Kommentare

einfach mal gucken

Insbesondere bei den Menschen über 50. Man muss natürlich bereit sein, angemessene Gehälter zu zahlen. Doch für viele heisst Fachkräftemangel Mangel an billigen jungen Hochausgebildeten - oder noch besser Praktikanten

und woran liegt es, dass so

und woran liegt es, dass so viele abbrechen? es ist halt keine schule mehr und vor allen dingen wird dir im studium nix geschenkt. einfach mal auf den hosenboden setzten und gas geben, und nicht auf den weihnachtsmann warten ;-D
vlt. sollten die zentralen prüfungen mal etwas "angezogen" werden bzw. die schulausbildung etwas angepasster werden.
wenn ich an meine erste mathevorlesung denke, alter finger....innerhal von einer doppel-stunde war ein schuljahr durch!

Zu schwer?

Interessanter Artikel.

Meine Idee wäre: Allen Schülern in den finalen Schulklassen eine 1-2 Wochen dauernde Vorstellung aller Jobs geben die es so gäbe, nur um Sie zumindest in eine richtige Bahn zu stoßen. Woher sollen die denn wissen was sie wollen wenn sie nicht wissen das es den Job gibt?

Aber zu etwas anderem:
Tatsache ist das seit jahren der Anspruch über alle Ausbildungsberufe immer mehr anghoben wurde. Ist das Falsch? JAIN... die Berufe werden ja auch in Sachen Information/Wissen schwerer.

Bei den einen ist es der Mengenmäßige Inhalt an Stoff den er/sie lernen muss. Bei den anderen sind es höhere Kosten für Studium die man nur durch Nebenjobs bewältigt.

Das diese beiden wichtigen Themen niemals angesprochen werden ist ja klar, die Schulformen in Deutschland sind ja das Goldene Kalb das nicht angefasst werden darf.
Zu volle Klassen, zu wenig Lehrer, zu Viel Lehrstoff, und was davon gebraucht wird ist nur 5% im Realem Leben verwendbar. Den Rest holt sich jeder von Wikipedia.

Man ließt ständig etwas über

Man ließt ständig etwas über Fachkräfte Mangel in den MINT Berufen. Leider kann ich das überhaupt nicht bestätigen. Ich bin Naturwissenschaftler und habe die letzten 6 Monate einen neuen Beruf gesucht und keinen gefunden, denn die Bewerberzahlen waren in allen Bereichen extrem hoch. Man kann somit nicht von Mangel sprechen!

Die immer gleiche Leier.......

man kann es kaum mehr hören.
Wäre der Mangel tatsächlich so groß, würden die Löhne steigen. Das tun sie nicht. Damit dies so bleibt - Fachkräfte aus Pleiteländern.
Mal sehn wie lange diese Leier noch funktioniert.

Nunja

Das liegt aber auch daran, dass die theoretischen Grundlagen sehr ausgiebig gelehrt werden und gern als Siebfach dienen. Zudem wurden viele Diplomstudiengänge 1:1 in Bachelor umgesetzt.

Auch ist bei vielen das Zeitalter des Internets noch nicht angekommen, zwar ist eine theoretische Grundausbildung sehr wichtig, doch wird unnötig Fokus auf veraltete Themengebiete gelegt, die dann so intensiv beahndelt werden, dass hier viele druchfallen, weil Sie sich nicht zum Lernen dafür motivieren können.

Andererseits studieren auczh viele ohne wirkliches Interesse dafür.

Und wenn man Jugendliche frägt, was Sie denn machen wollen kommt meist "Irgendwas mit Wirtschaft". Mehr Geld, weniger Aufwand.

Übrigends Fachkräftemangel herrscht vorallem an Fachkräften, die sich ausbeuten lassen.

Bachelor/Master !

Ich würd sagen, diese komprimierten Bachelor-Studiengänge sind ein sehr guter Grund, sein Ingenieursstudium abzubrechen. Das ist nur noch Lernen mit der Dampframme im Schnelldurchlauf, da hätte ich auch keine Lust zu. Ich bin wirklich dankbar, dass ich noch ein Diplom machen durfte...

Mathe statt Deutsch

In den Letzen Jahren wurde an den Schulen immer mehr Wert auf Rechtschreibung und Sprachen gelegt. Es gibt jedoch nur wenige die technisch und sprachlich begabt sind. Viele technisch Begabte sind in Sprachen schlecht und haben deshalb in den letzten Jahren Schwierigkeiten das Abi zu bestehen. Mir persönlich sind zwei Fälle bekannt.

Desweiten wird in den Schulen (leider auch zunehmend an den Hochschulen) auf reines Wissen gesetzt. Dabei entstehen Ingenieure die zwar gute Noten haben, aber unfähig sind neue Probleme zu lösen. Verständnis und Kreativität können in der Technik nicht durch Wissen ersetzt werden (das mag bei Juristen anders sein).

Re: @Funktionär: Die immer gleiche Leier...

man kann es kaum mehr hören. Wäre der Mangel tatsächlich so groß, würden die Löhne steigen. Das tun sie nicht. Damit dies so bleibt - will man Fachkräfte aus Pleiteländern zu den üblichen Hungerlöhnen ködern.

Stimmt, es nervt wirklich langsam. Und Lügen werden auch durch 1000 Wiederholungen nicht wahrer. Wir haben ja Profis - aber die wandern eben dorthin aus, wo sie akzeptable Löhne bekommen statt herumgeschubst zu werden.

Ganz einfach

Wenn es keine Fachkräfte gibt, dann muss die Wirtschaft dafür sorgen, dass sie welche bekommt.

Im Zweifel muss man die Leute auf dem Markt halt selbst ausbilden - wo ist bitte das Problem,

Hätte man damit schon vor 10 Jahren angefangen - auch da gab es schon den "Fachkräftemangel" - dann hätte man heute bereits den 2 oder 3ten Jahrgang auf den man zugreifen könnte.

Aber hat man nicht gemacht - weil .. kostet ja auch was ... und nun schreit man wieder rum!

Jedenfalls hat die Hoschulreform für alle eine Verschlechterung gebracht und diese wurde eben auch nur deshalb umgesetzt, weil sie von der Wirtschaft gefordert worden ist.

Aber man stellt ja keine mit BA ein - gerade in den MINT Fächern ... von daher... hätte man auch alles beim alten lassen können, dann hätte man zumindest gute und motivierte Studierende gehabt.

Heute hat man frustrierte Lernende, frustrierte Hochschulen und Unternehmen, die offenbar noch immer keine Leute finden... seltsam!

Bildungssystem?

Vielleicht sollten die Kinder in den Schulen mal wieder lernen, was sie wirklich im realen Leben brauchen? Und dazu noch, wie man das erworbene Wissen auch in der Praxis anwendet!
Solange unsere Kinder zu potentiellen Fachidioten herangezogen werden, darf man sich nicht wundern, wenn sie in der Praxis versagen.
Und das erstaunlicherweise, obwohl sie mehr Detailwissen haben, als unsereins je in Schule und Ausbildung erwarb. Doch da heutzutage das Lernen an sich nicht mehr gelehrt wird, geschweige denn, was man mit den Wissen alles anfangen kann, habe ich wenig Hoffnung.

Studienabbrecher

teilen sich in 2 Gruppen auf, die die überhaupt keinen Bock haben zu lernen und die die mit der Eigenverantwortung einfach überfordert sind. Letzteren kann man mit strengeren Regeln (Anwesenheits- und Hausaufgabenpflicht) und engeren zeitlichen Vorgaben (feste Prüfungstermine) helfen. So wie es in Schule und Abi war.

Wie im Supermarkt

Die Konsumgewohnheiten beeinflussen offensichtlich das Verhalten! Im Supermarkt grabbeln die Leute auch in der Appelkiste herum und lassen alle Äpfel liegen, die ne Stelle haben. Dass sie die auch mitbezahlen und damit die Ware verteuern, kommt ihnen gar nicht in den Sinn, sie jammern höchstens über die Preise.

Und was machen unsere Politiker? In der Bildungsgrabbelkiste bleiben 17% der Schüler ohne Abschluss bzw. liegen, denn sie sind damit automatisch Ausschuss. Stattdessen belert man über Fachkräftemangel und leichteren Zugang für Ausländer. Das Geld, was man am Ausländer und dessen Bildung einspart, buttert man in unsere faulen Äpfel wieder rein.

Wie wär´s denn mal, das Hirn einzuschalten, wissenschaftliche Studien zu kapieren, und das Bildungssystem so umzugestalten, dass nicht so viel Ausschuss produziert wird? Das System gibt es in der Produktion schon lange, es heißt dort KAI-ZEN.

*singt* alles Lüüüge!

Die große Lüge, die uns hier verkauft wird ist, dass der Fachkräftemangel was mit den Studenten zu tun hätte.

Es mangelt an Fachkräften. Schaut mal rein in die Stellenangebote im MINT-Bereich. Die wollen praktisch alle Mitarbeiter, die schon 5 oder mehr Jahre Erfahrung haben. Das finanzielle Risiko, Leute mühsam anzulernen, die dann unter Umständen gar nicht bleiben wollen, mag heute kaum noch jemand auf sich nehmen. Auch Diplomingeniere, Master und Doktoren brauchen 1 oder 2 Jahre, bis sie wirklich in ihrem Job arbeiten können und der Firma wirklich etwas einbringen.

