Ihre Meinung zu: Steinmeier in Yad Vashem: "Die bösen Geister in neuem Gewand"

23. Januar 2020 - 16:22 Uhr

Bundespräsident Steinmeier hat in Yad Vashem an die deutsche Verantwortung des Erinnerns appelliert. "Es darf keinen Schlussstrich geben", sagte er - und erneuerte ein Versprechen.

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Kommentare

Schöne Worte,

nur mangelt es oft an Taten und Gehör.

hoffen wir, dass wenigstens dies Versprechen halten wird

Er wusste ja, dass wohl jedes Wort seiner Rede sitzen muss
in den verfügbaren 8 Minuten.

Zumindest die Rede hat gehalten, was sie versprach.
Jetzt muss nur noch die Realität der näheren Zukunft der gleichen Meinung sein..

Gut ! Sehr deutliche Worte, Danke BP Steinmeier !

Ich hoffe das diese klare Ansage auch Eingang findet in konkrete Politik, auch auf Landesebene. Werden jüdische Einrichtungen ausreichend geschützt? Geht man auch konsequent gegen den in Deutschland recht neuen islamisch motivierten Antisemitismus vor ? Steht man wirklich an der Seite Israels wenn es um existentielle Fragen geht? Und warum ist dann die deutsche Botschaft nicht längst in Jerusalem ? Warum gibt es weiterhin scharfe Kritik an der Siedlungspolitik im Westjordanland? Wladimir Putin hat ein enges Verhältnis zur jüdischen Gemeinde in Russland. Viele Juden haben die Ukraine verlassen, seit in Kiew Nationalisten regieren. Israel hat immer zwischen den USA und Russland hin und her gependelt. Es wird sich noch zeigen, wer der bessere Freund des jüdischen Volkes ist!

Starke Worte... Allein, die

Starke Worte... Allein, die sie angehen sollten, werden sie nicht hören (wollen) und sich erst Recht nicht nach ihnen richten. Es ist traurig feszustellen, dass sich offener Antisemitismus in Deutschland wieder so breit machen konnte. Die Täter sind andere als vor 80 Jahren, aber ihre Gesinnung ist dieselbe.

Man nahm Juden ihre Häuser, dann ihr Leben

Ich sehe ein Deutschland das sich massiv an Arisierungen bereichert hat. Restitution von Eigentum würde niemals vollumfänglich durchgeführt und aus unterschiedlichen Gründen, zB wenn alle Mitglieder einer Familie inklusive möglicher Erben im Holocaust ermordet wurden. Ich vermute das ein Großteil des deutschen „Wirtschaftswunders“ der Nachkriegszeit nicht ohne das geraubte Vermögen möglich gewesen wäre. Viele namhafte deutsche Firmen aber auch tausende mittelständische Betriebe profitierten von der Ausbeutung jüdischer KZ-Häftlinge. Es gab in Deutschland 20.000 KZ Aussenlager, JEDER wusste GENAU was geschah !

"Es darf keinen Schlussstrich geben"

Ob der Satz mal die erreicht, die eine "erinnerungspolitische Wende" propagieren?

Eher nicht ...

re möbius

"Steht man wirklich an der Seite Israels wenn es um existentielle Fragen geht? Und warum ist dann die deutsche Botschaft nicht längst in Jerusalem ? Warum gibt es weiterhin scharfe Kritik an der Siedlungspolitik im Westjordanland?"

Weil die Annexion Ostjerusalems durch Israel und weil die Besiedlung besetzen Landes Völkerrecht verletzen.

Deutschlands Verpflichtung gegenüber Israel ist eben keine Verpflichtung zu bedingungsloser Gefolgschaft.

16:47 von Möbius

“Und warum ist dann die deutsche Botschaft nicht längst in Jerusalem ? Warum gibt es weiterhin scharfe Kritik an der Siedlungspolitik im Westjordanland?“

Was hat das mit der Rede Herrn Steinmeiers zu tun? Erschließt sich mir nicht ganz.
Für Sie (wenn ich das richtig verstehe) ist deutsche Unterstützung für das israelische Volk nur möglich, wenn dafür andere ausgegrenzt und vertrieben werden. Das ist die Folge dieser Siedlungspolitik. Um an der Seite Israels zu stehen, sollen Enteignungen von Palästinensern stattfinden.
Ich sag's mal so: Palästinensisch/arabische Menschen sollen für ehemalige deutsche Politik und britische Unfähigkeit und Feigheit bezahlen.
So schafft man gewiss keinen Frieden.

Es wird nicht reichen.

Leider leben wir in einer Welt, in der sich bestimmte Bevölkerungsgruppen aufgrund bestimmter körperlicher Merkmale oder aufgrund spezifischer Ideologien oder Religionen für besser halten als andere. Dies gilt für die ganze Welt, nicht nur für Deutschland. Diese Gruppen schrecken auch nicht vor Gewalt zurück, um ihre Ziele durchzusetzen. Wir sehen es leider jeden Tag in den Nachrichten, und ich glaube nicht, dass sich daran in absehbarer Zeit etwas ändern wird.

@FritzF

Für Taten und Gehör ist jede/r einzelne von uns verantwortlich.

@Möbius

An der Seite des Staates Israel zu stehen bedeutet nicht automatisch, Verstöße gegen das Völkerrecht und gegen internationale Verträge mitzutragen. Die Siedlungspolitik ist keine zwingende Staatsräson, sondern die individuelle Entscheidung einer bestimmten Regierung, selbst viele Israelis lehnen diese Politik ab.
Die Siedlungspolitik ist eines der großen Haupthindernisse im Friedensprozess und der Glaube, man könne damit die Palästinenser für Terrorismus bestrafen und sie zu irgendetwas zwingen ist völlig lächerlich. Die Siedlungen nehmen einfachen Bauern das Land, die Terroristen dagegen sind von der Landnahme nicht betroffen, im Gegenteil liefert die Siedlungspolitik ein 1A Rekrutierungsargument.
Das Land braucht dringend einen neuen Friedensprozess und für einen solchen müssen beide Seiten ihre kindische "ich hör erst auf, dem anderen wehzutun, wenn der aufhört, mir wehzutun"-Einstellung aufgeben.
Ein Freund Israels muss das selbstschädigende Verhalten nicht auch noch unterstützen.

