Ihre Meinung zu: Digitalisierung der Gesundheitsämter: "Den Sommer verschwendet"

26. November 2020 - 6:00 Uhr

Noch immer erfolgt der Datenaustausch der Behörden in der Corona-Krise mit ineffizienten und uneinheitlichen Methoden. Dabei gab es bereits im Frühjahr mehrere vielversprechende Lösungsansätze.

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Kommentare

Steinzeit

In Deutschlands Ämtern werden die Daten doch mit Lichtgeschwindigkeit übertragen indem man den Aktendeckel schließt und dann über die weiten Flure die Daten in Papierform von einem Zimmer in das andere überträgt. Da liegen in manchen Firmen die IT Leute vor lachen auf dem Boden, selbstverständlich mit Abstand in der heutigen Zeit. Mich wundert nichts mehr, das in den Sommermonaten wichtige Zeit vertrödelt wurde, die einem jetzt auf die Füße fällt. Die Corona App ist das beste Beispiel dafür. Ach das wichtigste fast vergessen, für die Entwicklung einer gemeinsame Platform der Gesundheitsämter sind noch nicht genug Projektgruppen, Ausschüsse und Meetings anberaumt worden, dann fehlt noch das Planfeststellungsverfahren mit mindestens 300 Aktenordnern, damit man sich in der Abschlußsitzung für eine ISDN Verbindung und eine Software die unter MS DOS läuft entschieden hat. Die Mitarbeiter in den Gesundheitsämtern sind nicht zu beneiden, es ist erstaunlich was die so bewegt bekommen.

Strategie fehlt

Es ist vollkommen unverständlich, dass man im Gesundheitsministerium dieses Tool nicht bei den Bundesländern intensiv beworben und eine Einführung initiiert hat. Auch dieser Vorgang zeigt, dass es bisher an einer langfristigen und übergreifenden Strategie zur Pandemie Bekämpfung gefehlt hat. Die Virologen hatten nach meiner Erinnerung bereits frühzeitig vor einer 2. Welle im Herbst gewarnt. Man hätte sich also im Sommer besser vorbereiten können. Wir werden vermutlich auch im Frühjahr 2021 noch mit Einschränkungen leben müssen. Vielleicht kommt man ja noch darauf, neben dem Einsatz von Technik auch wegen Kurzarbeit brachliegende Ressourcen einzusetzen: zB Busunternehmen für die Entzerrung des Nahverkehrs und Reisebüros für die Unterstützung der Gesundheitsämter usw . PS: Was steht eigentlich in dem Pandemieplan, der schon lange vor Corona in den Schubladen der Ministerien lag ?

"Suboptimale" Verhältnisse die Regel

Irgendwie läuft es es nirgends rund, wo Behörden beteiligt sind. Nicht nur bei der Datenerfassung hakt es. Das RKI ist bis heute nicht in der Lage, die oszillierenden Zahlen in Form einer geglätteten Kurve zu präsentieren (dazu ZEIT-Online). Es gibt keine tabellarische Übersicht über Verbote u. Erlaubtem, schon gar nicht im Ländervergleich. Wer in BW relevante Informationen sucht, muß die Rechtsverordnungen buchstabengetreu "durchackern".
Die scheinbare Sommerflaute bei den Fallzahlen haben die örtlichen Behörden zum Nichtstun verleitet. Die verbreitete Mißachtung von Regeln u. Auflagen wurde einfach nicht mehr geahndet (Kneipen vollgestopft wie Heringe in der Dose, gerade auch in den Städten, deren Bgm. sich mit einem Brief an den MP gegen ein Anziehen der Zügel gewehrt haben).
Zu befürchten ist, daß die sensationell schnelle Impfstoffbereitstellung durch eine schlechte Impforganisation zunichte gemacht wird (was bisl. so durchsickert, z. B. wird 116117 2 Jahre dauerbelegt sein).

Den Winter verschwendet

Nach den gestrigen enttäuschenden Beschlüssen verschwenden wir ebenso den WINTER und das Frühjahr gleich mit.

Nun wird auf Eigenverantwortung gesetzt, dabei geht sogar Schweden jetzt den Weg des
Lockdowns.

Woher nun die Veränderung des Verhaltens kommen mag bleibt offen.

Wie der Plan aussieht bis Februar Minimum bleibt unbesprochen. Mir scheint, die Coronamüdigkeit greift um sich, leider die Chance und freie Bahn für das Virus selbst.

