Ihre Meinung zu: Wirtschaftsnobelpreis geht an drei Armutsforscher

14. Oktober 2019 - 11:07 Uhr

Der Wirtschaftsnobelpreis geht in diesem Jahr an Abhijit Banerjee, Esther Duflo and Michael Kremer. Die drei Wissenschaftler werden für ihre Forschungen zur Bekämpfung der globalen Armut ausgezeichnet.

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Kommentare

Sehr gute Entscheidung!

Die Bekämpfung der globalen Armut ist ein
sehr wichtiges Ziel. Diese Preisverleihung kann darum nur begrüßt werden!

Großartig - Gratulation den 3 Armutsforschern

Ist ja fast unglaublich . Da spendiert die kapitalistische schwedische Zentralbank den Wirtschaftsnobelpreis der Erforschung des Armut. Ist ja unfassbar. Da dürfte sie sich in vielen Kreisen unbeliebt und unverständlich machen. Denn für die Meisten ist Armut kein Übel, sondern eine zwingende Notwendigkeit, die Wohlstand erst möglich macht, Wohlstand in wenigen Ländern und wenige Menschen. Dabei wird trotz weltweit steigender Wohlstand die Kluft zwischen arm und reich immer größer und extremer.
Viel Erfolg werden die 3 Armutsforschern bei der Bekämpfung nicht haben, die Vereinigung der Milliardäre und ihre politische Helfershelfer werden dafür sorgen.

Glückwunsch, aber ...

"Die Forschung der diesjährigen Preisträger hat unsere Fähigkeit zur Bekämpfung der globalen Armut erheblich verbessert", gab die Königlich-Schwedische Akademie der Wissenschaften in Stockholm bekannt.

Entschuldigung, wenn ich genau das anzweifle. Man zeihe mich der Überheblichkeit, aber die Ursachen für Armut habe ich schon als Kind begriffen und musste mein Wissen im Lauf meines Lebens nicht korrigieren. Und die "Fähigkeit, diese zu bekämpfen", die hatten wir schon seit es Armut gibt. Die Bereitschaft hierzu allerdings, die ist traditionell nur denen gegeben, die nicht die Macht dazu haben, das zu tun.

Schere arm - reich

Die Schere zwischen arm und reich geht dennoch weiter auseinander. Armut zwingt zunehmend viele Meschen zur Flucht. Was hat sich denn verbessert? Werden wir auf einmal sozial, oder weiterhin me first!

Wirtschafts"nobel"preis

Es gibt keinen Wirtschafts"nobel"preis. Es gibt einen Preis, der "Alfred-Nobel-Gedächtnispreis für Wirtschaftswissenschaften" heißt. Dieser wurde aber nicht von Nobel in seinem Testament gestiftet (wie die anderen), sondern nachträglich nach ihm benannt. Nobel selbst hatte für Wirtschaftswissenschaften nicht viel übrig...

830kEUR für Armutsforschung

Herzlichen Glückwunsch an die Preisträger! Ich hoffe, sie haben verfügen über die notwendigen Mittel, die Anreise zur Annahme der Preise antreten zu können.

...ein Witz...

Warum brauche ich Armutsforscher?
Unsere globale Armut geht auf Lasten der Gierigen und einer Politik, die das zuläst.
So einfach ist das!!!

Das ist gute und korrekte Wissenschaft

Armut wissenschaftlich zu erforschen ist unglaublich kompliziert. Ihre Abschaffung ist nicht einfacher. Die Welt ist wirklich arm dran, an Human- und an Hirnkapital (überhaupt an Kapital). Wir werden noch sehr viele Wissenschaftlergenerationen nötig haben, dass wir auch nur eine Ahnung davon bekommen, warum Armut sich so schwer tut, sich in Reichtum zu verwandeln. Diese Forschung muß unbedingt viel viel stärker gefördert werden. Bitte mehr Forschungslabore mit vielen Reagenzgläsern einrichten - und Extrastudiengänge rund um den Planeten wäre auch nicht schlecht. Es wäre doch gelacht, wenn wir nicht schon in ein paar Generationen ein paar mehr Milliardäre hätten.

