Kommentare

Wieso darf in Deutschland ein Medikament verwendet werden,

wenn es nicht zugelassen ist?
Sonst wird doch oft erzählt, dass gerade die umfangreichen Zulassungsprozeduren in Deutschland verhindern, dass Medikamente zügig entwickelt werden.
Und was sind das eigentlich für Ärzte, die vollkommen Gewissenlos solche Medikamente einsetzen?
Ist das das Erbe der Naziärzte, die nicht als Nazitäter verurteilt wurden und stattdessen als Professoren den ärztlichen Nachwuchs ausbilden durften?
Warum sitzen diese Ärzte nicht im Gefängnis?
Spätestens nach dem ersten Zwischenfall mit einem nicht zugelassenen Medikament muß doch ein Staatsanwalt tätig werden.
Warum ist das nicht passiert?

"Off-Label-Use"

zit.("Eine umfassende Aufklärung ist verpflichtend, weil das Medikament ohne Zulassung in der Geburtshilfe verwendet wird").
Ich bin überzeugt, daß die meisten Leute gar nicht glauben werden, daß ein "nicht zugelassenes Medikament" überhaupt eingesetzt wird. Davon mal abgesehen muß es den Laien schon erschüttern, daß die Ärzte diametral entgegengesetzte Urteile über dieses Medikament abgeben. Da wundert es dann doch nicht, daß manche lieber zum Wunderheiler gehen.

@11:06 von nie wieder spd

„Ist das das Erbe der Naziärzte, die nicht als Nazitäter verurteilt wurden und stattdessen als Professoren den ärztlichen Nachwuchs ausbilden durften?“

Haben Sie es nicht noch eine Portion dicker?

@ 11:06 von nie wieder spd

Geht's auch ne Nummer kleiner?

Oft entdeckt man nützliche Eigenschaften bei zugelassenen Medikamenten, die vor der Zulassung nicht bekannt waren.
Durch Off-Label-Use von Medikamenten sind viele Millionen Menschen geholfen worden.

In manchen Fällen geht das möglicherweise zu weit, wie in dem Artikel beschrieben. Sowas gleich mit Kriegsverbrechen in Zusammenhang zu bringen ist doch etwas übertrieben, um es milde auszudrücken.

Vorahnung

Nicht zugelassen, aber vermutlich billig.

11:06 von nie wieder spd

"Wieso darf in Deutschland ein Medikament verwendet werden,wenn es nicht zugelassen ist?"

Oh, Cytotec hat eine Zulassung in D - allerdings nicht zur Geburtseinleitung. Die zulassungsfremde Verordnung erfolgt mithilfe einer sog. Crossoverregelung.

Das passiert auch nicht aufgrund irgendeines "NaziErbes", sondern,weil für Kliniken heutzutage Geburten ein "Verlustgeschäft" bei der Behandlungsvergütung sind, speziell wenn sie sich lange hinziehen (was im Falle einer natürlichen Geburt durchaus passieren kann).
Um "wirtschaftlich zu arbeiten", muss also "Masse statt Klasse" gemacht werden. Die Gebärenden und deren Neugeborene tragen also das Risiko bleibender Schäden, weil eine Geburt "verkürzt" werden muss, damit ein Kreißsaal schnell für die Nächste frei wird. Was liegt da für das Krankenhaus - das verpflichtet ist Gewinn zu erwirtschaften- näher, als eine Geburt medikamentös zu beschleunigen -

Es lebe der zufriedene Gesichtsausdruck der Aktionäre.

Bei diesem Medikament gab es schon Tote!

Bei diesem Medikament gab es schon tote Babies und Muetter. Dieses Medikament ist fuer diese Nutzung NICHT zugelassen.

https://tinyurl.com/ua4qrve
BR: Eine Tablette, die Mütter und Babys gefährdet Stand: 11.02.2020

In Deutschland wird ein Medikament zur Geburtseinleitung eingesetzt, das hier niemals dafür zugelassen wurde. Kliniken importieren das Präparat. Nach Recherchen von report München und der Süddeutschen Zeitung kommt es unter der Gabe des Medikamentes zu erheblichen Komplikationen – von einem Wehensturm oder einem Gebärmutterriss, bis hin zum Tod von Mutter oder Kind. Während Gesundheitsbehörden anderer Länder davor explizit warnen, das Medikament zur Geburtseinleitung anzuwenden, haben deutsche Behörden nicht einmal Kenntnis von den Problemen.

oder Morgenpost:

https://tinyurl.com/u3l9g8n
Morgenpost: Cytotec: Gefahr fuer Babies durch Wehen-auslösende Tablette (13.02.2020, 09:55)

Dieses Mittel darf dafuer gar nicht verwendet werden.

ähnelt den Thalypdomide Fall

das endete dann auch in Behinderungen obwohl das Medikament Morgenübelkeit überwältigen soll.

Das Medikament ist sehr wohl

Das Medikament ist sehr wohl zugelassen,
aber nur für die Behandlung von Magenproblemen.
Der Einsatz als Wehenförderung macht sich die Nebenwirkungen des Medikamentes zunutze.

Wenn man sich die seit langem bekannten Nebenwirkungen ansieht, kann einem aber schon ganz anders werden...

Persönliche Erfahrung

Meine erste von drei Geburten fand in der Klinik statt. Dabei wurde ich nach zwei Tagen "herumprobieren" mit Cytotec eingeleitet. Mir wurde das Medikament ungefähr so vorgestellt:" Die Tabletten sind die beste Wahl. Sie sind zwar noch(!) nicht zugelassen, deswegen müssen sie hier unterschreiben, aber sie sind nun mal am geeignetsten."
Klingt eher nach "Geheimtipp" und des weiteren möchte man seinem Arzt ja gerne, während man schon halb im Geburtsmodus ist, vertrauen.

