Ihre Meinung zu: 16 Jahre Merkel: Die Kanzlerin und die Kunst des Kompromisses

23. Oktober 2021 - 7:06 Uhr

Zu Merkels Regierungsstil gehörte immer auch das Ringen um Kompromisse - notfalls auch nächtelang, wie auf zahlreichen EU-Gipfeln geschehen. Nur eine Sache gelang ihr auch in 16 Kanzlerinnenjahren nie. Von Georg Schwarte.

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Kommentare

Politik des Abwartens

"Dazu gehört das Suchen nach Kompromissen und wie sie sagt, Dinge dann zu entscheiden, wenn sie entscheidungsreif seien."
> In meinen Augen ist das eine beschönigende Umschreibung für Merkels Politik des Zögerns, Verschleppens und Aussitzens. Manche Entscheidungen müssen einfach getroffen werden, bevor sie populär sind und der eigenen Beliebtheit nicht mehr schaden.

"Politik ist auch die Kunst des Machbaren. Wir ringen immer wieder."
> ... mit der Wirtschaftslobby. Ich bin überzeugt, dass die Politik wesentlich agiler wäre, wenn es diese privaten Verflechtungen nicht gäbe. Wer sich von denen beeinflussen lässt, die am Ist-Zustand festhalten wollen, der wird Fortschritte nur sehr langsam erzielen.

Wow...

Wenn man das so liest bekommt man fast feuchte Augen. Und genaugenommen ist das fehlende Pokerface ja auch was Positives.

Eine große Kanzlerin und Europäerin

Eine große Kanzlerin und Europäerin tritt ab von der politischen Bühne. Die Ehrenbekundigungen, die ihr zum Ende ihrer Amtszeit weltweit zuteil werden, machen auch uns Deutsche stolz. Nicht alles ist ihr gelungen, manche Baustellen sind geblieben. Aber sie hatte immer einen festen Fahrplan, war verlässlich, gut strukturiert, klug und engagiert. Sie hat Deutschland und Europa sicher durch viele Krisen geführt. Ich fürchte, Sie wird uns fehlen.

08:32, Nachfragerin

>>Politik des Abwartens
"Dazu gehört das Suchen nach Kompromissen und wie sie sagt, Dinge dann zu entscheiden, wenn sie entscheidungsreif seien."
> In meinen Augen ist das eine beschönigende Umschreibung für Merkels Politik des Zögerns, Verschleppens und Aussitzens. Manche Entscheidungen müssen einfach getroffen werden, bevor sie populär sind und der eigenen Beliebtheit nicht mehr schaden.<<

Popularität und die eigene Beliebtheit waren, glaube ich, nicht das, was Frau Merkel antrieb.

>>"Politik ist auch die Kunst des Machbaren. Wir ringen immer wieder."
> ... mit der Wirtschaftslobby. Ich bin überzeugt, dass die Politik wesentlich agiler wäre, wenn es diese privaten Verflechtungen nicht gäbe. Wer sich von denen beeinflussen lässt, die am Ist-Zustand festhalten wollen, der wird Fortschritte nur sehr langsam erzielen.<<

Frau Merkel war Vorsitzende der CDU. Diese Partei ist traditionell mit der Wirtschaftslobby verflochten. Man kann sogar sagen, sie ist die Wirtschaftslobby.

Eine große Persönlichkeit

Was bei Angela Merkel immer auffällt, ist die große Diskrepanz in der Einschätzung. Internationale Experten sprechen im höchsten Respekt von ihr und in einem solchen Diskussionsforum hört man meist kleinliches Miesmachen und Schlechtreden ohne Kenntnis und ohne sachliche Argumente.

@ Nachfolgerin

Manche Entscheidungen müssen einfach getroffen werden, bevor sie populär sind und der eigenen Beliebtheit nicht mehr schaden.

Das hat aber gerade Angela Merkel stets sehr ehrlich getan.

Merkel und die Kunst des Kompromiss

Wenn Merkel bei den EU-Gipfeln zur Abwechslung mal auch die Kunst des Tragens einer Maske so beherrschen würde, wie die Kunst des Kompromiss, dann wäre es schon vielen Menschen hilfreicher.

@ Nachfolgerin

Ich bin überzeugt, dass die Politik wesentlich agiler wäre, wenn es diese privaten Verflechtungen nicht gäbe.

Das hat es aber gerade bei Angela Merkel nie gegeben.

08:32 von Nachfragerin

<< Politik des Abwartens

"Dazu gehört das Suchen nach Kompromissen und wie sie sagt, Dinge dann zu entscheiden, wenn sie entscheidungsreif seien."

> In meinen Augen ist das eine beschönigende Umschreibung für Merkels Politik des Zögerns, Verschleppens und Aussitzens. Manche Entscheidungen müssen einfach getroffen werden, bevor sie populär sind und der eigenen Beliebtheit nicht mehr schaden.<<

,.,.,

Das. was in dem Artikel beschrieben wird, ist eine hohe Kunst.

Offenbar unterstellen Sie Frau Merkel Lügen.

Klar, die Anschuldigung "des Zögerns, Verschleppens und Aussitzens" ist (bei Populisten) hochpopulär und wird - fast wörtlich in den Formulierungen - von diesen Populisten gedankenlos nachgeplappert.

'Feindbild Merkel' ist in gewissen Kreisen einsuggeriert worden und wird begeistert immer wieder abgespult.

Ich finde den Artikel toll, der feinfühlig Merkel selber zu Wort kommen lässt und ebenso hochrangige Politiker - die schildern, wie Merkel aus Patts herausgeführt hat.

08:45, Robert Wypchlo

>>Merkel und die Kunst des Kompromiss
Wenn Merkel bei den EU-Gipfeln zur Abwechslung mal auch die Kunst des Tragens einer Maske so beherrschen würde, wie die Kunst des Kompromiss, dann wäre es schon vielen Menschen hilfreicher.<<

Wenn Frau Merkel bei EU-Gipfeln eine Maske tragen würde, dann wäre das für viele Menschen hilfreicher?

Das verstehe ich nicht.

Werte über Eigeninteressen gestellt?

"Ex-US-Präsident Barack Obama aber schickte sie nun nach Brüssel zum EU-Gipfel und schwärmte von der Prinzipientreue einer Kanzlerin, die ihre Werte stets über das Eigeninteresse stellte."

Wer irgendwelche Werte über seine Eigeninteressen stellt, kommt in der Politik nicht weit. Frau Merkel hat geschickt im Hintergrund die Fäden gezogen, ist mit Industrie und Medienhäusern vernetzt, hat ihre Konkurrenz aus dem Weg geräumt, sich somit selbst alternativlos gemacht und dadurch ihre Macht gesichert.

In Bezug auf Obama kann ich aber bestätigen, dass Frau Merkel die westlichen Werte (d.h. die Interessen der USA) über die von Deutschland und Europa stellte. Das hat sie insbesondere im Ukraine-Konflikt, aber auch im Krieg gegen Syrien gezeigt.

Wenn die Kompromisse

Wenn die Kompromisse wenigstens zur Lösung verholfen hätten! Flüchtlingsdeal mit der Türkei macht Europa Erpressbar! Verschaffte der Afd den Sprung in den Bundestag, zerstritt Europa! Kompromisslos schaffte sie die Atomenergie ab ,ohne Lösungen zu präsentieren! Also was hat die Frau wirklich umgesetzt mit Erfolg? Ich Glaube Loben ohne Leistung geht nur in der Politik!

um 08:39 von Adeo60

>>
Aber sie hatte immer einen festen Fahrplan, war verlässlich, gut strukturiert, klug und engagiert.
<<

Wenn sie etwas nicht hatte, dann war es ein fester Fahrplan. Jedenfalls fehlte immer der Zielbahnhof.

Das Allerwichtigste

"Das Allerwichtigste in der Politik", sagt Merkel, "ist: Man muss Menschen gern haben und neugierig auf Menschen sein. Wenn man diese Neugier verliert, ist alles vorbei."

.-.-.

Diesen Satz vor allem empfand ich als unglaublich wohltuend.

Der Hass auf Merkel, der vielfach in diesem Forum mi fast Schaum vorm Mund formuliert wird, wird für eine Sekunde erträglich.

Adeo60

Meine Rede- feuchte Augen! Und bei Ihnen ja wirklich.

@fathaland slim - Macht & Wirtschaft

08:42 von fathaland slim:
"Popularität und die eigene Beliebtheit waren, glaube ich, nicht das, was Frau Merkel antrieb."
> Ich denke auch, dass es eher der Machterhalt war. Das Ziel: Länger regieren als Kohl.

"Frau Merkel war Vorsitzende der CDU. Diese Partei ist traditionell mit der Wirtschaftslobby verflochten."
> Und deshalb folgt auf dringenden Handlungsbedarf ein Subventionsprogramm für die Wirtschaft, das den Anstrich des nötigen Fortschritts erhält. Der "Kompromiss" nennt sich dann Energiewende oder Klimaschutz.

@ Nachfolgerin

Wer irgendwelche Werte über seine Eigeninteressen stellt, kommt in der Politik nicht weit.

Angela Merkel beweist das genaue Gegenteil.

Durchaus verständlich!

Da Deutschland hier in Europa fast jeden groben Unfug der anderen Staaten zum größten Teil mitfinanziert, ist man den reichen, weil kinderlosen Erbonkel Deutschland für diese wohlwollende Großzügigkeit halt besonders dankbar!

Wie es auch niemals anders zu erwarten war!

@ Nachfolgerin

... hat ihre Konkurrenz aus dem Weg geräumt, sich somit selbst alternativlos gemacht und dadurch ihre Macht gesichert.

Frau Merkel hat niemanden aus dem Weg geräumt und ihre Macht hat sie einzig von der Bevölkerung.

Wenn alle

Politiker so wären wie Frau Merkel, sähe einiges sicher ganz anders aus. Ihre Ansichten habe ich nun wirklich nicht immer geteilt, aber ihre Art auf andere zuzugehen und die Tür offen zu halten, hab ich im Laufe der Jahre sehr schätzen gelernt, miteinander, nicht gegeneinander. Dass sie damit nicht immer Erfolg hatte, kann man ihr kaum anlasten, wer weiß, wie es ohne sie ausgesehen oder wenn an ihrer Stelle ein Polterer wie Söder gesessen hätte.
Ich wünsch ihr jedenfalls alles Gute!

@ Nachfolgerin

Das hat sie insbesondere im Ukraine-Konflikt, aber auch im Krieg gegen Syrien gezeigt.

Gerade in diesen Konflikten hat sie den autokratischen Machthabern und Unterdrückern von freien Wahlen und freier Meinung ihre ehrliche und sachliche Position und ihre Humanität entgegen gestellt.

08:55 von Klärungsbedarf

<<< um 08:39 von Adeo60
>>
Aber sie hatte immer einen festen Fahrplan, war verlässlich, gut strukturiert, klug und engagiert.
<<

Wenn sie etwas nicht hatte, dann war es ein fester Fahrplan. Jedenfalls fehlte immer der Zielbahnhof.<<<

,.,.,

Da wäre bei mir jetzt aber Klärungsbedarf:

Waren Sie jahrzehntelang Merkels Psychotherapeutin oder -therapeut?
Denn nur eine solche / ein solcher könnte - eventuell - das wissen, was Sie hier behaupten.

Ich nehme also an, dass Sie es frei erfunden haben, um Merkel zu demütigen.

@ Frank von Bröckel

Wie es auch niemals anders zu erwarten war!

Vorurteile können den Blick auf die Realität komplett verstellen.