Was ist Armut

Mich hätte interessiert, was die drei Forscher herausgefunden haben. Wodurch entsteht Armut und was kann man dagegen tun? Und was ist überhaupt Armut? Mein Ziel ist eine Welt der Liebe, des Friedens und des allgemeinen Glücks. Jeder sollte genug zu essen haben. Bereits daran scheitert die Weltgemeinschaft, weil die Interessen der Reichen und der Mächtigen dem entgegenstehen. Wichtig ist auch der Frieden auf der Welt. Krieg verursacht größtes Leid. Auch hier sehe ich keinen wirklichen Fortschritt auf der Welt. Das dritte Ziel ist Glück. Glück ist nur begrenzt im äußeren Konsum zu finden. 90 % des Glücks eines Menschen kommen aus seiner Psyche. Für Glück sind stabile und gute Beziehungen wichtig. Stress und Hass sind schädlich. Positive Werte sind wichtig. Glück als Unterrichtsfach ist wichtig. Wer kein inneres Glück hat, der ist wirklich arm. In Deutschland gibt es viel äußeren Reichtum, aber das innere Glück schrumpft. Deutschland ist ein innerlich armes Land. Hier gibt es viel zu tun.

überprüfbare Effizienz statt populistischer Feindbilder

Das Forum hier zeigt, warum es solche Forschung braucht: Damit nicht nur vereinfachende (und oft populistische) Phrasen gedroschen und Feindbilder bedient werden und Hilfen (übrigens auch gutgemeinte Spenden) halb-effizient versickern... sondern damit Armutsbekämpfung wirklich funktioniert.

Hoffentlich werden durch die Preisvergabe auch viele Entscheidungsträger ermutigt, noch verstärkt nicht nur nach gutem Bauchgefühl oder Presse-Effekt einzugreifen, sondern nach überprüfbaren Effizienzkriterien. Und sich dazu auch wissenschaftliche Hilfe zu holen.

PS: Liebe Tagesschau-Redaktion: Wie wäre es mal mit einer Serie von Artikeln über genau solche Armutsbekämpfung? Also wissenschaftlich überprüfte Projekte, ausbalanciert geschrieben? Die wird wohl nicht die Riesenklickraten produzieren (sofern wirklich ausbalanciert!), aber uns ein realistischeres Weltbild verschaffen - wie wär's?

Armut wird ganz wesentlich

Armut wird ganz wesentlich durch Kinder“Reichtum“ erzeugt und zementiert. In Familienplanung investieren wäre das Sinnvollste. Alles Andere ist nur Bekämpfung von Folgeerscheinungen ( Bildung in Kenia etc. ) und sollte geringere Priorität haben.

Die gleichen

Die gleichen die jammern dass wir zuviel Geld nach Afrika geben beschweren sich auch ueber diese Forschung.
Effiziente Wirtschaftsentwicklung ist aber leider nicht so einfach, wie 60 Jahre Fehlinvestition in Afrika bewiesen haben. Das hat uebrigens auch nichts mit gierigen Milliardaeren zu tun, wie manch ein Mensch hier schreibt. Menschen sind im grossen und ganzen naemlich recht hilfsbereit.

Allso, herzlichen Glueckwunsch den Preistraegern fuer diese wichtige Arbeit.

Es gibt keinen Wirtschaftsnobelpreis

Der „Preis der Schwedischen Reichsbank in Wirtschaftswissenschaft zur Erinnerung an Alfred Nobel“ nimmt für sich nicht in Anspruch, ein Nobelpreis zu sein. Alfred Nobel selbst hätte diesen Preis wohl auch nicht gutgeheißen, schrieb er doch: „Ich habe keine Wirtschafts-Ausbildung und hasse sie von Herzen“. Der Preis heißt daher nicht „Nobelpreis“ und wird auch nicht vom Nobel-Komitee vergeben.

