Ihre Meinung zu: Indien empfiehlt umstrittenes Malaria-Mittel gegen Corona

27. Mai 2020 - 11:54 Uhr

Forscher warnen eindringlich vor den Nebenwirkungen von Hydroxychloroquin. Trotzdem will Indien das Medikament in der Corona-Krise einsetzen - zur Vorbeugung. In dem Land wurden inzwischen mehr als 150.000 Infektionen erfasst.

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Kommentare

Der Wirkstoff hat keine

Der Wirkstoff hat keine positive Auswirkung auf eine Covid-19-Erkrankung, erhöht aber die Sterbewahrscheinlichkeit. Trump kann das ja gerne für sich persönlich so entscheiden. Dass Indien das als Land empfiehlt, scheint mir vielleicht eher mit den Interessen zu tun zu haben, die hinter der Tatsache stehen, dass in Indien 70% des Medikamentes hergestellt werden.

150.000 Infektionen

bei 1.300.000.000 Einwohner sind 0,01154% der Bevölkerung!!!!

In D 181.288 Infektionen bei 82.000.000 Einwohner sind 0,2211%

Stehen die da nicht besser da als wir?
Was soll uns das jetzt sagen?

Ja, das sollte man gut

Ja, das sollte man gut beobachten um - aus dem "Menschenversuch" - endlich mehr Beweislast zu haben, was Nebenwirkungen angeht. Aber ich fürchte, das wird gerade in Indien verschwiegen werden und es würde nur berichtet, wenn es keine Nebenwirkungen gibt.

von wann ist denn diese Info ?
also vor 40 Jahren gab es Resochin als Vorbeugung gegen Malaria
das hat in Indien noch gewirkt aber schon damals nicht mehr in Afrika

Mittlerweile

ist die Sehnsucht nach Normalität und leben ohne Angst enorm zu spüren. Auch in Indien klammern sich jetzt die Menschen an einen Strohhalm, er heißt bei ihnen Hydroxychloroquin. In manchen Ländern ist es Remdesivir. Es gibt zu wenig wirklich handfeste wissenschaftliche Erkenntnisse, das Virus ist immer noch ein Unbekannter. Manche Menschen versuchen es mit Verleugnung und machen weiter, als ob es Corona nicht geben würde, obwohl klar zu sehen ist, was passiert, wenn es frei wüten kann (wie im Moment in Brasilien). Verzweifelt wird in den meisten Ländern versucht, eine Balance zwischen Gesundheitsschutz und der Wirtschaft zu finden. Und jeder versucht auf seine Art und Weise mit dieser unwirklichen Situation und der momentanen Realität umzugehen. Was falsch und was richtig ist, wird sich wohl erst in ferner Zukunft herauskristallisieren.

Falsche Anwendung!

Das Medikament muss - wie jedes Medikament - richtig angewendet werden.
Professor Didier Raoult behandelt in Marseille Covid-19-Partienten mit großem Erfolg Ebenfalls der kalifornische Lungenspezialist Roger Seheult.

Anscheinend spielt das Vorgehen, vor allem der Einsatzzeitpunkt eine Rolle.
Raoult, einer der weltweit renommiertesten Virologen, testet zuerst Patienten mit Symptomen auf Corona-Virus, klärt dann Unverträglichkeiten ab. Er gibt dann sofort das Malaria-Medikament Hydroxychloroquin (HCQ) und bei Bedarf zusätzlich das Antibiotikum Azithromycin.
Die Behandlung dauert in der Regel fünf bis sieben Tage und koste fast nichts. In der Schweiz sind 30 Tabletten HCQ für 8 CHF zu haben und drei 500mg-Tabletten Azithromycin für 18.90 CHF.
Die Mortalität ist mit 0.5% geringer als sonst.

Der Virus verschwindet nicht.

