Ihre Meinung zu: Nach Einigung in Brüssel: Schottische Nationalisten gegen Brexit

17. Oktober 2019 - 16:39 Uhr

Die EU und Großbritannien haben sich auf einen Brexit-Vertrag geeinigt. Nun muss der Deal noch vom britischen Parlament bestätigt werden. Schottlands Regierungschefin lehnt schon jetzt ab - und nicht nur sie.

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Kommentare

Auch dieser Vertrag hat keine Chance

Auch dieser Vertrag hat keine Chance

Die EU ist zwar für den Vertrag, weil er für sie ganz vernünftig ist. Im britischen Parlament zählt aber leider nicht nur die Vernunft, hier hat der Deal keine Chance auf eine Mehrheit.

Großbritannien ist zu sehr zerstritten. Die konservativen Hard-Core-Brexiteers sind gegen den Vertrag, weil sie einen chaotischen Ausstieg wollen und werden daher nicht zustimmen. Ich glaube sogar, dass nicht mal Johnson seinem eigenen Vertrag zustimmt.

Labour, Liberaldemokraten und schottische Nationalisten sind mehrheitlich gegen den Brexit und werden daher auch nicht zustimmen.

Also abgehakt.

rer Truman Welt

Ich rieche da wieder den Gestank zwischen den Fakten. Welche sind das?
1. Der Deal hat mit hoher Wahrscheinlichkeit keine Chance vom britischen Unterhaus genehmigt zu werden.
2. Johnson sagte heute noch, er werde keine Fristverlängerung bei der EU beantragen.
3. Junker sagt, es werde keine Fristverlängerung geben.
Zähle ich zusammen und was kommt raus? No-Deal-Brexit
Das Johnson alles unternimmt, um sein Lieblingszenario zu erhalten, war mir immer und ist mir klar. Deshalb ist er gar nicht vertrauenswürdig!
Aber Junker, was treibt Junker in der Situation zu Punkt 1 dazu? solch eine Aussage zu machen?
Fakt: er verlässt seine Funktion demnächst u n d verdient nicht mehr so viel. Hm, was würde ich mit einem anderrn Charakter als dem meinen denken? Was lässt sich hier noch einmal fett abgreifen? Was bleibt sonst noch für ein Motiv?

Die EU sollte sicherstellen, daß ab jetzt nicht mehr weiterverhandelt wird, sondern die Frist angemessen verlängert.

Schottland in der EU

"Es ist so klar wie noch nie, dass die beste Zukunft für Schottland die eines gleichberechtigten, unabhängigen europäischen Landes ist."

Da kann man nur zustimmen. Die Schotten sind mehrheitlich für den Verbleib in der EU und sollten auch die Chance haben, das zu verwirklichen. Als eigener Staat.

Außerdem glaube ich, dass in ganz GB der Brexit längst keine Mehrheit mehr hat.

Irgendwie wird man das Gefühl nicht los, dass selbst

Brexit-Hardliner wie Nigel Farage, Angst haben diesen letzten Schritt - tatsächlich zu gehen...

Ich finde, sie sollten das ganze absagen

Schluss damit, der Antrag auf den Austritt aus der EU wird zurückgezogen - das wäre es doch. Okay, wir würden jahrelang über die Briten lachen, aber das wäre es wert.

Wird aber nicht passieren. Stattdessen gibt es leider am Ende für keinen Vertrag eine Mehrheit, und es drohl wieder ein Brexit ohne Vertrag. Und das, weil die einen eben gegen den Brexit sind (kann man ihnen nicht verdenken, sie repräsentieren immerhin 49% der Referendums-Teilnehmer) und die anderen finden, das geht noch nicht weit genug. Und diese Gruppe ist das Problem - die Hardcore-Brexiteers sind bereit, alles mögliche vor die Wand zu fahren, nur um ihre Vorstellungen durchzusetzen. Sie sind keine Mehrheit im Unterhaus, auch nicht in der Gesellschaft, aber sie schaffen es seit zwei Jahren, den Rest Großbritanniens als Geiseln zu nehmen. Es wird Zeit, dass die sich das nicht länger gefallen lassen.

Re: rer Truman Welt

Ich hoffe Sie können belegen was Sie da von sich geben und glauben zu wissen.