Ich hatte dann eine grauenhafte Geburt, unerträgliche Höllenschmerzen und Wehen ohne Pause. Halb im Schmerzdelirium konnte ich gerade noch um eine PDA betteln, die Herztöne meines Kindes sanken bei dieser Tortur natürlich immer wieder in gefährliche Tiefen. Eine Katastrophe. Mein Sohn hat autistische Züge, ich habe keinen Schimmer, ob es da einen Zusammenhang mit der Geburt und Cytotec gibt.

Die zwei weiteren Kinder kamen nach diesem traumatischen Erlebnis Zuhause zur Welt - sanft, angenehm und heilsam.

Tja, das macht nachdenklich!

Vor der Geburt meiner ersten Tochter fragte der Oberarzt: "Wann wollen wir das Kind denn holen? Am besten wäre Sonntag, da ist nicht so viel los. Ich gebe Ihnen mal das hier, das bringt die Geburt in Gang!".
.
Brav kamen wir am Sonntag. Meine Frau hatte am Wehentropf entsetzliche Schmerzen, so dass sie einer Peridoralanästhesie zustimmte. Nach Stunden kamen plötzlich Arzt, Hebamme und zwei Helfer "Beim Kind ist Sauerstoffmangel, wir müssen es jetzt holen!". Dammschnitt, Saugglocke rein, zwei Mann schmeißen sich auf den dicken Bauch, rupf, Scheide zerrissen, Kind hatte einen deformierten Kopf mit einem blutigen Ring. Ja, so stellt man sich eine Geburt nicht vor, vor allem, wenn der gleiche Arzt vorher immer von der sanften Geburt gesprochen hat.
.
Mir kam´s damals absurd vor, aber diese Cytotec-Geschichte macht mich schon nachdenklich. Übrigens: 3 von meinen vier Töchtern wurden mit "Gewalt" geholt (Saugglocke, Zange, Kaiserschnitt), da fragt man sich, was die Gynäkologen so antreibt.

Medikamente

vor deren Einsatz in bestimmten Bereichen gewarnt wird, selbst der Hersteller warnt davor, dürfen in Deutschland eingesetzt werden. Mir nichts, dir nichts setzt man sie ohne Risikobewusstsein ein, weil diese Tablette mit 1€ kostengünstiger gegenüber alternativer Medikamente ist. Schwangere werden bewusst dem Tod ausgesetzt und die Kindern einem Leben mit Behinderungen oder ebenfalls dem Tod. Ich bin fassungslos.
Sterbenskranken (die keinen Sinn im Dahinvegetieren sehen) aber zwingt man weiterzuleben, weil Gesundheitsminister sich selbstherrlich über Gerichtsurteile hinwegsetzen und das einzig mögliche Medikament verweigern.
Zum Kotzen.

@ um 11:26 von firefighter1975

Tja, da kommt der Kapitalismus und die Gewinngier dem Faschismus ziemlich nahe.
Und im Endeffekt war jeglicher Faschismus auch immer die Grundlage Einiger, sich auf Kosten der Allgemeinheit zu bereichern.
Wenn es für dieses Medikament also irgendeine Begründung für den Einsatz beim Geburtsvorgang gibt, so ist allerdings unfassbar, dass es keine dezidierten Statistiken über die Wirkung im Hinblick auf bleibende Schäden oder Todesfälle durch dieses Medikament gibt.
Dieser Umstand scheint dann wohl einer Absicht zu Grunde zu liegen.

Transparenz wäre hilfreich. Aber nicht in jedermanns Interesse

"[hunderte Frauen berichten] von ihren Erfahrungen mit dem Medikament (…):
"Mir wurde diese Tablette auch 'verabreicht' und mein Sohn ist seit Geburt behindert. Ob zwischen der Behinderung meines Sohnes und dem Medikament eine Verbindung steht - ich weiß es nicht?"/
"[Leiter der Universitätsklinik] für Frauenheilkunde in Wien, überraschen solche Kommentare nicht. Jeder, der sich damit beschäftige, habe das gewusst, erklärt er. Ihn verwundere, dass das Medikament weiterhin verwendet werde/
„Andere Mediziner melden sich zu Wort, um den Einsatz von Cytotec in der Geburtsmedizin zu verteidigen (....) Das Medikament sei zur Geburtseinleitung besonders geeignet, da es das einzige sei, das man schlucken könne (...)"
"Tolles" Argument“

„In ihren Kommentaren in den sozialen Medien beschreiben Frauen, dass sie nicht ausreichend über Risiken und Nebenwirkungen (...) aufgeklärt worden seien.
>> Eine umfassende Aufklärung ist verpflichtend, weil das Medikament ohne Zulassung (...) verwendet (...)"

Ich bin Geschädigte

Ja genau. Ich gehöre zu den Frauen deren Leben durch die Einleitung mit einem Medikament das nicht für diesen Zweck entwickelt wurde fast beendet worden wäre. Und das meines Sohnes. Vor 10 Wochen ging ich in die Klinik meines Vertrauens da ich 10 Tage über Termin war. Ich bekam das Medikament und wurde natürlich aufgeklärt. Mir wurde gesagt das dieses Medikament eigentlich für den Magen ist aber schon seit Jahren erfolgreich in der ganzen Welt zur schonenden Geburtseinleitung verwendet wird. NICHT gesagt wurde das dieses Medikament 2006 vom Hersteller in Deutschland vom Markt genommen wurde. NICHT gesagt wurde das es keine fundierten Untersuchungen über die Auswirkungen gibt. NICHT gesagt wurde das man es nicht richtig dosieren kann. NICHT gesagt wurde das es zu Wehenstürme kommen kann die im schlimmsten Fall zur Ruptur und Tod führen können. Aber am allerschlimmsten finde ich das die Ärzte und auch Hebammen etwas NICHT gemacht haben.