Das Problem: Universitäten können gar keine Fachleute, im Sinne des Fachkräftemangels, ausbilden. Hier wird ein Zusammenhang hergestellt, der in Wahrheit nicht existiert.

Verschulung und Realitätsverlust

Herr N-Golth-Batai,

Ist wohl schon verdammt lange her, dass sie mal eine Uni oder FH von innen gesehen haben. 5-10 Prüfungen am Semesterende, die aus meist standartisierten Auswend-lern-Fragen bestehen, motivieren eben nicht besonders zum lernen (Werkstofftechnik bestand bei mir mehr oder weniger aus dem Auswendig-lernen von Tabbellenbücher, die bei jedem Ingenieur und bei jedem Mechaniker im Regal stehen).

In den Augen vieler Menschen sind StudentInnen heutzutage nur faule Eier, die 10 Jahre vor sich hingammeln und dann unqualifiziert in die Wirtschaft gehen. Grund dafür ist die Propaganda vom LangzeitstudentInnen, der zum neuen Standard erhoben wurde und an dem sich alle Bemühungen einer Verbesserung der Studienumgebung orientieren. Mehr Regulation, mehr Bürokratie, mehr künstliche Hürden und mehr Stoff in weniger Zeit. Ein System mit dem Niemand zufrieden ist, weder die Professoren, noch die Studenten und auch nicht Wirtschaft. Die Folge ist, dass wir bewusst Fachidioten kreieren.

Die alte Leier...

Schon seit Jahren beklagt man sich über Fachkräftemangel, aber ändern will niemand etwas. 2 Vorschläge, die wirklich etwas bewegen würden (auch aus eigener Erfahrung)

- Bachelor/Master Studiengang: Die Reform weg von den Diplomstudiengängen war ein riesiger Fehler, aber es gibt leider kein zurück mehr. Aus dem Grund sollte man dringend den Bachelor überarbeiten, dass dieser kein Diplom in weniger Zeit ist.

- Bezahlung: Falls die Fachkräfte so rar sind, dann muss die Industrie einfach mehr zahen, dann findet sie auch genügend gute Leute. Aber das wollen sie ja nicht, lieber alles outsourcen, Praktikanten einstellen und die Personalkosten drücken wo es geht. Dass die Qualität darunter leidet sollte der Menschenverstand eigentlich wissen, aber die meisten BWL-ler/Personaler vertrauen lieber ihren Zahlen als ihrem Verstand...

immer und immer wieder die

immer und immer wieder die selben Lügen über den Angeblichen Fachkräftemangel !! ... Zahlt der Bildung/Qualifizierung angemessene Löhne und die Fachkräfte werden da sein ... denn gut Ausgebildete Deutsche Fachkräfte wandern doch lieber ins Ausland ab bevor sie hier von ein in das andere "Praktikum" versauern ...

Alles nur Lohndumping !

Ich bin selbst nächstes Jahr Diplom Ingenieur.
Sowohl ich als auch die große Mehrheit meiner Kommilitonen glauben nicht, dass es einen Mangel an Ingenieuren (v.a. im Bereich Maschinenbau) gibt!
Die Löhne stagnieren bestenfalls, sind eher rückläufig! Es gibt nicht einmal genügend Praktikumsplätze für die Studenten im Hauptstudium. Man muss viele Bewerbungen schreiben (Raum München u. Umgebung) um sein praktisches Pflichtsemester absolvieren zu können. Die Bezahlung ist nicht erwähnenswert. Viele würden auch ohne Bezahlung arbeiten um das praktische Semester im Hauptstudium hinter sich bringen zu können.

Die Einstiegsgehälter für Ingenieure sind angesichts der langen Durchschnittsstudiendauer (12-13 Semester an Universitäten) ein Witz. In Zahlen: 30.000-40.000€ Brutto p.a. Viele Ingenieure finden direkt nach der Uni auch keine feste Anstellung und arbeiten bei Leiharbeitsfirmen (1-2 Jahres Verträge). Vor allem der arbeitgebernahe VDI versucht die Löhne noch weiter zu drücken!

Systeme

Ingenieure sind Leute, die analytisch denken, rational handeln, und Systeme verstehen.

Funktionäre sind Leute, die lügen, um ihrer Interessensgruppe Vorteile zu verschaffen.

Redakteure sind Leute, die brav mitschreiben, was man ihnen erzählt, und nachher gucken, ob keine Rechtschreibfehler drin sind.

Deshalb lesen wir vermutlich immer noch über den angeblichen Fachkräftemangel, deshalb nehmen die, die es betrifft, ihn immer noch nicht ernst.

Aber wenn der Aufwand für ein technisches Studium gegenüber einem Wirtschafts-Irgendwas-Studium noch mehr steigt, und die Karriere- und Verdienstchancen gegenüber denen der BWLer und Wirtschaftsabsolventen weiter sinken, muss man sich nicht wundern, wenn er irgendwann wirklich da ist, der Fachkräftemangel. Dann sind nämlich alle, die unser System verstehen, Banker oder Unternehmensberater.

Studienabbrecher

Die Zahl der Studienabbrecher ist deshalb so hoch, weil das Niveau der Abiturprüfung immer weiter abgesenkt wurde.

Viele Studenten haben nicht mehr die nötigen Vorkenntnisse für ein Studium. So sind viele Studenten in den naturwissenschaftlichen Fächern nicht in der Lage, eine einfache Gleichung umzuformen oder die Steigung einer Gerade zu bestimmen. Mit einer solchen Vorbildung hat man keine Chance, ein Studium zu bestehen.

Die Universitäten müssen dringend Aufnahmeprüfungen einführen, um die politisch verwässerte Abiturprüfung zu kompensieren.

@SiggiK: Bachelor/Master !

Genau so ist es! Zurück zu den klassischen - und durchaus international anerkannten und angesehenen - Diplom-Studiengängen und die Zahl der Abbrecher wird m. E. deutlich zurückgehen.

Das Studium dient auch der Entwicklung eines freien Geistes und der Kreativität. Mit Bologna und der damit einhergehenden drastischen Verschulung des Studiums sind diese positiven Effekte verlorengegangen. Und das alles - ebenso wie das Abitur nach acht Jahren Gymnasium - nur, um möglichst schnell möglichst gut "funktionierende" Absolventen hervorzubringen.

Kreativität und auch der Spaß am Studium bleiben auf der Strecke. Kein Wunder, daß viele Student/innen schon nach kurzer Zeit keine Lust mehr haben.

Schwach Sinn

... als Naturwissenschaftler wird man in D'land wie ein Aussätziger behandelt. Es werden einem Hungerlöhne, Ketten-Zeit Verträge (gerade im öffentlichen Dienst) & was weiß ich noch alles zugemutet. Und im Zweifelsfall ist man mit 45 zu alt oder zu überqualifiziert oder nicht richtig qualifiziert (als wenn man als exzellenter promovierter deutscher Naturwissenschaftler nicht schon zig Fach gezeigt hätte das man sehr wohl im Stande ist dazuzulernen) oder was auch immer, aber auf jeden Fall nicht geeignet für unsere Wirtschaft.
Ich bin ein & kenne einige deutsche Naturwissenschaftler & Ingenieure, die seit geraumer Zeit aus nicht mehr bereit sind unter diesen Sklaven Bedingungen zu arbeiten. Vielleicht sollte man mal darüber nachdenken, dieses Potential zu reaktivieren.
Wir haben dem Steuerzahler viel Geld in der Ausbildung gekostet & die meisten von uns würden das auch gern wieder durch faire Arbeit / Lohn zurückgeben !!!

Die Hochschullandschaft erschwert das Studium

Nach drei Jahren Bachelorstudium, zwangsweise parallel an zwei Hochschulen, bin ich soweit wie im dritten Semester. Überschneidende Veranstaltungen, schwierig zu organisierende Studenpläne und schlechte Dozenten, Tutoren und Lehrmittel vereinfachen auf keinen Fall das Studium. Als Lehramtstudent habe ich mit diesem Studiengang und der Uni abgeschlossen und wechsel demnächst an eine (Fach-)Hochschule.

An Universitäten sitzen hochbezahlte Professoren, die gerade zwei bis drei Vorlesungen halten und das war es dann. Sprechstunden beim Prof sind Mangelware und die Lehrkonzepte jeden Prof's sind unterschiedlich und von mangelnder Qualität.

Hier fehlt viel frischer Wind. Moderne Lernformen, mit didaktisch geschickter Ausstattung sind das A und O einer modernen Hochschule. Heutzutage könnte sehr viel mehr Online geschehen. Vorlesungen, Tutorien und Lernplattformen sollten heutzutage Online möglich sein.

Systembedingte Abbrecherzahlen

sind das u.a. auch und dadurch generiert, dass sich viele Studierende erstmal überall und auf alles bewerben, weil in ihrem Wunschstudium kein Platz ist. Das ist dadurch verursacht, dass viele Fächer durch diese nicht-zentralen und dadurch ungerichteten Bewerbungsverfahren sehr hohe NC (numerus clausus; Zugangsbeschränkung durch Note) generiert werden. Erst nach X Semestern Wartezeit ist der Zugang frei, was dann konsequenterweise zu einem Abbruch im "Parkstudium" führt.
Ziel der Politik und der Hochschule müsste es sein alle Studierwilligen zentral zu erfassen und auch wirklich Wunsch-gerecht zu verteilen. Denn oftmals stehen x-hundert Bewerber da, es werden gemäß Kapazitäten Personen angeschrieben, davon sind aber manche schon wieder woanders untergekommen. Wenn an dieser Stelle mehr Freiheit der Wahl und auch veritable Verteilzahlen wären, würde den Hochschulverwaltungen als auch den Studierwilligen gedient sein. Und in MINT würden ggs auch die ankommen die dort hin wollten.

