Kommentare

Mein lieber Scholli...

"... beträgt 83 Cent pro heruntergeladenem Megabyte. Dafür kann man knapp eine Stunde im Internet surfen oder rund 100 E-Mails ohne Anhang öffnen oder eine Minute Musik im MP3-Format herunterladen..."

So sehr ich das online-Portal der Tagesschau schätze, aber diese Fehlinformation ist wirklich krass. Alleine die gegenwärtige Startseite tagesschau.de kommt schon auf über über 1 MB. Damit die Rechnung vielleicht aufgeht, müßte der Nutzer sämtliche Bilder, aber auch Javaskript, Flash und dergleichen im Browser deaktivieren, sofern er weiß, wie das geht... Es müßte aber wenigstens gesagt werden, sonst gibt es doch das sprichwörtliche böse Erwachen.

Dauertelefonierer ???

Zitat:
"spart eine Familie bei einem einwöchigen Urlaub im Vergleich zum Jahr 2009 rund 280 Euro."

Da frage ich mich doch wirklich, auf welcher Grundlage die Berechnungen der EU-Kommision ruhen.
Die Familie kann in Ihrem Urlaub ja fast nichts anderes gemacht haben als zu telefonieren, wenn sie 280 € spart. Und das in einer Woche.

Respekt und schönen Urlaub.
Ich habe im Urlaub andere Prioritäten.

Trotzdem begrüße ich natürlich die Preissenkungen.

stimme zu

Bei normalem surfen (mit eingeschalteten Bildern usw) kommt man in der Stunde locker auf 20-30 MB. Wenn man ausversehen auf youtube geht noch deutlich mehr.
83 Cent pro Megabyte sind immernoch Wucher.
Zumal die meisten Mobilfunkgesellschaften sowieso international tätig sind, also eigentlich selbst keine besonderen Mehrkosten haben dürften.

Gebührenwucher

Es wird Zeit das die EU nicht nur die Grenzüberschreitenden Gebühren regelt sondern einen einheitlichen Mobilfunkmarkt in der ganzen EU durchsetzt. Inzwischen sind die Kosten im EU-Ausland geringer als innerhalb Deutschlands. Schaut man sich allein die SMS-Gebühren an, so werden hier seitens der EU 11cent als Obergrenze festgesetzt, innerhalb Deutschland gibt es bis auf einige Ausnahmen wie Prepaid- oder Flat-Angeboten ein Preisniveau das bei 19cent liegt. Das ist für den Konsumenten klar erkennbar eine Abzocke der Anbieter. Und so geht es auch in Bezug auf alle anderen Gebühren, der Nutzer ist die Melkkuh der Anbieter die sich untereinander nicht wirklich weh tun wollen.

Probleme der EU-Bürokraten

Irgendwie hat man den Eindruck, dass dieser Vorstoß in erster Linie aus Eigeninteresse erfolgt. Sonst predigen die EU-Bürokraten wo es nur geht den freien Markt und ausgerechnet beim Telefonieren sehen sie Handlungsbedarf. Sie solten sich lieber um einheitliche soziale Mindeststandards innerhalb der EU kümmern, das wäre wirklich mal eine Aufgabe. Stattdessen wird uns vorgerechnet, dass eine Familie im Auslandsurlaub nehrere hundert Euro sparen kann (dafür muss sie natürlich den ganzen Tag telefonieren und surfen). Absurd! Ich warte jetzt nur noch auf den Gesetzesvorstoß für EU-weite Höchstpreise für Dienstleistungen im horizontalen Gewerbe.

Das mag nun unpopulär klingen

Das mag nun unpopulär klingen nur: hier wird der Wettbewerb komplett ausgehebelt. Die Vorgabe von Maxalpreisen führt - gerade in einem von wenigen beherrschten Markt - automatisch dazu, dass die Preisobergrenze den Mindestpreia markiert und jeder Anreiz, diese zu unterbieten fehlt.

