es sei denn, als Nachwuchs für die Mafia.

Es ist schon beeindruckend

wie das Schicksal verschiedener junger Menschen diese auf der anderen Seite der Erde zusammen bringt. Allen ist irgendwie klar dass das System kaputt ist, aber scheitern darf es ja um keinen Preis, dafuer sorgen schon die, die das Geld auch tatsaechlich haben.

Die MLP Beraterin sagte mir damals: "Das Geld muss in den Markt ansonsten funktioniert dieser nicht". Ja, genau deswegen funktioniert auch der Markt nicht, weil die ultra-reichen ihr Geld horten, und Banken ein stuemperhaftes Eigenkapital haben dass nicht einmal 10% der Einlagen deckt. Genau deswegen nennt man diese auch Zockerbanden. Um es mit Volker Pispers Worten zu sagen: "Investmentbanker, das Geld anderer Leute gassi fuehren"

Worin besteht denn der inhaltliche, moralische Sinn von Jobs, die irrealen Zahlenwerte von A nach C ueber B schieben? Leider wird es immer Menschen geben, die solche seelenlose Taetigkeiten nachgehen solange es einen Verteilungswettkampf auf der Welt gibt, weil gerade das Hungergefuehl sehr real ist.

Staatsform

Wenn man genauer darueber nachdenkt, koennte man Anarchie als die beste Staatsform ansehen.

Kommunismus, Diktatur, Demokratie, Monarchie... alle (fast) gescheitert. Da muss man sich schon fragen, wozu dient das Konstrukt "Nation" noch, und wie sieht die Gesellschaft aus in der ich leben moechte?

Arbeiten mit schlechtem Kündigungsschutz?

Schon längst Realität bei uns und Leiharbeit sehr alltäglich. Von Projekt zu Projekt hangeln immer so für 3-6 Monate. Kenne ich alles und bin deswegen eher wenig erstaunt. Die Ursachen dafür:

Realitätsferne Gesetzgebung. Denn was erlaubt wird wird auch sofort gewissenlos umgesetzt.

Lobbyisten bestimmen die Gesetzgebung und wir als Stimmvieh segnen das alle 4 Jahre ab.

Wir werden nur noch verschaukelt bis da nichts mehr ist was es zu holen gibt dann wenn wir am Boden sind werden wir ganz artig jedem glauben der uns wie schon einmal das blaue vom Himmel verspricht.

Diese Demokraten sorgen nur für sich selbst und ihre Vasallen aber nicht für das Volk.

Reformen des Arbeitsmarktes?

Ja, die haben immer so ausgesehen, das dem Arbeiter statt dem einen Sack dann zwei aufgebürdet worden.
Oder der Aufseher bekam eine neue Trommel!

Es liegt nicht am Arbeitsmarkt (erst mal nicht), es liegt am System!
Marktwirtschaft ist in der Theorie von Transparenz des Marktes, freien Zungang aller Martkteilnehmer, keine Präferenzen, gleiche Chancenverteilung von Risiken und Gewinnen und noch mehr abhängig.
Gibt es eine Einschränkung funktioniert der Markt nicht.
Und schon sind wir in der Soziologie, denn alle Menschen sind Martkteilnehmer, ist ein Mensch nicht in der Lage so zu handeln wie ein anderer, oder hat ein anderer mehr Möglichkeiten als der Rest (durch Vermögen, Beziehungen usw) ist der Markt schon eingeschränkt.
Es ist dann auch unerheblich warum das so ist.
Fakt ist nur, das ab diesem Punkt auch die Transparenz drunter leidet, denn jeder weill dem anderen sein Vermögen oder sein Unvermögen dann verbergen.
Daher hat dieses System keine dauerhafte Basis und ist kaputt.

Sieht es in Deutschland so anders aus ?

>>Auf der Schattenseite stehen junge Menschen , die es kaum schaffen, eine feste Stelle zu ergattern...Künftig ist es leichter möglich, Arbeitnehmern zu kündigen<<
Das ist doch seit langem vom Gesetzgeber so gewollt.
Anderenfalls hätten wir nicht eine solche Arbeitsmarktpolitik,verbunden mit Sozialabbau (u.a. ALG-II)!

>>Befristete Verträge werden durch Zuschläge für die Arbeitgeber unattraktiv gemacht.<<
Das wird die Arbeitgeberlobby in Deutschland schon zu verhindern wissen.

