Ihre Meinung zu: Online-Glücksspiele künftig legal: Zustimmung von Experten

22. Januar 2020 - 17:27 Uhr

Ab Mitte 2021 soll Zocken im Internet in Deutschland erlaubt sein. Experten für Spielsucht finden das grundsätzlich gut. Doch an Details der Regeln, auf die sich die Bundesländer geeinigt haben, gibt es Kritik. Von Jens Eberl.

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Kommentare

Auch mit dieser Argumentation

Auch mit dieser Argumentation ist eine Legalisierung von Cannabis seit Jahrzehnten überfällig.

Eigenes Risiko

Wer beik ominösen Online-Spielen mitspielt, handelt auf eigenes Risiko und "Glück".

Bei staatlichen Lotteriespielen, z. B. Lotto, ist dies etwas anderes.

Deutschland plötzlich liberal ?

Weit gefehlt. Es geht schlicht und einfach um entgangene Steuereinnahmen. Allein dies hat den überraschenden Sinneswandel der Bundesländer bewirkt. Denn die bisherige Verbotspolitik hat nur dazu geführt das immer mehr Bürger den hiesigen staatlich kontrollierten Glücksspielangeboten den Rücken gekehrt haben - zum Nachteil des deutschen Fiskus. Da aber die Verbote in Deutschland gegen EU-Recht nicht durchsetzbar waren, heult man jetzt mit den Wölfen um wenigstens einen Teil vom Kuchen abzubekommen. Genau diesen Sachzusammenhang hätte man im Artikrl übrigens auch herstellen können, wenn man denn gewollt hätte.

Zukünftig legal?

Dank einer Lizenz aus Schleswig-Holstein werben Zockanbieter doch jetzt schon Land auf und Land ab für diverse Glücksspiele in allen Medien! Man muss angeblich in SH beheimatet sein um daran teilnehmen zu können,aber warum bewirbt man es dann Bundesweit? Die Anbieter haben Briefkästen auf Gibraltar oder Malta. Und auch wenn man das Gezocke jetzt hier legalisiert,werden diese ihre Verstecke bestimmt nicht verlassen um in Deutschland ihre Steuern zu bezahlen!

16:56 von Möbius

genau so isses. wenn ich das denn hier so offen sagen darf!

Legalisierung

Ach was? "Wenn die Online-Casinos vehement Werbung machen, wird es mehr pathologische Spieler geben und das ist nicht positiv."
Korrekt. Hört auf den Mann. Hier wurde eine Legalisierung von Online-Glücksspiel vereinbart mit einer Argumentation (nach außen hin), mit der man auch Cannabis legalisieren müsste. Aber je freier zugänglich ein potenzielles Suchtmittel ist, desto mehr süchtige wird es geben. Punkt. Die vereinbarten Maßnahmen gegen Spielsucht werden weitgehend wirkungslos bleiben und nicht zur Eindämmung des Problems beitragen.
Das Verbot, das bisher bestand, hat durchaus Sinn gemacht und das einzige Problem war, dass es nicht ausreichend kontrolliert wurde. Das wäre möglich, aber wahrscheinlich teuer gewesen. Dann lieber legalisieren, das bringt sogar noch Geld? Das ist volkswirtschaftlich sehr kurz gedacht, pathologische Spieler kosten im Zweifelsfall viel Geld, z.B. durch wegfallende Produktivität.

Das tägliche Glückspiel...

vieler Mitbürger sieht anders aus:

“Spingt mein Auto morgens an...?“
“Kommt mein Zug - und wenn, ist er pünktlich?“
“Komm ich glatt durch, oder steh ich im Stau?“...

Das langt mir völlig, da brauch ich nicht noch das Internet, um zu zocken :-).

Diese

Legalisierung folgt offenbar dem Motto „was nicht effektiv kontrolliert wird bzw. werden kann, erlaubt man besser“.
Mit dem gleichen Argument könnte man beispielsweise auch die meisten Geschwindigkeitsbeschränkungen auf unseren Straßen abschaffen. Daran kann man ablesen, welch einen Unsinn so eine Maxime darstellt.