Uni's mehr " verschulen "

Uni's mehr " verschulen " dann sollte die Abbrecher- Quote sinken.
In der Schule mit verschiedenen Berufen vertraut machen.
Vor allem darauf hinweisen, dass man in den MINT Fächern
locker das Doppelte als in den geistes/sozialwisenschaftlichen Fächern verdienen kann.
Wenn Fachkräfte rar sind, dann bringt auch ein mehr bezahlen nichts, wenn denn keine da sind. Das führt nur zu Job-hopping und es entsteht anderswo eine Lücke.
Bei durchschnittlich 80 bis 120 tausend Euro Jahreseinkommen in den MINT Fächern ist die Bezahlung
sowieso ganz ok ( siehe diverse Einkommensspiegel in den entsprechenden Fachzeitschriften, z.B. c't ).

Studienabbrecher

Es sind die ersten Semester, die wegen zu wenig Betreuung und Vorbereitung abbrechen. Aber es gibt auch genügend Studenten/Studentinnen, die am Abschluss scheitern und zwar nicht, weil sie zu faul, zu dumm oder zu nachlässig sind, sondern weil auch hier oft die Unterstützung der Professoren und Assistenten fehlt. Die Unis, die ich kenne, sind wahre Bürokratie-Monster, deren Organisationsprozesse so schlecht funktionieren, dass es mich graust.
Ehrlich gesagt, mich wundert die Zahl der Studienabbrecher nicht, bin eher erstaunt, dass es noch so viele schaffen.

Es fehlt an einfachsten Zulassungsprüfungen.

"...vor allem in den Ingenieurs-Studiengängen, alarmierend wieder über 50 Prozent gewachsen."

Das ist die logische Konsequenz darau, dass jeder "Depp" der eine drei in Mathe geschafft hat für ein Ingenieursstudiengang zugelassen wird.

Wenn so ein Schüler denkt toll ich werde Ingenieur da habe ich einen relativ sicheren Job bei guter Bezahlung, was bei guten Ingenieuren definit der Fall ist, und glaubt mit ein bisschen auswendig lernen wie in der Schule kann man auch Ingenieur werden, dann muss das eben schief gehen.

Was dringend von Nöten wäre ist eine Zulassungsprüfung für die Studenten um vorher feststellen zu können ob wenigsten eine Minimum an technischem Verständnis und Interesse vorhanden ist. Wenn da nichts ist, und das ist bei mindestens der Hälfte der Fall, dann ist das der Falsche Weg!

Wer erfolgreich Ingenieur werden will der benötigt technisches Verständnis und ein gewisses Maß an Intelligenz. Beides kann man vorher sehr einfach ermitteln aber nicht eintrichtern.

"Laberwissenschaften" sind auf dem Vormarsch ...

... und leisten ihren Beitrag, den Technologiestandort Deutschland langfristig in den Finanzmarktstandort Deutschland zu verwandeln.

Ein sinnvoller Ansatz dem entgegenzuwirken, währe eine stärkere Gewichtung zu Naturwissenschaftlichen Fächern in der Schule, die bei Erkennen von Fähigkeiten und Neigungen ebenfalls Schwerpunktmäßig gefördert werden sollten. Stattdessen wird weiter auf "Masse statt Klasse" gesetzt und alle werden in den großen Topf geworfen und mit allem gefüttert, was der Lehrplan so hergibt. Eine Energieverschwendung par excellence.
Individuelle Förderung kostet vordergründig sicher etwas mehr Geld, dürfte sich aber nachhaltig positiver auswirken als gedacht.

Nicht nur akzeptable

Nicht nur akzeptable Loehne...
Ich gehoere zu den Naturwissenschaftlern, die ausgewandert sind. Mit meinem Gehalt in Deutschland waere ich durchaus zufrieden, aber ich bekomme immer nur Projektarbeitsplaetze mit ca. 2 Jahren Dauer. Wie soll man denn da seine Zukunft planen (oder gar eine Familie - womit wir gleich beim naechsten Thema der Kinderlosigkeit unter Akademikern waeren)? Im Ausland (Norwegen) habe ich nach 2 Jahren Arbeitszeit direkt eine feste Stelle bekommen.

Die Gehälter für Ingenieure steigen, das kann ich aus eigener Erfahrung und der Erfahrung zahlreicher Kollegen definitiv bestätigen.

Ein gewisser Mangel an erfahrenen Ingenieuren ist da, auch wenn das manchmal sehr übertrieben wird.

Das deshalb nicht automatisch die Einstiegsgehälter für Berufseinsteiger in gleichem Maße steigen ist logisch, vor allem bei Entwicklungsingenieuren.

Um aus einem guten Ingenieursstudenten einen guten Entwicklungsingenieur zu machen braucht man viel Zeit und Geld. Im ersten Jahr kostet der nicht nur viel Geld der hält auch oft die erfahrenen Ingenieure mehr von der Arbeit ab, als dass er selber produktiv arbeitet. Ohne so einen Berufseinsteiger so mit zu schleppen, dass er dann später auch selber eigenständig und produktiv arbeiten kann, wäre man manches mal schneller mit der Arbeit fertig.

Aus einem Diplomanden einen Ingenieur zu machen ist also ein besonders großes Risiko, es kostet viel, es ist riskant, dass er wechselt, und die Hälfte taugen nichts

Das Märchen vom Ingenieurmangel.

Viele meiner Freunde sind so wie ich Diplomingenieur. Die Behauptung, dass es zu wenige Ingenieure gibt ist schlicht falsch. Trotz 50 Bewerbungen haben viele meiner Bekannten nur 2-3 Einladungen zu schlecht bezahlten Stellen erhalten. Es gibt keinen Mangel an Ingenieuren. Die Industrie macht Panik um die Absolventenzahlen in die Höhe zu treiben, anschließend können die Gehälter weiter sinken und die Anforderungen steigen. Auf eine freie Ingenieurstelle kommen heutzutage durchschnittlich 25-30 Bewerbungen. Laut Angaben der ARGE gibt es derzeit in Deutschland 35.000 arbeitslose Ingenieure, ganz zu schweigen von den tausenden Migranten die mit ihrem Dipl.Ing. oder Dr. Taxi fahren müssen.

das ich nicht lache

ich bin eine fachkraft und bekomme absagen, weil ich nicht vor ort wohne. arbeitsbereich wäre aber deutschlandweit.... da verstehe einer die unternehmen noch

besser nicht studieren...

Dr. Biochemie, mehr als 10 Jahre Berufs- und Auslandserfahrung. Habe folgendes Angebot aus Muenchen erhalten: 40 000 Euro Brutto/Jahr.
Noch Fragen Kienzle?

@Step - NCs

NCs sind nicht das Problem in den MINT-Fächern. In den meisten Studiengängen an den meisten Unis in diesen Bereichen gibt es weder NCs noch Wartezeiten, höchstens Eignungstests. In den meisten Fällen garantiert die Einschreibung bereits den Studienplatz, selbst im BA/MA System geben viele Unis ihren Bachelor-Absolventen eine den Master-Platz unabhängig von der Abschlussnote.

Warum die vielen Abbrecher? Nun, ich sehe das ständig. Extrem hoher Leistungsdruck, die Wirtschaft verlangt Qualifikationen, die eine Minderheit schafft, viele erreichen das nicht mal mit höchstmöglichem Aufwand. Da ist es attraktiver abzubrechen und in einem beruflichen Umfeld anzufangen, in dem mit dem gleichen oder weniger Aufwand mehr verdient ist.

Lösung? Nicht über Fachkräftemangel jammern, Fachkräfte anständig bezahlen! Das ist ein guter Motivator.

@ Werner40

Ich frage mich wie Sie zur Ihrer Argumentation kommen, denn sie widerspricht sämtlichen Forderungen und Zahlen, die ich kenne. Einstiegsgehalt bei Ingenieuren liegt bei etwa 42k€, das ist ein drittel des von Ihnen genannten Gehalts. Würden die Betriebe so viel bezahlen wie Sie schreiben, dann hätten sie genug Fachkräfte!
Die Unis sollen mehr verschult werden? Was meinen Sie wohl ist mit dem Bachelor passiert, was ist einer der Kritikpunkte am Bachelor? Die Verschulung, und damit der Druck, der keine Zeit für ein individuelles Studium lässt! Sollten Sie das ironisch gemeint haben, mein Fehler, aber den Eindruck habe ich nicht. Anscheinend gibt es noch genug Leute, die weit weg von der Uni sind, aber unglaublich viel über die Uni zu wissen meinen...

Ein Vorschlag meinerseits.

