Boris Johnson

Ihre Meinung zu Johnsons Wortwahl in Unterhaus-Debatte empört Abgeordnete

Hat Premier Johnson in der ersten Sitzung nach der Zwangspause des Unterhauses mit seiner Kritik überzogen? Seine Wortwahl stößt jedenfalls auf massive Kritik - und das nicht nur bei politischen Gegnern. Von Thomas Spickhofen.

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39 Kommentare

Kommentare

karwandler
Seine eigene Schwester

hat seine Wortwahl im Fernsehen als "geschmacklos" (tasteless) bezeichnet.

Insbesondere sein unsäglicher Zynismus bzgl. der ermordeten Jo Cox ist sogar einigen Konservativen peinlich.

birdycatdog
Kopfschütteln...

"Angesprochen auf die vor drei Jahren getötete Labour-Abgeordnete Jo Cox, die in der aufgehitzten Atmosphäre wenige Tage vor dem EU-Referendum von einem Rechtsnationalisten niedergestochen worden war, sagte Johnson: "Der beste Weg, das Andenken von Jo Cox zu ehren, ist es, den Brexit über die Bühne zu bringen."

Cox hatte sich immer für den Verbleib in der EU eingesetzt."

Frei nach Johnsons Logik: Der beste Weg, das Andenken von Martin Luther King zu ehren, ist es, die weiße Vorherrschaft auszubauen und Menschen anderer dunklerer Hautfarbe noch mehr zu entrechten.

Ich werde es nie verstehen, warum Menschen hinter Johnson stehen und ihm den Rücken stärken.

andererseits

Nicholas Soames bringt es auf den Punkt: "Ich bin in einem Haus mit der Überzeugung aufgewachsen, dass der Premierminister auch unter schwierigsten Umständen das Land zusammenzuführen hat. Der Premierminister aber hat es weiter auseinandergetrieben. So sollte unsere öffentliche Debatte nicht geführt werden." Johnson hat jegliches Maß und längst den politischen Anstand verloren. Er sollte zurücktreten statt mit dem nächsten Trick zu liebäugeln, nämlich über ein konstruktives Misstrauensvotum erneut das Parlament lahmzulegen, um seinen - mittlerweile gesetzeswidrigen, weil vom Parlament mit klarer Mehrheit abgelehnten - No-Deal-Brexit durchzusetzen. Egal wie der Brexit ausgeht: Die Schäden für die politische Kultur, den gesellschaftlichen Zusammenhalt und das Ansehen des Amtes eines/einer Premier sind beschädigt, und die Nachfolger*innen Johnsons werden alle Hände voll zu tun haben mit Wiederaufbau. Thank you, Boris.

YVH

Boris Johnson hat zweimal gegen den Brexit gestimmt. Wenn er jetzt nach Schuldigen für den Aufschub sucht, muss er nur in den Spiegel schauen.

Seine unterirdische Rhetorik kann man nur noch mit Verzweiflung erklären. Jeder andere Anständige Mensch wäre schon zurückgetreten, anstatt sein Land weiter zu spalten und damit zu schaden.

Meinung zu unserer Truman Welt
rer Truman Welt

Die Sprache verrät den Sprecher hinsichtlich seiner hidden Agenda. Das ist bei Johnson wie Trump wunderbar zu studieren. Desto bedrohter sich gefühlt wird, desto heftiger die Gegenangriffe. Früher wurde schon jemand an den Pranger gestellt, der sich im Eifer des Gefechtes nur mal bei einem einzelnen Wort vergriff. Heute ist das gang und gäbe, was nicht nur den Werte- und Sittenverlust beim Sprecher deutlich werden lässt, sondern auch bei allen, die dies schätzen, unterstützen und wählen.
Johnson interessiert sich weder für Parlament, Gesetz oder Richterurteil. Er setzt sich darüber hinweg, kündigt offen an, daß No-Deal-Gesetz zu ignorieren. Was ist das für eine Haltung eines eines demokratischen Systems unterworfenen Abgeordneten und auch noch Premierministers?
Führt man sich das wirklich neutral und in Ruhe einmal vor Augen, muß man feststellen, daß jegliche Moral und jeglicher Anstand unsere Parlamente und Gesellschaft zu grossen Teilen bereits verlassen hat.