@firefighter1975

"sondern,weil für Kliniken heutzutage Geburten ein "Verlustgeschäft" bei der Behandlungsvergütung sind, speziell wenn sie sich lange hinziehen"

Das habe ich aber ganz anders gehört und kann es mir auch kaum vorstellen. Sonst würden doch die deutschen Kliniken nicht dermaßen um die Gebärenden wetteifern. (Hierzulande wirbt doch jede Dorfklinik mit ihrer Geburtenstationen, ihren sanften Methoden, ihrem netten Team und wasweißich)

Sehr bedenklich...

Dieses Vorgehen und das Verhalten der Ärzte und Kliniken halte ich für sehr bedenklich. Es ist eine Sache ein „gefährliches“ Medikament zu geben, wenn es quasi keinen anderen Weg mehr gibt. Im Fall von Cytotec scheint es so, als ob Ärzte allzu leichtfertig und ohne zwingenden Druck ein doch sehr fragliches Medikament einsetzen.
Verwundert bin ich über die Aussagen von Professor Hitschold aus der Wormser Klinik. Wird doch der Einsatz dieses Medikamentes dort klar propagiert und von ihm höchstpersönlich freigegeben. Die Aufklärung, die er im Artikel fordert wird unter seiner Führung (aus meiner Sicht)auch nur unzureichend durchgeführt. Alternativen zu Cytotec wurden uns keine genannt und die Risiken heruntergespielt.
So viel zum Handeln des Experten im eigenen Haus. Natürlich ist das nur meine persönliche subjektive Meinung.

Transparenz wäre hilfreich, aber nicht in jedermanns Interesse

"[hunderte Frauen berichten] von ihren Erfahrungen mit dem Medikament (…):
"Mir wurde diese Tablette auch 'verabreicht' und mein Sohn ist seit Geburt behindert. Ob zwischen der Behinderung meines Sohnes und dem Medikament eine Verbindung steht - ich weiß es nicht?"/
"[Leiter der Universitätsklinik] für Frauenheilkunde in Wien, überraschen solche Kommentare nicht. Jeder, der sich damit beschäftige, habe das gewusst, erklärt er. Ihn verwundere, dass das Medikament weiterhin verwendet werde/
„Andere Mediziner melden sich zu Wort, um den Einsatz von Cytotec in der Geburtsmedizin zu verteidigen (....) Das Medikament sei zur Geburtseinleitung besonders geeignet, da es das einzige sei, das man schlucken könne (...)"

"Tolles" Argument.

„In ihren Kommentaren in den sozialen Medien beschreiben Frauen, dass sie nicht ausreichend über Risiken und Nebenwirkungen (...) aufgeklärt worden seien.
> Eine umfassende Aufklärung ist verpflichtend, weil das Medikament ohne Zulassung (...) verwendet wird."

Sprachlos

Wie kann man als Arzt etwas verabreichen, von dem bekannt ist, dass es zu Komplikationen kommen kann, zu Behinderungen beim Kind oder sogar zum Tod von Mutter/ Kind?

….

@ Marmolata

"Nicht zugelassen, aber vermutlich billig."

Richtige Vorahnung. Und das ist auch der Grund, warum es zu keiner Zulassung kommt. Das Medikament ist so billig, dass es im begrenzten Einsaz als wehenauslösendes Mittel die nicht gerade unerheblichen Kosten einer Zulassung für diesen Anwendungsfall kaum wieder einspielen wird.

Es wird eingesetzt, da es billig und verfügbar ist und _grundsätzlich_ funktioniert (siehe aufgelistete Nebenwirkung des Medikaments als _Magenmittel_, die eben genau das beschreibt: Starke Kontraktionen des Uterus). Ich würde das als Arzt aber nicht einsetzen, da es mir rechtlich zu fischig wäre.

Naja, erstmal sind Ärzte in

Naja, erstmal sind Ärzte in erster Linie der Gesundheit ihrer Patienten verpflichtet. In Zweiter Linie sind es abhängig Beschäftigte, deren Klinik Gewinn erwirtschaften muss. Es gibt immer den Kompromiss. Offlabeluse ist nicht das Problem. Das ist üblich, die Zulassung bezahlt niemand. Das Medikament teuer auf eine andere Indikation zuzulassen, obwohl das Patent abgelaufen ist, wird kein Unternehmen machen. Wenn Sie eine halbe Milliarde dafür zusammenbekommen, machen Sie es doch bitte. Oder Patentschutz erneuern. Dann kostet die Tablette 500€ statt 1€. Kann man machen, aber das wird dann auch kritisiert.

verurteilung der ärzte ist hier angebracht

ich bin einer der wenigen die immer nach veruteilungen greifen, aber was sich hier abgespielt hat ist kriminell, fahrlässig und vor allem no respekt gegenüber leben.