@ Am 26. November 2020 um 07:16 von WB0815

> zB Busunternehmen für die Entzerrung des Nahverkehrs

Ich kann es nicht mehr hören. Weder Busse noch Busfahrer wachsen auf Bäumen und die momentan stillstehenden Reisebusse kann man für den Linienverkehr nicht oder nur sehr eingeschränkt verwenden!

Chance vorbei...

So ein elementares Tool zur Verfolgung der Infektionsketten nicht zu nutzen ist mindestens grob fahrlässig....

Es kann sich jeder selber ausmalen, wie (unter Beachtung von AHAL) mit ausreichend (Schnell-) Tests und kaum verzögerter Informationsweitergabe an die Betroffenen, die Pandemie eingedämmt werden könnte... (bei sofortiger verbindlicher Quarantäne der Infizierten)

Es ist sicherlich richtig, dass im Sommer ein guter Zeitpunkt für die Einführung einer besseren Software verschlafen wurde. Allerdings ist meine Erfahrung mit neuer Software in Kliniken die, dass die Verwender*innen in aller Regel damit nicht direkt gut und produktiv arbeiten können.

Das liegt manchmal an der UX der Software, aber oft auch an einer gewissen mentalen Blockadehaltung und Unwilligkeit sich auf Neues einzulassen, die doch bei einer relevanten Anzahl der Mitarbeiter*innen feststellbar ist. Die Einführung einer neuen Software in großen Organisationen ist immer ein aufwendiger Prozess, bei dem die Verwender*innen geschult werden müssen, aber insbesondere auch motiviert und für die Software begeistert werden müssen.

Gut möglich also, dass wir bei Einführung im Sommer jetzt lesen würden: "Neue Software in Gesundheitsämtern: Etablierte Systeme und Arbeitsabläufe durch Schnellschuss ersetzt...Mitarbeiter*innen beschweren sich, dass sie so nicht arbeiten können!"

Zeitlupentempo

"Den Sommer verschwendet" hat man nicht nur in den Gesundheitsämtern.
An den Schulen hat man versäumt, einen "Notfallstundenplan" zu entwickeln, der bei Bedarf sofort umsetzbar gewesen wäre.
Jahrzehntelang hat man es nicht geschafft, den Lehrermangel zu beseitigen
Auch bei der Weiterentwicklung der Corona-App hat man wohl zu viele längere Pausen eingelegt usw. und so fort.
Der Amtsschimmel lässt grüßen.

Das liest sich alles so, als

Das liest sich alles so, als könne man jahrelangen Innovationsstau schnell beheben. Das geht weder schnell, noch billig.

EDV-Spezialisten haben es schwer

In gewachsenen bürokratischen Strukturen haben es EDV-Leute von außen immer sehr schwer, das offensichtlich bessere System umzusetzen. Das kann ich aus Erfahrung sagen. Ich sage das aber ohne Groll, eine Bürokratie hat eben bestimmte Grenzen und manches geht eben nur langsam.

@ pemiku - unfairer Vorwurf

Jahrzehntelang hat man es nicht geschafft, den Lehrermangel zu beseitigen

Den kann man auch nicht beseitigen und zwar prinzipiell nicht und das hat auch niemand versäumt. Denn es gibt einfach zu wenige Student*innen, die das machen wollen und die geeignet sind. Außerdem brauchen wir genau die jungen Leute, die Technik verstehen und organisieren können auch in anderen akademischen Berufen sehr dringend.

Wenn es denn nur die Gesundheitsämter wären ...

.. Deutschland hinkt doch weltweit hinterher.
Wir reden großspurig über 5G, haben aber noch nicht einmal flächendeckend 4G ... selbst 3G wurde zwangsweise noch genutzt ... und kurzerhand abgeschaltet.
Milliarden liegen für die Digitalisierung bereit. Und das nicht erst seit "gestern". Trotzdem haben längst nicht alle Schulen High Speed-Internet, die Schüler kaum Laptops die zu mehr als zum Daddeln taugen. Ebenso gibt es viele Kinder die, außer auf ihrem Handy, überhaupt keinen I-Net Anschluss haben ... weil es a)finanziell nicht reicht, oder b) in manch ländlichen Gebiet keiner Leitungen verlegen will.
Hier ist ganz einfach der Föderalismus der Bremsklotz weil jedes Bu.-Land meint, dass allein hin zu bekommen. Und, Können sie? Nein ... wie beim BÄR.
Schulen, Behörden und Ämter müssen also noch ein wenig warten.
Und man glaubt es kaum: In diesen fällen kann man nicht mal vorhandene Mittelausgeben ... weil selbst Pläne geschweige denn kompetente "Macher" fehlen.