Kompromissbereitschaft: Markenkern der CDU/CSU

"Die Kanzlerin und die Kunst des Kompromisses"

Ja. Gut, dass von der internationalen Bühne bestätigt wird, was Merkels Stärke war: Nicht Basta, sondern Kompromissbereitschaft, die Suche nach dem Kompromiss, das Vertragen, der Unionsgedanke.

Man kann durchaus in Abhängigkeit von der Sache dieses Verhalten kritisieren und der Meinung sein, hier oder da wäre ein Schlag auf dem Tisch, ein Knallen mit der Tür (von außen) angebrachter gewesen, aber dafür wurde Merkel nicht gewählt.

Dafür steht die CDU/CSU nicht. Die Union ist die Union: Der Name ist Programm.

Das Vertragen von Protestanten und Katholiken, von Einheimischen und Vertriebenen, von Arbeitnehmern und Arbeitgebern, von Deutschland und Frankreich und so weiter: seit Adenauer Markenkern der Union. Das sind ihre Werte.

Und dafür stand Merkel.

Kritik von links, die an die daraus resultierende Nähe zur Wirtschaft anknüpft, oder von Rechtsradikalen, die die Vertragstreue gegenüber der EU bemängeln, sind die Konsequenz.

09:00 von Sausevind

Zitat: "Der Hass auf Merkel, der vielfach in diesem Forum mi fast Schaum vorm Mund formuliert wird, wird für eine Sekunde erträglich."

Koennte es sein, dass Sie solche Kommentare in diesem Forum nicht zu lesen bekommen, da sie einen roten Balken sehen - siehe Regeln fuer dieses Forum.

Dass die Meinungen ueber Frau Merkel so auseinandergehen ist doch klar: Sie hat - obwohl einige etwas anderes behaupten - auch sehr unpopulaere Entscheidungen getroffen. Und sie war sich dessen bewusst.

Man denke nur an die Aufnahme der Fluechtlinge und dem Ausstieg aus der Kernenergie.

Große Politikerin mit großen Fehlern

Frau Dr. Merkel ist ein kluger Kopf. Zweifellos. Ansonsten wäre sie auch keine promovierte Physikerin und mit einem Professor verheiratet. Auch wenn viele meinen, dass das alles nicht qualifiziert; doch, es qualifiziert für analytisches , sachliches Denken und Handeln. Kompromisse sind zudem das Einzige, mit denen man weiterkommt und eben rationales Denken; bei Verhandlungen in der Industrie, in Partnerschaften usw. Viele haben das verlernt, Kompromisse zu schließen und können auch gar nicht analytisch denken und wollen zudem nur ihre eigenen Dinge durchdrücken und zwar koste es was es wolle. Oft dann noch gepaart mit unterschwelligen Bemerkungen und Behauptungen ggü. dem Andersdenkenden. Frau Merkel hat leider einige große Baustellen hinterlassen und durch den Abbau der AKW´s usw. dafür gesorgt, dass wir hier nun ein massives Energieproblem haben. Dazu kam damals noch die unkontrollierte Öffnung der Grenzen, was unser Land gespalten hat. Leider. Besser als Roth ist sie aber allemal.

re 09:00 Sausevind: Das Allerwichtigs

>>"Das Allerwichtigste in der Politik", sagt Merkel, "ist: Man muss Menschen gern haben und neugierig auf Menschen sein. Wenn man diese Neugier verliert, ist alles vorbei."
.-.-.
Diesen Satz vor allem empfand ich als unglaublich wohltuend.

Der Hass auf Merkel, der vielfach in diesem Forum mi fast Schaum vorm Mund formuliert wird, wird für eine Sekunde erträglich.<<

Dieser Satz bringt wirklich auf den Punkt, dass Kompromissbereitschaft viel mehr mit Menschen statt mit Positionen zu tun hat. Menschen, die man entweder alle als Menschen akzeptieren kann oder gar nicht.

Und der Schlüssel ist tatsächlich die Neugier.

Eine Neugier, die nur ehrlich sein kann, wenn man kein verengtes Menschen-, Welt- und Gesellschaftsbild hat.

Manche Menschen vermuten hinter einer solchen Neugier eine fehlende „Linie“ und beurteilen die „Anderen“ dann nur nach ihrer eigenen Linie.

Vielleicht eine kleine Erklärung dafür, warum manche unter Kompromissfähigkeit eine politische Schwäche sehen wollen!

08:51, Nachfragerin

>>Wer irgendwelche Werte über seine Eigeninteressen stellt, kommt in der Politik nicht weit.<<

Ach je. Sie meinen also, man mache aus Eigeninteresse Politik?

>>Frau Merkel hat geschickt im Hintergrund die Fäden gezogen, ist mit Industrie und Medienhäusern vernetzt, hat ihre Konkurrenz aus dem Weg geräumt, sich somit selbst alternativlos gemacht und dadurch ihre Macht gesichert.<<

Und all das hat sie nur aus Gründen des Machterhaltes gemacht? Macht um der Macht willen?

Das ist ja fast schon eine Karikatur der sattsam bekannten populistischen Erzählung.

>>In Bezug auf Obama kann ich aber bestätigen, dass Frau Merkel die westlichen Werte (d.h. die Interessen der USA) über die von Deutschland und Europa stellte. Das hat sie insbesondere im Ukraine-Konflikt, aber auch im Krieg gegen Syrien gezeigt.<<

Westliche Werte sind die Interessen der USA? Sie laufen wirklich zu populistischer Hochform auf. Schon der Begriff „westliche Werte“ ist ein populistischer.

09:13, Alles für die Katz

>> Die Union ist die Union: Der Name ist Programm.

Das Vertragen von Protestanten und Katholiken, von Einheimischen und Vertriebenen, von Arbeitnehmern und Arbeitgebern, von Deutschland und Frankreich und so weiter: seit Adenauer Markenkern der Union. Das sind ihre Werte.<<

Das klingt aber sehr nach „Friede, Freude, Eierkuchen“.

Lösungen nicht so einfach. Gut Ding braucht Weile.

Am 23. Oktober 2021 um 08:52

Sie schreiben:

"Flüchtlingsdeal mit der Türkei macht Europa Erpressbar! Verschaffte der Afd den Sprung in den Bundestag, zerstritt Europa!"

Nein.

1. Die EU ist in dem Sinne "erpressbar", dass gegen ihren Willen die Zahl der Schutzsuchenden, die die EU erreichen, durch Maßnahmen der Türkei erhöht werden kann, weil die Türkei See-Nachbar der EU ist und sich die EU an Völkerrecht gebunden sieht (zum Glück).

2. Die "AfD" hat an Stimmen gewonnen, weil viele ihren Desinformationen ("Grenzöffnung") auf den Leim gegangen sind, daran, dass einige Journalisten sie bei der Desinformation fahrlässig oder vorsätzlich unterstützten, daran, dass die CSU, das "Stinktier zu überstinken" versuchte (Wortlaut Söder).

3. Die EU ist nicht wegen Merkel zerstritten, Merkel suchte den Kompromiss zwischen den Mittelmeerländern und den Visegrád-Staaten: Dublin-IV sollte Sekundärmigration verbieten, dafür Verteilung. Die Visegrád-Staaten blieben aber kompromisslos.

09:21, Jochen Peter

>>Frau Merkel hat leider einige große Baustellen hinterlassen und durch den Abbau der AKW´s usw. dafür gesorgt, dass wir hier nun ein massives Energieproblem haben. Dazu kam damals noch die unkontrollierte Öffnung der Grenzen, was unser Land gespalten hat.<<

Wir haben kein massives Energieproblem, und offene Grenzen kann man nicht öffnen.

Kompromisse sind nötig, strategische Ausrichtung auch

Angela Merkel hat als Bundeskanzlerin einen situativen Politikstil verfolgt. Das hat bei internationalen Krisen geholfen und da hat sie sich unbestreitbare Verdienste erworben.

Für die Entwicklung der deutschen Wirtschaftt auf die Anforderungen des 21. Jahrunderts (zunehmende Globalisierung, China) hätte es aber eines mehr strategisch ausgelegten Plans bedurft, der über den Tageshorizont hinausgeht. Da hat sie nicht angepackt.

08:42 von Andreas

08:42 von Andreas Unzufrieden
08:44 von Andreas Unzufrieden

Zu Ihren beiden Kommentaren volle Zustimmung!

Politik geht nun einmal nicht nach dem Motto: Hoppla jetzt komm ich und nun müssen alle meine Meinung haben.
Ich bin wahrlich keine Politikerin, aber Kompromisse sind unumgänglich. Und das konnte/kann Frau Merkel wie kaum jemand anderes.
Ein sehr gutes Beispiel sind die aktuellen Koalitionsverhandlungen. Da wird noch einiges passieren. Und das wird - liegt in der Natur der Sache - nicht jedem "schmecken".

08:49 von Sausevind Wie

08:49 von Sausevind

Wie (fast) immer ein sehr gut gelungener Kommentar.
Danke dafür ;-))

@ Hinterdiefichte Denkfehler

Die Liste, der Unionspolitiker, die unter Merkel Ihre Bedeutung eingebüßt haben, liesse sich noch verlängern:,Zu Gutenberg oder Laschet. Allerdings wurden diese Leute nicht, wie Sie schreiben, von Merkel weggeräumt, sondern die haben sich alle selbst durch Fehlverhalten oder Unvermögen zu Fall gebracht. Das kann man Angela Merkel nicht anlasten!

@Alles für die Katz

Was die Frau Merkel mit der Flüchtlingskrise in den Jahren 2015 ff überhaupt zu tun hat?

So gut wie NIX!

Das Jahr 2015 ff haben die 5 Großmächte bereits vor Jahrzehnten zur Einleitung und Weiterleitung einer Migrationswelle vorgesehen!

Frau Merkel ist nur rein zufälligerweise die Bundeskanzlerin im Jahre 2015 ff!

09:03 von Nachfragerin Ich

09:03 von Nachfragerin

Ich entschuldige mich schon mal bei der Moderation, aber mir fällt bei den Kommentaren nur das ein:
gut, das Sie nicht Bundeskanzlerin sind/waren! Dann wäre Deutschland in der Versenkung verschwunden.
Wie ich schon vorher schrieb: ohne Kompromisse geht Politik nicht.

um 09:21 von Jochen Peter

>>
Kompromisse sind zudem das Einzige, mit denen man weiterkommt und eben rationales Denken; bei Verhandlungen in der Industrie, in Partnerschaften usw.
<<

Die Diskussion hier ist wirklich interessant. Ich bin ein großer Anhänger von Kompromissen dort, wo sie möglich sind. Tatsächlich ist das in sehr, sehr vielen Fällen aber nicht sinnvoll oder gar unmöglich. Wenn der Weg eine Gabelung hat, dann ist es weder ein Kompromiss, keinen von beiden zu gehen, noch - wenn man zu mehreren ist - die eine Hälfte nach links und die andere nach rechts zu schicken. Praktisches Beispiel ist der Klimaschutz. Im Grundsatz ist der absolut nicht kompromissfähig.

09:09 von Gytha Dem Kommentar

09:09 von Gytha

Dem Kommentar kann ich mich nur anschließen!

@ 08:51 von Nachfragerin --- Einseitiger Blickwinkel

Zitat: "In Bezug auf Obama kann ich aber bestätigen, dass Frau Merkel die westlichen Werte (d.h. die Interessen der USA) über die von Deutschland und Europa stellte. Das hat sie insbesondere im Ukraine-Konflikt, aber auch im Krieg gegen Syrien gezeigt."