Das hindert doch

keinen Zocker daran weiterzuspielen, wenn er auf den kontrollierten Seiten gesperrt wird. Die Logik soll mir mal einer erklären.
Letztlich geht es sehr wahrscheinlich um Steuereinnahmen, dann soll man es aber auch so benennen.

Online Glücksspiel künftig legal...

Eine zentrale Glücksspielbehörde der Länder soll überwachen, dass im Netz alles korrekt läuft. 
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In Grunde geht es den Ländern doch wieder nur um zusätzliche Steuereinnahmen. Spielsucht oder andere Gründe müssen halt dafür als Grund herhalten...

Spielsucht ist eine Krankheit

Eben eine Sucht, mit allem, was dazu gehört: Rückfallgefahr, Entzugserscheinungen, Beschaffungskriminalität etc. Sie ist sogar im IDC-System aufgeführt (F63.0):
"Die Störung besteht in häufigem und wiederholtem episodenhaften Glücksspiel, das die Lebensführung des betroffenen Patienten beherrscht und zum Verfall der sozialen, beruflichen, materiellen und familiären Werte und Verpflichtungen führt."

Aber wir sind als Gesellschaft ja überaus tolerant. Vor allem bei Suchtverhalten, an denen Geld verdient wird.

Verbote

Spielen macht süchtig und Cannabis macht süchtig. Was ist hier der Unterschied? Wie argumentieren die Politiker? Sie wollen doch nicht in den Bundestagssitzungen zocken?

Eine zentrale Regulierungsbehörde - pro Bundesland?!?

Wie ist das denn zu verstehen? Wird jedes Bundesland eine eigene Regulierungsbehörde einrichten? Wozu? Hier scheint es mir um Eitelkeiten zu gehen, die den Steuerzahler Millionen kosten werden. Zudem sehe ich jetzt schon die Inkompetenz am Horizont, wenn Bundesland A nicht weiß, dass Spieler x in Bundesland B sein 1000€ Limit erreicht hat...

Ne, also da sollte sich der Menschenverstand durchsetzen und die Bundesländer betreiben zusammen eine Regulierungsbehörde. Das ist billiger, effizienter und schützt den Spieler.

Insgesamt aber ist die Sache ein Fortschritt.

Nachvollziehbare

Nachvollziehbare Entscheidung. Die Bekämpfung der illegalen Casinos kostet nur Geld und bindet Personal. Da ist es sinnvoller sie zu besteuern und Geld einzunehmen.

@ Sparer um 17.16 Uhr, "was nicht kontrolliert werden kann ..."

"Legalisierung folgt offenbar dem Motto "was nicht kontrolliert werden kann, das erlaubt man besser". Das ist einer der Gesichtspunkte, die Legalisierung wird sich aber rächen.
In Deutschland wurde Prostitution legalisiert, um die Sexarbeit-Branche aus der Illegalität zu holen und Frauen zu ermöglichen, sich anzumelden, in Versicherungen einzuzahlen ... Was hat es gebracht? Insgesamt ist die Anzahl der Frauen und Freier gestiegen, es werden mehr Einnahmen versteuert, aber illegale Prostitution und Menschenhandel gibt es weiter, darüberhinaus ist Deutschland zum Puff Europas geworden.
Ebenso ist es mit illegaler Schwarzarbeit auf dem Bauarbeiter-Strich, wo arme Männer aus Südosteuropa gnadenlos ausgebeutet werden. Sie bekommen den Mindestlohn, der wird versteuert - immerhin - sie arbeiten aber viel mehr und diese Arbeit wird nicht versteuert. Für die Menschenhändler ist dieses Modell sogar besser: Die Leute sind legal, also auch versichert auf unsere Kosten, auf Kosten der Steurerzahler

Glücksspiele können süchtig machen

und Existenzen wie Familien zerstören. Aber wenn der Fiskus mitverdienen kann, dann ist das wohl weniger schlimm...
Ich versteh es eh nicht, dass man online-Casino oder onlinepoker der Atmosphäre des echten Casino vorzieht, aber das ist meine persönliche Einstellung

