Ihre Meinung zu: Bundesrat zu Sauen-Haltung: Mehr Tierschutz im Stall

3. Juli 2020 - 20:35 Uhr

Schweineställe sollen in Zukunft geräumiger werden: Der Bundesrat hat nach jahrelangem Ringen neuen Regeln für die Haltung von Sauen zugestimmt. Unter anderem werden "Kastenstände" verboten.

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Kommentare

Eine Übergangsfrist von 8

Eine Übergangsfrist von 8 Jahren? Warum nicht gleich 80?

Die Hoffnung ist wahrscheinlich, dass bald das öffentliche Interesse woander hinschweift. Nach 7 Jahren schaut man dann wieder hin und stellt fest, dass sich kaum etwas verändert hat. Und dann kommen die Schweinemäster und erklären, dass sie in der kurzen Zeit wirklich nicht... kennt man.

Damit das nicht passiert, müsste eine 'Kastenstandhaltungssteuer eingeführt werden, mit jedem Jahr steigendem Satz, der spätestens nach 3 Jahren empfindlich hoch sein sollte.

Eine Übergangsfrist von 15 Jahren

das ist doch ein Witz da von einem Fortschritt zu sprechen. Da wird immer von Tierwohl geredet doch die Realität sieht anders aus. Und so einem Kompromiss stimmen die Grünen in den Ländern zu.

Eine zu unkritische Sicht?

Liebe Tagesschau-Redaktion,
Mit „ Abstimmung im Bundesrat:
Noch weniger Rechte für die Sau“ titelt der Spiegel seinen Kommentar des selben Ereignis. Insbesondere wird bemängelt, dass Sauen überhaupt noch im Haltekorb gehalten werden dürfen und dass Sauen letztlich nicht wesentlich mehr Platz erhalten. Die neue Regelung wird als fauler Kompromiss bezeichnet. Mir erscheint die Analyse des Spiegel genauer. Aus welchem Grund bewerten Sie so anders als der Spiegel? Beste Grüße

8 Jahre? Und das bei

8 Jahre? Und das bei staatlichem Geld fuer den Umbau?
Hat sich eigentlich schon eine Loesung fuer die armen Schweine von Toennies gefunden? Statt "Tierbeseitigungsanlage" (was fuer ein abscheuliches Wort!) muesste sich doch ein Stall oder Aussenplatz finden lassen. Oder, wenn sie sich nicht verkaufen lassen, vielleicht eine Tierorganisation die sich um die "Adoption" der Tiere kuemmert?

Gesetz schützt nicht vor moralischer Verantwortung.

Gesetz schützt nicht vor moralischer Verantwortung!

Qualität kostet ihren Preis

in meiner Kinderzeit war Fleisch teuer und kam folglich nur ein bis zwei mal pro Woche auf den Tisch. In den 1970ern begann das Zeitalter der industriellen Freisch- und Wurstproduktion, die Preise erodierten, der Fleischkonsum stieg, während die meisten kleineren Landwirte und Fleischereien verschwanden.
Als ich Ende der 1990er Jahre in Rom lebte, lernte ich, dass dort Fleisch noch immer gut und teuer war und das man sich selbst im Supermarkt erklären lassen konnte, woher es kam und wie das Tier gehalten worden war. Mein damaliger Nachbar, Ex-Landwirtschaftsminister und mit einer Deutschen verheiratet, sagte einmal zu mir: "Ihr Deutschen esst viel zu viel viel zu billiges Fleisch."
Als ich nach D. zurück kehrte, schmeckte ich, wie Recht er hatte. Und entdeckte, dass man auch in Deutschland noch gutes Fleisch kaufen kann - wenn man bereit ist dafür zu bezahlen. Seitdem gibt es bei mir Fleisch maximal ein mal pro Woche - und ich weiß, woher es stammt. Billigfleisch - nein danke.

Ich hoffe doch, dass alle,

Ich hoffe doch, dass alle, die sich hier über zu lange Übergangsfristen empören, Vegetarier sind.

8 Jahre

Da haben ja viele Schweine noch eine unglaubliche Tierquälerei vor sich. Es ist eine Schande wie Menschen die Tiere ausbeuten nur um Profit zu machen. Morgen kommt mein Labradoodle in einen Käfig und nicht mehr raus, dann kommt der Tierschutz! Absurd! Das einzig Positive an diesen Berichten ist, das immer mehr Menschen auf Fleisch verzichten. Einige Menschen haben ein Gewissen.

Die Übergangszeiten sind aber

Die Übergangszeiten sind aber ganz schön "sportlich" bemessen ;-) Motto war wohl: Wozu diese Hast - was du heute kannst besorgen, das verschiebe mal auf Morgen

Es ist schon klar, dass nicht alles von heute auf morgen umgestellt werden kann, aber wo ist hier der Anreiz die Umstellung vor der Übergangszeit durchzuführen. Wie ein Kommentator weiter oben schrieb: Einfach eine jährlich steigende Abgabe bei dieser Art der Haltung.

und noch mal 8 Jahre?

seit Mitte der 90er zieht sich das hin und j, 2016 wurde zuletzt gerichtlich gemahnt und jetzt sind *nochmal* 8 Jahre Frist? Das ist wirklich das letzte.

Bonus für Durchstarter

Die Regierung sollte den Bauern, die es in einem Zeitraum von bis zu zwei Jahren umsetzen, einen Bonus zahlen.
Dann käme schnellere Bewegung rein. Machen müssen sie es ja sowieso.

Ein erster Schritt.

Solange in der Produktionskette von der "Erzeugung" des Ferkels bis zum Kauf des Schnitzels, der Mächtigere den Schwächeren ungestraft erpressen kann, wird sich nichts ändern. Eine Erhöhung des Verkaufspreises landet bei den Supermarkt- oder Discounter - Millionären oder den Fleischbaronen aber nicht beim Bauer oder Erntehelfer.
Analog gilt das für Kakao, Kaffee, Obst oder Textilien
Hier ist die Politik befragt, aber seit Jahren untätig.

