Kommentare

Nervosität vor der Griechenlandwahl

In vielen Medien ist von Nervosität vor der Griechenlandwahl die Rede.
Und in vielen Medien wurde den Regierungen Griechenlands und den Wählern Griechenlands die Verantwortung für die deutschen Hilfen und Kredite an Griechenland, und die Verantwortung für die deutschen Bürgschaften für Griechenland, gegeben.

Tatsächlich haben aber weder die griechichen Regierungen noch die griechischen Wähler den deutschen Bundestag jemals dazu gezwungen, ihnen Hilfen oder Kredite zu geben oder Bürgschaften für sie abzugeben.

Wenn Deutschland nun ein finanzieller Schaden entsteht, dann sind dafür in erster Linie unsere eigenen Politiker verantwortlich.

Wären wir keine Staatsbürger, sondern Aktionäre (z.B. bei Daimler), und würde unser AG-Vorstand etwas tun, wovon ein fremdes Unternehmen (z.B. Chrysler) Vorteile hat, von dem wir selbst aber Nachtteile hätten, dann würden wir als Daimler-Aktionäre auch primär unseren Daimler-Vorstand als verantwortlich betrachten, und bloß sekundär die Chrysler-Leute.

Kaum zu glauben

"[...]oder ob sie den Rattenfängern nachlaufen, die ihnen eine heile Welt versprechen..."
"Der Rattenfänger - damit ist der Linksextreme Alexis Tsipras gemeint[...]"

TS macht aus dem Plural "Rattenfängern" die Person Tsipras. Ich behaupte, genauso könnte Samaras Nea Dimokratia, Venizelos Pasok, die Goldene Morgenröte oder sonst eine der 21 Parteien gemeint sein, die heute zur Wahl antreten.
Tsipras wird bereits im Vorfeld der Wahl als Verantwortlicher für ein eventuelles Scheitern Europas gebrandmarkt. In meinen Augen eine Ungeheuerlichkeit.

Und wieso "nervöse Märkte"? DAX schloss im Plus, Euro schloss im Plus. Ach was: Alle Indizes im Plus. Auf keiner der seriösen Börsen-Sites war etwas von Nervosität zu lesen.
Was hier als neutraler Journalismus verkauft werden soll, als informativer Bericht, ist oberflächlich und populistisch. Dem Anschein nach ganz auf die deutsche Regierungslinie/-meinung geeicht.
Wie nannte es jemand in einem anderen Thread? Regierungspropaganda.

Wo sind jetzt die Rattenfänger?

Griechenland hätte nie in die €uroZone aufgenommen werden dürfen. Das sie es sind war eine politische Entscheidung die auch deutsche Politiker zu verantworten haben.
Das Geld was Griechenland bekommt geht an die Banken die die Finanzkrise mitverursacht haben. Es waren auch deutsche Politiker die dem Finanzmarkt die Möglichkeit gegeben haben den €uro an die Wand zufahren.
Es gibt im Ruhrgebiet Städte die pro Kopf höher verschuldet sind als Griechenland. Was würde passieren wenn Merkel/Schäuble von diesen Städten die gleichen Sparmassnahmen verlangen würden.

Der Euro ist das Problem

Rattenfänger oder nicht, wenn Griechenland den Euro behält, bleiben auch die Probleme. Und sie werden auch in anderen Ländern noch sichtbar.

Der Euro ist das Problem und muß als gemeinsames Zahlungsmittel abgeschafft werden.

Es ist unmöglich, eine gemeinsame Währung zu haben, aber jedes Land macht seine eigene Wirtschaftspolitik. Was will die EZB denn machen, wenn in einem Land die Regierung "Defizit spending" macht, um die nächste Wahl zu gewinnen und in einem anderen Land die Konjunktur überschäumt und man bremsen muß.

Jeder kann doch machen was er will und vor allem Deutschland zahlt die Zeche dafür. Schon jetzt zahlen wir für die "Rettung" des Euro jeden Tag an der Tankstelle. Ohne den Abwertungsverdächtigen Euro wäre unser Benzin heute billiger.

Die bereits versenkten und noch zu versenkenden Milliarden fehlen hier für die berühmte Bildung, die Sanierung der Abwasserkanäle usw.

Seltsame Berichterstattung ...

