Ihre Meinung zu: Brasilien und Mexiko melden so viele Corona-Tote wie noch nie

4. Juni 2020 - 15:39 Uhr

Innerhalb eines Tages sind in Brasilien und Mexiko so viele Opfer der Corona-Pandemie gemeldet worden wie noch nie zuvor. In beiden Ländern starben jeweils mehr als 1000 Menschen nach einer Infektion.

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Kommentare

Brasilien hat zu viele arme Menschen

Die armen Menschen können sich auf medizinischem Weg nicht helfen. Sie haben oft keine , oder keine ausreichende Krankenversicherung.
Ein Schutz mit Desinfektionsmitteln und Mundschutz können sich viele Menschen in den Slums nicht leisten. Es fehlt schon an guter und regelmäßiger Ernährung, reinem Wasser, Strom. Hygiene und Abstandsgebot ist bei räumlicher Enge kaum umsetzbar. Arbeit gibt es für arme Menschen eher weniger oder gar keine.
Da ist das Ergebnis mit den vielen Toten und den vielen Infizierten schnell erklärt.

@0_Panic

...und dazu noch ein Präsident, der sich über ein "Grippchen" lustig macht statt Maßnahmen zu ergreifen...

Es gehören halt einige Eckparameter...

..dazu, um die Anzahl der Toten gering zu halten.

ZB ein brauchbares Krankenversorgungssystem für alle.
D hat es.
Die USA mit ihrem für viele nicht verfügbaren system, Italien Schwellenländer wie Brasilien Mexico, Russland nicht bzw in schlechter Qualität..

Ausgedehnte Slums in Brasilien tuen ihr Übriges.

Ausreichende Beatmungskapazitaeten.
Das frisch Gesundheitsreformierte Frankreich oder auch Italien/Spanien hatten sie nicht.
Weswegen bei durchaus ähnlichen Infektionszahlen weit mehr sterben mussten als in Merkel - Deutschland.

Das der Brasilianische Herrscher falsche Entscheidungen traf, ist ein Aspekt, aber wohl nicht der entscheidende.

Neoliberale Musterstaaten wie Chile stehen nämlich auch nicht viel besser dar....

Nicht nur Brasilien und Mexiko ...

... auch Peru und Chile haben steigende Fallzahlen.

Bolsonaro betreibt jedoch eine Politik
des Sterben-Lassens.

Er sollte mal Boris Johnson konsultieren, wie dieses "Grippchen" war.

Soviel zu unseren

Soviel zu unseren "überzogenen" Maßnahmen. Wenn man nichts machen kann, oder will, geht's böse aus.

@ harpdart

Ich glaube, die ärmsten Menschen würden sich auch von ihrem Präsidenten nicht aufhalten lassen und sich z.B. nur zu Hause aufhalten.

Sie würden trotz Corona arbeiten gehen müssen, Geld verdienen, weil sie von der Hand in den Mund leben und ein Tag ohne Arbeit ist ein Tag ohne Geld und ein Tag ohne Essen.

Vielleicht bildet Bolsonaro auch nur ein Stück weit Realität ab. Die Probleme in Brasilien sind tiefergreifender. Nur zum Verständnis: Ich verteidige ihn keineswegs und finde sein Verhalten allgemein schrecklich. Aber welche Alternativen hat er hier ohne einen Volksaufstand zu riskieren und Millionen zu kriminalisieren?

Gut für die Wirtschaft und die Versicherungen

Was in Brasilien passiert, nützt der dortigen Finanz- und Wirtschaftswelt. Unproduktive Mitglieder der Gesellschaft werden weniger, Versicherungen (Kranken-, Renten-) werden entlastet, ebenso wie die Wasserversorgung usw. usf. Alles Vorteile für das Land [gilt natürlich auch für andere Länder].

Menschenverachtendes Gedankengut? Allerdings. Aber für Herrscher, die in ihrer Bevölkerung nur eine Zahl sehen, über die verfügt werden kann, ist das normal. So ähnlich gilt das für Kriegsherren, für die 2 Mio. „Gefallene“ eben nur (nachwachsende) Kollateralschäden sind.

