Kommentare

Wutbürger und Technikbefürworter

Viele glauben, dass ein Streit herrscht zwischen Technologiebefürwortern und Gegnern. Ob Fluglärm, Atomenergie oder Bahnhofmodernisierung, es wiederholen sich die Muster der Argumentationen.
Dabei wird leicht übersehen, dass die Reglementierung von negativen Auswirkungen den Antrieb zu neuen Innovationen bieten. Ein Flugzeug, dass über lärmreduzierte Turbinen verfügt ist nämlich durchaus denkbar, aber welche Fluggesellschaft wird in solche Technikentwicklungen investieren, wenn es keine Anreize dafür gibt.
Hinter den selbsternannten Nichtwutbürgern und Technikbefürwortern verbergen sich nicht selten Menschen, die aufgehört haben über eine bessere Zukunft nachzudenken

@luscinia in tenebris

Na klar, und die ganzen ausländischen Fluggesellschaften investieren dann einen Haufen Geld, um in FFM landen zu dürfen. Da wird dann eben London oder Paris mehr angefolgen. Solche Regelungen funktionieren nur auf internationaler Ebene. Genau wie eine Finanztransaktionssteuer in Deutschland den Handel einfach ins Ausland treiben würde. Von daher: tenebris ja, aber luscinia?

Das Wachstum frisst seine Jünger

Ich habe den Eindruck, dass dem ewigen Wachstum und der Rendite immer mehr geopfert wird. Ich wohne im Bereich einer Einflugschneise des Frankfurter Flughafens. Vor einer Woche wurde den Hausbewohnern mitgeteilt, dass die Mieten um 14,7% erhöht werden. Das Ergebnis von Verdi lag bei 3,15%. D.h. fürs gute Wachstum und die Rendite muss ich mich anteilig noch mehr krumm machen. Jetzt stiehlt mehr der Flughafen durch die neue Landebahn, die damit veänderten Flugrouten und die Nachtflüge auch noch meinen Schlaf. Daran ist nämlich nur an 6 Stunden zu denken, nämlich zwischen 23h und 5h. Selbst da wird man 17x durch Flieger gestört.
Es ist Zeit die Frage zu stellen, wie viel Gesundheit, Umwelt und Mensch wir dem Wachstum opfern wollen. Ich denke auch, dass es langsam kontraproduktiv wird, weil die kleinen Arbeitssklaven durch diese Entwicklung sogar an Leistungsfähigkeit einbüßen, worunter die Produktivität leidet. Dieser Wahnsinn muss gestoppt werden.

Was tun bei Fluglärm? Man hat

Was tun bei Fluglärm? Man hat mit der Wahl des Wohnortes die Entscheidung selbst in der Hand, ob man Fluglärm vor der Haustür haben will oder nicht!

Es ist die Frage zu stellen wem nutzt der Flugverkehr

Immer häufiger sehe ich diese Kondensstreifen am Himmel. In meiner Kindheit waren das nie so viele. Heute wird das Flugzeug aber als Transportmittel subventioniert und ist eigentlich nur bezahlbar weil Steuergelder in die Airbustechnology einfliessen und weil Kerosin so gut wie gar nicht besteuert wird. Fliegen ist dem Schadenspotenzial nach einfach zu billig. Wir leben schließlich in einer beginnenden Informationsgesellschaft und wir müssen nicht überall hinfliegen. Videokonferenzen und andere technische Errungenschaften können diese Vielfliegerei eigentl. eindämmen. Es wird viel zu wenig gemacht denn das ganze ist ja auch ein riesiges Geschäft. Die Betreiber werden wohl kaum in den Einflugschneisen wohnen und die anderen ja die sind diesen völlig egal.
Alle wollen alles jederzeit überall haben, das ist etwas das wir uns abgewöhnen müssen und dann sollte jeder mal überlegen ob es wirklich 3x /Jahr Flugurlaub sein muß. Wir können alle mithelfen da was zu ändern.

