In streikender Seemann sitzt in Piräus vor einem vertäuten Fährschiff

Ihre Meinung zu Streik gegen Reformpläne: Griechische Fähren stehen still

Von einem "schweren Schlag für den Tourimus" sprechen die Hoteliers, auch die Obstbauern sind wütend: Kurz vor dem orthodoxen Osterfest legt ein Streik die griechischen Fähren lahm. Die Fährarbeiter protestieren gegen Reformen der Sozialversicherung und betonen, sie hätten keine "andere Wahl" als einen Streik.

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23 Kommentare

Kommentare

Chewie
Keine andere Wahl, aber auch keine Lösungen

Wofür oder wogegen genau streiken die Arbeiter denn? Daß sich in Griechenland einiges ändern muß, ist klar. Viel zu lange hat dieses Land wichtige Reformen verpennt, auf die lange Bank geschoben und schlichtweg Realitäten ignoriert.
Also was genau möchten die Arbeiter mit ihrem Streik (bzw. auch mit den bisherigen Streiks) erreichen? Es gab nie Lösungsvorschläge, immer nur ein pauschales Dagegen. Außer der Wirtschaft weiter zu schaden und die Krise des Landes damit weiter zu befeuern haben diese Streiks nichts erreicht!

Gast
den griechen wieder die drachme geben !!!

wer soll denn das alles bezahlen, wenn man jahrzehnte über den verhältnissen gelebt hat?
der steuerzahler soll nun vielleicht auch noch die streiks über den euro-rettungsschirm bezahlen !
also sofort raus aus dem euro, zudem man den einstieg in den euro erschwindelt hat.

Kuno43
Die Fährarbeiter erweisen ganz Griechenland einen Bärendienst

Wie sollen die Geldgeber und Touristen den Griechen noch trauen, wenn deren Uneinsichtigkeit weiterhin merkwürdige Blüten treibt. Besitzstände kann es keinesweg geben. Schließlich muß das Geld, das ausgegeben werden kann schlicht und einfach auch erarbeitet werden.

Die Fährarbeiter schaden durch ihr Verhalten zur beginnenden Reisezeit allen Griechen, denn wer möchte seine Urlaubstage schon als Gestrandeter an irgeneinem griechischen Gestade verbringen? Ich jedenfalls habe soeben meine diesjährigen Reisepläne geändert und werde Griechenland solange meiden, bis es dort eine Einsicht in die gegebenen wirtschaftlichen Verhältnisse gibt! Wie leicht könnte doch alternativ mein Geld - wenn auch ein bescheidener Beitrag gemessen am Gesmtumsatz - für die griechische Wirtschaft leisten!

ricosi64
Find ich klasse diesen Streik!

Wie alle anderen Streiks auch! Wo ist der Unterschied, ob nun eine Handvoll ohnehin schon gut bezahlten Vorfeld-Mitarbeiter den halben Flugverkehr lahmzulegen versucht, oder hier in Griechenland einige Seeleute den Fährbetrieb Griechenlands?

Wo sind denn nun die ganzen Kommentatoren, die zu JEDEM Streik in Deutschland laut BRAVO rufen, weil mal wieder zum Klassenkampf aufgerufen wird?

Streiks sind (obwohl natürlich legal) Erpressung; zumindest in der aktuellen Lage, in der jeder abhängig Beschäftigte die Möglichkeit hat sich nebenher weiter zu qualifizieren und sich so Kraft besserer Qualifikation einen besser bezahlten Job zu suchen.

Aber das hören die Gewerkschafter nicht so gern, drum: Weiter so! Streikt bis denen die Augen aufgehen!!! (wen ich mit "denen" meine, überlasse ich der individuellen Interpretation, ganz wie die Gewerkschaftsbosse).

Gast
Was sollte zum "Rettungsschirm" gehören?

1. die Ensicht, daß es so nicht weitergehen kann
2. Striekverbote unter Androhung von Gefängnisstrafen für die Organisatoren und automatische Verlängerung der Tarifvertragslaufzeiten (inderekter Lohnkürzungen)
3. Preiskontrollen auf den wichtichste Lebensmittel (Brot, Olivenöl, Reis, Milchprodukte, etc.)
4. Einführung oder Erhöhung einer Luxussteuer, z.B. Fahrrad-keine, leichtes Motorrad-gering, Kompaktauto-mittel und Luxusautos/SUV-hoch, 0-10-35-100%)
5. Schaffung eines Sozialverschicherungssystem, wo ALLE Griechen (selbständige Personen sowie Arbeitnehmer) prozentual einzahlen (keine Höchtgrenze)
6. bessere Steuerkontrollen und die Durchsetzung der Steuerbescheide (erst zahlen und bei Einspruch nachher zum Gericht und eventuelle Rückzahlung)
7. Reduzierung der Militärausgaben und Steigerung der Investitionen in die Infra-Stuktur
8. Verlängerung der Tarifverträge in öffentlicher Dienst, ohne Inflationsausgleich.

