Ihre Meinung zu: Brände in Australien: Feuer gegen Feuer

8. Januar 2020 - 10:26 Uhr

Der Rauch der verheerenden Buschbrände in Australien umkreist inzwischen den gesamten Planeten. Im Land selbst greifen die Feuerwehrmänner nun zu drastischeren Mitteln. Von Holger Senzel.

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Kommentare

Gegenfeuer ist kein "drastisches Mittel"

Eine Verbrennung benötigt drei Dinge: Sauerstoff, Wärme und einen brennbaren Stoff im richtigen Mengenverhältnis. Stört man dieses Mengenverhältnis, so brennt es nicht mehr.

Vegetationsbrandbekämpfung gehört in Australien zu den Basics der Feuerwehr; und Gegenfeuer gehören hier zum Grundhandwerk. Jedes Jahr werden regelmäßig Landstriche kontrolliert abgebrannt, um dem Feuer den brennbaren Stoff zu entziehen. Das Arbeiten mit Gegenfeuern ist also kein "drastisches Mittel", sondern normales australisches Feuerwehrhandwerk.

Danke

Vielen Dank

für diese Berichterstattung.
Eine realistischere Einschätzung, denn der Australier und auch die Medien dort nehmen die Brände ganz anders als unsere Medien auf.

Ein Feuer mit einem Gegenfeuer zu bekämpfen ...

.. ist absolut nichts neues. Bei nicht mehr löschbaren Waldbränden wird es überall auf der Welt eingesetzt. Man schickt dem bestehenden Brandherd (vereinfacht ausgedrückt) ein Feuer entgegen. Wo beide aufeinander treffen, wird der weiteren Ausdehnung dadurch die Nahrung entzogen, der Brand wird kontrollierbar. Natürlich kann das auch schief gehen. Ein Flächenbrand macht Winde und Thermik zu einem schwer kalkulierbaren Risiko. Deshalb sind solche Maßnahmen ein Fall für Fachleute mit Ortskenntnis.
Das man so ausgedehnte Brände wie in Australien überhaupt noch löschen kann, bezweifle ich stark. Da Regen frühestens im Februar erwartet wird, werden die Feuer wohl weiterhin vernichten was ihnen in den Weg kommt.
Nicht nur für australien beudeutet das eine ökologische Katastrophe ... aus der kein Mensch lernen wird.

Faktenfehler...

„Und wenn mehrere Brände sich zu einem vereinen, reißt der gewaltige Sog alles in die Flammen. So ein Feuersturm wurde erstmals 1945 nach der Bombardierung Dresdens beobachtet.“
Das ist nicht beweisbar bzw. So schlicht falsch:
Ob Menschen einen so genannten Feuersturm erstmals 1945 beobachten, kann niemand sagen. Aber dass es diese im 2. Weltkrieg gab, schon. Allerdings sollte schon bekannt sein - oder zumindest sauber recherchiert werden -, dass dies „erstmals“ im Juli 1943 in Hamburg erlebt wurde...

Die armen Tiere

Die Feuer in Australien sind nicht nur für die Menschen eine Katastrophe, sondern auch für die unschuldige und leidgeplagte Tierwelt. Abgesehen von der horrenden Zahl der toten Tiere (bis zu einer Milliarde!) zerbricht einem das Herz beim Anblick der schwerst verletzten Koalas oder Kängurus. Es ist eine Pflicht der Verantwortlichen, daß in Zukunft konsequent alles für sie und die Natur und das Klima getan wird.

macht Sinn

Aber warum kam man erst jetzt auf die Idee ?
Good luck.

...

diese Feuer hätten verhindert werden können, hätte man nicht bestehenden Praktiken ausgehebelt um "Umweltfreundlicher" zu sein... wenn aber für alles das klima verantwortlich gemacht wird, ist es natürlich schwer Lösungen zu finden...

Feuer mit Feuer bekämpfen

Ist kein drastisches Mittel.
In den USA gibt es komplette Feuerwehreinheiten die nur auf solche Einsatzarten geschult werden.
Für die ist das Ihr normaler Job.
Ich hab mich durch Zufall mal mit dem Feuerwehrmann Brendan McDonough der als einziger seiner Einheit das Yarnell Hill Fire überlebt hat unterhalten können, zu dem Zeitpunkt ohne zu wissen wer er ist.
Das stellte sich erst in der Unterhaltung raus, und hat er uns damals auch von seinem Job erzählt.
Die Tragödie wurde in dem Film „no way out“ verfilmt.

re whisper

"diese Feuer hätten verhindert werden können, hätte man nicht bestehenden Praktiken ausgehebelt um "Umweltfreundlicher" zu sein... "

Sie verbreiten hier schon seit Tagen, Umweltschützer hätte vorbeugende Brandbekämpfung sabotiert.