RE: 4. April 2012 - 6:55 — anner

Sie treffen den Nagel auf den Kopf: "Dieser Wahnsinn muss gestoppt werden". Was ist der Wahnsinn? Dass Lebensqualität und Wohlbefinden dem Tanz ums goldene Kalb (Wachstum, Geld, Gier) geopfert wird. Was das für Folgen hat steht schon in der Bibel. Die so genannten Wutbürger erkennen dies und scheinen mir z.Zt. die einzig vernünftigen Menschen zu sein. Ich bin der Meinung, dass die Wirtschaft dem Menschen zu dienen hat, nicht der Mensch der Wirtschaft. Leute, die der Ansicht sind, dass sich durch Menschen gerechte Auflagen das Wirtschaftswachstum dann wo anders abspielt sage ich: Gott sein Dank und wunderbar, dann habe ich endlich meine Ruhe, meine frische Luft, meinen gesunden Schlaf, meinen inneren Frieden. Das alles ist mir 1000 Mal mehr Wert als ein schnelleres Auto, ein unterirdischer Bahnhof, die Paketzustellung in 6 Stunden, als der nächste Erholungsurlaub (den brauche ich dann nämlich nicht mehr). Ich verstehe Leute, die diesen Wachstumszirkus FREI-willig mitmachen nicht.

RE: 4. April 2012 - 7:09 — Commentator

Sie schreiben: "Was tun bei Fluglärm? Man hat mit der Wahl des Wohnortes die Entscheidung selbst in der Hand, ob man Fluglärm vor der Haustür haben will oder nicht!"

Das ist doch nur Theorie. In der Praxis wohnen in diesen Zonen auch Alte, Behinderte, Arme und Kinder. Für die ist die Umzieherei entweder gar nicht möglich, sehr beschwerlich oder hat andere gravierende Nachteile, z.B. ein erheblicher Geldverlust. Es wird noch etwas dauern, bis allen Menschen klar ist, dass Lärmverschmutzung mindestens so schädlich ist wie das Passivrauchen. Die Verursacher müssen in ihre Schranken gewiesen werden - den anderen Schutzmaßnahmen aufzubürden ist zynisch, verlogen und im höchsten Maße ungerecht.

Eisenbahnlaerm

Bahnhoefe sind im Zentrum und es sind weit mehr Menschen vom Laerm der Zuege betroffen als vom Fluglaerm, - und keiner beschwert sich, warum eigentlich nicht?
Es gibt kein Nachtfahrverbot fuer Zuege und Gueterzuege fahren sehr viel nachts und machen mehr Laerm als Flugzeuge. Die Eisenbahn wird als Gott gegeben hingenommen, ja sogar promotet.
Neue Flughaefen wie z.B. MUC werden immer weiter ausserhalb dicht besiedelter Gebiete gebaut und wir muessen immer groessere Anfahrtstrecken und Kosten in Kauf nehmen, von der zusaetzlichen Umweltbelastung einmal ganz zu schweigen.
Die ganze Diskussion ist mir zu polemisch. Ich kenne eine ganze Reihe von Leuten, die wegen der guenstigen Preise in Flugschniessen bauen und sich anschliessend beschweren, ein Baustopp haette schon lange verhaengt werden sollen, nicht gegen den Flughafen, sondern gegen die Haeuslebauer in Einflugschneisen.

@Tollschock

Ich denke mal, dass mittlerweile die Urlaubsflüge den geringsten Anteil ausmachen, im Flugverkehr. Das Problem sind doch eher Geschäftsreisen und Güterverkehr mittlerweile (denke ich mir, mag auch anders sein)...

Ehrlich gesagt frage ich mich, wieso sich die Anwohner beschweren mögen? Ich würde doch nienienie(!) in die Nähe eines Flughafens ziehen. Auch nicht ins weitere Umfeld, denn in der heutigen Zeit kann man sich ausrechnen, wie schnell so etwas wächst und mehr wird. Da haben wohl günstige Grundstückspreise eine große Rolle gespielt und nun wird sich beschwert.

