Kommentare

"Das erste Land, das den Fiskalpakt ablehnt" ?

"Dann wäre Irland das erste Euroland, das den Fiskalpakt ablehnt."

Naja, wenn die Griechen diesen Pakt unbedingt gewollt hätten, hätten sie die alten Blockparteien gewählt und wir bräuchten keine Neuwahlen.

Und solange man den Bürgern immer damit droht, daß man bei einem Nein keine Hilfe mehr bekommt, und dann zu den ohnehin schon beschlossenen Sparmaßnahmen noch weitere kommen, sollte man einem Ja nicht so viel Bedeutung zumessen. Denn einige würden das Erpressung nennen.

So entpuppt sich der Fiskalpakt als das, was er ist: ein weiterer Souveränitätsverlust der Politik und letztlich des Volkes.
Entschieden wird nach wirtschaftlicher Vernunft, und diese Regeln machen längst schon andere.

Die Idee dahinter ist bekannt von der Weltvernichtungsmaschine: "Seid ihr nicht vernünftig, folgen automatische Sanktionen".

Nur diesmal mit umgekehrten Vorzeichen: die Befolgung der Vorgaben führt zur Vernichtung unserer sozialen Marktwirtschaft.

Entwarnung ?

Zitat: "Der Fiskalpakt schreibt nämlich auch fest: Nur wer die strengen Schuldenregeln einführt, darf um Hilfen aus dem Europäischen Rettungsfonds bitten."

Da die Einhaltung der strengen Schuldenregeln
die Siuzid-Gefahr ganzer Staaten erhöhen werden,
hoffe ich, weniger als 12 Staaten werden zustimmen.

Die Bürger Irlands dürfen das......

.....was man uns verwehrt, nämlich ABSTIMMEN!
Ich wage zu bezweifeln, dass der Fiskalpakt hierzulande in der Bevölkerung Zustimmung finden würde.

yolander

Glauben Sie denn, ein "normaler" Bürger kann auch nur im mindesten die Folgen eines Ja oder eines Nein zum Fiskalpakt absehen ? Diese Folgen reichen doch über den Tellerrand eines Normalbürgers hinaus !

das ganze ist illegal !

die Übertragung der Gesetzgebung ( Gewaltenteilung ) an ein nicht- gewähltes legitimiertes EU-Kommisariat sowie Entmündigung der "Haushaltsrechte" für die zuständigen Parlamente und Volks-Vertretungen ( Städte, Gemeinden, Kreise, Länder Staaten ) ist ebenfalls ein eklatanter Bruch der verbindlichen rechtstaatlichen Prinzipien.

Jeder weiss privat, dass es

Jeder weiss privat, dass es ein böses Ende nimmt, wenn man sich immer weiter verschuldet.
Für die Erkenntnis, dass das auch für Staaten gilt, hat die Politik Jahrzehnte gebraucht.
Privat weiss auch jeder, das Schulden-machen der spassige Teil ist.
Erst das Schulden-zurückzahlen macht Stress.
Viel was zur Zeit geschrieben wird klingt so, als wenn man daraus den Schluss zieht,
dann eben weiter nur den spassigen Teil zu betreiben.
Böse Märkte, die dafür irgendwann höhere Zinsen verlangen, weil Zweifel aufkommen,
ob sie ihr Geld je zurück bekommen.

Einfach neues Referendum :-)

Man kanns doch wie immer in EU-Fragen machen:

1. Den Bürgern erklären, dass sie ja nur die Vorteile des Euro-Systems noch nicht richtig verstanden haben
2. Bejammern, dass die Politiker diese Vorteile nicht richtig rüber gebracht haben
3. Die Abstimmung wiederholen, damit die politisch gewünschte Entscheidung zustande kommt.

Im Übrigen wünsche ich mir ebenfalls, über EU-Fragen abstimmen zu dürfen. Zum Beispiel, ob unsere Zukunft durch die Verpulverung von immer mehr Milliarden in ein unausgegorenes, nicht funktionierendes Euro-System gefährdet wird.

Schließlich funktioniert der Euro nur, wenn

1. kein Land seine Wettbewerbsfähigkeit verliert oder
2. ein solches Land die Löhne und Gehälter entsprechend runter setzt - und das wird wegen Revolten und Regierung-Abwählen kaum konsequent durchsetzbar sein oder
3. wir ständige Transferleistungen zur Überbrückung der mangelnden Wettbewerbsfähigkeit dieser Länder zahlen, was die ursächlichen Probleme aber nicht löst.