Wo ist denn mal ein seriöser Beleg* dazu?

*Seriös schließt die erzkonservativen Murdoch-Medien aus.

Chemieproblem?

"Viel Chemie in der Luft
Giftiges Kohlenmonoxid wird in die Atmosphäre geschleudert - außerdem Chemierückstände von Kunststoffen, Lacken und allem, was da gerade verbrennt. "

Im Mittel 3,1 Einwohner pro qkm. In New South Wales, um Sydney, 10 pro qkm.
Wenn bei ganz lichter Vegetation etwa 1000 Bäume pro qkm abbrennen, samt der Tonnen von Lacken, Chemie- und Kunststoffen, die die 10 Einwohner in ihren Häusern ( oder gar großen Chemiehallen?) lagern, wird es trotzdem schwer, die Nachweisgrenze dieser Chemiehinterlassenschaften in der Atmosphäre zu überschreiten. Gerade bei Eukalyptuswäldern mit ihrem hohen Anteil exotischer Biochemie.

Aber gut dass dieses überaus große Problem zielsicher erkannt wurde.

@11:22 von Whisper

...
diese Feuer hätten verhindert werden können, hätte man nicht bestehenden Praktiken ausgehebelt um "Umweltfreundlicher" zu sein...

Die Feuer hätten nicht verhindert werden können. Die austalischen Klimaforscher haben schon seit Langem vor höheren Temperaturen und einer Dürre im Südosten gewarnt, wenn nichts gegen den Klimawandel getan wird. Doch Gewinne und die Erhaltung von Arbeitsplätzen waren wichtiger.

@ Whisper

„...
diese Feuer hätten verhindert werden können, hätte man nicht bestehenden Praktiken ausgehebelt um "Umweltfreundlicher" zu sein... „

Um welche Praktiken handelt es sich?
Und wie wurden die Ausgehebelt?
Im Moment lese ich Behauptungen die alles bedeuten können.

„Feuer gegen Feuer - das Einzige, was zur Zeit hilft. „Es gibt wohl kaum einen härteren Job derzeit in Australien als Feuerwehrmann“

Im wahrsten Sinne des Wortes ein „Höllenjob“. Wie im Krieg: „Sogenannte Feuertornados können tonnenschwere Löschfahrzeuge durch die Luft schleudern. Und wenn mehrere Brände sich zu einem vereinen, reißt der gewaltige Sog alles in die Flammen. So ein Feuersturm wurde erstmals 1945 nach der Bombardierung Dresdens beobachtet“

„(...) Zudem sind die Wälder wichtig für die Luftreinigung - jeder Baum, der verbrennt, kann kein Treibhausgas mehr aufnehmen. Es ist ein Teufelskreis.
Dann gibt es noch das meteorologische Phänomen der "Indischen-Ozean-Dipolarität". Heißt: Alles hängt mit allem zusammen. Australien wird immer trockener, Ostafrika immer nasser und flutgeplagter“

Im Moment ist wohl Australien am stärksten betroffen: „Nach leichter Abkühlung und ein wenig Regen soll es in den kommenden Tagen wieder über 40 Grad heiß werden. Den  Menschen ...“ Erbarmen.

@ karwandler

„*Seriös schließt die erzkonservativen Murdoch-Medien aus.“

Warum?
Ich muss die Frage jetzt stellen weil ich diese Medien nicht konsumiere, wenn dann zumindest nicht bewusst.
Wenn es sich auf konservativ oder erzkonservativ beruft kann ich das nicht nachvollziehen, konservativ muss nicht automatisch was schlechtes bedeuten.
Meinen sie Murdoch Medien an sich wäre ich weil ich mich mit denen nicht beschäftigt hab einfach interessiert.

Bestehende Praktiken

@Whisper um 11:22

Ich verstehe Ihren Kommentar nicht!!
Welche bestehenden Praktiken meinen Sie? Weiterhin Kohle zu verfeuern?

Australien hat die zweithöchste Emission pro Einwohner weltweit aufgrund der sinnlosen Verbrennung von Kohle.

Das ökologische Desaster, welches wir hier gerade erleben, ist von uns Menschen verursacht und leidtragend sind mal wieder Pflanzen und schutzlose Tiere.

Es bricht einem das Herz schwer verletzte Koalas und Kängurus sehen zu müssen, weil wir Menschen scheinbar einfach nicht lernfähig sind und es ist tragisch, das zwar über 25 tote Menschen, nicht aber über mittlerweile geschätzt über eine Milliarde toter Tiere gesprochen wird.