Das Auslandsroaming ist klare Abzocke, der Konsument muss hier jedoch durch sein Kaufverhalten einwirken um den Preis entsprechend zu drücken.

Marktversagen - eine schreckliche Industrie

Diese Telekommunkationsindustrie erscheint mir schrecklich von ihrer Preis- und Produktpolitik her. In der Preisobergrenzenverordnung sehe ich ein deutliches Zeichen dafür, dass der Markt hier versagt und nicht selbstständig einen optimalen Preis finden möchte. Läuft deswegen eigentlich ein Kartellverfahren? Die eine sagt "Abzocke". Aber das ist ja hier auch noch ein industrieweites Problem und das schon lange und es betrifft nicht nur die Preise und Produkte für Auslandstelekommunikation!

Diskutiert die Politik mal über den Gedanken, dass Infrastruktur nicht derartig privatisiert gehört?

Ich bin frustriert über die Preise und Produkte der Telekommunkationsunternehmen!

@tobby27

Das klingt nicht nur unpopulär, das ist auch einfach falsch. Das Problem ist, dass der Mobilfunkmarkt ein Oligopol ist, bei dem unzulässige Preisabsprachen stattfinden und sich dadurch keine normalen Preise einstellen (da du nämlich durch dein Verhalten quasi nicht auf irgendwas einwirken kannst). Und selbstverständlich ist eine wirksame Maßnahme dagegen, die Höchstpreise festzulegen.

@Ulrira Das unterstellt

@Ulrira
Das unterstellt Preisabsprachen. Was zum einen illegal wäre. zum anderen nicht zutrifft - denken Sie
nur an die Tankstelle um die Ecke die den Preis fast minütlich ändert. In anderen Ländern, z.B. Österreich, ist telefonieren deutlich billiger, ohne staatliche Preiseingriffe. Was notwenig ist sind klare Spielregeln nicht aber die Vorgabe des Spielstandes; sonst bekommt man nicht das beste sondern nur das bestellte Resultat.

"Marktversagen"

Wenn sie existieren, können Märkte nicht versagen. Das beste Beispiel sind illegale Märkte, also Schwarzmärkte. (Weiß jemand, wo man diskret Glühbirnen bekommen kann?) Wenn von „Marktversagen“ die Rede ist, handelt es sich um fehlenden Wettbewerb. Es ist Aufgabe des Gesetzgebers und der Kartell(-unterbindungs-)behörden, das zu verhindern.

Statt Preisobergrenzen, in der Tat ein heftiges Stück Planwirtschaft, sollte der Ansatz m. E. eher wie beim Autohandel sein: Dieselben Preise für alle Nachfrager aus allen EU-Ländern. Aber das läßt sich u. a. nicht so publikumswirksam verkaufen.

Lobenswert, aber ...

Es ist sicherlich lobenswert, wenn sich die EU nun endlich um angemessene Tarife bemüht - allein die Geschwindigkeit, mit der dies geschieht, ist zu bemängeln! Insbesondere die großen Anbieter wie z. B. die Deutsche Telekom oder Vodafone decken schon seit Jahr(zehnt)en weite Landesteile Europas ab. Unter anderen Netzbetreiber-Namen werden dabei Landesgrenzen vorgegaukelt, die es von Seiten der Technik gar nicht gibt - das war ja auch ein einträgliches Geschäft.
Deshalb folgender Tipp: sollten demnächst wieder Fusionen zwischen Anbietern zu genehmigen seien - gedacht sei z. B. an die niederländische KPN (E-Plus) und die spanische Telefonica (O2) -, sollten diese nur genehmigt werden, wenn diese Gesellschaften in Zukunft nur noch europaweite Tarife anbieten.
Das wäre für diese Anbieter sogar eine kostenlose Werbung, der Zulauf von Kunden wäre gesichert! Die anderen Gesellschaften würden nachziehen ...

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