Kommt Zeit, kommt Rat,

Scheint dass Moto unserer Politiker (aller Parteien) gewesen zu sein. Vielleicht hat man ja gehofft das Problem würde sich von allein lösen oder ein unvorhergesehener glücklicher Umstand würde Anlass geben die politische Weitsicht der Akteure hervorzuheben.

Dumm gelaufen, gegenseitige Vorwürfe dies zu spät oder jenes gar nicht getan zu haben fällt den Herrschaften jetzt auf die Füße.

Jetzt stellt sich heraus, dass lautes Klatschen am Fenster die Personalprobleme in den Krankenhäusern nicht gelöst hat und dass eine Einmalzahlung an Schulleiter weder die personellen noch die baulichen Baustellen in unseren Schulen löst.

Wann werden manche Politiker begreifen, dass es sich an der Wahlurne auszahlen kann, wenn man nicht nur redet, sondern auch tut. Selbst wenn es sich herausstellt, dass die eine oder andere Aktion ins Leere läuft. Wie heißt es so schön: nur wer nichts tut macht keine Fehler!

Wenn der Staat etwas zu regeln hat ...

dann dauert das seeehr lange oder es wird überhaupt nicht gemacht.
Wie oft werden von den Politikern bei Mißständen Versprechungen oder Zusagen gemacht, die dann nicht oder nur halb umgesetzt werden?
Offenbar gilt der Grundsatz:
"Aus den Augen, aus dem Sinn!"
Im Sommer hätte man vieles wegen der Folgen der Corona-Pandemie angehen können.
Doch es fühlt sich offenbar keiner dafür zuständig und so unterbleibt es eben.

Man hat den Sommer damit zugebracht, sich voll auf die Urlauber zu konzentrieren.
Man hätte stattdessen die Schulen mit Lüftungsanlagen oder mit Fenstern, die man öffnen kann, ausstatten können.
Dass man die Gesundheitsämter nicht digitalisierte, lag wohl daran, dass man nicht an die 2. Welle glaubte.
Hätte man die 2. Welle in Betracht gezogen, so hätte man auch die Testzahlen im Sommer deutlich erhöhen müssen. Denn das hätte die jetzt hohen Infektionszahlen deutlich minimiert.

Die Politik handelt immer erst 5 nach 12 und keinen Tag früher.

Digitalisierung der Gesundheitsämter: "Den Sommer verschwendet"

Man hat offensichtlich nicht nur den Sommer verschwendet.
Die Beschäftigten in den 400 Gesundheitsämtern arbeiten am Limit.
Auch wenn jetzt in der Corona-Krise das Personal um knapp 6000 aufgestockt werden soll.
Von 1995 bis Anfang des Jahres sank allein die Zahl der Ärzte (Personalabbau) in den Gesundheitsämtern um 33 Prozent auf 2528.

Wir haben nicht nur den

Wir haben nicht nur den Sommer verschwendet sondern sind mit voller fahrt dabei den Herbst und Winter ebenfalls zu verschwenden - Stichwort Lockdown Light.
Das die Digitalisierung hier noch im Mittelalter ist hat mich nicht überrascht, auch nicht das man Ewigkeiten braucht um Entscheidungen zu treffen bzw das sich keiner verantwortlich führt - kennt man aus anderen Bereichen ebenso. Überrascht wäre ich wenn es anders wäre... Ich wünschte ich könnte das positiver sehen.
Wird ein hartes 2021.

Das wird nicht reichen ...

Wir werden im Neuen Jahr einen deutlichen Anstieg der Corona-Zahlen haben.
Abwarten, ob ich nicht Recht habe.

Wieso wird in den Supermärkten nicht besser kontrolliert?
Wieso laufen dort öfter Menschen rum, die die Maske nur über den Mund und nicht über die Nase tragen?
Kontrollen wären sinnvoll.

Auch wäre FFP2-Masken sinnvoll. Kann man diese nicht zum Preis des Mund-Nasenschutzes anbieten und vorschreiben?