Nur wenige NS Täter wurden in Deutschland strafverfolgt

Und wenn, dann viel zu spät. Zigtausende NS Verbrecher blieben ungeschoren, aufgrund des Versagens der westdeutschen Justiz. Russen haben einen ganz anderen Zugang zu dem Thema. Nachdem die SS am Strand von Palmnikken (Ostpreußen) 7.000 jüdische Frauen und Mädchen mit Maschinengewehren aus Motorrädern mit Beiwagen niedermähten oder in die eiskalte Ostsee trieben, zwangen jüdische Offiziere der sowjetischen Befreier Ende Januar 1945 die Deutschen Einwohner auf, die Leichen einzusammeln und zu bestatten. Die Deutschen können heute froh sein das es Ihnen erlaubt ist in einem eigenen Staat selbstbestimmt in Wohlstand zu leben. Aber ihre Opfer sollten niemals vergessen werden !

17:07 von Margareta K.

<< 16:47 von Möbius

"Warum gibt es weiterhin scharfe Kritik an der Siedlungspolitik im Westjordanland?“

Für Sie (wenn ich das richtig verstehe) ist deutsche Unterstützung für das israelische Volk nur möglich, wenn dafür andere ausgegrenzt und vertrieben werden. <<

.-.-.-.-.

Genau auf den Punkt gebracht, Frau Margareta K.
Ich habe vorhin vergeblich nach den richtigen Worten gesucht.

@Möbius 16:47

Warum die Botschaft nicht in Jerusalem ist? Soll man jetzt alles kopieren was Trump macht? Man würde damit die Palästinenser provozieren. Es gibt doch keinen Grund sich in diesen Konflikt einzumischen und dies würde man tun wenn man die Botschaft nach Jerusalem verlegt. Die russische Botschaft ist auch in Tel Aviv und nicht in Israel. Putin im Übrigen macht nun wirklicher alles aber keine pro-israelische Politik. Fragen Sie mal wie begeistert man in Israel darüber ist wie sehr Putin die Mullahs im Iran unterstützt. Gerade bei ihm würde ich sagen, dass er ein engeres politisches Verhältnis zu den Mullahs im Iran pflegt als zur israelischen Regierung. Wie die Mullahs in Teheran über Israel denken weis jeder der sich ein bisschen mit Politik auskennt. Es gibt keine schlimmeren Feinde für den Staat Israel und die Juden als das Regime in Teheran.

Ich glaube,.......

da kann man Herrn Steimeier beruhigen, denn es wird nie einen "Schlußstrich" unter die deutsche Vergangenheit geben! Dafür sorgen schon manche Politiker und Parteien und besonders Medien und NGO. Ich bin glücklicherweise ein "Danachgeborener" ud kann nicht vergessen, was bis 1945 geschehen ist. Der erste Mann meiner Mutter fiel im Krieg, ebenso wie vier ihrer Brüder und der einzige Bruder meines Vaters! Ich gebe zu, daß ich so ein "böser Deutscher" bin, der nicht nur wegen dem Holocaust, sondern aus ganz persönlichen Gründen einen grundlegenden Ekel vor Nazis habe. Früher nutzten die Nazis das Schlagwort vom "ewigen Juden". Heute habe ich den medialen Eindruck, daß es nur umgewandelt wurde in den "ewigen Nazi-Deutschen"! Ich kenne die pflichtschuldigen Beschwichtigungená-la "nicht alle Deutschen sind Nazis"! Ich habe sie jahrzehntelang gehört und glaube sie nicht mehr, weil heuchlerisch und verlogen! Die insgeheimen Vorbehalte der Israelis sind verständlich und wenigstens ehrlich!

...gespaltene Meinung...

Ich in meiner Meinung sehr gespalten.
Zum einen hat der BP natürlich recht.
Zum anderen kann ich die Politik der letzten Jahre nicht verstehen.
Diese Politik, der Spaltung unserer Gesellschaft, ist der Nährboden neuen Hasses. Die Politik hat es zugelassen, das die Gier große Bedeutung erlangt. Und aus Gier wird nun mal Neid und danach Hass.
Hier liegt das Übel in unserer Gesellschaft, die die Ränder erstarkt hat. Das hätte niemals passieren dürfen.

Gute Rede

Steinmeier meint auch die AFD, die sich immer nach Rechtsaußen bewegt.

Aus deutscher Sicht hat Israel einen Freifahrtsschein. Deutschland steht immer zu Israel. Notfalls mit allem, was wir haben.

"Die bösen Geister in neuem Gewand" ...

Was?
Sind diese bösen Geister jene, die wir riefen, oder jene, die zu vertreiben wir zu wenig Feuerwerk in die Luft pusteten?
Und die neuen Gewänder, sind die neu, oder haben die Wölfe nur gelernt ihr Schafspelze enger zu schnallen - haben hatten sie sie schon immer. Schafspelze sind mit das wichtigste, wenn man ein böser Wolf oder ein schlechter Mensch ist - die sind wie Abschalteinrichtungen quasi unverzichtbar.
Die bösen (alten) Geister, die überall herumgeistern, glauben das ihr Lebensrecht ein höheres Gut ist, als das der anderen - oder noch einfacher, "wenn jeder an sich denkt, dann ist an jeden gedacht" - man mag es nicht hören mögen, aber gänzlich unrichtig ist das auch nicht.
Wir sind viele, wir sind schädlich für alles andere hier, auch für uns selbst, wir sollten also nicht so sehr an uns denken, als über uns nach.