Wenn Ihr von Einseitigkeit geprägter Blickwinkel stimmen würde, dann wäre sie das Pendant zu ihnen. Sie stellen seit Jahr und Tag in Ihren Kommentaren die Interessen der Putin-Regierung über das von Deutschland.

Ich bin überzeugt, dass Frau Merkel im Ukraine Konflikt mäßigend gewirkt und die schlimmsten, von seiten der RF ausgehenden Eskalationen abgemildert hat, im Interesse der Werte des Friedens und der Schlussakte von Helsinki.

Merkel kommt ... kommt Merkel?

Jederzeit wohltuend ist Merkels unaufgeregte, trockene, uneitle Art und ich bin mir sicher, dass Sie immer ein angenehmer und verlässlicher Verhandlungs- und Gesprächspartner ist. Über ihre gesamte Amtszeit sah die Mehrheit der Mitbürger unsere Anliegen in ihren Händen offenbar gut aufgehoben und vertraute ihr. Als Demokrat, der solche Mehrheitsentscheidungen respektiert, war sie so gesehen eine große Kanzlerin die auch meine Hochachtung genießt.

Mein Wunsch wäre gewesen, dass wir während ihrer Amtszeit in unseren militärischen Ambitionen mehr Eigenständigkeit entwickelt und auf NATO-Einsätze verzichtet hätten, deutlich mehr Sozial- statt Industriepolitik, tatsächliche Umweltpolitik, Flüchtlingen wie Mitmenschen begegnet wären, mehr Solidarität in der EU und mehr betrieben hätten. Aber dafür muß man Mehrheiten schaffen. Daran hat es gehapert und hapert es auch leider weiterhin.

... hab ich da nicht ein Bild gesehen, auf dem der Kanzler in spe mit der Merkelraute reüssiert hat?

09:21 von Jochen Peter

"Dazu kam damals noch die unkontrollierte Öffnung der Grenzen, was unser Land gespalten hat. Leider."

.-.-.

Obwohl Sie sich bemühen, differenziert zu beurteilen:

Das unselige Wort "gespalten" hätten Sie nicht nutzen sollen.

Gab es denn VOR der damaligen Krise eine "ungespaltene" Bevölkerung, die unisono feindlich gegen Fremde gesonnen war?

Es hat noch nie ein Deutschland gegeben, in dem nicht unzählige Meinungen und Haltungen aufeinanderprallten.

Damit man aber stänkern kann, unterstellt man, dass Merkel oder andere eine EINMÜTIG denkende Bevölkerung zerrissen habe, indem Merkel human reagiert hat.

Eine der vielen populistischen Lügen, die Sie bitte nicht nutzen sollten.

09:23 von teachers voice

«Vielleicht eine kleine Erklärung dafür, warum manche unter Kompromissfähigkeit eine politische Schwäche sehen wollen!»

Nicht nur in der Politik wird Kompromissfähigkeit immer von denen als Schwäche gesehen, bei denen nur der Starke Mann oder der Dicke Max als Bestimmer der Meister sein soll.

In der Politik derart weiter gedacht, kommen am Ende dann solche Figuren mit blondierten Frisuren als Politikversager mit Kompromissunfähigkeit bei raus.

Auch im Privatleben ist die Hohe Kunst von Komprmissen an den richtigen Stellen in den richtigen Momenten der Schlüssel zu Zufriedenheit und Erfolg, so man nicht als Dicker Max sein Leben ganz alleine verbringen will.

08:52, Werdaswissenwill

>>Wenn die Kompromisse wenigstens zur Lösung verholfen hätten! Flüchtlingsdeal mit der Türkei macht Europa Erpressbar!<<

Inwiefern? Wie hätte man Ihrer Ansicht nach damit umgehen sollen, daß die Türkei eins der Hauptdurchgangsländer für Flüchtlinge war und ist? Sie wissen, daß die Türkei mittlerweile über vier Millionen Menschen aufgenommen hat? Stellen Sie sich mal für einen Augenblick vor, das wäre in Deutschland passiert. Die AfD wäre wohl nahe der absoluten Mehrheit.

>>Verschaffte der Afd den Sprung in den Bundestag, zerstritt Europa!<<

Die AfD saß längst im Bundestag, und sicherlich, die Rechten in Europa betrachteten die Flüchtlingsproblematik als Steilvorlage.

>>Kompromisslos schaffte sie die Atomenergie ab ,ohne Lösungen zu präsentieren!<<

Ihre erste Tat ihrer ersten Amtszeit war, aus Gerhard Schröders fertig verhandeltem und beschlossenem Atomausstieg wieder auszusteigen. Sechs Jahre später stieg sie dann aus ihrem Ausstieg wieder aus. Kompromisslos geht IMHO anders.

EU / Polen Kompromis

Ein Kompromiss ist wenn von der ursprüngliche geplante Zielsetzung noch wesentliche Teile vorhanden sind. Ist dies nicht der Fall haben beide Seiten oder zumindest eine Seite verloren. Im Falle EU einerseits und Polen andererseits ist es in den letzten 5 Jahren nie zu einen Kompromiss gekommen sondern nur zu einem einseitigen Gewinn für Polen, die zudem viel Steuergeld den Bürgern in den "Netto Zahlenden EU Staaten" gekostet hat.

09:17 von Juergen //Dass die

09:17 von Juergen

//Dass die Meinungen ueber Frau Merkel so auseinandergehen ist doch klar: Sie hat - obwohl einige etwas anderes behaupten - auch sehr unpopulaere Entscheidungen getroffen. Und sie war sich dessen bewusst.//

Unpopulär hauptsächlich für eine bestimmte Richtung, aber manches passt halt nicht jedem.

//Man denke nur an die Aufnahme der Fluechtlinge und dem Ausstieg aus der Kernenergie.//

Ich bin für beides sehr dankbar! Und für einiges mehr.

Kanzlerin Merkel hat

Kanzlerin Merkel hat verschiedenste Seiten in ihrer Zeit als Kanzlerin gezeigt: Der Ausstieg vom Atomausstieg und dann der Ausstieg vom Ausstieg aus dem Ausstieg hat uns verlorene Jahre gebracht. Ihr Zögern und Taktieren bei der Ehe für alle war unangemessen. Ihr beherzt menschliches und an den eigentlichen Werten der EU wie unseres Grundgesetzes orientiertes Handeln bei der Lösung der untragbaren Situation geflüchteter Menschen am Budapester Bahnhof war eine Sternstunde, auch wenn die systematischen Verschärfungen des Asylrechts in der Zeit danach das wieder verdunkeln. In der ökologisch-sozialen Wirtschafts- und Verkehrspolitik war sie zu zögerlich. In ihren Stellungnahmen zu gesellschaftlichen Fragestellungen, zu Schicksalsschlägen und auch zu manchen ethischen Themen habe ich sie besonnen und zusammenführend erlebt.
Und dass die EU nach wie vor in schwierigen Zeiten steckt, hat weniger Kanzlerin Merkel sondern eine auf Nationalismus setzende Allianz einiger Länder zu verantworten.

um 09:30 von fathaland slim

>>
Wir haben kein massives Energieproblem, und offene Grenzen kann man nicht öffnen.
<<

Natürlich haben wir ein Energieproblem und zwar deshalb, weil wir bei der Energieversorgung nicht auf dem Stand sind, auf dem wir schon seit vielen Jahren sein könnten und müssten. Oder sehen Sie es nicht als Problem an, dass wir Kohle verstromen ?

@Sausevind - Kein Populismus.

08:49 von Sausevind:
"Das. was in dem Artikel beschrieben wird, ist eine hohe Kunst."
> Ja, der Artikel liest sich sehr schön. Er ist unkritisch und wohlwollend und wird einigen den Abschied leichter machen.

"Offenbar unterstellen Sie Frau Merkel Lügen."
> Nein. Ich werfe Frau Merkel vor, dass sie trotz ihrer wissenschaftlichen Ausbildung wissenschaftliche Fakten ignoriert oder sogar dagegen handelt. Das zeigte sich beim Kohleausstieg und zuletzt in der Coronakrise.

"Klar, die Anschuldigung 'des Zögerns, Verschleppens und Aussitzens' ist (bei Populisten) hochpopulär [...]"
> Bei Populisten ist vor allem hochpopulär, andere zu diffamieren.

Suchen Sie doch mal nach "Merkel aussitzen". Sie werden zahlreiche unpopuläre Artikel finden. Der älteste stammt aus der FAZ und ist 20 Jahre alt.

Das Aussitzen ist also keine Erfindung von Populisten, sondern eine Strategie, die sich wie ein roter Faden durch Merkels Politik zieht.

um 09:21 von Hinterdiefichte…

Die CDU hatte unter Merkel nie mehr als 41,5% der Wähler bei um die 72% Wahlbeteiligung. Im Maximum wollten unter 30% der wahlberechtigten Bevölkerung Macht für Frau Merkel!

Ihre Rechnung ist einem erwachsenen Menschen unwürdig. Nichtwähler können auch für Merkel sein. Oder haben sie die Nichtwähler gefragt? Apropos Fragen, Merkel hat jahrelang die Liste der beliebtesten Politiker angeführt. Zeitweise mit großem Abstand.

@ 09:28 Alles für die Katz- gute Desinformationskampagne

Man muss schon eine sehr linke Brille aufhaben, um die Dinge so sehen zu können, wie Sie das tun.

Ich empfehle mal aus Ihrer Blase heraus zu kommen und sich mit den Realitäten auseinander zu setzen.

Lesen Sie bspw zur Abwechslung mal die NZZ, ausgewählte Artikel auf Reitschuster oder in der Welt.

So etwas erweitert den eigenen Horizont ungemein, wenn man das dann in Relation zu dem bspw in der Tagesschau Geschriebenen setzt.

Nur so kann man sich eine objektive Ideologie-freie Meinung bilden.

@ Nachfragerin, 08:32

Ich glaube nicht, dass es Frau Merkel um die eigene Beliebtheit ging. Im Gegenteil. Die Kanzlerin hob sich immer wohlwollend dadurch ab, dass sie auch unpopuläre Entscheidungen traf und diese konsequent vertrat, etwa in der Corona Krise. Gut auch, dass sie entschieden gegen Hass und Hetze und damit vor allem gegen Trump und die AFD ankämpfte, während andere schwiegen. Und was die Wirtschaft angeht, so hat sie doch vollkommen recht, dass unser Wohlstand, soziale Leistungen, Bildung, Sicherheit und auch Klimaschutz finanzierbar sein müssen. Deshalb bleibe ich dabei: sie war eine große Kanzlerin und Europäerin.

An Juergen

Also ich als Nicht CDU-Wähler habe gerade diese beiden Entscheidungen, also Aufnahme der Flüchtlinge und Ausstieg aus der Atomenergie begrüßt. Sie halten diese für unpopulär. Vielleicht für einige, aber nicht für die Mehrheit der Bevölkerung.

09:23 von teachers

09:23 von teachers voice

Danke und Zustimmung zu allen Punkten!

Ich weiß gar nicht, wie ich mir Politik ohne Kompromisse vorstellen soll!

