Kommentare

Wie oft denn nun noch?

Das Wachstum ist schon längst "auf pump".

Nur weil Griechenland, Spanien, Portugal etc die Schulden machte, heißt es nicht dass es nicht auf Pump wäre.

Und da brechen durch die Sparprogramme die Importe dieser Länder ein, und wir wundern uns wegen Exportrückgängen in gleicher Höhe. Wie borniert muss man eigentlich sein?

Dazu kommt steigende Arbeitslosigkeit der Eurozone, Armut, geringeres Handelsvolumen zwischen den Euroländern etc pp.

Und man muss nicht zwangsweise alles auf Konjunkturpakete reduzieren, aber es geht ja hier nicht um Sachlichkeit sondern Polemik. Wenn wir vom "Vertrauen in die Eurozone" reden, meinen wir ja mittlerweile selbstverständlich die Finanzmärkte. Vom Wähler ist doch gar nicht mehr die Rede. Und er ist ein Störfaktor geworden, wie man an dem Gezeter dieser Tage erkennen mag.

Und die Deutschen sollen dadurch auf einen Kurs eingechworen, der mehrheitlich gegen ihre Interessen verstößt.

Wirtschafts"wissenschaft"

Wirtschaft unterliegt nicht physikalischen Gesetzen, sondern - zumindest teilweise - schwer prognostizierbarem menschlichem Handeln. Wirtschafts"wissenschaft" ist daher auch keine Natur-, sondern eine Sozialwissenschaft. Sie kann Gegenwart und insbesondere Zukunft nur durch stark vereinfachende ökonomische Modelle erklären.

Die Wahl eines konkreten Modells, an dem Politik ihr Handeln ausrichtet, ist daher für die Ergebnisse entscheidend.

"Alternativlos" ist Wirtschaft somit keinesfalls.
Aber je nach gewähltem Modell gibt es unterschiedliche Profiteuere.

Wenn Regierungen ihre Politik an Modellen orientieren, die von der Wirtschaft protegiert werden (durch Lobbyisten und im Extrem durch Mitarbeiter von privaten Unternehmen in Ministerien), muss man sich nicht wundern, wenn von dieser Politik weniger die Verbraucher, Arbeitnehmer und Rentner profitieren, als Banken und Unternehmen.

Ach, Rösler...

"Wachstumspakete sind notwendig, aber es darf kein Geld auf Pump sein. Wachstum kann man sich nicht kaufen." Wo haben wir denn das gelernt? Bei der Vorstellung des neuen Verteidigungshaushalts heißt es dann wohl: "Neue Waffensysteme sind notwendig, aber es darf kein Geld auf Pump sein. Sicherheit kann man sich nicht kaufen." Oder bei den Abgeordnetengehältern: "Diätenerhöhungen sind notwendig, aber es darf kein Geld auf Pump sein..." Welche Staatsausgaben gehen eigentlich nicht auf Pump? Die Steuern sind ja mehr ein symbolischer Beitrag zur Tilgung und Zinsenbedienung.

kein Konjunkturprogram der Welt

kann den Spanienkollaps noch verhindern.

Spanien hat fertig. Gruendlichst fertig. Alles was dort in den letzten 10 Jahren geblueht hat war von der EU finanziertes Bauen von Gebaeuden ohne Zukunft (ausser jeder Europaer kauft sich jetzt ein Haeuschen in Spanien), und industrielle Gemueseplantagen, die nur Dank der Beschaeftigung illegaler Einwanderer konkurrenzfaehig sind.

Da koennen die Franzosen um Hollande sich jetzt Konjunkturprogramme im Stile der Fuenf-Jahresplaene ausdeneken, es wird nichts nuetzen. Spanien muss raus aus dem Euro und Frankreich muss seine Produktivitaet hoch fahren um mittelfristig mit Finnland, Holland, Oesterreich und Deutschland mithalten zu koennen. Wenn keiner was tut stehen in fuenf Jahren Tschechien und Polen besser da als Frankreich.

Ich schau mal nach, wie sich meine Short-Optionen entwickeln und mach dann Mittagessen. Keine Ahnung was Sie so zur Euro Krise denken, ich mache daraus jedenfalls Bargeld und investiere das dann sofort in Silber.

H&M

Koalition stemmt sich gegen Wachstum auf Pump

Unsere SPD hat es doch durch W.Brandt und H.Schmidt erfolgreich vorgemacht. Die Sozialisten hatten noch nie ein gutes Verhältnis zum Geld und Sparen. Frau H.Kraft gibt selbst das Geld mit vollen Händen aus. Warum sollten die französischen Sozialisten so grundsätzlich anders sein?

Stehen wir am Rande einer neuern Inflationswelle?