Ihre Vermutungen können Sie für sich behalten und sollten die Öffentlichkeit damit verschonen. Ich bin kein grosser Freund von Herrn Juncker, aber Korruptionsvorwürfe gegen ihn ohne Beweise kann ich nicht wortlos hinnehmen.

Herr Juncker hat sich während seiner gesamten EU-Amtszeit überaus korrekt verhalten, andere zukünftige Präsidenten müssen dies erst mal so hinbekommen und beweisen wozu sie fähig sind.

re meinung zu unse

"Aber Junker, was treibt Junker in der Situation zu Punkt 1 dazu? solch eine Aussage zu machen?
Fakt: er verlässt seine Funktion demnächst u n d verdient nicht mehr so viel. Hm, was würde ich mit einem anderrn Charakter als dem meinen denken? Was lässt sich hier noch einmal fett abgreifen? Was bleibt sonst noch für ein Motiv?"

Ich frage mich, was für ein Motiv Sie sich da ausdenken ...

Wie oder was sollte Juncker "fett abgreifen"?

Abgesehen davon, dass er sich wohl um die Rente nicht sorgen muss.

Vorteile für die Insel

Ich habe noch nirgends gefunden, welche Vorteile für GB sich aus einem Austritt aus der EU ergeben ? Und zwar einmal für die Bevölkerung und anderes mal für das Establishment ?

eine Überwachung durch die EU.

Für BJ hat sich der Deal wesentlich verschlechtert.

Vorher konnte er sagen: „ Lieber im British Empire der 1., als in der EU der 2.“

Jetzt kann die nordirische Volksvertretung in bestimmten Zeitabständen, anschließend über Änderungen abstimmen, ohne ihn zu fragen.

Mehrwertsteuer, EU-Sozial- und Umweltstandards, EU-Regeln für Staatsbeihilfen, alles bleibt vorerst.

Für die Anwendung der Zollregeln sind die UK Behörden zuständig, allerdings erfolgt eine Überwachung durch die EU.

Was ist denn das für ein neuer „großartiger super deal“?

Es gibt keinen Brexit.

Oposition muss sich entscheiden

kann mir mal jemand erklären wie das gehen soll mit der Grenze auf hoher See ohne das Schmuggel Tür und Tor geöffnet wird oder ein Bürokratie- und Kontrollmonster geschaffen wird?
Die Einwände der Oposition sind teilweise richtig. Da war ja Mays Deal besser für alle Beteiligten!!!
Aber wie soll es gehen? Einziger Ausweg Nordirland verlässt GB und tritt Irland bei. Aber das will wohl Niemand.
Da bleibt nur GB stimmt erneut ab und bleibt in der EU. Alle Rosinen kann man nicht haben liebe Briten. Übrigens GB möge sich erinnern - sie wollten austreten ohne vorher die Konsequenzen zu beachten. Wieso soll das zu Lasten von Irland udn der EU gehen?

Und wie weiter jetzt?

„Das sei das bestmögliche Ergebnis, so der EU-Brexit-Unterhändler“

Wenn das das bestmögliche Ergebnis sein soll (weil „nationale Interessen“ sich überall wieder durchsetzen) und ihren Regierungsverantwortlichen dazu nichts anderes einfällt, als sich in einer unweigerlich ins Verderben führenden selbst auferlegten „Kausalitätsspirale“ immer weiter im Kreis - und um sich selbst zu drehen (weil alle miteinander im „Netz“ desselben feudalistischen Systems gefangen sind), bleiben den Bürgern drei Optionen:

1. Resignieren bzw. aufgeben
2. Lamentieren und sich gegenseitig beschimpfen oder gar übereinander herfallen (v.a. auch in den „sozialen“ Medien)
3. Selbst „übernehmen“: IT und digitale Medien statt für unter Punkt 2. genanntes zur Abwechslung dazu zu nutzen, gemeinsam eine demokratische und funktionsfähige Organisationsstruktur für ihr Gemeinwesen und ein ebensolches „Leistungsverrechnungssystem“ für ihre Wirtschaft auf die Beine zu stellen.

Wirklich zielführend ist allein Letzteres.