@ karwandler

Bundespräsident Steinmeier:
" Wir Deutsche haben für immer aus der Geschichte gelernt. Das kann ich nicht sagen, wenn unter dem Deckmantel angeblicher Kritik an israelischer Politik kruder Antisemitismus hervorbricht."

Wahre Worte, die leider viele Unverbesserliche jeglicher Couleur nicht gern hören dürften.

Zur Frage der Schuld

Schuld haben die Personen, die im 3. Reich an der Verfolgung und Vernichtung der Juden beteiligt waren, sie geduldet oder negiert haben. Schuld haben die, die auch heute physische oder psychische Gewalt gegen Personen ausüben, weil ihnen die Religion oder Weltanschauung dieser Menschen nicht passt. Dabei spielt für mich die Staatsangehörigkeit der Täter/-innen keine Rolle.
Ich bin fast 20 Jahre nach Ende des 2. Weltkrieges quasi zufällig in Deutschland geboren. Falls meine Eltern ihre ursprüngliche Auswanderungsabsicht weiter verfolgt hätten, wäre ich jetzt US-Amerikaner. Ich selbst übe keine Gewalt gegen Menschen aus. Soll ich mich jetzt durch die Tatsache, dass ich die deutsche Staatsangehörigkeit besitze, schuldig fühlen? Wäre ich unschuldig, wenn ich US-Amerikaner wäre? Nein, ich fühle mich nicht schuldig. Ich lasse mir auch keine Schuldgefühle einreden.

Löblich, dass er ausspricht,

Löblich, dass er ausspricht, dass es nicht immer dieselben Täter sind....

Bundespräsident Steinmeier

Bundespräsident Steinmeier hat die richtigen Worte gefunden, die an Klarheit nichts zu wünschen übrig lassen. Und er hat die Würde des Ortes und das Ansehen der Opfer der Shoah respektiert, indem er die Rede auf Englisch hielt.
Die internationale Achtung seiner Rede ist ihm so gewiss wie das Zähneknirschen unserer rechtspopulistischen innerdeutschen Gruppierungen: Ob diejenigen, die bei uns von "erinnerungspolitischer Wende um 180 Grad" und "Denkmal der Schande" fabulieren, von Steinmeiers Rede erreicht werden, wage ich zu bezweifeln.

re karlheinzfaltermeier

"kann nicht vergessen, was bis 1945 geschehen ist. Der erste Mann meiner Mutter fiel im Krieg, ebenso wie vier ihrer Brüder und der einzige Bruder meines Vaters!"

Deutschland hat den Krieg angefangen. Es mag für die Angehörigen gefallener Soldaten ein persönlich schweres Schicksal sein, aber wen wollen sie verantwortlich machen wenn nicht das Land, für das sie in den Krieg gezogen sind?

Und ich habe auch im Hinterkopf immer die Frage, wer davon dieses Land nicht ganz toll fand, bevor sie dafür in den Krieg mussten.

@von Gastor

"Nein, ich fühle mich nicht schuldig. Ich lasse mir auch keine Schuldgefühle einreden."
Sie müssen sich nicht schuldig fühlen. Sie sollen auch keine Schuldgefühle haben. Sie sollen nur wachsam sein, damit sich die braune Saat nicht wieder ausbreitet. Das wäre schon Anfang .

Schöne Worte Herr Steinmeier.

Schöne Worte Herr Steinmeier. Mehr als das sind sie aber leider nicht. Ich bin auch der Meinung das man das nie vergessen darf was damals in Deutschland passiert ist. Allerdings sollte man aller Opfer gedenken und nicht nur einer Volksgruppe. Wenn ich mir aber anschaue was in Deutschland im Moment so läuft das gewaltig an der Rüstungsschrsube gedreht wird, das gerade wieder gehetzt wird wie verrückt. Das eine Frau AKK davon faselt sich wieder mehr in der Welt zu engagieren Militärisch natürlich. Und all das mit unsrer Geschichte. Da sag ich nur nichts gelernt.

@17:33 Gastor

Wieder und wieder muss man wohl an die klugen wie tiefen Worte eines der Vorgänger im Amt des Bundespräsidenten erinnern: Richard von Weizsäcker sagte anlässlich des 40 Jahrestags am 8. Mal 1985 in seiner wohl bedeutendsten Rede: "Die Jungen sind nicht verantwortlich für das, was damals geschah. Aber sie sind verantwortlich für das, was in der Geschichte daraus wird."
Und eine Weisheit des spanischen Philosophen George Santayana lautet: "Wer sich der Vergangenheit nicht erinnert, ist dazu verdammt, sie zu wiederholen."

@ 17:38 von Schwarzseher

Steinmeier hat nicht gesagt, dass es "nicht immer dieselben Täter sind", sondern dass es "nicht dieselben Täter sind, aber das selbe Böse." Das hat eine andere Bedeutung, die unmissverständlich klar wird, wenn er ausführt: "Die bösen Geister zeigen sich heute in neuem Gewand. Mehr noch: Sie präsentieren ihr antisemitisches, ihr völkisches, ihr autoritäres Denken als Antwort für die Zukunft, als neue Lösung für die Probleme unserer Zeit."

re gastor

"Soll ich mich jetzt durch die Tatsache, dass ich die deutsche Staatsangehörigkeit besitze, schuldig fühlen? Wäre ich unschuldig, wenn ich US-Amerikaner wäre? Nein, ich fühle mich nicht schuldig. Ich lasse mir auch keine Schuldgefühle einreden."

Wer meint, dass Herr Steinmeier jemandem "Schuldgefühle einreden" will, hat nichts, absolut gar nichts von der Rede verstanden.

