Ihre Meinung zu: Interpol-Haftbefehl gegen Ex-Renault-Chef Ghosn

2. Januar 2020 - 16:29 Uhr

Nach seiner Flucht aus Japan wird Ex-Autoboss Ghosn jetzt offiziell von Interpol gesucht. Die libanesischen Behörden erhielten einen internationalen Haftbefehl gegen Ghosn. Seine Auslieferung muss der Gesuchte aber nicht fürchten.

Artikel auf tagesschau.de
Bewertung:
3.666665
Durchschnitt: 3.7 (3 votes)
Schlagwörter der Meldung:
Geo-Schlagwörter der Meldung:

Kommentare

Gesuch

Die Kultur des Herren Ghosn habe sicherlich bei seinem Verhalten der Veruntreuung eine Rolle gespielt.

Undurchschaubar

„Wie Ghosn die mit seiner Freilassung verbundenen strengen Auflagen in Japan umgangen hat, ist unklar. Seine Anwälte versicherten, sie hätten alle Pässe Ghosns in einem Safe verwahrt und nichts von dessen Flucht gewusst. Der Libanon erklärte, Ghosn sei rechtmäßig eingereist und es gebe keinen Grund, etwas gegen ihn zu unternehmen“

Welch hektische Betriebsamkeit dagegen auf der türkischen Seite: „Medienberichten zufolge reiste Ghosn über die Türkei in den Libanon ein. Das türkische Innenministerium untersuche mögliche Sicherheitslücken (…) Nach Angaben (...) wurden sieben Personen festgenommen. Es handle sich um vier Piloten, zwei Flughafenmitarbeiter und den Manager einer Frachtfirma. Sie würden verdächtigt, Ghosn bei der Flucht (…) geholfen zu haben“

Ob an den Vorwürfen gegen Ghosn („... Finanzdokumente gefälscht und Untreue begangen zu haben. Laut Staatsanwaltschaft soll er auch private Investitionsverluste auf Nissan übertragen haben“) etwas dran ist oder nicht, bleibt im Dunkeln.

wer hätte das gedacht

wenn er fliessend arabisch spricht, könnte das daran liegen, daß seine eltern libanesen sind.

Sie würden verdächtigt, Ghosn

Sie würden verdächtigt, Ghosn bei der Flucht mit einem Privatjet von Japan über Istanbul in den Libanon geholfen zu haben.
.
auch da erkennt man
mit Geld geht (fast) alles

Was macht Ghosn im

Was macht Ghosn im Libanon?
Da ist es doch nicht sicher!

fader Beigeschmack

Es bestehen Anschuldigungen gegen Herrn Ghosn und die Gesellschaft hat ein Recht darauf, dass Verbrechen untersucht und geahndet werden. Diesen Untersuchungen muss sich auch ein Herr Ghosn in einem rechtsstaatlichen Verfahren stellen.

Was hierbei gegen Herrn Ghosn spricht ist der Umstand, dass er aus einem, als rechtsstaatlich bekanntem Land der ersten Welt, in ein, als nicht rechtsstaatlich bekanntes Land der zweiten Welt geflüchtet ist.

Dabei scheint Herr Ghosn zunächst auch noch uneinsichtig und sich über dem Gesetz wähnend.

Unter dem Strich schadet Herr Ghosn damit dem Ansehen der Führungsetagen internationaler Firmenkonglomerate und hinterlässt den faden Beigeschmack einer scheinbar gewissenlosen und egozentrischen Kaste von Führungspersönlichkeiten in der internationalen Wirtschaft und Politik.

Gut gemacht, Ghosn!

Ein entwickeltes und demokratisches Land, in dem über 99 Prozent aller vom Staate Angeklagten verurteilt werden und in dem Verdächtige faktisch monatelang ohne Rechtsbeistand und unter menschenverachtenden Bedingungen eingesperrt werden dürfen, ist kein Land in dem ein fairer Prozess erwartet werden darf.

Japan hat in dem Bereich viel nachzuholen und es ist gut, dass dies der globalen Öffentlichkeit bekannt wird. Japan lebt vom Export und sollte von der internationalen Gemeinschaft zu Änderungen gezwungen werden.

@26:16 von Tomoko

„…Land, in dem über 99 Prozent aller vom Staate Angeklagten verurteilt werden und in dem Verdächtige faktisch monatelang ohne Rechtsbeistand und unter menschenverachtenden Bedingungen eingesperrt werden dürfen, ist kein Land in dem ein fairer Prozess erwartet werden darf.“

Sie haben das verwechselt: der war in Japan in Haft, nicht in der Türkei!