Wieviel davon ist neu made by Johnson

und wieviel davon wurde schon von der Vorgängerregierung diskutiert und als unzumutbar abgelehnt? Der Pferdefuss des Backstops, eine britische Idee, ist leicht vermittelbar, aber der der Abstimmung in Nordirland, viel weitergehend, wird nicht sofort verstanden.Letztlich gibt Johnson, nur um den Brexit zu erreichen, Souveränität ab. Und zwar an ein Teilgebiet, das bald mehrheitlich keltisch und nicht mehr angelsächsisch ist. Die EU stimmt dem gerne zu, insbesondere aber die keltische Republik Irland.

Wer Poker spielt, sollte die

Wer Poker spielt, sollte die Regeln kennen. BJ geht all in. Danach gibt es keinen Bluff mehr. Und 8 mit 7 ist kein gutes Deck. Da reicht der eu der Stack und eine Highcard. Und das haben wir (eu) immer. Gb braucht halt keiner. Nicht mal die Schotten. Aber gb will selbst verantwortlich sein. Dann eben für den Untergang. Muss uns das kümmern? Gb hat eh nie der eu genutzt. So viele sonderregelungen, wie die hatten, kann es nur besser werden.

17:59 von Meinung zu unserer Truman Welt

«Ich rieche da wieder den Gestank zwischen den Fakten …

1. Der Deal hat mit hoher Wahrscheinlichkeit keine Chance vom britischen Unterhaus genehmigt zu werden …
3. Junker sagt, es werde keine Fristverlängerung geben.

Aber Junker, was treibt Junker in der Situation zu Punkt 1 dazu? solch eine Aussage zu machen?»

Weder die Aufgabe von Herrn Juncker, nicht von Herrn Barnier, noch von der EU als Gesamtheit, so zu irgendwas zu verhandeln, dass es dem Parlament im UK "in den Kram passt". Was dort mehrheitsfähig sein könnte, weiß sowieso kein Mensch auch nur halbwegs verlässlich zu sagen … sprich zu ahnen …

«Fakt: er verlässt seine Funktion demnächst u n d verdient nicht mehr so viel. Hm, was würde ich mit einem anderrn Charakter als dem meinen denken? Was lässt sich hier noch einmal fett abgreifen? Was bleibt sonst noch für ein Motiv?»

Was sollte Juncker denn noch "fett abgeifen" müssen? Nach … Jahren als MP in LUX + weiteren … in EU-Position. Wohl kaum nötig für ihn …

Abkommen verstoßt gegen geltenden Recht VK

Was ich nirgendwo lese, ist dass das Abkommen, das heute vereinbart wurde, gegen geltenden Recht im VK verstoßt.
Es handelt sich hier um einen Zusatz zu dem Taxation act von 2018 der besagt, dass es für Nordirland keine andere Zollregelungen geben kann, als für den rest des VK.
Morgen wird das Court of Session bestimmen, ob am Samstag überhaupt über das Abkommen abgestimmt werden darf.

Das Affentheater kann man schon nicht mehr

mit ansehen! Es gibt zwei Lager in GB, die einen wollen aus der EU raus und die anderen wollen verbleiben. Hinzu kommen die Träumer, die denken man könne die EU, am Ende, noch so richtig über den Tisch ziehen und ihnen vorschreiben, was einem genehm ist. Ich glaube alle sind froh wenn alles vorbei ist, nicht aber dass England gegangen ist, denn das ist sehr traurig.

@Am 17. Oktober 2019 um 20:40 von Defender411

Zitat: "Das Affentheater kann man schon nicht mehr mit ansehen!
"

Ich bin ganz bei Ihnen!

Deswegen treten die Briten ja auch aus der EU aus - weil sie das Affentheater in Brüssel nicht mehr mitmachen wollen.

Logo.

Zeit- und Geldverschwendung.

Zeit- und Geldverschwendung. Schade dass EU-Kommission und Parlament sich mit dem Nonsens beschäftigen müssen.

@ Meinung zu unse...

"Aber Junker, was treibt Junker in der Situation zu Punkt 1 dazu? solch eine Aussage zu machen?"

Ganz einfach: Juncker (so schreibt man seinen Namen richtig) will den Druck auf die britischen Abgeordneten erhöhen. Nach dem Motto: "Entweder ihr stimmt dem Deal zu, den wir mit Johnson ausgehandelt haben, oder ihr bekommt einen harten Brexit ohne Deal (den die meisten von euch noch weniger wollen)."