Der Virus verschwindet nicht. Egal, wann wir wieder normal hochfahren, es wird wieder und wieder Ausbrüche geben. Würde so ein Virus verschwinden, müsste man nur alle Menschen 3Wochen ruhig stellen.
Das Virus könnte nicht überspringen und trocknete aus. Ergo, wir können uns nicht schützen. Heute nicht. Und übermorgen auch nicht.

@12:27 von Emil66 - seltsame

"150.000 Infektionen bei 1.300.000.000 Einwohner sind 0,01154% der Bevölkerung!!!!

In dem Artikel steht "In dem Land wurden inzwischen mehr als 150.000 Infektionen erfasst."

Die Anzahl der positiven Testergebnisse können Sie allenfalls im Verhältnis zur Anzahl der Tests betrachten.
Gehen Sie etwa davon aus, dass in Indien alle Einwohner getestet wurden und in den Slums und in den Dörfern alle Erkrankungen erfasst werden oder was soll diese Frage?

Es wirkt

>>Auch US-Präsident Donald Trump hatte das Medikament gelobt und mitgeteilt, er nehme es zur Vorbeugung ein. Am Sonntag sagte Trump dann allerdings in einem Interview, er habe die Einnahme von Hydroxychloroquin inzwischen beendet.<<

Leuchtet ein. Sofern der Präsident nicht infiziert ist, dürfte Hydroxychloroquin nach bekannter Trump-Argumentation gegen Covid 19 wirken. Logo?

Eine Frage der Interessen (bzw. der "Wert"-Maßstäbe)

„Indische Studien hätten ergeben, dass Hydroxychloroquin "keine größeren Nebenwirkungen" habe, erklärte die oberste biomedizinische Forschungseinrichtung des Landes“

Die internationalen wissenschaftlichen Standards – zu denen in allererster Linie die Freiheit, sprich: die Unabhängigkeit(!) der Forschung zählt – waren bei diesen Studien allem Anschein nach NICHT maßgeblich: „Die WHO hatte bekanntgegeben, ihre klinischen Tests von Hydroxychloroquin wegen Sicherheitsbedenken vorübergehend gestoppt zu haben (...). Die Forscher kamen zu dem Ergebnis, dass Hydroxychloroquin (...) keinen Nutzen bei Covid-19-Patienten zeige. Vielmehr wiesen die Daten auf ein erhöhtes Sterberisiko hin (...)"

Eher "wirtschaftliche" bzw. politische Interessen: „Das Malaria-Medikament verursache "keinen Schaden" und "könne vielleicht Nutzen haben" (Generaldirektor des Indischen Rats für Medizinische Forschung)

Vielleicht. Eher nicht: "Aus Indien kommen 70 Prozent der weltweiten Produktion von Hydroxychloroquin"

12:27 von Emil66

«150.000 Infektionen
bei 1.300.000.000 Einwohner sind 0,01154% der Bevölkerung!!!!
In D 181.288 Infektionen bei 82.000.000 Einwohner sind 0,2211%

Stehen die da nicht besser da als wir?
Was soll uns das jetzt sagen?»

"Zahlenmagie" … soll uns das jetzt sagen.

5 der 28 Bundesstaaten in Indien sind schwer von Corona betroffen.
Recherchieren Sie … welche 5 es sind. Dann addieren Sie deren Einwohnerzahlen.

In IND ist Corona noch weit ungleichmäßiger verteilt als in DEU.
"Metropol-Cities" als Stichwort.
Mumbai (± 18,5 Mio. Einw.), Chennai (± 8,7 Mio.), Hyderabad ( ± 7,8 Mio.) sind bei den sehr betroffenen Städten. Delhi (± 16,3 Mio.) und Kolkatta (± 14,1 Mio.) nicht ganz so sehr arg.

"Und … noch mehr Magie".

Recherchieren Sie die Anzahl der Corona-Tests pro 1 Mio. Einwohner im Vergleich IND zu DEU. Am meisten übersichtlich sind Zahlen bei: "www.worldometers.info".

"Schlussmagie".