Frankfurt IST nunmal ein internationaler Flughafen, durch Zeitverschiebungen landen die Maschinen dann eben auch Nachts, das ist nicht zu ändern. Wo soll man so einen Flughafen denn hinbauen? Weitab jeder Zivilisation? Dann ist er nicht so erfolgreich.
Wenn er verkleinert würde und damit Arbeitsplätze abgebaut würden, dann gäbe es auch wieder ein Gerangel (wahrscheinlich sogar die gleichen, die nun über Lärm schimpfen)...

@luscinia in tenebris

Ich wohne am Stuttgarter Flughafen (allerdings parallel zum Rollfeld) und bin für den neuen Bahnhof S21. Da ich für mich entschieden habe, dass der neue Bahnhof viele Vorteile hat und ich mich bewusst entschieden habe, eine Wohnung in Flughafennähe zu beziehen, bin ich nun also jemand, der, wie sagen Sie es so schön, "aufgehört hat über eine bessere Zukunft nachzudenken"... na herzlichen Dank. Genau das ist das Problem am "Wutbürger". Er akzeptiert nicht, dass es auch andere Meinungen geben kann.

Ich werde so lange am Flughafen wohnen, solange ich es dort für sinnvoll halte. Wenn es mir zuviel wird, ziehe ich eben um. Das mag nicht für jeden möglich sein, ist aber eine Möglichkeit für viele. Wir benötigen eine gute Verkehrsinfrastruktur und einen guten Städtebau, dafür müssen wir auch etwas opfern.

Das menschliche Gehör ...

.
...ist das 1zige Sinnesorgan, das man nicht "abstellen"
kann. Zudem = medizin. nachgewiesen, daß (Flug)Lärm
dauerhaft krank macht (zB Bluthochdruck, Herzinfarkt).

Leider befindet sich das Gros deutscher Flughäfen viel zu
dicht am Rand großer, zusammenhängender, bebauter Wohn-
gebiete (Rhein-Main) oder an der Peripherie 1er Groß-
stadt (Berlin-Schönefeld). Ich werte das als mehr als
nur 1en groben Fehler im Bereich der Luftverkehrsplan-
feststellung (weil viel zu sehr von polit. Interessen
durchsetzt).

M1es Wissens = da der Franz-Josef-Strauss-Flughafen,
ca. 60 km von München entfernt, eine passable Ausnahme
(leider wiederum nicht für die Bevölkerung im Erdinger
Moos).

Bes. Startbahnen + Flugrouten dürften zudem k1esfalls
über große Wohngebiete ausgerichtet s1, bzw.
darüber hinweg führen (Planungsfehler)

1fach wegziehen, wie es Commentator meint, = zu 1fach
(Arbeitspl., Eigenheim, etc.).

Interim:4-fach-Schallfenster auf Kosten d. Flughäfen!

Der Gesetzgeber hat vehement versagt !

@ tollschock

"Das Fliegen ist zu billig!" Hoffentlich liest das keiner unserer raffgierigen Politiker. Die sind da sehr einfallsreich, neue Abgaben zu erfinden.

Ich glaube auch nicht, dass Ihre Einschätzung bezüglich der Urlauber zutreffend ist. Auf der ganzen riesigen Lufthansa - Flotte sitzen kaum Urlauber. Linienflüge sind in aller Regel schon heute zu teuer für diesen Zweck. Der ganze Frachtverkehr (lassen Sie sich auf der Zunge zergehen: In 2011 waren es 2,2 Millionen Tonnen) hat auch nichts mit Urlaub zu tun. Dafür wird er überwiegend nachts abgewickelt.

Und last but not least: Es gibt in diesem Land unheimlich viele, die sich nicht einmal eine, geschweige denn 3 Urlaubsreisen leisten können.

Wie wird

das eigentlich woanders gehandhabt?

Es gibt doch auch die vielgenannten anderen Großflughäfen, die ja wohl auch mit Fluglärm zu kämpfen haben müssten, bzw die Anwohner.

Ist man in Großbritanien, Frankreicht etc. Lärmunempfindlicher oder sind die Flugruten anders geplant ?