Die Liebe zu den Menschen

Das ist schon sehr wichtig. Mit seinen Freunden kann jeder gut auskommen. Das Hauptgebot der Christen ist Gott über alles zu lieben und den Nächsten wie sich selbst. Bei den sich abzeichnenden Möglichkeiten für Koalitionen ist das ganz besonders wichtig. Denn dass da große Gegensätze zu überbrücken sind ist ja offensichtlich. Aber genau das ist ja die Kunst. Nur in seiner eigenen ideologischen Blase zu leben kann jeder. Ich hoffe dass wir einen würdigen Nachfolger von Bundeskanzlerin Merkel finden der genau das kann: Seine eigene Blase verlassen und mit allen Politik machen. Aus diesem Grund hoffe ich ja auch dass der grüne Ministerpräsident von Baden Württemberg Winfried Kretschmann unser neuer Kanzler wird. Er hat ja jetzt in vielen Jahren bewiesen dass er mit einer eher schwierigen Koalition gut im Ländle regieren kann. Denn genau das ist ja so wichtig: Nicht nur in seiner eigenen Blase zu leben sondern eben mit allen!

@wypchlo, 08:45

Frau Merkel trägt doch immer eine Schutzmaske, kämpft aber mit offenem Visier - und das ist letztlich entscheidend. Erstaunlich wie kleinkrämerisch manchmal Personen be- und verurteilt werden.

Es ist schon

erstaunlich was man heute Morgen so lesen kann im Forum, noch haben wir keine neue Regierung, und wir werden ja sehen wer in Zukunft unsere Interessen vertritt.
Meinungen zu Frau Merkel sind auch unterschiedlich, kommt auf den Blickwinkel an, und wo man liest.
Möge Sie ihre Rente genießen.

09:43 von proehi

"... hab ich da nicht ein Bild gesehen, auf dem der Kanzler in spe mit der Merkelraute reüssiert hat?"

.-.-.

Ich glaub, das hab ich auch gesehen. :-)

Da hat ein aufmerksamer Reporter rechtzeitig mit der Kamera geklickt...

@sausevind, 08:49

Bei manchen Usern scheint sich ein fast schon krankhafter Hass gegen die Person Merkel entwickelt zu haben. Schön, dass Sie mit ihren Kommentaren immer eine sachliche und zugleich kritische Bewertung anstreben.

09:33 von

09:33 von MehrheitsBürger

Ihrem ersten Satz kann ich voll zustimmen.

Aber bezüglich der Wirtschaft : warum muss da wieder " die Politik" für herhalten? Da hätten die Betriebe selbst drauf kommen müssen. Immer wieder die "Schreie nach Regulierungen" und dann wieder wird nach "Eigenverantwortung" gerufen. Ob das die Globalisierung oder der Klimawandel ist, die Wirtschaft verdient sich "ne goldene Nase" und die Politik soll sich kümmern?

um 09:42 von MehrheitsBürger

@ 08:51 von Nachfragerin --- Einseitiger Blickwinkel
Zitat: "In Bezug auf Obama kann ich aber bestätigen, dass Frau Merkel die westlichen Werte (d.h. die Interessen der USA) über die von Deutschland und Europa stellte. Das hat sie insbesondere im Ukraine-Konflikt, aber auch im Krieg gegen Syrien gezeigt."

>>Wenn Ihr von Einseitigkeit geprägter Blickwinkel stimmen würde, dann wäre sie das Pendant zu ihnen. Sie stellen seit Jahr und Tag in Ihren Kommentaren die Interessen der Putin-Regierung über das von Deutschland.<<

Und im Gegensatz zu Putin und anderen Autokraten agierte Merkel jahrzehntelang ohne jeden Skandal. Keine schwarzen Kassen, keine persönliche Bereicherung und Günstlingszuwendungen und kein monströses Schloss.

Hallo ich1961,

Aber gerade die unliebsamen Entscheidungen werden in Erinnerung bleiben.
Es liegt nun mal in der Natur des Menschen, das persönliche Erinnerungen meist positiv und die anderer negativ behaftet sind.
Wer erinnert sich noch daran, das Kohl die Deutsche Einheit wesentlich forciert hat? Aber jeder erinnert sich an seine dickköpfige, selbstgefällige Art.

09:43, proehi

>>Mein Wunsch wäre gewesen, dass wir während ihrer Amtszeit in unseren militärischen Ambitionen mehr Eigenständigkeit entwickelt und auf NATO-Einsätze verzichtet hätten.<<

Mein Wunsch wäre es gewesen und ist es immer noch, mit immer weniger Waffen Frieden zu schaffen. Gegen NATO-Einsätze unter UN-Mandat habe ich nichts einzuwenden, aber leider war der Afghanistaneinsatz völlig konzeptlos. Sibylle Tönnies schrieb vor vielen Jahren, als die beiden Bushkriege gerade offiziell beendet waren, daß, wer ein Land bekriegt und besiegt, dann auch den Willen zur Herrschaft haben muss. Wer A sagt, muss auch B sagen. Alles kurz und klein zu schlagen und dann zu sagen: So, jetzt baut das mal wieder auf, aber bitte schön demokratisch, das funktioniert nie. Ebensowenig wie die Installation willfähriger, korrupter Eliten, die man sich zusammenkauft.

Einer der "Knackpunkte"...

...in diesem Artikel dürfte das sinngemäße Zitat von Frau Merkel sein:

"Ein Kompromiss ist immer gleich ein fauler Kompromiss."

Anders ausgedrückt:
Wer von seiner Meinung abrückt und einer Lösung zustimmt, die durch einen Kompromiss zustande kommt, ist weich, nachgiebig, charakterlos, führungsschwach.

Was sich wann wo in den zahllosen Gesprächen und Verhandlungen abgespielt hat, und was dabei herausgekommen wäre ohne die Kompromissbereitschaft, die Frau Merkel "zur Last gelegt" wird, kann niemand beurteilen, der nicht dabei war.
Das dürfte für jeden der hier aktiven Kommentatoren zutreffen.

Aber hier wird sie nicht nur be-, sie wird auch gleich verurteilt.

Ist aus dem heimischen Sessel auch easy.

@ Friedrich peter

Die Frage ist doch, wie man den Konflikt mit Polen gemeinsam lösen kann. Zur Zeit gibt es das Problem, dass Weißrussland gezielt Flüchtlinge dort zur Grenze bringt. Polen will nun, wozu es eigentlich sogar verpflichtet ist, die EU Aussengrenze durch einen Zaun schützen. Deutschland ist dagegen, Seehofer bringt aber Grenzkontrollen zu Polen ins Spiel. In der Bevölkerung Polens ist aber der Widerstand zur Aufnahme von Flüchtlingen noch größer als in Deutschland, die Folge wäre sicherlich, dass bei den nächsten Wahlen die EU kritischen Parteien in Polen noch mehr Stimmen bekämen, der Konflikt würde also weiter eskalieren. Hinzu kommt, dass Polen über 1 Millionen Flüchtlinge aus der Ukraine aufgenommen hat. Man sollte hier dann doch eher auf Augenhöhe mit Polen diskutieren und nicht von oben herab.

@ 09:53 von covid-strategie

Vielen Dank für die Offenbarung, dass Sie ausgerechnet "Reitschuster" für 'objektiv und ideologiefrei' halten; das hilft, viele Ihrer Beiträge einzuordnen.

um 09:50 von SinnUndVerstand

Kanzlerin Merkel hat verschiedenste Seiten in ihrer Zeit als Kanzlerin gezeigt: Der Ausstieg vom Atomausstieg und dann der Ausstieg vom Ausstieg aus dem Ausstieg hat uns verlorene Jahre gebracht. Ihr Zögern und Taktieren bei der Ehe für alle war unangemessen. Ihr beherzt menschliches und an den eigentlichen Werten der EU wie unseres Grundgesetzes orientiertes Handeln bei der Lösung der untragbaren Situation geflüchteter Menschen am Budapester Bahnhof war eine Sternstunde, auch wenn die systematischen Verschärfungen des Asylrechts in der Zeit danach das wieder verdunkeln. In der ökologisch-sozialen Wirtschafts- und Verkehrspolitik war sie zu zögerlich. In ihren Stellungnahmen zu gesellschaftlichen Fragestellungen, zu Schicksalsschlägen und auch zu manchen ethischen Themen habe ich sie besonnen und zusammenführend erlebt…

Volle Zustimmung!

@ Hinter der Fichte

Koch, Merz, Wulf …… alle weggebissen

Dann zeigen Sie uns die Bissspuren. Angela Merkel hat niemanden weggebissen. Sie hat sich demokratisch und fair innerhalb ihrer Partei und in der Wahlbevölkerung durchgesetzt. Einen Narrativ des Neids halte ich nicht für fair ihr gegenüber.

@nachfragerin, 08:51

Ich finde es - im Gegensatz zu Ihnen - wichtig, dass Politiker die Fähigkeit besitzen, das eigene Ego zurückzustellen, wenn es um Werte geht. Auch ist es nicht falsch, gut vernetzt zu sein. Und schließlich kann man Frau Merkel zwar vorwerfen, dass sie es versäumt hat, einen Nachfolger aufzubauen, andererseits war sie aber eben auch „eine Klasse für sich“. Die Kanzlerin hat im Übrigen nicht die Werte der USA über die des eigenen Landes gestellt. Wie kommen Sie denn auf diese Idee?

Kunst des Kompromisses

Da die Parteien immer mehr werden, also gibt es keine großen Parteien mehr sondern nur noch Splitter ! Die Folge ist ,ohne die ewigen Kompromisse geht absolut nichts mehr ,weil ja auch keiner mehr das Sagen hat.
Im Grunde genommen trägt das wieder dazu bei, dass es noch mehr Leute in Berlin geben wird ! Es wird immer trauriger und immer nur teurer ohne jede Besserung für das Land!

08:32 von Nachfragerin

>>... mit der Wirtschaftslobby. Ich bin überzeugt, dass die Politik wesentlich agiler wäre, wenn es diese privaten Verflechtungen nicht gäbe.<<

In dem Artikel geht es um Frau Merkel.
Was hat denn Frau Merkel für private Verflechtungen mit der Wirtschaftslobby?
Wissen sie näheres? Oder soll dies nur pauschale Diffamierung sein?

09:58, wenigfahrer

>>Meinungen zu Frau Merkel sind auch unterschiedlich, kommt auf den Blickwinkel an, und wo man liest.<<

Ja, genauso ist es.

@ baumgart67

In der Bevölkerung Polens ist aber der Widerstand zur Aufnahme von Flüchtlingen noch größer als in Deutschland,...

Alle Polen, die ich kenne, sind sehr hilfsbereit, offen für Schutzsuchende und tolerant.

um 10:05 von harry_up

Einer der "Knackpunkte"...
...in diesem Artikel dürfte das sinngemäße Zitat von Frau Merkel sein:
"Ein Kompromiss ist immer gleich ein fauler Kompromiss."
Anders ausgedrückt:
Wer von seiner Meinung abrückt und einer Lösung zustimmt, die durch einen Kompromiss zustande kommt, ist weich, nachgiebig, charakterlos, führungsschwach.

Das erinnert mich an meinem ersten Job nach dem Studium. Da ging man zum Chef zum Meinungsaustausch. Man ging mit der eigenen Meinung in das Gespräch und kam mit seiner Meinung aus dem Gespräch… -;)

@MehrheitsBürger - mäßigende Wirkung

09:42 von MehrheitsBürger:
"Wenn Ihr von Einseitigkeit geprägter Blickwinkel stimmen würde, dann wäre sie das Pendant zu ihnen."
> Nein. Der Artikel ist das Pendant zu meinem Kommentar. Ich ergänze das, was meiner Meinung nach fehlt. (Daher die Einseitigkeit.)

"Sie stellen seit Jahr und Tag in Ihren Kommentaren die Interessen der Putin-Regierung über das von Deutschland."
> Das mache ich nicht. Aber viele verwechseln seit Jahr und Tag meine Kritik an einem Sachverhalt für die Unterstützung eines völlig anderen. Wer kein schwarz mag, muss weiß mögen... das ist ein typischer Denkfehler.