Wie viele Tote mag es im 1,3 Mrd. Land IND wohl geben.
Bei denen nie nach Corona geschaut wurde ?

12:12 von andererseits

«Dass Indien das als Land empfiehlt, scheint mir vielleicht eher mit den Interessen zu tun zu haben, die hinter der Tatsache stehen, dass in Indien 70% des Medikamentes hergestellt werden.»

Indien will "Hydroxychloroquin" ja nicht in 1. Linie zur Behandlung von an Corona Erkrankten einsetzen. Aber zur Prophylaxe / Verringerung der Infektionswahrscheinlichkeit.

Ich denke … es ist auch viel an Ratlosigkeit seitens der Gesundheitsbehörden mit im Spiel. Wie man der Epedemie im Land begegnen solle. Gerade in Großen Städten … gerade in den Armutsquartieren … gerade angesichts des wenig effektiven Gesundheitssystems … gerade in Hinsicht auf die sehr wenigen Intensivbetten in Relation zur Bevölkerungszahl.

Indien hat die Produktion des Medikaments im Land. Aber auch in Ländern in Südamerika sind Überlegungen, was man wie zur Verringerung der Schwere von Infektionsverläufen medikamentös prophylaktisch tun könne.

So werden Gedanken zu "Hydroxychloroquin" und "Remsdivir" als Mittel …

@ 12:34 von krittkritt

Didier Raoult ist eher extravagant als renommiert und keineswegs weltweit anerkannt; er lag in den vergangenen Monaten mehr als einmal bedenklich daneben mit seinen Einschätzungen und "Expertisen" zu Corona, wird aber in Frankreich interessanterweise von der extrem Rechten gefeiert (Quelle: SZ, tinyurl.com/y7hey4f6).
Aufschlussreich.

Am 27. Mai 2020 um 12:27 von Emil66

>>bei 1.300.000.000 Einwohner sind 0,01154% der Bevölkerung!!!!

In D 181.288 Infektionen bei 82.000.000 Einwohner sind 0,2211%

Stehen die da nicht besser da als wir?
Was soll uns das jetzt sagen?<<

Hm, mir sagt es vor allem einiges über ihr Rechenmodell. Und das es user gibt, die trotz x-facher Wiederholungen um eine derartige Berechnung (bzw. eigentlich ja nur eine Gegenüberstellung von Zahlen) einfach nicht verstehen wollen, dass es um mehr als nur das "Kleine Einmaleins" geht.
Es gibt nun einmal so etwas wie eine Dunkelziffer und diverse weitere Faktoren, die einen so simplifizierten Schluss als nicht aussagekräftig zulassen.

Aber wenn man sich Alles so einfach zusammenrechnen kann, dann bleiben Sie in ihrer einfachen Welt.

Am 27. Mai 2020 um 13:37 von schabernack

>>Ich denke … es ist auch viel an Ratlosigkeit seitens der Gesundheitsbehörden mit im Spiel. Wie man der Epedemie im Land begegnen solle. Gerade in Großen Städten … gerade in den Armutsquartieren … gerade angesichts des wenig effektiven Gesundheitssystems … gerade in Hinsicht auf die sehr wenigen Intensivbetten in Relation zur Bevölkerungszahl.<<

Ich denke ähnlich. Auch das man dadurch der Bevölkerung zeigt aktiv das Geschehen zu bekämpfen. Es ist eine Idee, die der Bevölkerung etwas die Sorgen nehmen und das Gefühl der Verantwortung des Staates beweisen soll . Leider scheint es mir ein hilfloser Schritt zu sein, da die Wirksamkeit des Mittels nun mal in Punkto Corona nur bedingt und nicht abschliessend erforscht ist.

Indien empfiehlt

So wie in der ganzen Welt muss jedes und darf jedes Land selbst entscheiden welche Maßnahmen sinnvoll und notwenig sind.

In 10 oder 20 Jahren wissen wir dann was
falsch oder richtig ist. bei manchen Entscheidungen auch füher.

