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Nicht nur Künstler müssen da wegziehen

Auch andere Menschen müssen aus New York wegziehen, wenn sie sich diese Stadt nicht mehr leisten können.

Nicht an allem ist Corona schuld

Viele Künstler konnten sich schon vor Corona keine Miete in New York mehr leisten.

12:31, Mäuse-Hero

>>Nicht an allem ist Corona schuld
Viele Künstler konnten sich schon vor Corona keine Miete in New York mehr leisten.<<

Das ist natürlich richtig. Durch den seuchenbedingten Einnahmeausfall können sich aber immer weniger Künstler die Großstadtmieten noch leisten. Wer sich noch an die 70er Jahre erinnert, weiß, was da verloren geht, nicht nur in New York.

Mittlerweile bin ich meinem Hauswirt in Neukölln fast dankbar, daß er unsere Künstler-WG hat zwangsräumen lassen. So habe ich eine finanzielle Sorge weniger. Natürlich schlecht für die Kollegen, denen ich für eine mehr oder weniger symbolische Miete ein Obdach bieten konnte. Vor Coronazeiten verdiente ich nämlich durchaus ziemlich gut. Jetzt wohne ich auf dem Lande, in einer ererbten Immobilie. Besser konnte es mich kaum treffen. Denn was will ich in der Stadt? Das gesamte kulturelle Leben ist zum Erliegen gekommen. Ich wage mal die Voraussage, daß sich in Zukunft schon aus Kostengründen viel mehr auf dem Lande abspielen wird.

Stille über New Yorks Kunstszene....

Das wird so sein, wie fast überall auf der Welt: Betroffen ist existenziell die Kulturbranche, Kinos, Ausstellungen.
Andere dagegen sind Krisengewinner.

Während sich schon zu Beginn der Pandemie 60 Mitarbeiter im Amazon Fulfillment-Center in New York-City infizierten, stieg der Umsatz im ersten Quartal im Vergleich zum Vorjahresergebnis um 26 Prozent. Auf 75,5 Milliarden Dollar.

12:26 von Mäuse-Hero

«Nicht nur Künstler müssen da wegziehen.
Auch andere Menschen müssen aus New York wegziehen, wenn sie sich diese Stadt nicht mehr leisten können.»

Dies geschieht ja auch in gar nicht geringem Ausmaß. Entweder ziehen sie aus der Stadt New York heraus im Bundesstaat New York um. Oder in die angrenzenden kleineren Bundesstaaten in eher ländliche Regionen.
Gerne an die Küsten von New Hampshire oder Connecticut.

Und überall dort stiegen Grundstücks- und Immobilienpreise in den letzten Monaten deutlich an. Inzwischen nicht selten bereits zu teuer für "Einheimische" aus den ländlichen Wohnlagen, die einst für New Yorker als Wohnsitz nicht attraktiv waren .

"Diese ländliche Umverteilung" hätte kaum stattgefunden, wäre der Corona nicht gekommen. So mancher Ex-New Yorker findet anders wohnen gar nicht so übel.

So mancher, der einst ohne Ex-New Yorker vor der eigenen Haustür war.
Findet das ganz ausgesprochen übel.

Unheimliche Stille

"(...) mussten New York verlassen, weil sie ihre Miete nicht mehr zahlen konnten"

Jeder, der es sich ohne Weiteres leisten kann, solche Zwangslagen zu verhindern (nicht nur bei Künstlern!), sollte es tun.

"Doch die Theater haben rund eineinhalb Milliarden Dollar an Einnahmen verloren. Teure Produktionen lohnen sich für die meisten erst, wenn die Häuser wieder ausverkauft werden dürfen"

Da Kunst ein elementarer Teil des gesellschaftlichen Lebens ist, bedeutet das nichts anderes, als dass nicht nur der Lebensunterhalt der im künstlerischen Bereich Tätigen, sondern auch der jedes Einzelnen, der am gesellschaftlichen Leben teilnimmt, egal ob in aktiver, gestaltender Form oder in passiver als Publikum und Besucher - also die Gesellschaft als solche - von denen abhängt, die nicht nur über Geld verfügen (unabhängig davon ob dieses redlich verdient wurde oder nicht), sondern auch bereit sind, es zu geben. Und zwar zu von ihnen vorgegebenen Bedingungen bzw. nach rein persönlichen Kriterien.

14:38 von Bernd Kevesligeti

«Während sich schon zu Beginn der Pandemie 60 Mitarbeiter im Amazon Fulfillment-Center in New York-City infizierten, stieg der Umsatz im ersten Quartal im Vergleich zum Vorjahresergebnis um 26 Prozent. Auf 75,5 Milliarden Dollar.»

Es ist völlig logisch, und war auch zwangsläufig zu erwarten, dass die Umsätze im Versandhandel (sehr) ansteigen, wenn die Läden im Stationären Handel in den Städten geschlossen sind.

Nicht alle müssten alles bei Amazon zur Lieferung bestellen. Es gibt auch andere Versandhändler. Auch Einzelhändler bieten gar nicht so selten den Service von Online-Bestellung + Lieferung oder Abholung to go an (Buchhändler auch). Dies wird aber nicht so häufig genutzt, weil bei Amazon ordern für viele bequemer ist.

Dies macht Arbeitsbedingungen bei Amazon nicht besser. Es ist nun mal so, dass sehr viele bei Amazon bestellen, und an Arbeitsbedingugen ändert sich nichts.

Kürzlich sah ich TV-Werbug für Puzzles.
Ich traute meinen Augen kaum.
Wo die wohl bestellt werden …?