Sie haben Recht, ein Großteil der Feuer hätte ggf. verhindert werden können .... aber sicher nicht durch ein „Weiter so, wie bisher“ und es bleibt nur zu hoffen, dass zumindest die australische Regierung jetzt endlich mal die richtigen Konsequenzen zieht.

Gegenfeuer

Das Abbrennen von Vegetation, Brandschneisen und sogar Gegenfeuer sind Gegenstand der Feuerwehrtaktik in der ganzen Welt.
Uns in Deutschland ist das fremd, weil wir schon seit Jahrzehnten keine so großen Waldbrände hatte, dass das notwendig war. In meinen Schulungsunterlagen für den Feuerwehrgrundlehrgang waren diese Taktiken aber noch enthalten, in Erinnerung an die 70er-Jahre, in denen es auch in Deutschland brannte.
In den USA ist das auch Stand der Technik.

Was wollen Sie uns damit sagen?

Lieber Brenner13,

Ja, es ist richtig, dass der Feuersturm schon früher als bei der Bombardierung Dresdens beobachtet wurde. Dennoch ist die Aussage bezüglich der Wirkung von Feuerstürmen prinzipiell richtig. Zudem widersprechen Sie sich selbst, wenn Sie einerseits den Feuersturm in Hamburg - vom Datum her betrachtet - als Korrektur heranziehen, andererseits sich aber zu der Stellungnahme hinreissen lassen, dass diese nicht beweisbar seien. Das ist schlichtweg falsch. Die Wirkung der Bombardierung von Spreng- und Brandbomben ist hinlänglich dokumentiert. Und wer hat's erfunden? Die deutsche Luftwaffe hat diese Taktik im Spanischen Bürgerkrieg in Guernica und zu Beginn des 2. Weltkrieges in Warschau und Coventry (GB) prächtig vorgeführt.
Lassen Sie sich bitte nicht von Emotionen leiten, sondern von Fakten.
Liebe Grüße

13:19 von Mondi

«… und es ist tragisch, das zwar über 25 tote Menschen, nicht aber über mittlerweile geschätzt über eine Milliarde toter Tiere gesprochen wird.»

Zahlen als Beleg dafür habe ich keine.

"Aber rein vom Gefühl her" erscheint mir 1 Milliarde tote Tiere zu wenig.
Viel zu wenig zu sein …

Wenn ich auch an Insekten, Amphibien, Schlangen … und ähnliche Geschöpfe denke. Gerade "die niedere Stufe" der Lebewesen ist ja die Basis dessen, wovon sich auch Vögel und Beuteltiere ernähren.

Von der Art "regenerativer Brände", die zum Lebensrhythmus der Pflanzen- und Tierwelt in Australien gehören, kann man bei denen in der "Bush Fire Season" von 2019/20 schon längst nicht mehr reden.

Katastrophe und Desaster …

Klimaschutz Schuld am Feuer ?

ich findes es erstaunlich, daß es hier Kommentare gibt welche den Klimaschutz als Ursache für die Feuer ausgemacht sehen wollen ? Schließlich ist der Klimawandel unstreitbar Hauptursache für die vermehrt und immer schlimmer wütenden Feuer in Australien (wie auch Kalifornien, Griechenland, Portugal ... etc.).

99 % aller Wissenschaftler sehen hier einen klaren Zusammenhang. 99 % aller Verwörungstheoretiker geben den Medien die Schuld...

@15:33 von BashMaster

"ich findes es erstaunlich, daß es hier Kommentare gibt welche den Klimaschutz als Ursache für die Feuer ausgemacht sehen wollen ?"

Das ist doch nicht erstaunlich, sondern bewährte Taktik aller Klimaleugner. Macht Trump auch so, wenn er der kalifornischen Forstbehörde die Schuld am Feuer gibt.

Beliebtes Spiel

13:49 von Heidelberg2013 Emotionen

Der erste Satz im Zitat war nur für den Kontext mitnotiert. Missverständlich ist wohl, was mit Beweisbarkeit gemeint war: natürlich nicht die zutreffende Definition „Feuersturm“.
Nein, die Beschreibung der Brände hat nichts mit Krieg zu tun, weder mit Ursache noch Schuld. Also überflüssig, aber dann halt „Dresden 1945“ historisch falsch und die Behauptung, „zum ersten Mal beobachtet“ sowieso, denn schlichtweg nicht beweisbar.
Seit Existenzbeginn (inkl. Start der Umweltzerstörung…) haben die Menschen nun mal nicht alle Naturkatastrophen dokumentiert, bestimmt aber sehr viele beobachten müssen – oder schlimmer.

