Ihre Meinung zu: Vermisste Studenten in Mexiko: Warten auf Gerechtigkeit

25. September 2021 - 9:29 Uhr

Vor sieben Jahren verschwanden 43 Lehramtsstudenten in Mexiko. Bis heute ist ihr Schicksal nicht aufgeklärt. Die Hinterbliebenen glauben den Aussagen der Behörden nicht - und kämpfen weiter für Gerechtigkeit. Von Anne Demmer.

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Kommentare

Mexiko ist nicht Europa ...

.. 43 Familien, deren Freunde ec. sind keine Menge die Mexico zum Handeln zwingen könnte; besonders wenn staatliche Stellen beteiligt sein könnten oder die Taten zumindest geduldet haben könnten.
Ein Urteil aus der Ferne: Schwer möglich, alles nur unvollständig und vom "Hörensagen ".

Mexiko !

Ja es ist sehr traurig und für all die Familien eine Tragödie.
Leider ist dieses schöne Land irgend wie im Sumpf der extremen Kriminalität, in der anscheinend auch die Polizei, die Justiz und die Politik verwickelt ist. Wie überall geht es leider um zu viel Geld, das viele nur auf die Schnelle verdienen wollen, und dazu ist jedes Mittel recht.
In wie weit da alles verwoben ist, kann man aus der Ferne nicht wirklich feststellen , schon gar nicht beurteilen. Nur ist auch hier zu sehen, dass es Strukturen gibt, die nach ähnlichem Muster rücksichtslos vorgehen. Und dies in allen Schichten und Farben !
Der Mensch als schlimmstes Raubtier, in Vollendung !

So kann es nicht länger bleiben - und das nicht nur in Mexiko

Der Vater eines der „verschwundenen“ 43 Lehramtsstudenten: „Jetzt sind Jahre vergangen. Wir vermissen ihn. Wir sind traurig und wütend"

Für jeden nicht völlig Abgestumpften wohl nachvollziehbar..

„Der Fundort [eines Knochenfragments] widerspricht den Ermittlungen unter dem damaligen Präsidenten Peña Nieto. Seiner Regierung wirft (…) vom Menschenrechtszentrum Centro PRODH die Vertuschung der Geschehnisse vor“

Ganz offensichtlich zu Recht. Kein Wunder also, dass die Hinterbliebenen den Aussagen der Behörden nicht glauben.

In jedem Staat, in dem die Korruption „herrscht“, wird dieser Kampf aller Wahrscheinlichkeit nach nur gegen dessen Vertreter zu gewinnen sein. Wenngleich es sicherlich auch dort (in Behörden) viele ehrliche, angesichts der Gefahr der sie sich dabei aussetzen selbstlos und mutig für die Interessen aller ehrlichen Bürger kämpfende gibt. Nur leider aller Wahrscheinlichkeit nach unter den herrschenden Bedingungen auf verlorenem Posten.

Diese gilt es dringend zu ändern.

90.000 Vermisste sind das

90.000 Vermisste sind das erschütternd traurige Faktum dafür, dass in Mexiko Drogenkartelle und korrupte Politiker wie Beamte das Land im Würgegriff haben. Da geht es nicht um 'Hörensagen'. Skandalös ist, dass das System so abgeschlossen zu sein scheint, dass die konkreten Geschehnisse auch über Jahre hinweg nicht aufgeklärt werden konnten. Das zeigt, mit welch drastischen Konsequenzen all diejenigen zu rechnen haben, die sich an der Aufklärung beteiligen: Ihnen droht das gleiche Schicksal des grausamen Verschwindens.

10:30 von Nettie

In jedem Staat, in dem die Korruption „herrscht“, wird dieser Kampf aller Wahrscheinlichkeit nach nur gegen dessen Vertreter zu gewinnen sein.

Lobbyismus ist bereits eine Vorstufe von Korruption.

Sind wir gegen eine solche Gesellschaft gewappnet?

Drogenkartelle, die mit brutaler Gewalt eine Gesellschaft verwandelt haben. Mit Bestechung und Schmiergeld. Wenn das nicht hilft mit Drohung und Mord gegen Journalisten, Politiker, Staatsanwälte, Polizisten... auch gegen deren Kinder, Verwandte, Freunde.

Politik, Justiz, Informationsfreiheit, ausgehebelt. Und keine Aussicht, dass sich das wieder ändern könnte. Wer will da sich oder seine Verwandten tödlicher Gefahr aussetzten?

Solche sich anbahnenden Szenarien wurden hier schon beschrieben ( z.B. Artikel "Mit dem Segen mexikanischer Kartelle" ).

Könnte Europa eine solche schleichende Wandlung verhindern?

Ich bin da mehr als pessimistisch. Wenn erst mal genug Leute eingeschüchtert sind gibt es kein zurück mehr.

@10:54 von rareri

"Lobbyismus ist bereits eine Vorstufe von Korruption."

Lobbyismus ist lediglich eine Interessenvertretung und absolut legitim und sogar wichtig für eine Demokratie. Er sorgt nämlich dafür, dass alle Interessen bei politischen Entscheidungen vorgetragen und berücksichtigt werden. Problematisch wird es erst, wenn keine Transparenz herrscht. Und wenn sich Politiker kaufen lassen, so sind diese korrupt und nicht die Lobbyisten. Und im vorliegenden Fall haben Drogenkartelle bestimmt keine Lobby. Die haben nur sehr viel Geld und dieses korrumpiert häufig.

12:56 von mispel

Problematisch wird es erst, wenn keine Transparenz herrscht. Und wenn sich Politiker kaufen lassen, so sind diese korrupt und nicht die Lobbyisten.

Und dies meinte ich mit Vorstufe.

Ich denke aber, dass es genügend Fachkräfte in den Ministerien geben sollte, um sich die Interessensvertreter gerade des Großkapitals zu ersparen.

Re : SinnUndVerstand !

Ja, es ist echt traurig und beschämend. Ein Problem sind all die Personen, die bei einem Machtwechsel nicht ausgetauscht werden, sondern weiter ihre Posten in den unteren bis mittleren Rängen halten. Da sind viele Beamte bei der Polizei, dem Zoll und noch anderen Behörden, die anscheinend weiter ihre Korruption betreiben können. Und natürlich all die Kartelle, die eh mit brutalsten Methoden ihre Vorherrschaft durchziehen. Wie überall geht es um sehr viel Geld, Macht und Einfluss, um das ganze System zu erhalten.
Es gibt leider noch andere Ländern, wo es kein Stück besser zugeht. Auch da wird ein korrupter Machtapparat aufgebaut, und skrupellos durch gezogen !

Vermisste Studenten in Mexiko: Warten auf Gerechtigkeit...

Die Studenten wurden mit Gewehren erschossen, die von der Firma Heckler & Koch nach Mexiko exportiert wurden. Wie gelangten diese Waffen in die Hände von Banden ? Denn geliefert wurden sie ursprünglich an die Polizei und das Militär.

Der Schlüssel heißt BILDUNG

Wenn über Generationen hinweg Menschen immer ungebildeter sind, weil man an der Ausbildung guter Lerhrer und guter Lehrerinnen spart, Kinder nicht zur Bildung "zwingt", wedden Gesellschaften leicht manipulierbar (UK, USA und auch immer mehr ganz Europa), leichtgläubig und de facto chancenlos. Mexico, Peru, Equador, Kolumbien und mehr und mehr auch Brasilien sind - wenn nicht failed states - so doch wenigstens " lost states". Keine Erziehung, Verrohung, keine Bildung, jeder gegen jeden. Drogenkartelle übernehmen die "Staatlichkeit" und es wird Generationen brauchen, solche Länder wieder aufzubauen. Aber auch daran besteht heute kaum noch Interesse. Acapulco war bis in die 1980er ein echter Touristenmagnet und ein Name für Schlager und Popsongs. Sogar das "Love Boat" "ankerte" dort oft. Anno 2021 eine absolute No-Go-Area, bei dem das Militär mit Luftlandetruppen Polizei und Justiz wegsperren musste. Das Kind ist im Brunnen, und selbst Kinder werden zu tausenden zu Mördern

@13:34 von rareri

"Und dies meinte ich mit Vorstufe."

Es ist aber keine Vorstufe, da Korruption auch ohne Lobbyismus existiert. Das sieht man doch nicht nur in Mexiko, sondern auch in vielen anderen Ländern. Und nur weil es Lobbyisten gibt, bedeutet das nicht, dass es auch Korruption gibt, denn der Lobbyist muss auch bestechen wollen und ein Politiker muss sich bestechen lassen. Voraussetzung für Korruption ist nur die Schwäche des Menschen, der sich korrumpieren lässt.

@Nettie um 10:30 Uhr

"In jedem Staat, in dem die Korruption „herrscht“, wird dieser Kampf aller Wahrscheinlichkeit nach nur gegen dessen Vertreter zu gewinnen sein. Wenngleich es sicherlich auch dort (in Behörden) viele ehrliche, angesichts der Gefahr der sie sich dabei aussetzen selbstlos und mutig für die Interessen aller ehrlichen Bürger kämpfende gibt. Nur leider aller Wahrscheinlichkeit nach unter den herrschenden Bedingungen auf verlorenem Posten.
Diese gilt es dringend zu ändern."

Dafür würde es nicht einmal ausreichen, sämtliche Angehörige aller mexikanischen Drogenkartelle einzusperren.
Der Markt (der angeblich immer alles wunderbar regelt) wird bleiben, so lange nicht ein besseres globales Gesellschaftssystem Einzug hält, wird in den Metropolen der Welt, insbesondere in den USA, und dort speziell in New York, der Bedarf an tödlichen Drogen, die in ganz Lateinamerika angebaut werden, immer größer werden.

@ watte - nein falsch

Das ist eine Mär, die politisch einfach gestrickt und dennoch falsch ist. Ich kann hier aufgrund der Zeichenbeschränkung nicht auf alles eingehen. Aber die Chancenlosigkeit ist schon mit der Geburt fest zementiert und nur die brutale Gewalt "bringt einen weiter", so das Gefühl und die erlebte Realität. Polizei und Staatsanwalt, Richter und Richterinnen, Politik,- alles durchtränkt mit Drogenkartellen. Und das gesamte System ist mittlerweile betroffen. Begonnen hat das alles schleichend, mit dem Schlagwort " keine Chancen auf Arbeit". Es gibt viele gute TV-Dokumentationen über Süd- und Mittelamerika / Slums. Erpressungen, Entführungen und dazu dann die Morde sind heute "Tagesgeschäft". Täter sind heute Jugendliche und junge Erwachsene.

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