Ein Vorschlag meinerseits. Gehen sie mal bitte in die Universitäten rein und schauen sie sich bitte die Durchfallquoten in den Ingenieurwissenschaften an. Die liegen so in der Regel zwischen 30 und 60%, teilweise sogar bei 80% (selbst gesehen und nachgerechnet). Und dann fragen sie sich mal bitte wie so etwas sein kann.
Die Antwort ist eigentlich simpel: Professor kann nicht lehren (erklären), gibt vollgas (in einer Woche muss man 100 Buchseiten Herleitung inklusive) verstanden haben, anschließend erzählen einem bei Fragen die wissenschaftlichen Mitarbeiter teilweise das Gegenteil von dem was der Prof. in der Vorlesung erzählt (das hat nichts mit Lernunwilligkeit zu tun) etc....die Liste ist laaaang.
Es gibt definitiv ein Problem in der Bildung. Die Professoren beschäftigen sich lieber mit der Einnahme von Drittmitteln und setzen ihre wissenschaftlichen Mitarbeiter lieber in Projekte aus der Industrie ein als sich auf ihre Kernaufgabe LEHRE zu konzentrieren.

Mathematik

Ich studiere Maschinenbau und kann dazu sagen, dass diese über 50% Abbruchqouten hier nichts besonderes sind.
Auch den Fachkräftemangel kann ich bestätigen. Und dieser wird zumindest in den Ingenieursberufen nicht durch Lohndumping hervorgerufen. Es ist einfach so, dass viele Leute mit dem Studium komplett überfordert sind. Es ist ein Krasser Gegensatz zur Schule. Selbst für die billigen Klausuren muss man mehr lernen als fürs gesamte Abi. Bei den meisten Leuten scheitert es dann entweder an völlig falschen Vorstellungen, an der Unfähigkeit mit den neu gewonnenen Freiheiten umzugehen oder aber an der Mathematik (und dies ist bei den meisten der Fall)

Dies ist meiner Meinung nach auch auf eine Gesellschaft zurück zu führen, in der es ein Unding ist nicht zu wissen wer Sartre war aber andererseits schick ist zu sagen: "Ach mit Mathe konnte ich noch nie etwas anfangen".

Frage der Voraussetzungen

@ Werner40
Mehr verschulen? Diese Idee hat uns die Bologna-Reform doch erst eingebrockt, mit bekannten Kollateralschäden.

@ gorilla
Ich fürchte, Sie sind genau der Typ von Student, den die Universitäten nicht brauchen: Sie rufen nach "modernen Lehrformen", technischer Ausstattung und wollen am liebsten alles online präsentiert bekommen. Ein Ingenieurstudium bekommt man aber nicht per google serviert. Man muss es sich hart und in Eigeninitative erarbeiten.

Die Frage der Abbrecherquote hängt ganz entscheidend davon ab, mit welchen Erwartungen und Voraussetzungen die Studierenden aus der Schule an die Unis kommen. Ich bin als Dozent aus Süddeutschland nach NRW gekommen. Die Leistungsbereitschaft ist hier deutlich geringer ausgeprägt, die reinste Katastophe. Die meisten Seminarteilnehmer erwarten, dass Ihnen Erkenntnis auf dem Silbertablett serviert wird. Das kann so nicht funktionieren.
Übrigens: Kein NRW-bashing. Die guten Leute hier sind mindestens ebenso begabt wie im Süden.

@Funktionär

Solange die Mehrheit der Wähler nicht zu der MINT Gruppe gehört wird die Leier funktionieren. Ein nicht-MINT hat kein Interesse daran, dass die "Nerds" mehr verdienen als er selbst.

Das Studium und die

Das Studium und die Schulausbildung in Deutschland dauert immer noch viel zu lang und ist nach wie vor zu statisch und unflexibel. Studenten kommen mit ende 20 Anfang 30 aus der Uni. Gerade in der Zeit wenn man sich vielleicht eine Familie aufbauen moechte. Auch das ist fuer manche Menschen wichtig.
Mein Bruder hat in Kanada Maschinenbau studiert und war mit 24 fertiger Ingenieur. Und kein Schlechter. Er hat in Deutschland seine grosse Liebe gefunden und ging nach Deutschland zurueck, obwohl er in Kanada leicht das Dreifache verdienen koennte. Geld ist fuer manche Leute eben nicht alles.
Ich selbst habe in Deutschland Graphic Design Studiert und nach meiner Auswanderung auch in meinem Beruf gearbeitet. Nach zehn Jahren habe ich umgeschult in ein medizinisches Feld. Das war so unkompliziert, die Umschulung war "on the Job" mit voller Bezahlung. Heute drei Jahre spaeter leite ich das Department. Ich bin ja nicht dumm. Und die Kanadier haben das erkannt. In D. waere das nicht moeglich.

und warum meldet sich keiner bei mir

hallo,

ich finde es einfach nur traurig. als system engineer winke ich in allen möglichen portalen und wieviel angebote habe ich bekommen? null. warum?

ups - da muss sich ja die firma bewegen. auch die gehaltsdrückerei kann ich bestätigen. da suchen firmen über mehrer personaldienstleister den besten oder doch den billigsten.

es gibt genug (langzeit)arbeitslose, frauen, studienabbrecher, die nach einer kurzen einarbeitung ihren job machen könnten. aber selbst kurze einarbeitungszeiten gefährden wohl den profit.

36 0000 im rhein-main gebiet. oder auch mal 2 000 im monat brutto.

vorhin hat sich ein personaldienstleister aus der schweiz gemeldet. wenn ich dort willkommen bin, dann bin ich hier weg. hier ist man als fachkraft und bewerber nicht willkommen.

Vielleicht sollte man doch

Vielleicht sollte man doch mal aufhören, diejenigen, die den Wohlstand Deutschlands begründen, nur als auspressbare Ressource zu betrachten. Z.B. im Unterhaltsrecht oder bei den Quotenregelungen.

Es gibt nämlich Gründe dafür, dass die Migrationsströme gerade nicht die gut ausgebildeten Leistungsträger ins Land spülen, sondern raus treiben.
Das will nur niemand von den maßgeblichen Stellen wahrnehmen, weil es deutlich macht, dass sie selbst Teil des Problems bzw. dessen Ursache sind.

Dabei ist es doch ganz einfach zu erkennen:

Wenn die Könner gehen und die Nichtskönner kommen, scheint es den Könnern hier relativ schlecht und Nichtskönnern relativ gut zu gehen.

Jemand der für seine Leistung eine angemessene Vergütung haben möchte, die ihm nicht gleich wieder weg genommen wird und sich nicht für das Erreichte rechtfertigen möchte, hat eigentlich nur 2 Alternativen:
Auswandern oder sich zurück lehnen und nichts mehr leisten.
Keine davon ist besonders gesund für Deutschland.

Fachkraeftemangel?

Ich muss dem nur zustimmen.
Seit Jahren haben wir in Deutschland nicht annaehernd genug Fachkraefte, um anstehende Aufgaben bewaeltigen zu koennen. Deswegen muss die Industrie nun horrende Gehaelter bezahlen. 40.000 pro Jahr, wie weiter oben berichtet. Weil vielen das aber immer noch nicht genug ist, machen sich manche Dipl.-Ing.'s mit allerlei Arbeiten selbstaendig, und kommen dann auf etwas mehr. Ja, die fehlen dann halt der Industrie. Unglaubliche Zustaende.

... und plötzlich herrscht Fachkräftemangel

Was bei dem Gejammere und den Fachkräftemangel gar nicht zur Sprache kommt und in dem Interview kurz als "strukturelle Lücke" bezeichnet wird, ist die Tatsache, dass in den meisten Unternehmen die Bereitschaft fehlt, in eine vorausschauende Personalplanung zu investieren.

Wenn klar ist, welche Qualifikationen gebraucht werden, wieviele Qualifikationsträger das Unternehmen absehbar verlassen und wie der Fachkräftemarkt aufgestellt ist, muss ich rechtzeitig reagieren. In der Erkenntnis dieser Bedarfe kann ich betriebliche Ausbildung und internen Wissenstransfer organisieren und dies parallel mit einer attraktiv ausgestalteten externen Stellenaquise kombinieren.

Sich jetzt hinzustellen und demographische Lücken sowie die unzureichende Ausbildungssituation zu beklagen, lenkt dann schön von den eigenen Versäumnissen ab. Um Fachlichkeit "just in time" abrufen zu wollen, muss man eben auch bereit sein, sich beizeiten um Strukturen und Investment für qualifizierte Bildung zu kümmern.

Fächerverteilung

Schaut man mal an wie vielen Fachhochschulen man klassische Natwi Fächer studieren kann und wie oft man Medien, Design, Kunst, Management usw angeboten bekommt erkennt man klar eine Schieflage. Zu viele landen in diesen sicherlich spannenden Berufen, aber eine Gesellschaft braucht eben auch Naturwissenschaftler. Das Geld fließt aber eben in die falschen "In-Fächer". Man muss das Studienangebot dort verbessern, auch ruhig zu Lasten der ganzen Designfächer.
Weiteres Problem: Auf Grund unserer "Wettbewerbsdenken an die Unis" Politik ködern Uni/FH heute mit einer Flut an neu erdachten unausgegorenen Studiengängen, anstatt auf klassische didaktisch erprobte zu setzen, weil man diese Studiengänge besser an die Studis verkaufen kann (und schönen Prospekten). Das ist eine schlimme Entwicklung weil man damit wirklich einigen studierenswilligen Menschen die Zukunft verbaut.

