Ihre Meinung zu: Atomunglück von Fukushima: Top-Manager freigesprochen

19. September 2019 - 6:39 Uhr

Achteinhalb Jahre nach der Atomkatastrophe in Fukushima sind drei frühere Topmanager des Kraftwerkbetreibers Tepco freigesprochen worden. Ihnen war Fahrlässigkeit mit Todesfolge vorgeworfen worden. Von Bernd Musch-Borowska.

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Kommentare

Ausstieg jetzt!

Im Grunde müsste man die Richter von oben bis unten abknutschen! Jahrzehntelang wurde von Seiten der Atomkraftbefürworter die Legende verbreitet, der Westen (natürlich nicht die Sowjets, die zu blöd dafür sind) könne Atomkraftwerke so sicher betreiben, dass es niemals zu einem SuperGAU kommen könnte.
Jetzt das offizielle Eingeständnis:
"Man könne kein Atomkraftwerk betreiben, wenn man jede Möglichkeit eines Tsunamis in Betracht ziehen und alle Vorkehrungen für solche Fälle treffen müsse".
Es geht eben nicht, jedenfalls nicht sicher. Die einzig logischer Konsequenz:
Ausstieg jetzt!
Ich fürchte nur Logik und Atomkraft hatten noch nie etwas miteinander zu tun.

Völlig unverständlich

Erdbeben und Tsunamis sind in Japan so sicher wie das Amen in der Kirche.
Es hätte ausgereicht, die Notstromversorgung der Kraftwerke auf einem Hügel in der Nähe zu errichten, so daß die Notkühlung der Reaktorblöcke hätte aufrecht erhalten werden können.

Falschen Schluss gezogen

Der Richter zieht aus der Aussage "Man könne kein Atomkraftwerk betreiben, wenn man jede Möglichkeit eines Tsunamis in Betracht ziehen und alle Vorkehrungen für solche Fälle treffen müsse" den Schluss, dass dann jemand nicht zu verurteilen sei.

Das ist natürlich falsch! Umgekehrt wäre es richtig, denn wenn man ein AKW (bzw. einen beliebigen Betrieb) nicht betreiben kann, wenn man nicht alle Folgen übersehen kann, dann kann man es eben nicht betreiben. Wer es dennoch betreibt müsste entsprechend verurteilt werden! Aber scheinbar sind die Tepco-Leute unantastbar.

Ausstieg aus Kernenergie

hört sich gut an, wenngleich leider auch populistisch.
Wäre Deutschland - weltweit führend in Sicherheitstechnologie für Kernkraftwerke - nicht übereilt und wahlpolitisch bedingt ausgestiegen, wäre womöglich sogar die bei uns von allen gewollte „Energiewende“ möglich. Strom muss nämlich bevor er aus der Steckdose kommt erzeugt werden. In Deutschland wird er jetzt hauptsächlich in Kohlekraftwerken erzeugt, was wiederum Höchstwerte für die CO2-Produktion zur Folge hat. Aber das gibt zum Trost die Möglichkeit, dem Bürger die CO-Steuer aufzubrummen, der es in seiner ideologischen Blindheit schon nicht merken wird.
Deutsche Sicherheitstechnik hätte den Sicherheitsstandard der weltweit ausserhalb Deutschland weiterbetriebenen Kernkraftwerke sicher deutlich verbessert, aber wir wollen schon wieder mal „die Welt retten“.

Atomenergie: Immer schon unwirtschaftlich.

@10:21 von Agitatra
Sehr gut auf den Punkt gebracht!

Die Atomenergie war schon immer hoch subventioniert. Sicherheitsüberlegungen wurden schon immer nachrangig behandelt. Sie würden ja die Wirtschaftlichkeit noch weiter beeinträchtigen.

Bei geplanten neuen AKWs wird da gar nicht groß drumherum geredet.
In GB. verlangten die Betreiber 2018 einen garantierten Abnahmepreis von 100€/Megawattstunde. Also doppelt so hoch wie der Großhandelspreis.
Und dann soll der auch noch 35 Jahre mit der Inflationsrate steigen.
Von wegen Marktwirtschaft!
Unsere Erneuerbaren sind billiger!

Das Übliche

Die Kleinen hängt man, die Großen lässt man laufen. Das Gelände, auf dem das Kernkraftwerk errichtet wurde, lag ursprünglich etwa 13 Meter höher - Tsunami-sicher sozusagen. Um nun Pumpleistung für das Kühlwasser zu sparen, wurde das Gelände vor dem Bau bis fast auf Meereshöhe nivelliert.