Sternenkind
sehr gut

Das ist die macht des volkes! Alle räder stehen still wenn dein starker arm es will! Davor zittern die bonzen ubd die krisenprofiteure!

Gast
Re. Find ich klasse diesen Streik!

Ich finde Streik auch nicht verkehrt. Allerdings nur dann, wenn man etwas von dem Kuchen abhaben will, an dem man maßgeblich mitgearbeitet hat und man einem seinen verdienten Anteil nicht zugestehen will. Aber die Griechen haben all die Jahre maßgeblich dazu beigetragen dass das Land in der jetztigen Lage ist. Durch diese Streiks wird die Lage nur schlimmer und nicht besser. Wie soll denn Wachstum generiet werden wenn man das bisschen Rest-Wirtschaft auch noch ruiniert. Die Sparmaßnahmen der griechischen Regierung diktiert durch EU, IWF und Deutschland führen zwangsläufig in den Ruin - die Streiks beschleunigen das Ende nur noch. Ich dachte bisher die Deutschen seinen die Erfinder der Mitnahmementalität. Aber gerade sind die Griechen dabei diesen Titel zu gewinnen, und schneiden sich den letzten dünnen Ast auf dem alle sitzen auch noch gar ab.

Gast
sägen am letzten Ast

bei allem Verständnis für die immensen Probleme der "kleinen" Leute:
Streik trägt nicht zur Lösung bei sondern verstärkt das Problem!
Die Touristen bleiben weg, die Bauern gehen Pleite - und Onassis & Co fahren eh mit eigenen Booten.
Jetzt streiken heisst: morgen kommt die Kündigung, denn wer braucht dann noch Fähren?

In den letzten 30 Jahren (solange bin ich regelmäßig nach Griechenland gefahren) wurde immer irgendwo gestreikt. Ich möchte nicht wissen wieviele Stunden ich auf Flughäfen, Fähranlegern oder Bahnhöfen sinnlos gewartet hab.

Wie wär es mal zur Abwechslung mit einer anderen Variante:
- Ärmel hoch und anpacken
- gleichzeitig die Luxusyachten blockieren

Liebe Griechen, kämpft/streikt nicht gegen die, die Euch noch unterstützen (zB Touristen) sondern gegen die, die Euch die Misere eingebrockt haben!
Jagt Eure Politiker davon, prangert (anzeigen) korrupte Staatsdiener öffentlich an und sperrt alle die ein, die den Staat seit Jahren ausnehmen wie eine Weihnachtsgans.

Gast
@sternenkind 13:46 Uhr

genau, alle Räder stehen still.
Und wer glaubst Du hat dann kein Brot, keinen Strom und kein Dach mehr über dem Kopf?
Der "kleine Arbeiter"
oder
die von Dir zitierten "bonzen ubd die krisenprofiteure"?

Letztere können problemlos ihren Lebensunterhalt im Ausland bestreiten - und sind zu großen Teilen bereits auf der Reise ihrem Geld hinterher.....

beat126
Na toll, dann kann Frau Merkel...

...den aufgespannten ESM endlich in Betrieb nehmen. Diese paar Hundert Milliarden wird Deutschland doch wohl aufbringen können.

Wie war das nochmal...

...wenn die Organisation ESM ruft, ist bedingungslos zu bezahlen, ohne Widerspruchs-, ohne Kündigungsrecht, auch wenn sich die politischen Vorzeichen im Land ändern.

Es ist zu bezahlen und dies an eine nicht gewählte, undemokratische Hand.

Der ESM (Organisation und Personen) geniessen vollste gerichtliche Immunität. Weder Regierungshandeln noch Gerichtsverfahren können eingreifen. Alle Dokumente bleiben geheim und sind unverletzlich.

Da würden jedem Despoten die Tränen kommen, ab der ausgeklügelten Maschinerie. Braucht der ESM Geld, bekommt er es innert 7 Tg - wie er es verwendet weiss keiner, weil alle Dokumente geheim sind. Angreifbar ist er nicht, weil er nicht angeklagt werden kann.

Knut Weber
Die Verlierer des Streiks

Wer wird die Kosten des Streiks wohl bezahlen?

Erstens die Tourismusindustrie in Griechenland, da das griechische Urlaubsland mit Streiks und Stress in Verbindung gebracht wird. Also viele Mitarbeiter, für die es weniger Arbeit gibt von denen sie leben können.

