Kommentare

Musterschüler und Denkfehler

Da ist Portugal also das, was Musterschüler genannt wird. Demnach kann es kein gutes Zeichen für die eigenen Theorien sein, wenn der Musterschüler jetzt in eine Rezssion geht oder sonstige wirtschaftliche Misserfolge zu verbuchen hat.

Die Europäische Union und dort vor allem mächtige Staaten wie Deutschland und Frankreich sollten ihre Theorien fachkundig überprüfen lassen und dafür sorgen, dass die anderen europäischen Staaten von ihnen nicht wie die Lemminge in den Abgrund geführt werden.

Allem voran muss Deutschland den Weg einer aggressiven Exportpolitik und der damit zunehmenden Verschuldung insbesondere der Hauptimportländer in Europa überdenken. Ansonsten werden die anderen Länder in die Schuldenfalle getrieben und am Ende muss noch der Steuerzahler in Deutschland dafür aufkommen. Freilich hier nicht die superreichen Vertreter der Exportindustrie.

Das kann doch so nicht funktionieren!

Die "Sanierung" ist doch nur von kurzer Dauer, so dasss man nicht von einer echten Sanierung sprechen kann.

Das Volk wird -genau wie in Griechenland und Spanien- bald auf die Straße gehen.

Von Griechenland hat man schon eine Weile nichts mehr gehört. Das ist doch auch irgendwie merkwürdig.

Armes Portugal

Sein Weg ist vorgezeichnet. Die genannten Institutionen sind ausschließlich daran interessiert, den Wert der Staatsanleihen (=Kapitalanlagen) zu erhalten. Und sie müssten eigentlich wissen, dass ihnen nicht einmal das gelingen wird.

Die Zusammenhänge sind doch so einfach: weil angelegtes Kapital Zinsen verlangt, muss die Wirtschaft nominal wachsen. Wo soll das Geld denn sonst herkommen, wenn nicht über neue Schulden? Wenn jetzt überall gespart werden muss, schrumpft die Wirtschaft aber, denn es wird ja weniger ausgegeben. Da die Zinsen aber trotzdem gezahlt werden müssen, erhöht sich der Anteil des Kapitaldienstes am Gesamten. Im nächsten Jahr muss also noch mehr gespart werden. Die Rezession ist absehbar.

Horden von Volkswirten werden beschäftigt, aber ihr einziger Job scheint darin zu bestehen, diese ganz einfachen Zusammenhänge zu vernebeln. Und ein ganzes Land geht darüber vor die Hunde.

Immer das Gleiche

Durch Lohnzurückhaltung und Niedriglohnsektor werden wir zur großen Exportnation, was den großen Unternehmern die Taschen füllt und weil wir so alle Konkurenz in den umliegenden (und anderen Staaten) ersticken, muss der Steuerzahler dafür aufkommen, dass diese Länder vor der Pleite gerettet werden.

Der große Gewinn für die Wirtschaft und die Finanzhilfe bezahlen nicht diejenigen die diese Schieflage verursacht haben, sondern die Allgemienheit.

Tolle neue Welt und das Europa von dem man uns versprochen hat es würde Alles für Alle besser.

Im Massenvergleich

sind Portugals Schulden ähnlich hoch wie die Deutschen.

Da kann man schonmal schöne klinische Studien betreiben wohin uns Schäuble und Co. in den nächsten 5 Jahren treiben werden.

Erst Schlecker...nun Q-cells...nächste Woche Opel - schon wieder -

Aber das merkelsche Sandmännchen streut noch eifrig weiter...

Exportwirtschaft

Nachdem hier mehrfach auf die deutsche Exportwirtschaft eingeprügelt wird, stelle ich mal eine Gegenfrage: wenn ich die Kommentatoren hier richtig verstanden habe, ist unsere Exportwirtschaft nur deshalb so gut, weil wir "billig" in Deutschland produzieren. Muss ich das wirklich kommentieren? Aber ok. Die Schlussfolgerung wäre also, dass wir in Deutschland massiv die Löhne erhöhen, damit wir die Exportgüter, die produziert werden, in Deutschland konsumieren: also Autos, chemische Produkte, Maschinen etc. Oder, wir konsumieren diese nicht und vernichten Arbeitsplätze, weil ja weniger benötigt wird. Richtig?

