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Nachwuchs

Wir feiern und sind außer Rand und Band vor Freude und Glückseeligkeit, weil es immer mehr und mehr Abiturienten und Akademiker in diesem Land gibt...

Müllmänner, Trockenbauer, Elektriker, Pflegekräfte. Diese Berufe werden nicht von Akademikern besetzt.

Hier sollte man Ansetzen. An der Nachwuchsgewinnung. Der allererste Schritt dafür ist folgender Satz: "Mein Kind, es ist okay, wenn du kein Abitur machst. Es gibt viele schöne Berufe, die du ohne Abitur erreichen kannst, beispielsweise Altenpfleger."

Das doppelte Gesicht von Spahn

Er könne bei einem Gehalt von 4000 € "mitgehen", macht aber gleichzeitig Werbung im Ausland und will billige Arbeitskräfte nach Deutschland holen. Das zeigt die Wertschätzung der Pflegekräfte im eigenen Land. Genügend Fachkräfte wären da. Aber nicht zu diesen Lohnbedingungen.
Zum Glück ist die Ära Spahn fast am Ende angelangt. Einfach nur beschämend. Seit Beginn Corona hat sich in der Pflege absolut nichts getan, außer medienwirksame Auftritte und bis dato leere Versprechungen. Es ist beim Klatschen geblieben.

Ich habe erleben dürfen, ...

Was eine menschenwürdige, aufopferungs- und liebevolle Pflege von schwerkranken Menschen heißt, bis zum letztem Atemzug von Vater und nun auch von Mutter.
Dafür Dankeschön, es erleichtert das Abschiednehmen sehr stark.

Wir werden in den nächsten Jahrzehnten immer mehr pflegebedürftige Menschen haben, das wurde genauso wenig bedacht wie das Rentensystem. Je älter Menschen werden heißt das nicht gleichzeitig, dass sie alle gesund und leistungsfähig bleiben oder sind.

Die Pflegepolitik allgemein ist eine Schande für Deutschland.

Es wird höchste Zeit, dass endlich etwas passiert.

Da sind sie wieder die

Da sind sie wieder die Lippenbekenntnisse der Politiker und Experten. Ich kann das Gesäusel nicht mehr hören. Das Problem besteht doch nicht erst jetzt sondern seid Jahren, wir haben für die Leistung der Pfleger und Pflegerinnen während der Corona Kriese geklatscht, Politiker haben Abhilfe versprochen das wars dann aber auch. Selbst bei der versprochenen Corona Prämie hat man dann einen Teilrückzieher gemacht. Ich kann allen Pfleger*innen nur raten sich mal in Skandinavien umzusehen, dort werden Leute gesucht. Anständig bezahlt und haben hervorragende Arbeitsbedingungen. Hilfe beim Neustart gibt's auch. Ich selbst kenne 4 Leute die diesen Schritt gegangen sind und ihn keinen Tag bereut haben. Hier in Deutschland wird sich erst was ändern wenn das Licht ausgeht.

Es wurde schon viel geredet und es wird weiterhin geredet,.

Seit Jahrzehnten weiß man, dass es viel zu wenige Altenpfleger gibt, was mit der Bezahlung zu tun hat, aber auch damit, dass es ein körperlich u. geistig anstrengender Beruf ist.
Es wird immer nur versprochen, dass man etwas ändern will. Aber es blieb bei den Versprechungen.
Wenn man nur das bundesweite Personal nur um einen Pfleger pro Heim (und nicht mal das ist gesichert) aufstocken will, so ist das nur Augenwischerei und ohne nenenswerte Effekte.
Es gäbe einige Möglichkeiten, neues Personal zu "rekrutieren".
2015 kamen so viele Flüchtlinge in unser Land. Jetzt, 6 Jahre danach, hätten davon schon zig-tausende ausgebildet sein können und als zusätzliche Pflegekräfte eingesetzt sein können.
Einige wenige hat man wohl auch ausgebildet, aber einfach zu wenig.

Die Pflege durch Angehörige wird finanziell kaum gefördert. Dabei macht die Pflege zu Hause den größten Teil der Pflege aus !
Das ist skandalös, dass man Menschen so ausnutzt, dass diese dann krank u. auch pflegebedürftig werden.

Pflegebranche fordert höhere Löhne und Reformen...

Gesundheitsminister Spahn kann bei Gehältern von brutto 4000 Euro "mit gehen". Und bei einem Mindestlohn von 3000 Euro im Monat auch. Dann rudert er aber gleich zurück. Das sei Aufgabe der Gewerkschaften und Unternehmen. Die sind und das weiß er, nicht überall stark genug, um etwas durchzusetzen.
Die aber wollen nicht, wie das Unternehmen Asklepios, wo die Gewerkschaft Ver.di für Oktober Streiks angekündigt hat. Der Umsatz des Unternehmens liegt bei 3,54 Milliarden Euro, mehr als die Parfümeriekette Douglas. Die Rendite liegt bei 10,4 Prozent. Der Umsatz der Rhön-Kliniken liegt bei 1,3 Milliarden Euro, die Rendite bei 14 Prozent. Bei Fresenius Helios liegt der Umsatz bei 5,97 Milliarden Euro, mehr als bei Mac Donald. Und die Sana-Kliniken übertreffen mit ihrem Umsatz von 2,7 Milliarden Euro, daß Unternehmen C & A.
Mc Kinsey bezeichnet Kliniken als einmalige Gelegenheit für Investoren. Mit Renditen von im Schnitt 13 bis 15 Prozent.

Ob das auch für das Pflegepersonal gilt ?

Nun rächt es sich, daß die

Nun rächt es sich, daß die Schule so leicht geworden ist. Heutzutage ist man ohne Abi nur dritte Wahl. Früher war Schule schwer und die Meisten haben sich mit Mittlerer Reife und Lehre sehr gut finanzieren können. Und selbst Heute wird noch bemängelt, daß so wenig Arbeiterkinder Abi und Studium machen.

Heute bekommen Lehrberufe einfach zu wenig Respekt.
Ein Handwerksmeister bekommt mehr und früher Geld als ein Geisteswissenschaftler. Viele Studiengänge sind brotlose Kunst. Aber angesehener, als ein richtiger Beruf.

Und gerade die Pflegejobs wurden so abgewirtschaftet, das geht eigentlich nur noch mit Sklaven oder totalen Enthusiasten.

Wenn Spahn Ausländer anwirbt, wer soll dort dann pflegen?

Herr Spahn: Pflegekräfte sollen sich zusammenschließen

"Bundesgesundheitsminister Jens Spahn rief die Pflegekräfte im Rahmen des diesjährigen Deutschen Pflegetags auf, sich zusammenzuschließen, um ihre Forderungen durchzusetzen"
Und damit hat er Recht. Niemand kann Pflegekräfte so gut vertreten wie eine eigene Gewerkschaft bzw. eine Pflegekammer nach dem Vorbild der Ärzte.
Nur leider sind bisher die meisten Versuche Pflegekammern zu etablieren gescheitert. Aber auch die Pflegekräfte müssen irgendwann erkennen dass sie nicht warten können bis ihnen jemand hilft (die Politik hat es ja seit Jahrzehnten nicht geschafft) sondern dass sie sich selbst helfen müssen!

Netto oder Brutto?

Mit 4000€ netto als Vollzeitkraft käme dieser Beruf zumindest ansatzweise in die richtige Preisklasse.
Und würde sicherlich genügend Interessenten finden.
Leider ist vom Fordern und Fördern der Harz4 - Politik nur das Fordern umgesetzt worden, so dass es für genügend ausgebildete Fachkräfte immer noch nicht reicht.
Wenn zusätzlich auch ch noch die Arbeitszeit der Pflegekräfte auf 30 Wochenstunden gesetzlich eingehegt wird, bin ich überzeugt davon, dass sich diese Berufe vor Ausbildungswilligen kaum retten können.
Dann gäbe es auch genügend Auszubildende, um die Pflegekräfte schon in der Übergangszeit zu entlasten.
Zur Bezahlung des Ganzen müssen sofort sämtliche Beitragsbemessungsgrenzen ersatzlos gestrichen werden.
Wenn dann noch Geld benötigt wird, kann der Bund beim Militär kürzen.
Kriege braucht kein Mensch.

@15:51 von nie wieder spd

Mit 4000€ netto als Vollzeitkraft käme dieser Beruf zumindest ansatzweise in die richtige Preisklasse.

Wenn Sie eine Vollzeitpflegekraft brauchen und auch bereit sind von Ihrem Geld mehr als 6000€ im Monat (damit 4000€ netto dabei rauskommt) zu bezahlen, dann gut.

Wenn dann noch Geld benötigt wird, kann der Bund beim Militär kürzen.
Kriege braucht kein Mensch.

Natürlich nicht, aber genau diese bekommt der Mensch, wenn er Ihrer Denkweise folgt.

Spahn

Der hat doch eh nichts mehr zu sagen, was soll dass, er kann bei 4000€ mitgehen? Poker oder zahlt er die Gehälter. Absolut menschenverachtend.

fehlende Pflegekräfte

Ist es nicht so das im Bereich Gesundheit nicht nur Pflegekräfte fehlen sondern auch Ärzte, Krankenschwestern und Therapeuten. Und woran liegt das? An der immer größer werdenden Zahl an Menschen die diese Kräfte in Anspruch nehmen bzw. nehmen dürfen. Und was macht unser Staat? Nichts, nein er holt immer mehr Menschen ins Land die Betreuung und Therapie benötigen. Hier sollte endlich zu passenden Maßnahmen gegriffen werden.

Spahn

Es wäre wohl besser gewesen, man hätte geschrieben, dass Jens Spahn am Ende seiner Zeit als Minister endlich begriffen hat, dass den Pflegekräften höhere Löhne zustehen sollten. Was er 4 Jahre lang nicht geschafft hat, braucht er nun auch nicht mehr daherheucheln, als wäre es immer sein Ziel gewesen! Welch ein Schlag ins Gesicht derer, die für wenig Geld einen Dienst erbringen, der so wichtig und notwendig ist.

Marktwirtschaft

Wird uns nicht gerne erzählt, der Markt würde das regeln? Angebot und Nachfrage regelten den Preis? Anscheinend gilt das nur für Rohöl. Die Nachfrage nach Pflegekräften ist seit langer hoch, das Angebot gering. Aber wenn es darum geht, den Preis zu erhöhen ist die Politik gefragt, weil „der Markt“ das eben nicht regelt. Der verschlechtert die Bedingungen weiter, indem dann eben versucht wird, mit weniger Personal die Renditen zu erhalten. Wie es dem Personal oder den Patienten geht, scheint egal.

Also man kann am Pflegenotstand und an den Immobilienpreisen gut erkennen, in welche Richtung die Regulatioskräfte des Marktes wirken.

Ohne Vorschriften und Verbote scheint es nicht zu gehen.

@ um 16:09 von État DE gauche

„ Wenn Sie eine Vollzeitpflegekraft brauchen und auch bereit sind von Ihrem Geld mehr als 6000€ im Monat (damit 4000€ netto dabei rauskommt) zu bezahlen, dann gut.“
Wenn ich zum Pflegefall werde, werde ich dass mit allem bezahlen müssen, was ich dann habe. Dann bin ich nämlich im Altersheim.
Leider habe ich die letzten 20 Jahre als Pflegekraft gearbeitet und kann natürlich nicht soviel Geld zahlen. Dazu wurde ich selbst schon viel zu schlecht bezahlt und als Rente werde ich nach über 43 Jahren nahezu ununterbrochener Arbeit ca 1200€ bekommen. Abzüglich der Beiträge für
die Krankenkasse.
Zur Not kann das Geld aber vom Staat bzw. der EZB generiert werden.
Auch zur anständigen Bezahlung des Pflegepersonals.

Politik auf dem Rücken derjenigen, die kaum eine Wahl haben

„Der CDU-Politiker machte aber zugleich deutlich, dass die Löhne und Gehälter von den Tarifpartnern ausgehandelt werden müssten. Das könne nicht die Politik tun.“

Also zwischen denen, die die Pflege leisten und denen, die daran verdienen wollen.