Sinnvoll wäre auch, dass alle öffentlichen Toiletten eine Lüftungsanlage bekommen.
In Wuhan hatte man in den Patiententoiletten Aerosole des Virus nachgewiesen!
Ach, es gäbe einige sinnvolle Maßnahmen, die nicht diskutiert werden, weil man womöglich an diese nicht mal denkt.

@ Sebastian15

... stillstehenden Reisebusse kann man für den Linienverkehr nicht oder nur sehr eingeschränkt verwenden!

Doch, das geht sogar sehr gut und es wird auch längst erfolgreich gemacht.

@ 09:35 von gestört aber geil

Da möchte ich entschieden widersprechen.
Man hat versäumt, den Lehrerberuf attraktiver zu machen.
Stattdessen hatte man begonnen, Lehrer über die großen Ferien hinweg auszustellen mit der Ungewissheit, ob sie zu Schulbeginn wieder eingestellt werden. Weiterhin hat man die Lehrer im Laufe der Jahrzehnte immer mehr zu Verwaltungsangestellten (-beamten) "degradiert", die vor lauter Bürokratie nicht mehr wissen, wo ihnen der Kopf steht. Auch ist die Besoldung - angesichts der Verantwortung - nicht gerade für größere Sprünge gedacht - es sei denn an Privatschulen.
Daher wundert es mich nicht, wenn es in den Lehrberufen an Nachwuchs mangelt.

„Verständigungsprobleme“

So sieht das Ergebnis halt aus, wenn die Rechte nicht weiß, sich nicht dafür interessiert (oder aus „Datebschutzgründen“ nicht wissen darf) was die Linke tut. Weil Einzelne die Macht haben, auf die „Einhaltung des Dienstweges“ bzw. ihre persönliche “Entscheidungsbefugnis“ zu bestehen. Die Folgen tragen dann wie immer alle anderen.

Nicht nur dafür wurde die Zeit nicht genutzt

Nun, schön, dass es mal einen kritischen Beitrag zum Management gibt. Es sollten noch weitere folgen, die erklären, warum wir alle wieder in den Lockdown müssen, wo es andere Länder geschafft haben, dies durch erfolgreiche, innovative Strategien zu verhindern.
Seit März hätte man es schaffen können, die Testkapazitäten auf das Maximum auszufahren durch Einbeziehung der Veterinärlabore und Anreize für ALLE humanmed. Labore, die Tests einzusetzen, das hätte man auch finanziell unterstützen können. Auch hätte man pensionierte Labormitarbeiter(innen), Bundeswehrsoldaten, etc schulen können, nur Tests durchzuführen. Auch in sonstigen Krisensituationen wurden Menschen zu Krankenschwestern schnell ausgebildet, warum nicht zum Testen? Studierende auf Jobsuche hätten angelernt werden können, Daten in eine Datenbank einzupflegen. Eine Plattform hätte entwickelt werden können, um freie Testplätze Menschen zuzuordnen, die einen Test wollen. Alles machbar wenn gut organisiert, u.s.w.... Schade!

Wo sind die Ärzte hin?

@ Bernd Kevesligeti:
Von 1995 bis Anfang des Jahres sank allein die Zahl der Ärzte (Personalabbau) in den Gesundheitsämtern um 33 Prozent auf 2528.

Ich stelle mir trotzdem nur ungern vor, dass man gute Fachärzt*innen oder niedergelassene Allgemeinmediziner*innen dazu bringt, ins Beamtenverhältnis beim Gesundheitsamt zu wechseln. Das ist außerdem für junge Mediziner*innen, die ja Mangelware sind, nicht unbedingt attraktiv.

Pemiku

"Da möchte ich entschieden widersprechen.
Man hat versäumt, den Lehrerberuf attraktiver zu machen."

Da möchte ich nun widersprechen. Man hat nicht versäumt, ihn attraktiver zu machen, nein, man hat ihn absichtlich unattraktiv gemacht. So finden sich nur noch "echte, berufene", zu diesem Job ein.
Leider ist das dann die falsche Denke gewesen.

von gestört aber geil 10:28

Aber immerhin gab es in den Gesundheitsämtern im Jahre 1995 noch 3830 Ärzte/innen. Da ging das also. Stand am 10.3.2020 in der TAZ. Und auch im Ärzteblatt. Allgemeine Statistiken über die Entwicklung der Gesamtzahl der Beschäftigten gibt es nicht.
Aber wenn man sich mit der Situation zufrieden gibt........

Lehrermangel bewusst herbeigeführt.