@ rex3 - Zulassungsprüfung +/-

Stimmt eine Zulassungsprüfung würde die Abbrecher Zahl reduzieren. Muss sie zentral sein? Sie würde aber sicher auch nicht einen "Run" auf die MINT Fächer kreieren. Es ist eine sehr schwierige sache. Halte selbst Eingangsvorlesungen im Bereich Mathe und ich muss sagen das ich mir die Leute lieber selbst aussuche und es schade fände wenn da vorher groß gesiebt würde. So manch einer entpuppt sich als späht zündendes Mathetalent, selbst wenn er in der Schulmathe nicht der Überflieger war. Aber klar es gibt ein höheres Risiko. Auch wenn 50% ist sicher zu hoch sind kann man Studienabbruch nicht ganz vermeiden.
Meiner Erfahrung ist das man gute Naturwissenschaftler nicht ausbildet in dem man einfach die Prüfungsschwierigkeiten anhebt, sondern in dem man didaktisch hochwertige und anspruchsvolle Vorlesungen hält. Also hier eine gehörige Portion Selbstkritik an uns Hochschuldozenten.

@rex3 - Taugenichts

"Aus einem Diplomanden einen Ingenieur zu machen ist also ein besonders großes Risiko, es kostet viel, es ist riskant, dass er wechselt, und die Hälfte taugen nichts"

Bin sicher nicht im gleichen Ingenieursbereich tätig wie sie. Komme aber von der Seite der Lehre. Also verantwortlich das die Diplomanden nichts taugen sind wir. Ich ziehe mir den Schuh auch gerne an. Aber es wäre hilfreich wenn man gleich noch dazu sagt was das Hauptproblem ist.

Man könnte Kritisieren das Industrie/Uni auch einfach ein Kommunikationsproblem hat, welches wir nicht auf dem Rücken der Studierenden austragen dürfen.

@ Gerhard Raden

Richtig. Aber die "massgeblichen Stellen" werden ihre Pfruende solange wie moeglich schuetzen. Dass sich die Herrschaften dabei den Ast, auf dem sie sizen, selbst absaegen, werden sie vermutlich zu spaet erkennen.

Als Naturwissenschaftler

Als Naturwissenschaftler würde ich gerne die unbelehrbaren Fachkräftemangel-Schreihälse an meine arbeitslosen Kollegen aus den psycho-sozialen Berufen zur Behandlung überweisen.

Was wird eigentlich mit dieser Dauerlüge bezweckt? Sind die Lobbyisten mit der Höhe der gedrückten Löhne immer noch nicht zufrieden? Oder ist diese Politik einfach nur noch kopflos?

Myth

Es ist natürlich ein Mythos mit dem Fachkräftemangel. Dass die deutsche Wirtschaft nicht genug Leute finden kann, hängt damit zusammen, dass der Investitionsaufwand, sprich Lernaufwand, in keinem Verhältnis zu dem Yield, sprich Verdienst, steht. Deutsche Arbeitnehmer zahlen einfach zu wenig, jedenfalls weit, weit unter dem Marktwert am Weltmarkt. Man wird erstaunt sein zu beobachten, dass deutsche Arbeitgeber auch nicht mehr zahlen als indische. Nur das Leben ist eine ganze Ecke billiger in Indien. In den UK, der Schweiz oder den USA wird um einen Faktor dreimal, und vielleicht in einigen Nischen fünfmal, höhere Entlohnung bezahlt. Daher wandern ja auch so viele ausgebildete Leute ab - und ich selbst bin da keine Ausnahme. 

Deutsche Unternehmer sollten sich Mal ins Flugzeug setzen und ueber den Tellerrand schauen. Das Schlüsselwort heißt "teilen". Wenn man Partner, sprich Angestellte, braucht die geschäftskritisch sind, muss man sie auch entsprechend am Unternehmenserfolg beteilige

z.T. haarsträubender Unsinn hier

@ 5. Juni 2012 - 16:16 — Werner40: "Bei durchschnittlich 80 bis 120 tausend Euro Jahreseinkommen in den MINT Fächern ..."

das was aber ziemlich grob geschätzt ... und voll daneben. Wie wäre es mit einer halbwegs seriösen Quelle, z.B.

Michael Schramm / Christian Kerst: Berufseinmündung und
Erwerbstätigkeit in den Ingenieur- und Naturwissenschaften
HIS:Projektbericht, Mai 2009
http://www.his.de/presse/news/ganze_pm?pm_nr=476

s. dort Tabellen Tab. 3.19 und Tab. 3.22 (durchschnittliches Brutto-Jahreseinkommen von Vollzeitbeschäftigten, Absolventenjahrgang 2001):
für diverse Ingenieursparten liegen die Mittelwerte im Bereich 44-60.000 Euro.

Bei Wirtschaftswissenschaftlern aber bei 67000 (Männer) bzw. 55000 (Frauen), also deutlich besser!

Daher: BWLer haben statistisch gesehen die besseren Gehaltsaussichten!

@ GBL: Zu lange Ausbildung??

Dank G8 kann man mit 18 Abitur machen, ein Bachelor Studium dauert ganze 3 Jahre, sprich mit 21 kann man als fertiger Ingenieur arbeiten. Aber was bietet die Industrie dann? Nichts, zu jung, zu unerfahren, da können sie als Absolvent ein Praktikum machen, natürlich ohne gute Bezahlung.
Wir haben zig Reformen gemacht, nur der Industrie zu Liebe damit die Absolventen schneller fertig sind, aber was hat es gebracht? Nichts!
Lasst die Leute in Ruhe studieren, lasst sie sich persönlich entwickeln und alle haben mehr davon. Mit 21 ist eben nicht fertig mit der Entwicklung und kann in Vollzeit arbeiten, soetwas braucht Zeit, Zeit, die man nicht eingesteht, aber Zeit die es sich lohnt zu haben.

Kein Fachkräftemangel bei MINT - Sackgasse - Finger weg!

Es gibt in MINT-Fächern keinen Fachkräftemangel!

Die Nachricht ist ein systematischer Fake. Es sollen noch mehr Absolventen gelockt werden, um die Konkurrenz auf dem Arbeitsmarkt weiter zu erhöhen und die Position der Absolventen weiter zu schwächen (Praktika, befr. Verträge, leistungsabh. Prämiengehälter, etc.). Wie einige Beiträge zuvor kann auch ich bestätigen, dass nach einem super interessanten Studium, dass auch klar fordert, erstmal eine längere Arbeitslosigkeit als "Strafe" für dieses schöne Studium steht. Die Alternative ist eine Wissenschaftkarriere, d.h. ein schlecht bezahlter kurz befristeter Vertrag nach dem anderen. Man kann dann noch promovieren. Etwas sehr spannendes. Aber wegen der 12-Jahres Regel wird man im besten Alter auf die Strasse gesetzt. Zuletzt landet man dann auch wieder bei HartzIV. Findet man aber als Glücklicher echte Arbeit, sind 40.000 Jahresbrutto schon gut.

Lieber Jura, Wirtschaft, Finanzen oder Medizin lernen.
Nur so winken Golfplatz und Porsche!

Hallo, ich studiere Physik

Hallo, ich studiere Physik und Informatik, habe auch 2 Semester mathematikstudium hinter mir. in den ersten Semestern bestehen bei uns in Mathematik nur 1/3 der Studenten die Klausur, alle anderen müssen nachschreiben oder es in den nächsten Semestern nochmal probieren. Das sind aber alles Leute mit einer gewissen mathematischen GrundBegabung, sonst würden sie etwas anderes studieren. Allerdings sehe ich auch nicht so sehr das anstrenge Niveau als Grundproblem, sondern dazu kommt ein meist schlechter Unterricht. Dieser sieht in der Regel so aus, dass ein Professor oder wissenschaftlicher Mitarbeiter am Anfang der Stunde an die Tafel geht um Definitionen, Beweise und Lösungen von einem Blatt an die Tafel zu schreiben bis zum Ende der Stunde. Da kaum jemand so schnell folgen kann, bringen die Vorlesungen nicht viel. Man lernt aus dem Buch. Noch schlimmer sind die Übungen, aber man geht trotzdem hin, weil dort hin und wieder teile der Lösungen für die Hausaufgaben verraten werden.

Yep!

@Gerhard, Du sprichst mir von der Seele. Für mich sind es mehr als ein Jahrzehnt her, dass ich ausgewandert bin aus eben diesen Gruenden. Zurückkehren? Natürlich gibt es Heimweh, vor allem wenn man den Kinder nur aus Erinnerungen von der Heimat erzählen kann. Ich gebe die Hoffnung nicht auf. Meine Kinder sprechen deutsch und Frau kann sich durchschlagen, lernt von den Kindern. Bei all dem Gerede um Fachkraefte Mangel, bisher konnte ich nicht mal ein annähernd akzeptables Angebot in Deutschland finden. Deutsche Unternehmer gehen lieber unter, als Hilfe von außen zu akzeptieren und entsprechend zu beteiligen. "Wissen wir schon", obwohl sie garnichts wissen. "Machen wir selber", obwohl sie keinerlei Wissen haben wie es zu machen ist. "Wenn wir es nicht, macht es keiner", Zusammenarbeit mit Startups ist außer Frage. Aber dann den Lemmingen über die Klippe springen und alles nachmachen - vor allem wenn der Welttrend schon laengst weitergezogen ist. @TechStefan

@fredegar, gorilla - Dozent gegen Studierenden ?