Leider wieder nur Fälschliches

Leider erscheint es wieder so, dass eine kollektive Schuld durch den Bundespräsidenten angemahnt werden soll/wurde. Auch bei der Wahl der Sprache, beginnend mit Hebräisch, dann jedoch ins Englische wechselnd mit der Begründung "... aus Rücksicht auf die Holocaust-Überlebenden im Publikum." ist erstere als vollkommen richtige Geste an den Gastgeber, zweitere jedoch als vollkommen falsch anzusehen. Der gegebenen Begründung kann man, auch seitens der Überlebenden, nicht nachvollziehen.
Man soll und muss aus der Geschichte lernen, jedoch permanent mahnend und "schuldenbeladen" zu agieren, bringt letztlich nur Gegenstimmen im eigenen Volk. Als Bundespräsident sollte man dies definitiv wissen und berücksichtigen; jedoch scheint hier genau das Problem dieser Generationen zu liegen.

In Deutschland nichts neues

Wie zu erwarten war es eine relativ einseitige, historisch geprägte Rede. Und auf die Ursachen des Antisemitismus wurde nicht wirklich umfassend eingegangen, so wie man es auch hierzulande gewohnt ist. Daher denke ich nicht, dass sich in die Richtung was ändern wird.

"Das kann ich nicht sagen, wenn unter dem Deckmantel angeblicher Kritik an israelischer Politik kruder Antisemitismus hervorbricht."

Hier missfällt mir doch sehr die Formulierung. Das Wort "angeblich" impliziert, dass derjenige gar nicht Israel kritisiert, sondern Antisemit ist. Das wird schnell zum Totschalgargument. Dabei gibt es durchaus Punkte, in denen man Israel kritisieren kann und muss. Historie darf kein Freifahrtschein sein. Allerdings war dies heute auch kein Moment für offene Kritik.

Aber warum sollen nur Deutsche aus der Geschichte lernen? Und seit wann lernen Menschen überhaupt was aus der Geschichte?

Für Yad Vashem in Ordnung

An diesem Ort muss man eine derartige Rede halten, gerade als deutscher Bundespräsident. Auch wenn meiner Ansicht nach zu viel Bezug auf die Gegenwart genommen worden ist.

Es waren aber auch Aussagen enthalten, die unter anderen Umständen und bei anderen Gelegenheiten geäußert kritisch gesehen werden müssten.
Sowohl von Steinmeier als auch von Rivlin.
Mal sehen, ob das bei anderen Gelegenheiten auch passiert.

@ Gastor 17.33

"Soll ich mich jetzt durch die Tatsache, dass ich die deutsche Staatsangehörigkeit besitze, schuldig fühlen?"
***

Nein, nicht schuldig - aber sehr wohl verantwortlich! Verantwortlich dafür, dass dieses "Nie wieder!" Bestand hat und niemals vergessen wird... Auch unsere Nachkommen und deren Nachkommen werden genau dafür verantwortlich bleiben.

Nie wieder! soll von deutschem Boden ein Krieg ausgehen und Nie wieder! soll auf deutschem Boden derartige Unmenschlichkeit gedeihen können!
Dafür ist jeder Einzelne von uns verantwortlich...

@Gastor 17:33

Geht es hier um Sie oder um de Bundesrepublik? Bei allem Respekt vor Ihrer persönlichen Haltung, man sollte sich nicht wichtiger machen als man ist.
Hier redet niemand einem Schuldgefühle ein, dies ist ein Irrglaube sehr vieler Menschen.
Deutschland als Staat wird immer Schuld haben an der Vernichtung der Juden, dies sollte man akzeptieren und nicht darüber endlose Debatten führen.

Steinmeier in Jad VaSchem

Politiker und ihr Anspruch an ihre Reden......die seit meist vor ausgewähltem Publikum halten, und von dem sie glauben, dieses mit ihrer "Redekunst" beeindrucken zu können.

Und immer wieder tappen sie in die Falle des endlos sich wiederholenden schon Gesagtem.

Die mit Verve angekündigte Rede Steinmeiers ist doch nur die Anhäufung von Worthülsen.

Lomir Tacheless redn:

Wen sollen solche Passagen wie "Die bösen Geister in neuem Gewand"... beeindrucken?

Die bösen Geister.....gehören als das bezeichnet, was sie sind, nämlich der rassistische Mob, das ist das Viertel der deutschen Bevölkerung, das antisemitisch denkt und handelt, und ein nationalistisch und völkisch denkendes und handelndes Wahlvolk, vertreten in AfD, Pediga etc.

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D A N K E

Danke Herr Steinmeier !

17:33 von Gastor

Schuldgefühle müssen die Nachgeborenen nicht haben, aber in Kenntnis der Geschichte sollen sie die Verantwortung dafür fühlen, dass das nicht wieder passiert. Und dazu gehört auch die Kontrolle der eigenen Gedanken. Ich bin der Meinung, dass jeder, der es eingesehen hat, nicht nur mit Worten und Taten, sondern auch mit seinen Gedanken dem Hass in der Welt entgegen wirken muss. Gedanken sind nicht wirkungslos, auch wenn sie nicht ausgesprochen werden. Sie sind Kräfte, die dem Bösen in der Welt entgegenwirken können. Und die Welt hat es bitter nötig. Da sind wir uns wohl einig.

Die richtigen Worte gefunden

Die Rede des Bundespräsidenten war schnörkellos, glasklar und präzise. Nichts hat gefehlt, nichts war zu viel. Und was Steinmeier gesagt hat, muss - leider - immer wieder gesagt werden. Und zwar solange, bis sich die Adressaten dieser Worte nicht mehr die Ohren zuhalten sondern zuhören und die richtigen Schlüsse ziehen. Eine Sisyphusarbeit? Vielleicht! Und genau deswegen darf man nicht aufhören, an unsere Vergangenheit zu erinnern.