Ab nach Irland

Ich glaube, wenn ich jemals ins Ausland ziehen werde, dann nach Irland. Volksabstimmungen. Der Traum jeder Demokratie, weil endlich WIRKLICH mal das Volk entscheiden darf.

Ich glaube nicht, dass die anderen Länder alle so freundlich zugestimmt hätten, wie einem weisgemacht werden soll, denn wenn die Bürger hätten entscheiden dürfen sähe alles schon ganz anders aus. Aber genau deswegen dürfen die Bürger ja nicht entscheiden. Bittere Ironie...

Und es werden Drohungen ausgesprochen: kein Ja, kein Geld mehr. Das ist doch Beeinflussung einer Wahl, Verfälschung der Ergebisse, Erpressung und damit das Ende einer jeden Demokratie. Daran sehen wir doch, wie sehr das Volk und dessen Meinung, die gesamte politische Idee "Demokratie" der herrschenden Kaste am Herzen liegt... Nämlich garnicht. Hier geht es nicht um Volkes Willen, um das Beste für die Bürger. Es geht ums Geld und Wirtschaft. Lobbyismus. Ganz einfach.

Die Demokratie ist gestorben.
Währet den Anfängen.

Casino Royal in Gefahr!

Wohl kaum! Die meisten Regierungschefs werden kaum so demokratisch denken und riskieren das Ihre Politspielchen tatsächlich vom Volk abgelehnt werden.
Soviel Demokratie könnte doch die Märkte beunruhigen.

im Abseits?

Bleibt die Frage, in wessen Augen Irland dann "im Abseits stehen" würde. In meinen sicherlich nicht und ich bezweifle, dass die Mehrheit der EU-Bürger das anders sehen würde, mag mich da aber natürlich auch irren.

Letztenendes liegt das Problem auch darin, dass hier ein Teil der Autonomie der Mitgliedsstaaten an die Gemeinschaft abgetreten wird, durch eine Regierung für die ich bei den letzten Wahlen nicht gestimmt habe. An sich passiert sowas natürlich dauernd und ist auch kein Problem, aber der Haken an der Sache hier dürfte sein, dass selbst eine von mir bevorzugte Regierung, sollte sie denn zustandekommen, keine Möglichkeit mehr hätte etwas an der Lage zu ändern, weil die grundsätzlichen Rechte dazu dann bereits vom Staat als Ganzes abgetreten wurden.

Dabei will ich mich nicht einmal grundsätzlich gegen ein "Zusammenwachsen" Europas stellen, aber halte diesen Pakt persönlich für einen halbherzigen Schritt, der mehr Probleme verursacht als löst.

Wo bleibt...

die Demokratie in Deutschland? Ich will auch abstimmen dürfen über den Fiskalpakt.
Aber für einen so was von schwachsinnigen Nichtraucherschutz gabs in Bayern sogar einen Volksentscheid, da kann man schön ablenken und das Volk verarschen.

ein nein was eh nichts zählt

Die eurokratie wird sich nicht mehr aufhalten lassen! Der zentralstaat lässt grüssen!

@lieber Jung

Sie denken, dass wir in Deutschland bei einer Volksabstimmung gegen den Fiskalpakt wären? Das glaube ich nicht.

Erstens ist der Fiskalpakt mehr oder weniger nur das, was wir in Deutschland als "Schuldenbremse" bereits eingeführt haben. Der Fiskalpakt ist eigentlich nur eine Kopie.

Zweitens gibt es in Deutschland mit Ausnahme der sich in der Auflösung befindlichen DIE LINKE keine Partei, die gegen die Schuldenbremse / den Fiskalpakt ist. Wer sollte denn einen "Wahlkampf" gegen den Fiskalpakt führen?

Drittens sind die Deutschen mit der Sparkanzlern laut Umfragen sehr zufrieden, denn wir Deutschen waren schon immer eher für´s Sparen.

Viertens soll der Fiskalpakt ja sicherstellen, dass wir Deutschen unser Geld, das wir überall hin verleihen, auch wiederbekommen (ich sage nicht, dass es so ist, sondern dass das die Intention ist).

Wieso sollten wir nun also dagegen sein?