In anderen Ländern wird Zeitarbeit höher entlohnt, als bei uns.
Berechtigterweise, denn fast alle Risiken
müssen vom Arbeitnehmer getragen werden.
Niemand glaubt noch 'das Märchen von der saisonalen Hilfe'. Das war einmal.

Sanktionen der 'Arbeitslosenverwaltung' treiben viele in prekäre
oder (mehrfach) befristete Arbeitsverhältnisse.

Es ist m.E nur noch eine Frage der Zeit,
bis auch hierzulande (nicht nur!) die Jugendlichen auswandern,
denn der Fachkräftemangel ist eine künstlich aufrechterhalte Illusion

Was steckt wirklich hinter dieser Aussage?

"Diese Reform ermöglicht mehr Flexibilität in beide Richtungen. Der Schutz der Arbeitnehmer wird besser aufgeteilt, weg von überbeschützten hin zu den schutzlosen, den jungen Menschen und den Arbeitslosen"

Das sieht ja auf den ersten Blick ganz gut aus, aber in der Praxis scheint es nicht die propagierte Wirkung zu haben. Ob es auch die gewünschte Wirkung verfehlt sei mal dahingestellt. Schließlich hat das ja auch bei uns ganz gut funktioniert. Arbeitnehmerrechte reduzieren um den jüngeren Menschen eine Chance zu geben. Die Frage ist nur die Chance worauf? Auf einen schlecht bezahlten Job?

Die Arbeitgeber - speziell die Großen - sind die Profiteure der Dauerkrise. Während sich die Arbeitsbedingungen ständig verschlechtert haben, hat sich die Wettbewerbsfähigkeit ständig erhöht und die Gewinne sind überproportional gestiegen.

Im Ergebnis haben wir wieder mal die üblichen Gewinner und Verlierer in unserem System.

Und dann gibt es Leute,

die verlangen, dass in Europa / Deutschland mehr Kinder geboren werden müssen.

Mehr Kinder heißt doch in letzter Konsequenz nur eines:

MEHR ARBEITSLOSE in der nächsten Generation.

Zur Zeit können wir die jungen Menschen hier noch einigermaßen mit Arbeitsplätzen versorgen. Das kann sich aber schnell ändern, wenn sich die Konjunktur etwas absschwächt.

Die Quoten in Deutschland liegen bei 5,7% im Westen und bei 10,3% im Osten.

Da nutzt alles Zurückdenken nichts.

Es muß alles auf den Tisch gelegt und neu sortiert werden.
Die
- Monopolbetriebe haben die Nahrungsbeschaffung,
- EDV die Arbeitsplätze,
- Gesetzgebung die Denkaufgaben sowie die
- Lebens-Steuerung und -Kontrollen, die
- Medien und das Internet die anti- und pro-storms
übernommen.
Was bleibt, ist eine ratlose Menschenmenge, die alten lebenserfahrenden, die als Fachkräfte noch dringendst benötigt werden, die jungen überwiegend theoretisch hochgebildeten und für den "Normalgebrauch" nicht zuständigen.
Es bleiben hier, ebenso wie in der 3. Welt, landlose Bauern und -häuser, ausgezehrt und bodenverdichtete, endlose Felder, arbeitslose Landwirte, hungernde Menschen und unnutzbare Steppen.
Bit-gesteuerte Fließbänder und Börsenmanipulationen erwirtschaften einseitige Vermögen.
Es wird besonders auf die Jugend gezielt mit Manipulationen auf Egoismus, Angst, Krankheit und Armut, und auf Eigeninitiativlosigkeit.

Da liegt viel Holz auf dem Tisch! Die Zeit wird knapp!
Wer möchte sortieren?

@charakterlos

ich finde die Idee ja sehr charmant aber vor den aktuellen gesellschaftlichen Rahmenbedingungen und den beobachtbaren politischen Reflexen gehts wohl eher in Richtung Zentralisierung, Re-Nationalisierung und Autoritarismus. Die Demokratie ist noch nicht gescheitert, mehr partizipative Elemente und starke Zivilgesellschaft, mehr und bessere (im Sinne von Nicht-Verwertungslogik) Bildung, Umdenken in der Arbeits- und Sozialpolitik (AZ-Verkürzung, Grundeinkommen). Da sind eine Menge Stellschrauben an denen Sie drehen können ohne das System zu wechseln. Stellen Sie sich doch mal vor was dabei herumkommen würde wenn die aktuellen Parteipolitiker eine neue Verfassung stricken dürften - da wäre mir das alte GG aber lieber. Verteidigen Sie lieber die Demokratie und die europäische Solidarität. Der ungezähmte Finanzkapitalismus und die neoliberalen Ideen sind die Probleme, nicht nur unsere kurzsichtigen Politiker. "If the people lead the leaders will follow" Mohandas Karamchand "Mahatma" Gandhi

Mit dem kleinen Mittelstand verschwinden

auch die Arbeitsplätze.
Für die Schlagzeilen zählt der Mittelstand ab ungefähr 250-300 Mitarbeiter aufwärts pro Betrieb.