„Spahn rief die Pflegekräfte auf, sich zusammenzutun, um ihre Forderungen durchzusetzen. Angesichts des Personalmangels in der Branche säßen sie am längeren Hebel, sagte Spahn:
>> "Sie müssen Ihre Interessen durchsetzen"

Wann und wie denn? Soll das ein Streikaufruf an die Pflegekräfte sein?
Und wer kümmert sich dann um die Pflegebedürftigen?

was sind das für Studien?

"Neue Studien konnten belegen, dass die Pflege in puncto Belastung und Verantwortung mit etwa 4000 Euro für eine Vollzeitstelle angemessen honoriert wäre."
Jetzt aber Quellen auf den Tisch. Wer hat eine solche Studie erstellt? Wie wird die Belastung in Euro umgerechnet?
Daraus folgt: Drei Pflegekräfte leisten so viel wie ein Bundestagsabgeordneter. (ungefähr)

Wiedermal

Es grüßt das Murmeltier, wieder mal schöne Reden.
Persönlich kenne ich einige ehemalige Pflegekräfte welche den Beruf aus psychischen und physischen Gründen aufgegeben haben, bedingt durch Arbeitsüberlastung.
Da reicht klatschen und versprechen nicht mehr.
Schafft endlich Bedingungen das dieses Berufsbild wieder interessant wird.

Ach da wird in Osteuropa

Ach da wird in Osteuropa angeheuert unter den Pseudonym Fachkräftemangel und Gut! Lief ja all die Jahre vorher auch Top!

um 16:25 von dr.bashir

"Wird uns nicht gerne erzählt, der Markt würde das regeln?"

So kann man das in Fällen sozialer Leistungen nicht sehen, dass hier keine vergleichbare Wertschöpfung entsteht, welche in dem ebenfalls von Ihnen genannten Rohölmarkt durchaus der Fall ist. Die Gehälter in der Pflege müssen halt über die Kassen geleistet werden. Und diese hängen wiederrum am Beitrags- und auch Steuerzahler. Sind Sie bereit, höhere Beiträge zu zahlen, die in höheren Löhnen für Pflegekräfte münden? Oder soll der Staat Steuerzuschüsse leisten? Wenn ja, woher kommt das Geld? Höhere Steuern oder Leistungskürzungen in anderen Bereichen?

Geld in diesem Markt ist leider knapp. Und wenn mehr gezahlt werden soll, ist der Bürger als Träger dieser Zahlungen am Ende auch wieder empört! Wie man es macht, macht man es ohnehin verkehrt!

Wirklich nur die Bezahlung?

Natürlich müssen Pflegekräfte anständig bezahlt werden. Ob das 3000 oder 4000 Euro sind kann ich persönlich nicht beurteilen.

Meiner Meinung nach wird aber noch etwas ganz anderes nicht gesehen. Sie sind den ganzen Tag schwerster körperlicher und phsychischer Belastung ausgesetzt. Wichtig wäre hier auch eine regelmäßige Auszeit in Form eines Extra-Urlaubes oder einer Kur.

Aber klar, wer will das wieder bezahlen. Im Endeffekt, werden die Meisten dann eben vorzeitig in Ruhestand gehen.

@ m 15:13 von Toni B.

„Müllmänner, Trockenbauer, Elektriker, Pflegekräfte. Diese Berufe werden nicht von Akademikern besetzt.“
Das liegt daran, dass es dafür keine Studiengänge gibt.
Aber auch als Abiturient kann man diese Berufe ergreifen.
Sie müßten nur auch besser bezahlt werden.
Da jeder Beruf wichtig ist, bin ich für ein Einheitsgehalt. Dann fällt die Entscheidung auch nicht so schwer, einen anderem Beruf zu wählen, als einen akademischen.

@nie wieder spd um 15:51

>> Mit 4000€ netto als Vollzeitkraft käme dieser Beruf zumindest ansatzweise in die richtige Preisklasse.
Und würde sicherlich genügend Interessenten finden. <<

Man kann doch bei Gehälter nie von „netto“ reden! Ein Single ohne Kinder müsste dann deutlich mehr brutto verdienen als ein Verheirateter mit Partner und Kinder, um netto dasselbe zu erzielen - das sind völlig verschiedene Steuerklassen.
Also wenn man von einem Gehalt spricht, darf man m. E. nur von „brutto“ sprechen.
Man müsste sich dann auch Gedanken machen über Anfangsgehalt und den Steigerungen mit den Berufsjahren.
Mein Sohn macht derzeit eine Ausbildung zum Erzieher - auch ein verantwortungsvoller Beruf - aber von 4.000,- Euro hat er mir noch nicht berichtet.
Es gibt noch viele andere Berufe mit Verantwortung, z. B. Handwerksberufe, die kommen auch nur schwer an 4.000,- Euro ran.

@ um 16:33 von Nettie

„ Soll das ein Streikaufruf an die Pflegekräfte sein?
Und wer kümmert sich dann um die Pflegebedürftigen?“
Ja, das ist an Frechheit kaum zu überbieten.
Das ist auch das Geheimnis am Streik des Pflegepersonals in einer Berliner Klinik.
Das dortige Personal muss immer gewährleisten, dass die Patientenversorgung nicht unter dem Streik leidet.
Also muss immer dass Nötigste getan werden.
Die können aber ohnehin nur noch das Nötigste leisten.
Und haben so keine Möglichkeit die Arbeit niederzulegen und zu streiken.
Höchstens in ihrer Freizeit.
Das setzt aber die Klinik kaum unter Druck.

@Bernd Kevesligeti - 15:39

"Mc Kinsey bezeichnet Kliniken als einmalige Gelegenheit für Investoren. Mit Renditen von im Schnitt 13 bis 15 Prozent.

Ob das auch für das Pflegepersonal gilt ?"

Sie machen vielleicht Witze.

Wenn man die Ziele von Aktiengesellschaften und die Ziele von Pflegekräften, ausgebildet zum Dienst am Menschen gegenüber stellt, dürfte schnell klar werden wo hier die Prioritäten liegen.

Die von Ihnen genannten Gewinn-Margen fallen für die Konzerne wesentlich niedriger aus, wenn das Geld für bedarfsgerechte Personalbesetzungen aufgewendet werden müsste.
Dass SchülerInnen in der Fachpflege bereits nach den ersten Praxiserfahrungen hinschmeißen liegt an der Diskrepanz zwischen Aufgabe und Ressource. Was in der theoretischen Ausbildung über den Wert dieses verantwortungsvollen Berufs vermittelt wird, geht im Praxisbetrieb vor die Hunde.
Der Wert als Fachkraft ist schnell dahin wenn bewusst wird, dass man nur als betriebswirtschaftlicher Faktor gesehen wird, der nicht zu kostspielig sein darf.

@ um 16:38 von Werdaswissenwill

„Ach da wird in Osteuropa angeheuert unter den Pseudonym Fachkräftemangel und Gut!“
Völlig Richtig!
Deshalb wird in der EU ja auch schon daran gebastelt, die Ukraine in die EU zu holen. Aller Korruption zum Trotz. Ebenso bei anderen Balkanstaaten.
Die Menschen dort sind so arm dran, die sind sogar noch dankbar für
die lächerliche Bezahlung in Deutschland.

Kosten, Personal, Ratlosigkeit

Pflege ist teuer, intensiv und arbeitsreich. Das weiß jeder, der mit Menschen zu tun hat. Unsere Gesellschaft hat sich aus der alten Verpflichtung, Pflege alter Menschen im familiären Umfeld zu verantworten, heraus entwickelt. Wer das Sozialwesen heute erlebt, erkennt Privatisierung staatlicher Aufgaben der Fürsorge. Die Kosten, ob von Staat oder Privatträger übernommen, sind die gleichen. Arbeitskräfte wollen bezahlt werden. Der Staat hat von den Menschen zeitlebens Abgaben erhoben, die nun eingesetzt werden sollen. Und es reicht nicht. Ich denke, das Berechnungsmodell ist falsch, wenn Einzelleistungen statt Pauschalabrechnungen dem Senioren nicht gerecht werden. Attraktive Ausbildung in der Pflege muss kostenlos sein, die Lohneingruppierung wie der Personalschlüssel muss erhöht werden. Und die Leistungen einer Pflege muss man von Bauten und medizinischer Ausstattung trennen. Es muss ein einheitlicher Standard ermittelt werden wie in den Kindertagesstätten. Das wäre ein Neuansatz.

Am 13. Oktober 2021 um 16:55 von nie wieder spd

So sieht es aus! Was als nächstes kommt ist der Mangel an LKW Fahrern im Fernverkehr! Aber dafür gibt es in Osteuropa auch genügend Personal! Die EU dient nur einem!! Den Firmen und nicht den einfachen Bürgern! Und wer da meint gehts den Firmen Gut, geht es mir Gut sollte sich das Thema hier mal durch den Kopf gehen lassen.

Was braucht Pflege zuerst

Pflege braucht als erstes menschenwuerdige Arbeitsbedingungen. Auch ohne Corona würde gearbeitet bis zum Anschlag. Und das mit ohnehin sehr belastenden Arbeitszeiten. Pausen können nicht eingehalten werden oder sind garnicht vorgesehen (Nachtdienst) . Neuerdings muss Pflegekraft begründen warum die Pause nicht möglich war. Erst muss die Überlastung mal ernstgenommen werden und nicht davon ausgegangen werden das alle läuft. Arbeitsbedingungen müssen Vorrang haben.

Die Gebetsmühle dreht sich unermüdlich!

Nicht ständig darüber reden, was gemacht werden sollte, einfach mal machen!

@ um 16:47 von Wolf1905

„Man kann doch bei Gehälter nie von „netto“ reden! Ein Single ohne Kinder müsste dann deutlich mehr brutto verdienen als ein Verheirateter mit Partner und Kinder, um netto dasselbe zu erzielen - das sind völlig verschiedene Steuerklassen.“
Ja, und?
Das kann von den einschlägigen Fachleuten so geregelt werden, dass es passt. Man kann da für
bestimmte Eventualitäten sicher Sonderregelungen schaffen.
Das geht in Ministerien auch. Warum sollte es beim Pflegepersonal scheitern. Immerhin bewegen wir uns definitiv auf einen Notstand zu.
Das ist eine reine Willenssache der zuständigen Politiker.
Als Anfangsgehalt schlage ich 2500 netto vor. Innerhalb von 3 Jahren wird dann auf 4000 gesteigert.
Selbstverständlich muss es auch weitere Steigerungen geben.
Und 1500 - 2000 netto in der Ausbildung.
Gerechtfertigt sind solche Gehälter auf jeden Fall.
Da muss man nicht die Erbsen zählen.

Politiker sollten den Bürgern reinen Wein einschenken.

Mindestens jeder zweite Jugendliche, der ab jetzt aus der Schule kommt, wenn nicht sogar fast jeder, sollte (auch) in der Pflege arbeiten. Die Zeiten, in denen man sich angenehme und gut bezahlte Berufe mit Karriere, Aufstieg und Machtpositionen aussuchen konnte, sollten vorbei sein! Weder in der Industrie (Bandarbeiter), noch in der Verwaltung, werden in Zukunft menschliche Arbeiter benötigt, das wird alles von Robotern und künstlicher Intelligenz erledigt werden. Auch Tätigkeiten in Hochschulen, Universitäten, wie z.B. Geisteswissenschaften oder Ingenieurswesen, wird die künstliche Intelligenz komplett alleine bewältigen können. Übrig bleiben Selbständige und Künstler: aber wer musiziert, kocht, schriftstellert oder komponiert, sollte als Zweitberuf auch jederzeit in der Pflege arbeiten können. So extrem wichtig und notwendig ist dieser zutiefst zwischenmneschliche und soziale Beruf mittlerweile!

@ um 16:47 von Wolf1905

Als vor einigen Jahren festgestellt wurde, dass in ländlichen Gebieten bald Ärztemangel herrschen wird, war es überhaupt kein Problem innerhalb kürzester Zeit festzulegen, dass gewillte junge Nachwuchsärzte Steuererleichterungen bekommen sollen, einen Zuschuss zum Erwerb bzw. zur Übernahme von Praxen und auch noch Zuschüsse bei den Abrechnungspauschalen.
Wenn man will, geht das alles. Zumindest für Ärzte.
Warum nicht auch beim Pflegepersonal?

@ 16:39 von DB_EMD

Die wirtschaftliche Theorie dahinter ist mir schon klar. Natürlich muss es am Ende jemand bezahlen und das ist am Ende immer der Versicherte, der Steuerzahler und beim Öl der Kunde. Also in allen Fällen ich.