@Schlumel

"Irland ist auch pleite.Im Falle eines Nein würden keine Gelder mehr fliessen.Das wird die herrschende kaste nicht zulassen.Das Casino muss unter allen Umständen geöffnet bleiben"

Das klingt schlüssig. Die Reichen auf die EU-Gelder angewiesen, während die Bevölkerung locker ein paar Jahre von ihren Ersparnissen leben kann und notfalls irgendwo ins Ausland geht... oder war's andersrum? Ich weiß nicht^^

"Im Falle eines Nein,kann man ja so lange Wahlen wiederholen bis das Ergebnis stimmt.Das nennt sich jetzt "De-"Mock"-racy"."

Kann man? Wenn Parteien die den Fiskalpakt nicht wollen mehr als 50% bekommen und bereit sind miteinander zu koalieren, wer will denen verbieten eine Regierung zu gründen? Ich bitte um eine rasche Antwort!

@buemo_3

Ich habe Ihren Vorschlag nicht ganz begriffen, daher hätte ich ein paar Fragen:

Am Beispiel Deutschland: die BRD hat etwa 2 Bio Euro Schulden, für die sie Zinsen zahlt. Dass man Zinsen zahlen muss, steht zwar nicht im Grundgesetz, aber in den Verträgen zu den Schuldtiteln. Es wäre ein Vertragsbruch, die Zinszahlungen einzustellen... aber ok. Die EZB soll was machen? Unsere bestehenden dt. Staatsanleihen kaufen? Oder uns neue Kredite geben? Von welchem Geld? Druckerpresse?
"Keine Neuverschuldung": ok. Welches Geld wird dann "frei"? Das, das wir nicht hatten (Schulden)? Oder müssen wir den Haushalt so weit kürzen, dass etwas übrig bleibt?
Und dann sollen wir das Geld, dass wir "mehr" haben (woher auch immer), dazu nutzen, die Wirtschaft zu verstaatlichen?

Haben ich das richtig verstanden? Was erreichen wir dadurch?

Danke für die Erklärung.

Der grosse Wurf wäre ein Fiskalpakt gewesen . . .

der die einzelnen EU-Länder, auch Deutschland!, dazu verpflichtet, in einem gewissen Zeitfenster von z.B. 10 Jahren die Neuverschultung unter "0" zu halten.

Das wäre Ansage und Verpflichtung gleichzeitig an die Politik selber gewesen.
Mit dem Zugeständniss ständig zunehmender Kreditaufnahme, wenn auch nur mit angeblich 0,5 % und im Ausnahmefall mehr, ist dieser Pakt eine Lachnummer.

Dass sich die Wirtschaft mit der schlichten Erhöhung der Staatsverschuldung steuern lässt sollte langsam ein Märchen von gestern und für unbelehrbare sein.

@GMartin17, 7:41

Glauben Sie denn, ein "normaler" Bürger kann auch nur im mindesten die Folgen eines Ja oder eines Nein zum Fiskalpakt absehen?

Ja, kann er. Und wer es nicht kann, stimmt der Erfahrung nach nicht ab. Von daher kein Problem.

Warum nur wollen manche so aggressiv die Demokratie abschaffen und nur die Entscheidungen vermeintlich Intelligenteren überlassen!?

Entscheidung fiel bereits in den früheren Wahlen

Ist es wirklich undemokratisch, von einem Staat die Einhaltung von Verträgen - in diesem Fall Schuldverschreibungen - zu verlangen? Ist es unsolidarisch, wenn EU und IWF den Iren die Möglichkeit bieten, sich günstiger Geld zu leihen als bei den Banken und dieses Angebot an bestimmte Forderungen knüpfen?
Es fällt mir schwer, dem pauschalen Vorwurf einer Entmündigung der Bürger beizupflichten. Die Entscheidung, der neoliberalen Ideologie den Vorzug vor staatlicher Steuerung der Märkte zu geben ist bereits in der Vergangenheit gefallen und wurde von den Bürgern Irlands demokratisch abgenickt. Nun geht es nur noch darum, wer die Scherben wegräumt.

@ Franzili: Sie meinen es aber wirklich ernst mit der direkten Demokratie: Einerseits Volksabstimmungen fordern und andererseits im selben Satz das eindeutige Ergebnis eines solchen ablehnen - das ist einmal eine stringente Logik!

neue Weltordnung?