Der Staat knickt ein

Auch hier sehe ich mit Bedauern, wie der Staat auf einem weiteren Feld vor der Illegalität kapituliert und einknickt. Glücksspiel-Buden sind in den letzten 15 Jahren aus dem Boden geschossen wie die Pilze. Was passiert da? Wenn man viel illegales Geld hat, das man nicht über Banken einzahlen oder überweisen kann, weil man dann registriert wird, gründet man ein Wettbüro oder eine Glücksspiel-Lokal. Dann verbucht man das illegale Geld peu a peu als Einsatz (unbekannter Spieler), zahlt Steuern auf die Einnahmen und schon hat man sauberes Geld. Ob es die Spieler wirklich gibt oder nicht, danach fragt niemand.
Das wird durch vermehrtes Online-Glücksspiel noch erleichtert, denn damit wird das internationale Geldwaschen erleichtert / unterstützt. Unser Staat profitiert von höheren Steuereinnahmen, aber in Ordnung ist das nicht

"Take Your Chance"...

Leider konnte ich im www auf die Schnelle keine validen Zahlen zum Profit des deutschen Fiskus oder sonstiger Staatskassen finden. Laut offiziellen Angaben aber fließen zB. vom Klassiker "Lotto" je Spieltag = Mittwoch und Samstag - und abzüglich Steuern und Gewinnausschüttungen - die rund verbleibende Hälfte des Spieleinsatzes an die "Deutsche Sporthilfe" usw... Für die Verwendung der wöchentlich zweimal so entstehenden Millionenbeträge sind allerdings auch keine validen Zahlen im www verfügbar.
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Ich bin gottlob vom persönlichen Typus her kein "Glücksspieler" und insofern nicht gefährdet, Haus und Hof zu verspielen... Aber ich sehe die gesellschaftliche Entwicklung auch in DE... "Take Your Chance To BE A Millionaire"... war mal eine PR-Devise im US-Spielerparadies Las Vegas... und lockte Millionen Zocker aus den prekären Single-Appartements der Großstädte... Ein Boom, der sich wohl in DE nun auch ankündigt...

re möbius

". Es geht schlicht und einfach um entgangene Steuereinnahmen. Allein dies hat den überraschenden Sinneswandel der Bundesländer bewirkt. Denn die bisherige Verbotspolitik hat nur dazu geführt das immer mehr Bürger den hiesigen staatlich kontrollierten Glücksspielangeboten den Rücken gekehrt haben - zum Nachteil des deutschen Fiskus"

Ihr Beitrag bedient zwar bekannte Vorurteile (der gierige Staat), ist aber in einem Punkt gleich schon falsch: Die Umsätze der lizenzierten Glücksspielangebote in Deutschland steigen kontinuierlich.

Quelle:
https://de.statista.com/statistik/daten/studie/5417/umfrage/umsaetze-auf -dem-gluecksspiel-markt-seit-2005/

Keine Gewinnauszahlung bei Betreibern in Schleswig-Holstein

Wir haben extreme Probleme mit den Glücksspielanbietern in Schleswig-Holstein, gerade bei höheren Gewinnauszahlungen wird das Benutzerkonto automatisch auf Eis gelegt und selbst nachdem man den Wünschen des Betreibers nachkommt und die nötigen Dokumente einreicht bleibt bei vielen das Benutzerkonto eingefroren und für diese Probleme gibt es hier in SH seitens der Regierung keine Anlaufstelle...

(Wunderino, Hyperino ... den ganzen kram aus der Werbung)

liegt vorallem daran

das viele dieser anbieter die gewonnen gelder ihrer kunden einbehalten, häufig aus sehr fadenscheinigen gründen. die können es aber auch machen, schließlich gibts hier niemand an dem man sich direkt mit seinem problem wenden kann.