Der Geldtopf, aus dem die Wirtschaft - speziell im EU- Raum - besteht, ist endlich. Aufgefrischt wird er nur durch das Vertrauen in die Wirtschaft einzelner Staaten. Nur durch Wachstum wächst auch der Geldtopf, und nicht dadurch, daß künstlich mehr Geld in Umlauf gebracht wird ohne Absicherung der Wirtschaftsleistung der Mitgliedsstaaten. Platzt die Blase erleben wir ein Fiasko a la 1928.
Obwohl Merkel und Co. nicht die wirklichen Wirtschaftsexperten sind haben sie sich dennoch richtig beraten lassen, indem sie den strengen Sparkurs forcieren. Mehr Geld ausgeben als eingenommen bringt jeden Haushalt - auch den kleinsten - zum Absturz. Der einzige Weg heißt Konsolidierung. Auf den Prüfstand zum Abschuss sollten überflüssige Subventionen, aufgeblasene Verwaltungen, nachlässige Steuer- politik und -Eintreibung ... stehen.
In der Wirtschhaft spricht man von "Gesundschrumpfen". Schmerzlich, aber allermeistens hoch effektiv.
Sparen im eigenen Haus, nicht auf Kosten anderer!

Eingleisiges Denken ist falsch!

Die Doppelstrategie der Bundesregierung ist einfach genial: bei Arbeitnehmern und Transferleistungsempfängern wird gespart, bei Unternehmen und Unternehmern wird der Gashahn voll aufgedreht.

Allein schon die 2,5 Milliarden für die Automobilkonzerne, das war´s doch! Man muss es nur psychologisch hinkriegen, dass das blöde Volk das "Sparen" bei sich versteht und nicht kapiert, dass das Geld mit vollen Händen den Vermögenden nachgeworfen wird. Und das war ganz einfach: man erfand das Wort "Neiddebatte". Ganz so, wie man Kindern sagt, dass sie nun ganz böse waren, so sagt man jemandem, der die Einkommensverteilung anspricht: "Das iss danz slim, dassu so neidisch bist. Das darf man niss!".

Was bringt den Sparen wirklich ?

Mir wird nicht klar warum Frankreich gerade jetzt sparen soll ?
Spare in der Zeit so hast Du in der Not. Und jetzt ist Not. Das Problem ist doch die Produktivität Frenkreichs, die es gilt anzuregen.
Wenn man spart wird man nicht produktiver, es gibt keinen sichtbaren Aufschwung.
Investitionen seitens des Staates sind schon ein probates Mittel. Vielleicht hat Merkel da so Wirtschaftswundermassnahmen wie Abwrackprämien und Co im Hinterkopf und Rösler nickt fleissig. Da kann man das Geld auch aus Flugzeugen am Eiffelturm regnen lassen und auf mehr Produktivität hoffen.
Wie wär es mit Innovationsförderungen für Neuunternehmer und Tourismuskampagnen. Wenn nix hilft pumpt man in die Baubranche, das zieht für ein paar Jahre (auch wenn unbenutzte Flughäfen entstehen). Das zusammen mit besagten Strukturänderungen (was auch immer da umstrukturiert werden soll) kann doch was werden. Aber nee..Kosten darf das natürlich nix!
Sorry, aber von nix kommt nix..

Deutsche Konjunkturprogramme?

Da wehren sich also die Deutschen und sagen mal wieder anderen im Befehlston, was die zu tun und zu lassen haben. Aber es ist wirklich noch nicht all zu lange her, dass die Bundesregierung selber mal wieder mit der langen Leitung beim Lernen von CDU, CSU und FDP einsahen, dass da ein Konjunkturprogramm erforderlich sei. Dies landete sinniger Weise in der Förderung von Konsumgütern, die sich vorrangig die WählerInnen dieser Koalitionsregierung leisten können: Autos.

Und der rote Faden setzt sich fort bei den Betreuungsgeldern: Bitte nur für Reiche. Die anderen sollen doch bitte kein Geld bekommen, wenn sie Kinder zu Hause betreuen. Die können das angeblich ja nicht so gut.

Die Binnenkonjunktur ist aber auch in Deutschland immer noch vernachlässigt gegenüber den sinnlos und maßlos geförderten Exporten mit hohem Ausfallrisiko. Währenddessen schafft die Exportindustrie aber wesentlich weniger Arbeitsplätze als kleine und mittlere Firmen.

@ Odoaker

Endlich bringt es einer mal auf den Punkt. Ich habe des Öfteren schon gesagt, dass die meisten Probleme "handgemacht" sind und sicher zu verhindern gewesen wären, wenn in gewissen Situationen die Leute einfach mal die Füsse stillgehalten hätten.
Aber wir sehen ja täglich, was passiert, wenn geistige Windstille durch operative Hektik ersetzt wird.

@rootoo

Sie haben glaube ich nicht wirklich verstanden, was Produktivität und echte Wertschöpfung bedeutet, wenn Sie fordern, die Steigerung der Produktionsmenge irgendwelcher Dinge als Produktivitätssteigerung betrachten.
Und die Forderung nach Investionsblasen und -ruinen ist nun wirklich aberwitzig und grober ökonomischer Unfug.

@Rudi2

"Solange Staaten von Politikern statt Fachleuten geleitet werden, kann es nicht funktionieren."