Ist ein diplomatischer Schachzug und wurde in der Berichterstattung in den britischen Medien auch umgehend so interpretiert.

Das Problem: Juncker ist hier wenig glaubwürdig. Sollte der Deal im britischen Parlament abgelehnt werden und Johnson deshalb um eine Fristverlängerung ersuchen müssen, dann wird die EU dieser Verlängerung ganz gewiss zustimmen. Die EU möchte nicht für einen harten Brexit veranwortlich gemacht werden.

"Was lässt sich hier noch einmal fett abgreifen?"

Nichts. Man muss sich nicht zu jeder Äußerung eines EU-Politikers eine dümmliche Verschwörungstheorie ausdenken.

Gewinner und Verlierer.

Irgendwie habe ich den Eindruck, die meisten hier schätzen die Lage falsch ein. Sie unterschätzen Bojo. Wenn das Unterhaus doch zustimmt wider Erwarten kann er sagen, aus unmöglicher Lage doch noch was erreicht. Wenn das Unterhaus ablehnt, kann er auch ohne Abkommen leben, wollte er eh nicht. Schuld sind dann die anderen im Unterhaus. Juncker, der alte Fuchs, kann sagen,, er ist kein Totengräber und hat Gb eine Chance gegeben. Verlierer ist Corbyn als Destrukteur und viele, viele Briten. Das ist tatsächlich sehr traurig.

Diese EU glänzt wie Schrott

Soll die EU sich doch lieber als einfache Wirtschaftsunion ausgeben (mit vielen passenden Währungen), dann hätten wir weniger Probleme. Die Zeit ist einfach nicht reif. Und die vielen Sprachen werden eine politische Union ohnehin unmöglich machen. Besser, wir machen uns ehrlich. Früher haben sich Herrscher irgendwelche Pyramiden, Paläste oder sonstige Großbauten zu ihrer Verherrlichung bauen lassen. In Europa haben sich einige Politiker (selbstsüchtig) in den letzten Jahrzehnten auch etwas viel zu großes ausgedacht. Wir dürfen nun den Oberflächenschrott nach und nach abtragen. Bis wir den Kern herausgeputzt haben werden, wird es unter den Europäern noch viele Konflikte (nicht nur absurde) geben.
Das Austragen nationaler, historischer und wirtschaftlicher Konflikte auf dem EU-Podest gehört zu diesem Schrott.
Mit dieser rückwärtsgerichteten Instrumentalisierung wird diese EU kollabieren.

@ Bote_der_Wahrheit

"Deswegen treten die Briten ja auch aus der EU aus - weil sie das Affentheater in Brüssel nicht mehr mitmachen wollen."

Brüssel hat sich in den jahrelangen Verhandlungen mit den Briten sehr klug, sehr geduldig und sehr diplomatisch verhalten. Die Vertreter der EU-Seite waren eindeutig die "Erwachsenen". Und die Einigkeit, die die 27 verbleibenden Mitgliedsstaaten demonstriert haben, war durchaus beeindruckend. Die Hoffnung der Brexiteers, dass man die EU-Länder irgendwann auseinanderdividieren kann, hat sich nie erfüllt.

Das UK dagegen, diese alte, erhwürdige Demokratie, wirkt seit dem Referendum wie eine Bananenrepublik. Man hatte von Anfang an keinen Plan, wie der Brexit denn nun umgesetzt werden sollte. Die Tories sind komplett zerstritten. Die Brexit-Hardliner leben in ihrer eigenen Fantasiewelt, die mit der ökonomischen Realität nichts gemein hat. Die Opposition kann sich nicht entscheiden, ob sie einen "weichen" Brexit will oder gar keinen. Und die kleine DUP führt alle vor.

Affentheater?

@Bote_der_Wahrheit:
"...weil sie das Affentheater in Brüssel nicht mehr mitmachen wollen."

Das ist mir zu ungenau. Was bezeichnen Sie denn als "Affentheater in Brüssel"?

20:32 von Superschlau

«Wer Poker spielt, sollte die Regeln kennen. BJ geht all in. Danach gibt es keinen Bluff mehr. Und 8 mit 7 ist kein gutes Deck. Da reicht der eu der Stack und eine Highcard.»