Gut, dass wir nicht so denken ... wir? Wer ist wir? Nun, ich gehöre dazu. Aber ich weiß, dass es in diesen Foren viele Kommentare gibt, die zumindest ansatzweise in solch eine Richtung gehen. Auch jene werden mal alt oder krank ...

Empathie! Ethik! ... Wo seid ihr?

rer Truman Welt

Ich sehe die Problematik zumindest in Brasilien darin, daß das Virus ignoriert und deshalb die Bevölkerung nicht sachlich über wirksame Schutzmaßnahmen aufgeklärt wird. Diese Länder sind nicht dazu in der Lage, ihre Wirtschaft herunter zu fahren. Sie haben keinen Staat, der mit der "Bazooka" Geld verteilen kann. Wenn ein Mensch wählen kann zwischen einem Risiko der Ansteckung mit Todesfolge und dem sicheren Tod durch verhungern, ist die Entscheidung nachvollziehbar eindeutig. Die Menschen in den Armenviertel können sich sowieso aufgrund der Enge nicht wirklich schützen. Das ist eine Illusion. Da wäre eine Hoffnung realistischer, daß sie vielleicht aufgrund der Umstände widerstandsfähiger sind als die privilegierte aber degenerierte Oberschicht. Aber das ist Blödsinn. Sie werden auch dabei die großen Opfer zahlen müssen, so üblich wie immer. Aber auch dort könnte sich daraus eine hochexplosive Situation entwickeln. Es braucht nur die notwendige Entzündung wie FLOYD in den USA.

„Präsident López Obrador spricht von einer "neuen Normalität", zu der sein Land finden müsse“

Soll die so aussehen: „Allein in den vergangenen 24 Stunden seien landesweit fast 1100 weitere Todesfälle gemeldet worden und damit 470 mehr als noch tags zuvor“?

„Noch am Montag hatte die Weltgesundheitsorganisation gemahnt, dass der Höhepunkt der Pandemie in den Ländern Süd- und Mittelamerikas noch nicht erreicht sei. Trotzdem bleibt die brasilianische Regierung (…) auf ihrem Kurs, sich strikt gegen harte Auflagen im Kampf gegen die Krise zu stellen (…)
>> In einigen Teilen des Landes weichen erste Behörden jedoch eigenmächtig von dieser Einstellung ab. So gilt im brasilianischen Bundesstaat Bahia seit Mittwoch eine Ausgangssperre“

Sie tun eben, was sie können, um die dem Kurs ihrer Staatsführung geschuldete Zahl an Opfern wenigstens einzudämmen. Auf eigenes Risiko. Und dieses ist für jeden, der sich mit Kriminellen anlegt - ganz besonders bestens "organisierten" - nicht zu unterschätzen.

@0_Panik, 16:50h

"Die armen Menschen in Brasilien können sich auf medizinischem Weg nicht helfen. Sie haben oft keine, oder keine ausreichende Krankenversicherung"

Brasilien leistet sich noch immer eine freie staatliche Gesundheitsversorgung. D.h. man braucht keine Krankenversicherung. Nur ca. 25% haben eine zusätzliche, private Absicherung. Die staatlichen Ärzte und Krankenhäuser sind zwar kein deutscher Standard, aber nicht schlecht. Die derzeitige Auslastung der Krankenhäuser mit Covid19 Patienten ist rückläufig, allerdings waren in den letzten 4 Wochen einige Regionen hart am Kollabs.

Es gibt sehr viele teils staatliche, teils private Hilfsaktionen, die an die ärmeren Menschen Lebensmittel und Hygieneartikel verteilen.

Die Arbeitslosigkeit ist jetzt während der Krise, auf knapp 20% gestiegen. Vorher gab es eigentlich kaum Arbeitslose.

Tja, nicht jeder hat mal eben 130.000.000.000 Euro

oder findet genügend Investoren, die ihm das Geld gerne leihen.

Es ist - wie immer - halt von Vorteil, zu den reichsten 1-2% der Weltbevölkerung zu gehören.
Da braucht man sich nur Sorgen zu machen, ob endlich der Biegarten wieder aufmacht - oder wenigstens ein-zwei Wochen Malle als Entschädigung für die vielen Entbehrungen der letzten Monate drin sind.