Mit dem Fiskalpakt und, mehr noch, mit dem ESM wird das fortgesetzt, was seit Jahren nunmehr europäische Tagespolitik ist. Die Übertragung jeglicher politischer Macht an die Hochfinanz. Kein Wunder, daß es einen Sozialstaat schon lange nicht mehr gibt, Geld das Maß aller Dinge ist und alles einem obskuren Wachstum, Börsenkursen und Renditen geopfert oder unterworfen wird. Man könnte glatt den Eindruck gewinnen, wir wollen das alle genau so, da nach wie vor die verantwortlichen Handlanger besagter Hochfinanz wieder und wieder in die Ämter gewählt werden, in denen sie das Ganze vorantreiben können. Ich bin gespannt, wie die Iren das sehen und wie sie entscheiden werden. Doch viel Hoffnung habe ich nicht mehr.
Ein WIRKLICHER Fiskalpakt braucht viel mehr, als Schuldenbremsen und Sparmaßnahmen. Bisher ist das alles nur dazu geeignet, die Dinge voranzutreiben und dem EU-Bürger Sand in die Augen zu streuen. Wenn er es bemerkt, ist es zu spät. Es werden Fakten geschaffen. Nur darum geht es.

Warum ich gegen solche Abstimmungen bin:

Genau solche Abstimmungen sind für mich der Grund, warum ich Volksabstimmungen ablehne. Da entscheidet die Bevölkerung, aufgeheizt durch die unterschiedlichen Interessenvertreter, über ein Thema, bei dem selbst Experten vorsichtig sind, sich über die Konsequenzen zu äußern. Da kommt dann bspw. in Griechenland so ein Herr Tsipras und verspricht die Steuern zu senken, die Löhne zu erhöhen und die Schulden nicht zurückzuzahlen. Wer den griechischen Haushalt kennt, weiß, dass das nicht geht, aber gewählt wird er trotzdem. In Irland wird's nicht anders sein. Und genau wegen solcher Leute stimmen die Leute bei solchen Volksabstimmungen mit Nein, auch um den Banken und Politikern eins auszuwischen, und dann ist die Verwunderung groß, wenn plötzlich kein Geld mehr für Rentner, Arbeitslose und Kinder da ist.

@Glasbürger

Also eigentlich geht es beim Fiskalpakt und dem ESM ja darum, die Staaten unabhängiger von der "Hochfinanz" zu machen. Denn je weniger Schulden man hat, desto weniger muss man sich von der "Hochfinanz" die Bedingungen diktieren lassen. Und indem starke Staaten schwachen helfen, werden diese auch nicht von der "Hochfinanz" vor sich hergetrieben...

YES NO Die die JA sagen,

YES NO

Die die JA sagen, wählen das Glitzern, das schöne, das Reiche und müssen daher in der Minderheit sein. Unverbesserliche Optimisten.

Die die NEIN sagen, sind Realisten, und keine Pessimisten, weil sie real erkannt haben, dass die Situation schon schlimm ist und der schöne heile Welt Traum nicht funktioniert.

Die Medien verkaufen Bilder des YES, auch wenn sie kritisch sind. Weil sie die ganze Wahrheit, den SCHRECKEN, den das System bietet, der Erfahrung der Menschen selbst überlässt.

In dieser alltäglichen Arbeit der Presseleute ist das schon eingeübt, dieses "ist schon nicht so schlimm, wollen wir es nicht schlimmer machen", immerhin "reagiert" die Börse, also das YES.

es ist schwierig für die Iren,

da sie Gelder vom 1. Rettungsschirm erhalten haben und ohnehin uner "Verwaltung" stehen -
was sollen die regierenden Parteien da auch empfehlen.

Es fällt ohnehin auf, dass mit Griechenland und Portugal die Länder abgestimmt haben, die in den Euro- Programmen stecken, Zypern will Geld haben, hatte also auch keine andere Möglichkeit - alle anderen sind skeptisch.

Warum will wohl Spanien keine Gelder für seine Banken ?

Bei der EFSF war es noch so, dass diese erst in Kraft treten konnte, als so viele Mitglieder dafür gestimmt hatten, dass 2/3 der Anteile zusammenkamen-
diese Einschränkung fehlt beim ESM-
hier geht es nur um die Anzahl der Staaten.

Was passiert denn, wenn Spanien, Frankreich und Italien nicht zustimmen - trägt dann Deutschland allein die Kosten ?

Ebenso ist es doch, wenn Staaten Leistungen aus dem "Schirm" brauchen- die übrigen übernehmen die Kosten dafür.......