Ich finde beide Seiten haben recht und es bringt nichts sich hier zu beschimpfen. Generell ist das Klima welches einige Dozenten schaffen wenig hilfreich. Der berühmte Satz: "Schauen sie sich ihren Nachbarn an, den werden sie in ein paar Wochen hier nicht mehr sehen" ist vielleicht cool und hilft beim aufwerten des Selbstwertgefühl des Dozenten, aber er hilft nicht. Dozieren heißt nicht: "Spaß haben mit Hochbegabten", dass kann jeder (ich mache es auch gerne). Die wirkliche Arbeit liegt darin das Mittelmaß auzubilden. Auf der Anderen Seite: Autodidaktik gehört zum Studium, das kann auch ein noch so engagierter Dozent nicht ausgleichen. Es ist unmöglich den kompletten Stoff den ein NatWi beherrschen in triviale Päckchen zu packen. Wichtig ist nicht so schnell aufzugeben! Ich kann nur sagen wer es schafft erhält Einblicke in diese Welt die nicht mit Geld aufzuwiegen sind.

Fachkräftemangel?

Ich bin verwundert. Hat doch die Industrie jahrelang weder Kosten noch Mühen gescheut diese auszubilden, um sie danach mit bestbezahlten befristeten Arbeitsverträgen oder gar Werkverträgen zu beglücken. Vor lauter Glück sind viele ins Ausland abgewandert.

Und die Politik hat nichts unversucht gelassen, unser Bildungssystem zu einem der besten der Welt zu machen.

Und den Menschen in unserem Land ist es Aufgrund blendender wirtschaftlicher Verhältnisse möglich, 4 oder gar mehr Kinder zu zeugen und zu versorgen, um dem demographischen Wandel entgegen zu wirken.

Ironie aus!

Was man jetzt im Ausland sucht, sind lediglich Lohnsklaven, die einen preislichen Druck auf unsere Fachkräfte ausüben sollen.

Mal aus Arbeitgebersicht einen Kommentar

Hier wird viel geschrieben und dabei viel vermischt.
Zu aller erst, ja es gibt einen FACHKRÄFTEMANGEL im Ing. bereich.
Für einen qualifizierten Ing. sind die von Werner40 genannten 80 -120T€/pa völlig i.O., hinzu kommt noch ein Firmenwagen incl. Privatnutzung, Laptop, Smartphone etc.
ABER Leute, hier ist von einer Fachkraft die Rede.
Dies beinhaltet:
* fließend Englisch (UNABDINGBAR!!)
* wenn mögl. weitere Fremdsprache
* hohe Reisebereitschaft selbstverständlich Weltweit!
* hohe Leistungsbereitschaft, Überstunden sind selbstredend und in o.g. Lohn enthalten!
* Die Woche hat ggf. auch 6 bzw. 7 Tage!
Weiterhin unabdingbar
* Führungspersönlichkeit
* selbstständiges Arbeiten
* Teamfähigkeit usw.
SOOO und das kann ein Absolvent nicht, sondern muss es erlernen und die Bereitschaft vorhanden sein.
Ein Bachelor Absolvent wird deshalb, auch bei uns, befristet als Trainee on the Job eingestellt für ca. 30T€/pa.
Nach 18Monaten gibts einen unbef. Vertrag mit mind. 60T€/pa ODER es passt nicht!

Firma Rücker sucht 400 Ingenieure

Der Fachkräftemangel ist bittere Realität!

Alein die Firma Rücker sucht 400 Ingenieure.
Siehe den Bericht in der Heute-Sendung:

http://www.heute.de/ZDF/zdfportal/web/heute-Nachrichten/4672/
22897222/ce8ae9/Regierung-geht-in-die-Offensive.html

Insgesamt werden von deutschen Unternehmen mehr als 10.000 Ingenieure benötigt.
Aber bitte Ingenieure mit Algemeinbildung!
Leider kommen heute viele Absolventen zu Bewerbunsggesprächen die zwar Formeln und Theorien beherrschen aber leider nahezu keine praktischen Fähigkeiten zur Umsetzung dieses Wissen haben.

Mal nur zu den Abbrecherzahlen

Was hat man getan?
Man hat groß und breit den jungen Menschen Geschichten erzählt, wie toll die MINT Fächer seien.
Folgerung:
Mehr Menschen fangen an diese zu studieren.
Was hat man versäumt?
Die Erwartungen die man geschaffen hat auch zu erfüllen.
Folgerung:
Mehr Studenten brechen das Studium wieder ab.

Wenn man den wirklich mehr Absolventen braucht, muss die Lehre verbessert werden - und damit meine ich nicht das Prüfungen leichter/Anforderungen geringer werden sollen.
Es muss mehr in das Lehrangebot investiert werden, und den Studenten die Zeit gelassen werden ihre Themen wirklich zu verstehen. Aber die Industrie will wohl nur die Fachidioten im Schnelldurchlauf.

@ tettigonia

Sie haben natürlich recht, ein solches Gegeneinander hat keinen Sinn. Mir ist einfach einmal die Hutschnur gerissen, sorry. Aber Studiosi, denen der akademische Betrieb zu wenig Entertainment bietet, treffe ich leider insgesamt zu viele.

Der Punkt ist, dass wie als Universitäten de facto der Reperaturbetrieb einer verfehlten Schulpolitik sind. Es bringt nichts, diesen Umstand abzustreiten oder zu ignorieren. Wir müssen uns dieser Aufgabe tagtäglich und mit allem zur Verfügung stehenden didaktischem Geschick annehmen. Allerdings ist diese Aufgabe im akademischen Alltag nicht immer zufriedenstellend zu lösen. Dafür fehlen einfach die Kapazitäten eines individuellen Tutorings während des Studiums.

Universitäten sehen sich vor die Frage gestellt: Garantieren wir für die Qualität unserer Abschlüsse oder den Erfolg unserer Studierenden. Dazwischen klafft ein Graben, der schwer zu überbrücken ist. Und im Sinne des Gemeinwohls tendiere ich stark zu Qualität statt Quantität.

Das Fachkräftemangelmärchen...

Es gibt KEIN Fachkräftemangel.

Wenn real (ungeschönte Statistik) weit über 10% arbeitslos sind, dann kann höchstens von einem Mangel an (Weiter-)Bildungsangeboten die Rede sein.

.

Der sogenannte Fachkräftemangel bezieht sich zusätzlich auf einen Mangel an Fachkräften, die bereit sind zu Hungerlöhnen zu arbeiten.

Denn die gut Ausgebildeten, die auch wissen, wie viel sie und ihre Arbeit wert sind, gehen weg. Sie gehen ins Ausland zu Firmen, oder Unis, die sie wenigstens angemessen entlohnen.

.

Selbst die "Inder" wissen, dass sie es wo anders viel bessere Bedingungen vorfinden. Deshalb ist schon Schröders Greencard gescheitert.

Es scheint, Politik und Industrie sind sehr Lernresistent und auch Resistent gegen die Realität

.

Wenn die deutsche Industrie ihr Lohndumping beendet und endlich anständige Löhne und Arbeitsbedingungen anbietet, dann erledigt sich das mit dem Fachkräftemangel ganz schnell von selbst.

@5. Juni 2012 - 19:03 — tettigonia

sehr schöner Beitrag. Die Frage ist allerdings, wie studierfähig unsere Anfänger sind und ob ausreichend viele das Gymnasium überleben. G8 ist z.B. ein Negativfaktor. Ein zweiter liegt im Männeranteil. Trotz jahrzehntelanger Werbung und Mädchenfördermaßmahmen sind die MINT-Fächer weitestgehend männlich bestückt. Die Diskriminierung von Jungen im Schulwesen schlägt hier voll durch. Optisch gut zu erkennen an der Abiturientenquote (seit Jahren bundesweit bei 35 % bei Mädchen, aber nur noch 27 % bei Jungen), es zeigt sich aber auch bei den Noten bzw. Leistungen.

>>>"Spaß haben mit Hochbegabten"

wäre schön, aber die Begabungen müßten schon in der Schule gefördert werden, und die Förderung von Jungen auf einem Gebiet, wo sie tendenziell besser als Mädchen sind, ist politisch ein Tabu.

Unsinn

Ich habe mich in meinen Berufen stets weitergebildet und einiges an Abschlüssen erbracht. Stillstand war nie mein Ding. Und neben meinem Studium arbeite ich, um mir den ganzen Spaß des Studiums zu finanziereen. Und nebenbei nicht bei McDonalds o.ä.

Berlin steht definitiv nicht für die beste Bildungslandschaft. Es kann nicht sein, das allgemein bekannt ist, dass das erste Semester an Berliner Hochschulen als Erfahrungssemester abläuft. Man meldet sich auf blauem Dunst für Tutorien an und bekommt mehrfach virtuell bestimmte Tutorien, die sich dann mit Vorlesungen überschneiden. Alles kein Problem, dann sollen aber auch die VL online abgespeichert werden um es nacharbeiten zu können.

Natürlich bedeutet ein Studium Eigeninitiative und Lernbereitschaft, aber das Lernumfeld muss auch stimmen.