"Ich bin überzeugt, dass Frau Merkel im Ukraine Konflikt mäßigend gewirkt [hat]."
> Als vorausschauende und langfristig planende Person hätte Frau Merkel die Konsequenzen für Deutschland und Europa erkennen müssen, bevor der Konflikt zu einem Krieg wurde. Ihre mäßigende Wirkung (sofern es eine gab) kam zu spät.

Re : fathaland slim !

Tja, das ist das größte Problem dabei, all die Verflechtungen. Und in meinen Augen dürfte genau dies eben nicht sein, dass Politiker/innen zu oft auf zu vielen "Hochzeiten" tanzen, und sich so vielen Einflüssen nicht mehr entziehen, sondern sich zu oft bequatschen und einlullen lassen.
Da ist die CDU/CSU ja seit extrem vielen Jahren ein Parade- Beispiel von Lobby- Abhängigkeit und Korruption. Da nützt auch das ganze Gesülze von wegen nun wird offen, ehrlich und transparent agiert nichts mehr.
Was es noch ein Stück verschlimmert, wenn da eine Kanzlerin ist, die als Lieblingssport das Aussitzen und immer wieder verschieben von wichtigen Entscheidungen angibt, bzw. ausübt !

Ja, Frau Merkel hat viel

Ja, Frau Merkel hat viel Positives bewirkt, wofür man ihr dankbar sein sollte. Aber wird man sich nach Jahren daran erinnern? Oder wird man sich eher an das Selfie mit dem Flüchtling erinnern, oder an den jetzt von vielen kritisierten überhastete Ausstieg aus der Kernenergie, an das nach links rücken der CDU und der damit verbundene Aufstieg der AfD?

Auch beim Abgang von Kohl hat man große Worte gefunden und dann wurde er nicht einmal zur Festveranstaltung zum Jahrestag der Deutschen Einheit geladen.

09:53 von covid-strategie

"@ 09:28 Alles für die Katz- gute Desinformationskampagne

Lesen Sie bspw zur Abwechslung mal die NZZ, ausgewählte Artikel auf Reitschuster oder in der Welt.

So etwas erweitert den eigenen Horizont ungemein, wenn man das dann in Relation zu dem bspw in der Tagesschau Geschriebenen setzt."

,.,.

Die Neue Zürcher Zeitung war - obwohl konservativ - vor ca. 50 Jahren eine Zeitung mit Niveau.

Dann kam der Umschwung, ich weiß nicht genau, wann.

Jedenfalls wurde sie dann sehr rechtslastig und ist aus dem Kreis der Niveauvollen herausgefallen.

Insofern also nicht zu empfehlen.

Und Reitschuster ist ja sowieso als Schundblatt bekannt.

10:09, Carina F

>>Rechte Blogger @ 09:53 von covid-strategie
>>> Lesen Sie bspw zur Abwechslung mal die NZZ, ausgewählte Artikel auf Reitschuster oder in der Welt. >>>

Die NZZ mal Außen vorgelassen, ist Reitschuster ein rechtsextremer Blogger, welcher haufenweise Falschinformationen verbreitet!<<

Er behauptet von sich selbst, er würde neutralen Journalismus liefern. Da sollten alle Alarmglocken bimmeln.

Und die NZZ driftet seit geraumer Zeit immer weiter in rechte Gefilde ab.

16 Jahre Merkel

das ist eine sehr lange Zeit und müsste auf 2 Regierung Perioden begrenzt werden. So ist es ja auch bei dem BP,allerdings für 5 Jahre eine Periode.Könnte doch auch bei der Kanzlerschaft gemacht werden.Nun wünsche ich Merkel einen schönen Ruhestand.

@ grübelgrübel, um 10:11

re @ harry_up, 10:05

Ja, ein Chef besitzt nun mal die stärkere “Überzeugungskraft“.

Aber in Ihrem Fall (wer kennt das nicht?) wird sich das sicher im Laufe der Jahre zu Ihren Gunsten geändert haben? :-)

Korrektur zu meinem Beitrag 9:17

Ich habe in meinem Beitrag von 9:17 das Wort "unpopulaer" verwendet, aber eigentlich das Wort "umstritten" gemeint.
Denn auch mir ist klar, dass es Viele gab, die diese Richtungsvorgaben sehr begruesst haben.
Aber ob das die typischen CDU-Waehler waren? Ich gehe davon aus, dass ich bei meisten typischen CDU-Waehlern mit dem Wort "unpopulaer" nicht falsch lag.

@ Andreas Unzufrieden

Ich kenne auch sehr viele weltoffene und hilfsbereite Polen, aber das Land ist stark konservativ und katholisch geprägt und die Regierung dort ist ja demokratisch gewählt worden. Ein Großteil der Bevölkerung lehnt die Aufnahme von Flüchtlingen aus anderen Kulturkreisen strikt ab.

Re : Sausewind !

Tja, Frau Merkel hat sicher sehr vorsichtig und oft feinfühlig versucht Kompromisse zu finden. Hat aber leider zu oft nicht wirklich klare Kante gezeigt, wie es öfters nötig gewesen wäre. Da sie die große Leitfigur der CDU über viele Jahre war, was unbestritten ist, hätte sie einige Dinge auch schneller entscheiden können, ja müssen, und in manchen Situationen auch viel deutlicher klare Position beziehen müssen.
Ja in der Diplomatie ist ein Herantasten an Lösungen schon sinnvoll, und das hat Frau Merkel auch sehr oft getan. Trotzdem hätte ich mir eine ziemlich klare Einstellung und Haltung, wie bei der Flüchtlingskrise 2015, mehr erwartet.
Für mich war es jedenfalls ein absolutes Unding, dass Merkel in China Werbung für ein deutsches Unternehmen macht, und das sich dann als "schädliche Luftnummer" erweist.
Bei aller Höflichkeit und Diplomatie sollte eine Kanzlerin immer einen Grundwert für alle vertreten, wie die universellen Menschenrechte, die überall gelten !

@Adeo60 - Karriere und andere Interessen

10:08 von Adeo60:
"Ich finde es - im Gegensatz zu Ihnen - wichtig, dass Politiker die Fähigkeit besitzen, das eigene Ego zurückzustellen, wenn es um Werte geht."
> Sie haben mich falsch verstanden. Ich schrieb, dass so etwas gar nicht vorkommt. Bei einem Politiker steht immer die Karriere im Vordergrund. (Was nicht ausschließt, dass man dafür auch mal irgendwelche Werte bemüht.)

"Die Kanzlerin hat im Übrigen nicht die Werte der USA über die des eigenen Landes gestellt. Wie kommen Sie denn auf diese Idee?"
> Im Syrienkonflikt hatte ich schon den Eindruck, dass Frau Merkel das militärische Vorgehen der USA deutlich befürwortete, obwohl ein Teil der vom Krieg Vertriebenen hier in Deutschland ihre politische Konkurrenz erstarken ließ.

Vielleicht ist diese unkritische Folgsamkeit aber auch Realpolitik, um angesichts des Unvermeidlichen wenigstens ein paar Pluspunkte zu sammeln.

PS: Kennen Sie die Skulpturen von Jacques Tilly? Satire hat immer einen wahren Kern.

um 08:39 von Adeo60

Aber sie hatte immer einen festen Fahrplan, war verlässlich, gut strukturiert, klug und engagiert. Sie hat Deutschland und Europa sicher durch viele Krisen geführt. Ich fürchte, Sie wird uns fehlen.
#
Nun meine ich,16 Jahre sind auch eine lange Zeit.Da ist dann doch ein Wechsel angebracht.

@ich1961

„ Ich bin für beides sehr dankbar! Und für einiges mehr.“

Dem kann ich mich wiederum vorbehaltlos anschließen.
Und gerade in diesen beiden Punkten hat sie bewiesen, um was es ihr ging und geht, nicht um Macht, sondern um die Menschen.

16 Jahre Merkel: Die Kanzlerin und die Kunst des Kompromisses...

In dem Artikel der Tagesschau werden nächtelange EU-Konferenzen erwähnt. Tatsächlich wurden da Kompromisse eingegangen. Berlin war dazu bereit, weil die Europäische Union eng mit dem deutschen Wirtschaftsmodell verknüpft ist: Erzielung von Exportüberschüssen und die größte Anzahl von Wanderarbeitern in Europa.
Dafür auch auf der anderen Seite, die Zugeständnisse in der Geldpolitik der EZB, Ankauf von Staatsanleihen von Staaten.

um 10:21 von harry_up

@ grübelgrübel, um 10:11
re @ harry_up, 10:05
Ja, ein Chef besitzt nun mal die stärkere “Überzeugungskraft“.
Aber in Ihrem Fall (wer kennt das nicht?) wird sich das sicher im Laufe der Jahre zu Ihren Gunsten geändert haben? :-)

War ja knapp 20 Jahre dann selber Chef…

Kompromisse mit deutschen Steuermitteln

Ohne Kompromisse geht es nicht, das ist in der Demokratie zumindest eine Binsenweisheit. Es ist selten das eine Partei über eine absolute Mehrheit verfügt und selbst dann müssen oft noch innerparteilich Kompromisse gefunden werden um ein Vorhaben so oder so umzusetzen. Wenn Kompromisse in der EU aber so ausschauen, das diese zu immer höheren finanziellen Belastungen, vor allem für ein Mitgliedsland führen und die Zahlen für Deutschland sprechen dabei eine klare Sprache, als auch zu dem Verlust an Einfluss und Macht, beides ist ohnehin schon bescheiden, dann sollte man überlegen, ob die Sache noch weiter sinnvoll erscheint oder ob die Form europäischer Zusammenarbeit nicht einer grundlegenden Reform bedarf.

@ wenigfahrer

Es ist schon erstaunlich was man heute Morgen so lesen kann im Forum, noch haben wir keine neue Regierung, und wir werden ja sehen wer in Zukunft unsere Interessen vertritt.

Da liegt womöglich ein grundlegendes Missverständnis vor. Eine Regierung ist nicht mit einer Interessenvertretung zu verwechseln.

Von einer (guten) Regierung verlange ich, dass sie im Sinne des Großen und Ganzen auch mal den Mut hat, gegen einzelne Interessen von einzelnen Gruppen zu verstoßen. Aus diesem Grund ist eine populistische Regierung auch grundsätzlich ungeeignet.

10:00 von Sausevind

«... hab ich da nicht ein Bild gesehen, auf dem der Kanzler in spe mit der Merkelraute reüssiert hat?»
.-.-.
«Ich glaub, das hab ich auch gesehen. :-)
Da hat ein aufmerksamer Reporter rechtzeitig mit der Kamera geklickt...»

The Story of Mr. Scholz mit Raute geht so:

Es war ein Interview der Süddeutschen Zeitung, bei dem der Interviewte die Fragen nur mit Gesten beantworten durfte. Fotos dieser Gesten sind dann als Antworten auf die Fragen abgebildet.

Die Frage, auf die Olaf Scholz mit der Raute antwortete, lautete:

«Können Sie Kanzler?»

Es war klar, dass diese Geste aufgenommen werden würde, und stammt nicht von einem Foto, das ein aufmerksamer Reporter im richtigen Moment ablichtete.

Scholz mit Raute war dann Titel vom SZ-Magazin. Genau wie vor Jahren auch das Bild von Per Steinbrück mit dem ausgestreckten Mittelfinger zu sehen war. Beide Fots von beiden Herren bewusst so gewollt aus der Serie der Interviews, bei denen man Fragen nur mit Gesten beantworten darf.