Es ist egal, wie die Iren abstimmen - sie halten den ESM nicht auf - aber gut, dass sie wenigstens dürfen

@buemo_3

"Leistungsloses Einkommen durch Zinsen findet nicht mehr statt"

Wenn wir "Leistungsloses Einkommen durch Zinsen" ausschließen, was mache ich dann als Normalbürger wenn ich mir ein Auto kaufen will? Leiht mir jemand zinsfrei 15T€? Oder muss ich die auf der hohen Kante haben bevor ich mir einen Job außerhalb unserer Ortschaft suchen kann?

Wie sieht es mit dem Eigenheim aus, spare ich darauf bis ich 65 bin um es dann zu bauen?

Ich bitte um Aufklärung

@buemo3

Danke für die Erklärung. Somit wird Ihr Ansatz etwas klarer. Ich muss diesem ja nicht zustimmen, aber nun gibt es wenigstens einen Vorschlag, den man diskutieren kann.

Dann hake ich nochmal nach:
Wenn wir uns also die 35 Mrd Euro für Zinszahlung "sparen" würden, müssten wir unsere Refinanzierung von 300 Mrd Euro also durch die EZB "genehmigen" (oder zumindest finanzieren) lassen. Wer entscheidet denn darüber, ob wir überhaupt Schulden aufnehmen oder refinanzieren dürfen? Und wer hindert uns und die anderen Euro-Länder daran, zu viele Schulden zu machen? Heute übernimmt diese Funktion nämlich der "Markt".

Weil wir die Notenpresse ab sofort immer und ständig anwerfen und nicht nur in Sonderfällen (die 1 Bio Euro halte ich auch für unverantwortlich, bzw. deren Konditionen), steigt die Geldmenge stark an, was zu Inflation führt.

Über "leistungsloses Einkommen durch Zinsen" möchte ich hier nicht reden. Da bin ich nämlich absolut anderer Meinung. Ist ja nicht weiter schlimm.

@maschmi78:

Die BRD hat 2 Billionen € Schulden, für die sie Zinsen zahlt.

Richtig. Fast unsere gesamte Neuverschuldung geht für die Zinsen drauf. Zinsen sind mit der größte Posten in unserem Haushalt. Wir zahlen zigfach mehr Geld an Banken als an H4-Empfänger:

http://staatsverschuldung.de/vergang.htm

Dass man Zinsen zahlen muss, steht zwar nicht im Grundgesetz, aber in den Kreditverträgen.

Richtig. Aber es stand auch nirgends, dass Pleitebanken ein Recht auf Steuergeld haben. Im Gegenteil: Merkel & Co haben bspw. gegen die Bailout-Regelung und Nationalrecht verstoßen (Sie erinnern sich an die Urteile des BVerfG?). Wie verbindlich sind für Sie Verträge, an die sich ihr Gegner nicht hält?

Die EZB soll was machen?

Gegenfrage: Warum wollen Sie kein Schwundgeldsystem und keine Zockersteuer? Die Zentralbanken sollen doch Währungshüter sein. Warum sollen sie dann nun ebenfalls als Börsenspekulanten auftreten?

@ Buemo_3 Wer einen Kredit

@ Buemo_3

Wer einen Kredit vergibt, verzichtet für einen bestimmten Zeitraum auf sein Geld und damit eigenen Konsum.
Wer einen Kredit aufnimmt erhält die Fähigkeit zum Konsum und muss dafür Zinsen zahlen, welche einen Ausgleich für die Geldentwertung (Inflation) und den Verzicht des Kreditgebers auf Konsum darstellen.

Warum ein System, welches seit Jahrhunderten bei den meisten funktioniert wegen den Fehlern einzelner aufgeben?

Für die Auswüchse des Sytems brauchen wir uns kein neues System einfallen lassen, sondenr nur passende Regeln.

@maschmi78

Es sollte so sein, wie sie schreiben. Richtig.
Doch wie passen dann die "Durchführungsbestimmungen" z.B. des ESM dazu?
Eine umfassende Immunität der Handelnden, beinahe "staatliche" Rechte u.s.w.? Warum dürfen wir nicht darüber entscheiden, wenn das alles so gut für uns ist? Mangelnde Intelligenz des Volkes?
Es kommt doch darauf an, was aus dem Fiskalpakt und ESM gemacht werden kann, respektive gemacht werden WIRD und nicht auf schöne Absichtserklärungen. Bislang war es IMMER so, daß Misbrauch stattfand, wenn Misbrauch möglich war. Ohne Ausnahme. Mit dem Fiskalpakt und dem ESM beleuchtet man jetzt noch den Weg und rollt den roten Teppich für all jene aus, welche die Sache gern misbrauchen wollen. Da kann unsere Politik noch so viele Schreckenszenearien und guten Willen verbreiten.
Kommt der Fiskalpakt und ESM, geben die EU-Staaten ihre Entscheidungsgewalt ab. Niemand will sich schließlich den Geldhahn zudrehen lassen. Folglich tut man, was der Geldgeber will.