Bei Ihrer voreiligen Art andere zu beurteilen, sind Sie bestimmt der Typ Dozent, den man auch nicht haben möchte...

Es gibt keinen Mangel, denn...

...in einer Marktwirtschaft regeln Angebot und Nachfrage den Preis. Man bekommt alles, wenn man dafür bezahlt. Sogar Erdbeeren im Winter. Auch auf dem Arbeitsmarkt ist das so. Wenn man als Arbeitgeber also schwer an Fachkräfte kommt, woran könnte das wohl liegen?

Ganz einfach: Zu den gebotenen Bedingungen finden sich keine Fachkräfte. Sie wandern z.B. lieber ins Ausland ab.

Wie sieht die Lösung aus: Künstlich durch "Importe" das Angebot erhöhen, damit ein Zwang entsteht, zu niedrigen Löhnen zu arbeiten.

Denkfehler: Wenn deutsche Fachkräfte abwandern, wollen dann ausländische nach Deutschland kommen?

Zugegeben, die aus Griechenland, Spanien etc. würden eventuell kommen, aber wohl kaum deshalb, weil es bei uns so toll ist. Die Not setzt sie in Bewegung.

Einen merkwürdingen Umgang mit Menschen hat sich unsere Gesellschaft da angewöhnt...

Wir haben mit 120 Leuten in

Wir haben mit 120 Leuten in E-Technik angefangen, übriggeblieben sind jetzt im 5. Semester ca. 20. Einige stecken noch im 2-4 Fachsemester und der größte Teil hat längst abgebrochen.

Und warum?

Der Bachelor ist schuld. Statt den Leuten Zeit zu geben, so wie beim Diplom, wird jetzt alles durchgekloppt, kein Wunder, dass es die meisten nicht aushalten...

Gehalt steigt mit Berufserfahrung

...ein hohes Einstiegsgehalt bekommt man nirgends.

Die Ingenieure, die ich kenne, verdienen sehr gut, zumal oft der Ehepartner auch vom gleichen Fach ist, da summiert sich die ganze Sache noch!

Die vielen die keinen Job finden, sollten 1. ihre Abschlussnote angucken, und 2. die Zeit, die zurückliegt zum Studienabschluss. Denn Ingenieurwissen ist Verfallswissen. Wenn man nichts anderes, etwa Fortbildung, Doktorarbeit, Mitarbeit an Forschungsprojekt oder mindestens freier Mitarbeiter bei etwa einschlägigem für die Zwischenzeit nachweisen kann, sieht es halt übel aus.

Warum der Beruf des Ingenieurs nicht so anerkannt ist, wie Mediziner erschließt sich mir nicht, aber die Fähigen studieren halt NC-Fächer und werden unterforderte kaltschnäuzige Ärzte, statt ihre Intelligenz an Innovationen auszutoben. Schade.

Übrigens bei reinen Naturwissenschaften sieht es natürlich viel enger aus, Forschungsabteilungen können sich nicht viele Unternehmen leisten. Deshalb mindestens doktor und top sei

@okdey

"Die Professoren beschäftigen sich lieber mit der Einnahme von Drittmitteln und setzen ihre wissenschaftlichen Mitarbeiter lieber in Projekte aus der Industrie ein als sich auf ihre Kernaufgabe LEHRE zu konzentrieren."

Sie übersehen hier etwas. Die meisten Professoren machen das nicht, weil sie einwerben von Drittmitteln oder projekte mit der Industrie so toll finden, sondern weil sie es MÜSSEN! Das ist eine direkte Vorgabe der Politik, die Grundfinanzierung wird in allen Bereichen gekürzt und man muss sich das Geld was man benötigt aus Drittmitteln finanzieren. Das führt gleichzeitig dazu, dass es in der Wissenschaft keine festen Stellen mehr gibt, sondern nur noch befristet angestellt wird. Außerdem werden fast nur noch projekte mit Industriebeteiligung genehmigt (bzw. ist die Genehmigung da viel einfacher und fast zu 100% erfolgreich während das bei der Grundlagenforschung ganz anders aussieht)

Zulassungsprüfung weil zu viele fehl am Platz sind.

@tettigonia
"Stimmt eine Zulassungsprüfung würde die Abbrecher Zahl reduzieren. Muss sie zentral sein?"

Nein, egal wie, die Hauptsache überhaupt.
Es kann auch niemand Musik studieren nur weil man eine gute Note im Musikunterricht hatte.

"Halte selbst Eingangsvorlesungen im Bereich Mathe und ich muss sagen das ich mir die Leute lieber selbst aussuche..."

Da gegen spricht nichts, solange sie den Aufwand übernehmen und keine Willkür herrscht.

"So manch einer entpuppt sich als späht zündendes Mathetalent..."

Ein Intelligenztest würde das Potential mit über 90% Zuverlässigkeit in einer halben Stunde, neutral und fair belegen.
Schneller, einfacher, billiger, zuverlässig, neutraler, fairer als im MINT-Bereich über einen Intelligenztest kann man das nirgendwo anders.

"Meiner Erfahrung ist das man gute Naturwissenschaftler nicht ausbildet.., sondern in dem man didaktisch hochwertige und anspruchsvolle Vorlesungen hält."

Richtig, aber die meisten sind trotzdem für MINT niemals geeignet.

Fachkräftemangel?!

Soweit ich das sehe existiert der Fachkräftemangel vorwiegend in den Köpfen der BWLer, die günstig produzieren möchten und da sind junge Ingenieure die beste Wahl. Jung, motiviert, voller Tatendrang,... Je älter man wird desto uninteressanter wird man als Ingenieur, trotz "Mangel". (Ich bin 22 Jahre und Maschinenbaustudent)
Solange sich das nicht ändern sollte man nicht von Mangel sprechen.

Weiter Artikel:
http://www.vdi.de/44033.0.html?&no_cache=1&tx_ttnews[tt_news]=55969

http://www.spiegel.de/karriere/berufsstart/ingenieurmangel-mit-karacho-i...

@Bernd1 - Praxiserfahrung - @bürgerschreck - Softskills

Die Praxiserfahrung können wir den Studierenden hier an der Uni fast nicht geben. Man versucht es mit wenig Erfolg durch Firmenpraktika, aber darüber haben wir keine Qualitätskontrolle und oft sind diese Zeitverschwendung, weil die Praktikanten nur als billige Kraft genutzt wird. Selbstständiges Arbeiten gibt es bei den Abschlussarbeiten, diese sind aber immer an speziellen Problemen.
Was die Softskills (Führung/Team) sind die Meinungen divers. Man versucht dazu Kurse in das Kurrikulum einzubauen. Ich bin von deren Effizienz nicht überzeugt. Vermutung: Das lernt man besser in den Firmen, da die Wunschvorstellungen da auch unterschiedlich sind.
Ohne Englisch kommt hier keiner durch. Das die Einstiegsgehälter niedriger sind finde ich normal:
@all: Gehaltsaussichten sollten nicht alleinig der Motivator für ein Natwi Studium sein. Das Reicht oft nicht um durch zu kommen. Man braucht innere Motivation und Interesse am Fach, die einem auch bei Rückschlägen trägt.

Wer wird denn

eine Naturwissenschaft unter den derzeitigen Bedingungen studieren wollen:
- 5-6 Jahre bis zum Master bzw. Diplom (und glauben Sie ja nicht, daß in den Semesterferien frei wäre: Dann sind Praktika und Klausuren);
- Dann noch 3-5 Jahre (Aufbaustudiengang) für einen Doktortitel, denn in D gilt ein nicht promovierter Naturwissenschaftler nicht viel);
- Dazu oft noch Studiengebühren.
Wenn man die Kosten mal zusammenrechnet, kommt man schnell auf 80000EUR und mehr an Ausbildungskosten. Ohne Lehrlingsgehalt.
Dann geht die Stellensuche los: Unbezahlte Praktikantenstellen oder Einstiegsgehälter von < 30000EUR sind, auch für promovierte NWs, nicht selten. Und davon muß man dann auch noch seinen Ausbildungskredit zurückzahlen. Irgendwann später wird es vielleicht mehr.
Jemand mit Lehrenausbildung hat dann schon 6-8 Jahre Berufserfahrung, ein entsprechend hohes Gehalt, und keine Schulden zurückzuzahlen.
Des Geldes wegen wird also niemand eine NW studieren. Und da Geld bekanntlich alles ist...

Mehr Studenten, weniger Geld

Was kommt wohl heraus, wenn man auf dem Papier die Studienanfängerzahlen, besonders vor Landtagswahlen, erhöht, gleichzeitig aber die finanziellen Mittel der Hochschulen für eine solide Ausbildung nicht anpasst oder gar kürzt?

"Komme aber von der Seite der Lehre. Also verantwortlich das die Diplomanden nichts taugen sind wir. Ich ziehe mir den Schuh auch gerne an. Aber es wäre hilfreich wenn man gleich noch dazu sagt was das Hauptproblem ist."

Es könnte Verbesserungen geben indem z.B. die Kommunikation und Kooperation zwischen Lehre und Industrie aber auch mit kleineren Ingenieurbüros verbessert wird.