Aber es hilft ja nichts. Wenn keiner mehr den Job machen will, wird es sich automatisch ändern. Aber bis dahin quälen wir die Pflegenden und Gepflegten noch eine Weile, damit wir noch wie gewohnt weiterwursteln können und die Renditen hoch bleiben.

Ich fürchte, es wird ohne Dirigismus nicht gehen. Ich verstehe sowieso nicht, warum zumindest in Ballungsräumen überhaupt noch jemand diesen Job macht.

Beim Öl fragt mich auch keiner, ob ich bereit bin, dafür zu bezahlen.

@ um 17:09 von Carina F

Leider wird sowas als Fremdenfeindlichkeit ausgelegt. Es ist aber das Gegenteil.
Die ausländischen Fachkräfte werden dringend auch in ihren Heimatländern benötigt, hätten da aber auch gerne ein gutes Gehalt. Da könnte die EU wirkliche Hilfe leisten.
Und wir haben ein Millionenheer von Arbeitslosen, von denen sich ein paar Hunderttausend für anständige(!) Gehälter sicher gerne aus - oder weiterbilden ließen. Die würden sich mit großzügigen Beihilfen sicher auch einen Umzug zutrauen, wenn es nötig sein sollte.
Wenigstens einen Versuch wäre das wert.

Ich habe vor 25 Jahren Examen

Ich habe vor 25 Jahren Examen gemacht. In meinem Kurs saßen 13 Abiturienten. Im Schnitt fiel damals maximal 1 Person durchs Examen, konnte aber 1/2 Jahr später glänzen. Heute fällt die Hälfte aller durchs Examen. Ich liebe meinen Beruf, komme aber körperlich bei aller Sportlichkeit nicht mehr hinterher, so dass ich jetzt in Teilzeit arbeite. Corona hat das Fass zum überlaufen gebracht. Mitarbeiter sind erschöpft, die Stimmung kippt. Jede Schicht ein Wettlauf gegen die Zeit.

Chuzpe

Jens Spahn hat Chuzpe.
Seit Jahren wirbt die Bundesregierung über ihr "triple win" Programm Pflegekräfte aus dem Ausland ab. 2019 schlug er persönlich im Kosovo die Werbetrommel.
Und hier zu Hause meint er, die Pflegekräfte müssten sich selbst helfen, indem sie sich zusammentun, um höhere Löhne zu erreichen. Pflegerinnen aus dem Kosovo oder aus Südamerika werden hier aber in ihren ersten Arbeitsjahren nicht streiken, aus Angst, sie werden rausgeschmissen.
Ich glaube, Jens Spahn ist sein widersprüchliches Verhalten nicht bewusst.
Der erzählt Allen Alles.
Aber nicht Allen gleichzeitig.

von Wanderfalke 16:55

Die Frage war ja auch ironisch gemeint. Denn für wen es sich lohnt, daß drückte die Beratungsfirma Mc Kinsey schon aus.

Und die Konzerne, die wehren sich gegen Forderungen nach mehr Gehalt und besseren Arbeitsbedingungen. Aktuell bei Asklepios: Die Tarifverhandlungen sind gescheitert, es hat schon Warnstreiks gegeben. In Hamburg gilt für das Personal die 38,5 Stunden-Woche. In Brandenburg sind es 40 Stunden. Eine Pflegefachkraft bekommt dort 5.400 Euro im Jahr weniger. Das Unternehmen bot für die Pflegekräfte in Schichtarbeit ab 1.4. 2022 eine Erhöhung um 8,5 Prozent in zwei Schritten an. Für Therapeuten 5,3 Prozent und für alle anderen Beschäftigte 4,1 Prozent
bei einer Laufzeit von 33 Monaten an, nicht mal 1,5 Prozent pro Jahr.

Wir haben da ein Problem....

Krank und alt sein kostet viel Geld. Für Pflege, Medikamente, Krankhausaufenthalte etc. Irgendwoher muss dieses Geld kommen.

Wenn ich als Arbeitgeber 4000 EUR zahle (brutto), dann habe ich noch die Sozialabgaben on top, bin über 5000 an Kosten. Wie erwirtschafte ich das ? Durch hohe Tagessätze. Und die kann im Gegenzug wieder kaum ein Rentner schultern. Nur wer Vermögen oder eine satte Rente hat, kann sich ein Pflegeheim allein leisten. Und was, wenn es nicht reicht ? Die Kinder in Mithaftung nehmen, per Staat aufstocken ? Die Überalterung unserer Gesellschaft frisst uns auf.

Das ist ein Kreislauf, der nicht auf einem Bierdeckel lösbar ist. Appell: Leute, sterbt früher, dann seid Ihr sozial (war sarkastisch gemeint).

Wanderfalke

Dass SchülerInnen in der Fachpflege bereits nach den ersten Praxiserfahrungen hinschmeißen liegt an der Diskrepanz zwischen Aufgabe und Ressource. Was in der theoretischen Ausbildung über den Wert dieses verantwortungsvollen Berufs vermittelt wird, geht im Praxisbetrieb vor die Hunde.
Der Wert als Fachkraft ist schnell dahin wenn bewusst wird, dass man nur als betriebswirtschaftlicher Faktor gesehen wird, der nicht zu kostspielig sein darf.
———————-
Absolut. Hätte ich als junger Mensch auch getan.

@Kein Wunschkonzert - 16:39

"Meiner Meinung nach wird aber noch etwas ganz anderes nicht gesehen. Sie sind den ganzen Tag schwerster körperlicher und phsychischer Belastung ausgesetzt. Wichtig wäre hier auch eine regelmäßige Auszeit in Form eines Extra-Urlaubes oder einer Kur.

Aber klar, wer will das wieder bezahlen. Im Endeffekt, werden die Meisten dann eben vorzeitig in Ruhestand gehen."

Oder diesen Beruf aufgeben oder gar nicht erst ergreifen und sich nach etwas umzusehen, wo man sein Geld schonender verdienen kann.
Die höchsten Überstunden in unserem Land fahren Polizisten und Pflegekräfte - warum wohl?

Und mit Zwangsrekrutierungen zu drohen, wie im Epidemie-Gesetz NRW geplant (Laschet), macht diese Berufe bestimmt nicht attraktiver.
Über die "regulierenden Kräfte des Marktes" den Fachkräftemangel zu beseitigen ist als gescheitert anzusehen und brandgefährlich.

Das haben viele unserer europäischen Nachbarn besser geregelt.

@ um 17:32 von Sparpaket

„Ich glaube, Jens Spahn ist sein widersprüchliches Verhalten nicht bewusst.“
Dem ist das schlicht egal.
Der muß solch schlechtbezahlte Jobs ja nicht machen.
Als früherer Pharmalobbyist verdient er vielleicht sogar an irgendeiner Stelle unseres Krankenversicherungssystems.
Und wenn er, was ich hoffen will, der Politik den Rücken kehrt, wird genau da sicher auch wesentlich besser verdienen, als eine Pflegekraft.
Selbst wenn Herr Spahn mal irgendwann Pflegebedürftig ist, kann er sich ein Sanatorium gönnen oder eigenes Pflegepersonal und nicht ein heruntergekommenes Pflegeheim, wie Sie oder ich.

@Margitt um 15:32

>Die Pflege durch Angehörige wird finanziell kaum gefördert.<
.
Na ja,als meine Mutter ein Pflegefall wurde, lag die Hauptlast der Pflege bei mir (damals 13 Jahre alt), bis mein Vater durch die Mehrfachfachbelastung mit Herzproblemen vorzeitig penisoniert wurde.
.
Als mein Vater ein Pflegefall wurde, habe ich ihn selbstverständlich gepflegt - neben meinem 50-Stunden-Job.
.
Meine beiden Eltern sind jeweils zu Haus verstorben. Dafür brauchte ich keine finanzielle Förderung, ich habe nur zurückgezahlt, was mir meine Eltern als Kind geschenkt haben.

Leberkas

Am 13. Oktober 2021 um 16:38 von Leberkas
Wiedermal
Es grüßt das Murmeltier, wieder mal schöne Reden.
Persönlich kenne ich einige ehemalige Pflegekräfte welche den Beruf aus psychischen und physischen Gründen aufgegeben haben, bedingt durch Arbeitsüberlastung.
———————
Kenne ich auch. Ich kenne mittlerweile den Gesichtsausdruck eines Mitarbeiters, der als nächstes ein Burnout bekommt….

Am 13. Oktober 2021 um 15:39 von Bernd Kevesligeti

Zitat: Gesundheitsminister Spahn kann bei Gehältern von brutto 4000 Euro "mit gehen". Und bei einem Mindestlohn von 3000 Euro im Monat auch. Dann rudert er aber gleich zurück. Das sei Aufgabe der Gewerkschaften und Unternehmen. Die sind und das weiß er, nicht überall stark genug, um etwas durchzusetzen.

Wenn die Gewerkschaften in manchen Betrieben nicht stark genug sind, leigt das doch wohl daran, dass zu wenige Arbeitnehmer organisiert sind. Da habe ich eigentlich kein Mitleid, wenn sie sich nicht selbst wenigstens bemühen, ihre Arbeitsbedingungen zu verbessern. Wenn sie dann scheitern, kann immer noch der Staat eingreifen.

@ um 17:25 von Carina F

„ Und die zwingt man dann dazu oder wie? Nicht Jede/r hält psychisch den Pflegeberuf durch! Nicht Jede/r kommt damit klar, Tag täglich Bekanntschaft mit Magen, Darm u Blaseninhalten zu machen und nicht Jede/r kann das Leid von PatientInnen ertragen!
Daher finde ich Ihre Idee eher semigut!“
Da bin ich ganz Ihrer Meinung.
Aber mit Geld kann man solche Unverträglichkeiten normalerweise heilen.
Und wenn man es ein paarmal gemacht hat, ist es gar nicht so schlimm, wie man es sich vorgestellt hat. Sogar mit den aktuellen lächerlichen Gehältern und netten Kollegen klappt das manchmal.
Vor ca 25 Jahren bei mir zB.

CarinaF

Und das ist eben das Problem, viele Pflegekräfte gehen körperlich u seelisch regelrecht vor die Hunde!
Corona hat diese Lawine beschleunigt!
———————
So ist es. Viele Pflegekräfte sind gutmütig, haben ein Helfer Syndrom und hohe Erwartungen an sich selbst. Bis es irgendwann nicht mehr geht. Manche brauchen es leider deutlich.

Am 13. Oktober 2021 um 15:39 von Bernd Kevesligeti

"Mc Kinsey bezeichnet Kliniken als einmalige Gelegenheit für Investoren. Mit Renditen von im Schnitt 13 bis 15 Prozent."

Genauso ist es. Investoren aus der halben Welt haben z.B. hunderte Pflegeheime in Deutschland gekauft. Bereits am Jahresanfang heißt es: Wir behalten 10 % vom Umsatz als Gewinn ein. Mit dem Rest müsst ihr auskommen. Und so sieht es dann auch in vielen Pflegeheimen aus.

Jens Spahn

Über den derzeitigen Gesundheitsminister wird ja von manchen Foristen hier schwer hergezogen; kann doch der nächste Gesundheitsminister, von mir aus Karl Lauterbach, zeigen, dass er es besser kann - in Talkshows kommt er ja so rüber … schau mer mal, wenn er in der Verantwortung sein sollte (oder eben eine andere Person).

@15:30 von heribix

//Da sind sie wieder die Lippenbekenntnisse der Politiker und Experten. Ich kann das Gesäusel nicht mehr hören. Das Problem besteht doch nicht erst jetzt sondern seid Jahren, wir haben für die Leistung der Pfleger und Pflegerinnen während der Corona Kriese geklatscht, Politiker haben Abhilfe versprochen das wars dann aber auch.//

Und mehr wird es auch nicht werden.