ärzte haben ein zugelassenes medikament als geburtenbeschleuniger eingesetzt das nicht für diese zulässig war. wie perverse kann man den sein und wer kommt auf so was?

die krankenkassen sind mit verantwortlich, da sie für dieses medikament auch bezahlt haben und sollten sie nicht kontrolliert haben, ebenfals eine schande da diese das risiko im kauf nahmen um kosten zu senken.

nicht auf farmaindustrie und politik schimpfen.

besser wäre also jetzt diese ärzte zu verklagen, da sie gegen das betäubungsgesetzt bewusst verstossen haben. diese sind es also nicht wert den titel arzt zu behalten! das war kein fehler das war.............

wenn ein Arzt,,,

ein nicht für den eingesetzten Zweck zugelassen ist...muß der Arzt natürlich dafür geradestehen...Verlust der Zulassung, Haft,Schadenersatz...Schließung der Klinik wenn diese Prozedur genehmigt war usw...

und dann wundert,,,

man sich, wenn eine Mutter wirklich mal selbst Hand anlegen würde...wenn nicht mal U-Haft für solche Ärzte ergeht...müssen sich die Betroffenen eben selbst helfen...aber die Übergriffe auf Personal dämonisieren...

Wichtige Richtigstellung

Eine Zulassung bezieht stets nur auf einen Wirkstoff, von einem Hersteller, in einer bestimmten Darreichungsform und Packungsgestaltung. Wenn von einem Medikament also z.B. eine 30er und 50er Packung Tabletten im Handel sind, hat es schon ZWEI Zulassungen.

Der Wirkstoff von Cytotec (Misoprostol) hat also sehr wohl eine Zulassung zur Geburtseinleitung - aber als Vaginalgel und nicht als Tablette. Dieses lässt sich aber schlechter dosieren!

Eine Geburtseinleitung ist immer riskant und sollte wohl überlegt sein. Dass wegen Personalmangel oft keine gute Aufklärung erfolgt und die Frauen nicht gut betreut werden ist problematisch, hat aber mit dem Medikament als solches nichts zu tun. Das trifft ebenso das Analogon Dinoproston und das körpereigene Hormon Oxytocin zu.

Die aktuelle Medienberichterstattung beruht weder auf neuen wissenschaftlichen Erkenntnissen noch wesentlichen Änderungen in der klinischen Praxis, sondern ist von fachfremden Journalisten schlecht recherchiert.

Mut zur eigenen Meinung, Mut zu fragen!

Solange Patienten nicht hinterfragen, was Ärzte sagen und meinen, solange machen Ärzte mit Patienten, was sie wollen. Dieser veraltete bedingungslose "Gehorsam" vor der "Allwissenheit des Götter in Weiß" sind antiquiert. Wovor haben Patienten Angst? Kompetenzen in Frage zu stellen? Schlechter behandelt zu werden, wenn sie den Mund aufmachen? Entschuldigung, aber bei einem Arzt, bei dem Fragen und das Bedürfnis nach verständlichen (!) Auskünften auf Ablehung stoßen, bin ich als Patient in keinem Fall gut aufgehoben. Beispiel: "Bei X Prozent der Patienten tritt dies und das ein". Die simple Frage nach "x Prozent von wie vielen?" bringt die meisten Ärzte schon an ihre Grenzen und sie erhalten keine Antworten mehr. Probieren Sie es einmal, Sie werden staunen! Ich schere nicht alle Ärzte über einen Kamm, aber mir ist selbst schon zu vieles medizinisch angeraten worden, was sich im Nachhinein als völliger Quatsch herausstellte und ich bin und war froh, dass ich auf mich (!) gehört habe

Liebe Mütter

Es ist verständlich, dass eine Geburt, erst recht mit Komplikationen, Wehensturm und schlechter Aufklärung / Betreuung sich tief in Euer Gedächtnis gebrannt und ggfs. Traumata hinterlassen hat.

Ich kann nicht für den individuellen Fall sprechen und sagen, ob z.B. ein Kaiserschnitt besser gewesen wäre (auch hier gibt es Risiken). Sollten z.B. Wehenstürme aufgetreten sein, wären Sie dies höchstwahrscheinlich auch bei einem anderen Medikament.

In der Summe und gerade durch die hunderttausendfache Anwendung kann man sagen, dass orales Misoprostol ein günstiges Nebenwirkungsprofil hat. Die verfügbaren wissenschaftlichen Daten sprechen dafür und natürlich wurden entsprechende fundierte Untersuchungen zu den Auswirkungen gemacht.

https://www.cochrane.org/de/CD001338/PREG_oral-verabreichtes-misoprostol...

https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/109314/Misoprostol-zur-Geburtsein...

Bitte lassen Sie sich nichts einreden!

natürlich gibt es Medikamente

bei denen im längeren Verlauf der Anwendung "erwünschte" Nebenwirkungen auftreten, die man dann zur Behandlung anderer Krankheiten nutzt. Ich nehme ein solches Medikament (Statin), das eigentlich für einen ganz anderen Zweck entwickelt wurde, aber eben auch eine günstige Wirkung auf meine Erkrankung hat. Im Gegensatz zu dem Produkt, um das es hier geht, hat es allerdings eine reguläre Zulassung für diesen Einsatz. Meine Ärztin hat mir das auch genau so beschrieben.

Ich teile den Verdacht, den einige Foristen hier äußern, nämlich dass es hier um Kostenoptimierung geht. Ich hätte allerdings der Medizin nicht zugetraut, dass man solch massive Nebenwirkungen wie hier beschrieben in Kauf nimmt. Gruselig.

Danke für diesen Artikel

Auch ich bekam dieses Medikament in Tablettenform verabreicht. Zwar wurde ich darüber informiert, dass es der Weheneinleitung dient. Jedoch wurde ich weder über die Nebenwirkungen von Misoprostol noch über alternative Behandlungsmethoden aufgeklärt, was, wie ich jetzt dank dieses Artikels weiß, im Off-Label-Use hätte passieren müssen.
Danke für diesen Bericht, der offenbar etwas längst Überfälliges ins Rollen gebracht hat.