Mal abgesehen davon, dass höhere Löhne unsere Inflation antreiben, die EZB dagegen aber nichts tun kann, weil sie sonst wieder die maroden Südländer in die Enge treiben würde (höhere Zinsen).

Aber mal ganz einfach gefragt: Wie soll der deutsche Staat die Exportwirtschaft dazu bringen, nichts mehr zu exportieren? Oder zumindest weniger?

@ maschmi78

Das ist eine sehr interessante Frage. Allein auf die Tatsache,dass wir in Deutschland so "billig" produzieren, kann man den Exporterfolg nicht reduzieren. Auch zu DM Zeiten und als es in Deutschland noch gute Reallohnzuwächse gab, brummte unser Export. Vor Agenda 2010 war die Wirtschaft aber rückläufig.
Agenda 2010 machte Deutschland international wieder konkurrenzfähig. Ich glaube das Problem liegt auch darin begründet, dass überwiegend in den Südländern die Löhne massiv gestiegen sind (vielfach um 20%). Die Waren dieser europäischen Länder wurden also für den Export zu teuer. Und die z.B. Spanier mussten für die im eigenen Land hergestellten Produkte ebenfalls viel zahlen. Deutsche Waren waren immer für ihre Qualität bekannt. Spanische Waren, was für eine Qualität haben die? Stimmt da das Preisleistungsverhältnis?
Wahrscheinlich galt es auch bei den "plötzlich" gut verdienenden Spaniern als schick deutsche Produkte zu haben (Statussymbol).

Ich lebe selbst auf Madeira.

Ich lebe selbst auf Madeira. Jeden Tag werden hier seit Oktober 2011 ca. 3 Firmen geschlossen. Diejenigen die Arbeit haben, arbeiten oft fuer den Mindestlohn von ca. 490€ im Monat (brutto). Es gibt so gut wie keinerlei Hilfe vom Staat, d.h. kein Wohnungsgeld, Kindergeld, Harz IV Aufstockungen, Bafoeg... Die Lebenshaltungskosten sind nicht wirklich niedriger als in D! Viele haben eine Rente von 200€/ Monat!

@buemo_3

Die Idee klingt gar nicht schlecht, allerdings würde ich einiges noch gerne genauer erklärt haben:

- Wenn die EZB die heute um Umlauf befindlichen Staatsanleihen zum Nominalwert aufkauft, was passiert dann mit denen, die heute von Privaten gehalten werden und die Zinsen erwarten? Einfach ignorieren?

- Die EZB müsste, um dieses Billionenvolumen abzudecken, die Notenpresse anwerfen, denn über die Länder das Geld einzusammeln, wäre nicht möglich.

- Wenn alle EURO-Staaten keine neuen Schulden mehr aufnehmen dürfen, müssten in Deutschland irgendwoher 26 Mrd Euro für das laufende Jahr genommen werden. Das ist die letzte Zahl, die ich kenne, wenn es um die Neuverschuldung für 2012 geht. Ich glaube, sie liegt inzwischen höher. Wo würden Sie das Geld einsparen? Bzw. welche Steuern würde Sie erhöhen oder einführen?

Kontraproduktive Rettungsversuche....!

Auch Portugal dekuvriert das untaugliche System des „Sparens auf Teufel komm raus“ der Eurorettung, die letztendlich nur auf dem Prinzip des Zeitgewinnens und der Hoffnung basiert.

Gerade Griechenland exemplifiziert auf eindrucksvolle Weise, wie kontraproduktiv die massiven Einsparungen in der Systemkrise wirken- wen wundert’s also, dass bei den Portugiesen die nackte Angst umgeht, die Verelendung breiter Massen droht....!

@maschmi78

"Muss ich das wirklich kommentieren?"

Ja es geht nämlich um Lohnstückkosten, und nicht Löhne.

Und höhere Löhne treiben die Inflation nicht zwangsläufig an. Überhaupt ist die deutsche Angst vor der Inflation völlig unbegründet und lediglich historisch bedingt.