Aus der Hessenschau:

Veröffentlicht am 08.10.21 um 09:51 Uhr
>>Die Uniklinik in Marburg wird derzeit von einer Kündigungswelle eingeholt. Auf einer Station warfen 15 von 16 Pflegekräften auf einmal hin - wegen schlechter Arbeitsbedingungen. Die Klinikleitung beschwichtigt...
Der Grund sei ganz einfach, sagt Julia Franke: die Arbeitsbedingungen. Und ein eklatanter Personalmangel, der immer schlimmer werde. "Ich bin fertig", sagt die junge Pflegerin. "Und ich kriege das mit meinem Gewissen den Patienten gegenüber nicht mehr klar."...<<

Das Beste an dem Job sind für

Das Beste an dem Job sind für mich die Patienten. Man bekommt sehr viel zurück, wenn man es gut mit Ihnen meint.
Manche Pflegekräfte verlieren durch die Überlastung an Empathie. Ich kann’s sogar verstehen. Es tut aber den Patienten nicht gut. Und wir können jederzeit Patient werden.

Am 13. Oktober 2021 um 17:53 von Marmolada

Zitat: Genauso ist es. Investoren aus der halben Welt haben z.B. hunderte Pflegeheime in Deutschland gekauft. Bereits am Jahresanfang heißt es: Wir behalten 10 % vom Umsatz als Gewinn ein. Mit dem Rest müsst ihr auskommen. Und so sieht es dann auch in vielen Pflegeheimen aus.

Was ist Ihre Alternative - staatliche Pflegeeinrichtungen?

@ um 17:37 von Carina F

„Verständnisfehler“
Sorry, aber auch mit den Patienten liegt der Kollege nicht ganz falsch.
Die kommen ja auch zu uns, weil es hier bessere Behandlungsmöglichkeiten gibt, als in ihren Heimatländern. Für ihre Kinder, für ihre Eltern. (Als ich zu Zeiten des Jugoslawien - Kriegs mit Asylbewerbern gearbeitet habe, waren es unfassbar viele Menschen, die nur aus dem Grund gekommen sind, weil in den jugoslawischen Heimatländern nur noch verletzte Soldaten behandelt wurden. Nicht aber Kinder und alte Menschen. Momentan habe ich einen Kollegen aus dem Irak. Der kam 2015 für eine Augen-OP und mußte deshalb Asyl beantragen.)
Und werden so zur Belastung für unser kaputtgespartes System und unser Personal.
Auch weil dortiges Pflegepersonal und Ärzte abgeworben werden oder gerade mal wieder ein Krieg veranstaltet wird.
Deshalb mache ich den Flüchtlingen in keinster Weise einen Vorwurf. Ich würde das ja auch versuchen. Jeder würde das versuchen.
Trotzdem wird es aber weder hier noch dort besse

@16:33 von Nettie

//Wann und wie denn? Soll das ein Streikaufruf an die Pflegekräfte sein?
Und wer kümmert sich dann um die Pflegebedürftigen?//

Genau das ist das Problem. Ich erinnere mich nur zu gut, dass ein früherer Chefarzt des UKE in Hamburg wegen überschaubarer Streikbeteiligung sagte: "Das zeigt doch, dass die Mehrheit zufrieden ist."
Zynischer geht es eigentlich nicht mehr.
Da bei Streiks ja der Notfallbetrieb aufrecht erhalten werden muss, bleiben nicht viele übrig, die sich am Streik beteiligen können. Noch schlimmer sieht es in den Krankenhäusern in privater Trägerschaft aus.

@ um 17:57 von Carina F

So, wie ich die polnische oder tschechische Regierungen einschätze, sind die normalen Heime dort bestimmt nicht besser als unsere.
Vielleicht kann man sich mit einer deutschen Rente dort ein besseres Heim leisten, als in Deutschland.
Aber das nützt nicht viel, wenn man die Sprache nicht versteht, gerade wenn man im Alter auch noch alleinstehend ist.

CarinaF

Ich könnte das nicht, da bin ich ehrlich, könnte ich nicht aushalten!
———————-
Es ist trotz allem ein Job wie jeder andere.
—————
Ich könnte keinen Verwaltungsjob aushalten ; ))

Der größte Fehler:

Gewinne machen mit kranken Menschen.

Noch einmal aus der Hessenschau:

>>Pflegekräftemangel sei ein deutschlandweites Problem. Doch am UKGM sei die Situation inzwischen "kurz vor dem Kippen", meint Franke. Sie gibt dafür auch der Personalführung die Schuld, besonders seit vergangenes Jahr der Besitzer gewechselt hat: "Es war unter Rhön auch schon nicht schön, aber seitdem Asklepios mit drinhängt, läuft es richtig schlecht."<<

Pflegepersonal könnte seine

Pflegepersonal könnte seine Macht anhand des Personalmangels deutlich machen. Sie könnten, dürften und müssten sogar konsequenter sich selbst und dem Unternehmen sein.

@17:49 von falsa demonstratio

//Wenn die Gewerkschaften in manchen Betrieben nicht stark genug sind, leigt das doch wohl daran, dass zu wenige Arbeitnehmer organisiert sind.//

Und die Austrittswelle bei ver.di hängt mit den schlechten Abschlüssen zusammen.

//Da habe ich eigentlich kein Mitleid, wenn sie sich nicht selbst wenigstens bemühen, ihre Arbeitsbedingungen zu verbessern.//

Alles andere hätte mich auch gewundert. Ist ja auch überhaupt nicht schlimm, wenn die ihren Job einfach an den Nagel hängen.

Einfach grotesk und durchtränkt mit Ahnungslosigkeit, was Sie hier von sich geben.

@falsa demonstratio - 17:49

"Wenn die Gewerkschaften in manchen Betrieben nicht stark genug sind, leigt das doch wohl daran, dass zu wenige Arbeitnehmer organisiert sind. Da habe ich eigentlich kein Mitleid, wenn sie sich nicht selbst wenigstens bemühen, ihre Arbeitsbedingungen zu verbessern."

Ist grundsätzlich richtig, bedenken Sie aber dazu folgendes.

Menschen, welche die so genannten helfenden Berufe ergreifen, sind von Ihrer persönlichen Haltung sowie durch die Ausbildung auf den Dienst am Menschen fokussiert. Die meisten gehen davon aus, dass entsprechend dieses Anspruchs ihre Arbeit auch honoriert wird, als dass sie durch Streiks erkämpft werden muss - das ist ein anderer Laden als die IG-Metall.

Hinzu kommen die Verhinderungsstrategien der Arbeitgeber, Gewerkschaften und Betriebsräte möglichst außen vor zu lassen, indem Unwahrheiten verbreitet werden.

"Ihr habt Streikverbot", Betriebsratswahlen werden torpediert oder Betriebsräte werden denunziert oder unter Vorwand gekündigt.

Da geht's echt fies zu.

Pflegekräfte halten oft nicht

Pflegekräfte halten oft nicht viel vom streiken. Es strahlt für sie Schwäche nach außen aus, es nicht geregelt zu bekommen.

von falso demonstratio 17:49

Der Gesundheitsminister Spahn schließt aber ein Eingreifen des Staates eher aus.
Und ja, daß stimmt, es gibt eben ärmere Menschen, die nicht für ihre Interessen eintreten. Sieht man auch an der Wahlbeteiligung in armen und reichen Stadtteilen. Manchmal auch mit einem seltsamen Bewußtsein: BILD und Express-Konsumenten, Gewinnspiel und der Star hat...

jein

Ich mußte leider kürzlich ins Krankenhaus.
Dort erfuhr ich, daß jede Kostenstelle nur ein bestimmtes Budget für Löhne und Gehälter hat.
Wird der Lohn (gerechtfertigterweise) erhöht, fliegen einige Mitarbeiter raus, was wiederum den Pflegenotstand erhöht.
Die meisten Pfleger haben nur Teilzeitstellen, falls eine Kündigung nicht möglich ist, werden sie seltener eingesetzt.

Und hier bin ich wieder bei meiner alten Leier:
Das Krankenhäuser sollten komplett in staatliche Hand und nicht gewinnorientiert arbeiten, und wenn ich schon beim Wünschen bin: EINE staatliche Krankenversicherung für ALLE reicht, keine Privaten, keine unzähligen Kleinen, auch Beamte müssen ganz normal einzahlen.

Sorgt eine Pflegekraft gut

Sorgt eine Pflegekraft gut für sich, wird das mit fehlendem Teamgeist verwechselt.

@18:07 von falsa demonstratio @17:53 von Marmolada

//Zitat: "Genauso ist es. Investoren aus der halben Welt haben z.B. hunderte Pflegeheime in Deutschland gekauft. Bereits am Jahresanfang heißt es: Wir behalten 10 % vom Umsatz als Gewinn ein. Mit dem Rest müsst ihr auskommen. Und so sieht es dann auch in vielen Pflegeheimen aus."
---
Was ist Ihre Alternative - staatliche Pflegeeinrichtungen?//

Schlechter als es in privaten Heimen im unteren Preissegment aussieht, kann es der Staat ganz sicher nicht machen. Den Rosenhof und ähnliche Einrichtungen können sich Normalsterbliche nun einmal nicht leisten.

Am 13. Oktober 2021 um 18:30 von Wanderfalke

Zitat: Ist grundsätzlich richtig, bedenken Sie aber dazu folgendes.

Vielen Dank für Ihre Antwort.

Es ist verblüffend, wie man demselben Posting in so unterschiedlicher Art entgegnen kann. Sie in höflicher und sachlicher Art und Weise, andere ohne jegliche Manieren und wadenbeißerisch.

Ich bevorzuge selbstverständig Ihre Art..

Ich glaube auch, dass Sie nicht Unrecht haben. Das Arbeitgeberverhalten sieht man ja auch in anderen Bereichen.

Trotzdem wird den Pflegebeschäftigten, befürchte ich, nichts übrig bleiben als sich zu organisieren und solidarisieren. Nur auf den Staat zu warten ist zu wenig.

Ich habe auch Bedenken dagegen, vom Staat die Festlegung von Lohnuntergrenzen zu fordern. Wenn man in einer Branche anfängt, hat man die Forderung bald auch in anderen Branchen mit schlechter gewerkschaftlicher Organisation. Das könnt ein Fass ohne Boden werden.

Nochmals danke für Ihre Sachlichkeit.

@Anna-Elisabeth, 18:10

"Ich erinnere mich nur zu gut, dass ein früherer Chefarzt des UKE in Hamburg wegen überschaubarer Streikbeteiligung sagte: "Das zeigt doch, dass die Mehrheit zufrieden ist."
Zynischer geht es eigentlich nicht mehr."

Stimmt. Die kaltschnäuzige Ignoranz und Empathielosigkeit, die sich in solchen "Sprüchen", die das (bewusste?) Ausnutzen des Gemein- und Verantwortungssinns anderer Menschen offenbaren macht einfach nur fassungslos. Aber hoffentlich nur für den ersten Moment. Denn wenn man erst einmal weiß, woran man ist, kann man auch halbwegs erkennen, was zu tun ist, um solchen Missständen, unter denen die gesamte Gesellschaft zu leiden hat abzuhelfen.

Reformen und höhere Löhne

Natürlich fehlen Pflegekräfte, natürlich müssen die besser bezahlt werden, natürlich muss man Junge Leute dafür begeistern.
Aber 4000 Euro?
Welcher Handwerker bekommt die wenn er nicht gnadenlos Überstunden klotzt?
Ich pflege meine Eltern seit 11 Jahren. Ich sehe viel von dem was da vor sich geht.

Am 13. Oktober 2021 um 18:33 von Bernd Kevesligeti

Zitat: Und ja, daß stimmt, es gibt eben ärmere Menschen, die nicht für ihre Interessen eintreten. Sieht man auch an der Wahlbeteiligung in armen und reichen Stadtteilen. Manchmal auch mit einem seltsamen Bewußtsein: BILD und Express-Konsumenten, Gewinnspiel und der Star hat...

Wir sind einer Meinung.

Fraglich ist, wie man das ändern kann.

Ob der der Ruf nach Vater Staat die richtige Alternative ist?

@18:30 von Wanderfalke @falsa demonstratio - 17:49

//Die meisten gehen davon aus, dass entsprechend dieses Anspruchs ihre Arbeit auch honoriert wird, als dass sie durch Streiks erkämpft werden muss//

Das ist nicht ganz richtig. Ich könnte ohne jegliche Gewissensbisse Maschinen stillstehen lassen. Ich kann aber nicht ohne Gewissensbisse Patienten sich selbst überlassen. Hinzu kommt, dass ver.di zum zahnlosen Tiger verkommen ist - im krassen Gegensatz zur früheren ÖTV.