@23. Januar 2020 um 17:08 von volker11

"Dies gilt für die ganze Welt, nicht nur für Deutschland. Diese Gruppen schrecken auch nicht vor Gewalt zurück, um ihre Ziele durchzusetzen. Wir sehen es leider jeden Tag in den Nachrichten, und ich glaube nicht, dass sich daran in absehbarer Zeit etwas ändern wird."

Ich nehme zu Ihren Gunsten an, dass Sie es nicht böse meinen. Aber Resignation und Kapitulation ist kein guter Ratgeber beim Erstarken blaubrauner Rechtsaußen. Da ist Kampfgeist, Streitlust, mindestens aber Widerspruch zu jeder auch noch so vorsichtig gehauchten kruden, antisemitischen und rassistischen These gefragt. Und das jeder Zeit und jeden Tag!

Zum Artikel: Die Worte Steinmeiers haben mir gefallen, sie sind eines Sozialdemokraten im Geiste Brandts würdig. Auch wenn ich mir hierzulande schärfere Worte wünsche, war an dem Ort heute natürlich eine andere Sprache gefragt und da hat unser Bundespräsident den richtigen Ton getroffen.

"Aber warum sollen nur

"Aber warum sollen nur Deutsche aus der Geschichte lernen? Und seit wann lernen Menschen überhaupt was aus der Geschichte?"

Denkbar einfach. Ort und Zugedenken betrifft einzig Juden und die, die sie vor über 80 Jahren nicht nur in Gänze vernichten, sondern letztlich spurlos vergessen machen wollten. An einer Gedenkveranstaltung, auf die sich der Artikel bezieht, könnte freilich auch über den Kolonialismus und die Sklaverei geredet werden oder Rassismus. Aber auch da wäre Deutschland aus der Geschichte nicht raus und die Sache würde sich sehr in die Länge ziehen.

Beim zweiten Gedanken bin ich völlig Ihrer Ansicht.
Aus der Geschichte kann man nur lernen, wie man beim nächsten Mal ohne Strafe davonkommt.

re leser-home

"Man soll und muss aus der Geschichte lernen, jedoch permanent mahnend und "schuldenbeladen" zu agieren, bringt letztlich nur Gegenstimmen im eigenen Volk."

Sie werden ja wohl nicht insinuieren, dass der Bundespräsident die Gegenstimmen von Berd Höcke und Konsorten schonen müsste?

"Denkbar einfach. Ort und

"Denkbar einfach. Ort und Zugedenken betrifft einzig Juden und die, die sie vor über 80 Jahren nicht nur in Gänze vernichten, sondern letztlich spurlos vergessen machen wollten."

Diese Sicht ist mir zu verengt, denn Antisemitismus gibt es an vielen Orten der Welt, von rechts und von links und religiös motiviert. Und sind Sie der Meinung, dass nur Deutsche daraus lernen sollen und andere Nationen nicht? Das Problem ist, dass nicht die Vergangenheit die Zukunft bestimmt, sondern der Mensch der Gegenwart. Der Mensch muss sich ändern. Ein pauschales "Nie wieder" löst doch keine Probleme. Ein Nazi wird ja nicht plötzlich ein guter Mensch, bloß weil man ihm ein Geschichtsbuch in die Hand drückt.

israelische Politik

Was macht man mit einem Freund, der sich nicht gut benimmt?

@Möbius, 16:47

„Warum gibt es weiterhin scharfe Kritik an der Siedlungspolitik im Westjordanland?“

Weil diese Siedlungspolitik auf Vertreibung - und damit Unrecht - beruht statt auf einer Politik, die auf gegenseitigen Respekt, Verhandlungen auf Augenhöhe, vor allem aber: den unmittelbaren (d.h. ungehinderten) Austausch unter den einzelnen Mitgliedern der jeweiligen Bevölkerungen setzt. Also darauf, dass man sich auf Augenhöhe begegnet und „arrangiert“, damit ein friedliches und konstruktives Miteinander möglich ist.

Und weil alle - Israelis wie Palästinenser - unter deren Auswirkungen zu leiden haben.

Jeder kann etwas tun...

... damit unsägliche Taten aus der Vergangenheit - im Besonderen die Verbrechen des NS-Regimes gegen das Volk der Juden - nicht in Vergessenheit geraten.

Meine gestrengen Eltern haben mich 1979 dazu verdonnert, mir das Schicksal der Familie Weiss im TV anzuschauen, und da war ich fast 18 Jahre alt... Da musste ich durch und mir wurde bewusst, wie abgrundtief das Denken und Handeln gegen die Menschenwürde reichen kann.

Meinen beiden Kindern habe ich in Abstimmung mit meiner Frau die gleiche Schocktherapie zugemutet im Alter von jeweils 16 Jahren.

Diese entwickelten dadurch auch eine Sichtweise, die sie - so glauben wir - resistent gemacht haben, irgendwelchen menschenfeindlichen Parolen zu folgen.

Im Nachgang bin ich meinen sehr strengen Eltern sehr sehr dankbar, mir die Augen geöffnet zu haben.

"75 Jahre nach der Befreiung von Auschwitz stehe ich als deutscher Präsident vor Ihnen allen, beladen mit großer historischer Schuld", sagte er. "Unsere deutsche Verantwortung vergeht nicht", so Steinmeier.

Da hat er absolut Recht: Diese mit dieser (historischen) Schuld verbundene Verantwortung bleibt für immer bestehen, und sie findet ihren Ausdruck darin, dass wir ein solches im wahrsten Sinne des Wortes ungeheuerliches Verbrechen niemals wieder zulassen.

„Steinmeier beklagte ein Erstarken des Antisemitismus. "Die bösen Geister zeigen sich heute in neuem Gewand. Mehr noch: Sie präsentieren ihr antisemitisches, ihr völkisches, ihr autoritäres Denken als Antwort für die Zukunft, als neue Lösung für die Probleme unserer Zeit."