Wenn wir als Volk ein Gewissen hätten, würden wir die gleiche Summe noch mal aufnehmen und damit die WHO oder andere Organisationen ausstatten, um weltweit gegen Corona-Folgen zu kämpfen.

Aber vorher wird eher eine neue Abwrackprämie für Luxuskarossen kommen - fürchte ich.

@Leipzigerin59

"auch Peru und Chile haben steigende Fallzahlen."

Das ist korrekt.
Aber in fast allen Ländern in Südamerika steigen die Zahlen, allerdings (noch?) nicht so hoch.
Lediglich Uruguay und Guyana können hoffen, dass sie bereits eine Trendwende geschafft haben.

Was kümmert es den narzistischen Populisten Bolsonaro

Bosonaro hat offensichtlich sein "persönliches Grippchen" schon hinter sich (als er Trump besuchte und danach positiv auf Covid 19 getestet wurde, wie von seiner Familie bestätigt wurde. Nur er persönlich dementierte es). Also wähnt er sich immun.

Dass dabei schon offiziell weit über 30.000 Brasilianer gestorben sind, juckt ihn nicht. Dabei gibt er nicht einmal Empathie vor, sondern verhöhnt noch die Bedenkenträger und damit auch Opfer. Vielleicht ist diese kalte Offenheit, was ihn in den Augen seiner Anhänger "authentisch" macht. Nur wenn es um ihn und seine Familie geht ist es Schluss mit lustig...

ist es doch noch nicht vorbei ?

Ja bei allem Optimismus und Wunsch nach Normalität, irgendwie ist es noch nicht vorbei.
Vielleicht auch keine gute Idee wie das Geld des Konjunktur-Pakets nun ( für mein Empfinden) so sinnlos zerstreut wird. Sollten wir doch ein zweiter shutdown oder gar eine andere Pandemie haben wir keine Reserven mehr. Es wäre sinnvoller mehr med. Fachpersonal vor allem in den KH und auch Lehrer einzustellen um kleinere Klassen zu ermöglichen und uns so für die Zukunft zu rüsten.
Habe auch den Sinn des Familienbonus nicht verstanden (habe selbst 2 Kinder) das Geld wird doch eh nicht im lokalen Einzelhandel landen, sondern bei einem großen amerikanischen Online-Milliardär für Ballerspiele etc.

17:39 von harpdart

«… auch Peru & Chile haben steigende Fallzahlen.»

«Das ist korrekt. Aber in fast allen Ländern in Südamerika steigen die Zahlen, allerdings (noch?) nicht so hoch. Lediglich Uruguay & Guyana können hoffen, dass sie bereits eine Trendwende geschafft haben.»

Uruguay & Guyana sind 2 Länder sehr "in Randlage".

URU ganz im Süden des Kontinents.
Mit Landgrenzen zum wenig dicht besiedelten Süd-Argentinien + Süd-Brasilien.
Fährverbindungen Montevideo - Buenos Aires wurden "frühzeitig" eingestellt. URU ist der wohl best-organisierte Staat in ganz S-AME. Verantwortungsvolle Regierung, hohe ("quasi EU") demokratische Standards, rel. sehr gutes Gesundheitssystem. Und nur ± 5 Mio. Einwohner.

GUY ist "Nowhere Country Isolated". Nur ± 0,75 Mio. Einwohner.
Im Undurchdringlichen Dschungel von Überall-Sumpfland.
Sehr, sehr abgeschiedenes Land.

In ECU ist die Corona-Lage sehr unterschiedlich.
In Quito in den Anden (sehr) viel "entspannter" als in der Mio-Hafenstadt Guayaquil am Pazifik …!

@ Bender Rodriguez

"Soviel zu unseren "überzogenen" Maßnahmen." Am 04. Juni 2020 um 17:15 von Bender Rodriguez

*

In den am schlimmsten betroffenen Ländern würde schon eine gute Versorgung mit sauberem Trink- und Leitungswasser helfen. (Dass man Leitungswasser einfach trinken kann ist auf dieser Welt nicht überall normal).

Leider haben viele Slumbewohner und alle Obdachlosen überhaupt kein Wasseranschluss. Sie können sich nicht einmal die Hände waschen.

Platz, um Abstand zu halten ist auch nicht da.