Am 13. Oktober 2021 um 18:35 von Jan Petersen

Zitat: EINE staatliche Krankenversicherung für ALLE reicht, keine Privaten, keine unzähligen Kleinen, auch Beamte müssen ganz normal einzahlen.

Das wird in der Koalition, die gerade verhandelt wird, mit der FDP nicht zu machen sein.

@18:31 von Nelke785

//Pflegekräfte halten oft nicht viel vom streiken. Es strahlt für sie Schwäche nach außen aus, es nicht geregelt zu bekommen.//

Selten so einen Unsinn gehört.

(45 Jahre im Krankenhaus gearbeitet, davon 40 Jahre in der Uni-Klinik. 38 Jahre Gewerkschaftsmitglied und 12 Jahre Mitglied im Personalrat.)

@ um 17:49 von falsa demonstratio

„Wenn die Gewerkschaften in manchen Betrieben nicht stark genug sind, leigt das doch wohl daran, dass zu wenige Arbeitnehmer organisiert sind.“
Ich arbeite zB in einer kirchlichen Einrichtung.
Gewerkschaften sind da gar nicht erlaubt bzw. haben sich bisher nicht dorthin getraut. Und die sogenannten Mitarbeitervertretungen sind auch eher auf der Seite der Arbeitgeber und wiegeln schon im laufenden Betrieb alle Schwierigkeiten ab.
Außerdem können Sie die zuständige Gewerkschaft (der Bosse), Verdi für wesentliche Verbesserungen für Arbeitnehmer gar nicht gebrauchen.
Das ist in den letzten Jahrzehnten auch in anderen Berufszweigen in deren Zuständigkeit zu sehen. Zusammen mit der SPD haben die die Arbeitnehmer verraten und verkauft.

Spahns Doppelzüngigkeit...

...ist für mich als Krankenpfleger kaum zu ertragen. Er stellt sich in der Öffentlichkeit hin, als hätte er sonst was in Bewegung gesetzt um dem Pflegnotstand in Deutschland zu begegnen. Aber hier "unten" an der Basis sind nur deutlich mehr Bürokratie und Dokumentationswut anstelle von mehr Personal und Entlastung angekommen.
Spahn wollte nur eines, und das ist das Sterben der kleinen Krankenhäuser. Und das wird sich auch durchsetzen. Durch Corona nochmals verstärkt, bzw. beschleunigt.
An dem persversen System, das aufgrund von Gewinnmaximierung Mrd EUR aus dem Gesundheitssektor "raus saugt" wird selbstverständlich nichts geändert.
Beim Thema "Pflege" schaut es in unserem Ländle so aus:
Es darf nicht mehr kosten als ein billiger Dacia, soll aber die Leistung und den Comfort eines Porsche bieten.
Und diese Gesellschaft wundert sich warum es kaum noch deutschsprachige Pflegekräfte gibt??? Und das es auch mit den ausländischen eigentlicht nicht mehr reicht???
Einfach mal nachdenken!

@Am 13. Oktober 2021 um 18:48 von falsa demonstratio

Ur-Zitat: EINE staatliche Krankenversicherung für ALLE reicht, keine Privaten, keine unzähligen Kleinen, auch Beamte müssen ganz normal einzahlen.

Zitat
Das wird in der Koalition, die gerade verhandelt wird, mit der FDP nicht zu machen sein.
Zitat Ende

ich was, die wollen ja den liberalen und entfesselten Markt, der sich selbst regelt.

Wie ein ungeregelter und entfesselter Markt sich gerade selbst zerfleischt, kann man gerade in Post-Brexit-GB sehen.
Wie im Kino, nur nicht so schön :-(

@17:58 von Wolf1905

//Über den derzeitigen Gesundheitsminister wird ja von manchen Foristen hier schwer hergezogen;//

Ich kann Ihnen versichern, dass das Petitessen sind gegenüber dem, was Sie in Krankenhäuser zu Herrn Spahn hören.

von falsa demonstratio 18:45

Unter manchen Umständen, wenn nichts anderes möglich ist, wenn es keine Gewerkschaft gibt oder sie sich nichts traut, kann nur auf staatliche Mindestlöhne gehofft, gesetzt werden....

Nie wieder SPD

Und die sogenannten Mitarbeitervertretungen sind auch eher auf der Seite der Arbeitgeber und wiegeln schon im laufenden Betrieb alle Schwierigkeiten ab.
————————-
Genauso ist es. Leider sehr dumm.

Am 13. Oktober 2021 um 18:53 von nie wieder spd

Zitat: Ich arbeite zB in einer kirchlichen Einrichtung. Gewerkschaften sind da gar nicht erlaubt bzw. haben sich bisher nicht dorthin getraut.

Trotz der Besonderheiten des kirchlichen Arbeitsrechts sind Gewerkschaften natürlich erlaubt. Auch hier dürfte es eine Frage des Organisationsgrades sein.

Zitat: Und die sogenannten Mitarbeitervertretungen sind auch eher auf der Seite der Arbeitgeber und wiegeln schon im laufenden Betrieb alle Schwierigkeiten ab.

Werden die Mitarbeitervertretungen nicht von den Mitarbeitern gewählt?

Zitat: Außerdem können Sie die zuständige Gewerkschaft (der Bosse), Verdi für wesentliche Verbesserungen für Arbeitnehmer gar nicht gebrauchen.

Hat nicht die GDL gerade gezeigt, wie es alternativ geht?

Die höheren Löhne und bessere

Die höheren Löhne und bessere Arbeitsbedingungen für Pflegepersonal und in nicht geringem Maße auch für bestimmte Gruppen der Ärzteschaft sind das eine. Es geht darüber hinaus aber auch um eine Kehrtwende im Gesundheitswesen: Man kann diesen Bereich nicht einfach nach marktwirtschaftlichen und kapitalistischen Prinzipien organisieren; es braucht systemische Veränderungen. Auch das wird eine Aufgabe der neuen Bundesregierung sein.

@18:43 von T-ubx

//Natürlich fehlen Pflegekräfte, natürlich müssen die besser bezahlt werden, natürlich muss man Junge Leute dafür begeistern.//

Sie können nur schwer jemanden für einen Beruf begeistern, der nur geringes gesellschaftliches Ansehen hat. Zumindest hier in Deutschland.
Hinzu kommt (aus dem Ärzteblatt):

>>Die Relation zwischen Krankenschwestern und Patienten sei nicht nur ein wichtiger Grad­­messer für die Qualität der Arbeitsbedingungen, sondern beeinflusse auch die Qua­lität der Pflege und damit die Patientengesundheit, betonen die Wissenschaftler. Deut­schland hinke dabei hinterher: Sie zitieren in ihrer Auswertung die internationale Pflege-Vergleichsstudie RN4CAST aus dem Jahr 2012, der zufolge in den USA durch­schnittlich 5,3 Patienten auf eine Pflegefachkraft kommen, in den Niederlanden sieben, in Schweden 7,7 und in der Schweiz 7,9. In Deutschland müssten sich Krankenschwes­tern dagegen im Schnitt um 13 Patienten kümmern.<<

@Nelke785

18:21 von Nelke785:
"Sie könnten, dürften und müssten sogar konsequenter sich selbst und dem Unternehmen sein."

Wenn die Pflegekräfte streiken oder sich den Überstunden verweigern würden, träfe das in erster Linie die Pflegebedürftigen.

Anna-Elisabeth

45 Jahre im Krankenhaus gearbeitet, davon 40 Jahre in der Uni-Klinik. 38 Jahre Gewerkschaftsmitglied und 12 Jahre Mitglied im Personalrat.)
———————
Und wie lange berentet?

Am 13. Oktober 2021 um 19:01 von Bernd Kevesligeti

Zitat: Unter manchen Umständen, wenn nichts anderes möglich ist, wenn es keine Gewerkschaft gibt oder sie sich nichts traut, kann nur auf staatliche Mindestlöhne gehofft, gesetzt werden....

Ihre Argumentation hat viel für sich.

Trotzdem ist es eine drollige Vorstellung, dass Herr Spahn bzw. sein Nachfolger das macht, was sich der Abeitnehmer nicht erkämpfen will.

17:58 @ Wolf1905 Jens Spahn

Dieser Mann ist ja auch inkompetent und wissenschaftsfeindlich.
Jetzt hat er gut reden, weiß er doch, dass er nicht wieder Gesundheitsminister wird.

19:10 @ falsa demonstratio

Schön wäre es, wenn die Pflegekräfte alle in den Streik treten, oder?

Am 13. Oktober 2021 um 19:02 von Nelke785

Nie wieder SPD

Und die sogenannten Mitarbeitervertretungen sind auch eher auf der Seite der Arbeitgeber und wiegeln schon im laufenden Betrieb alle Schwierigkeiten ab.
————————-
Zitat: Genauso ist es. Leider sehr dumm.

Und wer wählt dann solche Leute und warum?

Am 13. Oktober 2021 um 19:06

Am 13. Oktober 2021 um 19:06 von Nachfragerin
@Nelke785
18:21 von Nelke785:
"Sie könnten, dürften und müssten sogar konsequenter sich selbst und dem Unternehmen sein."

Wenn die Pflegekräfte streiken oder sich den Überstunden verweigern würden, träfe das in erster Linie die Pflegebedürftigen.
———————
Das glaube ich nicht. Es würden planbare Eingriffe um wenige Tage verschoben und die Stationen zusammengelegt.
Brechen die Pflegekräfte zusammen oder sind ungehalten zum Patienten, träfe es ihn auch.

@ um 19:02 von Nelke785

In der Einrichtung, in der ich arbeite, ist es sogar schon ein Risiko, wenn man sich bei der Mitarbeitervertretung über Mißstände beschwert.
Dann landet der Name des Beschwerdeführers auch schonmal ganz schnell beim Dienstherrn und man wird zB in Bereiche versetzt, in denen es noch schlimmer zugeht, oder die eine wesentlich weitere Anfahrt erfordern und so einem Mitarbeiter auch noch freie Zeit stehlen.

Am 13. Oktober 2021 um 19:12 von Leipzigerin59

Zitat: Schön wäre es, wenn die Pflegekräfte alle in den Streik treten, oder?

Einen Generalstreik der Pflegekräfte würde ich nun nicht gerade befürworten.

So ein paar Warnstreiks wären in meinen Augen sicherlich nicht falsch. Solche gab es ja an Krankenhäusern durchaus - von Pflegekräften und Ärzten - immer unter Aufrechterhaltung der Notversorgung.

@19:08 von Nelke785 Anna-Elisabeth

//45 Jahre im Krankenhaus gearbeitet, davon 40 Jahre in der Uni-Klinik. 38 Jahre Gewerkschaftsmitglied und 12 Jahre Mitglied im Personalrat.)
———————
Und wie lange berentet?//

Ich bin mit 63 Jahren in Rente gegangen. Nach zwei (bis dahin) überstandenen Krebserkrankungen fühlte ich mich nicht mehr fit genug.

Rendite statt Pflege

Im letzten Jahr wurden 50,62 Milliarden Euro an PV-Beiträgen gezahlt. Hinzu kommen die Zuzahlungen der Pflegebedürftigen.

Verteilt man dieses Geld auf die 1,2 Millionen Pflegekräfte, bekäme jeder über 3600 Euro pro Monat.

@Am 13. Oktober 2021 um 19:12 von Leipzigerin59

19:10 @ falsa demonstratio

Schön wäre es, wenn die Pflegekräfte alle in den Streik treten, oder?

Zitat Ende

Ich befürchte, das wird unschön:

Naja nicht gemachte Betten sind ja noch ein paar Wochen (...) auszuhalten. Aber nicht gewechselte Verbände, keine Medikamente, keine Umlagerungen, keine Körperhygiene, keine Nachtüberwachung, kein Essen könnte den einen oder anderen Patienten ein ganz klein wenig stören.
Und dann sind da die auf der Intensiv, die ja auch von Pflegern betreut werden...

@ um 19:13 von falsa demonstratio

Die Beteiligung an den Wahlen zur Mitarbeitervertretung ist zumindest in der Einrichtung, in der ich arbeite, nicht besonders hoch, weil jeder weiß, dass der Vorsitzende der Mitarbeitervertretung ein guter Kumpel des Einrichtungsleiters ist und man da nichts zu erwarten hat.