2000 Arbeitsplätze an 1000 verstreuten Standorten, der kleine Mittelstand und die Kleinstbetriebe erfahren keine Beachtung, sie werden tot geschwiegen bzw. als nichtig befunden und schließlich als erledigt betrachtet.

Jeder Mensch, der Illusionen hat und unternehmerisch tätig sein möchte, sollte vom Staat auf den "Sockel" gestellt bzw. gehoben, und nicht in die J-Graube versenkt werden.

Junge Menschen - alte Menschen

So einfach geht das nicht!

Nicht nur der lebensfeindliche Rentensatz vertreibt die Alten aus den Cafés, sondern die "Alten" werden gegenüber der theoretisch hochgeschulten und überwiegend hochverhätschelten Jugend auf dem Arbeitsmarkt fast schon gesucht und daher oftmals bevorzugt. Verläßlichkeit, Pünktlichkeit, Vielseitigkeit und Fingerfertigkeit sind gefragte Anstellungsmerkmale.

Meine Mutter sagte schn: wer sich auf den Staat verläßt, der ist verlassen.

@rumpelstilzchen58

Über Grundsätzliches möchte ich hier gar nicht diskutieren, da werden wir uns ohnehin nicht einig...
Aber eines möchte ich korrigieren:

"Im Bekanntenkreis gibt es Menschen, die mit Werksverträgen beschäftigt sind (es wird nicht mehr der Mensch angestellt, sonderen eine Dienstleistung erkauft = billiger)."

Es stimmt nicht, dass Werkverträge billiger sind. Sie sind sogar eher teurer.

Nehmen wir einen Ingenieur, der bei einem Ingenieurdienstleister angestellt ist und von diesem an ein Unternehmen verliehen wird. Das Unternehmen zahlt aus dem Einkaufsbudget die Arbeitskraft und spart sich somit Sozialabgaben etc. Allerdings müssen diese Sozialabgaben durch den Ingenieurdienstleister bezahlt werden, der den Ingenieur bezahlt. Demnach wird der Ingenieurdienstleister den Kostensatz für das Einkaufsbudget entsprechend erhöhen. Dem Ingenieur wiederum kann es egal sein, wer ihm sein Gehalt überweist.

Der große Vorteil für das Unternehmen liegt nicht in den Kosten, sondern in der Flexibilität

@ - 8:21 — binu

Ich glaube, Sie unterschätzen den Einfluss der ökonomischen Strukturen, resp. der Regeln der Kapitalverwertung (Verwertungslogik), die hinter unserem Rücken wirken und nach denen wir wirtschaften müssen. Der "ungezähmte" Finanzmarkt ist nur eine Folge, ein Symptom dieser Verwertungslogik in der Produktion. Jene kann den Zwang zur Kapitalverwertung real nicht bedienen; also muss es der Finanzmarkt richten.
Wie wir es drehen und wenden: die Politik kann gar nichts mehr machen; die Demokratie ist schon lange dahin.

Jugend wird reihenweise bewusst um ihre Zukunft betrogen

Robert Kurz hat viele Gedanken zur aktuellen Krise verfasst. a) Der Kapitalismus entzivilisiert sich zunehmend. b) Das Geldsystem geht seinem Zusammenbruch entgegen, während es die Lebensgrundlagen der Menschen zuerst in der dritten Welt, dann in der zweiten und zuletzt in der ersten Welt ruiniert. Am Ende geht es der Mehrheit nur noch um das tägliche Überleben. Tolle Perspektive! In welcher Stufe wir gerade stehen, kann sich jeder selbst zusammenreimen. Europa schafft gerade seine sozialen Errungenschaften ab. Es herrscht der Feudalismus des Kapitals. Die (schuldlose!) Jugend wird reihenweise bewusst um ihre Zukunft betrogen. Wir brauchen ein bedingungsloses Grundeinkommen in Europa. Wir brauchen eine Politik, die sich nicht zum willigen Handlanger seelenloser Lobbyisten macht.