20:58 von M.Walden

"Mir erscheint die Analyse des Spiegel genauer. Aus welchem Grund bewerten Sie so anders als der Spiegel?"

Das wundert Sie jetzt aber nicht ernsthaft?

Mehr Tierschutz im Stall ?

Sehr gut.
Aber was wachn wir wenn dann unsere Fleisch mit steuerfreien Kerosin mit dem Flieger aus Australien kommt?

Oder noch mehr Menschen zum Steak essen mit Blattgold nach Dubai fliegen?

Es ist eine Schande, so lange Fristen festzulegen.

Großbauern fällt es nicht schwer, innerhalb eines Jahres einen neuen Stall in Betrieb zu nehmen, da sollte es auch innerhalb eines Jahres möglich sein die Beschlüsse umzusetzen. Kleinbauern müssen besonders gefördert werden, denn ihnen geht es am schlechtesten. Mal einfach überlegen, wieviel Generationen Vieh jetzt noch gequält werden können! Die Bauernlobby macht, wie immer, einen tollen Job. Wichtig sind die Subventionen für den Umbau und ein gesetzlichen Fleischankaufspreis, der das Lebensmittel wirklich würdigt! Schade, setzen 4-!!

Weitere 8 Jahre sollen

die Tiere in qualvollen Stahlstabkästen gehalten werden?
Diese Politik ekelt mich nur noch an.
Ps. bin Vegetarier und kann das Treiben somit leider nicht durch Boykott an der Fleischtheke verhindern.
Insgesamt scheint mir der Artikel zu beschönend, ja fast so als wäre da heute großartiges Entschieden worden.

21:50 von DenkNach67

Eine gute Idee von ihnen, schade dass sie nicht an der Schaltstelle sitzen;-)

Ihr Artikel "Mehr Tierschutz"

Liebe Redaktion,
die Entscheidung des Bundesrates ist schlicht weg eine SCHWEINEREI leider suggeriert der Titel ihres Berichts das Gegenteil. Lediglich in einem Nebensatz wird die Übergangsfrist von unfassbaren 8 Jahren erwähnt, was aus meiner Sicht eine mindestens ebenso große Sauerei darstellt. Schade, dass so eine Berichterstattung auch noch gebührenfinanziert wird. Der Spiegel findet da deutlichere Worte!

21:17 von Werner40

“Ich hoffe doch, dass alle, die sich hier über zu lange Übergangsfristen empören, Vegetarier sind.“

Was hat das mit “Vegetarier sein oder nicht“ zu tun? Über den Umgang mit der Kreatur sollte sich jeder empören. Auch Sie.
In vielen EU-Ländern ist diese Fixierung ganz verboten oder für maximal! 10 Tage täglich kurzzeitig erlaubt (Besamung, Fütterung, Tierarztuntersuchung). Seltsam, dass es dort geht.
15 Jahre Übergang finden Sie nicht lang? Naja, vier Jahre sind schon vergangen und nichts ist geschehen. Erinnert mich ans Kükenschreddern oder auch an die Agrarpolitik. Wenn die “Übergangszeit“ dann kurz vor Ablauf ist, verhandelt man neu, weil ganz überraschend 15 Jahre um sind und in der knappen verbliebenen Zeit eine Umstellung nicht zu schaffen ist.

Alles nur noch erbärmlich

was unter Klöckner passiert. Es wird nur noch Lobbypolitik gemacht und alles der Wirtschaft untergeordnet. 8 Jahre sind ein erbärmlicher Kompromiss. Hauptsache der Export nach China läuft ungebremst weiter. Ob die Tiere leiden, der Boden dank der Gülleflut versauert und das Grundwasser immer stärker belastet wird...egal! Ich könnte nur noch kotzen, ob dieser Lobbypolitik, die in Berlin und den Ländern praktiziert wird!

8 Jahre

Warum sperrt man die entscheidungsfreudigen Politiker nicht in solche Buchten. Was man so großzügig entscheidet sollte man auch selbst ausprobieren. Ein Schwein ist ein sauberes und intelligentes Tier und Gegenstand zum Quälen. Hauptsache die Diäten stimmen. Als Deutscher kann man nicht stolz auf sich sein - immer brav die Augen verschließen. Aber was will man anderes erwarten - Kinder meinen das es ein Hacktier gibt (da kommt das Hackfleisch her). Wir sind Lemminge!

Mehr Tierschutz oder weniger?

Der Spiegel kommt hier zu einem ganz anderen Resultat…

Vorher illegale Haltung wird laut Spiegel durch das Streichen eines Satzes legalisiert und den Tieren geht es danach nur noch schlechter.

Abgesehen davon, 8 Jahre Übergang und dann noch Hilfen für eine Situation die seit über 10 Jahren illegal ist und jetzt legalisiert wird? Das finde ich nicht fair.

https://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/muttersauen-bundesrat-will-ge...

Das kann nicht alles gewesen sein

Das neue Gesetz zur besseren Tierhaltung wird gefeiert. Es ist ein Fortschritt - keine Frage.
Dieses Gesetz passt z.Zt. gut "in die Landschaft", jetzt, weil es gerade um die Schlachthöfe und Tierhaltung ging.

Dieses Gesetz muss schon lange in Vorbereitung sein, dass wurde nicht mal schnell innerhalb von 14 Tagen erstellt. Es passt einfach so gut, dass ich mich frage, ob die vorangegangene Diskussion und der Presse-Hype, bei dem Frau Klöckner angegriffen wurde, nicht Teil der Inszenierung ist.
Zuerst ruft man "Skandal! Tierhaltung pfui! Die Landwirtschaftsministerin hat die Verantwortung!". Dann zaubert Frau Klöckner das Gesetz hervor - und schon sind alle zufrieden und winken es durch.