Am 13. Oktober 2021 um 19:17

Am 13. Oktober 2021 um 19:17 von nie wieder spd
@ um 19:02 von Nelke785
In der Einrichtung, in der ich arbeite, ist es sogar schon ein Risiko, wenn man sich bei der Mitarbeitervertretung über Mißstände beschwert.
Dann landet der Name des Beschwerdeführers auch schonmal ganz schnell beim Dienstherrn und man wird zB in Bereiche versetzt, in denen es noch schlimmer zugeht, oder die eine wesentlich weitere Anfahrt erfordern und so einem Mitarbeiter auch noch freie Zeit stehlen.
—————————-
So ist es. Das was wir alles erleben, kann und darf man hier alles gar nicht veröffentlichen.

18:07 von falsa demonstratio

Zitat:"Was ist Ihre Alternative - staatliche Pflegeeinrichtungen?"

Ja, warum nicht? Mein Schwiegervater (93)ist seit 5 Jahren in einem Pflegeheim. In dieser Zeit hat das Heim dreimal den Besitzer gewechselt. Jedesmal stieg der Eigenanteil an den Pflegekosten und wurde der Personalschlüssel verschlechtert. Irgendwie musste der Kaufpreis ja wieder reinkommen...Auch hier verlassen die besten Pflegekräfte nach und nach die Einrichtung, weil sie es nicht mehr aushalten und werden durch kurzfristig eingestellte Aushilfskräfte ersetzt, die aber auch nicht lange bleiben. Für einen erblindeten schwerbehinderten 93jährigen ein untragbarer Zustand, nicht nur, weil niemand Zeit hat, sich wirklich um ihn zu kümmern, sondern weil er bei der Personalfluktuation nicht einmal mehr erkennen kann, mit wem er es zu tun hat. Dazu kommen noch die Sprachprobleme bei ausländischen Aushilfskräften, die sich oft nur rudimentär auf Deutsch verständigen können.

Falsa demonstratio

So ein paar Warnstreiks wären in meinen Augen sicherlich nicht falsch. Solche gab es ja an Krankenhäusern durchaus - von Pflegekräften und Ärzten - immer unter Aufrechterhaltung der Notversorgung.
————————
In Coronazeiten viel zu kurz gekommen. Es würde parallel dazu etwas bringen, wenn jeder Mitarbeiter, der nicht zufrieden ist, bei sich selbst anfängt nach seinen Möglichkeiten. Bildungsurlaub beanspruchen, Reha durchführen, etc.

von falso demonstratio 19:10

Das ist wahrscheinlich leider auch illusionär.
Aber was tun gegen mangelndes Bewusstsein unten oder auch entsprechende Gewerkschaften ? Mehr GDL´s wachsen nicht mal eben so....

19:20 von Jan Petersen

Zitat:"Naja nicht gemachte Betten sind ja noch ein paar Wochen (...) auszuhalten. Aber nicht gewechselte Verbände, keine Medikamente, keine Umlagerungen, keine Körperhygiene, keine Nachtüberwachung, kein Essen könnte den einen oder anderen Patienten ein ganz klein wenig stören.
Und dann sind da die auf der Intensiv, die ja auch von Pflegern betreut werden..."

Und weil die Klinikunternehmen das wissen und weil die allermeisten Pflegekräfte genau deswegen nicht effektiv streiken können und wollen, wird sich auch nie etwas ändern. Deshalb MUSS der Staat hier regelnd eingreifen.

Am 13. Oktober 2021 um 19:22 von nie wieder spd

Zitat: Die Beteiligung an den Wahlen zur Mitarbeitervertretung ist zumindest in der Einrichtung, in der ich arbeite, nicht besonders hoch, weil jeder weiß, dass der Vorsitzende der Mitarbeitervertretung ein guter Kumpel des Einrichtungsleiters ist und man da nichts zu erwarten hat.

Wie wäre es mit höherer Wahlbeteiligung und Abwahl?

Wenn ein Pfleger wie Ricardo Lange

In die Öffentlichkeit geht, auf die Probleme aufmerksam macht, sich für bessere Bedingungen engagiert, dann kann es schon passieren, wie bei R. Lange, dass die Klinik in absolviert- war auf Twitter zu lesen.

So schwer ist Arbeitskampf.

Wenn ansonsten Pflege- und medizinisches Personal schon unterbesetzt sind, wie soll da gestreikt werden.
Es wird nicht überall wie bei Vivantes / Charité gehen.

Das ist doch der Knackpunkt, man kann die Patienten und Pflegebedürftigen eben nicht einfach sich selbst überlassen.
Das sind keine Maschinen, die mal still stehen können.

@ um 19:22 von Nelke785

„So ist es. Das was wir alles erleben, kann und darf man hier alles gar nicht veröffentlichen.“
Eben. Und es nützt auch gar nichts, da man im Endeffekt nichts beweisen kann und im Zweifel die Mitarbeitervertretung nicht gegen die Einrichtungsleitung aussagen würde.
Ein Teufelskreis, aus dem man nur durch Kündigung und Arbeitslosigkeit entkommt, und selbst heutzutage zwar schnell einen neuen Job finden könnte, nur um vom Regen in die Traufe zu gelangen.

Peter Meffert

Und weil die Klinikunternehmen das wissen und weil die allermeisten Pflegekräfte genau deswegen nicht effektiv streiken können und wollen, wird sich auch nie etwas ändern. Deshalb MUSS der Staat hier regelnd eingreifen.
———————-
Auf den Punkt gebracht!

 19:20 @ Jan Petersen

Sie haben völlig Recht.

Ich habe weiter oben geschrieben, wie ich Pflege bei meinen Eltern erlebt habe.
Und mitgeholfen haben wir als Angehörige auch.

Ich fürchte, eine Ausnahme.

@Am 13. Oktober 2021 um 19:30 von Peter Meffert

Zitat:"Naja nicht gemachte Betten sind ja noch ein paar Wochen (...) auszuhalten. Aber nicht gewechselte Verbände, keine Medikamente, keine Umlagerungen, keine Körperhygiene, keine Nachtüberwachung, kein Essen könnte den einen oder anderen Patienten ein ganz klein wenig stören.
Und dann sind da die auf der Intensiv, die ja auch von Pflegern betreut werden..."
____________
Und weil die Klinikunternehmen das wissen und weil die allermeisten Pflegekräfte genau deswegen nicht effektiv streiken können und wollen, wird sich auch nie etwas ändern. Deshalb MUSS der Staat hier regelnd eingreifen.

_________

absolut.

@ um 19:30 von falsa demonstratio

Ja, das wärs.
Aber mittlerweile ist das Pflegepersonal völlig desillusioniert. Durch unterschiedliche Schichten und wirklich harter Arbeit ist das zusammenwirken gegen solche Umstände auch sehr schwierig.
Eigentlich müßte eine Gewerkschaft in solchen Einrichtungen ein Büro eröffnen und vernünftige Betriebsräte installieren.
Denn dazu sollte man auch geschult sein und wissen wovon man redet.
Das wäre ein sehr langer Weg. Viel länger, als es bis zum tatsächlichen Notstand dauert.
Und aktuell eben auch noch nicht hilfreich.

Ein Teufelskreis, aus dem man

Ein Teufelskreis, aus dem man nur durch Kündigung und Arbeitslosigkeit entkommt, und selbst heutzutage zwar schnell einen neuen Job finden könnte, nur um vom Regen in die Traufe zu gelangen.
———————-
Deshalb habe ich die Stunden reduziert. Und bevor ich jemals wieder aufstocken würde, würde ich mein Hab und Gut verkaufen.
Denn wie Sie schreiben- es ist überall so. Und dort wo es nicht so ist, sind Schließungen vorprogrammiert.

@Am 13. Oktober 2021 um 19:34 von Leipzigerin59

Ich habe weiter oben geschrieben, wie ich Pflege bei meinen Eltern erlebt habe.
Und mitgeholfen haben wir als Angehörige auch.

Ich fürchte, eine Ausnahme.

______

Ich hatte es gelesen, dafür meine vollste Annerkennung.

Und ja, wenn ich mir meinen Bekanntenkreis so anschaue, mehr als 90% schieben ins Heim ab.
Leider.

Am 13. Oktober 2021 um 19:37 von Jan Petersen

Zitat: Und weil die Klinikunternehmen das wissen und weil die allermeisten Pflegekräfte genau deswegen nicht effektiv streiken können und wollen, wird sich auch nie etwas ändern. Deshalb MUSS der Staat hier regelnd eingreifen.

Dann wollen wir hoffen, dass die FDP das mit macht.

Ich gönne es den Pflegekräften.

Am 13. Oktober 2021 um 19:34 von Nelke785

Der Staat greift regelnd ein, wissen sie auch wie?.
Ich weiß nicht mehr exact das Jahr es war irgendwann um vorletzten Jahrzehnt da gab es in Südostasien, speziell auf den Philippinen eine Werbekampagne für 5000 Arbeitskräfte für den Pflegesektor, letztes Jahr im Januar war Gesundheitsminister in Mexiko zum Anwerben von Pflegekräften.
Also das Problem ist schon sehr lange bekannt. Nur anstatt das Umfeld, die Arbeitsbedingungen zu verbessern durch "Regeln" geht man den einfacheren weg und holt sich Arbeitskräfte die nicht aufmucken

Leider nichts Neues

Ich habe Anfang der 70er-Jahre des letzten Jhts. als Zivi 18 Monate in einem Krankenhaus gearbeitet. Schon damals war die Personallage knappstens bemessen, auf meiner Orthopädiestation mit über 50 Betten waren bei voller Besetzung maximal 10 Pflegekräfte pro Schicht anwesend, d.h. in der Regel meist nur 8 wegen Urlaub, Krankheit usw. Die Hälfte davon waren Zivis! War schön für uns, weil wir dadurch nicht nur Bettpfannen und Urinflaschen schleppen mussten, war schlecht für die Patienten, weil wir nur learning by doing kannten, d.h. die einen habens schneller gelernt, wie ein Verband zu wechseln oder eine Schiene anzulegen ist, die anderen weniger...In den letzten 6 Jahren war ich dreimal länger im Krankenhaus und habe mit vielen Pflegekräften gesprochen - es hat sich nichts geändert, es ist höchstens schlimmer geworden. Trotzdem wurde ich immer gut versorgt - man kann diesen Menschen gar nicht genug danken (und sollte sie endlich besser bezahlen!).

19:44 von Magic.fire

Zitat:"Der Staat greift regelnd ein, wissen sie auch wie?.
Ich weiß nicht mehr exact das Jahr es war irgendwann um vorletzten Jahrzehnt da gab es in Südostasien, speziell auf den Philippinen eine Werbekampagne für 5000 Arbeitskräfte für den Pflegesektor, letztes Jahr im Januar war Gesundheitsminister in Mexiko zum Anwerben von Pflegekräften.
Also das Problem ist schon sehr lange bekannt. Nur anstatt das Umfeld, die Arbeitsbedingungen zu verbessern durch "Regeln" geht man den einfacheren weg und holt sich Arbeitskräfte die nicht aufmucken"

Das ist natürlich der falsche Weg und löst die Probleme nicht.

@16:17 von Bürgerkritik

//Ist es nicht so das im Bereich Gesundheit nicht nur Pflegekräfte fehlen sondern auch Ärzte, Krankenschwestern und Therapeuten.//

Krankenschwestern zählen zu den Pflegekräften. Richtig ist, dass es inzwischen auch einen beachtlichen Personalmangel in den anderen medizinischen Bereichen gibt. In meinem zuletzt ausgeübtem Job (MTA) hat unsere Abteilung auf die letzte Stellenausschreibung nicht eine einzige Bewerbung erhalten. In der Röntgenabteilung sieht es ähnlich aus. Die Gehälter in diesen Bereichen sind auch nicht gerade attraktiv und es fehlt an Nachwuchs.
Bei den Ärzten ist es nicht ganz so dramatisch.

Magic Fire

Also das Problem ist schon sehr lange bekannt. Nur anstatt das Umfeld, die Arbeitsbedingungen zu verbessern durch "Regeln" geht man den einfacheren weg und holt sich Arbeitskräfte die nicht aufmucken
———————-
Das passt. Noch vor 20 Jahren gehörte kritisches, selbstwirksames Verhalten zu einer guten Pflegekraft dazu.