@09:35 von gestört aber geil
Zumindest hier in Bayern hat das Kultusministerium in der Vergangenheit immer wieder sehr gezielt die Studierenden sowohl zur Aufnahme eines Lehramtsstudiums ermuntert als auch gegebenenfalls davon abhält. Und es kam vor, dass in einem Jahrgang auch 1er-Absolventen keine Stelle bekamen, und sie im nächsten Jahr - als sie sich beruflich umorientiert hatten - wieder dringend gesucht wurden.
Lehrerverbände wiesen darauf hin, dass manche Zahlen, wie Jahrgangsstärken eigentlich sehr genau bekannt seien...

@ pemiku

Man hat versäumt, den Lehrerberuf attraktiver zu machen.
Stattdessen hatte man begonnen, Lehrer über die großen Ferien hinweg auszustellen mit der Ungewissheit, ob sie zu Schulbeginn wieder eingestellt werden.

Das finde ich zwar auch ärgerlich. Das betrifft aber nur deutlich weniger als ein Promille aller Lehrer*innen. Der Rest ist verbeamtet und hat eine Arbeitsplatzgarantie, die es sonst nirgendwo gibt.

Ich denke, wir können davon ausgehen, dass es praktisch keine arbeitslosen Lehrer*innen gibt. Der Lehrberuf ist attraktiv, aber auch sehr fordernd. Wer dafür nicht geschaffen ist, sollte es besser lassen, auch wenn er/sie etwas von Chemie, Geschichte, ... versteht.

Entwicklungsland Deutschland: Kuli, Taschenrechner und Fax.

Es ist wirklich betrüblich, dass die, die sich auf die Vermeidung von Infektionen eingestellt haben, jetzt die Suppe auslöffeln müssen. Die Politik hat sich den Sommer lang auf die Schulter geklopft, wie wir mit "deutscher" Disziplin das Infektionsgeschehen im Griff haben. In meinen Augen entstehen die Infektionen in Innenräumen. Warum werden die Restaurants nicht wenigstens im Freien zugelassen? Ich würde mich auch im Skianzug hinsetzen. Viele Eingesperrte werden langsam panisch.

@09:57 von H. Hummel

>> die Schüler kaum Laptops die zu mehr als
>> zum Daddeln taugen

Da haben Sie etwas mißverstanden. Die Laptops, die zum Daddeln taugen, sind die HighEnd-Maschinen.

Es würden doch schon Geräte reichen, auf denen einigermaßen flüssig Office-Anwendungen u.ä. laufen. Und dazu noch Internet, daß über 56k-Modem-Qualität hinausgeht. -.-

@spax-plywood 08:45 Uhr: Excel mit DLLs

Sie haben natürlich völlig recht.

Allerdings müsste man in Deutschland eine Verwaltungsreform machen um eine ähnlich enge Verzahnung zwischen IT und Fachabteilung (Verwaltungsfachkraft) herzustellen, wie das in der Privatwirtschaft üblich ist.

Im Behördenverkehr ändern sich fast im Wochentakt gesetzliche Regelungen, die dann IT technisch wieder zeitnah abgebildet werden müssen. Übrigens spricht das GEGEN aufgebohrte Excel Sheets, weil dann i.S. der „individuellen Datenverarbeitung“ wieder nur der EINE IT-affine Mitarbeiter mit umgehen kann, während die anderen im Zustand von Leitz-Ordnern hängen bleiben.

Außerdem fehlen in der Bundesrepublik einheitliche IT-Standards (zB Datenaustauschformate).

Zitat: "Der Rest ist

Zitat:
"Der Rest ist verbeamtet und hat eine Arbeitsplatzgarantie, die es sonst nirgendwo gibt."

Ähm - also nach meinen Infos sind vielleicht 50% der Lehrer verbeamtet - der Rest ist angestellt...
..und deutlich mehr als ihre 0,1% haben dabei Zeitverträge die über 10 Monate gehen

was diese dann in den letzten 2 Monaten des Jahres tun...
..fragen Sie mal bei der örtlichen ARGE nach!!
*sarkasmus*

Das hier hätte man mit schriftlicher Weisung erledigen können

Zu dem hier:

https://www.tagesschau.de/investigativ/ndr-wdr/
digitalisierung-corona-103.html

Ein eindeutiger Appell der Bundesregierung an die Länderchefs, dass dieses gut getestete Projekt bundesweit angewendet werden sollte, unterblieb offenbar - bis zur Sitzung von Kanzlerin und Ministerpräsidenten am 16. November. Dies sorgt nun bei einigen Gesundheitsämtern für Verärgerung, weil sie nun mitten in einer Hochphase der Pandemie ihr Softwaresystem wechseln sollen.