Am 02. Januar 2020 um 16:07 von NeutraleWelt

" Was macht Ghosn im

Was macht Ghosn im Libanon?
Da ist es doch nicht sicher! "

Es kommt sicher darauf an wo man lebt und wie viel Geld man hat, der Libanon ist ja nicht leer, es leben immerhin über 6 Millionen Menschen dort.
Auch viele Reiche nehme ich an, und Urlaubsziele werden auch angezeigt.

Also muss es ja Möglichkeiten geben gut zu Leben, es ist auch die Rede von einem reichen Familienanwesen.
Auf der Welt ist alles mehr oder weniger, eine Frage des Geldes, wer keins hat, ist meist doof dran.

@ Dukat, um 16:08

“...Unter dem Strich schadet Herr Ghosn damit dem Ansehen der Führungsetagen internationaler Firmenkonglomerate...“

Ich bewundere die sachliche Formulierung Ihrer Meinung.

Wenn ich mir den immer noch gärenden Dieselskandal ins Gedächtnis rufe, steht er damit ja keineswegs allein.

2 Flugzeuge, 3 Pässe, 4 Piloten

Mein Name ist Ghosn, James Ghosn.

Interpol

Eigentlich könnte man bald Interpol abschaffen. Viele Länder liefern nicht bzw. halten sich ehe nicht dran.

Chapeau!

Solch eine Flucht muss man erst einmal hinbekommen. Geld alleine reicht da nicht. Wären die vermuteten "Taten" nicht auch in Frankreich strafbar? Zumal er für ein französisches Unternehmen (Renault) tätig war, dessen Partner (Mitsubishi, Nissan) er geschädigt-, also zumindest mittelbar Renault geschädigt hat. Ob Frankreich nun einen Auslieferungsantrag stellt? Und falls nicht, warum nicht? Welche Rolle spielen Renault/Frankreich?

Zwiespältig.

Die Sache mit den sicher verwahrten Pässen lässt sich ja wohl leicht aufklären.

Was jedoch auffällt:
Wieder einmal fühlt sich eine Führungspersönlichkeit durch die Behörden zu Unrecht verfolgt (Stichwort “Hexenjagd“). Die Justiz sei ungerecht - freilich, das Gefühl dürfte jeder Zweite haben, der als Angeklagter, in welchem Land auch immer, Bekanntschaft damit macht. Und diese subjektive Einschätzung rechtfertigt also die Flucht in ein anderes Land?

zu Tomoko (16:16)

Hab ich was verpaßt? Herr Goshn war doch gegen Kaution und unter Auflagen auf freiem Fuß, d.h. er konnte sich im Rahmen der Limitierungen frei bewegen und am gesellschaftlichen Leben teilnehmen.
Auch hat er in Japan anscheinend mehrere Anwälte, bei denen seine offiziellen Pässe deponiert sind.

Die Art der Ausreise sehen objektiv betrachtet sehr stark nach Flucht vor dem kommenden Gerichts-Verfahren und dessem Ausgang aus.

Ich hoffe trotzdem, daß die japanischen Behörden objektiv weiterermitteln und es zu einem fairen Verfahren (trotz Abwesenheit des Beschuldigten) kommen kann, um der Aufklärung willen.

Der Libanon mag "zweite Welt" sein, verfügt aber auch über Internet. Die dortigen Behörden könnten der japanischen Justiz auch ohne Auslieferungsabkommen behilflich sein, Herrn Goshn zu befragen und ihm die Teilnahme am Prozeß mittels Internet-Konferenz zu ermöglichen.

17:01 von wenigfahrer

Am 02. Januar 2020 um 16:07 von NeutraleWelt

" Was macht Ghosn im

Was macht Ghosn im Libanon?
Da ist es doch nicht sicher! "

Es kommt sicher darauf an wo man lebt und wie viel Geld man hat, der Libanon ist ja nicht leer, es leben immerhin über 6 Millionen Menschen dort.
Auch viele Reiche nehme ich an, und Urlaubsziele werden auch angezeigt.

Also muss es ja Möglichkeiten geben gut zu Leben, es ist auch die Rede von einem reichen Familienanwesen.
Auf der Welt ist alles mehr oder weniger, eine Frage des Geldes, wer keins hat, ist meist doof dran.
///

*
Doof dran, nur wenn er in den Libanon flieht.
*
Aber auch von dort gibt es ja Wege in die EU.
*
Ganz schlau?