@ baumgart67

Ein Großteil der Bevölkerung lehnt die Aufnahme von Flüchtlingen aus anderen Kulturkreisen strikt ab.

Mag sein. Aus einer christlichen Tradition kann diese Haltung aber nicht kommen.

Kompromisse zu Lasten Deutschlands

Frau Merkel ist in Europa deshalb so geliebt, weil sie immer gerne bereitwillig die Interessen Deutschlands zum Abschluss von Kompromissen zur Disposition gestellt hat. Interessanterweise hat sie in der Flüchtlingskrise, in der es darum ging, Deutschland zu entlasten und sich in dieser Frage solidarisch mit Deutschland zu zeigen, vom Rest Europas geschlossen die rote Karte gesehen. Wir werden erst in einigen Jahren ermessen können, welch großen Schaden Frau Merkel Deutschland mit ihrer Politik zugefügt hat und welch große Chancen sie für Deutschland binnen ihrer 16-jährigen Regierungszeit ausgelassen hat. Hoffentlich hat ihr Nachfolger die deutschen Interessen besser im Blick.

@Tremiro

10:09 von Tremiro:
"In dem Artikel geht es um Frau Merkel. Was hat denn Frau Merkel für private Verflechtungen mit der Wirtschaftslobby? Wissen sie näheres?"

Bei www.abgeordnetenwatch.de werden Sie fündig.

10:09, Peter Kock

>>Kunst des Kompromisses
Da die Parteien immer mehr werden, also gibt es keine großen Parteien mehr sondern nur noch Splitter ! Die Folge ist ,ohne die ewigen Kompromisse geht absolut nichts mehr ,weil ja auch keiner mehr das Sagen hat.<<

Früher war das anders, da gab es noch jemanden, der das Sagen hatte.

>>Im Grunde genommen trägt das wieder dazu bei, dass es noch mehr Leute in Berlin geben wird ! Es wird immer trauriger und immer nur teurer ohne jede Besserung für das Land!<<

Sie sehnen sich ganz offensichtlich nach jemandem, der das Sagen hat.

Demokratie ist anstrengend, ich weiß.

re 09:41 Klärungsbedarf: Kompromisse

>>Ich bin ein großer Anhänger von Kompromissen dort, wo sie möglich sind. Tatsächlich ist das in sehr, sehr vielen Fällen aber nicht sinnvoll oder gar unmöglich. Wenn der Weg eine Gabelung hat, dann ist es weder ein Kompromiss, keinen von beiden zu gehen, noch - wenn man zu mehreren ist - die eine Hälfte nach links und die andere nach rechts zu schicken<<

Es geht nicht primär um einen Kompromiss in der Sache, sondern um einen Kompromiss zwischen Menschen. Und hierfür gibt es fastIMMER mehr Spielraum als es den Beteiligten selber bewusst ist.

So fallen einem auch bei einer Gabelung tatsächlich mehr Varianten ein als links und rechts.

Wasnützt einem der richtige Weg, wenn man danach ganz allein übrig bleibt?

@ Hinterdiefichte, div. Kommentare

Wenn sich Ihre Erleichterung über die Beendigung der Amtszeit von Frau Merkel irgendwann gelegt haben wird darf man gespannt sein, wie Sie sich an ihrem Nachfolger abarbeiten werden.

Kompromissfreie Politik kann nicht funktionieren.
Sie führt unweigerlich zu kriegerischen Auseinandersetzungen, davon zeugt die Geschichte, “seit es Menschen gibt“.

Doch es würde schon reichen, wenn Sie einfach einen Blick in die Gegenwart tun.

@grübelgrübel - Keine Skandale?

10:01 von grübelgrübel:
"Und im Gegensatz zu Putin und anderen Autokraten agierte Merkel jahrzehntelang ohne jeden Skandal. Keine schwarzen Kassen, keine persönliche Bereicherung und Günstlingszuwendungen und kein monströses Schloss."

Die zahlreichen Skandale der Partei, deren Vorsitz Frau Merkel innehatte, scheinen sie wohl nicht wahrnehmen zu wollen.

Frau Merkel ist eher ein Moderatorin,

.. als ein klassischer Regierungschef!

Kleiner, aber ganz entscheidender Unterschied!

@ schiebaer45

16 Jahre Merkel das ist eine sehr lange Zeit und müsste auf 2 Regierung Perioden begrenzt werden.

Ich kenne kein Land, wo die Zahl der Wahlperioden des Regierungschefs begrenzt wäre. Anders als bei einem Präsidenten hat aber auch das Parlament beim Regierungschef eine ganz enge Kontrollfunktion und könnte ggf. ja jederzeit einen anderen Kanzler wählen.

Wie gut jemand war, zeigt sich wenn er weg ist.

Ein altes, wahres Sprichwort. Was es für Deutschland und die EU heißt, werden wir demnächst wissen ... schließlich sitzen wir in der ersten Reihe.

Der gute Kompromiss

Zitat: "Der Kompromiss wird heute zum Teil verhöhnt. Er wird schlechtgemacht. Ein Kompromiss ist quasi immer schon ein fauler Kompromiss. Aber wenn wir nicht mehr in der Lage sind, Kompromisse zu machen, sind wir nicht mehr handlungsfähig."

Das ist ja schön, dass man das politische Handeln und Entscheidungen von Frau Merkel der letzten Jahre jetzt mit einem Allgemeinplatz, dass Kompromisse notwendig seien, auf eine staatsmännisch-diplomatische Ebene heben und damit gutheißen möchte.

Alleine ich kenne keinen "Kompromiss", den Frau Merkel eingegangen ist, der für die deutschen Bürger einen Nutzen generiert hat oder der gar ein Problem real gelöst hat. Beispiel Eurokrise: anstatt die Konsequenzen aus jahrelangem Vertragsbruch zu ziehen, schüttet man die Schuldner mit noch mehr billigen Geld zu, damit zumindest die Symptome des Problems nicht mehr sichtbar sind, das eigentliche Schuldenproblem aber nicht löst, sondern vergrößert.

Ich nenne so etwas nicht "Kompromiss", sondern Pfusch.

um 09:12 von Sausevind

>>
Da wäre bei mir jetzt aber Klärungsbedarf:

Waren Sie jahrzehntelang Merkels Psychotherapeutin oder -therapeut?
Denn nur eine solche / ein solcher könnte - eventuell - das wissen, was Sie hier behaupten.

Ich nehme also an, dass Sie es frei erfunden haben, um Merkel zu demütigen.
<<

Können Sie mir sagen, was an meinem Kommentar Frau Merkel demütigen könnte ?

„Immer auf der Suche, neben dem Wünschenswerten auch das Machbare zu finden. "Politik ist auch die Kunst des Machbaren. Wir ringen immer wieder“

Das Problem dabei ist der viel zu schmale „Ring“. Und die viel zu „exklusive“ Auswahl der an dieser Kompromisssuche Beteiligten: [Merkels Credo]: "Nicht übereinander, miteinander reden." Dazu gehört das Suchen nach Kompromissen (…)“.
Kurz: fehlende wirkliche und -same Repräsentativität.

Das zumindest ist ohne Einschränkung richtig:
"Das Allerwichtigste in der Politik ist: Man muss Menschen gern haben und neugierig auf Menschen sein. Wenn man diese Neugier verliert, ist alles vorbei"

„Nur eines habe sie bei aller Kompromissbereitschaft bis heute nicht gelernt: ein Pokerface zu haben. Ihre Gesichtszüge: stets kompromisslos lesbar. "Ich hab das aufgegeben. Ich kann es nicht, das ist bitter. Aber ich kann es nicht"

Dabei ist es gerade das, was sie glaubwürdig erscheinen lässt - und damit das wichtigste Rüstzeug für jede Art politischer Arbeit.

Angela Merkel !

Ich denke, Frau Merkel hat immer wieder ein Spagat versucht, der leider nur sehr schwer bei so viel unterschiedlichen Interessen gelingen kann. Und ich denke, sie hat es sehr wohl genossen, die Karriere bis nach ganz oben geschafft zu haben. Nur leider ist es ihr nicht wirklich gelungen den Haufen in den eigenen Reihen in bestimmte Bahnen zu kriegen, die auch wirklich allen gedient hätte. Da die CDU/CSU zu sehr Wirtschaft- verseucht war und ist, wird es schwierig, dann eine Realpolitik zu betreiben, die vielen gerecht wird. Was ich oft bei ihr vermisst habe, eine absolut klare Richtung und Haltung, die sie auch echt unnachgiebig nach außen vertritt, und zusätzlich einen schnelleren Weg einer Entscheidung. Mit einem Aussitzen erreiche ich nichts, sondern es wird nur schlimmer !

Beliebtester oder bekanntester Politiker?

Ich habe schon lange Zweifel daran, ob die Frage nach dem beliebtesten Politiker tatsächlich belastbare Ergebnisse zur Beliebtheit hervorbringt. Meiner Meinung nach wird bei der Frage nach dem „beliebtesten Politiker“ stattdessen sehr häufig schlicht der „bekannteste Politiker“ genannt.

@ calyx, um 10:28

Das ist eine gewagte These.

Sie sollten es aber nicht bei süffigen Behauptungen belassen, sondern bitte einige konkrete Beispiele nennen, die zeigen, dass Kompromisse (!) zu einer höheren finanziellen Belastung Deutschlands geführt haben.

Und nebenbei: Die EU steht hier nicht zur Debatte, das ist ein ganz anderes Thema.

um 10:23 von baumgart67

"Ein Großteil der Bevölkerung (Polens) lehnt die Aufnahme von Flüchtlingen aus anderen Kulturkreisen strikt ab."

Das hängt nicht unbedingt mit Fremdenfeindlichkeit zusammen. Polen ist nunmal wirtschaftlich deutlich schwächer als Deutschland; da ist es nur normal, dass sich Bürger fragen, warum nicht der reiche Nachbar sich um die Bedürftigen kümmern kann. Zudem wird in Polen viel stärker als bei uns betont, wer die Flüchtlingsströme ausgelöst hat, nämlich die USA, und auch da stellt sich die Frage, warum sollen Europäer bezahlen, was die USA angerichtet haben.

Es geht nur sehr selten darum, dass man den Flüchtlingen nicht helfen will.
_

@ich1961 - Keine Kanzlerin

09:40 von ich1961:
"gut, das Sie nicht Bundeskanzlerin sind/waren! Dann wäre Deutschland in der Versenkung verschwunden."
> Das ist eine interessante Gewissheit angesichts der Tatsache, dass Sie mich überhaupt nicht kennen. Aber ich hätte auch gar keine Lust auf einen derart stressigen Job. In dieser Hinsicht verdient Frau Merkel auch meinen Respekt.

"Wie ich schon vorher schrieb: ohne Kompromisse geht Politik nicht."
> Das ist völlig richtig. Aber manche Kompromisse sind keine, wenn das eigentliche Ziel unter dem Einfluss Lobbyisten völlig verwässert wurde.

10:26, Nachfragerin @Adeo60

>> Bei einem Politiker steht immer die Karriere im Vordergrund. (Was nicht ausschließt, dass man dafür auch mal irgendwelche Werte bemüht.)<<

Ja klar. Politiker sind nur aus egoistischen Motiven Politiker. Es sind schlechtere Menschen als unsereins.