Aber eigentlich ging es doch um mehr: Es ging auch um Nitratvergiftung durch Exkremente und Gülle, es ging um Medikamentengabe (Beta-Blocker, Antibiotoka, Asthmamittel ...) in der Tierzucht, um Tiertransporte, ausbeuterische Arbeitsbedingungen in Schlachthöfen ...
Da muss noch nachgeliefert werden

Zynismus in Reinkultur

„So sollen die engen Metallrahmen, in denen sich die Tiere kaum bewegen können, im Deckbereich der Ställe nach einer Übergangszeit von acht Jahren nicht mehr zulässig sein“

Acht Jahre „soll“ diese Quälerei für die Tiere also noch weitergehen?!? Aber auch das wohl nur, wenn sie „Glück“ haben. Muss wohl leider sein. Weil „die Politik“ es so will.

In den 70iger Jahren ist fast

In den 70iger Jahren ist fast die Hälfte des Geldes, das der Kunde für das Fleisch bezahlt hat, an den Produzenten gegangen, heute sind es nur noch gut 20%.

Heute ist es so: Wenn man für 10 Euro Fleisch kauft, bekommt der Bauer davon nur noch 2,20 Euro.

Bei Zucker, Getreide, Kartoffeln ist es noch schlimmer. Da ist der Erzeugeranteil auf ganze 6% gesunken.
D.h.: wenn ich für solche Nahrungsmittel 10 Euro ausgebe, bekommt der Bauer, der das anbaut gerade noch 60 Cent.

So entsteht der Druck auf die Landwirte, während Tönnies mit seinen Schweinereien zum Milliardär werden konnte.

Das kann doch nicht ernsthaft Marktwirtschaft sein?

Tierschutz noch in weiter Ferne

wäre meiner Meinung nach als Überschrift zum Artikel zutreffender gewesen.

21:13 von phme

"" Mein damaliger Nachbar, Ex-Landwirtschaftsminister und mit einer Deutschen verheiratet, sagte einmal zu mir: "Ihr Deutschen esst viel zu viel viel zu billiges Fleisch."
Als ich nach D. zurück kehrte, schmeckte ich, wie Recht er hatte. Und entdeckte, dass man auch in Deutschland noch gutes Fleisch kaufen kann - wenn man bereit ist dafür zu bezahlen. Seitdem gibt es bei mir Fleisch maximal ein mal pro Woche . ""
#
Genau so sehe ich es auch.Qualität hat seinen Preis und Fleisch aus guter Tierhaltung schmeckt auch besser.Und bei uns zu Hause gibt es immer noch den Sonntagsbraten. Das Fleisch kommt von einem Metzger meines Vertrauen.

Am 03. Juli 2020 um 21:13 von phme

„Qualität kostet ihren Preis
Als ich nach D. zurück kehrte,
schmeckte ich,
wie Recht er hatte. Und entdeckte, dass man auch in Deutschland noch gutes Fleisch kaufen kann - wenn man bereit ist dafür zu bezahlen. Seitdem gibt es bei mir Fleisch maximal ein mal pro Woche - und ich weiß, woher es stammt. Billigfleisch - nein danke.“

Sehr interessanter Kommentar.

Man merkt, Sie haben Ahnung von Ackerbau und Viehzucht.

Und natürlich,
„Was nichts kostet ist auch nichts“

Wert.

Und ja natürlich, „Original Parmaschinken“, ist im Geschmack unvergleichlich.

Ich war grüner Stammwähler ...

... bis heute. Wie kann eine Partei, die sich Naturschutz, Tierwohl, Umwelt auf die Fahnen geschrieben hat, solch einen Kompromiss durchgehen lassen, gar mit aushandeln?!?! Wo bleibt auch nur der Funke einer Idee für die Ziele, die sich die einst junge Partei gesteckt hat? Neoliberalismus, Tierquälerei zur Gewinnmaximierung haben die alten Ideale abgelöst. Nicht bei mir!

Artgerecht (für Mensch und Tier/Schwein) wäre nur...

alle 80 Mio. Bundesbürger verteilen sich über ca. 200.000 Dörfer auf ca. 400 Einwohner pro Dorf. In jedem Dorf gibt es 3...4 Bauern, die jeweils ca. 5...20 Schweine halten und später schlachten. > es wäre genug Essen für alle und die Tierhaltung wäre ökologisch und tiergerecht.
Das einzige Problem: die große Stadtbevölkerung zieht nicht aufs Land. Es gibt leider keine Stadtflucht und leider auch kein Aussterben von Städten.

Nitrate und Antibiotika

Man sollte mit sofortiger Wirkung die Massen Anwendung von Antibiotika begrenzen und zusätzlich die Nitrat Belastung vom Trinkwasser... Wenn die Gesellschaft nur wüsste was uns Blüht.. Multiresistente Keime und verseuchtes Trinkwasser ... Die Auswirkungen sind fatal

8 Jahre Übergang, mit Subvention, danach nur sehr moderate Verbesserung ist eine moralische Bankrott-Erklärung aller Beteiligter. Insbesondere die Politiker, welche diese Entscheidung zu verantworten haben, sollten sich klar machen, dass aufgrund ihrer Entscheidung Millionen Tiere viele Jahre weiter gequält werden. Ich frage mich ernsthaft, wie man mit so einer Entscheidung leben kann. Schämen Sie sich!

Und das war kein Auftrag des Volkes. Das habt ihr wegen der Interessenverbände gemacht. Deutschland muss kein Fleisch exportieren und die Bevölkerung ist bereit mehr für Fleisch zu zahlen. Sollte es für arme Bevölkerungsteile zu teuer werden, kann man Hartz4 anpassen. Für Griechenland waren in wenigen Tagen Milliarden da, da kann man auch Hartz4 um 5€ aufstocken.

Tierschutz gegen den Wunsch der Bürger auf Fleisch auszuspielen ist billig und falsch. Es ist möglich für alle erschwingliches Fleisch zu produzieren und dabei auf ein tierwürdiges Dasein zu achten.

Spiegel genauer?

Naja, der Spiegel hat schon im ersten Satz des Artikels einen gewaltigen Fehler. Es heißt nämlich nicht "Tierschutz-Nutztierverordnung", sondern immer noch "Tierschutz-NutztierHALTUNGSverordnung". Ob man hier wirklich genauer analysiert hat, lasse ich mal dahin gestellt.