Ihre Anmerkungen zum Krieg teile ich voll und ganz, aber das einzig Emotionale meines Kommentars hier – von den Bränden in Australien mal abgesehen – bezog sich auf die Redaktion des Öff. R., die ich leider immer öfter erlebe: Mal eine perspektivische Wortwahl, wenn von „zielgerichteter Tötung“ statt von „Ermordung“ die Rede ist, mal wie hier schlechte (zu schnelle?) Recherche.

Gegenfeuer (Chrom, 13:36)

"Uns in Deutschland ist das fremd, weil wir schon seit Jahrzehnten keine so großen Waldbrände hatte, dass das notwendig war. "
Dank überwiegend profitorientierter Monokulturen-Forstwirtschaft und klimatischer Veränderungen (Hitze, Dürren) sollten wir uns auch in Deutschland auf mehr und größere Brände gefasst machen.
So gab es allein im ersten Halbjahr 2019 in Brandenburg schon fast 300 Brände, wobei der bei Jüterbog mit 748 Hektar der größte jemals aufgezeichnete Waldbrand in Brandenburg war.
Noch kein Vergleich mit der Brandkatastrophe in Australien, aber wir sollten uns darauf vorbereiten - zumal Deutschlands Waldgebiete wesentlich dichter besiedelt sind als der australische Busch.

Anti-Umweltschützer und Anti-Grünen Prpaganda

diese Feuer hätten verhindert werden können, hätte man nicht bestehenden Praktiken ausgehebelt um "Umweltfreundlicher" zu sein... wenn aber für alles das klima verantwortlich gemacht wird, ist es natürlich schwer Lösungen zu finden...

Zur Zeit kursieren auf Twitter und andern sozialen Medien Verschwörungstheorieen und Falschmeldungen, dass "die Grünen" (englisch: "greenies") das Abbrennen von Totholz verhindert hätten und damit die Schuld hätten, oder dass die Brände großteils von Brandstiftung ausgeslöst worden seien.

Diese Desinformationskampagne wird vor allem von Bots und Trollen verbreitet - beim guardian und auch bei zdnet gibt es entsprechende Berichte dazu.

Von den entsprechenden Klimawandelleugnern hierzulande werden solche Fake News gerne aufgenommen.

An die unvoreingenommenen

Der Verband der australischen freiwilligen Feuerwehren sagt,
dass es lächerlich sei,
die Waldbrände auf den Klimawechsel zurückzuführen.
Sie alle wüssten, dass man die Waldbrände durch das rechtzeitige Wegbrennen überschüssigen Holzes (in der kalten Jahreszeit) hätte verhindern können.

Das aber sei durch „green tape” verhindert worden.

Zitat:

Hazard reduction is the only proven management tool rural firefighters have to reduce the intensity and spread of bushfires and this has been recognised in numerous bushfire enquires since the Stretton enquiry into the 1939 Victorian Bushfires.

The amount of ‘green tape’ we have to go through to get a burn approved is beyond frustrating; says Peter Cannon. The VFFA is calling on the NSW State Government to reduce the amount of green tape involved in planning and conducting hazard reductions, so that our Volunteer Firefighters can get on with the job of conducting fire prevention works in the cooler months to prevent the inevitable summer bush

@BashMaster

"ich findes es erstaunlich, daß es hier Kommentare gibt welche den Klimaschutz als Ursache für die Feuer ausgemacht sehen wollen "

Es gibt einen einzigen, whisper, Kommentar, dem man das nachsagen könnte. Wissenschaft ist beweisbare Vorhersage, die Anzahl Überzeugter ist kein Beweis.

@Herzilein
"Die armen Tiere"

Es gibt in Australien aber auch Pflanzen, die geradezu auf Buschbrände angewiesen sind. Banksia, deren Zapfen sich nur bei großer Hitze öffnen. Regenbogenpflanzen, deren Samen ihr Keimsignal aus Komponenten von Rauch bekommen. Grasbäume ( auf denen um hundert verschiedene Tierarten leben), die in brandfördernden Eukalyptuswäldern als Unterwuchs nur konkurrieren können, wenn andere durch Brand klein gehalten werde. Selbst Eukalyptussamenkapseln springen oft erst durch Hitze auf, und abgebrannte Bäume nutzen unterirdische ruhende Sprossen um nach Bränden wieder als erste auszutreiben.

Was soll gerade mit diesen in Australien einheimischen Pflanzen ohne Brände geschehen?

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