@buemo_3: Staatsfinanzierung durch EZB-Kredite

Die Geldmengensteuerung der EZB durch Geldmarkt-Kredite an die Banken unterscheidet sich aber sehr, sehr deutlich von der seit Jahrzehnten stattfindenen Haushaltsfinanzierung des Staates durch den Kapitalmarkt.

Die EZB sammelt das Geld regelmäßig wieder ein! Sie erhöht und ermäßigt die Finanzierungsmöglichkeiten der Banken grds. im Sinne der Geldwertstabilität. Dass sie dabei in den letzten Jahren vielleicht nicht gerade ein glückliches Händchen bewiesen hat, kann nicht dafür herhalten, falsche Wege nun konsequent bis zum bitteren Ende zu gehen.

Würde sich der Staat bei der EZB finanzieren, könnte er das in unbegrenzter Menge zinsfrei jedes Jahr machen. Was passiert denn bitte wohl, wenn unsere Volkswirtschaft so einfach mal deutlich mehr Wirtschaftsleistung verfrühstückt, als sie geleistet hat? Wo kommt denn die Differenz bitte auf einmal her? Aus dem Nichts? Das endet in schwindelerregend hohen Inflationsraten. Das ist eine Verschlimmerung des Problems und nicht die Lösung!

@Systemisch Kons...

Also: ich weiß nicht, woher Sie glauben zu wissen, dass ich keine Finanztransaktionssteuer möchte. Ich bin nämlich dafür. Außerdem ist mir nicht klar, wieso Sie denken, dass ich für die aktuelle Bankenrettung bin. Auch das ist nicht der Fall. Ich denke, dass wir Banken retten MÜSSEN, nicht, dass wir es sollen oder gut finden müssen. Ich denke, dass wir, wenn wir Banken retten, diese klarer Restrukturieren müssen, siehe Landesbanken. Da sind wir noch lange nicht weit genug.

Nein, ich bin nicht bedingungslos für das, was die Regierungen derzeit machen. Aber, und das ist entscheidend, ich akzeptiere, dass man hin und wieder Entscheidungen treffen muss, die einem nicht gefallen. Ich wünsche mir nur ein deutlicheres Durchgreifen, aber nicht den Umsturz des gesamten Systems. Denn das funktioniert meiner Meinung nach sehr gut. Inklusive Zinsen.

@GegendenStrom

Gestatten Sie, dass ich Sie korrigiere.

1.) Wer einen Kredit vergibt, verleiht üblicherweise Geld, das er übrig hat - er verzichtet also nicht auf Konsum. Nur ein Altruist begibt sich durch das Verleihen von Geld selbst in Not oder muss Konsumverzicht üben.

2.) Banken verleihen kein Geld. Banken schaffen Geld durch Kreditvergabe. Dieses Geld wird durch eine Rückzahlung wieder vernichtet. Das bedeutet logischerweise, dass auch kein Verlust entsteht, wenn ein Kredit nicht zurückbezahlt wird. Über die Höhe einer einmalig zu entrichtenden Gebühr (statt Zinsen), kann man streiten. Zinseszins halte ich aber für sittenwidrig.

3.) Das System funktioniert eben nicht. Nachgewiesenermaßen (und mathematisch zwingend) kollabiert das Schuldgeld/Zinseszinssystem etwa alle 60 bis 70 Jahre. Wir stehen mit der "Schuldenkrise" also nicht vor nationalen Herausforderungen sondern Dank der Vernetzung in einer globalisierten Welt vor einer globalen (und damit unlösbaren) Herausforderung.

@buemo_3

Was heißt hier günstige Konditionen? Wenn es kein "leistungsloses Einkommen durch Zinsen" mehr gibt, dann zahle ich gar nichts mehr. Wenn ich die Option habe das Geld sicher bei mir zu halten oder es alternativ wegzugeben und dann mit etwas Glück später in gleicher Höhe zurück zu bekommen... dann werde ich mein Geld doch lieber zurücklegen. Wir haben also ein Angebot von Null und eine unbegrenzte Nachfrage. Dann gibt es Eigenheime also in Zukunft nur noch für Menschen aus reichen Familien.