@nie wieder spd

"Tja, da kommt der Kapitalismus und die Gewinngier dem Faschismus ziemlich nahe."

Nein, wirklich nicht. Das hat miteinander nun einmal absolut nichts zu tun. Und wenn man es sich genau überlegt, kommt Ihre Aussage der Verleumdung und üblen Nachrede sehr nahe.

"[...] so ist allerdings unfassbar, dass es keine dezidierten Statistiken über die Wirkung im Hinblick auf bleibende Schäden oder Todesfälle durch dieses Medikament gibt.
Dieser Umstand scheint dann wohl einer Absicht zu Grunde zu liegen."

Was genau wollen Sie jetzt damit sagen? Klingt irgendwie sehr nach einer Verschwörungslegende, was Sie da schreiben.

Nach allem, was bisher bekannt ist, wurde das Medikament in D so oft verabreicht, weil es nach Ansicht vieler Ärzte das Mittel mit der besten Aufwand-Nutzen-Abwägung war.
Warum so viele Ärzte zu diesem Schluss gekommen sind, obwohl es anscheinend durchaus Warnungen gab, muss jetzt schnellstens untersucht werden.
Ist trotzdem kein Grund für Verschwörungslegenden.

Medienkompetenz als Schulfach wäre die Lösung

Die Berichterstattung in den genannten Medien hat nur ein Ziel: Verunglimpfung von Schwestern und Ärzten, Verunsicherung der Patienten, Zerstörung des entscheidend wichtigen Vertrauensverhältnisses der beiden Parteien.
Kein Arzt/Pflegepersonal gibt grundlos Medikamente. Ein Störfaktor kann - sollte aber nicht sein: die Anspruchshaltung der Patienten ( Anteil der Kaizerschnitte und Häufigkeit der med. Geburtseinleitung) die direkt signifikant korreliert.
Ob, so traurig und schlimm das ist, eine Frau / ein Kind/eine Familie Geschädigte durch eine Fehlmedikation/Behandlung sind, kann und muss ein Fachgutachten klären.
Niemand anderes, kein Dame am Telefon der KK, kein Journalist, kein Fachanwalt und schon gar kein Politiker kann und darf dies beurteilen und schon gar keine Beurteilungen publizieren.
Vielleicht hat Min. Spahn inzwischen dazu gelernt und reagiert deshalb nicht.
Das die im Gegensatz zu den Genannten nicht profitorientierte TS darüber ähnlich berichtet, ist etwas schade.

@Margareta K.

"Mir nichts, dir nichts setzt man sie ohne Risikobewusstsein ein,"

Woher wollen Sie das wissen? Sie unterstellen den Ärzten da mir nichts dir nichts etwas ziemlich Übles ...

"weil diese Tablette mit 1€ kostengünstiger gegenüber alternativer Medikamente ist."

Sie sind sich sicher, dass das der ausschlaggebende Grund war? Und dass die Ärzte dafür massenweise höheres Risiko in Kauf genommen haben?

"Schwangere werden bewusst dem Tod ausgesetzt und die Kindern einem Leben mit Behinderungen oder ebenfalls dem Tod."

Auch das klingt sehr nach Unterstellung. Und Sie dürfen nicht vergessen, dass JEDES Medikament Nebenwirkungen hat, sehr viele haben Nebenwirkungen, die bis zum Tod führen können. Haben Sie sich mal den Beipackzettel von Ibuprofen (rezeptfrei erhältlich und von den Deutschen sehr gern genutzt) angesehen?

Ich will hier nichts bagatellisieren, aber die durchaus notwendige Kritik muss schon sachlich bleiben. Wenn die Kritik völlig überzogen wird, wird sie nämlich unglaubwürdig.

höchst fragwürdig

Der Einsatz scheint höchst fragwürdig, Klinikleiter verweigern wegen des hohen Risikos den Einsatz.

@ 12:04 von Mama2019
berichtet aus erster Hand über mangelhafte Aufklärung und Verschleierung der tatsächlichen Nebenwirkungen.

Handlungsbedarf scheint mir hier längst überfällig!

"Andere Mediziner melden sich zu Wort, um den Einsatz von Cytotec in der Geburtsmedizin zu verteidigen."
Sind das die Mediziner die für Gewinnmaximierung des Krankenhauses verantwortlich sind?
Wenige Cent für Cytotec oder 100€ für ein zugelassenes Medikament, da kommt man schon mal in Versuchung.

Gewissen

Haben derzeit die Ärzte, egal welche, ist ja nicht der einzigste Skandal, überhaupt ein Gewissen (?) oder nur was mir Geld bringt ist gut, was danach passiert ist doch egal..

Solchen Ärzte sollte die Lizenz entzogen werden!

@ nie wieder spd, um 11:55

Gibt es eigentlich kein einziges Thema hier bei TS, bei dem Sie nicht sofort diese abgedroschenen Schlagworte, hier: Kapitalismus - Faschismus herausholen, und seien sie im betreffenden Zusammenhang auch noch so unangebracht?

Unsinniger und noch mehr an den Haaren herbeigezogen kann man Zusammenhänge nicht konstruieren.

Die beiden letzten Sätze Ihres Kommentars hätten vollkommen gereicht.