Plus Paul Newman und Robert Redford im Zugabteil wie im Movie "Der Clou" ("The Sting"). Um den unsympathischen hinkendenen Mafia-Boss Lonegan auszunehmen. Und ihn vorher zur Weißglut zu treiben, indem man ihn stets bewusst falsch "Lonneman" nennt …

Der Brexit ist aber kein lustiges Gepoker am vergnüglichen Spiele-Abend. Wer das so sieht / beurteilt, hat nicht ansatzweise erkannt, dass Boris J. gar nicht im Namen eines ganzen Landes sein eigenes persönlich-vergnügliches "All In" veranstalten kann.

«Dann eben für den Untergang. Muss uns das kümmern?»

Aber ganz selbstverständlich muss es die EU "kümmern", wie es mit ihrem künftigen Verhältnis zum UK weiter geht. "Untergang" eines beliebigen Landes ist für Handels- & Interessens-Partner immer mies. Immer mies.

Und beim UK nicht für einen Euro anders …

re Ist Wahr

@Ist Wahr: Wir hätten mit Ihrem Vorschlag mehr Probleme, da es weniger Zusammenarbeit gäbe.
Ich habe noch nie gehört, dass die Sprachen ein Problem in der EU wären.
Außerdem entscheiden wir ja mit unserer Stimme wer dort ist und wie sich die EU entwickelt.

Am 17. Oktober 2019 um 20:38 von Quenos

"Es handelt sich hier um einen Zusatz zu dem Taxation act von 2018 der besagt, dass es für Nordirland keine andere Zollregelungen geben kann, als für den rest des VK."

Sie haben Recht.

Aber das bezieht sich doch hauptsächlich auf Privathaushalte.

Und politische Entscheidungen müssen für eine gerichtliche Kontrolle auch geeignet sein.

Was ändert sich denn für Privathaushalte?
Zuerst einmal fast nichts.

re ist wahr

"Und die vielen Sprachen werden eine politische Union ohnehin unmöglich machen."

Die Sprachen sind von allen Problemen der EU das geringste. Das EU Parlament funktioniert vielsprachig einwandfrei.

Das Brexit-Drama oder die Gefährlichkeit der direkten Demokratie

Was man aus dem Brexit-Drama lernen kann:

Volksbegehren sind eine verdammt gefährliche Sache. Umso mehr im Fake-News-Zeitalter, wo man die Plebs mittels Propaganda und Falschinformationen in den "sozialen Medien" so massiv bearbeiten kann, dass die Leute am Ende eine Wahl treffen, die bei Lichte betrachtet extrem schädlich für sie selbst ist.

Für jeden Menschen, der ein bisschen was von Ökonomie versteht, war von Anfang an klar, dass der Brexit dem UK massiv schaden würde und dass die Briten keinesfalls einen besseren Deal mit der EU bekommen als den, den sie als Mitglieder ohnehin schon hatten.

Aber viele Durschnittswähler verstehen leider nur wenig von Ökonomie. Stattdessen lassen sie sich von Ressentiments leiten und fallen auf die Versprechungen von Populisten rein.

Man kann der EU ein Demokratie-Defizit vorwerfen. Aber ganz ehrlich: Je älter ich werde, desto weniger sehe ich das als Problem. Vielleicht ist es manchmal sogar ganz gut, von Technokraten regiert zu werden.

Endlich wird GB frei

@ lufoerster:
Ich habe noch nirgends gefunden, welche Vorteile für GB sich aus einem Austritt aus der EU ergeben ? Und zwar einmal für die Bevölkerung und anderes mal für das Establishment ?

Das ist doch ganz einfach: Die EU-Gesetze und Standards knebeln nicht mehr, GB ist frei von den Zwängen der EU. Keine Fischfangquoten mehr, keine Beschränkung der Einleitung von Abwässern, keine ausländischen Arbeitskräfte mehr, viel günstigere Möglichkeiten für Umwelt- und Sozialdumping.

21:01 von Ist Wahr

«Und die vielen Sprachen werden eine politische Union ohnehin unmöglich machen.»

Nicht einmal der eklatante Unterschied zwischen Japanisch + allen Sprachen in der EU macht es unmöglich, sich mit der japan. Regierung politisch zu verständigen. Nicht hat JAP den Freihandelsvertrag mit der EU nur mit Finnen, Esten, und Ungarn ausgehandelt, weil diese Sprachen zumindest grammatische Ähnlichkeit zum Japanischen haben.