GrafStepenitz
Johnson hat nichts zu bieten

Allen Anschein nach hat der PM B.J. nichts zu bieten. Kein Deal mit der EU oder eine alternative Backstop-Lösung. Warum nicht die Häfen Nordirlands mit Zoll versehen? Ich vergaß, das erzeugt das Bild Nord-Irland gehöre zu EU und wäre wieder vereinigt. Was treibt diesen Menschen so an? B.J. scheint ja vor dem Votum eher proeuropäisch gewesen zu sein. Wenn ja, ist er ein Opportunist. Schlimm. Mir scheint der derzeitige PM von GB hat eine alternative Einstellung zur Realität. Kann nicht die Queen ihn und uns von seinem Leid erlösen? Wenn sich jetzt nichts bewegt fürchte ich, dass GB noch länger in der EU bleibt. Was ich davon halten soll, ich weiß es nicht.
Lange lebe Königin Elisabeth!

Allrightcom
Es ist die Grundeinstellung

Die Wortwahl ergibt sich aus dem Gemütszustand eines Menschen und aus seiner Bereitschaft, auch Gewalt anzuwenden. Verbale Gewalt leitet oft den Kontrollverlust ein, der zu Aktionen führt, die nicht mehr reparabel sind. Irgendwo ist die Grenze, und wer die nicht erkennen und/oder nicht einhalten kann, sollte nicht auf andere Menschen losgelassen werden.

Die tägliche Praxis bestätigt oft die Mittel, die Erfolgreiche anwenden. Trotzdem sind solche Mittel nicht akzeptabel, sonst lautet am Ende die Frage, was jemanden davon abhält, seinen Gegner umzubringen. Und die Antwort: Die Gefahr, erwischt und bestraft zu werden. Sonst nichts.

ah6600
Hier geht es schließlich nicht um Busticketpreise

Zusammenführen kann ein Regierungschef das Land, wenn er es ans sichere Ziel gebracht hat. Das britische Parlament wollte und konnte dem ausgehandelten Abkommen seit Monaten nicht zustimmen, aber es will auch die eigene Regierung nicht dabei unterstützen, ein neues Abkommen auszuhandeln. Stattdessen verpflichtet es seine eigene Verhandlungsseite, um eine Verschiebung zu bitten, bevor diese überhaupt mit den Verhandlungen beginnen konnte. Das Parlament sollte sich erst einmal selbst darauf einigen, was es nun eigentlich will - etwa einen endlosen Austrittsprozess?!

Möbius
Johnson bringt die Sachen auf den Punkt

Die Mehrheit der britischen Bevölkerung will den Austritt und zwar umgehend und kompromisslos. Wie soll Johnson sonst die Haltung der Abgeordneten bezeichnen, die weder den Wählerwillen umsetzen noch sich dem Wähler stellen wollen? Nicht Johnson gefährdet die Demokratie, sondern die längst überfälligen Parlamentarier die an ihren Posten kleben!

nikioko
Die EU sollte Fakten schaffen...

Da sich die Briten offenbar nicht entscheiden können, sollte die EU ihnen die Entscheidung abnehmen: wenn der Austrittantrag nicht bis zum 31.10. zurückgezogen wird, kommt es am 1.11. zum Austritt ohne Abkommen. Weitere Terminverschiebungen für diese Kindergartenspiele sind reine Zeitverschwendung, wenn die Zeit nicht für ein zweites Referendum über die verbliebenen zwei Optionen genutzt wird. Am besten in Verbindung mit Neuwahlen.

Magfrad
@karwandler 14:38

Absolut richtig. Es ist nicht nur ein Zynismus gegenüber der Ermodeten sondern schlichtweg eine absolute Schande was Johnson da von sich gegeben hat. Über Tote sollte man besser seinen Mund halten wenn man nichts sinnvolles beizutragen hat. John Bercow hat als Parlamentspräsident sehr gute Worte gefunden. Genau diese Rhetorik für die Johnson steht, für die Nigel Farage steht hat diese barbarische Tat an Joe Cox überhaupt möglich gemacht!

nikioko
Warum sind die Briten eigentlich damals in die EWG eingetreten?