Ach ja, Bildunterschrift 1: "Tsunehisa Katsumata, ehemaliger Vorsitzender von Tokyo Electric Power Co., auf dem Weg Gericht..". Finde den Fehler ...

@11:02 von Centurion II: Egal wie sicher ein AKW ist

"Deutsche Sicherheitstechnik hätte den Sicherheitsstandard der weltweit ausserhalb Deutschland weiterbetriebenen Kernkraftwerke sicher deutlich verbessert, aber wir wollen schon wieder mal „die Welt retten“."

Was nützt ihnen die beste Sicherheitstechnik, wenn z.B. wie in Tschernobyl die Bediener eines AKWs diese falsch bedienen?

Und egal wie gut die Sicherheitstechnik eines AKWs ist, am Ende muss der Atommüll irgendwo gelagert werden.

Wo genau war noch mal das deutsche Endlager?
Alternativ wo auf der Welt befindet sich ein Endlager?

Da man in Fukushima inzwischen an die Kapazitätsgrenze für die Lagerung von verseuchtem Wasser kommt, soll dieses demnächst im Meer verklappt werden.

Eine ganz tolle Lösung. Besonders für die Umwelt.
Aber was soll's. Atomstrom ist sauber und billig.

Aufarbeitung der Fehler

Bekannt war vor dem Reaktorbau von Fukushima, dass spätestens alle 30 Jahre ein Tsunami von 15 m Höhe zu erwarten war. Geplant war deshalb die Kernkraftwerke auf einer Höhe von 35 m zu errichten. Warum die Erbauer 25 m abgetragen haben und die KKWs auf 10 m über Meereshöhe errichtet haben, wurde in dem Bericht nicht geklärt. Im Zusammenhang mit Fukushima haben die Genehmigungsbehörden total versagt. Dass 2 KKWs zusammen betrieben werden, würde meines Wissens in Deutschland nicht genehmigt. Außerdem sind in Deutschland 4 Notstromaggregate Pflicht, nicht 2 wie in Japan. Der größte Unfug war, die Notstromaggregate auf dem Boden zu errichten. Wie man das alles genehmigen konnte, ist mir rätselhaft. Leider hatte Fukushima für Deutschland zur Folge, dass unsere KKWs überstürzt stillgelegt werden. Jetzt fehlt diese Stromerzeugung ohne CO2-Erzeugung beim Übergang in erneuerbare Energien und Deutschland ist vom Kohlestrom abhängig. Das Zupflastern der Landschaft mit Windmühlen ist die Folge.

Dieses Teil ist ein Lobbyurteil von der Stange!

Zu diesem Teil sage ich nur:

Lobbyurteil von der Stange!! Kann man dieses Teil anfechten?? Denn ich sage dazu mal ehrlich, dass ich gestern in Sachen Atomenergie ueber neue Details im Fall Tschernobyl mitbekommen habe. Es hat eine neue Untersuchung von Wissenschaftlern gegeben und anhand deren Ermittlungen zeigt, sich dass der Unfall in Tschernobyl etwas anders abgelaufen ist als es berichtet wird:

https://tinyurl.com/y33a2874
spektrum.de: Wie ging Tschernobyl tatsächlich in die Luft? (17.11.2017)

Das Unglück von Tschernobyl gilt als bislang schlimmster Unglücksfall der Kernkraftindustrie. Nun wurden die ersten Sekunden des GAUs neu untersucht - mit bedenklichem Ergebnis.

De Geer und Co vermuten, dass es im Reaktorkern nach Erreichen des überkritischen Zustands gleich zu einer ganzen Serie von Kernexplosionen kam, die radioaktives Material und Schutt aus der zerrütteten Reaktorhülle bis in die hohe Atmosphäre jagten.

Hier mal was zu den Baumängeln im Reaktor Fukushima

Zusätzlich kann ich euch mal was zu den Baumängeln im AKW-Reaktor Fukushima zeigen:

https://tinyurl.com/y53y4pm9
de.euronews.com: Tschernobyl und Fukushima: Nichts gelernt? ( 20/04/2016)

Bauarteigenheiten der Reaktoren als Ursachen für den Super-GAU?

Für die Katastrophe in Tschernobyl wurden zunächst Techniker des Experiments verantwortlich gemacht worden, aber die Internationale Atomenergie-Organisation korrigierte diese Schlußfolgerung später. Vielmehr habe die Bauart des Reaktors RBMK-1000 mit einem grafitmoderierten Kernreaktor dazu beigetragen, dass es zu einer Überhitzung der Brennstäbe kam. Bei der sowjetischen Konstruktion des Reaktorkerns befinden sich die Brennstäbe einzeln in Druckröhren. Diese werden von Wasser, dem Kühlmittel durchströmt. Das Wasser dient bei dieser Konstruktion aber nicht als Moderator, der die zur Kernspaltung benötigten Neutronen abbremst, sondern brennbares Grafit.