Selbst betroffen

Die Geburt meines Sohnes vor fünf Jahren mit Cytotec eingeleitet. Es wurde mir als Geheimtipp angepriesen, mir freundlicherweise im Off-Label-Use zur Verfügung gestellt. Kein Wort über Alternativen oder Nebenwirkungen.
Die Wehen, die nach der zweiten Tablette urplötzlich einsetzten, waren so stark, dass ich auf dem Weg zur Toilette umgefallen bin. Ich hatte keine Wehenpause und derart schlimme Schmerzen, dass ich - nach Möglichkeit eine interventionsfreie Geburt anstrebend - bereits nach wenigen Minuten um ein Schmerzmittel winselte. Die Geburt hat mich traumatisiert. Mein Sohn hat das Asperger - Syndrom, wobei ich selbstverständlich keine Kausalität zum Einsatz von Cytotec herstellen kann.
Ich habe drei Jahre später und eine Therapie weiser eine Tochter zur Welt gebracht und war sehr erstaunt, als die Hebamme mir mitteilte, dass ich jetzt das Baby rausschieben könnte. Schon fertig? Wo waren die Todes-Schmerzen, die ich von der ersten Geburt kannte? Kein Vergleich.

Das Medikament ist sehr wohl zugelassen von waldbeutler

Sogar in Wikipedia wird Misoprostol als Beispiel für einen Off-Label Use genannt. Üblich ist es sehr wohl und gerade z.B. in der Krebstherapie oder bei seltenen Erkrankungen, ein Medikament außerhalb seines eigentlichen Zulassungsbereiches zu nutzen. Hier wird ein Prostaglandin, dass man z.B. als Minprostin auch als Gel zur Geburtseinleitung direkt auf den Muttermund aufbringen kann, "angenehm" als Tablette gegeben. Die Hemmung auf beiden Seiten, das Gel anzuwenden ist sicherlich viel höher. Die Wirkung ähnelt sich aber! Man lese nur die Nebenwirkungen im Beipackzettel: krankhafte Gebärmutterkontaktionen, Uterusruptur, Absterben des Fetus etc. Selbstverständlich gibt es Gründe, eine Geburt einzuleiten oder den Geburtsfortschritt zu intensivieren. Wenn diese rein fachlich und zum Wohl des Kindes (und der Mutter) begründet sind und die Geburt dann lückenlos überwacht wird, ist dagegen sicher nichts einzuwenden. Alle anderen im Forum reichlich genannten Gründe sind mehr als abwegig!

Cytotec

Ich hatte nach Gabe dieses Medikaments vor acht Jahren eine traumatische Geburt mit dem beschriebenen Wehensturm. Es war ein Albtraum, den ich noch immer nicht verarbeitet habe. Unsere Tochter war ein extrem unruhiges Baby, das anfangs auch unter den beschriebenen Gewichtsverlust litt und dann nur sehr langsam an Gewicht zunahm.
Da es wegen des Off-Label-Use keine Studien zu diesem Medikament gibt, die sich auf die Geburtshilfe beziehen, würde ich mir wünschen, dass eine Stelle eingerichtet wird, an die sich betroffene Frauen wenden können. Dann könnten zumindest erste Daten erhoben werden, die dann in Studien überprüft werden könnten. Bis dahin sollte dieses Medikament in der Geburtshilfe verboten werden.

Cytotec zur Geburteneinleitung:Umstrittene Wirkung.......

Um was geht es da ? Warum gibt es das Medikament in Frankreich seit 2017 nicht mehr ? Und der eigentliche Hersteller Pfizer nahm es 2006
vom deutschen Markt.Und was tut oder was tat das Bundesamt für Arneimittel(BfArM) ? Es ist doch für die Kontrolle zuständig.

Stellungnahme der DGGG

Es gibt inzwischen eine Stellungnahme der zuständigen deutschen Fachgesellschaften. Nachzulesen auf der Website der DGGG (Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe). Das sollte einiges aufklären.

@oooohhhh , 13:01

Die Berichterstattung in den genannten Medien hat nur ein Ziel: Verunglimpfung von Schwestern und Ärzten, Verunsicherung der Patienten, Zerstörung des entscheidend wichtigen Vertrauensverhältnisses der beiden Parteien.

Entschuldigung, glauben Sie das wirklich? Wenn Sie "Folge" statt "Ziel" geschrieben hätten, naja. Den Medien allerdings zu unterstellen, sie bezweckten nichts anderes? Und warum sollten die das tun? Kriegen die einen Bonus für jede/n verunglimpfte/n Arzt oder Schwester?

Ich habe als

Vater ungute Erinnerungen an die Geburt meiner Kinder. Aus meiner Sicht verlief alles "normal". Die Komplikationen wurden vom aerzlichen Personal verursacht.

Ich habe mich danach gefragt, wieviele Geburten in der Humanmnedizin Risikogeburten sind. In meinem Fall waren alle solche. Ich habe mich auch gefragt, warum die Menscheit noch nicht ausgestorben ist, wenn es keine Normalgeburten gibt.

Kam nur zu einem Ergebnis: Obstetrics ist eine Disziplin bei der Aerzte noch viel dazulernen koennen.

Pfizer

Vielleicht steckt Pfizer hinter dieser Berichterstattung, weil die Firma das um ein Vielfaches teurere, zugelassene Medikament aus eigener Produktion vermarkten will. Vielleicht ist es aber auch nur Ahnungslosigkeit der Journalisten, die nicht wissen, was die Zulassung eines Medikaments für andere Zwecke kostet.

... und dann ist das Leben weg!