Continuous Descent

 
Continuous Descent nur an schwächer frequentierten Flugplätzen?

Das ist falsch.

Das Verfahren wird u.a. in London Heathrow (LHR) und in Los Angeles (LAX) eingesetzt. Es funktioniert - mit größerem Aufwand für die Flugsicherung. Liegt da vielleicht das Problem ??

Der Vergleich mit dem rollenden Auto hinkt natürlich gewaltig. Flugzeuge bewegen sich in drei Dimensionen. Bei geschickter Planung kommen sie im richtigen Abstand an der Landebahn an, auch im Gleitflug.

Das spart Sprit und ist deswegen auch im Interesse der Flugzeugbetreiber.

Standorte von Flughäfen

Voltaire_deux schreibt:
"Leider befindet sich das Gros deutscher Flughäfen viel zu dicht am Rand großer, zusammenhängender, bebauter Wohngebiete (Rhein-Main) oder an der Peripherie 1er Groß
stadt (Berlin-Schönefeld). Ich werte das als mehr als
nur 1en groben Fehler im Bereich der Luftverkehrsplan-
feststellung (weil viel zu sehr von polit. Interessen
durchsetzt)."

Natürlich befinden sich Flughäfen in der Nähe der Ballungsgebiete, wo sollten sie denn sonst hin? Sollen wir einen Flughafen für Berlin auf die Mecklemburger Seenplatte packen? Den Stuttgarter könnten wir auf die Schwäbische Alb bauen... auch nein, da wohnen ja auch Menschen. Das Problem ist doch, dass erstens Flughäfen gebaut und genutzt werden, um Menschen zu befördern oder Waren, die für Menschen gedacht sind und dass zweitens in Deutschland schlicht keine "unbewohnten" Gebiete vorhanden sind, die nicht mindestens unter Naturschutz stehen. Es bleibt also gar nicht anderes übrig, als bei Ballungsräumen zu bauen.

Ich finde die Fliegerei auch

Ich finde die Fliegerei auch nervig, ich wohne nur an einem kleinen Flughafen, aber das reicht.

Auch nervig ist, dass die Dinger schon mal Fäkalbomben runter schmeissen, und das UNERHÖRTESTE, niemand sieht sich zuständig. Man sollte den Anstand haben, bei Schäden einen allgemeinen Fond in Anspruch nehmen zu können, in den jede verd****te Airline einzahlt.
Ich glaub ich steht im Wald!

Eine Lösungsmöglichkeit

wäre m.E. die Besteuerung des Flugtreibstoffes.
Durch die einseitige "Subventionierung" des Luftverkehrs werden nämlich massenhaft Transporte (sowohl Urlaubs- als auch Fracht-) in die Luft statt z.B. auf die Schiene gebracht und vermutlich auch die Quantität unnötig vergrößert.
Negative Folgen wären kostspieligere Waren und höhere Preise für Urlaubsreisen bei großen Entfernungen, positive z.B. geringere Lärmbelastungen und Schadstoffemissionen. Nicht zu vergessen die Steuereinnahmen...

Und Geschäftsreisen müssen in Zeiten der ständigen multimedialen Präsenz auch nicht immer physisch durchgeführt werden ;)

mal bei der Realität bleiben!

Klar, jeder der an einem Flughafen wohnt, der hat schon manches auszuhalten. ABER, der Flughafen Frankfurt ist ja nicht erst seit gestern dort. Viele Häuslebauer haben dort gebaut, obwohl der Flughafen schon seit Jahren dort ansässig ist. Es konnte jeder davon ausgehen, dass die Starts und Landungen nicht weniger werden. Immer dann aber nach dem Staat, nach Verbote zu schreien - Nein.
Wer an der Mosel auf Uferhöhe sein Häuslein baut, der weiß, dass es Hochwasser gibt. Wer an einer Bahnstrecke wohnt, der weiß, dass Züge dort fahren, das ist der Sinn dieser Verkehrswege. Wer an einer breiten Straße wohnt oder dort baut, der weiß, dass Autos dort fahren.
Man hätte es wissen können - demnach sehe ich keinen Handlungsbedarf.

Lösung? wie einfach es doch sein kann.

Einfach nicht fliegen. Fliegen ist die wohl umweltschädlichste Art der Fortbewegung und damit lässt mans einfach.

Es gibt keinen wirklichen Grund zum Fliegen.

Lärm?

Zugegeben, laut sind sie schon, die Flugzeuge. Aber wir sind nun mal von Geräuschen umgeben. LKW, PKW, Motorräder, Strassenbahnen, Müllabfuhr, Strassenreinigung, Staubsauger, Dunstabzugshauben, die Musik der Nachbarn u. u. u., sind alles Geräusche, die hinsichtlich Schalldruck den Flugzeugen vergleichbar sind. Unbestritten ist, dass Lärm krank macht. Aber Lärm entsteht im Kopf. Nur ich allein entscheide, ob ich ein Geräusch, unabhängig von der Lautstärke, als störend und somit als Lärm empfinde. Wenn ich schlafen will, schlafe ich und wenn ich schlafe, höre ich keine Flugzeuge. Ich wohne übrigens in einer Anflugschneise von Rhein-Main. Ich sehe es halt gelassen, deshalb macht es mir auch keinen hohen Blutdruck. Aber die meisten Menschen brauchen halt das Adrenalin, weshalb sie immer etwas finden, worüber sie sich aufregen können.

Wahl des Wohnortes - hohles Totschlagargument

Es wir immer wieder argumentiert daß

- die Leute wegen billiger Grundstückpreise in Flughafennähe gezogen seien.

Das mag in einzelnen Fällen zutreffen. Man muß aber vor allem sehen, daß sich der Luftverkehr gerade in den letzten 20 Jahren drastisch entwickelt hat und damit erst der Preisverfall kam. Von Erweiterungsprojekten wie Frankfurt und Berlin gar nicht erst zu reden.
Zu dem Zeitpunkt standen die meisten Häuser schon, und die Besitzer sehen sich einem Immobilienverlust gegenüber den der Verursacher nicht ausgleichen muß.

- man ja wegziehen könne.

Das ist (für Eigentümer) in erster Linie ein finanzielles Problem, nachdem das fluglärmverseuchte Eigenheim nicht viel Einbringen wird. Desweitern müssen ja auch noch nicht unerhebliche andere Kosten, zumidest die Grunderwerbssteuer gestemmt werden.
Nur schafft "Umziehen" das Problem ja nicht aus der Welt. Entweder steht nacher alles leer, oder die neuen Bewohner werden krank vom Lärm.

Wenn ich mir so manche...

Kommentare hier so durchlese, z.B. von "Des Volkes Stimme" weiß ich nicht ob ich lachen oder heulen soll.
Ohne Flugverbindungen käme der gesamte Planet wirtschaftlich zum Erliegen. Man hat das ja bei der Aschewolke ansatzweise sehen können.

Das nächste Dort am FRA heißt nicht umsonst "Zeppelinheim", da hier schon vor rund 85 Jahren Flugverkehr stattfand. Meiner Meinung nach dürften Anwohner, die nach 1980 in die Region um den Flughafen gezogen sind (Zeiten der alten Krachmacher wie 707/727/BAC 1-11 etc)überhaupt kein Recht auf Demonstrationen etc. haben. Der Flughafen war vorher da. Es gab zwar noch nicht so viele Flugbewegungen, dafür waren die einzelnen Flugzeuge im Schnitt 200-300% lauter.

Über eine Besteuerung von Kerosin nachzudenken ist eine gute Idee, jedoch leider vollkommen unrealistisch da es nicht von allen Ländern getragen würde und somit Airlines aus besteuerten Ländern sofort pleite gehen würden.

@maschmi78

"Natürlich befinden sich Flughäfen in der Nähe der Ballungsgebiete, wo sollten sie denn sonst hin? Sollen wir einen Flughafen für Berlin auf die Mecklemburger Seenplatte packen?"

Speerenberg hätte gereicht, sozusagen nach Münchner Vorbild, und die 2000 dort wohnenden Menschen hätte man umsiedeln können, wird in Braunkohleabbaugebieten auch regelmäßig gemacht.
Und dann über eine Magnetschwebebahn anbinden, wie in Shanghai - wer hatte die Technik nochmal entwickelt?

Also, alles schon da - Standortwahl a la München, Umsiedeln a la Manheim (das Dorf siedelt gerade um), Anbindung a la Shanghai. Aber unsere politischen Entscheidungsträger schauen ja nicht über den Tellerrand.

Die Standortwahl für den neuen Berliner Großflughafen ist mit eine der dümmsten politischen Entscheidungen der letzen 20 Jahre (und derer gibt es viele).

@Aachen

Ein schönes, einleuchtendes Argument. Man liest es immer wieder. Leider wird es davon nicht richtig. Fakt ist: die umliegenden und vom Fluglärm betroffenen Gemeinden und damit ca. 90% der Wohnbebauung gab es lange vor dem Flughafen. Es ist einfach nur üble Polemik, zu behaupten, jemand würde absichtlich sein Haus in eine Einflugschneise bauen, weil es da billig ist, um sich dann über Fluglärm zu beschweren.

Frage der Prioritäten

Solange man nicht selbst betroffen ist, schwadroniert es sich relativ einfach. Z.B. "sollen die Leute doch wegziehen".
Manches Haus wurde gebaut, bevor es Nachtflüge gab. Nachtflüge waren früher nicht abzusehen - ich spreche von Hannover, wo eine sehr anwohnerfeindliche Politik gefahren wird (übrigens noch aus Röslers Feder).
Eine Nachtflugerlaubnis senkt Kosten, leuchtet ein. Aber Nachtflüge müssen nicht sein. Es wäre z.B. auch billiger für die Industrie, wenn sie ihre Abwässer nicht klären müsste. Es ist aber gesellschaftlicher Konsens, dass uns saubere Gewässer wichtiger sind. Ebenso sollten uns meiner Meinung nach auch ruhige Nächte etwas wert sein.
Dass Flughäfen ein wichtiger Wirtschaftsfaktor sind, ist ja nachvollziehbar. Aber Logistik und Urlaubsflüge (um die gehts hauptsächlich in Hannover) müssen nicht auf Kosten der Anwohner möglichst billig gehalten werden.
Diese Nachtflüge sind wirklich extrem nervig. Daran ändern auch Schallschutzmaßnahmen nichts Wesentliches.

Übrigens....

ist der Flughafen Frankfurt mit ca. 75.000 Arbeitsplätzen der größte Arbeitsplatz in Deutschland.
Wenn man im Schnitt unterstellt, dass Partner und 1,75 Kinder von einem Arbeitsplatz abhängig sind, sind gut 200.000 Menschen von diesem Flughafen äbhängig.

Fluglärm:
Rein dezibel-technisch ist jeder LKW, Güterzug und stark befahrene Strassen deutlich lauter als Flugzeuge.
Was würde wohl passieren, wenn Omma Erna aus Essen, Wohnort seit 50 Jahren zwischen Bahngleisen und Stadtautobahn den Mund aufmacht? Genau, nichts.
Ich fahre jeden Tag mit der Bahn zur Arbeit und bin immer wieder erstaunt, dass ich das Lied meines Sitznachbarn mitsingen kann, obwohl der Kopfhörer aufhat.
Also mal immer schön den Ball flach halten...

@Des Volkes Stimme

Sie meinen also, dass Flugzeuge besonders umweltschädlich sind, und wir deshalb alle lieber Auto fahren sollten? Denken Sie wirklich, dass ein Flugzeug, in dem 200 Passagiere sitzen, umweltfreundlicher ist als - sagen wir optimistisch - 70 Autos, die die gleich Strecke fahren?

Ich habe das nie nachgerechnet, glaube es aber beim besten Willen nicht.