14:21 von fathaland slim

«Jetzt wohne ich auf dem Lande, in einer ererbten Immobilie. Besser konnte es mich kaum treffen. Denn was will ich in der Stadt? Das gesamte kulturelle Leben ist zum Erliegen gekommen. Ich wage mal die Voraussage, daß sich in Zukunft schon aus Kostengründen viel mehr auf dem Lande abspielen wird.»

Aber wenn sich Kulturelles auch an Darbietungsstätten "wieder erholt". Noch sehe ich nicht, wann es wieder so weit sein könnte, dass bspw. auch Sie wieder in Clubs & Co. Piano spielend, und evtl. dazu singend auftreten können.

Dann sind die mehr, die größeren, die für Künstler wichtigeren Bühnen mit mehr Zuhörern / Zuschauern doch weiterhin noch in den Städten. Wo Künster i.d.R. auch mehr Geld verdienen können … als an Lokalitäten auf dem Land.

In New York City aktuell "unbespielter" Broadway bleibt ja in New York.
Casino + "The Strip" mit Varieté-Vorführungen wie in Las Vegas bleibt in Las Vegas. Moulin Rouge bleibt in Paris in der Innenstadt.

"DEU verlagert sich nicht ländlich" … ?!

von schabernack 15:14

Ergänzend dazu: Beschäftigte des Fulfilment Center in Staten Island gingen im Juni vor Gericht. Sie wollten Amazon auf die Einhaltung von Hygienestandards verklagen ("Amazon vor Gericht", von Bernd Müller) .

@fathaland slim um 14:21

> Ich wage mal die Voraussage, daß sich in Zukunft schon aus Kostengründen viel mehr auf dem Lande abspielen wird.<

Das Problem der Geringen Bevölkerungsdichte bleibt bestehen.
Damit das des für ein Auskommen zu kleinen Publikums für Bühnenkünstler jeder art genau wie das des geringen Austausches mit "seinesgleichen".
Auf Tour gehen lohnt sich erst wenn die Booker einem auch Geld dafür bieten, ansonsten bedeutet es nur das selbe wie für Pendler: Die niedrigere Miete wird durch Transportkosten aufgewogen.
Das Kunst und Kultur schon immer vor allem in der Stadt stattfanden hatte nie "Lifestyle" oder Ideologie - Gründe: es ist einfach der einzig Mögliche Ort dafür...zumindest für den Nachwuchs; hat man "es geschafft" kann man sicher auch vom Land aus weitermachen.

15:14 von schabernack

und nur nebenbei, wenn ich das hier denn sagen darf. ich bestellte im nov. einen duft bei douglas. die lieferung ging verloren (kann vorkommen) aber der service war so grottig schlecht. keine zweite lieferung möglich, nur neubestellung ohne singledayrabatt. habe dann über eine freundin, die auch was bei amazon kaufte, dort bestellt (erst ab 29€ kostenfrei) amazon hätte selbstverständlich nachgeliefert zum bestellten preis.

15:32, schabernack @14:21 von fathaland slim

>>Aber wenn sich Kulturelles auch an Darbietungsstätten "wieder erholt". Noch sehe ich nicht, wann es wieder so weit sein könnte, dass bspw. auch Sie wieder in Clubs & Co. Piano spielend, und evtl. dazu singend auftreten können.

Dann sind die mehr, die größeren, die für Künstler wichtigeren Bühnen mit mehr Zuhörern / Zuschauern doch weiterhin noch in den Städten. Wo Künster i.d.R. auch mehr Geld verdienen können … als an Lokalitäten auf dem Land.

In New York City aktuell "unbespielter" Broadway bleibt ja in New York.
Casino + "The Strip" mit Varieté-Vorführungen wie in Las Vegas bleibt in Las Vegas. Moulin Rouge bleibt in Paris in der Innenstadt.<<

Sicherlich, die kommerzielle Kulturszene, also die, wo große Umsätze gemacht werden, wird sich gewiss wieder erholen.

Das ist aber nicht wirklich der Humus, auf dem Kreativität wächst. Das war immer schon die sogenannte "Off-Szene", von mehr oder weniger genialischen armen Schluckern bevölkert. Von dort kam und kommt die Inspiration.

15:39 von Bernd Kevesligeti

Zitat:"Ergänzend dazu: Beschäftigte des Fulfilment Center in Staten Island gingen im Juni vor Gericht. Sie wollten Amazon auf die Einhaltung von Hygienestandards verklagen ("Amazon vor Gericht", von Bernd Müller) ."

Und was ist dabei herausgekommen? Und was hat Ihr Beitrag mit dem Artikel zu tun? Damit wir uns recht verstehen: Ich kaufe prinzipiell nichts bei Amazon. Aber Amazon ist ein Thema und die Kulturszene im New York ein anderes.

15:54, Der Lenz @fathaland slim um 14:21

>>Das Kunst und Kultur schon immer vor allem in der Stadt stattfanden hatte nie "Lifestyle" oder Ideologie - Gründe: es ist einfach der einzig Mögliche Ort dafür...zumindest für den Nachwuchs; hat man "es geschafft" kann man sicher auch vom Land aus weitermachen.<<

Die Großstadt hat einen immensen Vorteil: Sie zieht kreative Menschen aus aller Herren Länder an, was einen großartigen Austausch zur Folge hat.

Voraussetzung dafür ist allerdings, daß diese Menschen es sich auch leisten können müssen, in der Stadt zu leben. Das war in Berlin beispielsweise bis vor etwa zehn, fünfzehn Jahren noch möglich. Mittlerweile ist es wirklich schwer.

Ich habe immer mein Geld "on the road" verdient. Oft bei kleinen, rührigen Provinz-Kulturinitiativen. In Berlin wohnte ich aus Gründen der Inspiration.