Ein Rattenfänger ist meiner Ansicht nach jemand der mit Verprechungen andere ins Verderben zieht. Wenn man also eine Partei als Rattenfänger bezeichnen möchte, so kann nur die Nea Demokratia gemeint sein. Sie hatte seit 2004 die absolute Mehrheit und der Niedergang (Korruption, Bevorzugung der Geldeliten, Günstlingswirtschaft) fällt allein in ihre Regierungszeit.
Warum traut sich kein, nicht an Realitätsverweigerung leidender (obiger daher ausgeschlossen), Autor dies zu benennen und Vergleiche mit unserer Regierung anzustellen? Sieht denn niemand, dass in Deutschland seit Jahren nichts anderes passiert, als das was in Griechenland vor Jahren begonnen hat? Natürlich ist viel leichter andere der Faulheit zu bezichtigen und hämisch mit dem Finger zu zeigen, dabei wäre Selbstkritik angebracht.
Ich war bisher ein harter Verfechter für den Fortbestand der öffentlich rechtlichen Informationsmedien. Doch sollte man weiterhin so einseitig regierungsfreundlich berichten, werde ich meine Meinung

@pauline_8 - Der Euro ist das Problem

Das sehe ich ganz genau so.

Wechselkurse dienen dazu, die Leistungsfähigkeiten unterschiedlicher Volkswirtschaften auszugleichen. Nun haben leider Volkswirtschaften von extrem unterschiedlicher Leistungsfähigkeit die gleiche Währung erhalten - das kann und konnte nie funktionieren, zumal übergreifende Wirtschaftspolitik mit weitreichenden Entscheidungskompetenzen nicht möglich ist.

Deutschland, als eines der leistungsfähigsten Länder der Euro-Zone, muss bei jeder Rettungsaktion den Löwenanteil zahlen bzw. dafür bürgen und sich bei Forderungen nach Massnahmen / Sicherheiten auch noch schimpfen lassen. Forderungen, die keiner Bank reichen würden um einen Privatkredit zu vergeben.

Wer würde uns, den unbeliebten Deutschen, wohl im Falle einer grossen inneren Krise helfen - ohne Forderungen und Sicherheiten zu verlangen?

@ Tsipras: In Griechenland läuft alles weiter wie bisher,

unser Verwaltungsapparat bleibt unreformiert, aber unsere Schulden zahlen wir nicht zurück."
Ach so, und der fleißige deutsche Steuerzahler soll also weiterhin diese Missstände finanzieren? Wie dumm hält uns eigentlich dieser Mann?
Solange die nötigen Reformen (Steuern, Staat ) nicht umgesetzt werden, dürfen keine Hilfsgelder mehr fließen.
Alle Wackelkandidaten müssen trotzdem aus der Eurowährung austreten, weil sie die Voraussetzungen dafür gar nicht erfüllen können. Dies kommt uns zwar auch teuer, ist aber noch besser, als wenn wir diese Länder dauerhaft mitschleppen müssen.

Rattenfänger haha

Ja und durch nacktes Sparen, und durch den Zusammenbruch des Staates und der Volkswirtschaft wird natürlich alles besser. Das nenne ich ebenfalls Rattenfängerei. Und diese Rattenfängerei darf seit 2 Jahren zeigen was sie zu bieten hat.

Und bitte komme mir nicht jemand mit Tsirpas wird es nur noch schlimmer. Was wäre denn schlimmer als der Zusammenbruch, und die politischen Wirren die daraus entstehen?

Zudem liest man überall heraus, dass der Wahlsieg die Katastrophe wäre, nicht die darauf folgende Politik. Also sind es doch Fatalisten außerhalb Griechenlands, die über die "Katastrophe? ja oder nein" entscheiden. Wie wäre es, wenn sie einfach mal machen lassen. Danach können sie immer noch den Weltuntergang beschließen.

Die Kernfrage lautet: wofür steht Europa?

In der Tat sind es nicht gerade die hellsten Aussichten, die sich für Europas Zukunft vorhersagen lassen. Zu lange wurde so getan, als wenn es reichen würde, eine gemeinsame Währung zu besitzen. Das ein Wirtschaftsraum jedoch auch gemeinsame Regularien (Steuerrecht, etc.) benötigt, wurde - übrigens nicht zuletzt von Deutschland - vehement bestritten; eine notwendige Angleichung der Systeme wurde somit verhindert.
Für Deutschland als Exportnation war das seit Einführung des Euros auch ein lukratives Geschäft; dabei wurde billigend in Kauf genommen, dass Länder, die nichts - außer Oliven und Schafskäse - zu exportieren hatten, eines Tages hintenüberfallen würden.
Nun stellt sich also die Frage, wie es weitergehen soll. Es wird nicht ausreichen, immer weiter Geld in marode Systeme zu stopfen. Man wird um die Frage nicht herumkommen, wofür Europa eigentlich steht.