Man könnte diverse Arbeitsmarktreformen durchführen, wie einen Mindestlohn, Zeitarbeitsbeschränkungen etc pp. Die Agenda 2010 war nur die konsequente Umsetzung einer seit drei Jahrzehnten dahinschleichenden Misswirtschaft.

Desweiteren ist die Eurokrise eine existenzielle Bedrohung. Griechenland und Protugal, und alle Länder die noch kommen werden, werden nicht über Nacht konkurrenzfähiger. Das funktioniert rein technisch schon nicht. Und was wäre für deutsche Exporte gewonnen würden sie auf unserem Level spielen? Brünning 1932: Alle verlieren.

Aber wir verlieren auch weil wir eine Gemeinschaftswährung haben, und dafür an anderer Stelle zahlen (woran Spekulanten natürlich mitverdienen).

@ecila_dd

Die Frage ist doch, was Sie jetzt erwarten? Natürlich kann man von einem Mindestlohn von 485 Euro/Monat nicht leben. Können Sie uns aber auch sagen, wie hoch das Arbeitslosengeld in Portugal liegt? Gestern habe ich noch einen Bericht gelesen, dass händeringend Näherinnen gesucht werden, die zum Mindestlohn arbeiten. Es wird aber wohl eher vorgezogen, das Arbeitslosengeld zu kassieren, weil das samt Zulagen wohl höher liegt. Aber das kann ich natürlich nicht bestätigen. Sie vielleicht?

Wann würden Sie denn machen, wenn Sie in Portugal was zu sagen hätten?

Sparen bringt nichts wenn kein Erfolg sichtbar ist

Wenn die Schulden das Bruttoinlandsprodukt pro Jahr überschreiten, dann bringt Sparen nichts, da man nicht realistisch die Zinsen zahlen kann.

Sinnvoller wäre eine Währungsreform auf eine Währung die Zinseszinsen verbietet. Ja, das ist ein harter Schnitt, aber welche realistischen Alternativen gibt es denn?

Das Prinzip Hoffnung

ist doch das einzige, was das Projekt EURO noch am Laufen hält...

@Nana

Wir werden kurz- bis mittelfristig einen Mindestlohn bekommen, der irgendwo bei 7,50 Euro liegt und die Gewerkschaften legen dieses Jahr viel Wert darauf, die Zeitarbeiterregeln zu ändern. Dagegen habe ich nichts, weil es wirklich Branchen und Unternehmen gibt, die das Vehikel Zeitarbeit falsch einsetzen.
Als Misswirtschaft würde ich die Entwicklung aber sicher nicht bezeichnen.

Das Problem bleibt dann aber, und das sehen Sie wohl auch so: die Südeuropäer haben nicht besonders viel, was wir von ihnen in großen Mengen kaufen könnten, um unsere Handelsbilanz zu ändern. Wir würden eher in Asien oder Amerika einkaufen (z.B. Elektronik, Autos,...). Das würde Europa nichts bringen, die Asiaten aber weiter aufholen lassen. Das ist nicht der Sinn der Sache.

Übrigens: stimmt, ich habe Löhne statt Lohnstückkosten geschrieben, das habe ich in meinen späteren Kommentaren korrigiert, da ich es selbst bemerkt hatte. "Löhne" ist einfach kürzer... sorry.

Nach Griecheland kommt Portugal,

ins Strudel der Kapital Märkte, hier möchte ich nicht Vorurteilen die Portugiesen, den der Durchschnitt Verdienste liegen bei 600-700 - € Monat Netto wenn das auch sehr gute verdienst ist zum Portugiesischer Verhältnis, was das Leben aber nicht einfach macht bei der Verteuerns, Wasser Grundversorgung um 200% gestiegen ist und Energie Preise sind jetzt von 7% MWsT auf 23% aufgestockt.
Ich bin gespannt wie das weiter gehen soll aus Sicht der Euro-Politikraten, den der Kapital Markt hat keine mehr in griff, hier hat sich bereits Eigendynamik entwickelt der keine Regeln kennt, also der Spiel Ball Kapital-Markt schneidet sich selbst eigen Fleisch ab, aus Blinde Gier werden die Milliarden zum Klo Papier, frühe oder späte. Noch geht Deutschland Wirtschaftlich gut, auch wenn alles auf Pump läuft, aber die Pleite Geier kommen auch nach Deutschland, und dann haben wir viel Klo Papier in Euro Abdruck Muster.