Auch unser Politiker entscheiden teilweise ohne sichere Grundlagen und Fakten und nennen das dann blühnende Landschaften, zwingend notwendig, alternativ los, oder wir schaffen das.

@ 13:37 von schabernack

Dass an vielen verschiedenen Orten und in verschiedenen Ländern geforscht wird, was man zur Verringerung der Schwere einer Covid-19-Erkrankung beitragen kann, ggf. auch durch andere bereits auf dem Markt befindliche Wirkstoffe, ist sinnvoll und insofern völlig unstrittig. Dabei aber ein bewährtes Verfahren zu kippen bzw. nicht abzuwarten, das ja auch zum Schutz vor Schäden u.a. vor gefährlichen Nebenwirkungen etabliert wurde, erscheint nicht nur mir höchst fragwürdig.

um 12:27 von Emil66

"Stehen die da nicht besser da als wir?
Was soll uns das jetzt sagen?"

Und Sie glauben das Indien proportional
so viele Tests wie Deutschland durchführt.

"Was uns das sagen soll!"

Vielleicht das man bevor man schreibt auch alle Fakten bis zum Ende durchdacht hat.

Gruß

Unser Mittel der Wahl, hier

Unser Mittel der Wahl, hier und da immer noch Pflicht, heißt Maske. Das RKI und andere Fachexperten haben sich innerhalb weniger Wochen wissenschaftlich widersprochen. Eigentlich ohne sich auf neue wiss. Studien zu stützen. Regierung und vielen von uns kümmert dies wenig. Wirkt schon, irgendwie; angeblich schadet unter Umständen das eigene CO2, vgl. z.B. die Infos des "Aerzteblatt".
Die Infektionen gehen hier kontinuierlich zurück, trotz Wirrwarr der Mittel und der Wissenschaften. Vielleicht sind die Zusammenhänge ganz, ganz anders.
Wir trauen unserer Regierung, unseren Experten, unseren Medien. Das können die Inder in ihren Lande sich auch leisten. Alles in allem halb so schlimm.

re werner1955: Wieder alles gleich?

>>So wie in der ganzen Welt muss jedes und darf jedes Land selbst entscheiden welche Maßnahmen sinnvoll und notwenig sind.<<

Das schreiben Sie wirklich zu jedem Thema! Als wenn dies jemand bestreiten würde!

Nur: Weil eben jeder Mensch und jedes Land und... „selbst entscheiden kann“, muss sich eben jeder Mensch und jedes Land über diese Entscheidung Gedanken machen. Weil unter falschen Entscheidungen nämlich viel mehr Menschen zu leiden haben als die paar, die diese Entscheidungen getroffen haben.

>>In 10 oder 20 Jahren wissen wir dann was
falsch oder richtig ist. bei manchen Entscheidungen auch füher.<<

aha, und worüber reden wir dann? Über die Vergangenheit? Weil die Zukunft keiner kennt?

>>Auch unser Politiker entscheiden teilweise ohne sichere Grundlagen und Fakten und nennen das dann blühnende Landschaften, zwingend notwendig, alternativ los, oder wir schaffen das.<<

Und das ist jetzt Ihr Kommentar zu einem gefährlichen Medikamenteneinsatz in Indien?

@13:47 von andererseits
Professor Didier Raoult dagegen ist gemessen an der Zahl seiner über 1300 Publikationen einer der bedeutendsten Viro- und Bakteriologen der Welt.
Er ist Gründer und Chef des auf Infektionskrankheiten spezialisierten Institut hospitalo-universitaire IHU in Marseille.
... Und wenn die Rechten sagen, der Himmel ist blau, dürfen das andere nicht mehr sagen?
Für mich ist das kein Argument. Ich versuche die Fakten zu bekommen.
"Links" wäre Raoults Ansatz vielleicht insofern, als das große Pharma-Business mit ihm kein großes Geschäft machen kann.

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