Am 02. Januar 2020 um 17:16 von harry_up

"Zwiespältig.
Und diese subjektive Einschätzung rechtfertigt also die Flucht in ein anderes Land?"

Ja!

Alte Schachspieler Regel:

„Du rettest den Freund nicht mehr, so rette flugs das eigene Leben.“

@NeutraleWelt

"Was macht Ghosn im Libanon?
Da ist es doch nicht sicher!"

Das sieht der Libanese in Ghosn vermutlich anders.

@Egleichhmalf

"Sie haben das verwechselt: der war in Japan in Haft, nicht in der Türkei!"

Die Bedingungen waren trotzdem eines Rechtsstaates unwürdig. Mehrere Monate Einzelhaft ohne mit einem Anwalt sprechen zu dürfen- hätte ich auch eher der Türkei zugetraut, war aber wohl so in Japan- und scheint dort durchaus üblich zu sein...

Am 02. Januar 2020 um 17:23 von Boris.1945

" Doof dran, nur wenn er in den Libanon flieht.
*
Aber auch von dort gibt es ja Wege in die EU.
*
Ganz schlau? "

Ob es schlau ist in die EU zu reisen, da hätte ich Zweifel, einige Länder haben sich Verträge mit Japan. Und mit Geld und den Möglichkeiten der Familie dort vor Ort, ist es sicher einfacher für ihn.

Dass hier stimmt so nicht - Auslieferung kann passieren

Dass hier stimmt so nicht:

https://www.tagesschau.de/ausland/ghosn-libanon-japan-105.html

Die Staatsanwaltschaft habe den Antrag auf Basis einer "Red Notice" erhalten, sagte der libanesische Justizminister Albert Serhan der Nachrichtenagentur AP.

Die libanesische Staatsanwaltschaft werde "ihre Pflichten erfüllen", sagte Serhan. Er schlug vor, Ghosn zur Vernehmung vorzuladen, sagte jedoch auch, dass der Libanon und Japan kein Auslieferungsabkommen hätten. Dies schließe die Möglichkeit aus, dass Ghosn an Japan ausgeliefert würde.

denn Japan hat laut anderen Quellen bereits die Auslieferung beantragt. Weiterhin berichten die ZDF-Nachrichten und n-tv, dass japanische Experten wohl an der Vernehmung beteiligt werden. Und Ghosn wird jetzt erstmal im Libanon vernommen und dann entscheidet sich wie es weitergeht.

16:16 von Tomoko

in dem Verdächtige faktisch monatelang ohne Rechtsbeistand und unter menschenverachtenden Bedingungen eingesperrt werden dürfen,
.
wäre das so wäre er jetzt nicht im Libanon

@Egleichhmalf

Ich habe nichts verwechselt. Sie kennen das japanische Rechtssystem nicht.

In Japan wird so gut wie niemand freigesprochen, der von der Staatsanwaltschaft angeklagt wird. Über 99 Prozent aller Gerichtsverfahren lauten ,,schuldig". Das ist für ein demokratisches und ,,entwickeltes" Land ein starkes Stück.

In Japan kann man einen Verdächtigen faktisch über Monate ohne Anwalt einsperren und verhören. In Japan selbst werden diese Praktiken erst seit wenigen Jahren öffentlich kritisiert, da rausgekommen ist, dass eine Unzahl Unschuldiger in den Gefängnissen sitzt (auch Menschen mit ,,lebenslänglich" und ,,Todesstrafe") . Das liegt daran, dass die Exekutive die Verdächtigen mit folterähnlichen Methoden zu Geständnissen zwingt. Ohne Rechtsbeistand.

In Japan ist faktisch jeder schuldig, der festgenommen wird. In der Öffentlichkeit sowieso. Später auch vor Gericht. Ghosn hat das einzig Richtige getan. Auch wenn vieles gegen ihn spricht, jeder hat ein Recht auf einen fairen Prozess.

Ganz schön hart, an der Brücke am Kwai ging es härter zu

"In Japan ist faktisch jeder schuldig, der festgenommen wird. In der Öffentlichkeit sowieso. Später auch vor Gericht. Ghosn hat das einzig Richtige getan. Auch wenn vieles gegen ihn spricht, jeder hat ein Recht auf einen fairen Prozess." (Tomoko,19:51)
------
Da Lächeln die JapanerInnen - diese Schlitzohren.
Wenigstens eine Sorge weniger, armer Monsieur Ghosn. Hoffentlich hat er nicht auch Identitätsprobleme - man kennt das ja.

Darstellung: