Ihre Meinung zu: thyssenkrupp verkauft Aufzugssparte

27. Februar 2020 - 21:46 Uhr

Seit Jahren steckt thyssenkrupp in der Krise. Jetzt reagiert der Stahl- und Industriekonzern und verkauft seine Aufzugssparte für 17,2 Milliarden Euro. Mit dem Geld sollen Schulden abgebaut werden.

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Kommentare

Und wenn das Geld dann verbraten ist,...

...das durch den Verkauf des "Tafelsilbers" hereingeholt wurde, dann fährt Thyssenkrupp auch ganz ohne Aufzugssparte abwärts, direkt bis in die Pleite.

Der Fisch stinkt vom Kopf. Da helfen keine Verkäufe der einzigen noch profitablen Geschäftsbereiche. Kluge Unternehmensführungen verabschieden sich von den Geschäftsbereichen, die keine Erträge erwirtschaften. Das "Top"-Management von Thyssenkrupp verkauft statt dessen lieber alles, was noch Geld bringt, um mit den Erlösen das zu finanzieren, was immer neue Verluste einbringt.

Auch eine Art, den Ast abzusägen, auf dem man sitzt. Worauf hoffen die Manager da eigentlich? Auf staatliche Subventionen, weil Thyssenkrupp zu groß ist, als dass man es fallen lassen könnte? Ich glaube, die überschätzen ihre Relevanz ganz gewaltig. Stahl ist heutzutage nicht mehr systemrelevant, im Gegensatz zu Banken.

Das Ende in 10 Jahren

"Zu den Käufern um die Finanzinvestoren Advent und Cinven gehört auch die RAG-Stiftung aus Essen."

Man wird die Aufzugssparte zerstückeln,
ausnehmen und weiterreichen.
Zwischen durch nutzt man Kurzarbeitergeld, Kredite und Subventionen vom Staat Deutschland.

Tragisch.

Schon tragisch, da muss die Aufzugssparte, womit das Geld verdient wird, verkauft werden... Und die Zukunft ? Das weiß Thyssenkrupp selber nicht. Denn mit Stahl ist wie bisher so an diesem Standort kaum Geld zu verdienen. Man fragt sich wirklich ab, was hat das Management und vor allem der Betriebsrat sich bei dieser Lösung gedacht. Besser wäre wohl umgekehrt gewesen und man hätte das Stahlgeschäft innerhalb Deutschlands oder der EU verkauft und die Aufzugssparte wesentlich ausgebaut.
Bedauernswert ist das die Bundesregierung in Gegensatz zu andere Regierungen, wie Frankreich oder USA, auch bei Großunternehmen Verkauf oder Auflösung so ohne weiteres zulässt. Auch wenn Stahl nicht mehr den Stellenwert wie früher hat, ohne Stahl ist Deutschland weniger wettbewerbsfähig.

Die neue Geschäftsführerin

wurde eben eingesetzt, um das Unternehmen zu zerschlagen. Es geht darum, möglichst viel für ein paar Aktionäre herauszuholen, nicht darum, den Konzern weiter zu führen. Hier soll einmal das große Geld fließen, dann ist Schluss.

In der Liste der größten Stahlproduzenten ...

der Welt auf statista.de taucht Thyssenkrupp nicht unter den Top 20 auf!
Nach der erfolgten Umstrukturierung wird Thyssenkrupp dann von einem dieser großen Produzenten zu einem guten Kaufpreis pro Aktie übernommen, die Aktionäre sind zufrieden und ein weiteres Kapitel im industriellen Ausverkauf Deutschlands ist beendet!

Für die Mitarbeiter ein unheilvolles Vorzeichen

mein bester Freund und unser ehemaliger Schlagzeuger waren dort in der Lehre und Thyssen Aufzüge ist ein renommierter AG hier auf den Fildern. Jetzt wird der profitable Teil des Konzerns verkauft oder "filetiert", wie man in solchen Fällen sagt. Und der Rest wird dann der Pleite oder dem Steuerzahler zufallen.

Ich verstehe Konzerninhaber generell nicht.

Warum setzt man sich nicht zur Ruhe und lässt der Wirtschaft ihren Lauf?
Es gibt doch nichts erleichternderes als das Geschäft mit dem Geld sein/laufen zu lassen. Warum hängen Menschen so an all dem riesigen Vermögen und sonstigem völlig überflüssigem Kram?
Was treibt sie dazu - reich sein zu müssen?

Thyssen-Krupp hätte es besser

Thyssen-Krupp hätte es besser andersherum gemacht. Die Verlustbringer ausgliedern/verkaufen/abwickeln, die Aufzugsparte halten. So ist es doch Käse...

Das Tafelsilber zu verkaufen

Das Tafelsilber zu verkaufen und die Verlustbringer zu behalten ist keine zukunftsträchtige Strategie.

ABC Analyse, so hab ich mal gelernt...

... ist in Abhängigkeit zum Wertungskriterium ausschlaggebend in der Entscheidungsfindung.

... einfach gesagt, weg mit den Verlustbringern und Konzentration auf die Gewinnsparten.

Aber bei ThyssenKrupp scheinen neue Erkenntnisse der Betriebswirtschaft eingezogen zu sein.