Ich kann nur wieder und wieder auf die Bedeutsamkeit meiner Petition hinweisen, die Ärzte in ihre Schranken verweist. Sie findet sich leicht auf meiner Webseite johannadarka zum Thema Behandlungsfehler.
Ich fordere jeden auf diese zu unterzeichnen, der der Meinung ist, dass Patienten in Deutschland wirklich und effektiv vor Ärzten geschützt werden müssen, die ihre Behandlungsrechte missbrauchen. Bislang ist jeder Patient und jede Patientin mit den Folgen auf sich allein verwiesen und hat neben all dem unsäglichen Leid und Lebensverlust auch noch jahrzehntelange juristische Hartkämpfe vor sich, bei denen er die Beweislast trägt. Dies muss dringend geändert werden!
Bitte unterzeichnet zahlreich, morgen könnt Ihr wegen anderer Behandlungsfehler auch selbst betroffen sein.

typisch deutscher umgang mit einer laengst etablierten medizin..

diese medizin gibt es schon seit zig jahren, und sie ist in amerika zugelassen, wobei man daran denken muss, dass die amerikaner eigentlich die schaerfsten zulassungsbeschraenkungen weltweit haben.

es zeigte sich bei diesem medikament, mit dem eigentlich magengeschwuere und aehnliches behandelt werden, dass es bei schwangeren zum abort fuehrt. seitdem ist es in den USA sogar als abtreibungspille im fruehen stadium (<=10. woche) etabliert und wirkt zuverlaessig und nahezu risikolos.

bei der geburt eines meiner kinder, die wir um einige tage vorziehen mussten wegen umzugs, haben die aerzte und hebammen diese pille eingesetzt, um die geburt einzuleiten. das ging recht effizient vonstatten und hat auch zu keinen besonderen problemen gefuehrt.

das kann ich jedenfalls aus eigener erfahrung und mit dem aus amerika mitgebrachten wissen dazu sagen.

Cytotec

Das Thema "Aufklärung" mit der Erwartungshaltung, dass ein Patient ein Medikament ablehnt bei gründlicher Aufklärung, kann in so einem Fall doch keine Lösung sein - als Patient/Patientin vertraut man doch schließlich auf die Fachkompetenz des medizinischen Personals.

Daher ist für mich das eigentliche Übel, dass dieses Mittel überhaupt noch zu dem beschriebenen Zweck eingesetzt wird / werden darf - UND - dass zwei hochspezifisch ausgebildete Professoren der gleichen Ausbildungsrichtung zu einem Medikament derart gegensätzliche Meinungen vertreten - obwohl die (krassen) Negativauswirkungen bekannt sind.

Unsere nächste Geburt wird im Sommer anstehen. Mir graut es, wenn ich nun so einen Artikel lese. Werde in unserem Krankenhaus nachfragen, ob dieses Mittel zum Einsatz kommt.
Alle Betroffenen Frauen & Kinder, tun mir einfach nur leid...

@12:43 von mlz

>>Sollten z.B. Wehenstürme aufgetreten sein, wären Sie dies höchstwahrscheinlich auch bei einem anderen Medikament. <<

Das können Sie nicht wissen - das kann tatsächlich niemand wissen, da es hier wie es aussieht keine belastbaren klinischen Studien hierzu gibt.

@13:01 von oooohhhh

>>Die Berichterstattung in den genannten Medien hat nur ein Ziel: Verunglimpfung von Schwestern und Ärzten, Verunsicherung der Patienten, Zerstörung des entscheidend wichtigen Vertrauensverhältnisses der beiden Parteien.<<

Problematisch ist es allerdings, wenn dieses Vertrauensverhältnis auf Mangel an Informationen beruht.
Natürlich darf man hier nicht zu sehr dramatisieren - runterspielen darf man die Angelegenheit allerdings auch nicht.
Für mich sind diese Fälle allerdings nur ein Symptom eines viel größeren Grundübels.

@14:03 von Seabiscuit

>>Vielleicht steckt Pfizer hinter dieser Berichterstattung, weil die Firma das um ein Vielfaches teurere, zugelassene Medikament aus eigener Produktion vermarkten will. Vielleicht ist es aber auch nur Ahnungslosigkeit der Journalisten, die nicht wissen, was die Zulassung eines Medikaments für andere Zwecke kostet.<<

Klar, vielleicht ist alles eine Verschwörung oder die Journalisten haben nicht genug Empathie mit den Pharmaunternehmen?

Wenn das Medikament nicht zugelassen ist und massive Nebenwirkungen bekannt sind, sollte es - sofern Alternativen (die nicht offenkundig schlechter sind) existieren - nicht verwendet werden.
Da es keine Zulassung für diesen Zweck gibt ist es äußerst wahrscheinlich das auch nicht systematisch erfasst wird wie hoch die Wahrscheinlichkeit einer Komplikation ist. "Ich habe damit gute Erfahrungen gemacht" ist zumindest keine belastbare Aussage.

@12:48 von frosthorn

>>Ich teile den Verdacht, den einige Foristen hier äußern, nämlich dass es hier um Kostenoptimierung geht.<<

Das kann der Grund sein, muss es aber nicht. Erst wenn so ein Medikament zum spürbarem Kostenblock wird interessiert das wirklich.
Ich halte es für wahrscheinlicher, dass die Praktikabilität (Medikament in Tablettenform) hier den Ausschlag gibt - aber ich mag mich irren.

>>Ich hätte allerdings der Medizin nicht zugetraut, dass man solch massive Nebenwirkungen wie hier beschrieben in Kauf nimmt. Gruselig.<<

Um überhaupt abschätzen zu können wie groß die Nebenwirkungen sind und wie häufig sie auftauchen müsste man ja erst einmal die entsprechenden Untersuchungen vornehmen. Das ist ja bisher nicht passiert.