Kein Problem allein der Pandemie

Das Problem mit den stark steigenden Mieten haben Millionen in Deutschland und der ganzen Welt auch ohne Pandemie. Da ist es aber kaum ein Thema. Da ist es ein Phänomen aus dem Umfeld des Begriffs GIER.

@ fathaland slim um 16:16

>Das ist aber nicht wirklich der Humus, auf dem Kreativität wächst. Das war immer schon die sogenannte "Off-Szene", von mehr oder weniger genialischen armen Schluckern bevölkert. Von dort kam und kommt die Inspiration.<

Stimmt
Und gerade dieser Humus ist auf Austausch angewiesen; und auf "Laufkundschaft". Das ist auf dem Land schwierig.

15:59 von Wilhelm Schwebe / @schabernack

«… ich bestellte im nov. einen duft bei douglas. die lieferung ging verloren (kann vorkommen) aber der service war so grottig schlecht. keine zweite lieferung möglich … habe dann über eine freundin, die auch was bei amazon kaufte, dort bestellt (erst ab 29€ kostenfrei) amazon hätte selbstverständlich nachgeliefert zum bestellten preis.»

Keine Frage von Zweifel.
Service und Kulanz sind bei Amazon gut bis mega-gut.

Können die sich bestens leisten bei dem hohen Umsatz.
Macht verständlicherweise auch sehr was aus bei Bereitschaft von Kunden, wo man was kaufen soll, was es bei verschiedenen Anbietern zu kaufen gibt.

Douglas als auch eher große Ladenkette im Bereich Düfte & Co. & so.
Tut sich gar keinen Gefallen, wenn man Kunden (so wie bei Ihnen geschehen) verprellt.

Geht man auf ein Konzert (viel Geld bezahlt). Oder Comedy, oder andere Darbietung. Spult der Interpret dann nur ein Kurzzeit-Programm lustlos ab, und verschwindet ohne Zugabe.

Mag man den dann auch nicht mehr leiden …

Gesundschrumpfen?

,,Die Besucher, die jetzt wiederkommen, haben gemerkt - gerade in der Zeit, in der sie das MET nicht besuchen konnten - was das Museum eigentlich für sie bedeutet. Und insofern sind die Besucher jetzt noch viel aufmerksamer, noch viel intensiver dabei, wenn sie durch unsere Galerien gehen."

Diese Worte könnten gut für die ganze Krise stehen und deshalb lasse ich sie, vom Verursacher losgelöst stehen. Kunst kann ohne die sich besonders in den Metropolen aufdrängende Energie der Konflikte und Widersprüche, die so viele Menschen zwischen Tod und Geburt zwischen- und durcheinanderwirft, nicht leben außer vielleicht in permanent selbstbezogen lähmender Reproduktion ihrer gestalteten Inhalte. Gut daran ist, daß sie sich schon jetzt neu erfinden muß. Die Abnehmer und Genießer jedenfalls sind schon dabei. Wenn Chöre, Orchester und Ensembles gemeinhin noch eine Zeit lang finanziell unterstützt werden könnten, dürfte es interessante Formen eines neuen Miteinanders auch im Kreativen geben.

16:16 von fathaland slim

Sicherlich, die kommerzielle Kulturszene, also die, wo große Umsätze gemacht werden, wird sich gewiss wieder erholen.
Das ist aber nicht wirklich der Humus, auf dem Kreativität wächst. Das war immer schon die sogenannte "Off-Szene", von mehr oder weniger genialischen armen Schluckern bevölkert. Von dort kam und kommt die Inspiration.

Ich habe keine Ahnung, wie sich das in den nächsten Jahren entwickeln wird. Aber ich vermute, dass Kunst und Kultur wieder klein anfangen werden, gerade weil es die genial(isch)en armen Schlucker sind, deren Kreativität so oft unkaputtbar ist.

Die spielen auch vor 20, 30 oder 50 Leuten, verdienen das Abendessen und den Sprit für den Bully.

Und ich glaube, dass es TV-Formate geben wird, welche genau diesen Leuten eine Bühne geben.

@ fathaland slim um 16:22

>Voraussetzung dafür ist allerdings, daß diese Menschen es sich auch leisten können müssen, in der Stadt zu leben. Das war in Berlin beispielsweise bis vor etwa zehn, fünfzehn Jahren noch möglich. Mittlerweile ist es wirklich schwer.<

Ja nun, damit stehen die Künstler ja nicht alleine und die Enteignungsinitiative hat verdammt gute Umfragewerte - in einer Stadt der weit unterdurchschnittlichen Einkommen die zum Spekulation-Eldorado erklärt wurde ist das auch kein Wunder...wobei das Umland jetzt langsam auch drann ist zumal "wer es sich leisten kann" mittlerweile wieder ins Grüne will...schon wegen der Kinder, und die Internationalen Anleger haben von Rainald Grebe noch nie was gehört und denken eh bloß "Deutschland, Hauptstadt-nah, sichere Anlage".

Habe Betreiber kleiner Kultureinrichtungen auf dem Land in der Familie:
Die gehen Arbeiten um die betreiben zu können..schwierig daran ist das Gewinne machen Vorschrift ist.

von Peter Meffert 16:19

Nun, mit der Kulturszene hat das nichts zu tun. Mit der Pandemie und New York schon. Und Artikel auf deutsch, die sich mit dem Ausgang des Verfahrens beschäftigten sind nicht zu finden.....

Ohne Kunst und Kultur ist ...

... es schon arg still.
Ein paar Online-Angebote von Museen wie Guggenheim oder Opernhäusern mit alten oder neuen Aufzeichnungen.