Ich würde vielmehr die unzähligen Regionalflughäfen schließen und die Konzentration auf 7-8 große Flughäfen vorantreiben.

Übrigens: Über höhere Steuern würde man aber wieder nur die einheimischen Fluglinien treffen. Wir sehen die Diskussion ja gerade bei dem CO2-Emmissionsrechten. Wir tun uns auf dieser Welt nun mal extrem schwer mit globalen Lösungen.

Einen hab ich noch:

Da ich in Düsseldorf leben:
In den Ortschaften Meerbusch und teilweise Ratingen (Einflugschneise) sind in den 1970er und 80er Jahren die Grundstücke für düsseldorfer Verhältnisse für "nen Appel und nen Ei" verkauft worden. Weil da Fluglärm ist.
Dann gabs von Land noch die Doppelverglasung für lau dazu. Und diese Leute leben dort 30 Jahre, gehen eines schönen Morgens aus der Tür und wundern sich über Fluglärm und demonstrieren??? Schuld ist ganz klar die Stadt Düsseldorf bzw. der Kreis Mettmann. man hätte diesen Spinnern gleich eine Klausel in den Kaufvertrag schreiben müssen: Demo gegen Fluglärm = Bulldozer und Haus weg. Mein Respekt gilt dem kleinen (und hübschen) Dorf Lohausen. Slogan: das Dorf zwischen Messen und Flughafen) Nette Gegend, hohe Grundstückspreise wegen der Nähe zum Rhein und so gut wie keine Probleme mit den Anwohnern, und das obwohl man dort sehen kann, ob sich der Pilot morgens ordentlich rasiert hat!

@forsbach: Wohnort

Ich stimme mir Ihnen überein, dass das Argument "Wechsel des Wohnortes" nicht pauschal gelten kann. Allerdings war auch vor 20 Jahren schon klar, dass der Flugverkehr zunehmen würde. Nehmen Sie Stuttgart: dort wird schon seit vielen Jahren über eine zweite Startbahn gesprochen, dann wird das Thema wieder auf Eis gelegt und wieder aufgetaut. Es ist absehbar, dass wir in 15 oder 20 Jahren eine weitere Startbahn haben werden (selbst wenn die Grünen dann noch regieren). Die Region wächst, der Bedarf an schnellen Verbindungen in alle Welt wächst mit. Noch wird das dadurch ausgeglichen, dass die Flugzeuge immer größer werden, was aber auch endlich ist. Das bedeutet, dass wer heute im Umland des Flughafens baut oder kauft, genau weiß, was auf ihn zukommt. Genauso ist das an den anderen Flughäfen. Sie werden tendenziell größer, nicht kleiner. Und solange wir Flughäfen nicht unter die Erde verlegen können, bleibt das ein Problem. Aber selbst dann wäre wieder jemand dagegen: siehe Bahnhof.

Man ist dort lärmunempfindlicher

bzw. wird meistens überhaupt nicht gefragt.
Besonders in Ländern außerhalb von Europa gibt es Diskussionen wie Nachtflugverbot überhaupt nicht.
Man hat dort aber auch nicht alle 50 Km einen Regionalflughafen sondern wenige, dafür große und funktionierende Flughäfen. Meiner Meinung nach sinnvoller, ich muss nicht von Düsseldorf nach Frankfurt fliegen, da fährt auch die Bahn.
Aber die fährt mit Strom und wer will schon direkt neben einem Kraftwerk wohnen... ;-)

@ Des Volkes Stimme das ist

@ Des Volkes Stimme

das ist falsch. Fliegen verbraucht weniger Energie als z.B.
Auto fahren und ist der einzig sinnvolle Weg grosse Strecken
schnell zu überwinden. Welches Leben führen Sie ?

Finde ich gut!

Das Bundesverwaltungsgericht hat entschieden, zurecht wie ich finde.

Wasch mir den Buckel, aber mach mich nicht nass.

