Kommentare

Jupp

Der gute "Goldman" Monti, der international geachtete Investoreninteressenskommisar, der hat's schon schwer. Was fällt den Italienern ein, am - zB in Großbritannien so erfolgreichen - austerity-Kurs zu zweifeln? Sozialkürzungen sind der einzige Weg, die Finanzmärkte bei Laune zu halten (zu "besänftigen"). Warum raffen die das nicht? Muss ein klarer Fall von Rückständigkeit sein. White man's burden all the way...

Und Danke für die Berichterstattung, liebe Öffentliche. Wenn hier der Monti regiert, gibt's Euch unter Umständen nicht mehr. Dass nur das Volk das nicht kapiert, Mensch.

Was macht ein Technokrat ?

Man sollte sich davon nicht zuviel versprechen, denn so wie sich ein Physiker an Naturgesetze hält und ein Personalbuchhalter an die Vorschriften, agiert Monti in "seiner" Welt: der Finanzwelt.

Ein Ausgabenproblem ist auch gleichzeitig ein Einnahmeproblem.
In Zeiten freien Kapitalverkehrs muss man aber das Einnahmeproblem zumindest europäisch angehen.

Herr Monti weiß das natürlich, und verhindert es gleichzeitig seinen alten (und zukünftigen) Arbeitgebern zuliebe: der Finanzwelt.

Stattdessen wird national gespart, und international nichts getan.
Der gemeine Bürger ist immer im Nachteil gegenüber denen, die ihr Geld per Knopfdruck zB nach Liechtenstein verlagern können.

Solange dieses Problem nicht angegangen wird, haben die Bürger zu recht das Gefühl, daß nur sie für die Krise der anderen zahlen.

Herr Monti wird daran nichts ändern, genauso wenig wie ein Baustatiker den Job eines Architekten übernehmen kann.

Hoffnung, dass Monti durchhält

Wo bitte soll man an Sozialausgaben sparen? In der Schule? Wo Eltern teilweise die Renovierung übernehmen, Kreide und Toilettenpapier stellen und ALLE Schulbücher kaufen müssen?
Bei der Arbeitslosenunterstuetzung die es nur für einen Teil der Bevoelkerung gibt? Am Kindergarten, wo in Rom nur ein kleiner Anteil der Kinder überhaupt einen Platz findet? Ach ja, im Krankenhaus, dann wartet man auf eine wichtige Untersuchung keine 8 Monate sondern hält ein Jahr. Es ist leicht Ratschläge zu erteilen, wenn man in einem Land sitzt wo die Erhöhung der Unterstützung für Asylbewerber diskutiert wird. Asylbewerber in Italien bekommen Null Cent, wie auch, wo es hinten und vorn nicht reicht. Pensionen teilweise so niedrig sind, dass es ums pure Überleben geht. Hoffentlich wirft Monti nicht entnervt das Handtuch, er, der einzige Hoffnungsschimmer in dieser düsteren Zeit...ps ich lebe in Italien, kenne Situation aus erster Hand

zweite hoffnung

es gibt berichte von ausschreitungen in und um mailand vor ein paar wochen. die leute wissen nicht mehr, wovon leben, wovon bezahlen. und ich glaube weiterhin, das ein ttyp, der weiß wie "die märkte" funktionieren, es besser machen kann. als in i lebender hamburger kann ich bestätigen, das die italiener solange warten, bis es zu spät sein könnte - wie der frosch im langsam köchelndem wasser. keiner ist zufrieden. hoffentlich tun sie sich zusammen wie beim fussball oder bei der messe.

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