Zweitens bekommt dadurch der griechische Staat weniger Steuereinnahmen, kann also dann auch weniger für Investitionen und soziales Ausgeben. Daher trifft dies in erster Linie die auf Sozialleistung angewiesenen und die Arbeitssuchenden.

Drittens wird die griechische Politikerkaste wieder von der EU mehr Geld fordern, da die Wirtschaft aufgrund der Streiks geschädigt wird und damit der Staatshaushalt noch mehr in Schieflage gerät, so dass die Sparziele wieder einmal nicht eingehalten werden konnten.

Man hätte ein griechisches Fass ohne Boden nicht mit hunderten Millarden € retten sollen. Griechenland wäre es dann viel schlimmer ergangen, aber die Gesellschaft hätte dann daraus gelernt.

Gast
Einmal mehr der Beweis

dass Griechenland raus aus der Eurozone muss.
Glaubt denn noch irgend jemand, dass die griechischen Bürger die Lasten aus den Rettungspaketen unwidersprochen hinnehmen werden ? Dem jetzigen Streik werden weitere folgen und weitere und weitere. Die Situation wird sich folglich weiter verschärfen und weiter und weiter. Und soll Resteuropa weiter und weiter alimentieren ?
Gebt, was weitsichtige Ökonomen schon vor zwei Jahren gefordert haben, Griechenland die Chance, über die dann abzuwertende Drachme wirtschaftlich wieder Fuß zu fassen. Eine Rückkehr in die Eurozone ist nie ausgeschlossen.

Gast
Liest eigentlich jemand mal die Meldung?

Die Fährarbeiter streiken nicht gegen den Rettungsschirm, sondern gegen ein Ausrauben ihrer Sozialversicherung. Die wollen einfach nicht für die Verluste der anderen Versicherung einstehen.
Das Motiv kennen wir gut genug, nur bei uns streikt keiner dagegen.

Die Griechen sind jetzt an einem Punkt angekommen, wo sich jeder selbst der Nächste ist und Solidarität nichts mehr zählt.

Shantuma
@GuH Nur das diese ...

"Gebt, was weitsichtige Ökonomen schon vor zwei Jahren gefordert haben, Griechenland die Chance, über die dann abzuwertende Drachme wirtschaftlich wieder Fuß zu fassen. Eine Rückkehr in die Eurozone ist nie ausgeschlossen."

..."weitsichtigen Ökonomen" gänzlich keine Ahnung haben.
Selbst wenn Griechenland nach einem Austritt und einem Schuldenschnitt, irgendwann wieder wirtschaftlich aufholt, bringt ein Euro-Beitritt wieder den wirtschaftlichen Untergang.
Das liegt am Euro und seiner Gestaltung.
Durch den Euro lutscht Deutschland die anderen Euro-Länder aus, weil wir ein Exportland in einem Binnenmarkt sind.

Den Griechen würde nur eins helfen:
- Stärkung der griechischen Wirtschaft durch eine Marschall-Plan
- Reformierung des Euros
- Brechung der Macht der Finanzmärkte

beat126
@Maik0a 14:51

Glauben Sie wirklich, die Kanzlerin hätte den ESM so aufgespannt, wenn sie sich nicht die Nächste wäre?

Man nennt dies Profilierungssucht oder einfach nur wieder gewählt zu werden um später die Obereuropäerin zu werden.
Hier liegt die wahre Parallele, mit Solidarität hat dies nämlich auch nichts zu tun.

Riegsee
Ja streikt nur alles kaputt

das Einzige was noch Geld ins Land bringt ist der Tourismus und die EU Subventionen "payed by Germany".

Nur zu, streikt Euch doch völlig kaputt. Dann zahlt Deutschland eben noch ein paar Milliärdchen mehr und die Kellner und Seeleute haben noch ein paar freie Tage zusätzlich.

Deutschland sollte sofort den Geldhahn abdrehen - so wird das nie was.

ricosi64
Solidariät?

"Die Griechen sind jetzt an einem Punkt angekommen, wo sich jeder selbst der Nächste ist und Solidarität nichts mehr zählt."

Genau. Und deshalb wird die einzige "Industrie" bestreikt, die noch einigermassen funktioniert. Typische Gewerkschafter-Logik.

Ein Streik muss nun mal wehtun, halt allen anderen, nur nicht den Streikenden. Wann wird endlich das Streikrecht auf ein volkswirtschaftlich vetretbares Mass zurechtgestutzt - und an die Verhältnisse im 21.Jahrhundert angepasst?

Streiken können nur die, die einen Job haben. Und die streiken für sich, nicht für die Arbeitslosen. Soviel zum Thema Solidarität.

Gast
Wieso sind die streikenden Schuld ?