@16:56 von Möbius

>> Deutschland plötzlich liberal ? >
Weit gefehlt. Es geht schlicht und einfach um entgangene Steuereinnahmen. [...] > Da aber die Verbote in Deutschland gegen EU-Recht nicht durchsetzbar waren, heult man jetzt mit den Wölfen um wenigstens einen Teil vom Kuchen abzubekommen. 16:56 von Möbius
Deutschland plötzlich liberal ?

Weit gefehlt. Es geht schlicht und einfach um entgangene Steuereinnahmen.[...] > Denn die bisherige Verbotspolitik hat nur dazu geführt das immer mehr Bürger den hiesigen staatlich kontrollierten Glücksspielangeboten den Rücken gekehrt haben - zum Nachteil des deutschen Fiskus. Da aber die Verbote in Deutschland gegen EU-Recht nicht durchsetzbar waren, heult man jetzt mit den Wölfen um wenigstens einen Teil vom Kuchen abzubekommen. <<
_
Sehr richtig erkannt und formuliert.! Zumal mit dem Schlußsatz: "Genau diesen Sachzusammenhang hätte man im Artikel übrigens auch herstellen können, wenn man denn gewollt hätte..."

@ draufguckerin, um 18:15

Danke für den Tipp!

@ YVH um 17.53, Nachvollziehbare Entscheidung

"Nachvollziehbare Entscheidung. Die Bekämpfung der illegalen Casinos kostet nur Geld ..." Dieses Argument verstehe ich nicht. Auch wenn es mehr legale Casinos geben wird, auch wenn Online-Spiele und Online-Wetten legalisiert werden, schließt das doch die Existenz illegaler Spielstätten nicht aus.
Man wird weiterhin illegal wetten können, das wird weiterhin seinen Reiz ausüben, weil dabei z.B. die Gewinnchancen höher sein können, wenn der Betreiber weniger/keine Steuern zahlt.

@18:25 von karwandler

>> Die Umsätze der lizenzierten Glücksspielangebote in Deutschland steigen kontinuierlich. <<
_
Wenn Sie hier schon die "Kiste" sozialrelevanter Gesellschaftsentwicklungen aufmachen ... hätten Sie dann freundlicherweise auch eigene Erklärungen für wachsende Umsätze im Markt von Glücksspielen.? Ist vielleicht sogar zu viel Geld in den Händen von Hinz und Kunz... oder warum zocken die vermehrt... ?

18:43 von Zwicke

dieser aussage schliesse ich mich natürlich an. leider konnte ich das nicht in so schöne worte kleiden

@18:15 von draufguckerin

>> Unser Staat profitiert von höheren Steuereinnahmen, aber in Ordnung ist das nicht...<<
_
Das ist das gleiche, ordnungspolitisch-staatliche Spiel wie mit dem Spatz in der Hand, während die Taube auf dem Dach lustig gurrt... aktuelles Beispiel die "Kassenbon-Pflicht" für jede Art von Kundengeschäften. Ein enormer Bürokratieaufwand, um = Originaltext Regierung: Die vielen kleinen Bargeldgeschäfte konkret besteuern zu können...". Hoppala, fragt sich da Ottonormalo... wären da nicht Maßnahmen der Justiz gegen Cum-Ex-Betrüger und dubiose "Bauigel" einträglicher...? Allerdings weiß auch jeder Finanzbeamte, daß die Großen oft scharfe Zähne haben, daß aber zahnloses Kleinvieh letztlich den meisten werthaltigen "Mist" in die Kasse spült... und je prekärer, desto ambitionierter...
_
Vor diesem Hintergrund halte ich die weitere Öffnung des Glücksspiels in DE für sozial grundfalsch. Der Staat ist kein Kasino, sondern eine Überlebensversicherung...!

@draufguckerin um 18:38

Selbst wenn nicht alle Casinos sich registrieren, wird sich der Aufwand für den Staat das Verbot durchzusetzen reduzieren. Wir geben kein Geld für Beamte und Gerichtsprozesse aus, sondern verdienen Geld. Einfache wirtschaftliche Betrachtung.

re frosthorn

"Spielsucht ist eine Krankheit
...
Aber wir sind als Gesellschaft ja überaus tolerant. Vor allem bei Suchtverhalten, an denen Geld verdient wird."