"Man hätte Schnittstellen für die vorhandene Software bereitstellen sollen, statt uns jetzt zu zwingen, ein zusätzliches Computerprogramm zu benutzen", beklagt beispielsweise der Gesundheitsdezernent der Städteregion Aachen, Michael Ziemons, im Interview mit dem ARD-Politikmagazin Panorama.

sage ich mal:
das hätte man mit schriftlicher entsprechender Weisung an die Gesundheitsämter erledigen können inklusive Schulung der Mitarbeiter und Einrichtung der Plattform.

um 09:35 von gestört aber geil

Jahrzehntelang hat man es nicht geschafft, den Lehrermangel zu beseitigen

Den kann man auch nicht beseitigen und zwar prinzipiell nicht und das hat auch niemand versäumt. Denn es gibt einfach zu wenige Student*innen, die das machen wollen und die geeignet sind. Außerdem brauchen wir genau die jungen Leute, die Technik verstehen und organisieren können auch in anderen akademischen Berufen sehr dringend.
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Falsch, studierende gibt es mehr als jemals zuvor.

um 10:13 von gestört aber geil

... stillstehenden Reisebusse kann man für den Linienverkehr nicht oder nur sehr eingeschränkt verwenden!

Doch, das geht sogar sehr gut und es wird auch längst erfolgreich gemacht.
------------
In unserer Region fallen Linienfahrten aus, weil der Anbieter nicht über ausreichend Busfahrer verfügt.

@ von Sebastian15

„ … Weder Busse noch Busfahrer wachsen auf Bäumen und die momentan stillstehenden Reisebusse kann man für den Linienverkehr nicht oder nur sehr eingeschränkt verwenden!“

Aber hätte man nicht die REISEBUSSE MITSAMT FAHRER vom Reiseveranstalter als SCHULBUSSE verwenden können (nur für Schüler)?
Wir haben hier im Rhein-Main-Gebiet bei ca. 60 000 Einwohner außer einigen weiterführenden Schulen auch ein internationale Schule. Da kommen die Schüler von weit her. Alle mit dem Bus. Da würden Schulbusse wesentlich dazu beitragen, dass die regulären fahrplanmäßigen Busse entlastet werden. Die Busfahrer versuchen wirklich, auf den nächsten Bus zu verweisen, sind aber ziemlich machtlos bei tausenden von hungrigen Schülern.

Der ansässigen Reisebranche wäre auch ein wenig geholfen, wenn sie in Coronazeiten weiterbeschäftigt und bezahlt wird.

mal ehrlich Leute,

die Gesundheitsämter waren ja schon in "normalen" Zeiten damit überfordert, die Hygiene flächendeckend in Schulen, Kindergärten, Pflegeheimen oder Betrieben zu überwachen.
Schon vor Corona war kein ausreichendes Personal vorhanden.
Was haben wir denn für den Fall einer Pandemie erwartet?

@ saschamaus75

Zitat: "Da haben Sie etwas mißverstanden. Die Laptops, die zum Daddeln taugen, sind die HighEnd-Maschinen."

Nein-nein, ich meinte schon "Daddeln" ... von im Sinne "reicht weder zum Spielen noch zum Arbeiten". :-)

@10:34 von Hennes Conrad

>> Da möchte ich nun widersprechen. Man
>> hat nicht versäumt, ihn attraktiver zu
>> machen, nein, man hat ihn absichtlich
>> unattraktiv gemacht

Sie schreiben mir aus dem Herzen!

@10:25 von Pluralitaet

>> dies durch erfolgreiche, innovative
>> Strategien zu verhindern.

Eine der erfolgreichsten, innovativsten Strategien war wohl, daß deren Parlamente NICHT(!) für 2 Monate (wie bei uns 04.07. bis Ende August 2020) in die Sommerferien gegangen sind.

Was da erst für Zeit im Sommer verschwendet wurde? -.-

Des Weiteren hätten während der Sommerferien deutschlandweit alle Schulen saniert werden können. Und damit meine ich noch nicht mal Digitalisierung, sondern Dächer, Fenster, Heizungen, sanitäre Anlagen u.s.w.. oO

War 2020 ein verschenktes Jahr?