Am 13. Oktober 2021 um 19:44 von Magic.fire

Zitat: Also das Problem ist schon sehr lange bekannt. Nur anstatt das Umfeld, die Arbeitsbedingungen zu verbessern durch "Regeln" geht man den einfacheren weg und holt sich Arbeitskräfte die nicht aufmucken

Wenn ich eines in der heutigen Diskussion gelernt habe, dann ist es, dass auch deutsche Pflegekräfte nicht aufmucken (können). Ich meine das nicht etwa abwertend, sondern erkenne die heheren Motive an. Das auf die ausländischen Arbeitskräfte zu schieben, finde ich nicht in Ordnung.

Am 13. Oktober 2021 um 16:39 von DB_EMD

Geld in diesem Markt ist leider knapp. Und wenn mehr gezahlt werden soll, ist der Bürger als Träger dieser Zahlungen am Ende auch wieder empört! Wie man es macht, macht man es ohnehin verkehrt!
__
In fast jedem Corona-thread kam ja immer irgendwann dieses Thema, und jedes Mal wurde auf schlechte Arbeitsbedingungen und Bezahlung geschimpft, und jedes Mal, wenn ich derartiges gelesen habe, habe ich genauso argumentiert, wie Sie jetzt, denn Sie haben ja vollkommen recht. Man kann (und sollte) deutlich mehr zahlen und die Bedingungen verbessern NUR man muss gleichzeitig sagen, wer das zu berappen hat. Nämlich in erster Linie der sozialversicherungspflichtige Bürger. Kann man machen, wird aber auch wieder Protest auslösen. Leider ist das so bei Berufen, die keine "Wertschöpfung" (schlimmes Wort in dem Zusammenhang, ist aber so )erreichen.
Da muss die Gesellschft drüber entscheiden.

Peter Meffert, Magic.Fire

Das ist natürlich der falsche Weg und löst die Probleme nicht.
———————-
Es wird zu wenig geredet. Deshalb tut es hier in diesem Portal so gut ;))
Wenn es nicht so traurig wäre…..

@falsa demonstratio - 19:30

Sie an @nie wieder spd:
"Wie wäre es mit höherer Wahlbeteiligung und Abwahl? [Der Mitarbeitervertretung]"

Hier möchte ich noch auf ein besonderes Phänomen der kirchlichen Wohlfahrtsverbände (Caritas, Diakonie) hinweisen.

Die Gewerkschaftsarbeit in diesen Einrichtung wird dadurch erschwert, dass auf ihre Betriebe das Betriebsverfassungsgesetz keine Anwendung findet. Betriebsräte sind durch "Mitarbeitervertretungen" ersetzt, deren Wirkungsgrat und Aufgabenstellung nicht dem betriebsverfassungsrechtlichen Rahmen entspricht.
Grundlage dafür ist, dass der Gesetzgeber den Kirchen hier gestattet, dies nach eigenen Richtlinien - dem kirchlichen Arbeitsrecht - auszugestalten.

Damit zu tun hat auch die Weigerung als Arbeitgeberverband aufzutreten, um mit den Gewerkschaften Tarifverträge auszuhandeln. Dies wird über den sogenannten "3. Weg" herbeigeführt, was aber nicht annähernd dem Niveau von Tarifverhandlungen entspricht sondern stark pro Arbeitgeber geprägt ist.

Am 13. Oktober 2021 um 19:24 von Peter Meffert

Ergänzend muss noch erwähnt werden, das gerade in Pflegeeinrichtungen die zweiklassengesellschaft schon voll zugeschlagen hat. Schauen sie sich mal in Brandenburg oder Mecklenburg um. Wo alte Herrenhäuser und Schlösser in Seniorenresidenzen umgebaut wurden, mit großen Park etc natürlich eingezäunt. Da gehen die Ärzte ein und aus in Mecklenburg kennt man halt die Autos von den Leuten.

@19:44 von Magic.fire @19:34 von Nelke785

//Ich weiß nicht mehr exact das Jahr es war irgendwann um vorletzten Jahrzehnt da gab es in Südostasien, speziell auf den Philippinen eine Werbekampagne für 5000 Arbeitskräfte für den Pflegesektor, letztes Jahr im Januar war Gesundheitsminister in Mexiko zum Anwerben von Pflegekräften.
Also das Problem ist schon sehr lange bekannt. Nur anstatt das Umfeld, die Arbeitsbedingungen zu verbessern durch "Regeln" geht man den einfacheren weg und holt sich Arbeitskräfte die nicht aufmucken//

Ein anderes Problem ist, dass man zunehmend Festanstellungen meidet wie die Pest. Sachgrundlose Befristungen sind auch in Krankenhäusern keine Seltenheit mehr. Wenn es irgendwo aufgrund von Urlaub oder Krankheit knapp wird, bedient man sich aus dem sogenannten Pflege- oder Springerpool.

@18:38 von Anna-Elisabeth

>> Schlechter als es in privaten Heimen im
>> unteren Preissegment aussieht, kann es
>> der Staat ganz sicher nicht machen

Es gibt Foristen, die ,egal bei welchem Thema (Bahn, Telekomunikation, Bildung, Gesundheitswesen, Strom, Wasser, Medien, ...), immer mantraartig den Satz wiederholen: "Der Staat macht alles(!) schlechter als die Privaten". Auf die Frage nach einem einzigen(!) Beispiel folgt darauf immer das berühmte 'Schweigen im Walde'. -.-

Am 13. Oktober 2021 um 20:00 von Wanderfalke

Das, was Sie über das kirchliche Arbeitsrecht schreiben, ist mir durchaus bekannt.

Es leuchtet mir aber trotzdem nicht ein, dass man Leute in die Mitarbeitervertretung wählt, die mit der Leitung kungeln oder erst gar nicht zur Wahl geht und es denen damit ermöglicht gewählt zu werden, wie hier berichtet wurde.

Am 13. Oktober 2021 um 19:54 von weingasi1

Wer soll das bezahlen, weil keine Wertschöpfung?
Oh dann löst sich das Problem sehr schnell. Schauen sie sich den "Wasserkopf" in den Verwaltungen auf allen ebenen an. Keine Wertschöpfung aber immer mehr Personal. For etwas mehr als 30Jahren war eine der ersten Forderungen, weg mit den Wasserkopf, diese wurde sehr schnell abgebügelt , weil auf einmal sooo viel zu verwalten war.
Abbau , durchforsten aller Bereiche, Rückführung kommunaler Wirtschaftsbetriebe in die Kommunale Verwaltung.
Klar da würden halt nicht wenige ihren Job verlieren, aber sind ja genügend frei im Pflegewesen

@19:20 von Jan Petersen

//Ich befürchte, das wird unschön:

Naja nicht gemachte Betten sind ja noch ein paar Wochen (...) auszuhalten. Aber nicht gewechselte Verbände, keine Medikamente, keine Umlagerungen, keine Körperhygiene, keine Nachtüberwachung, kein Essen könnte den einen oder anderen Patienten ein ganz klein wenig stören.
Und dann sind da die auf der Intensiv, die ja auch von Pflegern betreut werden...//

Mehr als unschön ist manches jetzt schon.
Mein Partner ist vor vier Jahren an einer schweren Lungenerkrankungen in einer Klinik (privater Träger) gestorben. Aus dem Totenschein geht hervor, dass man auf der Station elf(!) lange Stunden nicht mitbekommen hat, dass ein Patient gestorben ist.
Todeszeitpunkt: 26.xx.xx 21:00Uhr und 27.xx.xx 8:00Uhr.
Ich könnte heute noch schreien, wenn ich daran denke.
"Hoffentlich Allianz versichert" hat da auch nicht geholfen.

@Am 13. Oktober 2021 um 19:49 von Anna-Elisabeth

//Ist es nicht so das im Bereich Gesundheit nicht nur Pflegekräfte fehlen sondern auch Ärzte, Krankenschwestern und Therapeuten.//

Krankenschwestern zählen zu den Pflegekräften. Richtig ist, dass es inzwischen auch einen beachtlichen Personalmangel in den anderen medizinischen Bereichen gibt. In meinem zuletzt ausgeübtem Job (MTA) hat unsere Abteilung auf die letzte Stellenausschreibung nicht eine einzige Bewerbung erhalten. In der Röntgenabteilung sieht es ähnlich aus. Die Gehälter in diesen Bereichen sind auch nicht gerade attraktiv und es fehlt an Nachwuchs.
Bei den Ärzten ist es nicht ganz so dramatisch.

_______

die Kliniken hier in der Gegend haben Honarärzte. Die haben ganz normal ihre (Fach-)Arztpraxis draußen in der Stadt, stehen aber als (Fach-)Ärzte auf den Klinikhomepages.
Was dahintersteckt, kann ich nicht beurteilen, macht aber stutzig, wenn man sich einen Facharzt googelt und feststellt, daß der ein Doppelleben führt.

Am 13. Oktober 2021 um 19:20 von Nachfragerin

Im letzten Jahr wurden 50,62 Milliarden Euro an PV-Beiträgen gezahlt. Hinzu kommen die Zuzahlungen der Pflegebedürftigen.

Verteilt man dieses Geld auf die 1,2 Millionen Pflegekräfte, bekäme jeder über 3600 Euro pro Monat.
__
Von dem Geld, was in die PV eingezahlt wird, werden aber nicht ausschliesslich die Pflegekräfte bezahlt, sondern u.a. Pflegegeld, Pfleleistungen usw. Ich glaube, wenn Sie von den den gedachten € 3.600,00 die Sozialversicherungsbeiträge sowohl für AN als auch für AG sowie eine durchschnittl. Lohnsteuer in Abzug bringen, sind Sie von den realen Gehältern nicht weit weg.

Am 13. Oktober 2021 um 20:04 von Anna-Elisabeth

Ein anderes Problem ist, dass man zunehmend Festanstellungen meidet wie die Pest. Sachgrundlose Befristungen sind auch in Krankenhäusern keine Seltenheit mehr. Wenn es irgendwo aufgrund von Urlaub oder Krankheit knapp wird, bedient man sich aus dem sogenannten Pflege- oder Springerpool.
__
Dass das immer noch so sein soll, fällt mir schwer zu glauben, da doch offenbar buchstäblich Hände ringend nach Pflegekräften gesucht wird. Ich lese auch ständig grossflächige Anzeigen, in denen Krankenschwestern und Pflegekräfte mit unbefristeten Verträgen gesucht werden. Oft genug wird auch übertarifliche Bezahlung geboten. Nachdem das hier so oft Gegenstand der Diskussionen war, habe ich da mal drauf geachtet.

@ um 20:08 von falsa demonstratio

Wie ich schon schrieb, liegt es auch daran, dass man durch die tägliche Arbeit so fertig und kaputt ist, dass man sich kaum zu Tätigkeiten für diese Belange hinreißen lassen kann. Sehr viele Kollegen haben auch noch Ehepartner und Kinder, manche sogar noch ein Nebenjob.
Da fehlt dann einfach die Kraft aufzumucken und man muss sich erst Monatelang einarbeiten in die Mitarbeitervertretungsarbeit.
Für schnelle Verbesserungen sind Gesetze von Nöten. Gehälter verdoppeln, Arbeitszeiten auf 30 Stunden pro Woche beschränken wäre ein Anfang. Die Bundeswehr zur vorübergehenden Unterstützung abordnen. Die haben Zeit und helfen noch nicht einmal mehr in den Flutgebieten.

@Am 13. Oktober 2021 um 20:15 von Anna-Elisabeth

mein Beileid.

Kürzlich war ich im KH einer kirchlichen Einrichtung und habe gesehen, wie da die Pfleger (wenn ich Pfleger schreibe, meine ich die Schwestern natürlich auch) regelrecht verheizt und zermahlen wurden.