Museen haben es m.E. etwas leichter,
den Besucherstrom zu reduzieren als anderen Kulturstätten.

Außerdem gibt es eine weltweite Salomon-Guggenheim-Foundation, die den Museen (N.Y., Bilbao, Venedig, ...) hilft zu
überleben.

Für staatliche Museen in Deutschland wie für andere Groß- und Kleinkunst alles wesentlich schwieriger.

Für Musiker wäre Video on Demand mit Gebühr eine Möglichkeit (wie z.B. Bayrische Staatsoper)

16:16 von fathaland slim / @schabernack

«Sicherlich, die kommerzielle Kulturszene, also die, wo große Umsätze gemacht werden, wird sich gewiss wieder erholen.
Das ist aber nicht wirklich der Humus, auf dem Kreativität wächst. Das war immer schon die sogenannte "Off-Szene", von mehr oder weniger genialischen armen Schluckern bevölkert. Von dort kam und kommt die Inspiration.»

Dies ist sicherlich so … und dies wollte ich auch gar nicht in Frage stellen.

Meine beiden Lieblings-Interpreten der Musikszene (Little Axe & Lee Scratch Perry) gehören auch nicht zu denen, die regelmäßig No. 1 Hits in den Charts landen, oder Mio. von Tonträgern verkaufen (nun: "Song-Abrufe" bei Spotify). Musik machen sie seit Jahrzehnten.

Carolin Kebekus begann auf der Bühne im "Waschsalon" beim WDR.
Dort sah ich sie 1st time live. Ist ja auch so'ne "Kreativstation für Arme Schlucker". Manche werden irgendwann weiter bekannt … oder auch nicht.

Sie verdienen wahrscheinlich auch mehr Geld.
Wenn Sie an größeren Spielstätten in Städten auftreten ?!

16:35, Der Lenz

>>@ fathaland slim um 16:16
>Das ist aber nicht wirklich der Humus, auf dem Kreativität wächst. Das war immer schon die sogenannte "Off-Szene", von mehr oder weniger genialischen armen Schluckern bevölkert. Von dort kam und kommt die Inspiration.<

Stimmt
Und gerade dieser Humus ist auf Austausch angewiesen; und auf "Laufkundschaft". Das ist auf dem Land schwierig.<<

Da haben Sie natürlich Recht.

Es gab aber auch früher Künstler-Wohngemeinschaften, "Landkommunen" die als Magnet wirkten und Geschichte geschrieben haben. Worpswede, Großenkneten, Celle oder, in jüngerer Zeit, das Wendland.

Trotzdem gibt es selbstverständlich keinen Ersatz für die Inspiration durch eine internationale Großstadt wie etwa Paris, London, New York oder Berlin.

@Thomas D. um 16:45

>gerade weil es die genial(isch)en armen Schlucker sind, deren Kreativität so oft unkaputtbar ist.<

Nee
Es steht nur schon der nächste auf der Bühne wenn der davor kaputgespielt ist... oder einfach von den zwängen des Lebens woanders hin gespült wurde, weil die Miete ansteht, denn kalte Finger spielen schlecht, der Strom im Winter besser wieder angeschaltet sein sollte, eine Krankenkasse währe auch mal nett, und dann währe da noch ein Kind im Anmarsch...
Das Publikum kriegt davon allerdings nicht viel mit, nur das Gesicht des Kellers kommt ihnen bekannt vor.

16:45, Thomas D. @16:16 von fathaland slim

>>Ich habe keine Ahnung, wie sich das in den nächsten Jahren entwickeln wird. Aber ich vermute, dass Kunst und Kultur wieder klein anfangen werden, gerade weil es die genial(isch)en armen Schlucker sind, deren Kreativität so oft unkaputtbar ist.

Die spielen auch vor 20, 30 oder 50 Leuten, verdienen das Abendessen und den Sprit für den Bully.<<

Ich habe vor weit über vierzig Jahren so angefangen. Es gab am Abend durchschnittlich hundert Mark. Meine Miete belief sich auf hundertfünfundzwanzig Mark. Wenn ich jedes Wochenende spielte, dann konnte ich bestens leben. Wenn ich so etwas heute einem jungen Musiker erzähle, dann kriegt der vor Fassungslosigkeit stundenlang den Mund nicht wieder zu.

>>Und ich glaube, dass es TV-Formate geben wird, welche genau diesen Leuten eine Bühne geben.<<

Beispielsweise YouTube. Durchaus eine Chance, bekannter zu werden. Geld verdient man da aber eher nicht. Außer man ist "Influencer".

16:56, schabernack

>>Meine beiden Lieblings-Interpreten der Musikszene (Little Axe & Lee Scratch Perry) gehören auch nicht zu denen, die regelmäßig No. 1 Hits in den Charts landen, oder Mio. von Tonträgern verkaufen (nun: "Song-Abrufe" bei Spotify). Musik machen sie seit Jahrzehnten.<<

Lee "Scratch" Perry habe ich vor ein paar Monaten in meinem türkischen "Frühstückscafé" in Berlin getroffen. Mein Lebenspartner wohnt seit unserer Räumung bei Eric D. Clark, den Sie vielleicht aus Köln kennen. Eric war in den 90ern sozusagen die Kölner House-Szene in Person. Er produzierte gerade Aufnahmen mit Lee Perry, der ja passenderweise in Einsiedeln in der Schweiz lebt, und so hatte ich das große Vergnügen, diesen hochexzentrischen Menschen kennenzulernen.

So etwas passiert nur in der Großstadt.

16:52 von Der Lenz @ fathaland slim um 16:22

...und die Enteignungsinitiative ....zum Spekulation-Eldorado erklärt wurde...