Am 03. Juli 2020 um 20:52 von globalplayer58

Ich bin einfach nur entsetzt und noch mehr darüber, dass die Grünen daran beteiligt sind.
Deren Wähler haben damit wohl eher nicht gerechnet und es würde mich nicht wundern, wenn sich dafür manche Wähler von Grün verabschieden werden.

Das wird so wiedergegeben, als ob das bloß aus Jux gemacht wird.

Säue legen sich auf die Ferkeln - dabei sterben die Jungtiere.
Einer Sau ist das egal - ob Wildschwein oder Hausschwein, die Sau frisst ihre toten Jungen auf.

Auch heranwachsende Schweine sind nicht ohne und können sich gegenseitig totbeißen. Die Schwänze werden kupiert, weil sie sonst angefressen werden.

Man müsste die Tiere halbfrei halten, damit das nicht nötig ist. Wo genau soll der Platz dafür her? Welche Lösungsvorschläge gibt es bei dauernd steigender Bevölkerung. Wir exportieren viel.

Ich weiß, manche meinen man könnte "einfach weniger Fleisch essen" - aber wenn Menschen weltweit so oft sie können Fleisch essen (teilweise Insekten, wenn nicht anderes da ist), dann muss das so sein, dann ist es angeboren.

*

Es war schon beim Geflügel ein Fehler die Käfige komplett abzuschaffen. Hühner haben in Kleingruppen im Käfig wesentlich weniger Stress, als in Bodenhaltung in Massen gehalten.

ich habe den Spiegel-Artikel ebenfalls gelesen

und kann nur sagen, der TS-Bericht ist das Letzte. Gesetzesverstöße werden auf Intervention der Bundesregierung nachträglich legalisiert, das Leiden der Tiere wird um - mindestens(!) - 8 Jahre verlängert und sogar noch verschärft, die Grünen spielen dabei noch aktiv mit, und hier wird mir das als Fortschritt verkauft?
Ich fasse es nicht.

Die Öltanker mussten in 6

Die Öltanker mussten in 6 Jahren auf "Doppelwand" umgestellt werden.

Für den Umbau der Schweinepferche braucht man 8 Jahre?

Welche Lobby war da tätig? Welche Politiker waren da untätig?

Auch Säugetiere und Vögel sind fühlende Wesen und es besteht

kein Unterschied zwischen uns und ihnen wenn es darum geht, Leiden zu vermeiden und Wohlbefinden erreichen zu wollen.

Nach dem Tierschutzgesetz müssen Tiere ihrer Art und ihren Bedürfnissen entsprechend angemessen ernährt, gepflegt und verhaltensgerecht untergebracht werden, sie sollten aber auch in angemessener Würde getötet werden

Sie müssen unter stressfreien Bedingungen geschlachtet werden, das gebührt zum einen die Würde dieser Tiere und zum anderen schmeckt das Fleisch dann besser. Bei Stress schütten Tiere Adrenalin aus, das gelangt ins Blut und verändert Konsistenz und Geschmack in negativer Weise.

Ich esse nur noch wenig Fleisch, da es mir seit über 30 Jahren nicht mehr schmeckt. Ursprünglich nicht, weil ich damit explizit zum Tierwohl beitragen wollte, das kam erst dazu, als ich auf den unwürdigen industriellen Umgang mit den Nutztieren aufmerksam wurde. Mir reichen auch 1-3 Fleischmahlzeiten die Woche, wie es noch in meiner Kindheit in den 1950/60er Jahren üblich war.

Investitionssicherheit vs. Tierschutz

Bitte vergesst bei den Beschwerden zu den acht Jahren Übergangsfrist nicht, dass Landwirte auch Unternehmer sind und zwar die wirklich Systemrelevanten.

Für den Stallbau werden hohe Investitionen getätigt und Schulden aufgenommen.

Eine Verschärfung des Tierschutzes - so bitter nötig dies schon seit vielen Jahren auf sich warten lässt - darf nicht dazu führen, dass unsere Versorger ihre noch intakten Ställe auf eigene Kosten erneuern müssen.

Wenn wir als Steuerzahler bereit sind, uns angemessen an den Kosten zu beteiligen, wäre es sicher auch mit kürzerer Übergangsfrist realisierbar... aber könnten wir das nicht schon recht einfach seit vielen Jahren, indem wir möglichst wenig, dafür Bio-Fleisch kaufen?

Was war den die Alternative

Was war den die Alternative für die Grünen zu diesem Kompromiss?

@22:30 von menschenskind001

***Wie kann eine Partei, die sich Naturschutz, Tierwohl, Umwelt auf die Fahnen geschrieben hat, solch einen Kompromiss durchgehen lassen, gar mit aushandeln?!?! Wo bleibt auch nur der Funke einer Idee für die Ziele, die sich die einst junge Partei gesteckt hat? Neoliberalismus, Tierquälerei zur Gewinnmaximierung haben die alten Ideale abgelöst.***

Ich habe diesbezüglich schon lange keine großen Erwartungen mehr an die Grünen. Aber das ist jetzt tatsächlich eine Katatstrophe.
Das Problem der Grünen: Sie warnen und mahnen zu Recht.
Wenn es an die Umsetzung geht, bleibt nicht mehr viel übrig.
So gesehen kann ich auch "grün" sein: Mit Worten.

in 8 Jahren also

Man hat jetzt als Schweinebauer also 3 Jahre Zeit, um sich zu überlegen, wie man umbaut und dann noch zwei Jahre weiter um das zu Papier zu bringen...

Das ist ja wohl ein Witz? Kosten wird es ohnehin viel und in fünf Jahren hat die Umbaukosten angespart, also wozu die Zeit?

Und ja, natürlich muss das Fleisch dann teurer werden, darüber muss doch gar nicht diskutiert werden. Dann werden die Leute auch weniger kaufen und man braucht als Bauer auch weniger Tiere, um zu überleben, d.h. man muss umbauen, aber nicht großartig erweitern. So sollte es sein.

Ich frage mich ohnehin, wer die jetzigen Zustände im Schweinestall überhaupt erträgt und das freiwillig macht, Tiere so halten. Schwer vorstellbar, dass das jemand ist, dem das Wohl der Tiere am Herzen liegt. Sorry, liebe Landwirte, aber das kann mir niemand weismachen. Wer Tiere so hält unter den engen Bedingungen, Muttersauen eingepfercht etc. der hat in meinen Augen kein Gewissen.

Schnitzel süß - sauer

Auf dem Erzeugermarkt an der Konstablerwache in Frankfurt standen letztes Jahr Chinesen Schlange, um die gute Vogelsberger Kartoffelwurst in Ketchup und Curry zu tunken. Der Markt ist längst auf äääh - 8 Jahre abgesteckt und da gibt es keine Gnade für die Ware.

Pekunia non olet...

Aber mal hallooo ... ich lese, der Platzbedarf für Mastsauen, und erst recht für trächtige u. danach Ferkel säugende Sauen, wird künftig massiv ausgeweitet... aber leider erst innerhalb der nächsten 8 Jahre... Na klar - so lange braucht die Mastindustrie, um ca. 0,5 qm mehr Platz für jede Sau im Stall zu bauen...
_
Rein systemisch-betriebswirtschaftlich mag das okay sein... doch vor dem Hintergrund der jetzt akut gewordenen Mißstände in der Schweinezucht (= massive Überproduktion) ist nicht nur die 8-Jahres-Frist nur eins... nämlich eine grandiose SAUEREI..!
_
Mag "Tönnies" nach Osteuropa abwandern, und am besten auch die Mastbetriebe samt Gülleproduktion dorthin mitnehmen... wäre doch mal ein sinnvoller Beitrag zur EU-Wirtschaftsentwicklung bisher wirtschaftsschwacher Mitgliedsstaaten... oder wollen die dieses System gar nicht haben..? Falls ja - warum nicht..?? Schweine stinken... aber "pekunia non olet"...

@22:35 von TrautSich

//8 Jahre Übergang, mit Subvention, danach nur sehr moderate Verbesserung ist eine moralische Bankrott-Erklärung aller Beteiligter.//

Ohne Subventionen (so ärgerlich die auch sind) wird sich nichts ändern können, wenn wir genug zu essen haben wollen. Den Grund dafür hatte ich weiter oben schon genannt. Die Landwirte müssen wieder mehr Geld für ihre Arbeit bekommen. Es sahnen die Falschen ab.

Die Lösung wird

am Ende sehr einfach sein.
Einige sind schon abgewandert nach Polen und noch weiter östlich.
Also als erstes mal den Export von Schweinefleisch einstellen, das reduziert die Zahl um einiges.
Und die 8 Jahre reichen um bestimmte Dinge auszulagern, dort sind die Bedingungen meist noch schlechter, Dokus gibt schon lange und reichlich, seit vielen Jahren.
Dann werden die Ferkel eben wo anders großgezogen, viel mehr wird nicht passieren.

Die Entscheidungen sind zwar alle richtig, aber,auch sehr naiv, die Menschen wollen Fleisch essen, also wird es auch welches geben.
Aus jeder jeder Ecke riecht es nach grillen zur Zeit, wenn es nicht in Deutschland hergestellt wird, dann kommt es eben anders ins Land.

Das sind 165g pro Tag, und dafür werden in deutschen Schlachthöfen jährlich etwa 3,7 Mio Rinder, 59 Mio Schweine und rund 630 Mio Hühner und Puten geschlachtet. 1950 waren es noch 26 kg und viele Arbeiter, vor allem in den Kaliregionen und im Ruhrgebiet, lebten noch in Werkssiedlungen mit Gärten und Ställen hinter den Häusern. Hier konnten sich die Familien Gemüse, Kartoffeln und Obst anbauen und ein Schwein halten, eine "Bergmannskuh" oder Sonstiges. "Bergmannskuh" war die scherzhafte Bezeichnung für eine Ziege.

Das Schwein machte die Biotonne überflüssig, denn Schweine sind Allesfresser und sie bekamen neben gekochten Kartoffeln oder Rüben auch alle Essensabfälle als Futter. Es waren deshalb über Jahrtausende ideale Abfallverwerter und Fleischlieferanten, in vielen Kulturen, die in feuchten Region oder an großen Flüssen lebten. Das Tierwohl war allerdings zu keiner Zeit ein hohes Gut, aber die heutige bedarfsdingte industrielle „Fleischproduktion“ hat Maß und Mitte verloren.

Die Übergangszeit von 8

Die Übergangszeit von 8 Jahren bezieht sich auf den 'Kastenstand'. Das ist eine der Änderungen, die der Bundesrat an seine Zustimmung zur neuen Tierschutzverordnung der Bundesregierung knüpft. Eine andere Ünergangsfrist, von 15 Jahren, betrifft die Anforderungen an den 'Abferkelbereich'.

Es geht hier um die neue Tierschutznutztierverordnung, die erst nach Veröffentlichung in Kraft tritt.

Etwas weniger Quälerei in acht Jahren ist kein Tierschutz!

"[...] nach einer Übergangszeit von acht Jahren nicht mehr zulässig sein."
> Eine Übergangszeit von acht Wochen hätte es auch getan. Aber beim Tierschutz ist es wie beim Klima: Man will nur so tun, als würde man etwas ändern wollen.

"Sie [Klöckner] hob auf Twitter hervor, dass den Bauern für den Stallumbau Gelder zur Verfügung gestellt würden [...]"
> Was ist mit der sonst so gern beschworene Selbstregulierung des Marktes? Diese lebensverachtende Ausbeutung verdient keinen einzigen Cent an Subventionen. (Aber wir leben ja in einer Lobbykratie.)

Re 21:04 von tirilei

"Hat sich eigentlich schon eine Loesung fuer die armen Schweine von Toennies gefunden? Statt "Tierbeseitigungsanlage" (was fuer ein abscheuliches Wort!) muesste sich doch ein Stall oder Aussenplatz finden lassen. Oder, wenn sie sich nicht verkaufen lassen, vielleicht eine Tierorganisation die sich um die "Adoption" der Tiere kuemmert?"
??? 100 000 Schweine adoptieren die nicht geschlachtet werden können zur Zeit??? Wer soll die adoptieren?
Ihnen scheint das Ausmaß der nicht stattfindenden Schlachtungen wohl nicht so recht bewußt zu sein. Wenn es noch länger so weiter geht laufen die nächsten tausende Schweine in der Warteschleife auf.

Schwein gehabt?

Ich spreche mich dafür aus, dass sichergestellt sein muss, dass Fleisch ausschließlich von Schweinen stammt, die sich mit Inbrunst und Freude für uns töten lassen.
Kann dieser Nachweis vom Tötungsgroßunternehmen nicht erbracht werden, erlischt die Betriebsgenehmigung.

Frau Ministerin Klöckner, ich habe Sie nun bereits mehrfach zum Rücktritt aufgefordert! Bitte kommen Sie dem endlich im Interesse der Bürger und Schweine dieses Landes nach!

@Zwicke 22:55

Mag "Tönnies" nach Osteuropa abwandern, und am besten auch die Mastbetriebe samt Gülleproduktion dorthin mitnehmen...

-
Nö, Tönnies investiert in China:
„Gemeinsam mit der Dekon Group, einer Tochter der West Hope Group, unterzeichnete Tönnies eine Absichtserklärung über ein Jointventure eines Schlacht- und Zerlegezentrums für zunächst zwei Millionen Schweine in der Region Sichuan. Dies wird im zweiten Schritt auf sechs Millionen Schweine ausgeweitet.“
Gesamtinvestition: 500 Millionen Euro

Toennies-Schweine

@tirilei , 21:04
"Hat sich eigentlich schon eine Loesung fuer die armen Schweine von Toennies gefunden? Statt "Tierbeseitigungsanlage" (was fuer ein abscheuliches Wort!) muesste sich doch ein Stall oder Aussenplatz finden lassen. Oder, wenn sie sich nicht verkaufen lassen, vielleicht eine Tierorganisation die sich um die "Adoption" der Tiere kuemmert?"

Ein schwacher Trost ist, dass die Tiere für die Tierbeseitigungsanlage schonender getötet werden als im Massenschlachthof.
Das Problem bei einer Weiterhaltung ist, dass die Tier so schwer werden, dass die Knochen ihr eigenes Gewicht nicht mehr tragen können. Auch der Kreislauf wird durch die weitere Gewichtszunahme so belastet, dass die Tiere reihenweise an Herzinfarkt sterben würden.

@werner1955 - Voll an der Realität vorbei.

21:58 von werner1955:
"Aber was wachn wir wenn dann unsere Fleisch mit steuerfreien Kerosin mit dem Flieger aus Australien kommt?"
> "Unser" Fleisch wird immer aus Deutschland kommen. Im letzten Jahr wurden 8,6 Millionen Tonnen Fleisch produziert. Das entspricht wöchentlich zwei Kilogramm Fleisch pro Kopf. 200 Gramm würden es auch tun.

"Oder noch mehr Menschen zum Steak essen mit Blattgold nach Dubai fliegen?"
> Sie scheinen keine realistische Vorstelltung vom Alltag eines Durchschnittsdeutschen zu haben.

"1-Euro-Sau..."

Daß quasi alle Parteien - inklusive den Grünen - im Bundestag der 8-Jahres-Frist zustimmten, zeigt doch das politisch insgesamt verlogene Gesamtprozedere hinsichtlich aller Nutztierhaltung zwecks Nahrungsverwertung.
_
Alle wissen und kennen die äußerst fragwürdigen, ja teils kriminellen Machenschaften in der Branche... aber sogar vorhandene Gesetze werden einfach nicht konsequent angewendet. Ja - es mag hart sein für einen Schweinemäster ... aber wenn der die gesetzlichen Vorgaben unterläuft, ist der Betrieb genau so sofort zu schließen wie der Verwerter Tönnies. So oder so ... es wird keine Armen treffen.! Notleidend sind nur die aktuell in DE überzähligen Schlachtsäue... Mein Tipp: Gebt die ab für 1 Euro pro Stück (1-Euro-Sau) an engagierte Öko-Bauern mit Schweine-Freilauf... und seriösen Schlachtmethoden.

Am 03. Juli 2020 um 22:40 von Tada

"Hat sich irgendjemand gefragt, warum es Kastenstände gibt?
Das wird so wiedergegeben, als ob das bloß aus Jux gemacht wird.
Säue legen sich auf die Ferkeln - dabei sterben die Jungtiere.
Einer Sau ist das egal - ob Wildschwein oder Hausschwein, die Sau frisst ihre toten Jungen auf.
Auch heranwachsende Schweine sind nicht ohne und können sich gegenseitig totbeißen. Die Schwänze werden kupiert, weil sie sonst angefressen werden."

Sie haben Recht.

Schweine sind Kannibalen.

Aber woran liegt das?

Schweine haben eine große Gier nach Blut.

@ Tada

Der Plural von Sau ist Sauen. Und nein, eine artgerecht gehaltene Sau zerdrückt nicht mal eben ihre Ferkel, sondern kümmert sich für gewöhnlich gut um den Nachwuchs. Unfälle geschehen aber in der Tat schon mal. Bei den überzüchteten Arten, die pro Wurf mehr Ferkel gebären als Zitzen an der Sau sind, wird es etwas heikel. Diese maximierten Zuchtlinien sollten IMHO aufgegeben werden.

Und die Käfighaltung - man kann gute Käfige bauen, man kann Bodenställe ruinös betreiben. Aber im Mittel sind die Umstände bei Käfighaltung schlimmer als bei Bodenhaltung. Dennoch sollte auch da nachgebessert werden und die zulässige Zahl der Tiere/m² deutlich reduziert werden.

Und zum Thema angeboren - ich verhalte mich nicht wie ein Kleinkind, sondern nutze die Lernfähigkeit um mein Verhalten zu verbessern.
Ein geistiges Armutszeugnis mit "angeboren" zu kommen. Hauptsache keine Verantwortung übernehmen.

22:48 von GamWalter

Mir reichen auch 1-3 Fleischmahlzeiten die Woche, wie es noch in meiner Kindheit in den 1950/60er Jahren üblich war.
.
der Fleischkonsum ist doch nichts fixes
die letzten 2.000 Jahre schwankte der hierzulande zwischen 20 und 120 kg
überhaupt
wieviel Brot aß man im Mittelalter / oder Getreidebrei - - wieviel heute
Gemüse zu essen in der Menge das kannte so gut wie kein Mensch
dafür trank jeder 2 ... 3 l Bier am Tag
und um 1900 waren 250 kg Kartoffeln / Kopf üblich - heute grade mal 50 kg
ohnehin ging es in früheren Jahren darum satt zu werden
ob das heute auch so ist

20:58 M.Walden

>>Eine zu unkritische Sicht?
Liebe Tagesschau-Redaktion,
Mit „ Abstimmung im Bundesrat:
Noch weniger Rechte für die Sau“ titelt der Spiegel seinen Kommentar des selben Ereignis.<<

Es ist eher ehrenwert, wenn einmal mit mehr Sachlichkeit über ein Thema berichtet wird, als dass sich gleich schon jede*r mit der fett gedruckten Überschrift seinen Eindruck bilden muss, wie der oder die Journalist*in darüber denkt.
Oder können Sie sich nur auf diese Art eine eigene Meinung bilden?
Also, lieber sachlich als immer nur die kritische Keule auspacken. Was dann die oder derjenige für eine Meinung darüber hat, bleibt jedem selbst überlassen.

@Zwicke

"Mag "Tönnies" nach Osteuropa abwandern, und am besten auch die Mastbetriebe samt Gülleproduktion dorthin mitnehmen... wäre doch mal ein sinnvoller Beitrag zur EU-Wirtschaftsentwicklung bisher wirtschaftsschwacher Mitgliedsstaaten... oder wollen die dieses System gar nicht haben..? Falls ja - warum nicht..?? Schweine stinken... aber "pekunia non olet"..." Am 03. Juli 2020 um 22:55 von Zwicke

***

Ihnen ist wohl nicht klar, wie viele Nutztiere quer durch Europa (und nach außerhalb) verfrachtet werden, um woanders entweder gemästet oder geschlachtet zu werden. Teilweise geht es auch da um den letzten Stempel "made in XXX", teilweise darum Lebendexport-Verbote zu umgehen, teilweise um eine besondere Form der Schlachtung (Nahost).

Schweine und Diamanten

Fast schon die Vorlage für ein Hollywood Drehbuch:
- Die Schweinepest wurde in China aktiv verbreitet, um kleine Schweinezüchter in den Ruin zu treiben und die Preise für Schweinefleisch in die Höhe zu treiben:
https://bit.ly/2D2rEcN

- Ein Viertel des weltweiten Schweinebestandes wird innerhalb eines Jahres vernichtet:
https://www.nytimes.com/2020/01/01/opinion/china-swine-fever.html

- Kleinstbetriebe und Hinterhofhaltungen werden nun ersetzt durch landwirtschaftliche Betriebe, die bei ihrer Biosicherheit einem westeuropäischen Standard entsprechen. „Wir wollen die Aufbruchsstimmung in China nutzen und Qualitätsfleisch für den chinesischen Markt erzeugen“
https://bit.ly/3dSrvFG

Übergangsfristen - die Regel oder die Ausnahme

warum soll das beim Fleisch anders sein als bei beispielsweise Eiern
Käfighaltung bei Legehennen - doch auch verboten - mit Übergangsfristen
bei uns gerade mal 7 %, in Frankreich bei 70 % im EU Land Lettland bei 93 %
beim Verkauf ... analog - wo gibt's den hierzulande Käfigeier zum Kaufen
dafür für die Nahrungsmittelindustrie ob als Nudeln, Sossen oder im Kuchen

@anna-elisabeth

sie bezweifeln in ihrem kommentar die marktwirtschaft. genau die funktioniert hier aber perfekt. es gibt nämlich einfach viel zu viele schweine und folglich sinkt der preis für den verkäufer. das ist bei milch nicht anders. der grund sind unter anderem die subventionen in der land- und tierwirtschaft. die bauern schaufeln sich sozusagen ihr eigenes finanzielles grab wenn es um die verkaufspreise geht. wenn sie am strand 100 eisverkäufer haben, werden die auch keine große marge verdienen. haben sie nur 5, können die bestens leben. und wir zahlen doppelt so viel für die kugel eis.

22:34 von Metallerr

mit sofortiger Wirkung die Massen Anwendung von Antibiotika begrenzen
.
da sehe ich den größeren Handlungsbedarf
insbesondere würde ich den Einsatz von Ersatzantibiotika in der Tiermast sofort verbieten
als nächstes die Ausbringung von Abwässern auf Feldern
und ein generelles umdenken bei der Mast eher mittelfristig
Hauptsache aber man geht es an setzt Termine

@tada, 22:40

"Hat sich irgendjemand gefragt, warum es Kastenstände gibt? Das wird so wiedergegeben, als ob das bloß aus Jux gemacht wird."
NEIN, nicht aus Jux - aus Profitgier!

"Säue legen sich auf die Ferkeln - dabei sterben die Jungtiere. Einer Sau ist das egal - ob Wildschwein oder Hausschwein, die Sau frisst ihre toten Jungen auf."
Das ist nicht wahr. Haben Sie schon mal gesehen, wie eine Sau reagiert, wenn man ihr ein Ferkel weg nimmt? Es kann zu Erdrückungen kommen, als Unfall.
Ich war Nutztierethologe und kann nachvollziehen, wie sehr die Sauen im Kastenstand leiden.

"Auch heranwachsende Schweine sind nicht ohne und können sich gegenseitig totbeißen. Die Schwänze werden kupiert, weil sie sonst angefressen werden."
Das ist ein Haltungs- und Platzproblem. Schweine brauchen so viel Platz, dass sie einen separaten Kotbereich anlegen können.

"Man müsste die Tiere halbfrei halten, damit das nicht nötig ist."
Es gibt sinnvolle Haltungssysteme, z.B. der Nürtinger Schweinestall.

@SchweigenIstGold - Billigfleisch ist nicht systemrelevant.

22:48 von SchweigenIstGold:
"Bitte vergesst bei den Beschwerden zu den acht Jahren Übergangsfrist nicht, dass Landwirte auch Unternehmer sind und zwar die wirklich Systemrelevanten."
> Ich bin mir 100% sicher, dass unser Staat auch ohne die Produktion (und den Export) von Billigfleisch problemlos fortbesteht.

"Eine Verschärfung des Tierschutzes - so bitter nötig dies schon seit vielen Jahren auf sich warten lässt - darf nicht dazu führen, dass unsere Versorger ihre noch intakten Ställe auf eigene Kosten erneuern müssen."
> Aus den noch intakten Ställen müssen ein paar Gitter ausgebaut und die Zahl der Tiere reduziert werden. Mehr ist es nicht. Die Kosten dafür gehen gegen Null und können gern auf den Fleischpreis umgelegt werden.

Ich sehe jedenfalls keinen Grund, warum die Bestandteile eines perversen Systems subventioniert werden sollten.

Die Grünen haben sich aus der

Die Grünen haben sich aus der Verantwortung gezogen, spätestens als sie mit einem Schreiben ihrer beiden Bundesvorsitzenden, vom 03. März 2020, das als Antwort (Stellungnahme) auf eine 'Foodwatch-Petition' auf 'grüne.de' zum Thema zu lesen ist (Überschrift: "Wir wollen einen Abschied vom Kastenstand").

Sie schreiben dort von divergierenden Auffassungen zwischen den Vertretern der Bundesländer und der Posititon des Bundeslandwirtschaftsministeriums zur 7. Novelle der Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung. Baerbock und Habeck schließen mit der Bemerkung (ohne sich festgelegt zu haben): "Wir antworten gerne nochmal, nachdem der Bundesrat entschieden hat"

Nun, in zwei Dritteln der Bundesländer sind Grüne mit an der Regierung.
Wie haben sie abgestimmt, welche Anträge oder Vorschläge haben sie im Bundesrat gemacht? Sollten wir in den nächsten Tagen hoffentlich erfahren. Und eine Stellungnahme des Vorstandes wäre ebenfalls angebracht.

@23:00 von Anna-Elisabeth

>> Ohne Subventionen (so ärgerlich die auch sind) wird sich nichts ändern können, wenn wir genug zu essen haben wollen. Den Grund dafür hatte ich weiter oben schon genannt. Die Landwirte müssen wieder mehr Geld für ihre Arbeit bekommen. Es sahnen die Falschen ab. <<
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Glauben Sie womöglich, daß die EU (Europa) ohne EU-Landwirtschaftssubventionen nicht genug zu essen hätte..?? Das Gegenteil ist wohl eher richtig... zuzüglich einer massiven Überproduktion zum Verkauf in Exportmärkte. Leider oft auch im Zuge sog. Freihandelsverträge zum massiven Nachteil von Erzeugern in Drittweltländern. Ist aber egal - hauptsache die DE-Handelsbilanz stimmt.
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Demgegenüber wäre die einzig richtige Maxime ... Verzicht hier in DE auf Massentierhaltung u. Exportverwertung, stattdessen hochqualitative Fleischerzeugung = Consumer-Preisgestaltung, mittelfristig Rückkehr zu einer auch bürgerlich akzeptablen, bäuerlichen Nutzviehaltung...

Bestehendes Gesetz ...

... wird wohl seit Jahren verletzt und nun noch einmal Übergangszeit 8 Jahre

Wenn ich das vom Februar aus TS lese, ist jeder Tag zu viel.

"https://kurzelinks.de/0xji"

Das schleppt sich seit Jahren hin,
das ist Tierquälerei.

Bis die Ställe umgebaut sind, müsste gefordert werden, weniger Schweine halten.
..

@ 21:17 Werner40
Ich wüsste nicht, warum ich wegen
dieser Empörung Vegetarier sein soll.

22:00 vweh

>>Ps. bin Vegetarier und kann das Treiben somit leider nicht durch Boykott an der Fleischtheke verhindern.
Insgesamt scheint mir der Artikel zu beschönend, ja fast so als wäre da heute großartiges Entschieden worden.<<

Ich habe eine Achtung vor vegetarischer Ernährung, jeder so, wie er möchte.
Aber wie bereits schon einmal erwähnt, ist es besser, sachlich statt gleich immer kritisch zu berichten.
Es gibt zwei verschiedene Meinung zu der Ernährung.
Was die Sauhaltung in den Kastenständen betrifft, das muss selbstverständlich sehr bald ein Ende haben. Dass die Landwirte das nicht von jetzt auf gleich schaffen, weil alle immer viel ungeduldiger werden, ist aber auch verständlich.

23:36 von Mathias Beyer @anna-elisabeth

Danke für das anschauliche Beispiel.
Verstehen kann ich aber trotzdem nicht, wieso die Bauern heute weniger Prozent für ihre Erzeugnisse bekommen und die Glieder in der folgenden Kette (Verarbeitung, Lieferung, Verkauf u.s.w.) mehr. Wie schon geschrieben, Tönnies, Aldi und Konsorten sind Milliardäre. Ist irgendein Landwirt dabei?

@SchweigenIstGold - "Weiter so!" ist kein Kompromiss.

22:51 von SchweigenIstGold:
"Was war den die Alternative für die Grünen zu diesem Kompromiss?"

Wenn sich auf Jahre nichts ändern wird, handelt es sich um einen Stillstand und keinen Kompromiss. Und wer glaubhaft machen will, sich für eine bessere Tierhaltung einzusetzen, hätten diesem "Kompromiss" eine Absage erteilt.

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