Das Land war Ende der Sechziger wirtschaftlich am Ende. Die Industrie lag am Boden, weil die Rohstoffe aus den Kolonien, auf die sie angewiesen war, nicht mehr kamen. Der Versuch, die ehemaligen Kolonien durch den Commonwealth an sich zu binden und so die eigene Wirtschaft aufrecht erhalten zukönnen, scheiterte. Deshalb war man gezwungen, sich Kontinentaleuropa anzunähern. Dafür hat man sogar extra das metrische System eingeführt und die Schillinge zu 5-Pence-Münzen degradiert. Und Frau Thatcher baute die Wirtschaft in der Folge von Industrie auf Finanzdienstleistung um. Dafür musste man Mitglied einer Staatengemeinschaft sein mit einem gemeinsamen Binnenmarkt.
Und nun will man raus, zurück zum Commonwealth, der schon damals nicht funktioniert hat, nostalgisch dem Empire nachweinend? Das wird nicht passieren, Indien ist mittlerweile selbst eine Wirtschaftsmacht. Und die Firmen, die einen Standpunkt in der EU brauchen, sind bereits aus London abgezogen. Das wird keine gute Zukunft.

Micha7656
Womit haben wir das verdient!

Wie kommt es, dass unlautere Menschen, wie Johnson, Trump und Bolsonaro noch soviele Menschen fuer sich einnehmen koennen? Erschreckend und gefährlich!!

Duzfreund
Wortwahl in Unterhaus-Debatte empört ...

Ist das sog. Unterhaus nicht in der Lage, den Herren Prime Minister für einzelne Sitzungen auszuladen - schließlich könnte man auch mal unter sich sein wollen und unter Leuten, die sich weniger in den Worten verwählen.

Jean-Baptiste
Achtung und Zurückhaltung

Respekt!
In Geschöpfen wie Trump und Johnson, denn der Begriff Mensch, in Verbindung mit Menschlichkeit oder Politiker in Verbindung mit Demokratie, wären hier völlig fehlgeleitet und von Staatsmännigkeit, schon gar nicht die Rede, sind somit nicht angebracht, zeigt sich dann wohl am besten, in welch finstere Tiefen uns die modernen Entwicklungen unserer Zeit und Konsum und Wachstum und ausgearteter Kapitalismus und der Neoliberalismus uns und die Welt getrieben haben.
Fast schon scheint es als hätte die biblische Geschichte recht behalten mit ihren Prophezeihungen, bei denen diese das Leid und die Schandtaten, einer späteren Zeitgeschichte angekündigt haben und wo Arroganz, Ignoranz und Verachtung, Mensch und Welt an ihre Grenzen treiben werden.
Doch übertreiben wir mal nicht!
Politiker sind keine Götter und sind nicht erhaben über Zeit und Raum und auch nicht über die Völker, die diese gewählt haben und so bleibt, wie in England, die Hoffnung auf Justiz, auf Recht und Gerechtigkeit.

JohnBowie
Die Anstandslosigkeit

gewisser konservativer Politiker stellt weltweit ein zunehmendes Problem dar.

artist22
@Seine eigene Schwester 14:38 von karwandler

und zuvor sein eigener Bruder.
Besser als an diesem Fakt kann man nicht sehen,
dass diese Saat des skrupellosen Egoismus
sogar nicht mal vor der eigenen Familie halt macht.

Insofern sind die Sprüche von 'nationalem Stolz' o.ä. nichts als Vernebelungen.

Aber da müssen die Demokratien in der Welt durch,
sonst reüssiert diese 'Vorstufe des modernen Barbarentums' auch noch.

Der 'König der Welt' ist nackt, und jeder sieht es, wenn er hinsieht.

Biocreature
@14:13 von Sisyphos3 10:59 von Biocreature (Vorh. Thread)...

...Wehrter Sisyphos3, Sie müssen doch zugeben, daß ein Boris Johnson die Briten vor dem Referendum absichtlich und wissentlich mit falschen Zahlen versorgt hat,
wenn es daraum ging wie teuer alles in der EU für die Briten wird.

---

Sollten Sie dies bestreiten endet das Gespräch auch schon wieder hier und jetzt.

Und was die Pleite von T. Cook angeht, ich behaupte jedenfalls nicht,
daß der Brexit bzw. das Chaos darum an der Pleite schuld ist.

Schuld ist alleine der Markt und die vielen Fehleinschätzungen vom Managment in den letzen Jahren
und den daraus folgenden falschen Entscheidungen.
Siehe z.B. Kreuzfahrten, Internetangebote etc. p.p.

Wer zuspät kommt, den bestraft das Leben.
So leid mir das für die Mitarbeiter auch tut.
Aber der Brexit ist mit Sicherheit daran nicht schuld.

Tollhausbewohner
wehe, wenn ich auf das Ende sehe

Es manifestiert sich der Eindruck, daß westliche Parlamente nicht mehr den Volkswillen in Umsetzung bringen und keine Problemlösungen liefern.
In GB ist es der Brexit. Auch wir warten noch heute, in Zeiten der großen Koalition, auf die Reformen im Steuerwesen, dem Gesundheitssystem, Verkehrspolitik, etc.
Das ist der Nährboden für Demagogen und Opportunisten, denn die Menschen sind es Leid.
So zerlegen wir unsere repräsentative Demokratie selber.

Magfrad
@Möbius 15:11

Die Parlamntarier wurden gewählt ob es Johnson passt oder nicht. Die Mehrheit der Briten will einen umgehenden und kompromisslosen Austritt? Woher haben Sie diese Märchen? Die Mehrheit will keinen No Deal Brexit. Sie und Johnson sollten dies mal registrieren! Die von Ihnen als längst überfällige Parlamentarier verachteten Politiker (dies sagt verdammt viel über Ihr Demokratieverständnis aus) machen Ihren Job und die wurden nicht gewählt um nach der Pfeife von Boris Johnson zu tanzen sondern zu tun was für Ihr Land das beste ist und ein No-Deal ist eine Katastrophe für Großbritannien. Wählerwillen? Dieses Argument kommt immer wieder von den radikalen No-Deal Befürwortern. Im Referendum von 2016 stand nichts von No Deal und ich garantiere Ihnen, dass die Briten niemals für den Brexit gestimmt hätten, wenn da No Deal gestanden hätte. Der Einzige Betrüger hier ist Boris Johnson.

Magfrad
@Giselbert 14:59

Nein es ist niveaulos wie Mr Johnson behauptet im Andenken an Frau Cox zu handeln wo er ganz genau weiß, dass diese niemals für den Brexit gewesen ist.
Was Johnson und die Tories sich hier erlauben ist eine Schande. Das mindeste wäre es, wenn Johnson und die Tories sich bei dem Witwer von Frau Cox und ihren Kindern entschuldigt. Was Johnson sich da heute erlaubt hat war eine bodenlose Unverschämtheit!

Zwicke
"Und bist du nicht willig..."...

Ich vermisse, daß beim derzeitigen Briten-Dilemma nicht auch die EU schärfer kritisiert wird.
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Ursache für das Referendum und das Ergebnis pro Brexit war doch der Mißmut der Briten über die Reformunwilligkeit der EU, manifestiert im stets zunehmenden Finanzbedarf zwecks undurchsichtiger Geldverschiebungen, u.a. auch an dubiose "Beitrittskandidaten". Hinzu kam die Bestürzung über Merkels eigenmächtige Migrationspolitik und deren Auswirkungen.
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Nur durch eine leider zu schwache Verhandlerin (May) gelang es der EU, in den Austrittsvertrag eine offene Grenze zu Irland in Verbindung mit einer Zollunion mit dem UK zu lancieren. Genau das aber war und ist für GB ein politisches No-Go, weil es die Intentionen des Austritts konterkariert. Das weiß auch die EU, lehnte und lehnt aber entsprechende Nachverhandlungen ab.
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Es mag für manche richtig sein, daß die EU ein hartes Exempel statuieren möchte; möglichst mit erzwungenem Verbleib der Briten in der EU. Politisch klug ist das aber nicht..!

Advokat76
Angriff ist die beste Verteidigung. ..meistens

Wenn es allerdings jeder merkt ist es halt nur noch einfältig und dreist. Hoffen wir mal, dass sich eine Mehrheit der wählenden Briten bei bald anstehenden Wahlen an die Unwahrheiten, Beschimpfungen, Gesetzesbrüche erinnert. Bojo hat das Ansehen dieses altehrwürdigen Landes aufs heftigste beschädigt ...und nein, der Hauptfehler ist nicht, das nach dem Referendum der Brexit angestrebt wird, sondern die Begleitmusik, die Methoden mit denen Bojo seine Wünsche durchzusetzen versucht.

werner1955
Menschen hinter Johnson stehen ?

birdycatdog @

Da gibt es aber noch viel ander Politiker hinter dehnen ich nicht stehen möchte.

Zwicke
@14:56 von GrafStepenitz

Sie stellen interessante Fragen...
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>>Warum nicht die Häfen Nordirlands mit Zoll versehen? <<
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= Soweit ich es (vorzugsweise ausländischen) Wirtschaftsnachrichten entnehme, hat B.J. durchaus der EU ein digitalisiertes Verfahren ohne störenden Kontrollverzug vorgeschlagen...
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>> B.J. scheint ja vor dem Votum eher proeuropäisch gewesen zu sein... <<
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= Das ist durchaus richtig... jedoch mit der Bedingung, daß die EU sich endlich von innen her reformiert... statt ein Beliebigkeitsprojekt = Melkkuh für Konzerne und alle möglichen Beitrittskandidaten zu sein.

Zwicke
@15:12 von nikioko

>> Da sich die Briten offenbar nicht entscheiden können, sollte die EU ihnen die Entscheidung abnehmen... > Am besten in Verbindung mit Neuwahlen... <<
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Bei aller Überheblichkeit bitte zwei Dinge nicht vergessen... Erstens = Die EU will de facto und nötigenfalls zwangsweise das UK auf unbestimmte Zeit in einer Zollunion halten... Zeitens = bestimmt nicht die EU, sondern immer noch die Briten selbst über mögliche Neuwahlen.

vriegel
Es gibt nur eine saubere Lösung - zurück auf null

Artikel 50 widerrufen und dann erst mal im UK intern die Wogen glätten.

Und dann kann man über einen Brexit debattieren, das Parlament beschließt einen gangbaren Weg und lässt anschließend das Volk darüber abstimmen.

Aber es gibt sicher genug, die genau wissen, dass es dann nie zum Brexit kommen wird.

Und deswegen wird das auch nicht passieren.

Palas
ah6600

"Das britische Parlament wollte und konnte dem ausgehandelten Abkommen seit Monaten nicht zustimmen, aber es will auch die eigene Regierung nicht dabei unterstützen, ein neues Abkommen auszuhandeln. Stattdessen verpflichtet es seine eigene Verhandlungsseite, um eine Verschiebung zu bitten, bevor diese überhaupt mit den Verhandlungen beginnen konnte"

Der zweite Teil stimmt so nicht. Das Parlament will einen besseren Deal, als den von May ausgehandelten, v.a. ohne Bsckstop. BJ hatte den Auftrag das zu tun. Mehrmals hat das Parlament ihn aufgefordert, über die Fortschritte der Verhandlungen zu berichten. BJ behaupte, es gäbe diese, lege diese aber nicht offen. Die EU gab an, dass nix wesentliches verhandelt wurde. Dies ließ das P. an BJ Verhandlungsabsicht zweifeln, weshalb es BJ verpflichtete um Aufschub zu bitten, sollte bis 19.10. kein Deal stehen.

Dass das P. im übrigen nicht zu wissen scheint, was es will, sehe ich auch so.

Adeo60
@Möbis - Sieg der Demokratie

Ob die Briten einen harten Brexit wollen darf mit Recht bezweifelt werden. Die eigene Regierung hat Ihnen ja die möglichen dramatischen Folgen mittlerweile vor Augen führen müssen. Auch war das Referendum zum einen eine unverbindliche Befragung, zum anderen waren wichtige Themen wie die Irland-Frage und die Folgen des Brexit nicht Gegenstand der Befragung. Das Parlament hat sich seine demokratischen Rechte dank dem Supreme Court zurückerobert. Dieses bestimmt nun auch, wann es zu Neuwahlen kommen wird, nicht der Premier, der das Parlament auf dreiste Art und Weise kaltstellen wollte. Einige seiner Torys-Mitglieder scheinen, wie Sie richtig feststellen, noch immer an ihren Sitzen zu kleben. Andere haben längst die Seiten gewechselt. Die Demokratie in G.B. hat sich als wehrhaft und stark erwiesen. Johnson aber fehglt die Einsicht, gescheitert zu sein.

Gassi
Mit aller Gewalt für den NoDeal-Brexit

Nur ein Verzweifelter kann so heftig und sehenden Auges einen No-Deal-Brexit unbedingt wollen. Was, oder genauer WER treibt ihn an? Für wen muss er dieses Chaos liefern? Es fallen mir nur die Banker und die Panamas ein, die ihr Geld massiv vor der EU geheim halten müssen? Und da es nicht läuftvwie versprochen, wird er immer unverschämter. Klar spaltet das die Briten, denn den Dreck in der Suppe löffeln die Steuerzahler aus, u.a. diejenigen, die FÜR den Brexit gestimmt haben, die blind der Mär von den wöchentlich 350Mio gefolgt sind. Möglicherweise KOSTET der Brexit alsbald 350Mio wöchentlich?

Palas
@Möbius 15.11 uhr

"Die Mehrheit der britischen Bevölkerung will den Austritt und zwar umgehend und kompromisslos."

Das ist so nicht richtig. Vor 3 Jahren wollte eine knappe Mehrheit derjenigen, die wählen ging den Austritt. Ob mit oder ohne Deal stand nicht zur Debatte. Insofern ist es reine Spekulation von Ihnen. Meine Einschätzung ist, dass die Mehrheit den Kompromisslosen Austritt und damit - zumindest zeitweisen - wirtschaftlichen Problemen und Jobverlusten wohl nicht will.

M. E. kämpft das Parlament darum für seine Bevölkerung die Schlimmsten Folgen eines No-Deal Brexit zu verhindern. Das Wohl der Bevölkerung scheint BJ aber egal zu sein, Hauptsache er bekommt "seinen" Brexit zum 31.10.. Bevor er PM wurde, hatte er sich ja auch immer für den No-Deal ausgesprochen. Erst als er PM wurde, war er für einen Deal. M. E. Waren das aber nur Lippenbekenntnisse

Adeo60

Der widerwärtige Umgang von Boris Johnson mit dem Tod von Frau Cox ist ein weiterer Höhepunkt seiner politischen und charakterlichen Fehlleistungen. Mittlerweile scheint er es geschafft zu haben, eine breite Mehrheit quer durch die Parteien gegen sich aufzubringen. Er hat das U.K. in eine Wirtschafts- und Sinnkrise geführt, das Volk tief gespalten. Damit wird er zum idealen Werkzeug von Donald Trump, der schon immer versuchte, die EU zu entzweien. Man kann nur hoffen, dass die Briten bald aus diesem Albtraum erwachen.

Account gelöscht
Mal...

um die Ecke gedacht. Man soll jetzt einen Übergangsprimer im Vereinigten Königreich ernennen .Ich meine es gibt einen meiner Meinung soll Herr John Bercow der neue Hausherr in Downing Street Number 10 werden. Er wird auf beiden Seiten der grünen Bänken des House of Commons geschätzt und geachtet. Er könnte eine Regierung der nationalen Einheit bilden. Herr Boris Johnson und Herr Jerrymie Corbyn sind nicht auf der anderen Seite tragbar.

Palas
@Zwicke 16.20 Uhr

"...gelang es der EU, in den Austrittsvertrag eine offene Grenze zu Irland in Verbindung mit einer Zollunion mit dem UK zu lancieren. Genau das aber war und ist für GB ein politisches No-Go, weil es die Intentionen des Austritts konterkariert. Das weiß auch die EU, lehnte und lehnt aber entsprechende Nachverhandlungen ab."

Das ist so nicht richtig. Sowohl die EU als auch GB wollen keine harte innerirische Grenze, da die Befürchtung besteht, dass dies wieder einen Bürgerkrieg befeuern könnte. Der Backstop war als Notfallplan gedacht, falls GB keine andere wirksame Lösung zur Vermeidung einer harten Grenze vorlegt. Die EU war stets bereit den Backstop durch eine Alternative zu ersetzen. Eine war z. B. dass nur Nordirland in der Zollunion verbleibt, GB dann aber auch unabhängig von der EU Handelsverträge schließen kann. May lehnte dies an. Bis heute liegt keine brauchbare Alternative vor.

M. E. Hat somit GB die Misere überwiegend selbst zu verantworten.

karwandler
re gassi

"Mit aller Gewalt für den NoDeal-Brexit

Nur ein Verzweifelter kann so heftig und sehenden Auges einen No-Deal-Brexit unbedingt wollen. Was, oder genauer WER treibt ihn an? Für wen muss er dieses Chaos liefern?"

Man könnte ja mal überlegen, wer am meisten opponiert: gegen Umweltauflagen und Sozialstandards der EU, gegen Bankenregulierung und Transaktionssteuern.

Ob diese Herrschaften wohl die gleichen Clubs frequentieren wie die Eton-Zöglinge, die in die Politik gegangen sind?

karwandler
re zwicke

"Soweit ich es (vorzugsweise ausländischen) Wirtschaftsnachrichten entnehme, hat B.J. durchaus der EU ein digitalisiertes Verfahren ohne störenden Kontrollverzug vorgeschlagen"

Soweit ich es sämtlichen Nachrichten aus der EU entnehme. hat BJ keinerlei konkreten Vorschlag auf den Tisch gelegt.

Das Zauberwort "digitalisiert" hat auch Scheuer drauf, um damit schnell mal ein paar Milliarden eingespartes CO2 im Verkehrsbereich zum "Klimapaket" beizutragen.

Sisyphos3
16:13 von Tollhausbewohner

daß westliche Parlamente nicht mehr den Volkswillen in Umsetzung bringen
.
selbstverständlich entsteht der Eindruck
wird sich nicht gegen eine direkte Demokratie ausgesprochen
auch hier im Thread
weil einige Angst haben die Todesstrafe beispielsweise werde eingeführt
extreme Handlungen erzwungen
ja entweder haben wir ne Demokratie oder es bestimmt wieder nur eine kleine Elite
die dann auch gleich festlegt was moralisch ist und was eben nicht
egal ob es der Einzelne
- auch wenn es die Mehrheitsmeinung sein sollte, vertritt oder nicht

Nettie
Jeder ist selbst dafür verantwortlich, dass es allen gutgeht

„"Sie sind Schuld daran, dass das so ist," wirft ihm [Johnson] die Labour-Abgeordnete (...) vor. >> "Viele von uns sind jeden einzelnen Tag Gegenstand von Todesdrohungen und Beschimpfungen" <<

Die Gesellschaft selbst - und zwar jedes einzelne ihrer Mitglieder - muss in ihrem eigenen Interesse durch geeignete eigene Initiativen mit vereinten Kräften dafür sorgen, dass so etwas in Zukunft nicht mehr möglich ist. Weil niemand mehr die Macht hat, alle gegeneinander auszuspielen, um daraus persönliche Vorteile (Macht, Geld) zu ziehen.

Dafür müssten die zahllosen technologischen Errungenschaften der letzten Jahrzehnte (insbesondere die digitalen Medien) aber weitaus sinnvoller einsetzt werden als es heute der Fall ist. Also nicht ganz überwiegend für Konsum und Unterhaltung (also letzten Endes dazu, Geld zu „verdienen“ und es wieder ausgeben - wovon in aller Regel nur einige wenige profitieren; auf Kosten aller anderen (und der Umwelt!) -sondern zum Aufbau eines echten Demokratiesystems.

Sisyphos3
20:33 von Palas

Meine Einschätzung ist, dass die Mehrheit den Kompromisslosen Austritt und damit - zumindest zeitweisen - wirtschaftlichen Problemen und Jobverlusten wohl nicht will.
.
dafür würde sicherlich viel sprechen
wobei wenn ich von mir ausgehe (sie gaben ja auch ihre Einschätzung ab)
ich würde auch wirtschaftliche Einbußen in Kauf nehmen,
hätte ich dadurch andere Vorteile
von daher wäre es durchaus sinnvoll jetzt nochmals zu fragen
wollen wir austreten ist es uns das Wert