@11:49 von H. Hummel

>> Nein-nein

Ähh, 'daddeln' = 'zocken'. ((c) by NerdSpeech)

Was Sie wahrscheinlich meinen, sind Computer, auf denen noch nicht mal der AcrobatReader flüssig läuft. oO

SORMAS vs. Kölner IT-Lösung

Ich kenne beide Lösungen:
* die Kölner IT-Lösung ist deutlich funktionaler als SORMAS und biete den Mitarbeitenden im Kölner Gesundheitsamt deutlich mehr Möglichkeiten --> eine Ablösung wäre zum jetzigen Zeitpunkt kontraproduktiv
* die Kölner IT-Lösung ist durch die Stadt Köln selbst entwickelt worden und wurde in der Fachpresse auch schon als "best practice" gelobt
* die Kölner IT-Lösung wurde in der Zeit "zwischen den Wellen" deutlich weiterentwickelt

Also bitte nicht pauschal die Öffentliche Verwaltung kritisieren - es geht eben auch anders.

Gesetze in Deutschland stehen Digitalisierung im Weg

Und damit meine ich beileibe nicht den Datenschutz.

Deutschland hat enorm komplizierte und ständig im Wandel begriffene Rechtsvorschriften und -Normen.

Was heute noch unmöglich scheint, kann morgen schon Wirklichkeit sein im deutschen Paragraphendschungel.

Sicher hat schon mal jeder von „nicht verfilmbaren“ literarischen Vorlagen gehört. So ähnlich verhält es sich mit der Herausforderung die Workflows des ungeheuer komplexen deutschen Verwaltungsrechts zu digitalisieren. Jede Kommune, jeder Landkreis, jeder Bezirk jedes Bundesland und jedes Ministerium hat seine eigene organisch gewachsene Infrastruktur und seine eigenen Regelungen und eine spezifische Tradition.

Seit 1970 rüsten alle Firmen

Seit 1970 rüsten alle Firmen auf PC um.
Und unsere Ämter ächzen unter völlig falsch verstandenen Sparzwang.

@pemiku, 10.22h

Das ist nicht richtig.
Die Lehrerbesoldung war schon immer besser als die vergleichbarer Beamten.
Die Bürokratie, wie Sie das nennen, hat alle anderen Bereiche auch erreicht.
Immer mehr arbeiten für Statistiken und anderes.
Das hemmt alle Abläufe.

@gestört aber geil, 10.28h

Da haben Sie recht.
Ein Medizinalrat ist zwar ein schöner Titel, wird aber nach A 13 besoldet und somit wie ein Gymnasiallehrer.
DAs ist sicher ein gutes Einkommen, muss aber im Verhältnis zum Studienaufwand und zur freien Konkurrenz gesehen werden.

@Miauzi, 10.59h

DAs kommt auf das Bundesland an.
In BW und Bayern sind die meisten Lehrer im Beamtenverhältnis.

Verschlafen wird es wohl weitergehen!

Eben beantwortete mir das BMG meine Frage nach der Bereitstellung der 15 FFP2 Masken für Risikopatienten ab Dezember (Wintermonate) wie folgt: ...Einzelheiten zur konkreten Ausgestaltung des Anspruchs, zur Art der Schutzmasken, zur Anzahl der vom Anspruch umfassten Schutzmasken sowie zu Vertrieb und Abgabe der Schutzmasken werden im Rahmen einer gesonderten Rechtsverordnung durch das BMG geregelt. Weitere Auskünfte sind derzeit nicht möglich."
Impfzentren? Ende 2021?
Und Weihnachten macht das Virus sowieso Pause!

Busse und Bahnen ...

Also beim Schülerverkehr könnte man mehr Busse , auch über gemietete Reisebusse , .sicherlich anbieten , ..wird aber schon größtenteils gemacht !
Der " grenzenlose " Ersatzverkehr mit Reisebussen wird aber niemals stattfinden !
Die Kosten für Reisebusunternehmer wären viel zu hoch .
In der Regel wird kostendeckend nur der Unternehmer die zusätzlichen Fahrten überhaupt anbieten der eine laufende Konzession über den abzugebenden Schülerverkehr besitzt !
Diese wird der entsprechende Unternehmer auch nicht aus der Hand geben , ..da er damit verdient und ausgleicht; ..nämlich die laufenden Kosten im Linienverkehr in seinem Einsatzgebiet !
Verdient wird am Schülerverkehr und zwar nur da !
Laufende Subventionen frisst der Betrieb in der Regel auf ...
Eisenbahnunternehmen machen momentan laufend Verluste !
Eigene Busse , welche z.Teil bei der DB in verschiedenen Landkreisen in Deutschland fahren , ..diese würden nur fahren wenn der Landkreis Geld bereit stellt .