Das Schicksal einiger KünstlerInnen in verschiedenen Städten ist wohl, dass genau deren Wirken ein Viertel zu interessant für andere Menschen machen, die es dann zum Leben dort hinzieht. Und so wird ein Stadtteil so angesagt, dass die Mieten aufgrund der Nachfrage steigen und die nicht so betuchten BewohnerInnen verdrängt werden. Dabei macht doch eigentlich eine Mischung ganz unterschiedlicher (kreativer) Menschen den Charme eines Viertels aus.

Habe Betreiber kleiner Kultureinrichtungen auf dem Land in der Familie:
Die gehen Arbeiten um die betreiben zu können..schwierig daran ist das Gewinne machen Vorschrift ist.

Gibt es nicht auch eine Vorschrift, dass Vermieter nicht zu wenig Miete nehmen dürfen? Beides Blödsinn. Vielleicht kann im Zuge der derzeitigen Situation über Veränderungen nachgedacht werden.

@ schabernack, um 15:14

re 14:38 von Bernd Kevesligeti

Nur eben eine Bemerkung zu ortsansässigem Händler vs. Internethändler:

Anfang Dezember ging ich zu einem hiesigen Sportgeschäft, um mir eine bequeme Sporthose zu kaufen.
Ich fand sie auf Anhieb, weil ich die gleiche in den letzten 4 Jahren schon 2x dort gekauft hatte.
Jedesmal war der Preis genau 10,- € höher als davor, diesmal 39,90.
“Naja“, dachte ich, “haste wenigstens den ortsansässigen Handel unterstützt.“

Zu Hause habe ich den Namen des Hosenherstellers gegoogelt, nach 2 clicks hatte ich sie. Preis: 17,49.

Und mein Händler bekommt sie garantiert für 12 oder 13 €.
Auch wenn er mehr Kosten hat - die Spanne ist doch happig.

@schabernack, 16:56 (re 16:16 von fathaland slim / @schabernack)

"Carolin Kebekus begann auf der Bühne im "Waschsalon" beim WDR.
Dort sah ich sie 1st time live. Ist ja auch so'ne "Kreativstation für Arme Schlucker". Manche werden irgendwann weiter bekannt … oder auch nicht.

Die wurde auf jeden Fall "weiter bekannt", und das meiner Meinung nach völlig zu recht, weil ihre Darbietungen nicht nur immensen Unterhaltungswert haben, sondern auch immer wieder "ins Schwarze" treffen. Hier ein gutes Beispiel: daserste.de/unterhaltung/comedy-satire/carolin-kebekus-show/videos/Wissenschaftler-haben-auch-Gefuehle-Outtakes-video-100.html

16:52, Der Lenz @ fathaland slim um 16:22

>>Habe Betreiber kleiner Kultureinrichtungen auf dem Land in der Familie:
Die gehen Arbeiten um die betreiben zu können..schwierig daran ist das Gewinne machen Vorschrift ist.<<

Viele lösen dieses Problem, indem sie einen e.V. gründen.

17:05 von fathaland slim

«Beispielsweise YouTube. Durchaus eine Chance, bekannter zu werden. Geld verdient man da aber eher nicht. Außer man ist "Influencer".»

Geld scheinen Musiker als Künster auch bei "Spotify" oder anderen ähnlichen Musik-Streaming-Portalen nicht tatsächlich zu verdienen.

Als ich mich dort vor einigen Jahren als Non-Paying-User anmeldete (für die Dienste von Spotify wie Download oder Radio). Habe ich mal nachgeschaut, was Interpret (x) von Spotify bekommt, wenn ich mir 1 Song vom Interpet anhöre.

Irgendwas mit 0,xx Cent pro Song.
Wie viel genau … habe ich vergessen.
An die 0,xx Cent dachte ich auch, als ich mit erstmals einige Songs von Ihnen von den dort zu findenden Veröffentlichungen Ihner Musik anhörte.

Die Klick-Zahlen, die man ja immer zu den 10 meist gehörten Songs jedes Interpreten findet. Sagen was zum Klick … aber nix zur Qualität.

Little Axe hat kaum mehr gezählte Klicks wie die, die man bei Ihnen in der Liste sehen kann. Macht bekannt evtl. … aber kein Geld im Beutel.

17:23, Kaneel

>>Das Schicksal einiger KünstlerInnen in verschiedenen Städten ist wohl, dass genau deren Wirken ein Viertel zu interessant für andere Menschen machen, die es dann zum Leben dort hinzieht. Und so wird ein Stadtteil so angesagt, dass die Mieten aufgrund der Nachfrage steigen und die nicht so betuchten BewohnerInnen verdrängt werden. <<

Genau das ist mit meinem nordneuköllner Kiez passiert.

@schabernack um 16:56

Lee Perry Verdiente sein Geld vor allem als der Star unter den Studiotechnikern seiner Zeit: damit war er und seine Kunst auf mehr Hit-Scheiben zu hören als die Berühmtheiten die ihn bezahlten geh hatten.
Ausser Besserwisserei ist dies auch eine schöne Überleitung, denn an den Künstlern in der ersten Reihe hängen noch viel mehr Arbeitsplätze in der zweiten, dritten und vierten Reihe. Manche prekär, andere, bis Corona, mit einem Stattlichen Einkommen gesegnet, und das umfasst fast jeden Berufsstand: ein Veranstaltungshaus hat natürlich einen Hauselektriker, Tischler im Bühnenbau....

17:32 von Nettie / @schabernack

«[Carolin Kebekus] wurde auf jeden Fall "weiter bekannt", und das meiner Meinung nach völlig zu recht, Hier ein gutes Beispiel: daserste.de/unterhaltung/comedy-satire/carolin-kebekus-show/videos/Wissenschaftler-haben-auch-Gefuehle-Outtakes-video-100.html»

Oh ja … der Sketch ist ganz toll prima und sehr treffend.