An nicht tolerierten Süchten wird auch Geld verdient. Dann eben von Kriminellen.

re zwicke

"@18:25 von karwandler

>> Die Umsätze der lizenzierten Glücksspielangebote in Deutschland steigen kontinuierlich. <<
_
Wenn Sie hier schon die "Kiste" sozialrelevanter Gesellschaftsentwicklungen aufmachen"

Ich mache keine Kiste auf, sondern korrigiere die Falschinformation in einem Kommentar.

Herablassende Einladungen über Stöckchen zu springen schlage ich grundsätzlich aus.

In meinen Augen ist dies eine

In meinen Augen ist dies eine Katastrophe!

Ist die Lobby so mächtig?

Ich glaube nicht an die Mär, dass es nur um zusätzliche Steuereinnahmen geht!

Glücksspiele, analog wie online...

...oder wie man sein Geld zum Fenster hinauswirft!
Belege? Hier eine wahre Begebenheit:
Ein Taxiunternehmer - stellt Spielautomaten im Pausenraum seiner Angestellten auf. Der Sinn des Ganzen:
"Es gibt keine bessere Möglichkeit, die Angestellten dazu zu bringen, ihren Lohn - freiwillig - an mich zurückzuzahlen, und das Geld für die Automaten habe ich "Ruckzuck" wieder drin".
Ob das nun legel war, sei mal dahingestellt.

Ich gehe davon aus, daß es ab jetzt mehr Privatinsolvenzen geben wird

@zwicke 18:43

Wie wär's mal mit einem Insidejob auf 450 Euro Basis in einer Spielhalle. 9 Stunden sozialrelevante Studien pro Schicht plus Kaffeekochen, Staubsaugen und Geldwechseln. Hinz und Kunz und Kohle. Wie sie kommen und wie sie gehen. Die Blicke der Lebenspartner, die mal reinschauen um zu wissen ob der Brotkorb ab jetzt höher hängt, usw.....

"Glück" - "Spiel" Euphemismus für Geld

Schon das Wort ist reine Schönfärberei. Wer kann denn in Online-Casinos "spielen" und dann auch noch "Glück" erlangen. Auf Englisch heisst es Gambling, was es evtl. besser ausdrückt. Auch Hütchenspiel ist Gambling.
Wer glaubt denn, dass es mit Glück zu tun hat, wenn ausgefeilte Algorithmen im Computer etwas ausschütten? Der Gewinner bleibt natürlich der online Casio Anbieter.
Wie kommt es, dass unsere Politik auf einmal die Ausbeutung armer Glücksspielsüchtiger legalisiert?! Und wer glaubt, dass es Steuern bringt, wenn die Anbieter auf Malta sitzen? Welche Lobbyarbeit veranlasst wodurch Politiker da zuzustimmen?
Wir leben in einer Welt, in der es nur noch ums Geld geht - man meint Umweltverschmutzt durch Geld zu regeln und nun auch noch Glück zu erspielen. Es gab da mal einen Tagesthemen Moderator, der eine neue Wertedebatte angeregt hat. Ulrich Wickert... Aber diese Werte sind wohl schon längst überholt.
Es ist leider zum Verzweifeln...

Wer kontrolliert...

die Gewinnerwartung und die Nicht-Manipulierbarkeit der virtuellen Automation?
Und wer kontrolliert die garantierte Generierung der Gewinnzufälle? Das müßte eine staatliche Behörde machen, praktisch mit einer Dauerüberwachung ("Pombierung") der automatisierten Spielabläufe...ich glaube nicht, daß das möglich ist...am Ende werden die Spieler doch abgezockt.