verschwendet, verschlafen

nicht nur bei den Gesundheitsaemtern. Man kann dies Versaeumnisse kaum innhalb von 3-4 Sommermonaten korregiren.
Die Dinge die nun fehlen wurden ueber lengere Zeit versaemt. Die Schulen z.B. Ventilation, Digitaøisierung
Mangelnde Vorbereitung auf eine Pandemie - hat viele Menschenleben gekostet. Cornaausbrueche und damit "Wahrnungen" vor eine Pandemi gab es.
Das oeffentliche Gesundheitsystem wurde kaputtgespart. Auch in Krankenhaeusern und Altersheimen, Personlabbau. So hat man genuegend Betten und Beatmungsgeraete aber nicht das Personal. Eine lange Liste die durch fehlende Massnahmen und Vorbereitungen uns heute auf die Fuesse fallen.

Dann halt Sormas ...

...Hauptsache wir bekommen den Prozess der Kontaktnachverfolgung bzw. das Ausbruchsmanagement generell so weit möglich beschleunigt und bewältigt. Sormas hat sich bei den Ebola Epedemien und anderen Ausbrüchen in Westafrika bereits bewährt ist also auch in einem Umfeld in dem deutlich weniger „hochqualifizierte“mitarbeiten nutzbar.
Bei der Gelegenheit möchte ich darauf hinweisen, dass die Bevölkerung in D mit der Corona-Warn-App ein gutes Stück mithelfen könnte. Ja, das ist keine 100% Lösung aber wir könnten Gesundheitsämter damit teilweise entlasten und wenn das Ding rot wird uns telefonisch krankschreiben lassen, zuhause bleiben und damit die Inzidenz senken. Stattdessen weigert sich immer noch ein großer Teil der Bürger mit fadenscheinigen Gründen das Ding zu installieren.
Manchmal hab ich den Eindruck viele wollen lieber leiden und klagen als verantwortlich zu handeln. Da passt es gut auf Gesundheitsämter zu schimpfen oder Politiker, das lenkt vom eigen tun ab.

Seit 1970 rüsten Unternehmen. auf PC-Techik um ..

Ja und wenn ?
Wem nützt jetzt diese Erkenntnis ?
Wer verantwortlich im Gesundheitssektor arbeitet wird wohl seine Ansprechpartner immer gehabt haben ..in der Vergangenheit .
Wann was und in welcher Höhe fehlende Investitionen/Betriebsmittel dann angeschafft werden , wird der Betroffene wohl auch angesprochen haben , ..und schon kommt die Frage wer in welche Höhe dann bezahlt .
Sollte das in der Zukunft anders sein ?
Na , ..wohl kaum .
Privat oder öffentlich , ..mit Augenmaß Geld ausgeben , ..wie sonst .

Hat jemand davon schon gehört

Hat jemand davon schon gehört ?
Habe ich gestern bei Maischberger mit bekommen .
Das soll funktionieren ;-)))

https://www.mdr.de/brisant/corona-app-luca-corona-nachverfolgung-100.html

Für so eine Sanierung braucht

Für so eine Sanierung braucht man aber auch bauliche Kapazitäten...
..nur sind die schlicht weg NICHT vorhanden.

Ein Freundvon mir arbeitet (in Bayern) als Vorarbeiter einer Trockenbau-Firma.
Jup - die hatten da so einiges an Aufträgen in Sachen Schule - nur ist da Arbeit für JAHRE vorhanden
und
man bekommt kaum noch Arbeiter die auch was vom Fach verstehen - selbst aus dem Ausland ist da nix mehr zu holen...
..ausser ungelernten.

Ja - man hat über JAHRZEHNTE viel zu wenig für den Erhalt der Bausubstanz der Schulgebäude getan...
..und es wird noch viel länger brauchen das wieder zu richten.

Da aber der Vermögens-Transfern "von-unten-nach-oben" in der aktuellen Gesellschaftsordnung > alternativlos ist - wird sich daran auch nix ändern

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