Wenn Sie nichts von dem Wort "alternativlos" halten, wie sehen Ihrer Meinung nach gängige Alternativen zum Sozialen Netz, Meinungsfreiheit, Menschenrechten und dem Rechtsstaat aus? Oder mögen Sie das Wort nur nicht weil "die da oben" es gewagt haben es zu verwenden? Merke: Jemand der immer gegen den Strom schwimmt nur weil es gegen den Strom geht ist genauso wenig frei in seinen Entscheidungen wie der reine Mitläufer

2 Irrtümer

Und wieder oder besser gesagt noch immer kursieren die 2 großen Irrtümer in der breiten Öffentlichkeit.
Irrtum Nummer 1: die Geldpolitik einer Volkswirtschaft ist 1:1 mit dem eigenen Geldbeutel oder der Haushaltsplanung der schwäbischen Hausfrau zu vergleichen

Irrtum Nummer 2: Banken verleihen ausschließlich die Einlagen ihrer Kunden.

@ buemo in Ihrem Grundgedanken gebe ich Ihnen Recht. Das recht auf multiple Geldschöpfung im Verhältnis von ca 93-98 : 1 wird sich die Hochfinanz jedoch nicht widerstandslos aus den Händen nehmen lassen.

Die 600 Lobbyisten der Banken in Brüssel sorgen schon dafür, dass der Artikel 123 des Lissabonner Vertrages aufrecht erhalten bleibt, zur Not mit der Erpressung, die in Umlauf kommende Geldmenge zu drosseln. Anlagemöglichkeiten gibt es ja schließlich auch im spekulativen Sektor.

@Roland Müller

Danke für Ihren Kommentar. Ein Blick ins Geschichtsbuch legt offen,, wie "super" das verzinste Schuldgeldsystem in der Vergangenheit funktioniert hat!

Jobeljahr / Jubeljahr wieder einführen ;-)

Ich stimme Roland Müller 11:49 voll und ganz zu.

@GegendenStrom: Ich rate Ihnen, sich mal diverse VIdeos auf Youtube zum Thema Geld und Zinsen anzusehen - da versteht man einiges mehr.

Übrigens: Im Judentum gab es alle 50 Jahre das Jobeljahr:
"verkaufte und verpfändete Grundstücke (Häuser in ummauerten Städten und dem Heiligtum gelobte Äcker ausgenommen) kamen ohne Entschädigung aus fremden Händen wieder an den ursprünglichen Besitzer oder seine rechtmäßigen Erben zurück, und alle Schulden wurden erlassen. Der Hauptzweck dieser Einrichtung war, die von Moses beabsichtigte Gleichheit unter den Güterbesitzern zu erhalten: Das Jubeljahr sollte gewissermaßen eine Wiedergeburt des ganzen Staats bewerkstelligen." (wikipedia)

Nun kann man sich fragen, wer die Dummen sind - die Menschen damals oder wir?

@Roland Müller

1.) Können Sie absehen ob Sie das Geld dass Sie heute langfristig verleihen in 2 Jahren plötzlich brauchen? Ich auch nicht.

2a.) Falsch. Banken benötigen eine Basis aus Einlagen um diesen Geldschöpfungsprozess zu starten. Werden diese Kredite nicht zurückgezahlt geht dies zu Lasten der Einlagen, also der Sparer. Sind die Einlagen weg dann haben die Sparer ihr Guthaben verloren.

2b.) Was genau passiert denn wenn die Banken eine einmalige Gebühr von 7% auf die Darlehenssumme erheben und nur noch kurzfristige einjährige Darlehen vergeben (mit Option auf ein Anschlussdarlehen)? Eben: Zinseszins. Wenn Sie Zinseszins für sittenwidrig halten, dann zahlen Sie die Zinsens sofort und es wird nie ein Zinseszins fällig

3.) Es funktioniert besser als jedes andere getestete System. Und zu behaupten dass es zwangsläufig kollabiert finde ich sehr ... mutig. Ich hätte gerne einmal den zwingenden mathematischen Nachweis (und wenn sie Ihn erbringen wartet vermutlich ein Nobelpreis auf Sie)

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