Es gibt hier in der EU ENG, DEU, FRA + andere romanische Sprachen. Italiener verstehen Spanier auch dann, wenn ein jeder die eigene Muttersprache spricht. "Mit alledem" ist schon sehr viel Verständigung gegeben …

«Mit dieser rückwärtsgerichteten Instrumentalisierung wird diese EU kollabieren.»

Was an der EU ist "rückwärts gerichtet"?
Was wird von wem wofür "instrumentalisiert"?
Was wird warum wann "kollabieren"?

Schlagwörter + Phrasen gewinnen nicht an Inhalt + Bedeutung, wenn man möglichst viele davon auf möglichst kleinem Raum möglichst eng aneinander ballt …

Angst vor der eigenen Farage

@ checkerbun:
Irgendwie wird man das Gefühl nicht los, dass selbst Brexit-Hardliner wie Nigel Farage, Angst haben diesen letzten Schritt - tatsächlich zu gehen...

Wenn der Brexit wirklich mal gemacht ist, bricht für Farage eine Welt zusammen. Wie die Zündkerzenhersteller nach der Umstellung auf Elektroautos.

Die Briten sollten endlich

aus der EU entlassen werden.

Ein Verbleib waere nach diesem Theater fuer beide peinlich.

Ausserdem bewegt der Brexit. Veraenderungen werden nur mit Bewegung moeglich. Endlich eine Chance die starre EU aufzubrechen.

Grossbritanien kann zeigen was es kann und die EU ist gezwungen sich zu reformieren, wenn man ueberleben will.

Der Brexit ist eine win -win Situation

Wer zuletzt lacht

Die EU hat die Geduldsprobe gewonnen. Klugheit zahlt sich in der Regel aus. Johnson hat überreizt. Das wird er selbst sicher auch noch merken.

re günter schollatur

"Keine Fischfangquoten mehr"

Gutes Stichwort!

Britische Fischer sind geblendet von der Idee, ihre eigenen Gewässer exklusiv und nur nach eigenen Regeln nutzen zu können.

Wenn dann als nächstes die Frage kommt: Werden sie wohl noch ihren Fang in die EU exportieren können, klappt die Kinnlade runter.

re ibelin

"Grossbritanien kann zeigen was es kann"

Erklären Sie auch noch, warum GB derzeit nicht zeigen kann, was es kann?

Oder soll man das mal einfach als Behauptung hinnehmen ...

@ ist wahr

Mit dieser rückwärtsgerichteten Instrumentalisierung wird diese EU kollabieren.

Nein, keine Sorge, im Gegenteil.
Als Zusammenschluss von Staaten ist die EU weltweit wegweisend. In anderen Regionen fehlt der Zusammenhalt zwischen Nachbarländern. Hier in Europa gibt es diese Solidarität. Das ist unverkennbar die Zukunft.
Dass dabei allerdings nicht alles geht wie geleckt, ist doch eigentlich auch klar.

Kein lustiger Poker

"... Plus Paul Newman und Robert Redford im Zugabteil wie im Movie "Der Clou" ..."
@schabernack:
Sehr gute Antwort auf den Kommentar.
Immer wieder erschreckend, wie naiv manche die Folgen des Brexit für alle Beteiligten und Betroffenen bewerten.
Sie haben oft solche tolle Kommentare "drauf".

Problem ist, dass GB gespalten ist.

Wales und England (ohne Stadt London) waren für den Brexit.
Stadt London, Nordirland, Schottland und Gibraltar dagegen.

Das ist der Punkt.

Wenn Deutschland in der Situation wäre und die Hälfte der Bundesländer bleiben wollte und die Hälfte gehen, dann hätten wir dasselbe Problem.

GB hat das Problem zu Hause und es lässt sich nicht mit einem Vertrag mit der EU lösen.

@20:54 Bot...

Sie verwenden wieder einmal einen richtigen Begriff, füllen ihn aber wieder einmal mit falschem Inhalt:
"Affentheater" betrieb Johnson schon mit seiner Übernacht-Wandlung vom Remainer zum Leaver, mit seinen hanebüchenen Fake-Zahlen und -Fakten vorm Referendum, dem Rückzug danach, der Torpedierung des Mayschen Vertragsentwurfes, den er jetzt zu mehr als 95% übernimmt und auch z.B. dem Hinauswurf kritischer Tories aus der Fraktion. Und seine Versuche, das Parlament rechtswidrig auszubooten, sind mit "Affentheater" noch recht milde beschrieben.