Schauen sie nach Griechenland oder Italien. Dort sitzen ehemalige Banker an der Spitze.

Oder hat Wilhelm Cuno seinerzeit etwas wirkliches erreicht?

Technokratie hat bis dato nie etwas gebracht. Wobei das auch nur galt wenn die Wirtschaftswissenschaften die ausführende Wissenschaft war. Soviel zu den Fachleuten.

@DeHahn

"Die Doppelstrategie der Bundesregierung ist einfach genial: bei Arbeitnehmern und Transferleistungsempfängern wird gespart, bei Unternehmen und Unternehmern wird der Gashahn voll aufgedreht."

Genau das ist das Problem - aber aus meiner Sicht kaum anders zu lösen. Das Großkapital ist halt liquide. Der "kleine Mann" und der Hartz4'ler rennt nicht weg, wenn sich die Bedingungen verschlechtern - Unternehmen schon. Alle Länder dieser welt reissen sich um die arbeitsplatzbringenden Unternehmen. Es wird der rote Teppich ausgerollt, subventioniert und Steuern geschenkt - sonst sind sie weg. Die Welt ist zum Dorf geworden.

Da wir keine Mauer mehr wollen, müssen sich entweder die Staaten mal zusammentun um die Rahmenbedingungen anzugleichen und die Länder ächten, die mit Steuervorteilen und Subventionen locken. Machen wir aber nicht, wir nehmen Teil am Wettkampf.

Wasch mir den Pelz, aber mach mich nicht nass!

„Wachstumspakete seien notwendig, dürften aber kein Geld kosten, so Wirtschaftsminister Rösler ähnlich wie zuvor Kanzlerin Merkel.“

Besser kann man geistige Windstille nicht artikulieren-Chapeau, Herr Rösler, dass war mal wieder völlig talentfrei, so wie man es von Schwarz-Geld(b) gewohnt ist!

Das erinnert stark an die Nachbarsfrau, die ihren Gatten ohne „Taschengeld“ mit seinen Kumpels losschickt, ihm viel Spaß wünscht und ihn ermahnt, er solle nicht alles ausgeben.

Wann werden wir endlich von diesen schwarz-gelben Dilettanten erlöst, deren einzige Aufgabe darin besteht, „den Märkten“ den Allerwertesten zu küssen und nach deren Takt die Trommel zu schlagen?!

Wasch mir den Pelz, aber mach mich nicht nass, hat noch nie funktioniert- vielleicht versuchen wir es einmal mit einer politischen Abwrackprämie- hat ja 2010 auch bestens funktioniert....!

@ odoaker

Danke für den Kommentar!
Gerade in den Wirtschaftswissenschaften sind dogmatische Ansätze (vorallem Marktfundamentalismus bzw Neoliberalismus) weit verbreitet. Das kommt vorallem davon, dass Profiteure den Lehrinahlt im Studium vorgeben.
Zudem gibt es Tehmen (Geldsystem, Geldschöpfung, Kritik am Gewinnstreben) die einfach ignoriert werden, obwohl es wichtig wäre.

@DeHahn

Sehr gut durchdacht, Ihre Auslassung zu den 2,5 Mrd "für die Automobilkonzerne". Da haben sich die Herren Vorstände bestimmt gleich mal die nächste Yacht gekauft. Kein Wort von Arbeitnehmern in der Automobilindustrie nebst Zulieferern. Sind ja nur einige 100000, so ca. 700000, deren Weiterbeschäftigung für ein halbes Jahr ohne Kurzarbeit und Entlassungen etc. gesichert wurde. Ihre weiteren Bemerkungen zur Neiddebatte sprechen für sich. Mein Vorschlag an Sie:
Arbeiten Sie ungeachtet Ihrer beruflichen Qualifikation für 1000,- € im Monat in einem Pflegeheim, dann trifft Sie kein Neid.

Angebot und Nachfrage

Auch hier muß gelten, daß man nur ausgeben darf, was eingenommen wird.

Es wäre wichtig, daß die Arbeitnehmer ihr Geld selber zu einem größeren teil investieren, anstatt nur zu konsumieren. Würde man die Steuern erhöhen, könnte man ohne zusätzliche Schulden auch in Wachstum investieren. Und ja, es gibt nach wie vor viele Menschen mit durchschnittlichem Einkommen, die auch einen Beitrag leisten können.

Irgendwie entsteht immer der Eindruck, daß immer die "anderen" Zahlen sollen, damit sich die eigene Situation verbessert. Aber wo sollen die anderen das Geld hernehmen, wenn nicht durch Arbeitleistung.

Und das es einen Zusammenhang zwischen Angebot und Nachfrage gibt, kann auch niemand leugnen. Die Lebensqualität steigt nicht nur durch höhere Löhne, nein, sie steigt auch durch sinkende Preise. Würden die Gewerkschaften den Wettbewerb im Arbeitsmarkt nicht blockieren, hätten wir weniger Arbeitslose und sinkende Preise würden die Lebensqualität steigen lassen.

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