>>"Die Kanzlerin hat im Übrigen nicht die Werte der USA über die des eigenen Landes gestellt. Wie kommen Sie denn auf diese Idee?"
> Im Syrienkonflikt hatte ich schon den Eindruck, dass Frau Merkel das militärische Vorgehen der USA deutlich befürwortete, obwohl ein Teil der vom Krieg Vertriebenen hier in Deutschland ihre politische Konkurrenz erstarken ließ.<<

Es gab kein militärisches Vorgehen der USA im Syrienkonflikt. Hätte es eins gegeben, dann wäre Assad jetzt nicht mehr an der Macht. Das ist genau das, was die syrische säkulare Opposition, die es ja gab, beklagte. Obama zog rote Linien und als Assad die überschritt, geschah ganze genau: nichts.
Die Militäreinsätze der USA auf syrischem Boden galten ausschließlich dem IS.

Kompromisse als besondere Leistung?

Die schlechtesten Koalitionen in Regierungen sind die, bei denen die Parteien in ihren Zielen sehr weit auseinander liegen.
Besonders werden "Große Koalitionen" als Koalitionen des Stillstandes und der Meinungsverschiedenheiten von allen politisch interessierten Bürgern gefürchtet.
Denn keine der beteiligten Parteien kann ihre Ziele umsetzen oder aber, die eine Partei dominiert u. die andere ist der Steigbügelhalter, wie es in Deutschland oftmals die SPD war, die dann vor 4 Jahren auch keine GroKo mehr bilden wollte.
Kompromisse bedeuten in solchen Koalitionen nur, dass man sich auf den kleinsten gemeinsamen Nenner geeinigt hat u. das ist immer für alle Beteiligten u. für die Bürger keine sinnvolle Lösung.

Merkel wird es also als besondere Leistung zugerechnet, dass sie Kompromisse suchte, dass sie genau das versuchte, was so verpönt ist?
Hat man keine besseren Fähigkeiten bei ihr gefunden?
Sollte man nicht eher doch die Einstimmigkeit in den EU-Beschlüssen hinterfragen?

@kühne, 10:12

Das Selfie mit einem Flüchtling, der Ausstieg aus der Kernenergie - ich als Konservativer denke gerne an diese Momente zurück, denn sie sprechen für Weltoffenheit und humanitäres Denken sowie für den Schutz unserer Umwelt. Es geht nicht um linke oder rechte Politik , sondern um Politik für die Bürger. Im Übrigen hat Frau Merkel entschieden gegen Hass und Hetze, gegen die Austauschbarkeit von Wahrheit und Lüge, gegen Extremismus und dabei erfolgreich gegen die AfD und Trump gekämpft.

@Juergen

„ Ich habe in meinem Beitrag von 9:17 das Wort "unpopulaer" verwendet, aber eigentlich das Wort "umstritten" gemeint.
Denn auch mir ist klar, dass es Viele gab, die diese Richtungsvorgaben sehr begruesst haben.
Aber ob das die typischen CDU-Waehler waren? Ich gehe davon aus, dass ich bei meisten typischen CDU-Waehlern mit dem Wort "unpopulaer" nicht falsch lag.“

Vielleicht, obwohl das sicher nicht für jeden CDU-Wähler gilt.
Aber gerade, dass viele aus anderen politischen Lagern bestimmte Entscheidungen begrüßt haben, ist doch ein Zeichen dafür, dass sie sich eben als Kanzlerin für alle gesehen hat bzw sieht und nicht nur ihre „typische“ Wählerschaft. Sehr wahrscheinlich liegt auch darin ihre Popularität (oder Beliebtheit?) im In- und Ausland.

an Sausewind

Ich möchte eines klarstellen. Ich selber habe nichts gegen Fremde oder Ausländer (blöder Begriff), da ich auch im Ausland gearbeitet habe und somit also selber in der meiner Zeit in den USA dort Ausländer war. Zudem war ich in Marokko bzw. Pakistan unterwegs und habe dort einige unterstützt (Kleidung, Medizin usw.). Um was es hier geht, war die unkontrollierte Öffnung der Grenze, was ich auch mit Freunden aus den Maghrebstaaten diskutiert habe. Meine Freunde aus diesen Ländern haben hier einen Antrag auf Arbeitserlaubnis gestellt und deren Personalien usw. wurden aufgenommen. Heute sind sie ein fester und wertvoller Bestandteil unserer Gesellschaft. Bei mir wurden damals in den USA, als ich beim NIH arbeitete, auch alle Personalien aufgenommen; dito bei meinen Reisen in die verschiedenen Länder. Das wurde bei der Grenzöffnung versäumt und manche Personen passen einfach, so hart das auch klingt, nicht in unsere Kultur, da sie stellenweise keinen Respekt vor unserer Kultur haben.

@ covid-strategie

So etwas erweitert den eigenen Horizont ungemein, wenn man das dann in Relation zu dem bspw in der Tagesschau Geschriebenen setzt.
Nur so kann man sich eine objektive Ideologie-freie Meinung bilden.

Das ist aber eine rechtsextreme Quelle. Da erweitern Sie keinen Horizont. Da erhalten Sie nichts Ideologiefreies und auch nichts Objektives.

um 10:34 von Hinterdiefichte…

Meine Rechnung ist also eineS erwachsenen Menschen unwürdig? Umfragen sind vollkommen irrelevant! Die Wahl ist relevant. Ein Nichtwähler, und das ist das Wesen des Nichtwählers, wählt nicht! Folglich ist er auch nicht für eine Partei oder Person. Eine Nichtwahl ist nicht einmal mit einer Enthaltung gleichzusetzen - die es, zu meinem Leidwesen - bei Bundes- oder Landtagswahlen nicht gibt. Nichtwählen bedeutet: „Interessiert mich alles nicht“ - Enthalten bedeutet „interessiert mich, mich überzeugt aber keine Partei“

Ihre Rechnung bleit Unfug. Es gibt Nichtwähler, die den Termin verpennen, unpässlich sind verreist oder sonstwie verhindert. Alle diese Nichtwählenden automatisch als nicht zustimmend zu verbuchen ist Unfug. Genauso gut könnte ich behaupten dass die Nichtwählenden wissen, dass Merkel auch ohne ihre Stimme gewinnt und dass ganz in ihren Sinne ist.

10:39, Nachfragerin

>>@grübelgrübel - Keine Skandale?
10:01 von grübelgrübel:
"Und im Gegensatz zu Putin und anderen Autokraten agierte Merkel jahrzehntelang ohne jeden Skandal. Keine schwarzen Kassen, keine persönliche Bereicherung und Günstlingszuwendungen und kein monströses Schloss."

Die zahlreichen Skandale der Partei, deren Vorsitz Frau Merkel innehatte, scheinen sie wohl nicht wahrnehmen zu wollen.<<

Keiner dieser Skandale war ein Skandal, mit dem Frau Merkel über ihre Parteimitgliedschaft hinaus in Verbindung zu bringen war.

um 10:39 von Nachfragerin

@grübelgrübel - Keine Skandale?
10:01 von grübelgrübel:
"Und im Gegensatz zu Putin und anderen Autokraten agierte Merkel jahrzehntelang ohne jeden Skandal. Keine schwarzen Kassen, keine persönliche Bereicherung und Günstlingszuwendungen und kein monströses Schloss."

>>Die zahlreichen Skandale der Partei, deren Vorsitz Frau Merkel innehatte, scheinen sie wohl nicht wahrnehmen zu wollen.<<

Hier ist von den persönlichen Skandalen die Rede. Haben sie da irgendetwas?

Re : Andreas Unzufrieden !

Ich denke viele, die Flüchtlinge aus anderen Ländern und Kulturen ablehnen, haben schon lange vergessen, wie die Situation nach dem 2. WK war, als vielen Deutschen geholfen wurden, obwohl ja dieser Krieg durch ein Großteil der Deutschen verursacht wurde.
Dann kam irgend wann der Beschluss, ausländische Arbeitskräfte nach D zu holen, weil hier viele solche fehlten. Auch das lief nicht wirklich reibungslos ab.
Dabei sollte es eine reine menschliche Tradition sein, anderen Menschen in Not bei zu stehen, ihnen zu helfen, und dies egal welchen Glaubens oder Herkunft. Das nennt man Gastfreundschaft, von der sich viele deutsche irgend wie verabschiedet haben, aus purer Gier, Habsucht, Trägheit und Egoismus. Je weniger Menschlichkeit herrscht, umso weniger werden Probleme in der Welt gelöst, und umso größer wird die Kluft zwischen Ländern, Menschen, Arm und Reich, und umso weniger werden Kompromisse gefunden und Unfrieden steigen !

@ schabernack, um 10:30

re @ 10:00 von Sausevind

Ich kannte die Story mit der Scholz'schen Merkelraute bislang nicht.
Nur die “gekürzte“, über die ich schmunzeln, mich aber nie aufregen konnte.

Wenn's so war wie Sie das wiedergeben wird es trotzdem leider nicht dazu führen, es hintenrum nicht nur Scholz, sondern auch Merkel gleich mit anzukreiden.

So sin de Lück... :-)

10.05 Baumgart67 - Keine Aussicht auf Besserung.

Die wenige Flüchtlinge die Polen bis jetzt aufnehmen musste sind ein minimaler Beitrag. Dies im Vergleich was Deutschland und andere EU-Länder finanziell und gesellschaftlich haben aufgebracht und noch aufbringen müssen. Hier aber geht es um, Polen wie Ungarn haben den EU Vertrag unterschrieben mit allen Rechten und Pflichten. Die EU ist ihre Verpflichtungen nachgekommen, Polen nicht und weigert sich auch künftig die Vereinbarungen nachzukommen.
Es kann von den Steuerzahlern der EU nicht länger verlangt werden für Polen zu zahlen, zumehr keine Aussicht auf Besserung besteht.

um 10:36 von teachers voice

>>
Es geht nicht primär um einen Kompromiss in der Sache, sondern um einen Kompromiss zwischen Menschen. Und hierfür gibt es fastIMMER mehr Spielraum als es den Beteiligten selber bewusst ist.

So fallen einem auch bei einer Gabelung tatsächlich mehr Varianten ein als links und rechts.

Wasnützt einem der richtige Weg, wenn man danach ganz allein übrig bleibt?
<<

Zu den Varianten fallen mir gerade Aussagen zur Alternativlosigkeit ein.
Tatsächlich muss man sich schon sehr oft für den einen oder anderen Weg entscheiden. Dann wird man immer noch Kompromisse machen können und müssen, etwa über die Gehgeschwindigkeit.
Und natürlich kann es einem sehr viel nützen, wenn man den richtigen Weg geht und allein übrig bleibt. Sie wollen doch nicht dem kollektiven Untergang des Kompromisses wegen das Wort reden ?

10:45, Nachfragerin

>>"Wie ich schon vorher schrieb: ohne Kompromisse geht Politik nicht."
> Das ist völlig richtig. Aber manche Kompromisse sind keine, wenn das eigentliche Ziel unter dem Einfluss Lobbyisten völlig verwässert wurde.<<

An jedem Kompromiss sind Lobbyisten aller beteiligten Seiten beteiligt. Das Prinzip des Kompromisses ist die Verwässerung der Maximalpositionen. Ein Kompromiss ist dann ein guter Kompromiss, wenn alle Beteiligten gleich unzufrieden sind.

er 09:51 Nachfragerin: Unkritisch?

>> Ja, der Artikel liest sich sehr schön. Er ist unkritisch und wohlwollend und wird einigen den Abschied leichter machen.<<

„Unkritisch“ ist, die „Politik als solches“ in die Form „Machterhalt“ und „Geld“ zu pressen und bei allen Themen dann zu den nahezu deckungsgleichen Schlussfolgerungen zu kommen.