@anner, @Avedus
Ich möchte Ihnen ja nicht zu nahe treten, aber in Mecklenburg-Vorpommern gibt es große Gebiete, wo Sie für die Hälfte der Miete im Frankfurter Raum direkt im Stadtzentrum wohnen können, die Mieten sinken teilweise sogar und Sie haben dort unglaublich viel Ruhe, viel Wald in der Umgebung, Idylle pur.

@tollschock
Die Passagiere machen nur einen Teil des Flugverkehrs aus. Das Obst und Gemüse, Fleisch und Fisch im Supermarkt kommt teilweise frisch aus Südamerika und Südeuropa per Flugzeug. Haben Sie sich mal gefragt, warum ein Brief bundesweit in ein/ zwei Tagen da ist, europaweit oft in drei Tagen. Sie wären überrascht, wenn Sie mal in den "Stauraum" einer Passagiermaschine schauen würden.

Zuviel Mobilität

Für meinen Teil kenne ich sowohl Fluglärm als auch Bahnlärm. Beides ist wirklich lästig.
Doch warum hat das so sehr zugenommen?
Weil der Konsument m.E. darauf trainiert wurde, dass alles immer und vor allen Dingen schnell verfügbar ist.
Lagerhaltung ist dagegen gerechnet mittlerweile auch teuer, daher transportiert man generell mehr "in time", auch bei nicht frisch zu haltenden Gütern.
Wir alle haben uns auch immer mehr daran gewöhnt, dass es z.B. frische Früchte aus den Tropen gibt (die man nicht immer mit dem Schiff bringen kann) und sonstige "dringenden" Güter.
Die Globalisierung hat sicher gute Seiten, aber eben auch negative Auswüchse, und dies ist einer davon.
Man sollte wieder etwas regionaler handeln, beim Reisen und beim Konsumieren.
Diese übertriebene Mobilität kann nicht gesund sein, und hier rede ich nicht nur von dem Lärm. Wenn jemand ständig z.B. auf Dienstreise muss, ist das irgendwann fast jedem zuviel. Daher überlegen, wo es wirklich nötig ist.

Der kreis Groß-Gerau

in dem z.B. das stark vom Fluglärm betroffene Kelsterbach liegt hatte 1933 70.000 Einwohner, damals gab es schon den Flughafen. 1960 waren es ca. 160.000
(es gab schon jede Menge Düsenflugzeuge)
1998 waren es 230.000 und selbst in den letzten 20 Jahren sind noch über 22.000 Menschen in den Kreis gezogen. Und das trotz "demografischen Wandels"

Es ist dort für die Region Rhein/Main "billiger" und man beschwert sich hinterher über Fluglärm. So sind die Menschen halt.

Quellen:
http://de.wikipedia.org/wiki/Kreis_Gro%C3%9F-Gerau
http://www.verwaltungsgeschichte.de/gerau.html

Danke, genau meine Meinung.

Danke, genau meine Meinung. Aber in Hessen baut man jetzt ja Kassel-Calden, anstatt sich um die Probleme in Frankfurt/Main zu kümmern.
Bayern kommt als größtes Bundesland mit 2 Airpors aus (MUC/NUE) Bei uns in NRW haben wir Düsseldorf, Köln, Dortmund, Paderborn, Münster, Mönchengladbach, Weeze. Alle unterliegen irgendwelchen Beschränkungen, sind nur teilweise an die Bahn angeschlossen usw usw...
Und das dank jahrelanger rot-grüner Landesregierung, danke für den Umweltschutz :-)

Es ist schon fast alles gesagt,

aber der Frachtsektor spielt auch tüchtig mit !
Frisches Lammfleisch aus Australien, gerade jetzt, zum halben Preis des deutschen. Rosen nicht aus Athen, nein aus Simbabwe und Usambara-Veilchen, und Weine aus Chile und Kalifornien, viel billiger als deutsche oder europäische.
Die Protestanten sind auch sicherlich zu einem großen Teil die selben, die sich 2, 3 mal im Jahr eine Urlaubs-Flugreise leisten oder von Hannover nach FFm fliegen statt die Bahn zu nehmen, obwohl die Zeitersparnis zu vernachlässigen ist.

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