Man darf allerdings nicht übersehen, dass sich jeder Art von menschenverachtendem Gedankengut nicht mit Gesetzen beikommen lässt, sondern allenfalls ihren Ausdrucksformen. Gerade nicht dem autoritären Denken, das die grundlegende Basis aller Menschenhasser ist.

Steinmeier in Yad Vashem

eine große Ehre für ihn, als erster BP dort sprechen zu dürfen. Was er sagte ist angemessen, er hätte es aber auch auf Deutsch sagen können. Die Überlebenden hätten ihn wohl verstanden, weil sie mit Deutsch aufgewachsen sind. Die deutsche Sprache kann nichts für die Untaten- so wenig wie die englische Sprache für Imperialismus und Kolonialismus kann.

@ 20:52 von Mr.Snail

So ein Kommentar wie der Ihrige entsteht in meinen Augen dadurch, dass Sie Respekt als Schwäche diffamieren.

@ 20:31 von baroso59

Man sagt, dass man ihn mag, und sagt dann, womit man sich schwer tut und womit man nicht einverstanden ist.

@17:33 von Lutz Jüncke

"Bundespräsident Steinmeier:
>>Wir Deutsche haben für immer aus der Geschichte gelernt. Das kann ich nicht sagen, wenn unter dem Deckmantel angeblicher Kritik an israelischer Politik kruder Antisemitismus hervorbricht.<<

Wahre Worte, die leider viele Unverbesserliche jeglicher Couleur nicht gern hören dürften."

Diese Aussage stimmt zwar, wird aber oft so verstanden und auch gezielt so instrumentalisiert, dass jegliche Kritik an israelischer Politik (speziell Annexion und Besatzung) automatisch antisemitisch ist.
Übrigens kann man selbst die Gründung die europäische Unterstützung des Zionismus und für die Gründung Israels als antisemitisch verstehen, weil es ja dazu führte, dass viele Juden Europa verliessen.
Die Balfour Deklaration ist nachweislich auch aus antisemitischen Motiven heraus verfasst worden. Antisemitismus ist also vielerorts, wenn man ihn sucht und finden will. Doch damit relativiert man diesen und den Holocaust eben auch, weil eben nicht alles gleich "Nazi" ist.

Wir trotzen dem Gift des Nationalismus?

Für mich ist das sehr stark verkürzt.
Es hätte heißen müssen:
Wir trotzen dem Gift des Nationalsozialismus!
Das wäre korrekt gewesen.
Den Sozialismus auszuklammern, ist ein freundlicher Versuch, die linke Politik nicht beschmutzt wissen zu wollen. Das ist feige und historisch auch nicht korrekt.
Die Kombination aus Sozialismus und Nationalismus war das Übel.

Hätte er Faschismus gesagt, so hätte er es breit gestreut. Denn jeder weiß:
Nicht nur rechtsextreme Nationalisten, sondern auch linksextreme Nationalisten sind nicht zu knapp antisemitisch und auch die muslimische Welt hat ein Problem damit.
Durch die wachsenden muslimischen Strukturen in der EU hätte er das ansprechen können, ohne von den deutschen Schulden abzulenken.

Die Blindheit auf dem linken Auge ist peinlich und ehrverletzend für einen Juden, wie ich finde.

@ Knorlo

"Ich in meiner Meinung sehr gespalten.
Zum einen hat der BP natürlich recht.
Zum anderen kann ich die Politik der letzten Jahre nicht verstehen.
Diese Politik, der Spaltung unserer Gesellschaft, ist der Nährboden neuen Hasses. Die Politik hat es zugelassen, das die Gier große Bedeutung erlangt. Und aus Gier wird nun mal Neid und danach Hass.
Hier liegt das Übel in unserer Gesellschaft, die die Ränder erstarkt hat. Das hätte niemals passieren dürfen."

Verlangen Sie von Herrn Steinmeier dafür eine Entschuldigung? Er hat es sich im ersten Jahrzehnt der 2000er in seinem Verantwortungsbereich nicht leicht gemacht. Und jeder darf auch an seine eigene Karriere denken. Die Betroffenen, die Benachteiligten seiner Politik müssen deshalb nicht zu Hass u. Gewalt greifen und ihn, seine Politik als Vorwand verwenden. Geduld und Leidensfähigkeit wäre angebracht, kann eine reiche Gesellschaft verlangen. Deklassierung und Verarmung mit einhergehender Entwürdigung rechtfertigt nicht solchen Vergleich.

@ 21:28 von deutlich

Bundespräsident Steinmeier zeigt ein gutes Einfühlungsvermögen genau dadurch, dass er in Yad Vashem auf die deutsche Sprache verzichtet. Das hat nichts mit der unsinnigen Frage zu tun, ob eine Sprache schuldig oder unschuldig ist bzw. sein kann, sondern mit dem Respekt davor, was die Sprache der Täter in den Ohren der Opfer an so einem Ort beim Gedenken an den 75. Jahrestag der Befreiung von Auschwitz auslösen kann. Es ist eine Beziehungsfrage. Das ist ein bedeutsamer Unterschied.

Netanjahu hat es wieder versimmst

Das war zu erwarten, dass Netanjahu nicht einmal hier mit seiner Iran-Hetze aufhört. Es missbraucht den großen Feiertag. Einfach widerlich.

re yolo

"Es hätte heißen müssen:
Wir trotzen dem Gift des Nationalsozialismus!
Das wäre korrekt gewesen.
Den Sozialismus auszuklammern, ist ein freundlicher Versuch, die linke Politik nicht beschmutzt wissen zu wollen. Das ist feige und historisch auch nicht korrekt.
Die Kombination aus Sozialismus und Nationalismus war das Übel."

Ohne das ernste Thema wäre Ihr Versuch, den Nationalsozialismus in eine nationalistische und eine sozialistische Hälfte zu trennen, eine satirische Einlage.