Und diesenNegativismus dann als „kritisches Denken“ zu fühlen.

@fathaland slim - Haben Sie auch eine Antwort?

09:24 von fathaland slim:
"Ach je. Sie meinen also, man mache aus Eigeninteresse Politik?"
> Ich bin mir sicher, dass Politiker nur in Ausnahmefällen Idealisten ohne Eigeninteressen sind. Insbesondere die wichtige Posten werden wohl kaum an diejenigen vergeben, die kein persönliches Interesse daran haben.

"Und all das hat sie nur aus Gründen des Machterhaltes gemacht? Macht um der Macht willen?"
> Das ist die für mich sinnvollste Erklärung. Eine bessere Antwort scheinen Sie ja auch nicht zu haben, sonst hätten Sie mir diese sicherlich schon mitgeteilt.

"Das ist ja fast schon eine Karikatur der sattsam bekannten populistischen Erzählung."
> Diese Erzählung trifft man immer an, wenn über unliebsame Politiker berichtet wird.

"Westliche Werte sind die Interessen der USA? [...] Schon der Begriff 'westliche Werte' ist ein populistischer."
> Richtig. Deshalb habe ich den populistischen Begriff auch in einen politischen übersetzt.

10:40 von Andreas Unzufrieden @ schiebaer45

Ich kenne kein Land, wo die Zahl der Wahlperioden des Regierungschefs begrenzt wäre. Anders als bei einem Präsidenten hat aber auch das Parlament beim Regierungschef eine ganz enge Kontrollfunktion und könnte ggf. ja jederzeit einen anderen Kanzler wählen.
#
Das ist sicher auch eine Möglichkeit,bin mir aber nicht so sicher das davon oft Gebrauch gemacht werden wird.

@Blitzgescheit, 10:40

Da Sie ein bekennender AfD Protagonist sind, überrascht Ihre anlehnende Haltung zu Europa und zur EU nicht sonderlich. Deutschland profitiert wie kein anderes Land von der EU, auch wenn Sie dies nicht wahrhaben wollen. Frieden, Sicherheit, Wohlstand und kulturelle Vielfalt sind eng mit der Eu verbunden. Sie mögen sich im Übrigen darüber aufregen, dass Frau Merkel ob Ihrer Kompromissfähigkeit und Kompetenz so viele Ehrungen erfährt. Die Mehrheit der Bürger ist stolz auf diese Kanzlerin, wie auch die Umfragewerte immer wieder bestätigen.

Wer schon mit so manchen,

Wer schon mit so manchen, teils für unsere Zukunft sehr nachteilig sich auswirkende Entscheidungen der Frau Merkel verständlicherweise sehr unzufrieden war, der wird die sich nun vor der einstellenden Nachfolge noch mehr fürchten, denn man muss annehmen, dass jetzt z.B. wenn die Frage wieder aufkäme, die, für uns positiv, von Merkel nicht mit den Franzosen und weiteren Freunden mit gemachten Finanzabenteuer dann von unseren neuen Basukaleitung durchaus durchgewunken werden würde. Überhaupt, werden die Franzosen bestimmt ihren Neigung zu uneingeschränkter EU-Vorherrschaft und -Planungshoheit mit deutscher Finanzierung jetzt wieder in Angriff nehmen und mit unserem neuen Ampelkinderkonsortium werden sie keine größeren Mühen dazu haben, wie sie es aber bisher mit der immer erst mal bremsenden Frau hatten.
Es ist nicht unsr‘e Schuld, wir bitten um Geduld. Von nun an geht‘s bergab…

@ Blitzgescheit, um 10:40

Ihr Kommentar ist einer der Gründe, weshalb ich froh bin, dass Politiker Ihrer Überzeugung in der deutschen Politik keine nennenswerte Rolle spielen.

um 10:47 von Hinterdiefichte…

Ich kritisiere, dass Frau Merkel Ihre derzeitigen Reisen auf Kosten der Steuerzahler bestreitet. Sie ist de facto nur noch pro forma im Amt! Zudem gibt es einen Außenminister. Zitat Onlinelexikon: „
Der Außenminister ist Mitglied der Regierung eines souveränen Staates. Er ist der Hauptverantwortliche bei der Umsetzung der Außenpolitik eines Landes.“ Das was Sie oben beschreiben, fällt und fiel nie in den Verantwortungsbereich von Frau Merkel!

Der/die Kanzler/in verfügt gegenüber den anderen Regierungsmitgliedern über die Richtlinienkompetenz. Ergo fällt alles in seinen/ihren Bereich. Quelle: WIKI
>>Manches ist halt Chefsache!

10:47, Hinterdiefichte

>>Ich kritisiere, dass Frau Merkel Ihre derzeitigen Reisen auf Kosten der Steuerzahler bestreitet. Sie ist de facto nur noch pro forma im Amt!<<

Pro forma?

Ihre Amtszeit endet, wenn ein neuer Kanzler gewählt ist. Keine Sekunde vorher.

Meinen Sie wirklich, Regierungschefs sollten ihre Reisekosten aus eigener Tasche begleichen?

>>Zudem gibt es einen Außenminister. Zitat Onlinelexikon: „
Der Außenminister ist Mitglied der Regierung eines souveränen Staates. Er ist der Hauptverantwortliche bei der Umsetzung der Außenpolitik eines Landes.“ Das was Sie oben beschreiben, fällt und fiel nie in den Verantwortungsbereich von Frau Merkel!<<

Aha.

Sie meinen also, ein Regierungschef habe zu Hause zu bleiben.

Interessanter Standpunkt.

10:30 von schabernack

The Story of Mr. Scholz mit Raute geht so:

Es war ein Interview der Süddeutschen Zeitung, bei dem der Interviewte die Fragen nur mit Gesten beantworten durfte. Fotos dieser Gesten sind dann als Antworten auf die Fragen abgebildet.

Es gab solche pantomimischen Antworten auch in der NOZ von den OB-Kandidatinnen und Kandidaten zu fünf Fragen. Fand ich ganz aufschlussreich.

Auch der Artikel bezieht sich auf Noverbales:

Nur eines, sagte sie selbst, habe sie bei aller Kompromissbereitschaft bis heute nicht gelernt: ein Pokerface zu haben. Ihre Gesichtszüge: stets kompromisslos lesbar. "Ich hab das aufgegeben. Ich kann es nicht, das ist bitter. Aber ich kann es nicht."

M.E. eine sehr sympathische Seite.

P.S. Meine gestrige selbstironische + mangelnde Logik einsehende Antwort drang leider nicht durch.

@10:32 von Demokrat20

Frau Merkel hat in der sog. Flüchtlingskrise (die man treffender als EU-Humanitätskrise bezeichnen kann) also "vom Rest Europas geschlossen die rote Karte gesehen"? Komisch, da müsste doch ein Foto existieren...
Fakt ist, dass Kanzlerin Merkel damals unter Zustimmung von Orban (!) wie auch dem damaligen österreichischen Außenminister Kurz (!) mit ihrer klaren beherzten Entscheidung eine Entscheidung traf, die nicht nur dem C im eigenen Parteinamen entsprach, sondern in Europa große Anerkennung fand. In der Zeit danach gab es dann eine Allianz der Unwilligen, die abschottenden Nationalismus oben an setzte, in einigen dieser Ländern mit dem Abbau von Rechtsstaatlichkeit und Pressefreiheit verband und eine angemessene humane Flucht- und Migrationspolitik verunmöglichte.

@ covid-strategie, um 09:43

“Nur so kann man sich eine objektive Ideologie-freie Meinung bilden.“

“Grau, teurer Freund, ist alle Theorie...“

Sie nehmen doch auch für sich in Anspruch, die Leserschaft hier mit “objektiven, ideologiefreien Fakten“ zu versorgen, wenn ich das Ihren zahlreichen Kommentaren der letzten Monate richtig entnommen habe.

Diese wurden keineswegs durchweg mit Zustimmung zur Kenntnis genommen.
Warum?

In einer solchen Position

In einer solchen Position geht es nie ohne Kompromissbereitschaft in einer Demokratie und in einem demokratischen Umfeld in der EU. Das ist nichts Neues und das ist Normal. Merkel hat aber meiner Meinung nach zuviele Kompromisse auf Kosten des deutschen Volkes geschlossen da denke ich beispielsweise an die Flüchtlingskrise 2015 und an den 750 Milliarden EU-Aufbaufond wo Merkel sich meiner Meinung nach sehr von Macron und Conte hat weichklopfen lassen. In Summe ist das Ergebnis von Merkel Aussitzen gepaart mit Stillstand und teilweise Rückschritt einer ehemals starken Wirtschaftsnation. Auf der Habenseite ist eine gewisse Stabilität des Landes im EU-Verbund.

Kunst?

Wenn Meinungen stark auseinanderliegen, dann muss eine davon falsch sein. Das ist dann kein Fall fuer Kompromisse sondern fuer eine Entscheidung gegen A und fuer B. Ein Kompromiss allerdings wuerde nur das Falsche mit dem Richtigen vermischen, in der Regel geht das in der Politik immer zugunsten des Falschen aus; dem Gesetzt folgend, das es leichter bergab als bergauf geht. Merkels Kompromisskunst konnte nie unterscheiden zwischen dem, was kompromissfaehig ist, weil es nicht weit auseinderliegt und dem was es eben nicht. Letztes Beispiel: Ihre Kompromiss"kunst" bezueglich des Umgangs mit Polen (und Ungarn. Merkel ist eben so gestrickt; das kann mal gut, oder mal schlecht sein. Kunst ist das jedenfalls nicht, sondern nur ein Automatismus.

re 10:40 Blitzgescheit:!Alternative

>>Alleine ich kenne keinen "Kompromiss", den Frau Merkel eingegangen ist, der für die deutschen Bürger einen Nutzen generiert hat oder der gar ein Problem real gelöst hat<<

Möglicherweise liegt das daran, dass Sie dem „Kompromiss“ die „Alternative“ vorziehen. Da bleibt dann kein Denkspielraum für so etwas Differenzierendes wie einen Kompromiss. Da bleiben nur Sieger und Verlierer. Und sich selber sieht man dann konsequenterweise immer als Verlierer, der unbedingt auch mal gewinnen will …

10:58, Nachfragerin @fathaland slim

>>"Und all das hat sie nur aus Gründen des Machterhaltes gemacht? Macht um der Macht willen?"
> Das ist die für mich sinnvollste Erklärung. Eine bessere Antwort scheinen Sie ja auch nicht zu haben, sonst hätten Sie mir diese sicherlich schon mitgeteilt.<<

Ich möchte jetzt nicht pathetisch werden, aber die meisten Politiker, die ich kenne, sind in die Politik gegangen, weil sie dem Gemeinwohl dienen wollten.

Ja, so etwas soll es geben.

Ich wollte das auch, als ich noch keine zwanzig war. Habe aber rasch herausgefunden, daß mir zu diesem Job sowohl die Nerven als auch die Selbstdisziplin fehlen.

Sicherlich, ich schließe hier auch von mir auf andere. Sie vielleicht auch?

@ 11:00 harry_up & 10:59 Adeo60

Mir geht's auch (zu) oft so, dass ich über die provokativen Stöckchen mit den bekannten paar Framingvokabeln aus dem dünnen Vokabelheftchen springe. Ich versuche das mittlerweile auf eher homöopathische Dosen zu begrenzen, denn ich habe noch nicht erlebt, dass darauf eine sinnvolle denn Diskurs pflegende Antwort folgt, wohl aber Beleidigung bzw. die nächste Provokation.

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