@GünterSchollatur: »Vorteile«

»[re:lufoerster: Keine Vorteile gefunden] Das ist doch ganz einfach: Die EU-Gesetze und Standards knebeln nicht mehr, GB ist frei von den Zwängen der EU.«

Denkfehler:
Wenn das VK seine Produkte in die EU verhandeln will, müssen diese so oder so den EU-Richtlinien entsprechen. Widrigenfalls wackelte der Schwanz mit dem Hund.

Bleiben maximal innerbritische Vorteile – und auch die nur für diejenigen, die keines Handels mit der EU bedürfen, etwa der Produzenten von Haggis (Wozu auch? Wir haben ja unseren Saumagen).

Johnson ist der große Gewinner

gelingt ihm der Brexit: sein Verdienst. Verweigert sich die Opposition: sein Wahlsieg, denn die Britten haben die Schnauze voll und der Brexit hat nicht ausreichend an Befürwortern verloren, will mir scheinen.

21:55 von IBELIN

«Endlich eine Chance die starre EU aufzubrechen.»

Was ist das nun wieder?
"Die starre EU aufbrechen."

"Aufbrechen" wie die Tür des Kühlschranks mit dem Brecheisen, weil sie klemmt? Damit man doch noch an den Joghurt dran kommt …?

"Aufbrechen" wie die Tür des Gartenhauses, weil man den Schlüssel verbummelte? Damit man den Rasen im Garten mähen kann, bevor die Schwiegermutter zu Besuch erscheint …?

Hinsichtlich des Brexit sind sich 27 Staaten der EU seit mehr als 3 Jahren so sehr einig, wie auch nur annähernd in keinem einzigen anderen Aspekt im gleichen Zeitraum. Sind wohl eher nur die Türen zum Kühlschrank + zum Gartenhaus aufzubrechen …

re ibelin

"Die Briten sollten endlich

aus der EU entlassen werden."

Was meinen Sie mit dieser Formulierung?

Die Briten können nicht entlassen werden. Sie können austreten. Und das liegt vollständig in ihrer eigenen Hand.

@ Karwandler (21:31)

"Das EU Parlament funktioniert vielsprachig einwandfrei."

Ja, weil diese Institution wenn nötig Dolmetscher bereitstellt. Der Alltag der Bürger in Hannover, Lyon oder Zaragoza sieht etwas anders aus. Nehmen wir, aus aktuellem Anlaß, die Konflikte in Katalonien als Beispiel. Etwa 80% der Spanier spricht kein Katalanisch. Folge: Studium, Ausbildung, Beruf, Staatsdienst ohne diese Sprachkenntnisse bleiben der Mehrzahl der Spanier dort verwehrt. Wie steht es dann um die "Flexibilität" der Arbeitskräfte, um die freie Berufswahl. Betrachten wir den Alltag der Menschen, dort wo sie leben oder hinziehen wollen, dann stellt sich das Problem der Sprache anders da als im EU Parlament. Dass mit der Sprache eine kulturelle Tradition und Identität (Volkszugehörigkeit) verbunden wird, damit ein Machtinstrument zur Abwehr anderer, ist in Katalonien beispielhaft zu sehen. In Deutschland sind diese Konflikte verständlicherweise aus dem Blick. Wenn wir unseren Alltag in die Zukunft projizieren ...

20:54 von Bote_der_Wahrheit

"@Am 17. Oktober 2019 um 20:40 von Defender411

Zitat: "Das Affentheater kann man schon nicht mehr mit ansehen!
"

Ich bin ganz bei Ihnen!

Deswegen treten die Briten ja auch aus der EU aus - weil sie das Affentheater in Brüssel nicht mehr mitmachen wollen."

_____________

Ja, aber nur, weil man ihnen die Hauptrolle als Alpha-Männchen mit der entsprechenden Gage nicht anboten hat.
Jetzt wollen sie eben ihr eigenes Affentheater gründen. Nur haben sie sich immer noch nicht geeinigt, welches Stück man aufführen will und wer in diesem Stück welche Rolle spielen darf.