Ganz Europa und die

Ganz Europa und die überwältigende Mehrheit der Länder unserer Erde stimmt überein: "nie wieder!" Aber nicht alle Kräfte, auch in unserem Land, haben die Größe und Haltung, dafür auch die nötigen Konsequenzen zu ziehen gegen Rassismus, Antisemitismus und völkisch-nationales Gehabe.

re deutlich

"Steinmeier in Yad Vashem

eine große Ehre für ihn, als erster BP dort sprechen zu dürfen. Was er sagte ist angemessen, er hätte es aber auch auf Deutsch sagen können. Die Überlebenden hätten ihn wohl verstanden, weil sie mit Deutsch aufgewachsen sind."

Es war der Holocaust der europäischen, nicht nur der deutschen Juden.

Ich nehme an, Ihr Lapsus ist unbedacht passiert.

um 21:36 von yolo

"Für mich ist das sehr stark verkürzt.
Es hätte heißen müssen:
Wir trotzen dem Gift des Nationalsozialismus!
Das wäre korrekt gewesen.
Den Sozialismus auszuklammern, ist ein freundlicher Versuch, die linke Politik nicht beschmutzt wissen zu wollen. Das ist feige und historisch auch nicht korrekt.
Die Kombination aus Sozialismus und Nationalismus war das Übel."

Echt jetzt?
Wen hatten Sie in Geschichte? Herrn Höcke?

Merke - Zitronenfalter und so...

18:28 von avshalom

Vielen Dank für Ihre sehr deutlichen und sehr richtigen Worte!

20:14 von mispel

Was für ein kruder und menschenverachtender Relativismus.
Sorry, ich kann Sie nicht ernst nehmen.

@yolo - Wo gibt es "linksextreme Nationalisten"?

21:36 von yolo:
"auch linksextreme Nationalisten sind nicht zu knapp antisemitisch"

Sie scheinen ein Problem zu generieren, das nicht existiert. Google gibt bei "linksextreme Nationalisten" gerade einmal sieben Treffer - zwei weniger als zum Thema "Giraffe braten"...

Wenn man allerdings alles auf die Goldwaage legt, wie es der Zentralrat der Juden leider regelmäßig tut (siehe deren Kritik an den Werbungen von Aral und Lidl), dann lässt sich sicherlich auch ein Linksextremer finden, der die Politik Israels kritisiert und damit pauschal als "Antisemit" abzustempeln ist. Ob dieser Linksextreme dann auch noch Nationalist ist, wage ich aber zu bezweifeln.

Dieses Klischee der zelebrierten Opferrolle prägt bei vielen das Bild des Juden. Meiner Meinung nach ist das kontraproduktiv.

@yolo um 21:36 Uhr

"Die Blindheit auf dem linken Auge ist peinlich und ehrverletzend für einen Juden, wie ich finde."

Zur Erinnerung. Linke, Sozialisten und Kommunisten wurden im Nationalsozialismus ebenso verfolgt und in Konzentrationslagern ermordet. Es ist ganz bestimmt keinem Juden peinlich, oder verletzt seine Ehre, auch dieser Opfer zu gedenken, u.a. waren auch viele Juden Sozialisten.
Nationalsozialismus kann sich schon deswegen nicht aus Nationalismus und Sozialismus zusammensetzen, weil Sozialisten Pazifisten sind, und zwar international.

@Magfrad - Schuld & Verantwortung

18:24 von Magfrad:
"Deutschland als Staat wird immer Schuld haben an der Vernichtung der Juden, dies sollte man akzeptieren und nicht darüber endlose Debatten führen."

Schuld haben können nur bewusst handelnde Menschen. Die Schuldigen des Holocausts sind aber längst gestorben, also trägt heute niemand mehr die Schuld. Das gilt insbesondere für das abstrakte Gebilde eines Staates.

Das verbliebene Erbe dieser dunklen Zeiten ist die Verantwortung, ähnliches in Zukunft zu verhindern. Diese Verantwortung trägt aber nicht nur Deutschland oder der einzelne Bundesbürger, sondern die gesamte Menschheit. (Und diese tut sich damit sehr schwer.)

Ich bin 1945 geboren

und fühle mich nicht schuldig an dem was im 3. Reich an den Juden verübt wurde.Aber ich erkenne an ,das BRD. eine Verantwortung an den Geschehen des 3.Reich als unmittelbarer Nachfolger hat. Somit stehen wir,das heißt die BRD in vieler Hinsicht an der Seite von Israel.

Von hinten durch die Brust ins Auge

"Wir trotzen dem Gift des Nationalsozialismus!
Das wäre korrekt gewesen.
Den Sozialismus auszuklammern, ist ein freundlicher Versuch, die linke Politik nicht beschmutzt wissen zu wollen. Das ist feige und historisch auch nicht korrekt.
Die Kombination aus Sozialismus und Nationalismus war das Übel." @yolo
.
Man kann es nicht fassen! Was hatten denn die Nazis mit Sozialismus zu tun? Weil sie Arbeitslose zum Autobahnbau abkommandiert und auf Kredit die Rüstung voran getrieben haben? Was haben sie denn dem "Volk" hinterlassen? Ruinen und ne Staatspleite!
.
Bleibt die Frage, ob es eher der Nationalismus oder der Sozialismus war, der die Juden ins KZ gebracht hat. Na, was meine Sie?

@Gastor Zur Frage der Schuld

"Ich bin fast 20 Jahre nach Ende des 2. Weltkrieges quasi zufällig in Deutschland geboren. [...] Soll ich mich jetzt durch die Tatsache, dass ich die deutsche Staatsangehörigkeit besitze, schuldig fühlen?"

Nun, da dürfte es Ihnen wie uns allen gehen, denn ich schätze, niemand von uns hat geplant, in Deutschland geboren zu werden. Der Begriff der Schuld trifft vielleicht nicht ganz, was Herr Steinmeier ausdrücken will, immerhin spricht er ja auch von einer "historischen" Schuld. Und die trägt Deutschland, es ist unser geschichtliches Erbe, unsere Verantwortung, wenn Ihnen der Begriff besser gefällt. Wenn man dann beobachtet, wie auch heute wieder Hass auf Andere und nationalsozialistisches Gedankengut, verbunden mit Geschichtsvergessenheit und dem zunehmenden Verlust eines gesellschaftlichen Verantwortungsgefühls (*ich* bin nicht schuld, *ich* muss mir nichts einreden lassen) um sich greifen, scheint dieses Erbe noch lange nicht aufgearbeitet zu sein.

21:28 von deutlich

«Was [Steinmeier] sagte ist angemessen, er hätte es aber auch auf Deutsch sagen können. Die Überlebenden hätten ihn wohl verstanden, weil sie mit Deutsch aufgewachsen sind. Die deutsche Sprache kann nichts für die Untaten …»

Deutsch war die Sprache der damaligen Täter.

Auch wenn viele der Zuhörer mit der Deutschen Sprache aufwuchsen.
Und sie evtl. Deutsch auch heute noch ohne Probleme verstehen können.

Nicht nur deutsche Juden als Überlebende waren bei der Rede anwesend.
Aus diesem Grund klug, dass Herr Steinmeier auf Englisch sprach.

Noch klüger, dass er Deutsch als Sprache den Überlebenden ganz bewusst "nicht zumuten wollte, auf dass sie an einem so erinnerungsträchtigen Tag nicht erneut in ihren Ohren klänge.

Steinmeiers Englisch war gut, differenziert, "fließend" mit großem Wortschatz. Der sich längst nicht darauf beschränkte, von einem Blatt Papier abzulesen.

Eine Entscheidung des Respekts.
Zu diesem Anlass eben nicht auf Deutsch zu reden.

@Nirwana1962

"Neu
Am 23. Januar 2020 um 20:59 von Nirwana1962
Jeder kann etwas tun...

... damit unsägliche Taten aus der Vergangenheit - im Besonderen die Verbrechen des NS-Regimes gegen das Volk der Juden - nicht in Vergessenheit geraten.

Meine gestrengen Eltern haben mich 1979 dazu verdonnert, mir das Schicksal der Familie Weiss im TV anzuschauen, und da war ich fast 18 Jahre alt [...]
Im Nachgang bin ich meinen sehr strengen Eltern sehr sehr dankbar, mir die Augen geöffnet zu haben."

Eine Korrektur muß sein: Es gibt kein Volk der Juden, es gibt nur Menschen jüdischen Glaubens, die viele unterschiedliche Staatsangehörigkeiten haben. Ansonsten bin ich Ihren Eltern dankbar für die Strenge. Bei mir war es umgekehrt: Ich mußte mit meinen Eltern streng sein, um ihnen klar zu machen, was ab 1933 angerichtet wurde.

Abschließend ein Wort des Holocaust-Überlebenden Ivar Buterfas-Frankenthal
"Vergeben haben wir längst, vergessen werden wir niemals."
Das hat mich mein ganzes Leben sehr berührt.

karwandler

stimmt, hab ich nicht bedacht! War mein Lapsus.

@karwandler

"
Am 23. Januar 2020 um 22:06 von karwandler
re yolo

"Es hätte heißen müssen:
Wir trotzen dem Gift des Nationalsozialismus!
Das wäre korrekt gewesen.
Den Sozialismus auszuklammern, ist ein freundlicher Versuch, die linke Politik nicht beschmutzt wissen zu wollen. Das ist feige und historisch auch nicht korrekt.
Die Kombination aus Sozialismus und Nationalismus war das Übel."

Ohne das ernste Thema wäre Ihr Versuch, den Nationalsozialismus in eine nationalistische und eine sozialistische Hälfte zu trennen, eine satirische Einlage."

Leider keine satirische Einlage, sondern ernsthaft vertretene Meinung auf der Webseite des deutschsprachigen Zentralorgans der Rassisten und Islamhasser, Pi-News. Da ist man allen Ernstes der Meinung, Nationalsozialisten wären Linke, wegen "sozialisten" im Namen.

@yolo: Der Nationalsozialismus war eine totalitäre

völkisch-relgiöse Bewegung. Die nationalen Sozialisten und die Nationalbolschewiken wurden nach 1933 alle aus der Partei entfernt. Hitler betrieb nach seiner Machtergreifung sofort Kriegswirtschaft, die nichts mit Sozialismus zu tun hat.

Hitler sah sich als Messias militans des 20. Jahrhunderts, als Erlöser der Deutschen zugleich in dessen Nachfolge wenn er seinen Anhängern 1923 zurief: ,,Wir sind zwar klein, aber einst stand auch ein Mann auf in Galiläa und heute beherrscht seine Lehre die ganze Welt."

Rosenberg der Chefideologe Hitlers sah sich in der Rolle eines Hohepriesters eines sakralen Nationalismus, einer mystisch überhöhten Nation.

Und Ernst Krieck einer der führender Nazi-Erziehungswissenschaftler sagte: "Was der Führer, was die Nazi-Bewegung will ist eben auch eine religiöse Offenbarung".

22:41 von WM-Kasparov-Fan @yolo um 21:36 Uhr

""Zur Erinnerung. Linke, Sozialisten und Kommunisten wurden im Nationalsozialismus ebenso verfolgt und in Konzentrationslagern ermordet. Es ist ganz bestimmt keinem Juden peinlich, oder verletzt seine Ehre, auch dieser Opfer zu gedenken, u.a. waren auch viele Juden Sozialisten.""
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Ja, natürlich waren außer den Juden auch Sozialisten ,Kommunisten und Homosexuelle Opfer diese System im 3.Reiches .Auch Dehnen ist zu gedenken.

@Anderes1961

Vielen Dank für die kleine Korrektur, die ich mir dankend im Hirn festschreibe :)

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