So gut durchgeimpft, wie hier sind auch nicht alle Menschen auf der Welt.

Dazu kommen weitere unbehandelte Krankheiten, wie Tuberkulose, HIV und weitere Armutskrankheiten.
Wenn da noch Corona dazu kommt, dann kann es einfach nicht anders laufen, als aktuell.

Zu uns in Deutschland kann man überhaupt keinen Vergleich ziehen.

Hauptfaktor

Nach jetzt bald drei Monaten haben wir längst die Antwort: es gibt viele Faktoren, die eine Rolle spielen; aber wo die Abstandsregel so gut es eben geht eingehalten wird, bekommt man Covid19 unter Kontrolle.
Aber dieser Fakt muss eben sowohl von der jeweiligen Regierung als auch von der jeweiligen Bevölkerung akzeptiert werden.

In Deutschland ist das der Fall.
In vielen anderen Ländern (UK, Schweden, USA) leider nicht.
_

@ 16:50 von 0_Panik

Brasilien hat einen menschenverachtenden und völlig unfähigen und untragbaren Präsidenten.
Da ist das Ergebnis mit den vielen Toten und den vielen Infizerten schnell erklärt.

So viele Tote wie nie, aber

So viele Tote wie nie, aber Bolzenario weigert sich nicht nur entsprechende Schutzmechanismen auf zu bauen, nein, er will alle schon wieder zur Arbeit schicken. Da muss die Frage erlaubt sein, macht er das nicht in der Hoffnung, dass noch möglichst viele, die ihm in ihrer Armut gefährlich werden könnten, so sterben werden und auch als Kostgänger verschwinden? Schließlich scheint er ja in ähnlicher Weise soziopathisch veranlagt zu sein, wie Trump und der wollte ja auch, dass möglichst gleich wieder gearbeitet werden sollte.

die mittellosen sterben, nachdem die ...

oberschicht den virus aus dem ausland eingeschleppt hat.

wer hilft ihnen ?
niemand.

Das ist ein Länder- und Städte - Ranking der kranken Bewohner

Corona tötet nur kranke / geschwächte. Ausnahmslos. Immer wenn mal eine Corona-Todesmeldung über einen scheinbar gesunden in jungen Jahren kam, haben die Pathologen in ihren Kellern die Wahrheit gefunden: NIX gesund.
Daher hassen sich 2020 die Virologen und Pathologen so sehr.

Den Politikern der besonders betroffenen Ländern und Städten (New York!) wird die krankmachende Lebensart der "Leistungs"gesellschaft dort damit vorgehalten. Und das Versagen der Gesundheitssysteme durch Kaputtsparen und Abbau.
Und meist nur so nebenbei - auch so manche vertuschte Umweltsauerei von Chemiefirmen, weil dann natürlich untersucht wird, warum denn im direkten Umkreis der Chemiefabrik so extrem viele Coronatote aufgetreten sind..... O_o

@schabernack

"Mit Landgrenzen zum wenig dicht besiedelten Süd-Argentinien..."

nordosten Argentiniens trifft es wohl eher. der süden Argentiniens liegt einiges weiter "unten" auf der karte. so viel zeit muss sein!

16:50 von 0_Panik

Es fehlt schon an guter und regelmäßiger Ernährung, reinem Wasser, Strom. Hygiene und Abstandsgebot ...
.
und bei uns fehlt es an der Einsicht
von daher jedes Land hat seine spezifischen Probleme
was hat "wenig Arbeit" mit der Anzahl Coronatoter zu tun

"bei allem Optimismus und

"bei allem Optimismus und Wunsch nach Normalität, irgendwie ist es noch nicht vorbei "

Ja, so ist es leider.
Zwar scheint es so in Westeuropa, aber sonstwo steigen die Zahlen immer mehr. Sei es Osteuropa, Arabien, Amerika (N+S), Indien, Pakistan, Bangladesch.
Im Iran ist die zweite Welle schon stärker als die erste, in Israel und Südkorea kämpft mnan gegen die zweite Welle, in Schweden steigen die Zahlen auf Rekordniveau.
Nichts ist vorbei, trotzdem machen alle hier in Europa den gleichen Fehler, lockern, lockern, lockern, öffnen, öffnen, öffnen, reisen, reisen, reisen.

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