Am 13. Oktober 2021 um 20:15 von Jan Petersen

Tja wo sind all die Ärzte und Schwestern. Werden sie mal in Schweden oder Schweiz krank und müssen ins Krankenhaus. Sie werden überrascht sein welche Dialekte man dort alles hört. Und nein es ist nicht in erster Linie das Geld was zum Verlassen der Heimat führte, es waren bei so gut wie bei allen die mich pflegten das Arbeitsumfeld und Klima der ausschlaggebende Punkt

@19:30 von Peter Meffert 19:20 von Jan Petersen

//Und weil die Klinikunternehmen das wissen und weil die allermeisten Pflegekräfte genau deswegen nicht effektiv streiken können und wollen, wird sich auch nie etwas ändern. Deshalb MUSS der Staat hier regelnd eingreifen.//

Zumindest bei den Personaluntergrenzen sehe ich nicht das geringste Problem. Gerade da besteht erheblicher Verbesserungsbedarf. Fürs Häuslebauen gibt es doch auch jede Menge Vorschriften. Warum sollte man Krankenhaus- und Heimbetreibern keine machen dürfen?

@20:21 von weingasi1

//Dass das immer noch so sein soll, fällt mir schwer zu glauben, da doch offenbar buchstäblich Hände ringend nach Pflegekräften gesucht wird. Ich lese auch ständig grossflächige Anzeigen, in denen Krankenschwestern und Pflegekräfte mit unbefristeten Verträgen gesucht werden. Oft genug wird auch übertarifliche Bezahlung geboten. Nachdem das hier so oft Gegenstand der Diskussionen war, habe ich da mal drauf geachtet.//

Ich war erst vor gut einer Woche im Krankenhaus. Meine Lieblingsschwester verabschiedete sich mit den Worten: "Ab morgen arbeite ich in Altona und danach übernehme ich für zwei Wochen die Betreuung eines behinderten Jungen." Eine Schwester aus dem sogenannten Pool.
Auch auf den Intensiv-Stationen nicht unüblich.

Betten abbauen

Wenn es Personaluntergrenzen gibt, aber kein Personal vorhanden ist, da einfach keins auch mit Geld nicht zu finden ist, bedeutet das am Ende des Tages, dass weniger Betten belegt werden können. Über diesen Weg sollte auch gesprochen werden. Gäbe es weniger Krankenhauseinweisungen, wäre der Personalmangel nicht so groß.

@falsa demonstratio - 20:08

"Es leuchtet mir aber trotzdem nicht ein, dass man Leute in die Mitarbeitervertretung wählt, die mit der Leitung kungeln oder erst gar nicht zur Wahl geht und es denen damit ermöglicht gewählt zu werden, wie hier berichtet wurde."

Das sollte auch keine Entschuldigung für dieses Wahlverhalten sein.
Es ist aber ein gewaltiger Hemmschuh, aufgrund dieser Strukturen von außen Einfluss darauf zu nehmen.

Die Sache ist eben, um den Laden arbeitsrechtlich und wertschätzend aufzumischen, sind Leute mit gutem Standing und entsprechendem Auftreten in solchen Positionen gefragt. Finden die sich nicht, dann läuft das wie bei den Stammwählern, "Opa hat immer XXX gewählt, ach, dann wähle ich die auch."

Soll heißen, mangels Eigeninitiativen bleiben solche "Kungelbrüder" durch Wiederwahl weiter im Amt - selbst wenn nur 8% zur Wahl gehen sollten.

Ist zur Haare raufen, aber da fehlt dann häufig das Bewusstsein diesen Muff selbstbewusst zu durchbrechen.

@weingasi1 - Danke für den Hinweis!

20:16 von weingasi1:
"Ich glaube, wenn Sie von den gedachten € 3.600,00 die Sozialversicherungsbeiträge sowohl für AN als auch für AG sowie eine durchschnittl. Lohnsteuer in Abzug bringen, sind Sie von den realen Gehältern nicht weit weg."

Sie haben recht. Die Abzüge hatte ich nicht bedacht.

@19:24 von Peter Meffert 18:07 von falsa demonstratio

//Ja, warum nicht? Mein Schwiegervater (93)ist seit 5 Jahren in einem Pflegeheim. In dieser Zeit hat das Heim dreimal den Besitzer gewechselt. Jedesmal stieg der Eigenanteil an den Pflegekosten und wurde der Personalschlüssel verschlechtert. Irgendwie musste der Kaufpreis ja wieder reinkommen...Auch hier verlassen die besten Pflegekräfte nach und nach die Einrichtung, weil sie es nicht mehr aushalten und werden durch kurzfristig eingestellte Aushilfskräfte ersetzt, die aber auch nicht lange bleiben. Für einen erblindeten schwerbehinderten 93jährigen ein untragbarer Zustand,...//

Das ist alles so menschenunwürdig und traurig. Trotzdem alles Gute für Ihren Schwiegervater.

Am 13. Oktober 2021 um 20:16 von weingasi1

Auch sie haben noch ein Punkt in der verwobenen Finanzwirtschaft über sehen, deshalb bitte nicht als Kritik verstehen nur als Ergänzung.
Das ist der nicht geringe Anteil der in Pflegeheimen bezahlt werden muss und ebenfalls stetig steigt

@20:25 von Jan Petersen

//mein Beileid.//

Vielen Dank!

//Kürzlich war ich im KH einer kirchlichen Einrichtung und habe gesehen, wie da die Pfleger (wenn ich Pfleger schreibe, meine ich die Schwestern natürlich auch) regelrecht verheizt und zermahlen wurden.//

Es ist Gott sei Dank noch nicht überall ganz so schlimm. Ich wünsche mir aber Zustände, wo sich Patienten und Angehörige wieder sicher fühlen und Patienten kein schlechtes Gewissen bekommen, wenn sie auf Hilfe angewiesen sind und deshalb klingeln müssen.

@19:06 von Nachfragerin

>> Wenn die Pflegekräfte streiken oder sich
>> den Überstunden verweigern würden,
>> träfe das in erster Linie die
>> Pflegebedürftigen.

Sie haben die Erpressersituation der Arbeitgeber erkannt. -.-

J.Hort

Gäbe es weniger Krankenhauseinweisungen, wäre der Personalmangel nicht so groß.
———————-
Und welche Alternative sehen Sie zur Krankenhauseinweisung? Todkranke nicht mehr operieren zu wollen, wäre ich dabei.

@ um 20:52 von saschamaus75

„ Sie haben die Erpressersituation der Arbeitgeber erkannt.“
Und die Hetzsituation, die die Blödzeitung daraus fabrizieren würde käme auch noch hinzu …
Dagegen wäre die Hetze gegen Weselsky nur ein laues Lüftchen.

Weingasi 1

Am 13. Oktober 2021 um 20:31 von Anna-Elisabeth
@20:21 von weingasi1
//Dass das immer noch so sein soll, fällt mir schwer zu glauben, da doch offenbar buchstäblich Hände ringend nach Pflegekräften gesucht wird. Ich lese auch ständig grossflächige Anzeigen, in denen Krankenschwestern und Pflegekräfte mit unbefristeten Verträgen gesucht werden. Oft genug wird auch übertarifliche Bezahlung geboten.
————————-
Unbefristete Verträge sind bei uns auch nicht das Problem. Und ehrlich gesagt auch nicht die Bezahlung. Ich bin damit zufrieden. Es sind die Arbeitsbedingungen.

Am 13. Oktober 2021 um 20:45 von Magic.fire

Am 13. Oktober 2021 um 20:16 von weingasi1

Auch sie haben noch ein Punkt in der verwobenen Finanzwirtschaft über sehen, deshalb bitte nicht als Kritik verstehen nur als Ergänzung.
Das ist der nicht geringe Anteil der in Pflegeheimen bezahlt werden muss und ebenfalls stetig steigt
__
Das ist mir bewusst. Es ging aber in dem Beitrag, auf den ich Bezug nahm, darum, dass wenn man die Einzahlungen in die Pflegekasse auf die Pflegenden verteilt, jedem ein ein Gehalt von € 3.600,00 gezahlt werden könnte. Das was Sie jetzt meinen mit "dem Anteil der in den Heimen bezahlt werden muss" verstehe ich jetzt nicht.

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@Am 13. Oktober 2021 um 20:25 von Magic.fire

ja wo sind all die Ärzte und Schwestern. Werden sie mal in Schweden oder Schweiz krank und müssen ins Krankenhaus. Sie werden überrascht sein welche Dialekte man dort alles hört. Und nein es ist nicht in erster Linie das Geld was zum Verlassen der Heimat führte, es waren bei so gut wie bei allen die mich pflegten das Arbeitsumfeld und Klima der ausschlaggebende Punkt
________

nicht nur medizinisches Personal.

Ich beobachte schon seit einiger Zeit die norwegischen Stellenanzeigen (warum wohl???) und sehe immer wieder Gesuche nach sykepleier und lege (dürfte auf Schwedisch ähnlich heißen)

Einen Berufsartwechsel habe ich schon hinter mir und wenn es sein muß, würde ich dort auch beim McDonalds den Hof fegen.

@weingasi

Pflege und Altersheime bewohnen sie nicht auf Kosten des Staates, ich Drucke es mal so aus.

@Am 13. Oktober 2021 um 20:48 von Anna-Elisabeth

Es ist Gott sei Dank noch nicht überall ganz so schlimm. Ich wünsche mir aber Zustände, wo sich Patienten und Angehörige wieder sicher fühlen und Patienten kein schlechtes Gewissen bekommen, wenn sie auf Hilfe angewiesen sind und deshalb klingeln müssen.

____

Ich habe 3x in 30 Tagen geklingelt, da ging es mir wirklich so dreckig, daß So auf Mo um 1°° ein Bereitschaftsarzt von zuhause kam.

Sogar mein Essensgedeck hatte ich selbst abgeräumt, um jeglichen Mehraufwand meinerseits zu vermeiden.

Am 13. Oktober 2021 um 20:59 von Nelke785

Unbefristete Verträge sind bei uns auch nicht das Problem. Und ehrlich gesagt auch nicht die Bezahlung. Ich bin damit zufrieden. Es sind die Arbeitsbedingungen.
___
Das glaube ich Ihnen gerne. Vermutlich wären aber diese besser, gäbe es mehr Personal.
Ich habe lediglich mein Erstaunen über die Äusserung der Foristin@Anna-Elisabeth, die meinte, ein grosses Problem seien die unsicheren Arbeitsverhältnisse, da diese häufig nur befristet seien, nicht umgewandelt würden und der "Aushilfe-Pool" dadurch immer weiter ausgedünnt würde.
Ich war innerhalb der letzten 2 Jahre 3x wg. OP's im KH. Ich war immer zufrieden, das Personal war sehr nett und kam mir dort(!) nicht sehr gestresst vor. Vllt hatte ich nur Glück. Ach ja, ich bin kein Privatpatient, sondern freiwillig in der GKV.

@20:58 von nie wieder spd

>> Dagegen wäre die Hetze ["Blödzeitung"]
>> gegen Weselsky nur ein laues Lüftchen.

Sie schreiben mir (in diesem Fall: 'leider') aus dem Herzen. ;(

Weingasi 1

Ich war innerhalb der letzten 2 Jahre 3x wg. OP's im KH. Ich war immer zufrieden, das Personal war sehr nett und kam mir dort(!) nicht sehr gestresst vor. Vllt hatte ich nur Glück. Ach ja, ich bin kein Privatpatient, sondern freiwillig in der GKV.
————————-
Viele sind professionell genug, sich den Stress nicht anmerken zu lassen, aber vielleicht gibt es tatsächlich noch ruhigere Nischen.

Am 13. Oktober 2021 um 21:05 von Magic.fire

@weingasi

Pflege und Altersheime bewohnen sie nicht auf Kosten des Staates, ich Drucke es mal so aus.
__
Ich weiss immer noch nicht, was Sie meinen.
Es ist doch so :
Ein Platz im Pflegeheim kostet ca. € 6.000,00
der zu Pflegende erhält eine Rente 1.500,00
für den Rest kommen die P.-Vers. und sofern vorhanden, Gelder von unterhaltspflichtigen Angehörigen. Der Rest gegebenenfalls vom Sozialamt/Amt f. Senioren.
Die Beträge sind nur Beispiele !

Pflegebranche fordert höhere Löhne und Reformen...

Aber bei der Politik werden sie da auf taube Ohren stoßen. Denn die hält am bisherigen Kurs fest: Das Anfang der 2000er Jahre eingeführte Abrechnungssystem der Fallpauschalen begünstigt private Kliniken, die
mit kürzerer Patientenliegezeit und Lohndumping arbeiten. Während bestimmte sich lohnende Operationen stark zunahmen. Von 2007 bis 2015 die Zahl der Rückenoperationen um 71 Prozent, von 452.000 auf 472.000.......

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