Sicherheitstechnik und AKW

Was soll ein technokratisch denkender Mensch nun sagen? Die Chance, dass ein Tsunami den Rhein, die Elbe oder die Isar hochläuft ist nicht null- aber infinitesimal klein.
Aber die Elite hat beschlossen AKW Ausstieg und der durch erneuerbare Energiegewinnung "produzierte" Zappelstrom ist nun ein Problem für die Netze und die Versorgungssicherheit. Selbst J. Fischer (ehem. Aussenminister und Vorsitzender der Grünen) bemerkte sinngemäß: Atomausstieg und Kohleausstieg ist sehr ambitioniert. Im Klartext unrealistisch- aber Deutschland kann ja Strom einkaufen (Österreich macht das auch aus Temelin)....
Der Gedanke eine unabhängige Energieversorgung seitens des Staates herzustellen tritt damit in den Hintergrund und eigentlich ist damit ein Verfehlen der Staatsdoktrin besiegelt.... Gruß

Freibrief

Na das nenne ich doch mal ein positives Signal für alle Kernkraftbetreiber...
Läuft bei denen!
Bei diesem Freibrief finden sich bestimmt genügend neue Investoren, um weitere AKW´s zu betreiben. Prima, weiter so - denn die negativen Folgen, und erst recht deren Kosten, bezahlen die Opfer ja selbst. Großes Kino.
So geht Kapitalismus!

Man könnte es schon als

Man könnte es schon als fahrlässig betrachten, die Notstromversorgung niedrig und außerhalb des Reaktorgebäudes angebracht zu haben, so dass sie vom Wasser erreicht wurde und ausfiel. Auf der anderen Seite sterben beim Kohleabbau zur " Energiegewinnung " jedes Jahr mehr Menschen als bei dem Reaktorunfall um's Leben kamen. Von den vielen Toten des Tsunamis ganz zu schweigen. Insofern handelt es sich nur um einen wenn auch kostenintensiven Unfall. Kein Grund in Deutschland die KKWs vom Netz zu nehmen.

@ Hans_M (1333): hier was zu diesem Vulkan Laacher See

@ Hans_M

Hier fuer Sie was zum Nachlesen ueber diesen Supervulkan in der Eifel namens Laacher See.

https://tinyurl.com/yyu6ggwx
Morgenpost: Vukan in der Eifel: Studie belegt Aktivität (12.02.2019, 11:50)

Unter dem Laacher See in der Eifel füllt sich eine Magmakammer. Eine Studie kommt jetzt zu dem Schluss: Der Vulkan brodelt noch.

Berlin. Der Eifel-Vulkan unter dem Laacher See in der Eifel brodelt noch, wie eine Studie belegt. Das kann man auch vor Ort sehen: An einem Uferbereich des Sees steigen Gasblasen nach oben. Wissenschaftler haben die Aktivität des Vulkans jetzt auch nachgewiesen.

Erdbeben hätten gezeigt, dass es Anzeichen dafür gebe, dass Magma aus dem Erdmantel in die Erdkruste aufsteigen könnte, schreiben sie. Erneut ist es in der Eifel zu einem starken Erdbeben gekommen.

Und diese Lavakammer ist nicht sehr tief gelegen.

um 11:02 von Centurion II

"Wäre Deutschland - weltweit führend in Sicherheitstechnologie für Kernkraftwerke - nicht übereilt und wahlpolitisch bedingt ausgestiegen (...)"
.
Die Japaner haben ihrer Bevölkerung vor Fukushima auch erzählt, die japanischen Atomanlagen seien die sichersten der Welt. Die Sowjets haben es vor Tschernobyl auch ihrer Bevölkerung erzählt. Die Amis vor Harrisburg, die Briten vor Sellafield usw. usf.

@ Werner40 (13:47): kleine Erinnerun an den Beinahe-GAU Fessenhe

@ Werner40

Hier mal fuer Sie eine kleine Erinnerung von der Tagesschau zu diesem Beinahe-Gau in Fessenheim:

https://www.tagesschau.de/inland/akw-117.html

Temperatur aus dem Ruder gelaufen

Die französische Atomaufsicht schrieb wenige Tage nach dem Unfall an die Leitung des Kraftwerks einen Brief. Der Inhalt ist auch für Mertens erschreckend. "Es gibt eine Information, dass für etwa drei Minuten die Temperatur im Reaktorkern aus dem Ruder gelaufen ist. Das ist sicherlich darauf zurückzuführen, dass man keine Informationen mehr über die Regelung im Kern hatte." Die Mannschaft habe in diesem Moment den Reaktor quasi blind gefahren, sagt Mertins.