Eine Übergangszeit um vom Studium zum Berufsleben zu wechseln bei dem Uni/FH und Arbeitgeber sich die Aufgabe teilen aus einem Studenten einen Ingenieur zu machen, vielleicht für ein Jahr, in dem zwar kein volles Gehalt bezahlt wird, aber deutlich mehr als ein Student normalerweise zum Leben hat mit enger Kooperation könnte zum Nutzen aller beteiligter sein.

Das Hauptproblem ist das aber nicht!

Meiner Erfahrung nach haben sich alle guten Ingenieure vor ihrem Studium schon intensiv mit ihrem Bereich beschäftigt und sich zum Teil seit der Kindheit dafür interessiert.

Die anderen sind höchstes Mittelmaß.

Es ist doch immer dasselbe...

Erst schreit die Industrie nach Bachelor/Master, um mehr Absolventen zu haben, dann kaum nachdem der Studiumsumbau richtig fahrt aufnimmt sind angeblich nicht genug "qualifizierte" Arbeitskräfte vorhanden.

Beruflich haben wir traditionell in der Softwareentwicklung viel mit Studenten zusammengearbeitet, allerdings sank deren Können in den letzten Jahren DRAMATISCH ab. Das ging soweit, daß wie nach nunmehr >10 Jahren keine Studenten mehr zur Softwareentwicklung einstellen! Es hat einfach keinen Sinn mehr ;-(

Und es wird nicht lange dauern, bis diese heutigen Studenten auf den richtigen Arbeitsmarkt drängen. Und dann wird man gleich wieder nach kürzen Kündigungsfristen schreien, damit man die Schlechten gleich wieder los werden kann ...

... und bald haben wie hier den amerikanischen Arbeitsmarkt?

Naja ein Gutes hat es ja: Mein Wert auf dem Arbeitsmarkt wird so zwangsläufig weiter steigen ;-)

Insgesamt finde ich aber diese Kurzsichtigkeit der "Entscheider" beängstigend.

@Bernd1 ich kann solche

@Bernd1

ich kann solche Kommentare - deren Basis TV-Nachrichtensendungen sind - nicht mehr lesen.

Allgemeinbildung??
Damit ist letztlich auch die Schulbildung gemeint - denn diese schafft dafür die Basis...
..nur wie sieht diese aktuell in D-Land aus??
Sehr sehr traurig!!

Berufserfahrung??
Damit haben Studienabgänger von vorn herein keine Chance - da sie ja bis dahin faktisch nur Lehr-Theorie haben.
Die Praktika - während und nach dem Studium helfen da nicht weiter...
..der Personalchef möchte Beschäftigungszeit via Arbeitsverträge in der Bewerbung nachgewiesen haben.

Aber Vorsicht...
..hat man sich als "Alter Hase" berufsbegleitend qualifiziert - eventuell noch in benachbarten Fachgebieten...
..ist man auch UNTAUGLICH weil "überqulifiziert"
Man müsste ja diese zusätzliche Wissen auch bezahlen - nur daran mangelt es seit Jahrzehnten!

@fredegar - Akademischer Alltag

Ich kann das schon gut verstehen, wir haben auch gewaltige Personalengpässe. Quasi ohne zusätzliche Tutoren durch die Doppeljahrgänge. Mehr Dozenten wären auch hilfreich! Was mich (mal etwas Studikritik) etwas stört ist das oft viel Zeit in Punkte feilschen an Aufgabenblatt XY gesteckt wird, wo man einfach hätte schon am nächsten Arbeiten können um was auszugleichen. Ich finde es sehr wichtig das Sie die Qualitätsstandards hochhalten. Ich muss gestehen das ich da manchmal etwas nachlässig bin, in dem Sinne, dass es wirklich schwierig ist das System gegen Leute die sich nur durchschlängeln dicht zu machen. Und natürlich ist das zum Leid der Gesellschaft, späterer Arbeitgeber, aber auch zum Leid der der Studies selbst, da sie wahrscheinlich an einer Stelle landen an der sie überfordert sind. Das macht dann auch keinen Spaß mehr. In diesem Sinne sind schlechte Bewertungen, gut gemeint.

Bachelor oder Diplom...

Der Anspruch an die Studierenden ist zu hoch!

Ich habe an der TU Berlin noch einen Diplomstudiengang abgebrochen (Physikalische Ingenieurwissenschaft) und da war es nicht anders als im Bachelor.

In der Schule wird jeder durchgeszogen und keiner muss sich anstrengen und an der Uni kommt man ehe man sich versieht unter die Räder.

das ist das Problem.

Diplom war nicht leichter!

Mehr Zeit gab es beim Diplom nicht, man kann nur durch Nichtanmelden zu turnusmäßigen Prüfungen Zeit schinden, und das geht auch beim Bachelor. Zu meiner Zeit konnte man in entscheidenden Fächern wählen zwischen Semesterprüfungen als Vordiplomswertig (d.h. 1Xwiederholen + letzte Möglichkeit für mdl. prüfung, danach Schluss)oder extra Vordiplomsprüfungen, die zusätzlich zu den dann Nachweissemesterklausuren waren, auch mit 1 wiederholmöglichkeit + NotMündliche) So was war da leichter? Vielmehr ist es so, dass das Grundstudium ist das gleiche geblieben, erst 5.,6. und eventuell 7. sind Fachsemester. Ich nehme an mit mehr Spezialisierungsmöglichkeiten, gegenüber dem diplom (Uni!) das sehr universell war und durch die Bandbreite an vorgeschriebenen Fächern natürlich auch die Berufsvielfältigkeit sicherte.

Allgemein melden sich vielleicht mehr zum Bacheleur, da sie denken es wäre eine Art Fachhochschulabschluss. Dem ist aber nicht so.
Wer das Vordiplom geschafft hatte, schaffte auch Diplo

Vor dem Studium, nicht während sollte man aussieben.

@chopin

"Wir haben mit 120 Leuten in E-Technik angefangen, übriggeblieben sind jetzt im 5. Semester ca. 20."

Haarsträubend!

"Der Bachelor ist schuld. Statt den Leuten Zeit zu geben, so wie beim Diplom..."

Etwas ähnliches habe ich aber auch im Diplomstudiengang erlebt, nicht ganz so krass. Bei uns kamen ca. 40% bis zum Ende.

Ich kann mich aber auch an eine Physikklausur kurz nach mir erinnern.

Über 80% Durchfallquote und die Studenten haben den Aufstand geprobt, am lautesten die mit dem Migrationshintergrund, die dem Professor jede nur erdenkliche Böswilligkeit unterstellten.

Dann hat der Prof. die Klausur mit allen Fragen und Grafiken und Ergebnissen ans Schwarze Brett gepinnt.

Mir ist echt die Kinnlade heruntergefallen.

Alle Fragen waren einfachste Schulphysik 10/11 Klasse.
Nichts wofür man studieren müsste.
Wer 50% der Aufgaben richtig hatte, hatte bestanden.

Ich hätte keinem von denen die durchgefallen sind das Abitur gegeben, nicht mal Fachabi.

Schul-Wegwerf-Lernen

@joffix Komisch, in anderen

@joffix
Komisch, in anderen Laendern funktioniert die kuerzere Ausbildung...
Wer wann fertig entwickelt ist, kommt ja wohl auf den Einzelnen an.
Wenn das nach Alter geht, gute Nacht! So kann man Talente auch uebersehen...
Naja das Regelt sich dann von selbst. Die gehen dann ins Ausland.

Die größte Ente der letzten Jahre...

...und leider berichtet die Tagesschau noch immer darüber. Ich kenne genügen arbeitslose Mintler und solche die nach einem wahren Bewerbungsmarathon nur eine Stelle bekommen haben weil sie ein paar hundert km weiter ziehen. In unserer Firma (Automatisierung) bewerben sich die Leute auch eher initiativ. Stellen haben wir noch nie ausgeschrieben. Die Löhne steigen nicht. Aber das macht unsere Journalisten ja nicht sehr stutzig. Die Wirtschaft sollte mal zusehen, dass sie ihre Ausbildungen flexibler gestaltet (berufsbegleitend, modularer, Prüfungsbasierter). Wenn es ein Problem bei der Ausbildung gibt, dann würde ich es bei der IHK suchen...

@Miauzi

"Aber Vorsicht...
..hat man sich als "Alter Hase" berufsbegleitend qualifiziert - eventuell noch in benachbarten Fachgebieten...
..ist man auch UNTAUGLICH weil "überqulifiziert"
Man müsste ja diese zusätzliche Wissen auch bezahlen - nur daran mangelt es seit Jahrzehnten!"

Das Problem mit der Überqualifikation kenne ich auch von verschiedenen Leuten.

Zum Beispiel von welchen die BWL studiert haben und sich dann als Sekretärin beworben haben. Wenn der Chef dann nicht eine höhere Qualifikation hat, oder besondere Kompetenzen mit hohem Selbstbewusstsein bezüglich seiner Fähigkeiten hat man keine Chance. Undenkbar, dass eine Sekretärin eine höhere Qualifikation hat als der Chef.

Aber ehrlich gesagt bei Ingenieuren habe ich noch nie etwas von Überqualifikation gehört, noch nie.

Wenn ein erfahrener Entwicklungsingenieur mit Zusatzqualifikationen als Vertriebsingenieur oder Hiwi für Andere tätig sein will bei Bezahlung eines erfahrenen Entwicklers, vielleicht, aber wer will das?

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