Im Falle eines Austritts

muss GR genauso behandelt werden wie Island. Islands EU Beitritt wir von UK und NL blockiert weil Island diesen Ländern noch Milliarden schuldet.

Wenn GR aus EU und € austritt müssen wir einen Wiedereintritt solange blockieren biss es einige Einigung bzgl. aller ausstehender Kredite gibt.
Auch zusätzlichen wirt. Sanktionen als Druckmittel wäre ich nicht abgeneigt.

Die Quittung für eine völlig überzogene Politik

Angst war und ist schon immer ein schlechter Berater gewesen und Politik, die darauf fußt, hat sehr kurze Halbwertzeiten.

Man kann es drehen wie man will, an der Tatsache, dass die Griechen mit dem Euro die falsche Währung haben, kommt man nicht vorbei. Es wird Jahrzehnte brauchen, bis die Wirtschaftskraft Griechenlands der des Euros entspricht.
Also lieber ein Ende mit Schrecken, als ein Schrecken ohne Ende. Tiefer als jetzt kann Griechenland eigentlich nicht mehr fallen- ohne, dass alles auf Null gestellt wird und Griechenland nach eigenem Wellenschlag und Leistungsvermögen einen Neustart wagt, wird dies Land nicht auf die Beine kommen.

Das Griechische Volk, die einfachen Bürger, die Jugend und die Alten sind so oder so die Verlierer dieser expansiven Politik, ebenso wie der Europäische Gedanke, denn der Euro spaltet Europa, statt es zu einen, eine Fehlkonstruktion, die persönlichen Egoismen diente, ohne auf die Bürger ausgerichtet zu sein, fordert nun gnadenlos die Rendite ein..!

Das Geld wird fließen, egal wer gewinnt

Nach der Wahl in Griechenland wird alles kein Problem mehr sein, die Griechen werden ihr Geld bekommen und wir werden Zahlen bis auch Deutschland pleite ist. Unseren Politikern kann man doch nichts mehr glauben.

Erschreckend was man hier so

Erschreckend was man hier
so teilweise zu lesen
bekommt, denn eigentlich
sollte doch folgende
Botschaft mittlerweile
überall angekommen sein:
"Die Griechen" hätten
niemals ein Jahrzehnt
Europa betrügen können
(und damit eben "uns
Deutsche"), wenn unsere
"Eliten" nicht kräftig daran
verdient hätten. Jeder von
uns "Normalbürger" sollte
sich auch darüber bewusst sein,
dass hier exportabhängige
Arbeitsplätze geschaffen und erhalten
worden sind.

"Man schreibe keine Drehbücher für Katasdrophenfilme"

Hat man mit dem Plot für die Währungsunion doch schon einmal bestens hinbekommen. Die Wirklichkeit hat das Drehbuch dort schon längst überholt.

Ich hoffe, dass die Griechen es schaffen, den konsequenten Schritt zu gehen,
den die EU nicht gehen will oder kann. Schade ist dann nur die bisher erfolglos versenkte Kohle. Aber das ist eben die EU live. Die Währungsunion ist und war nicht der einzige und letzte Kunstfehler bei der EU-Geburt.

Viel Glück und bis heute Abend.

Zitat "Man müsste einige

Zitat
"Man müsste einige Auflagen erlassen, um nicht auch noch die letzten Wachstumsimpulse zu ersticken."

Soso, also so wie es jetzt ist würden doch auch " die letzten Wachstumsimpulse" erstickt!

Und wer dagegen ist z.B. Tsirpras soll ein "Rattenfänger" sein?

Na dann sollen die Griechen doch froh sein, so ein "Rattenfänger" zu haben. Denn wie es aussieht, man denkt jetzt darüber nach, " um nicht auch noch die letzten Wachstumsimpulse zu ersticken".

Ob man denen (die darüber nachdenken) aber auch vertrauen kann, steht ja in den Sternen...

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