@ 20:02 von spax-plywood

>> Wie wär's mal mit einem Insidejob auf 450 Euro Basis in einer Spielhalle... <<
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Ein unsinniger Vorschlag ... denn man kauch auch mit anderweitig intelligenten Methoden die Glücksspielbranche (auch Spielhallen) gut beurteilen. Auffällig ist zB. in Spielhallen die ausschließliche Beschäftigung von sozialabgabefreien Teilzeitkräften als Aufsicht mit Zusatzaufgaben. Und das bei den in Spielhallen erzielten Umsätzen (!) ... ich kenne Insider, die wiederum die Umsatzzahlen kennen. Es ist das gleiche "Spiel" mit angeblichen minderwertigen "Billigjobs" wie beim Toilettenpersonal auf AB-Raststätten... Dabei müssten in Spielhallen eigentlich ausgebildete (teure) Soziologen Dienst tun, um in Extremfällen helfend einzugreifen...
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Letztlich aber ist es wie beim Klo-Personal auf Raststätten ... wer sich nicht organisiert und nötigenfalls streikt, der muß eben mit den 20 Cent auf dem Teller zufrieden sein...

Ich bin dagegen

Ich bin dagegen Online-Casinos zu Legalisieren.
Spielsüchtige haben wir jetzt schon genug.
Die Steuereinnahmen werden nicht ausreichen die Therapiekosten zu begleichen.
Wir Steuerzahler werden dann zur Kasse gebeten.
Ich möchte nicht dafür Bezahlen.
Wer bezahlt die " Spielschulden"?
Die Straßen werden voller Geldeintreiber sein.
(Zukunftssicherer Job?)

Meine Meinung...

... ich halte die staatliche Förderung des Glücksspiels - von Lotto bis zu allen anderen Varianten - für extrem gesellschaftsschädlich.! Das mag zwar weltfremd klingen, ist aber meine Quintessenz aus gesellschaftlichen Beobachtungen und letzlich auch privaten Erkenntnissen.
_
Ein Beispiel zu Letzterem: Nach der Ehescheidung vor vielen Jahren begann meine Schwester mit dem exzessiven Lottospielen, um das überlassene Haus halten zu können... und angetrieben von einem damaligen "Fünfer" und der Hoffnung auf mehr... Das klappte freilich nicht. Heute, nach 20 Jahren Spielpraxis, lebt meine Schwester wieder suchtfrei und zufrieden in ihrer kleinen Wohnung. Lottofrei, und mit wieder mehr Geld für Wichtigeres.
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Und sie hat wieder Geld fürs eigene Auto und zum Verreisen. Aber das Wichtigste... sie ist wieder ansprechbar als geschätztes und geliebtes Familienmitglied...

Spielleidenschaft

Es ist auch die Aufgabe des Staates seine Bürger vor gesundheitlichen Gefahren zu schützen, Spielsucht ist eine anerkannte psychische Erkrankung. Glücksspielen um Geld hat nicht viel mit "spielen" zu tun. Die Gewinnwahrscheinlichkeit oder Gewinnquote liegt immer niedriger als der Einsatz über eine gewisse Zeitstrecke...wobei viele kleine Gewinne dem Spieler vorgaukeln, daß man gewinnen kann. Einarmige Banditen - auch virtuelle per Computer - funktionieren nach dem "Prinzip der variablen Verstärkung", was den Spieler resistent macht gegenüber Extinktion = nicht aufhören können. Mit anderen Worten, der Spieler ist immer im Verlust ...viele Spieler subventionieren die wenigen "Glückspilze" für den Jackpot. Statt die Spielleidenschaft zu kontrollieren und Spieler vor Suchtverhalten zu schützen, wird nun auch noch das anonyme Spielen vom Heimcomputer freigegeben. Die Schäden durch ruinierte Spieler und deren Therapie werden der Allgemeinheit überlassen.

@landart

Wen interessiert der Süchtige? Eher interessieren die Steuereinnahmen. Spielen, rauchen und Alkohol könnte aus meiner Sicht komplett verboten werden.