Was Italien jetzt meiner

Was Italien jetzt meiner Meinung nach braucht ist eine positive Handelsbilanz, das gilt auch für Spanien. Wege die dort hinführen:

Innovationen in Produktbereichen wo ein komparativer Vorteil gegenüber anderen Staaten vorhanden ist.

Lohnkürzungen um die Produktionskosten zu senken.

(Erkenntnis aus dem Merkantilismus: höherer Lohn und mehr Freizeit führen zu Lastern und Faulheit)

Nachfrage nach Import-Gütern (allgemein) senken, um den wert des Geldes zu erhöhen.

Strafzölle einführen, Inlandsproduktion erhöhen

=Arbeitsplätze schaffen

In Deutschland sieht es nur unwesentlich besser aus,

wenn man alle Jugendlichen zusammen nimmt, die ausbildungunfähig, arbeitslos , in Weiterbildungskursen geparkt sind, Niedriglohnjobs haben, mit Zeitverträgen (auch für bestens ausgebildete) in eine ungewisse Zukunft geschoben werden, dann muss man feststellen, dass nur unsere Verschleierungsmethoden besser sind.

Die Diskussion hier geht am Grundkern vorbei!

Denn nicht "DER STAAT", sondern die Unternehmer schaffen neue, zusätzliche Arbeitsplätze, wenn dafür folgende Grundvoraussetzungen gegeben sind.

- Ist für das Produkt bzw. der Dienstleistung überhaupt Bedarf da?
- Umsatzrendite höher als die Kosten, d.h. incl. der Lohnkosten!
3.) Das neue "Geschäft" ist längerfristig darstellbar, denn ansonsten bleib ich als Unternehmer auf den "Kosten" sitzen.

Wenn all diese Punkte mit Ja zu beantworten sind, dann, aber auch nur DANN überlege ich zu investieren.
Dies bedeutet dann dennoch, dass die ersten personellen Ausweitungen nur über Zeitarbeit bzw. Fristvertrag in Frage kommen, zur Kostenbegrenzung
Erst wenn nach ca. 1 Jahr das positive Ergebnis sich bestätigt wird dies zum neuen Stammbereich incl. Festanstellungen.

Würde dies polit. abgeschafft, dann lasse ich´s auch mit neuen Job´s.
=> Es ist und bleibt, die Politik kann NUR Rahmenbedingungen bereitstellen, die Arb.Plä werden von Unternehmen geschaffen.
Das ist nicht änderbar, Gott sei Dank

@ barobek @ Hauke Hanson

@barobek:

Ein bedingungsloses Grundeinkommen? Woher soll das kommen? Doch nur auf der Basis von noch mehr Schulden! Nein, entweder es kommt zu einer fundamentalen Veränderung underer Produktionsweise (Abkehr von der Verwertungslogik) oder es kommt vielleicht zu der von Ihnen beschriebenen Katastrophe.

@Hause Hanson:

Systemaffirmative Pragmatiker wie Sie finden sich glücklicherweise immer weniger.

Das europäische Problem

Weder ist der 'Kapitalismus' das Problem, noch sollte die ohnehin niedrige Geburtenrate weiter gesenkt werden.

Das Problem liegt darin, dass Lobbyisten und Politiker in ganz Europa, und in besonderem Maße in Südeuropa sowie in den EU-Institutionen, die Gesellschaft zu ihrem persönlichen Vorteil ausbeuten. Die Gesetze der Marktwirtschaft gelten hier nicht, weil unproduktive Bürokraten - anders als die Mehrzahl der Arbeitnehmer - nicht den Gesetzen des Marktes ausgesetzt sind, wohl aber Unmengen Ressourcen verbrauchen, um ihre Privilegien zu finanzieren.

Gleichzeitig sorgen Lobbyisten dafür, dass nicht etwa die besten Unternehmen am Markt Erfolg haben, sondern die lobbystärksten. Diese brauchen sich auch über Verluste keine Sorgen zu machen - denn die übernimmt dank politischer Intervention im Zweifel der Steuerzahler. Das System kennt man - in Europa nicht erst seit gestern - auch als Nepotismus oder Vetternwirtschaft, und Generationen von Europäern sind seinetwegen ausgewandert.

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