Eigentlich wäre es nicht schwer, auch dementsprechend darüber zu berichten.

12:35 von friedrich peter...

"Denn für die Meisten ist Armut kein Übel, sondern eine zwingende Notwendigkeit, die Wohlstand erst möglich macht."

So, so, für die meisten.
So viel Nonsens in so wenigen Zeilen.

@Leerzeichen, 17:09

Damit nicht nur vereinfachende (und oft populistische) Phrasen gedroschen und Feindbilder bedient werden ...

Das, was Sie populistische und vereinfachende Phrasen nennen, sind Beschreibungen eines gar nicht so komplexen Problems. Es liegt ein Stein im Weg. Die Leute sagen, solange der nicht weg ist, kommen wir nicht weiter. Ist das jetzt populistisch, weil man den armen Stein zum Feindbild macht? Ist die Idee, dass der Stein weg muss, untauglich, weil zu vereinfachend?
Es gibt Armut, weil es eine nicht vernachlässigbare, sondern in ihrem Ausmaß ungeheure und fatale Ungleichverteilung gibt. Die Mittel zur Herstellung von Gerechtigkeit hätten - in unserem System - nur jene, die daran kein Interesse haben. Das ist so offensichtlich, ja geradezu banal, dass es allen klar zu sein scheint. Das spricht noch lange nicht dafür, dass es deshalb zu einfach gedacht ist.

Auch wenn es viele nicht wahrhaben wollen, aber

Armut geht sehr oft mit Unfähigkeit einher.
Leute mit IQ < 80 sind zB. für praktische keinen Job geeignet. Schauen sie sich die Korrelation zw. Durchschnitts-IQ und BIP aller Länder an. Mit Ausnahme von NK und den Öl exportierenden arabischen Ländern, eine sehr gute Korrelation. https://en.wikipedia.org/wiki/Nations_and_intelligence#/media/File:IQ_vs...
Zu erwarten, dass ein Fleißiger mit IQ 130 das gleiche verdient wie ein Fauler mit IQ 75 ist nicht realistisch.

12:52 von ardandi

"Was hat sich denn verbessert? Werden wir auf einmal sozial, oder weiterhin me first!"

"Me first" ist eine Minderheit.

Aber manche wollen das nicht hören,weil ihr Feindbild ihnen wichtig ist.

Das Entstehen von Armut lässt sich nicht auf Feindbilder reduzieren.

13:13 von Knorlo

"...ein Witz...

Warum brauche ich Armutsforscher?
Unsere globale Armut geht auf Lasten der Gierigen und einer Politik, die das zuläst.
So einfach ist das!!!"

Wenn das so einfach ist, dann hätten wir doch gar keine Armut mehr.
Denn denn hätten Sie Ihr Konzept ja schon lange eingereicht und umgesetzt.

Zum Nachdenken:

Wenn jeder Deutsche heute 1 Millionen Euro geschenkt bekommt, dann gibt es morgen KEINEN Armen weniger.
Definition von arm:
Wer weniger als 40 % vom Median des Netto-Äquivalenzeinkommenszur Verfügung hat, der gilt als arm.

Gratulation

ein wichtiges Zeichen, dass die Bekämpfung der Armut nicht ganz vergessen wird bei all dem Klimahype. Und hier kann nachweislich etwas bewirkt werden, wie die Feldstudien der Preisträger zeigen!

@nehciezreeL, 17:09

"Liebe Tagesschau-Redaktion: Wie wäre es mal mit einer Serie von Artikeln über genau solche Armutsbekämpfung? Also wissenschaftlich überprüfte Projekte (...)"

Sehr guter Tipp.

"Die wird wohl nicht die Riesenklickraten produzieren (sofern wirklich ausbalanciert!)"

Wieso das denn (mal ganz abgesehen davon, dass die "Klickraten" nicht das entscheidende Kriterium sein sollten)?

Das Interesse an wirklich zuverlässigen Informationen, deren Gewinnung auf der Auswertung (und ebenso übersichtlichen wie aussagekräftigen "Aufbereitung") einer belastbaren Datengrundlage beruht und die somit den allgemeingültigen, universell anerkannten strengen wissenschaftlichen Richtlinien gerecht werden ist wahrscheinlich weit größer als Sie denken.

Das Problem dürfte eher der oft fehlende "barrierefreie" Zugang der Öffentlichkeit zu diesen Informationen sein. Und für die Wissenschaftler, dass es ihnen aus "politischen Gründen" oft mehr als schwer gemacht wird, an sämtliche benötigten Daten heranzukommen.

@18:00 von Nettie @nehciezreeL, 17:09

„Das Problem dürfte eher der oft fehlende "barrierefreie" Zugang der Öffentlichkeit zu diesen Informationen sein.“

Wo sehen Sie den fehlenden „barrierefreien“ Zugang? Es war doch niemals leichter als heute, an Informationen aus allen wissenschaftlichen Gebieten zu kommen. Es scheint mir eher eine Frage des persönlichen Interesses. Um einen leicht verdaulichen Überblick zu bekommen, genügt es doch schon, sich z.B. auf 3sat die Sendung „nano“ anzusehen. Heute z.B. ein Beitrag über die Arbeit von Esther Duflo. Auch auf „arte“ gibt es Sendungen dieser Art. Ärgerlich finde ich nur, dass ausgerechnet die beiden großen gebührenfinanzierten Sendeanstalten, die einen Bildungsauftrag haben, diesen nicht ernstnehmen und Unsummen für Sportsendungen ausgeben. (Nach Informationen des Tagesspiegels gibt die ARD in der Beitragsperiode 2017 bis 2020 allein für Sportrechte 1,163 Milliarden aus. Das wäre ein Plus von 66 Millionen Euro im Vergleich zur Periode 2013 bis 2016.)

Das sind Fake-News...

... über einen Fake-"Nobelpreis".

Die Wirtschaftswissenschaften sind Teil der Sozialwissenschaften. Solche hatte Alfred Nobel von seinem Nobelpreis explizit ausgenommen. Dieser Preis ist nicht viel mehr als der äußerst penetrante Versuch, einem äußerst geld- wie interessenbehafteten Zweig der Sozialwissenschaft die Exaktheit von Naturwissenschaften anzudichten, welche sie schlicht nicht haben.

@ Leerzeichen 17:09

Vielen Dank für Ihre ausgezeichnete Analyse und besonders für Ihren Vorschlag an die TS-Redaktion! Ich bin ganz Ihrer Meinung und entsetzt über manche Kommentare hier (z.B. die Verquickung von IQ und Armut).

@16:12 von Mystiker

"Glück als Unterrichtsfach ist wichtig."

Jetzt tragen Sie aber ein wenig zu dick (mystisch) auf. Hirnchemisch kann niemand dauerhaft glücklich sein. Auch Trauer gehört zum Leben. Die menschliche Gefühlswelt ist entschieden zu komplex, um in ein Unterrichtsfach zu passen.

Bekämpfung nur der Symptome, nicht der Ursachen

Wer die Ursachen der Armut bekämpfen möchte, kann schon im "Kapital" von Karl Marx nachlesen, wie das geht: die Ausbeutung beseitigen. Das Verdienst der Armutsforscher liegt somit nur in einer Situationsanalyse, mit deren Hilfe lediglich die Symptome der Armut besser und gezielter bekämpft werden können. Immerhin könnte das mittelfristig den betroffenen Menschen helfen. Aber ohne Ausbeutung gäbe es erst gar keine Betroffenen. Soweit die Utopie. Aus der jüngeren Zeitgeschichte wissen wir leider: Marx war die Theorie, die Praxis war Murks.

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