Gebären und Erwartungen

Eine Geburt ist selten ein Spaziergang und grundsätzlich "lebensgefährlich". Niemand kann eine Garantie für die Komplikationslosigkeit und die Gesundheit für Mutter und Kind(er) übernehmen. Wie schön, wenn man dann einen Schuldigen findet für alles Ungemach, das einem widerfährt, von sozialen Faktoren wie betrieblicher Hektik im KH bis (genetischen) Erkrankungen des Kindes wie Autismus.
Medienkompetenz sollte Grundschulfach werden!

Evidenzbasierte Medizin

Für mich schockierend war als ich vom Konzept der "evidenzbasierten Medizin" erfahren habe. Wie der Name schon sagt geht es dabei darum, dass angewandte Medizin auf Evidenz basiert - also auf wissenschaftlichen Fakten, Untersuchungen, Statistiken, etc.

Schockierend fand ich daran, dass das keine absolute Selbstverständlichkeit ist. Manchmal wird eben doch auf "Erfahrungswissen" zurückgegriffen und so getan als sei das eine zuverlässige Quelle.
Wenn ein Medikament z.B. 1 von 1.000 Menschen umbringt kann es durchaus sein, dass Sie das Medikament sehr lange verschreiben können ohne, dass daran jemand stirbt. Oder es gibt andere Nebenwirkungen von denen Sie nie erfahren.

Studienlage. Kosten-Nutzen-Abwägung.

Tatsächlich liegen eine Vielzahl randomisierter Studien vor.
https://www.cochranelibrary.com/cdsr/doi/10.1002/14651858.CD001338.pub3/...
https://www.cochrane.org/de/CD001338/PREG_oral-verabreichtes-misoprostol...

Ob der off-label-use gerechtfertigt ist bzw. welche (zugelassenen) Präparate als erste Wahl gelten sollten - das ist eine Frage mit der sich die Fachgesellschaften und Unikliniken auseinandersetzten sollten, insbesondere bei der Erstellung der neuen Leitlinien...
Kosten und Nutzen sollten abgewägt werden, kein wirksames Medikament ist ohne Nebenwirkungen.

Für WiPo,Frosthorn ein wichtiger Hinweis. Danke seabiscuit

Wessen Brot ich ess - dessen Lied ich sing.

Die Situation der Presse ausserhalb der öffentlich rechtlichen ist katastrophal, darum bilden sich bei den erfolgreichen sogenannte Recherchenetzwerke...
Wenn man dann noch Material angeboten bekommt, spart man viel Zeit (welcher Journalist hat die?), Geld und Grips um seine Geschichte zu verkaufen...

Dreimal dürfen sie raten, wer denn da Material anbietet....
Wer hat denn Interesse???

Traurig ist das für Patienten, Frauen, Familien, Kinder die zum Spielball der dort Handelnden werden.
Die Mitarbeiter in Kliniken und Praxen dürfen das dann ausbaden und Fachanwälte mit wenig Mandantschaft freuen sich über wenig lukrative Neumandanten.

Die unprofessionell Organisierten im Bereich Pflege und Ärzte im Gesundheitswesen liefern dieser Art Material sicher nicht... die wissen gar nicht das es vorproduzierte Beiträge gibt.

Gut das wir die TS bezahlen, deshalb ist die Nachberichterstattung leider diesmal schade, weil m.E. unausgewogen.

Am 13. Februar 2020 um 14:22 von WiPoEthik

-> "Ich habe damit gute Erfahrungen gemacht" ist zumindest keine belastbare Aussage.

Ebensowenig ist "Ich hatte -bei gleichzeitiger Einnahme von Cytotec- eine traumatische Geburt" eine belastbare Aussage. Deshalb halte ich die derzeitige Berichterstattung für sehr zweifelhaft, und deshalb frug ich überspitzt: cui bono?

Off-Label-Use

Für eine Indikation nicht zugelassene Medikamente einzusetzten ist in der Medizin nicht unüblich. Das nennt man Off-Label-Use. Rechtlich gesehen muss der Patient darüber aufgeklärt werden.

Die Zulassung von Vitamintabletten

Vitamintabletten, Eiweißprodukte etc. werden massenhaft gekauft, ohne dass der Nutzen wissenschaftlich nachgewiesen wurde. Dennoch hat der Konsument die Überzeugung, dass es hilft, auch wenn es in Einzelfällen zu Nebenwirkungen durch Überdosierung kommen kann.
Möge der Konsument (von Waren und Medien) kritisch sein.

@Sofakautz

Danke! Genau so sieht es aus. Nur sind wir jetzt einmal realistisch: Ist eine Aufklärung (egal wofür und worüber) einer Frau in den Wehen oder bei dringlicher Indikation zur Einleitung tatsächlich rechtsgültig? Kann ich tatsächlich davon ausgehen, dass eine Frau in den Wehen oder in Sorge um Ihr Kind die Nerven, die Zeit und das Verständnis hat rechtlich verbindlich einwilligungsfähig ist wenn ich Ihr beispielsweise erzähle, dass ihr Periduralkatheter das Risiko einer Querschnittslähmung birgt? Es ist egal ob sie zustimmt . Es ist rechtlich nicht einwandfrei: Sie befindet sich in einer verständlichen physischen und psychischen Ausnahmesituation! Der Böse ist allerdings hinterher der durchführende Arzt. Das Gesundheitssystem. Der Kommerz der Krankenhäuser. Der Überschuss der Kassen. Die Pharmaindustrie. Keine Ahnung wen ich noch vergessen habe. Ich habe Verständnis für jedes Opfer aus eigener Erfahrung. Aber nicht immer ist es "die Ärzte" und "das System". Dinge passieren oft ungewollt.

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