@Hackonya2

Leider sind alle Massnahmen der repressiven Verhaltenssteuerung in allen Staaten gescheitert - die schlimmsten Auswirkungen gab es in den USA zu den Zeiten der Prohibition - selbst Calvin ist in Genf mit seinem Verbot von Gasthäusern und Kartenspielen gerade noch dem Henker entronnen. Sucht gehört leider zum „normalen“ Verhalten der Menschen. Aufklärung über das Abgleiten in die Spielsucht, aber auch der Einbau von Hürden und Kontrollen des Gewinnspielens sind als Schutzmassnahmen notwendig. Der staatliche Abbau von Einschränkungen des Casinospiels im Netz ist auf jeden Fall dem kontraproduktiv... hat mit Liberalität - wie die FDP meint - nicht im geringsten was zu tun.

Manchmal denke ich - und so auch bei dieser Entscheidung,

dass die Politiker mitunter einen Knall haben. Komplett falsche Entscheidung! Mehr ist dazu nicht zu sagen.

re zwicke

"Meine Meinung...

... ich halte die staatliche Förderung des Glücksspiels - von Lotto bis zu allen anderen Varianten - für extrem gesellschaftsschädlich.!"

Es gibt keine staatliche Förderung des Glücksspiels. Höchstens mit dem gedanklichen Looping, dass Nicht-Verbieten eine Förderung ist.

Die Kehrseite

In Las Vegas sollen etwa 125000 Spielsüchtige leben...es gibt mehrere Grosspsychiatrien mit jeweils über 1000 Betten...die Zustände in Japan sind in den Vergnügungsvierteln mit mehrstöckigen Spielhallen katastrophal...wollen wir das auch bei uns... jetzt auch noch am Home-PC. Das Ende von Spielsucht ist oftmals der Ruin, die Auflösung der Familie, Verlust der Arbeit und letztlich der Suizid. Wollen wir solche Zustände? Es ist grotesk, wenn ein Staat statt das Gewinnspielen zu kontrollieren, das noch ausweitet und steuerlich mitverdient.

da hat die Glücksspiellobby mal wieder ganze Arbeit geleistet

das wird die Spielsucht in Deutschland stark befördern, ohne auch nur einen Deut am ungeregelten Spielebetrieb auf ausländischen Servern zu ändern. Wer sein Einstiegsdrogen-Limit überschreitet, spielt im Ausland weiter.

Es liest sich hier in einigen

Es liest sich hier in einigen Kommentaren so, als gäbe es bisher kein Online-Glücksspiel.
Das ist ja aber nicht so, es gibt diverse Anbieter. Jetzt sollen eben auch welche aus Deutschland dazukommen.
Und die sollen dann auch noch kontrolliert werden können.
Das allein ist doch eigentlich eine Verbesserung, denn ich glaube nicht, dass die Betreiber bisher Gewinne wirklich zulassen.

Dass Glücksspiel süchtig machen kann... okay, das ist sicher so. Na und ? Wir sind erwachsen. Ich zumindest kann selbst entscheiden, was ich tun oder nicht tun will. Dazu gehört online zocken übrigens nicht. Aber mal zig Stunden am PC, das war, als ich noch Zeit hatte, sehr oft so. Kein Problem :)

Online-Poker ist ok, es nicht

Online-Poker ist ok, es nicht mehr Glücksspiel oder nicht als Skat und man spielt nicht gegen den Betreiber was die Motivation zum Betrug auf Betreiberseite erheblich reduziert. Automatenspielen, tja da kann man streiten, aber eigentlich auch nicht. Das diese schädlich sind ist unbestritten, also geht's darum wie man Menschen am besten davor schützt. Und da ist nun mal tatsächlich die Legalisierung der einzige Weg. Es ist schlicht die Wahl zwischen kontrollierten Anbietern und unkontrollierten Anbietern. Was ist wohl besser?

Sucht und findet!

Wir haben eine sehr reiche und präzise Sprache, wenn man sich die Ruhe nimmt. Da kommt man über dem Wort "Sucht" vielleicht auf den Gedanken, darin den Imperativ für "suchen" zu finden und vielleicht in der folgenden Idee zu fragen beginnt, was denn gesucht wird und wie das 'Finden' zu einem aufschiebbaren Ziel wird. Daß die Sucht in der Regel nur am Stoff für die Abhängigkeit befestigt wird, täuscht gern darüber weg, daß es immer einen Grund gibt, eine Suche.

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