Aha, jetzt sind die streikenden Griechen an allem Schuld.

Also nicht die Banken, Superreichen, Zocker, Politiker, EU-Wahnsinnigen, Spekulanten und wie sie alle heißen.

Ne, der Streikende, der der sich gegen all die ungerechten Sparmaßnahmen wehrt, genau der ist nun Schuld.

Setsame Gedankengänge hier.

Gast
Erst lesen dann ggf. noch meckern

Der Streikgrund ist in der Meldung deutlich angegeben.
Die Fährarbeiter wollen nicht, dass ihre Rentenversicherung mit Krankenkassen vereinigt werden, denen das Geld zur Erfüllung ihrer Aufgaben fehlt.
Will von Euch Nörglern doch auch keiner, oder?
Schon vergessen, dass unser ehrenwerter Kanzler Kohl unsere Rentenversicherung ausgeplündert hat, um blühende Landschaften in der ehemaligen DDR bezahlen zu können?

Wir haben das geschluckt, ohne Widerrede und wundern uns über höhere Beiträge, Deckelung des Arbeitgeberanteils und nachträgliche Besteuerung der Renten.
Wir beißen nur die Zähne zusammen, wenn wir noch eigene haben. Und wenn nicht, beißen wir eben nicht, weil die ja kaputt gehen könnten und neue unbezahlbar wären.
Nur von 12:00 Uhr bis Mittag zu denken ist einfach aber unangebracht.

Gast
"Schwerer Schlag gegen den Tourusmus" ?

Mag sein, aber zur vollständigen Wahrheit gehört auch:
"Umsätze gehen verloren, die Kasse bleibt leer."
Das allein steht im Vordergrund.
Haben die Hoteliers denn in den Jahren zuvor ihre Steuern bezahlt?
Bei meiner Urlaubsreise 2008 nach GR wollte das Hotel nur Bargeld sehen, meine Scheckkarte wurde ja über eine Bank abgerechnet.
Die gleiche Erfahrung habe ich dann 2010 noch einmal machen müssen, obwohl ich bei der Anreise gefragt hatte, ob die Bezahlung der Rechnung mit EC-Karte möglich sei.

Gast

Abgesehen von der überfälligen Abkehr von den neumodischen Freihandelsirrlehren und der Rückkehr zur Staats- und Wirtschaftslehre des Aristoteles - „Unter den notwendigen Ämtern ist die Fürsorge für den Markt das erste. Da muß ein Amt bestehen, das die Aufsicht über die Geschäfte und die Ordnung führt. Denn so ziemlich alle Staaten sind gezwungen, untereinander zu kaufen und zu verkaufen, damit jeder die notwendigen Güter erhält.“ – täte Griechenland gut daran sich auf seine alten Stärken zu besinnen und sich wieder dem Handel, der Seefahrerei und dem Gewerbe zu widmen, denn so schön und bequem der Fremdenverkehr auch sein mag, ein Volk von zehn Millionen Menschen vermag er nicht zu ernähren und lange Zeit waren die Griechen als Händler und Handwerker sehr erfolgreich tätig und vermochten hier selbst den Phöniziern, als Archetypus des Händlervolkes, das Wasser abzugraben. Die Wirtschaftswirren werden kein Ende nehmen, bevor das Land eine tragfähige Volkswirtschaft erhalten hat.

ricosi64
@karnevil: Rentenkasse geplündert...

So ganz Unrecht hat spieler nicht mit der Plünderung der Rentenkasse durch Dr. Kohl; es war der hoffnungslos überzogene und gegen einhellige Expertenmeinung festgelegte Umtauschkurs 1:1 Ost-/Westmark, der natürlich auch die (defacto nicht vorhandenen) Rentenguthaben der DDR betraf.

Ich gönne das jedem einzelnen, der davon profitiert hat, aber man muss eben sehen, dass zum Zeitpunkt der Staatspleite der DDR (und nichts anderes haben wir erlebt) die alten Rentenguthaben keinen Gegenwert mehr hatten - es war einfach nichts mehr da.

Dr. Kohl hat diese wertlosen Guthaben über Nacht zu stattlichen Vermögen aufgewertet. Auf wessen Kosten ist das wohl geschehen?

Bikky-kun

Was unsere Sozial- und Rentensysteme wirklich belastet und ausplündert ist die Beitragsbemessungsgrenze... eine höchst asoziale Abkoppelung von hohen Einkommen.

Jemand, der 20.000 Euro Brutto im Monat verdient bekommt mehr als doppelt so viel Rente, als einer mit 7.000 Euro, aber er zahlt die GLEICHE Menge ein.

DAS ist asozial und plündert die Rentenkassen...