Eine dramatische Situation, so sah es damals wohl auch der Kraftwerksbetreiber. Eiligst richtete er einen Krisenstab ein. Der entschied sich für eine ungewöhnliche Maßnahme: Um den Reaktor herunterzufahren, wird Bor in den Reaktorbehälter gegeben.

um 13:33 von Haus_M

"Was soll ein technokratisch denkender Mensch nun sagen? Die Chance, dass ein Tsunami den Rhein, die Elbe oder die Isar hochläuft ist nicht null- aber infinitesimal klein." - Es ist schon interessant. Hier im Forum lese ich ständig von der Furcht vor islamistischen Terroranschlägen. Aber ein Anschlag auf ein AKW wird da scheinbar für völlig unmöglich gehalten. Da braucht es keinen Tsunami. Ein in Frankfurt gekapertes Flugzeug würde auf Biblis abstürzen, bevor die deutsche Luftabwehr bemerkt hätte, was Sache ist.

re berg222

" Leider hatte Fukushima für Deutschland zur Folge, dass unsere KKWs überstürzt stillgelegt werden."

Definieren Sie mal "überstürzt".

2011 wurden die 7 ältesten AKW stillgelegt. Von 9 weiteren
sind 2 in 2015 und 2017 abgeschaltet worden, 7 sind in Betrieb und laufen z.T. bis Ende 2022.

Das ist überstürzt?

///Am 19. September 2019 um

///Am 19. September 2019 um 14:19 von karwandler
re berg222

" Leider hatte Fukushima für Deutschland zur Folge, dass unsere KKWs überstürzt stillgelegt werden."
Definieren Sie mal "überstürzt".
2011 wurden die 7 ältesten AKW stillgelegt. Von 9 weiteren
sind 2 in 2015 und 2017 abgeschaltet worden, 7 sind in Betrieb und laufen z.T. bis Ende 2022.
Das ist überstürzt?///
.
Waren nicht ursprünglich deutlich längere Restlaufzeiten vorgesehen ? Das hätte weniger CO² Ausstoß, die Möglichkeit der früheren Abschaltung von Braunkohlekraftwerken und zusätzliche Steuereinnahmen z.B. für Umweltprojekte ermöglicht.

@ karwandler (14:19): nein es ist nicht ueberstuerzt

hi karwandler

2011 wurden die 7 ältesten AKW stillgelegt. Von 9 weiteren
sind 2 in 2015 und 2017 abgeschaltet worden, 7 sind in Betrieb und laufen z.T. bis Ende 2022.

Das ist überstürzt?

Nein das ist es nicht. Ganz besonders dann wenn man weiss, dass es an der deutsch-schweizer Grenze zwei weitere baugleiche Reaktoren vom Typ Fukushima gibt. Welche ich meine?? Diese hier:

Muehleberg
Beznau

Siehe hier:

https://tinyurl.com/yxvt2psz
blick.ch: Mühleberg wurde billiger geflickt als Fukushima (08.10.2018 10:41 Uhr)

Wie genau nehmen es Schweizer AKW-Betreiber mit der Sicherheit? In Mühleberg steht der gleiche Reaktor wie im Horror-AKW Fukushima. Beide hatten schadhafte Reaktorhüllen. Geflickt wurden sie sehr unterschiedlich.

Mit gutem Grund: Denn der Reaktor im Berner Atomkraftwerk ist praktisch identisch mit demjenigen im havarierten japanischen Atomkraftwerk.

Der Beweis, dass Atomkraft nicht sicher sein kann.

Fazit: Auch wenn sich alle richtig verhalten, kann es zu Atomkatastrophen kommen.

Ergo: Atomenergie ist hochgefährlich und keinesfalls die Zukunft. Ausstieg jetzt. Und wenn Deutschland den ersten Schritt machen muss, dann ist dem halt so. Eine Menschheit, die Fotos vom Mars macht und Menschen auf den Mond schiesst, kann auch binnen kürzester Zeit Technologien pushen, die regenerative Energien nutzen.

@ 11:02 von Centurion II

Zitat: "Wäre Deutschland - weltweit führend in Sicherheitstechnologie für Kernkraftwerke ..."

Ein Blick auf die langen, langen Listen der Störfälle in deutschen AKWs läßt Ihre gesamte Argumentation schon im Ansatz in sich zusammenfallen.

Die restlichen Punkte braucht man dann gar nicht mehr zu widerlegen, obwohl auch dies nicht sehr schwierig wäre.

Gruß, zopf.

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