@ Schabernack (21:48) > Ist Wahr

("Schlagwörter + Phrasen") manchmal, nicht immer, sind Abstraktionen zur Nutzung des kleinen Textraumes erforderlich. Außerdem sind die Kleinigkeiten nicht immer der Erwähnung nötig.
Zum Thema Sprachen in Europa (damit auch Kultur und Traditionen): schauen Sie sich bitte die Konflikte entlang der Sprachen in Belgien und Katalonien u. a. an. Aber sagen Sie nicht, dass die Regierungschefs und die Abgeordneten keine Probleme hätten. Schauen Sie sich die Probleme und Konflikte, die die Bürger in diesen Ländern wegen der Sprachen und vermeintlich anderen Kulturen ausbaden müssen. Steigen Sie in die "Niederungen" des Lebens von Katalanen, Galiziern, Kastilliern, Flandern, Wallonen und Korsen. Schauen Sie sich die Abfassung ihrer Steuererklärungen an, den Bescheid eines Amtes, die Ablehnung einer Bewerbung wegen nicht vorhandener Spachkenntnisse (im eigenen Land) an, usw., usw. Das wir ein Klacks werden in der Union? Von Ideologien und Identitäten spreche ich hier noch nicht einmal.

@ Günter Schollatur

"Das ist doch ganz einfach: Die EU-Gesetze und Standards knebeln nicht mehr, GB ist frei von den Zwängen der EU. Keine Fischfangquoten mehr, keine Beschränkung der Einleitung von Abwässern, keine ausländischen Arbeitskräfte mehr, viel günstigere Möglichkeiten für Umwelt- und Sozialdumping."

Und warum ist dann die große Mehrheit der britischen Wirtschaftsvertreter gegen den Brexit, insbesondere gegen den No-Deal-Brexit, den sich die politischen Hardliner wünschen? Haben die Unternehmer alle keine Ahnung?

Warum kaufen derzeit noch in Großbritannien ansässige Banken massenweise Rechenzentrumsleistungen in Frankfurt, weil sie demnächst hierher ziehen? Ich kenne mich über familiäre Verbindungen mit der IT-Branche in Frankfurt ganz gut aus.

Die Vision der Hardline-Brexiteers, man werde das UK in ein dereguliertes Freihandelsparadies verwandeln, ein "Singapur an der Themse", ist schlichtweg ein Hirngespinst. Kein seriöser Ökonom glaubt, dass das so funktionieren wird.

re ist wahr

"Nehmen wir, aus aktuellem Anlaß, die Konflikte in Katalonien als Beispiel. Etwa 80% der Spanier spricht kein Katalanisch. Folge: Studium, Ausbildung, Beruf, Staatsdienst ohne diese Sprachkenntnisse bleiben der Mehrzahl der Spanier dort verwehrt. Wie steht es dann um die "Flexibilität" der Arbeitskräfte, um die freie Berufswahl."

Es ist banal, dass ein Deutschschweizer ohne Französischkenntnisse bei der Berufswahl in Genf eingeschränkt ist.

Daraus machen Sie einen Sprung, dass Europa am besten in ganz kleinen separaten Einheiten funktionieren kann.

Abends die Zugbrücke am Stadttor hochziehen ...

@22:20 von schabernack

"21:55 von IBELIN
«Endlich eine Chance die starre EU aufzubrechen.»
Was ist das nun wieder?
"Die starre EU aufbrechen.""

Die EU ist sehr gut andere zu reformieren, hat aber sich selber noch keiner Veraenderung unterzogen.
- realistische Einwanderungspolitik
- Verlaessliche Grenzsicherung
- Ungleichheit zwischen den EU Laendern aufarbeiten
- Mehr Demokratie wagen ( transparenz anstelle Mauschelei, Parlament anstelle Kommission, gemeinsame Entscheidungen anstelle deutscher Alleingaenge )
- Ausbau der Subsidiaritaet und Diversitaet in Europa
- gemeinsame Werte gemeinsam verteidigen
- Foerderung von Innovation und Wissenschaft
- Foerderung des Zusammenwachsens bestehender EU Laender
- Korruptionsbekaempfung

Das Wort starr ist missverstaendlich. Bequem waere vermutlich richtig.

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