Liegt aber auch daran, dass die tatsächliche Wissenschaftlerin, die im Sketch die Wissenschaftlerin spielt, auch sehr zum Gelingen beiträgt.

Die junge Frau mit der vietnamesischen Abstammung + dem vietnamesischen Namen … der mir momentan aber leider nicht einfällt.

@Kaneel um 17:23

>Gibt es nicht auch eine Vorschrift, dass Vermieter nicht zu wenig Miete nehmen dürfen? <

Interresanterweise ja.

In Berlin (ich glaube Mitte) wurde deshalb der Besitzer eines Hauses der im selbigen wohnte und die Miete nie "Anpasste" sondern eher auf ein gutes miteinander wert legte vor Gericht wegen Steuerhinterziehung verknackt; weil er eben mehr verdienen könnte, nachdem um ihn rum die Mieten durch die Decke gegangen waren, und er dafür mehr Steuern hätte zahlen müssen.

>Vielleicht kann im Zuge der derzeitigen Situation über Veränderungen nachgedacht werden.<

Hmm, ja, gute Idee.
Nur bräuchte es dafür zumindest eine Anpassung des Bundes-Mietgesetzes, das ja Landesregeln bricht in die andere Richtung als die letzten Anpassung.
Sozialdemokratische Positionen in der Regierung könnten...moment! War da nicht?...Nein, nichts gar nichts, nichts zu sehen hier, gehen sie weiter....

Nicht nur New York

Das Problem trifft alle großen Städte. Ich denke, es wird auch kein „zurück“ geben. Natürlich werden alle staatlich subventionierten kulturellen Einrichtungen wieder öffnen, aber der „Kahlschlag“ der kleineren Häuser ist bleibend. Überschuldet, gekündigter Mietvertrag, da erholen sich viele nicht. Ich denke, den meisten ist es auch egal, Kultur findet im Fernsehen statt.

@fathaland slim um 17:34

>Viele lösen dieses Problem, indem sie einen e.V. gründen.<

Ist nicht ganz so einfach..es gibt Tausend gute Gründe diesen Weg nicht zu gehen: einen Künstler zu Borken der das Budget sprengt weil man es will ist nur einer davon; Anmietung von Räumlichkeiten die dann bestimmte Kriterien erfüllen müssen, Abstimmung mit den anderen Vereinsmitgliedern ( zwei sind nicht genug) zählen auch dazu...

Daher ist dieser Weg nicht für jeden Praktikabel

17:40 von fathaland slim 17:23, Kaneel

>>Das Schicksal einiger KünstlerInnen in verschiedenen Städten ist wohl, dass genau deren Wirken ein Viertel zu interessant für andere Menschen machen, die es dann zum Leben dort hinzieht. Und so wird ein Stadtteil so angesagt, dass die Mieten aufgrund der Nachfrage steigen und die nicht so betuchten BewohnerInnen verdrängt werden. <<

Genau das ist mit meinem nordneuköllner Kiez passiert.

Als Sie vor Monaten einmal darüber schrieben, hat mich Ihre Situation wütend gemacht, weil ich so etwas himmelschreiend ungerecht finde. Sie hatten dort Ewigkeiten gewohnt, wenn ich mich recht entsinne. Bin froh, dass Sie sich mit der Situation arrangieren konnten.

17:29 von harry_up

«Nur eben eine Bemerkung zu ortsansässigem Händler vs. Internethändler: … ging ich zu einem hiesigen Sportgeschäft, um mir eine bequeme Sporthose zu kaufen … schon 2x gekauft … immer 10 € teurer … Händler kriegt sie für 12 oder 13 € … Spanne ist doch happig.»

"Als ich noch die TV-Objektive von den Japanern an den Mann bringen + erklären sollte". Da war es so:

Es gab einen "Herstellungspreis" all incl. mit Transport aus Japan / Zoll / "Handling" & Co. "Listenpreise" gab es auch. Die waren immer mind. 200% … meist 250% … manchmal 300% zum Herstellungspreis.

Alles keine "Consumer Products". Aber "the more consumer like", desto niedriger der Aufschlag in % Liste. Waren dann die Objektive, die auch selbständige Profi-Kameraleute kauften. The more Tele-Lens … desto mehr Prozente dazu.

"Never tell the Herstellungspreis" … war so was wie das 1. Gebot.
Besser isses oft schon, man weiß gar nicht, welche Margen die Verkäufer aufschlagen.

Handelei war immer, und Preis nie hoch wie Liste.

@ fathaland slim um17:40

>>>Das Schicksal einiger KünstlerInnen in verschiedenen Städten ist wohl, dass genau deren Wirken ein Viertel zu interessant für andere Menschen machen, die es dann zum Leben dort hinzieht. Und so wird ein Stadtteil so angesagt, dass die Mieten aufgrund der Nachfrage steigen und die nicht so betuchten BewohnerInnen verdrängt werden. <<

Genau das ist mit meinem nordneuköllner Kiez passiert.<

Eigentlich ist die Verdrängung erst losgegangen als nach der 08er Krise Fluchtkapital den Markt überschwemmte und heimische Hausbesitzer ihr Erbe vergoldeten; danach begann Entmietung zwecks Spekulation, und Neuvermietung/Wohnungsweiser Verkauf richtig fahrt aufzunehmen, gerne auch über internationale Portale, denn Leute die "nur mal ein Jahr Berlin" machen ermöglichen es im Jahr darauf die Miete noch mehr hoch zu schrauben.
Mit Künstlern hat das wenig zu tun, es hat längst Stadtteile erreicht die des "Künstlerviertel"-rufes unverdächtig sind.
Obwohl sie damit verkauft werden. "Gründerzeitbau"...

Betuchte und Habenichtse ...

Was war und ist New Jork schon immer ?
Schmelztiegel der unterschiedlichsten Kulturen und dem Drang zu überleben !
Warum sollte es nach Krisen dieser Zeit nicht wieder mit Tempo im Kulturbereich ein Comeback geben !?
Natürlich werden neue unbekannte Namen alles wieder erstrahlen lassen !
Der von unten kommt , ja der hat wahrscheinlich die größten Chancen !
Denn diese kulturell interessierten Gestalter kennen genau den Überlebenskampf von New Jork !
Jede andere Stadt würde zu Grunde gehen , ..aber niemals New Jork !

18:05 von Der Lenz @Kaneel um 17:23

...wurde deshalb der Besitzer eines Hauses der im selbigen wohnte und die Miete nie "Anpasste" sondern eher auf ein gutes miteinander wert legte vor Gericht wegen Steuerhinterziehung verknackt; weil er eben mehr verdienen könnte, [...]und er dafür mehr Steuern hätte zahlen müssen.

Warum von den Großen nehmen, wenn man es viel besser bei den Kleinen bekommt. Zumindest drängt sich mir dieser Gedanke auf.

Nur bräuchte es dafür zumindest eine Anpassung des Bundes-Mietgesetzes, das ja Landesregeln bricht in die andere Richtung als die letzten Anpassung.
Sozialdemokratische Positionen in der Regierung könnten...moment! War da nicht?...Nein, nichts gar nichts, nichts zu sehen hier, gehen sie weiter....

Befürchte ein Selbstläufer wird das nicht. Wahrscheinlich müssten wir BürgerInnen uns stärker in Interessengruppen zusammenschließen und selbst als Lobbyisten für bestimmte Themen auftreten und Parteien damit auf die Nerven gehen, ich meine, anstoßen.

Das wäre DIE Gelegenheit,

Das wäre DIE Gelegenheit, sich zu reflektieren und festzustellen, ob man wirklich Künstler ist, sein will und bleiben will.
Für mich war es Hobby. Und für Hobbies braucht man nen Job. Nur weil man Gitarre spielt, ist man nicht die Rolling Stones. Und einen Pinsel zu halten, macht keinen Picasso. So leid mir das für diese "Künstler" tut, aber das ist kein Fall für staatliche Absicherung .

@schabernack, 18:01

„Die junge Frau mit der vietnamesischen Abstammung + dem vietnamesischen Namen … der mir momentan aber leider nicht einfällt“

... ist die neue Moderatorin der Wissenschaftssendung „Quarks & Co.“, Mai Thi Nguyen-Kim. Mehr Informationen finden Sie hier: quarks.de/quarks-im-fernsehen/mai-thi-nguyen-kim/

Stimmt, sie hat mindestens so viel Anteil am Gelingen dieses Sketches wie Carolin Kebekus. Ein Musterbeispiel gelungener Zusammenarbeit: Es „passte“ einfach alles.

17:56 von Der Lenz / @schabernack

«Ausser Besserwisserei [zu Lee Scratch Perry] ist dies auch eine schöne Überleitung, denn an den Künstlern in der ersten Reihe hängen noch viel mehr Arbeitsplätze in der zweiten, dritten und vierten Reihe. Manche prekär, andere, bis Corona, mit einem Stattlichen Einkommen gesegnet, und das umfasst fast jeden Berufsstand: ein Veranstaltungshaus hat natürlich einen Hauselektriker, Tischler im Bühnenbau....»

Ist ja gar keine Besserwisserei. Mir war der Aspekt auch nicht unwichtig, aber nicht auch noch in 1.000 Zeichen unterzubringen, so wie ich sie formulieren wollte.

Ganz sicher haben Sie Recht mit "der 2. bis 4. Reihe", die noch hinter denen stehen, die der Zuschauer / Zuhörer in 1. Reihe stehend sieht / hört. Diese Menschen sind in Zahlen noch viel mehr als nur die bekannten Künstler.

Langjähriger Freund von mir (gelernter Schreiner) verdiente nun (x) Jahre sehr verlässlich Geld bei TV-Produktionen, wo was aus Holz in Stunts zu zerschreddern war. Dies ist nicht länger mehr so.

@14:57 von schabernack 12:26 von Mäuse-Hero

//So mancher, der einst ohne Ex-New Yorker vor der eigenen Haustür war.
Findet das ganz ausgesprochen übel.//

Nachvollziehbar.

Ich frage mich allerdings, in welchem Umfang die Obdachlosigkeit steigen wird. Ich hatte da kürzlich ein Interview mit einer Reinigungskraft gehört, die wegen Corona ihren Arbeitsplatz verloren hat und nun nicht weiß, wovon sie die Miete bezahlen soll. Die hat sicher - wie viele andere auch - nicht die Möglichkeit, einfach ins Umland umzuziehen.

17:34 von fathaland slim 16:52, Der Lenz

//>>Habe Betreiber kleiner Kultureinrichtungen auf dem Land in der Familie:
Die gehen Arbeiten um die betreiben zu können..schwierig daran ist das Gewinne machen Vorschrift ist.<<

Viele lösen dieses Problem, indem sie einen e.V. gründen.//

Wäre das nicht aber ein guter Grund, die Gewinnvorschriften vorübergehend auszusetzen? Da könnte man ja mal flexibel sein. So ganz verstehe ich die auch nicht. Allerdings habe ich mich damit auch nie beschäftigt.

@16:58 von fathaland slim 16:35, Der Lenz

//Trotzdem gibt es selbstverständlich keinen Ersatz für die Inspiration durch eine internationale Großstadt wie etwa Paris, London, New York oder Berlin.//

Auch wenn Hamburg nicht ganz in diese Reihe passt, so gibt es auch hier solche Probleme:

***Gerade zentrale Viertel wie St. Pauli, Sternschanze oder Altona sind bei den Hamburger Wohnungssuchenden beliebt – und nicht nur bei denen. Investoren kaufen Grundstücke im Stadtgebiet, bauen teure Immobilien und treiben so die Mieten nach oben....
Die Alteingesessenen Anwohner werden vertrieben, eigentlich bunte und kreative Viertel werden plötzlich schick herausgeputzt.***

14:21 von fathaland slim

"Natürlich schlecht für die Kollegen, denen ich für eine mehr oder weniger symbolische Miete ein Obdach bieten konnte."

Es gibt noch anständige Menschen. Sie scheinen einer von denen zu sein. Das finde ich sehr löblich von Ihnen.

Es muss heißen New York ..

Entschuldigung ...
In der Szene der Kulturschaffenden gibt es sicherlich viele Menschen in New York ..die längst andere Tätigkeiten als der Kunst/Gestaltung ..für sich nutzbar gemacht haben !
Wie überall wo die Grundlage zum Überleben fehlt .
Was könnte man noch tun ?
Warten?
Wer es sich leisten kann ...
Die Kunst in New York zu überleben ; meine Güte ..echte Helden !

18:01 von schabernack

Das ist die Chemikerin Mai Thi Nguyen-Kim (Verzeihung für die Besserwisserei).
Übrigens kennt sie sich auch gut mit Fragen der Pandemie aus und vor allem kann sie es gut erklären.
Hätte ich in Chemie nur auch so eine Lehrerin gehabt, dann wäre es mit mir und Chemie besser gelaufen.

18:05 von Der Lenz

Zitat:"Sozialdemokratische Positionen in der Regierung könnten...moment! War da nicht?...Nein, nichts gar nichts, nichts zu sehen hier, gehen sie weiter...."

Für Wohnungsbau ist das Ministerium von H. Seehofer zuständig. Vorschläge des sozialdemokratisch geführten Justizministeriums werden da regelmäßig abgeschmettert.
Was den Sachverhalt angeht: ja, das ist ein Skandal. Auch ich musste für meine vermietete Eigentumswohnung mehr Miete verlangen als ich eigentlich wollte, sonst wäre auch mir das FA an den Kragen gegangen wegen fehlender Gewinnabsicht. Dass es Leute gibt, die nicht das Letzte aus ihren Mietern herausholen wollen, scheint der Finanzbürokratie fremd zu sein.

20:13 von Willi Graf / @schabernack

«Das ist die Chemikerin Mai Thi Nguyen-Kim
(Verzeihung für die Besserwisserei).»

Es hat gar nichts von Besserwisserei an sich, wen man wem Namenssuchenden einen Namen sagt, der dem Suchenden gerade nicht einfällt.

Den Namen merke ich mir jetzt.
Hoffe ist doch zumindest.

@20:25 von Peter Meffert 18:05 von Der Lenz

//Dass es Leute gibt, die nicht das Letzte aus ihren Mietern herausholen wollen, scheint der Finanzbürokratie fremd zu sein.//

Leider nicht nur der Finanzbürokratie. Aber doch sehr tröstlich, dass es immer noch Vermieter Ihres Schlages gibt.

18:59 von Hennes Conrad

«Das wäre DIE Gelegenheit, sich zu reflektieren und festzustellen, ob man wirklich Künstler ist, sein will und bleiben will. Für mich war es Hobby. Und für Hobbies braucht man nen Job. Nur weil man Gitarre spielt, ist man nicht die Rolling Stones. Und einen Pinsel zu halten, macht keinen Picasso. So leid mir das für diese "Künstler" tut …»

Nur die Allerwenigsten der am künstlerischem Geldverdienen in New York durch Corona Gehinderten sind Gitarren- oder Pinselquäler, so dass es ohne jeden Sinn ist, deren Fähigkeiten schon mal grundsätzlich als herbei gequälte "Künstlerkritik" zu verquasen.

Untauglicher Versuch … weil schon 1.001x gehabt, und noch töter als das tote Pferd vom Cowboy im C-Movie-Western, der gar nicht reiten kann.

Nicht die Künstler müssen wem leid tun …

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20:57 von Anna-Elisabeth

«Aber doch sehr tröstlich, dass es immer noch Vermieter Ihres Schlages gibt [@Peter Meffert].»

Gibt es noch. Die Eltern meiner Freundin sind auch so welche.
Der Vater ist Ex-Richter als nun Pensionär, und weiß sehr gut, welche Miete man mind. nehmen muss, damit das Finanzamt dann eben nicht dem Vermieter: "Fehlende Gewinnerzielungsabsicht" unterstellt.

Der hält das immer an der untersten möglichen Grenze. Bei Mietern, die schon 100 Jahre bei den Eltern Mieter sind, aber auch bei Neuvermietungen nach Renovierungen.

Mich haben sie einst nach meiner Rückkehr aus Japan zum Halben Preis der Miete wohnen lassen, als meine Freundin noch ca. 8 Monate auf Sizilien lebte und arbeitete. Als wir beide weg waren, mussten wir gar nichts zahlen. Und unter- oder zwischen-vermietet haben sie diese Wohnung dann auch nicht.

Es sind häufig die privaten Vermieter, die den Mietern gegenüber die am meisten verständigen sind, wenn ein Mieter auch mal in einer finanziell schwierigen Lage ist.

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