Wie sonst soll ich das begreifen, wenn ich lese:

"Weltweit beschäftigt Thyssenkrupp Elevator rund 53.000 Mitarbeiter, fast ein Drittel aller Beschäftigten. Während das Stahlgeschäft tief in den roten Zahlen steckt, erzielte Thyssenkrupp mit dem Verkauf und der Wartung von Aufzügen und Rolltreppen allein im ersten Quartal des laufenden Geschäftsjahres einen operativen Gewinn von 228 Millionen Euro.Thyssenkrupp hatte zunächst einen Börsengang der Aufzugssparte vorbereitet, der mit dem Verkauf an die Finanzinvestoren abgesagt wird."

Ich kann mir diese Entscheidung irgendwie nicht wirklich gewinnbringend denken...

@smirker 21.44

der Welt auf statista.de taucht Thyssenkrupp nicht unter den Top 20 auf!"
Ja wie denn? Stahl ist sehr energieintensiv und Sie wissen ja auch, wie die Energiepreise in D sind und um die glorreiche Energiepolitik hier. Im Übrigen ist industrielle Produktion eh verpönt! In Zukunft erarbeiten Berater, Blogger, Influenzer, Integrationsbeauftragte und Sozialarbeiter unser Sozialprodukt;-)

Die Arbeitsplätze in der

Die Arbeitsplätze in der Aufzugssparte bleiben erhalten, wie üblich, all die die noch benötigt werden. Ist übliche Vorgehensweise, auch bei Aufspaltung oder Verkauf von Unternehmensteilen in unserer Privatwirtschaft. Eine brutale Liquidation findet hier bestimmt nicht statt. Eigentlich findet hier fast nur so etwas wie eine Überschreibung auf dem Papier statt. Bilanziell kuriert sich dann der Rest ein bisschen. Den Aktionären schien diese Lösung die bessere Wahl. Die Aufzüge fahren weiter rauf und runter. Die neuen (alten) Eigentümer und die Belegschaft müssen nur nicht fürchten, dass die "nutzlosen" alten Geschwister (Stahl, etc.), so wie bisher betteln kommen (haben sich freigekauft). Aber bei denen wird auch niemand kurzfristig um die Ecke gebracht, kommen tun vielleicht Subventionen, Umschulungen und das übliche halt. Sozialisierung bei den Armen, eben so wie es in einem Sozialstaat sein soll. Fast ein non-event.

Tyssenkrupp

Hoffentlich ist bei ist bei dem Verkauf die Vorstandschaft dabei

Am 27. Februar 2020 um 21:18 von ihoecken

„Die neue Geschäftsführerin
wurde eben eingesetzt, um das Unternehmen zu zerschlagen. Es geht darum, möglichst viel für ein paar Aktionäre herauszuholen, nicht darum, den Konzern weiter zu führen. Hier soll einmal das große Geld fließen, dann ist Schluss.“

Das kann schon sein,
aber
es könnte auch anders sein.

„Finanzprobleme der so schnell gegründeten Mannesmannröhren-Werke erzwangen 1890 einen unternehmerischen Neuanfang.“

Man erinnere sich an die Mannesmänner,

Synonym für nahtlose Stahlrohre.

Vom Stahlrohr zum privaten Mobilfunk D Netz,

das hat damals kaum jemand verstanden.

Ein Stahlkonzern ist plötzlich ein Mobilfunk Unternehmen.

1000 de Arbeitsplätze durch vorausschauende Manager gerettet.

Danke an die damalige Geschäftsführung, die in der Lage war, über den kleinen Tellerrand hinauszuschauen, und damit viele Familieneinkommen gerettet hat.

@ smirker

die Aktionäre sind zufrieden und ein weiteres Kapitel im industriellen Ausverkauf Deutschlands ist beendet!

Das stimmt doch gar nicht. Die meisten Aktionäre von ThyssenKrupp sind doch auch heute keine Deutschen. Außerdem ist mir völlig egal, welche Staatsbürgerschaft die Aktionäre haben.

@ smirker

In der Liste der größten Stahlproduzenten der Welt auf statista.de taucht Thyssenkrupp nicht unter den Top 20 auf!

Das hat auch was für sich. In Deutschland gibt es ein Kartellamt, das Monopole verhindern soll. In China sind riesige Monopol-Konzerne gerade das Ziel des Staates. So unterschiedlich sind die Vorstellungen.

Thyssenkrupp wird versilbert

traurig
da bist du irgendwo in nem Hotel, was weiß ich wo,
da steht im Aufzug ThyssenKrupp dran
steigst in irgendeinem Flughafen ins Flugzeug ein,
steht an der Fluggastbrücke, ebenso ThyssenKrupp dran
also ich war als "Lokalpatriot" schon irgendwie stolz drauf

@ friedrich peters

Auch wenn Stahl nicht mehr den Stellenwert wie früher hat, ohne Stahl ist Deutschland weniger wettbewerbsfähig.

Nein, ohne Stahl ist Deutschland wettbewebsfähiger.

@ ihoecken

Es geht darum, möglichst viel für ein paar Aktionäre herauszuholen, nicht darum, den Konzern weiter zu führen.

Das können die Aktionäre entscheiden, wie sie es für besser halten. In einer Aktiengesellschaft herrscht Demokratie.

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