Solange Deutschland zahlt und zahlt

sehen halt dies Staaten keinen Grund sich selbst anzustrengen.

Wenn die Neuverschuldung auf ca. 4 % "gedrückt" wird - das ist doch kein Sparen! Das ist leicht gebremste Schuldenmacherei!

Deutschland sollte keinen Cent mehr zahlen. Dafür sollten diese Regierungen mal durchgreifen und alle hochbezahlten und überflüssigen Beamten einer sinnvollen Bechäftigung zuführen.

Ebenso Schlendrian, Mißwirtschaft und Korruption ernsthaft bekämpfen. Z.B. Weiterbildung für Arbeitslose.

Damit könnten viele Milliarden gespart werden und dann wirklich sinnvoll eingesetzt.

Sparen

(== Ausgaben kuerzen) bringt nur dann etwas, wenn andere nicht sparen. Denn die Ausgaben des einen sind die Einnahmen des anderen. Wie soll da Sparen allen helfen?

zu maschmi78 Das

zu maschmi78

Das Arbeitslosengeld ist hier zunaechst an das zuvor verdiente Gehalt angepasst, wer also vorher gut verdient hat, bekommt zunaechst recht viel Arbeitslosengeld. Allerdings bekommt man nach einem gewissen Zeitraum gar kein Geld mehr.(ich glaube, der Zeitraum wurde nun wegen der Spar-Massnahmen auf 1 Jahr Arbeitslosigkeit begrenzt, was vorher 3 Jahre war). D. h. es gibt Familien, die z.B. nur vom Gehalt der Mutter leben (490€ brutto..!)
In Portugal werden Naeherinnen gesucht? - gut zu hoeren, 70‰ der Laeden auf Madeira verkaufen leider nur noch Anziehsachen aus made in China ....sehr nuetzlich, um die sehr gute portugiesische Textilindustrie zu foerdern. ... aber das ist ja leider fast ueberall in Europa so...
Korruption zu bekaempfen waere schon mal gut... hier gibt es teilweise unnuetze Betonbauten... Der Bruder vom Praesidenten (seit 40 Jahren im Amt) besitzt die Betonfabrik... Ausserdem Investition in Bildung und kleine Firmen waere besser gewesen.

Wessen Musterschüler??

Der Musterschüler hat sich in blinden Gehorsam ergeben, ergeben dem Kapital, der Macht der Märkte, einer gierigen Finanzmafia und Ihrer Helfer.

Ein kaputtgespartes Land steht am Abgrund und Brüssel, Berlin und Paris schreien im Chor:

"Nur noch einen Schritt, dann seit Ihr gerettet"

Nur mit Sparen sarniert man keinen Haushalt und auch kein Unternehmen, wenn man "Retten" will, so muss man Investieren und daraus dann neue und mehr Einnahmen generieren.

Der Euro wird immer noch für die rosarote Brille gehalten,

durch die man die Wirklichkeit nicht erkennen will wie sie ist:Daß der Zwangseuro das System verfälscht und zugrunde gerichtet hat
Dazu kommt es nicht mehr darauf an,wie sich Länder den Euro erschlichen haben,denn selbst zwischen Deutschland und Frankreich ist der Euro ein Zerrbild Diese Verfälschung nicht zuzugeben,ist das eigentliche Verbrechen unserer Politiker,für die an der Euro-Ideologie nicht zu rütteln ist:
Grundsatz:Deutschland soll und wird zahlen!
Das antideutsche Verhalten unserer Regierung wird viel zu wenig angeprangert
Mit oder ohne Euro werden alle weiterleben, aber gerechter ist die Welt ohne Euro
Soziale Einschnitte werden wir in Deutschland für Generationen haben,verursacht durch die jetzige Regierung!
Die jongliert verantwortungslos mit Riesenzahlen und Schicksalen,die sind ja namenlose Masse
Jedes Land,Griechenland,Portugal+wir müssen die Regierungen,jede für sich,zur Verantwortung ziehen
Aber diese unseriöse Kaste betrügt und deckt sich gegenseitig:Politikerehre!

Darstellung: