Ihre Meinung zu: Trotz Einser-Abi nicht fit für die Uni

16. September 2019 - 18:50 Uhr

Die Zahl der Einser-Abiturienten wächst. Das klingt erstmal nach einer guten Nachricht. Doch es gibt Hinweise darauf, dass nur die Noten besser werden - nicht aber die Leistungen. Von Sandra Stalinski.

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Kommentare

Wir waren 169 Absolventen.

Wir waren 169 Absolventen. Davon 6 mit einer 1 vor dem Komma. Brauch ich da eine Studie, die mir belegt, dass 25% einser absolut nichts aussagen?das hat sich lediglich verschoben. Was früher ne 2 war, ist heute eine 1,2. Eine drei 1,3. Usw

Erfeuliche Entwicklung

Das ist eine erfreuliche Entwicklung.
Nicht, dass die Zahl vermeintlich äußerst kluger Einser-Abiturienten steigt, sondern dass über diese absurde Entwicklung nun tatsächlich kritisch berichtet wird.
Wie im Text erwähnt ist es nicht nur unwahrscheinlich, sondern schlicht albern zu meinen, dass sowohl die Anzahl der Abiturienten sich in den letzten rund 25 Jahren verdoppelt hat als auch gleichzeitig deren intellektuelle Leistungen extrem anwuchsen.

Natürlich ist dem nicht so, nicht einmal annähernd, wie man unschwer hört, wenn man mit den Unterrichtenden von Erstsemesterrn spricht.

Die Noteninflation, die dem - falschen - Grundgedanken folgt, alle Schüler wären gleich (statt gleich wertvoll!) wird ähnliche Auswirkungen zeigen wie jede klassische Inflation.

Positiv finde ich jedoch wirklich, wie eingangs erwähnt, dass gesellschaftliche Tabuthemen langsam wieder in den Fokus der oft so gescholtenen 'Mainstreammedien' gelangen und so den politischen Rändern das Wasser abgegraben wird.

Sowas kommt von sowas

"Trotz Einser-Abi nicht fit für die Uni" (TS) - ein Grund/Aspekt dürfte die Überlastung der LehrerInnen sein.
Guter Unterricht macht einfach wahnsinnig viel Arbeit. Besonders die Kontrolle des Lehr-/Lernerfolges, das Durcharbeiten der Hausaufgaben, ist das täglich Brot der fleißigen LehrerInnen.
Wer dazu keine Lust hat, macht seine Arbeit luschig und guckt nicht so genau hin.

Auch Klassenarbeiten kann man ordentlich korrigieren. Macht man es gewissenhaft, streicht Fehler an und bewertet die relevanten Fragestellungen/Lösungen angemessen, macht man sich unbeliebt bei den SchülerInnen (und auch beim Kollegium und den Vorgesetzten). Zudem riskiert man, wenn es "um die Wurst geht" auch noch Rechtsmittel/ Klagen der Eltern "Bei Frau/Herrn ... war ... immer total gut, aber seit er bei Ihnen in der Klasse ist, hat er nur schlechte Noten!"
Das liegt dann natürlich am/an der LehrerIn.

Also gibt man eben einfach 1en und 2en, dann wird sich niemand beschweren und man hat weniger Arbeit.

Noteninflation

Als Ausbilderin in einem Betrieb mit Azubis mit Abitur ist mir schon oft aufgefallen, dass die Zeugnisnoten nicht harmonisieren mit den Ergebnissen aus Einstellungs- und Eignungstests und noch schlimmer:
Deutschkenntnisse im Schriftlichen sind besonders Besorgnis erregend.
Unterschiedlich sind auch die Kenntnisse und Fähigkeiten von Gesamtschule und Gymnasium.
Dass jetzt auch die Universitäten dies nicht nur merken sondern auch formulieren, lässt den Rückschluss auf Noteninflation zu.

1er Abi kein Beweis für Genialität

Mein Sohn war im Gymnasium ein guter Durchschnittsschüler; kein 1er Abiturient, auch keine 1 vor dem Komma.

Bachelor-Studium 1,3; Master-Studium 1,1. Jetzt Doktorand (wissenschaftlicher Mitarbeiter). Hält Vorträge auf der gesamten Welt, welche auch in You-Tube veröffentlicht sind. Ich bin stolz auf ihn, möchte aber auch nicht angeberisch sein, weil mein Sohn auch nicht der einzige ist.

Ich möchte nur damit aus eigener persönlicher Erfahrung zum Ausdruck bringen, dass ein 1er Abi zwar ein gutes Aushängeschild ist, worauf auch die Eltern stolz sein können, es allerdings nicht unbedingt so bleiben muss. Es gibt im Leben Höhen und Tiefen.

ich hab das vor jahrzehnten schon mit schrecken

in meiner stammkneipe festgestellt. die jobbenden studenten waren schon damals nicht in der lage, den preis von 3 bier zu ermitteln. bei 10 bier schafften es die pfiffigsten

Inflation

Bei mir gibt's im Mathe-LK keine Noteninflation. Ohne Fleiß kein Preis.

Man sieht das überall...

...dass das Stück Papier, mit dem jemand seinen Studienplatz und damit irgendwann seinen Job ergattert, immer geringere Fähigkeiten ausdrückt, obwohl es formal das Gleiche ist wie vor Jahren.
Es werden z. B. massenhaft Leute Journalist/in, die einen Mißtrauensantrag, eine Vertrauensfrage und ein Mißtrauensvotum nicht voneinander unterscheiden können. Da kommt es dann vor, dass ein Regierungschef "ein Mißtrauensvotum übersteht". Auaaaaa!

Was ich nicht ganz

Was ich nicht ganz verstehe:
Ausgerechnet in den Bundesländern, von denen es heißt, dass die Anforderungen besonders gering seien, ist auch der Anteil der Einser-Abiturienten gering. Eigentlich würde ich davon ausgehen, dass gerade dort, wo die Anforderungen besonders hoch sind, die Einser weniger oft vergeben werden. Kann es sein, dass dort bei der Zulassung zum Abitur stärker gesiebt wird?

@ Karl Napf

ich hab das vor jahrzehnten schon mit schrecken in meiner stammkneipe festgestellt. die jobbenden studenten waren schon damals nicht in der lage, den preis von 3 bier zu ermitteln. bei 10 bier schafften es die pfiffigsten

Wollen Sie uns weismachen, Sie hätten dann noch nachrechnen können?

"Wir sehen es mit Sorge, dass

"Wir sehen es mit Sorge, dass die Abiturnoten besser werden", sagte DHV-Sprecher Matthias Jaroch der "Rheinischen Post". "Qualität muss Vorrang vor Quantität haben." Schon heute fehlten den Studienanfängern häufig wichtige Grundkenntnisse, etwa in Mathematik.
#
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Vor wenigen Wochen beschwerten sich die geplagten Abiturienten noch, das die Matheprüfung zu schwer war. Bei einer Online-Petitionen waren sich in kurzer Zeit drei mal mehr Schüler einig, als Abiturienten daran teilgenommen hatten.

Wenn ich mich mit

Wenn ich mich mit Abiturienten unterhalte und nur auf das Allgemeinwissen komme , dann stelle ich fest , dass die meisten von den Abiturienten weder eine Allgemeinbildung haben , noch etwas über Geschichte von Deutschland wissen. Wenn man dann noch das Deutsch begutachten kann , was man als normaler Mensch in der Schule gelernt hat , dann bilde ich mir ein , dass die Rechtschreibung bei diesen Abiturienten auch nicht gerade Fehlerfrei ist , um es gelinde mal auszudrücken. Geografie scheint auch nicht bei diesen Schülern beliebt zu sein.Von Goethe, Schiller , Lessing
ganz zu schweigen. Die meisten von diesen Abiturienten müssen erst einmal im Studium Nachhilfe bekommen und sehr viele müssen das Studium abbrechen , weil sie den geistigen Anforderungen nicht gewachsen sind.Ich hatte in meiner Tätigkeit im maritimen Bereich viele dieser ehem. Abiturienten kennengelernt und von Jahrgang zu Jahrgang konnte man ein geistiges Leistungsdefizit feststellen , wenn die sich beworben haben.

Was ich noch in der Volksschule

in den 50zigern gelernt habe, war bei meinen Töchtern noch nicht mal Realschule. Der Lernstoff hat erheblich nachgelassen, es sollten ja auch die Leistung schwachen Schüler/in immer mit kommen denn " Sitzenbleiben " gab es nicht.

Es ist einfach nur ärgerlich,

Es ist einfach nur ärgerlich, dass die Bundesländer höchst unterschiedliche Maßstäbe an das Abitur anlegen. Deshalb kann es auch nicht verwundern, dass viele Abiturienten schlecht vorbereitet auf ein Studium sind und - trotz TOP-Abitur - oft kläglich scheitern. Oberstufenschüler, die in Baden-Württemberg, Bayern oder Sachsen versetzungsgefährdet sind, gehören plötzlich in NRW u.a. zu den Klassenbesten. Die Inflation der 1-er Abiture schadet dem deutschen Bildungssystem und schafft Ungerechtigkeiten. Hier herrscht dringender Handlungsbedarf.

Rechtschreibung

Man braucht nur jeden Tag hier auf tagesschau.de die Beiträge der Redakteure zu lesen, dann stellen sich einem die Nackenhaare hoch, Es wimmelt von Flüchtigkeitsfehlern, falsch zusammengefügten Textblöcken und "das" und "dass" scheint auch für einige ein Buch mit sieben Siegeln zu sein. Ich gehe davon aus, dass die meisten Redakteure hier Akademiker sind. Alles mit Zeitdruck zu entschuldigen, wäre etwas dürftig... ;-)

ArtikelZwei ..... man kann

ArtikelZwei
..... man kann dann solche Leute bewundern , wenn diese Journalisten bei der BPK zu bestimmten Fragen ziemlich überfordert wirken. Selbst der Seibert ist überfordert und sondert dann nur noch Floskeln ab. Sie haben mit Ihrem Kommentar vollkommen ins Schwarze getroffen , deshalb habe ja die BPK hierfür als Beispiel genommen.
Ein Einser - Abitur sagt heute nichts über die Intelligenz des Inhabers aus. Ich habe 1983 mein Abitur gemacht und dies mit einer glatten Zwei. Damals gab es noch keine Rechner und gewisse Hilfsmittel , da musste noch richtig gebüffelt werden und ein Rechenstab war bei meinem Mathelehrer verpönt. Heute haben es doch die Schüler viel einfacher , weil die gewissen Hilfsmittel doch ständig zur Verfügung stehen. Die Unis werden überflutet mit " Einser -Abiturienten " und dort trennt sich dann die Spreu vom Weizen und das ist auch gut so , denn diese Leute sollen doch mal die Geschicke dieses Landes wirtschaftlich , finanziell und politisch führen.

@ Trampelchen

Wenn ich mich mit Abiturienten unterhalte und nur auf das Allgemeinwissen komme , dann stelle ich fest , dass die meisten von den Abiturienten weder eine Allgemeinbildung haben , noch etwas über Geschichte von Deutschland wissen.

Leider war ich gelegentlich mit Ihrem Wissen zur deutschen Geschichte auch schon unzufrieden.

@ Karl Napf (19:23)

"bei 10 bier schafften es die pfiffigsten (jobbenden Studenten, den Preis zu ermitteln)"

Die 10 Bier Rechnung hätte ich nicht mehr nachprüfen können. Sie scheinen eniges zu vertragen. Bei nur drei Bier am Abend, kann ich die StudentInnen verstehen, dass sie sich ein höheres Trinkgeld gegönnt haben. Außerdem, ist die Preisermittlung durch Differenzbildung (10-7=3) ohne Rechner und in der Düsternis der Kneipe und bei dem Stress de Hormone unglaulich kompliziert (Kenne das von der Gästeseite her).
Eine längere und differenzierte Untersuchungs- und Durststrecke hätte möglicherweise auswertungsrelevantere Daten ergeben. Ich nehme erstmal Ihre persönlichen Erfahrunswerte als einen hilfreichen Hinweis für die weitere Erforschung unserer hellsten Köpfe in abgedunkelter Umgebung.

Vielleicht sollte man die

Vielleicht sollte man die Frage, welche Voraussetzungen sollte man für ein Hochschulstudium mitbringen, nicht ausschließlich an einer Abiturnote festmachen. Ein Ingenieur brauch andere Fähigkeiten asl ein Arzt. Speizielle Aufnahmeprüfungen sollte Pflicht sein.

Gerade bei Medizinstudenten fragt man sich, wie wollen die später mit dem Krankenhausalltag klarkommen? Zum praktischen Unterricht erscheint ein Drittel gar nicht, der Rest kommt im 5-Min.-Takt (zu spät) angeschlurft. Die Begrüßungsformel lautet dann regelmäßig: "Ich bin hier Student."
Wenn man einen gnädigen Tag hat, sagt man dann: "Ja, auch Guten Tag. Bei welchem Arzt soll der Unterricht denn sein?" Antwort: "Weiß ich doch nicht." Frage: "EMG oder Ultraschall?" Dann wird in der Tasche gekramt, ein zerknüllter Zettel glattgestrichen, danach erfährt man die eigentliche Frage. Hat man diese beantwortet, ist man wieder Luft und kann den Schlurfer von hinten bestaunen.
"Gern geschehen."

Bologna laesst gruessen

Die Erhoehung der Abiturientenzahlen wird durch geringere Leistung garantiert ... die Zahl der Hochschulabsolventen ( nicht zu verwechseln mit Universitaetsabsolventen) steigt durch Umbenennung nicht universitaerer Einrichtungen in Hochschulden mit z.B. Sozial- und anderen Duennbrettfaechern... Event management.. .. Aber dem Handwerk fehlen gute Nachwuchskraefte ....

Trotz Einser-Abi nicht fit für die Uni....

Der Vorwurf, der dahinter steckt: Durch leichtere Prüfungen oder ein Senken der Anforderungen können Abiturnoten künstlich nach oben justiert werden, ohne dass sich die Leistungen der Schüler verbessern. 
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Was die Qualität dieses Abiturs danach an der Uni wert ist wird sich spätestens beim Examen zeigen.

Unter anderem wegen diesem Selbstbetrug

... war ich schon immer für Bildung ohne Noten im Zeugnis.
Nichts wirkt reaktionärer auf Menschen als Selektion und Bewertung von erbrachter Leistung. Generell sollten wir endlich die Leistungsgesellschaft überwinden:
- das unsägliche NC beseitigen,
- Hierarchien im Leben beseitigen (auch ganz schlechte/schwache Schüler/Studenten sollen gleiche Chancen erhalten, z.B. Chirurg werden zu können),
- uneigennützig und selbstlos lehren, lernen und arbeiten,
- Ehrenämter stärken,
- bezahltes Arbeiten schwächen,
- Altruisten zum Vorbild nehmen.

Noteninflation

Die Dinge sind komplexer. Man müsste genau sehen, mit welchen Fächerkombinationen welche Durchschnittsnoten erzielt werden. Einer unserer Söhne hatte Leistungskurse Mathematik, Physik, Chemie. Da wurde nichts geschenkt. Was sich dann auch im Studium zeigte. Einer unserer Söhne ist jetzt Gymnasiallehrer. Sein Eindruck: Das Niveau auf der Gesamtschule unterscheidet sich von dem des Gymnasiums. Er hat an beiden chulformen unterrichtet. Also wäre zu fragen: Welche Durchschnittsnoten in welchen Fächerkombinationen in welchen Schulformen. Dann könnte man nach Bundesländern fragen. So sagt die Statistik nicht sehr viel aus.

Die Inflation der 1er- Abis

zeigt doch nur, dass die Anforderungen weit genug gesenkt wurden. Dafür sind die Abiturienten immer weniger ausbildungsfähig und kaum studierfähig, weil massiv Kernkompetenzen fehlen. Die Wahrheit liegt auch hier auf dem Platz! Das zeigen die Aussagen von Meidinger, den Hochschulprofessoren und der Ausbilder in Handel und Industrie.

Nicht mehr zu leugnen, gell

"Durch leichtere Prüfungen oder ein Senken der Anforderungen können Abiturnoten künstlich nach oben justiert werden, ohne dass sich die Leistungen der Schüler verbessern. "

Das ist das eine. Das andere ist, ob sich auch die Noten an der Uni in gleicher Weise verbessern. Würde mich nicht wundern.

Ich frage mich außerdem, ob die exorbitanten Zahlen von Schülern mit Migrationshintergrund eine Rolle für das staatliche Begehren haben. Es macht sich eben besser, wenn auch diese mit nicht zu schlechten Noten durchgeschleust werden.

Vielleicht sollte man

Vielleicht sollte man erwähnen daß normalerweise freitags Unterricht stattfindet. Also zu meiner Zeit war es gut im Unterricht gewesen zu sein.
Jedenfalls konnte man in den Arbeiten auch auf das Wissen zurückgreifen „was man freitags zu sich genommen hatte.“
Da stöhnen Schüler über nur 12 Jahre (wir konnten es gerade so in 13 Jahren schaffen - oder auch manche nicht) und dann sparen die sich noch 20% der Schulstunden.....
Wofür werde ich hier nicht diskutieren.
Im Job ist jeder auf sich selber gestellt. In der Abiturprüfung übrigens auch....

Chancengleichheit

Ich muss den Artikel korrigieren. Nicht Niedersachsen sondern Schleswig Holstein hat die dümmsten Abiturienten. Mein Abitur habe ich 1978 gemacht, da haben gerade mal eine Handvoll von insgesamt 120 Absolventen einen Notenschnitt von 1,xx vorzuweisen gehabt.
Nur einer hat auf Lehramt studiert, die anderen waren im Studium und anschließend im Beruf trotz eines miserablen Notendurchschnitts erfolgreich.
Wenn in Thüringen knapp die Hälfte aller Schüler die Hochschulreife mit einem Notendurchschnitt von 1,xx absolviert, brauchen wir uns um die wissenschaftliche Zukunft in Deutschland keine Sorgen mehr machen.
Dennoch gibt es mittlerweile keinen Bereich mehr, in dem Deutschland im internationalen Vergleich noch eine Rolle spielt. Das liegt nicht nur an der Überregulation sondern auch an der Bildung unserer Abiturienten. Mein Vorschlag: Alle machen Abitur und erhalten eine sehr gute Beurteilung, im Sinne der Chancengleichheit. Die Spreu vom Weizen trennt man im realen Leben.

Die meisten Lehrer machen

Die meisten Lehrer machen sich doch selber was vor.
Jeden Schüler muss man mitnehmen , sonst ist man für diesen Lehrerberuf nicht geeignet. Sitzenbleiben gibt es nicht , Kopfnoten gibt es nicht, auch die Schüler , welche eigentlich nicht die geistige Reife für die Erfordernisse eines Abiturs haben , aber sie müssem mitgezogen werden. Meine Söhne haben selber ihr Abitur gemacht und da konnte ich schon den Unterschied feststellen. Der ältere hat 1989 sein Abitur gemacht und der Jüngere 1997. Da konnte man schon einen gewissen Unterschied feststellen.
Die Leistungsanforderungen an die Schüler sind heute auch durch das unmoderne Schulsystem zu überdenken. 16 verschiedene Schulsysteme sind in der heutigen Zeit einfach unmodern und nicht zielführend für die Zukunft unseres Landes. Hier sollte mal mit einem harten Besen gekehrt werden , wenn wir international nicht in die hintere Reihe geraten wollen. Was ist aus dem Land der Dichter und Denker nur geworden?

@19:52 von Rotlicht

"Es wimmelt von Flüchtigkeitsfehlern..." Ja, stimmt schon, aber Grammatikfehler finde ich schlimmer. Die gibt es hier zwar auch aber nicht so häufig. Was die Tippfehler betrifft, bin ich deutlich gnädiger geworden, seit ich festgestellt habe, was ich mir selber diesbezüglich immer wieder leiste. Früher haben Sekretärinnen (Diktate vom Band) getippt. Die haben die nötige Schnelligkeit und Sicherheit gelernt. Heute muss fast jeder in seinem Job vieles selber tippen. Im Krankenhaus z.B. gibt es Arztbriefe und Befunde, in denen man vor lauter Fehlern den eigentlichen Sinn nur noch Mühe versteht. Um die Rechtschreibkorrektur zu beachten, fehlt den Äzten tatsächlich oft die Zeit.

@Dr.Hans 20:11

Unglaublich wie Sie hier wieder eine Migrationsdebatte entfachen. Soll ich Ihnen mal was erklären? Meine Kinder haben alle inzwischen ihr Abitur bestanden mit 1.4, 1,6 und 1,8. Wissen Sie wer mit Abstand die besten Abiturnoten im Jahrgang hatte? Die Schüler mit Migrationshintergrund zu denen auch meine Kinder gehören. Wenn Sie also demnächst nochmal so eine blödsinnige Debatte entfachen wollen informieren Sie sich bitte darüber was Sie von sich geben!

@Superschlau

Also wenn von 169 Absolventen nur 6 eine 1 vor dem Komma hatten dann waren sie entweder ein ziemlich unterentwickelter Jahrgang oder Sie binden uns hier einen Bären auf, diese Story glaube ich nie und nimmer.

1,9 ist kein Einser-Abi

Im Artikel wird eine „Eins vor dem Komma“ mit einem Einser-Abi gleichgesetzt. Die Schulnote Eins geht aber nur bis max. 1,5, ab 1,51 ist es eine Zwei plus.
In Bayern liegt der ABI-Schnitt insgesamt bei ca. 2,3 - da macht es durchaus Sinn, dass ungefähr 30% der Absolventen im Bereich bis 1,99 liegen. Man kann das auch für unterschiedliche Verteilungsfunktionen ausrechnen, aber dazu müsste man die Daten besser kennen. Auf jeden Fall wäre ein Gesamt-Schnitt von 2,3 schwer zu erreichen, wenn 30% der Absolventen besser als 1,5 sind.
Es sollte also vom Autor klargestellt werden, ob es hier wirklich um die Eins vor dem Komma oder um die Schulnote 1 ging.

Anpassung der Rahmenbedingungen

Man will sich mit vielen Studierenden schmücken, macht sich gut im Wahlkampf.
Da die Schüler nicht von heute auf morgen plötzlich intelligenter werden, macht man das über die "Anpassung der Rahmenbedingungen", wie man es in meiner Heimat Brandenburg genannt hat, also Herabsetzen der Anforderungen.
Gymnasien konkurrieren auch teilweise mit einem leichteren Abitur miteinander, wenn sie in bevölkerungsarmen Gegenden zusehen müssen, dass sie die Klassen voll kriegen, um der Schließung zu entgehen.
Ich wäre für ein deutschlandweites Zentralabitur auf hohem Niveau in den Fächern Deutsch, Mathe, weitere Naturwissenschaft, Fremdsprache.
Bundesländer, die sich bisher dagegen wehren, sollten lieber nach Mitteln und Wegen suchen, ihre hohen Standards auf das Zentralabitur zu übertragen und festzuschreiben.

@Peter Goge 19:56 @

@Peter Goge 19:56
@ Trampelchen
Wenn...,
Ich möchte Ihnen versichern, ich habe 1974 Abi gemacht, daß es bei uns in Geschichte nichts ab dem 1. Weltkrieg gab.
Keinen 2.WK und keinen Hintergrund.
Und es ist nicht so, als daß ich das alles verschlafen hätte - es wurde schlicht nicht angesprochen.
Also früher war nicht alles einfach nur besser....

Bitte Michael Winterhoff lesen

"Deutschland verdammt - Wie das Bildungssystem die Zukunft unserer Kinder verbaut" absolut lesenswert und beleuchtet genau das was jetzt zum Vorschein kommt. Beispielsweise Herabsenkung von Anforderungen.....etc.

Trotz Einser-Abi nicht fit für die Uni

"Die Zahl der Einser-Abiturienten wächst. Das klingt erstmal nach einer guten Nachricht. Doch es gibt Hinweise darauf, dass nur die Noten besser werden - nicht aber die Leistungen. Die Quantität steigt, aber die nicht die Qualität?"
Schuld ist doch das föderale Bildungssystem in der Bundesrepublik. Man kann sich kaum auf einheitliche Bildungsstandards einigen und die Lehrpläne, Schulbücher und Medien sind auch sehr unterschiedlich. Zu bedauern sind bei diesen Bedingungen nur die Schüler, die ein Bundesland wechseln müssen, weil ihre Eltern flexibel bei den Arbeitsplätzen sein müssen. Denen geht oft ein ganzes Schuljahr verloren.

Peter Goge , ... bei welcher

Peter Goge
,
... bei welcher Gelegenheit konnten Sie mein Wissen zur deutschen Geschichte schon feststellen ?
Wenn Sie solche Aussagen tätigen , dann sollten Sie auch mal hier mit Fakten kommen und nicht nur mit Aussagen , welche weder Fisch noch Fleisch sind.
Sie werden mich mit Sicherheit nicht in irgend eine Ecke verfrachten können.
Was denken Sie , wie oft ich bei Ihren Kommentaren den Kopf geschüttelt habe , über Ihr Nichtwissen bei bestimmten Themen. Dazu äussere ich mich aber nicht, weil Sie damit klar kommen müssen. Den Oberlehrer werden Sie doch wohl nicht spielen wollen ,oder ?
Was aber die Geschichte Deutschlands anbelangt , da kenne ich mich ganz gut aus , denn ich liebe mein Land und da weiß ich auch über die Geschichte meines Vaterlandes Bescheid. Stört Sie so etwas vielleicht ?

Es fehlt das nötige Rüstzeug

"Die Schulen geben das notwendige Rüstzeug für die Hochschulen nicht mit", findet er. "Es fehlt etwa an Textverständnis und mathematischen Grundkenntnissen."
#
Da liegt der Hase im Pfeffer.Somit besagt das 1ser Abi überhaupt nichts über das Erlernte .

@20:01 von Der freundliche...

"Was die Qualität dieses Abiturs danach an der Uni wert ist wird sich spätestens beim Examen zeigen."

Bis dahin hat der Student aber unnötig einen Platz besetzt und u.U. wichtige Ausbildungszeit (+Rentenpunkte) vergeudet. Aber immerhin kann er/sie später sagen: "Ich habe studiert."

@ WM-Kasparov-Fan ( 20:03)

"auch ganz schlechte /schwache Schüler/Studenten sollen gleiche Chancen erhalten, z. B. Chirurg werden zu können"

Sie stellen sich diesen ganz schlechten Schülern/Studenten für ihre praktischen Übungen im O.P. (lebend) zur Verfügung. Viele Jahre später (eigentlich hoffe ich: nie, lieber nie) probiere ich die dann aus. Schwachen soll man helfen, wenn es nicht anders geht.
Ganz schlaue Philosopen (Mediziner sind in der Regel zu sehr auf das hier und jetzt limitiert), haben uns eh schon vorausgesagt, dass Ihr Wunsch am Schluß(e) der Geschichte mit viel Ehrenamt und Altruismus, auf uns alle wartet. Hoffen wir, dass den Einser Chirurgen es gelingt, bis dahin soviele von uns schwachen oder verletzten Menschen in dieses Stadium zu retten, falls nötig.

Generation mehr Schein als Sein!

Wenn Eltern bei einer Note 3 schon zum Lehrer rennen und mit rechtlichen Schritten drohen wenn die Note nicht korrigiert wird, der Nachwuchs für jeden Mist in alle Höhen gelobt wird bis ein unerträglicher Klugscheisser herauskommt und er sich letztlich noch einbildet über den Erwachsenen zu stehen, dann kommt genau das dabei heraus.

@Mathias Beyer 20.20

kommt auf den Jahrgang an! Ich war 1982 in B-W bei 4 Klassen mit 1,9 der beste männliche Absolvent nach einem Mädchen mit 1,4. Damals war das herausragend- heute ein massenhaftes Ergebnis. Die Abiturienten sind ja mitnichten schlauer geworden. Heut kam im Fernsehen ein Bildbericht zum Thema- da sagte einer ganz lässig, dass er vielleicht einen Monat vor der Prüfung drauf lernen wollte- das hätte 1982 Keinem gereicht. Und obwohl ich nie viel lernen musste- bei nur einem Monat Zeit hätte ich Panik bekommen

dies Symptom bringt es auf den Punkt

zu Ihrer Feststellung "Um die Rechtschreibkorrektur zu beachten, fehlt den Ärzten tatsächlich oft die Zeit".

dies Symptom bringt es auf den Punkt: ob bei Rechtschreibung oder bei anderen Disziplinen:

wer ausreichend qualifiziert ist braucht nicht mehr Zeit - was man gründlich gelernt hat,, kann man dann einfach ohne besonderen Zeitaufwand.

Die Gesellschaft insgesamt verliert an Qualifikation und damit an Wert!

Re: 19:54 von Trampelchen

>>Damals gab es noch keine Rechner und gewisse Hilfsmittel , da musste noch richtig gebüffelt werden und ein Rechenstab war bei meinem Mathelehrer verpönt. Heute haben es doch die Schüler viel einfacher , weil die gewissen Hilfsmittel doch ständig zur Verfügung stehen.

Das stimmt so nicht, weil die Aufgaben den zulässigen Hilfsmitteln entsprechend im Schwierigkeitsgrad angepasst werden. Ein Mathe-Abi ohne Taschenrechner hätte mit den Anforderungen des Computerzeitalters nicht viel zu tun - heute ist problemlösendes Denken mehr gefragt als Wurzelziehen mit Bleistift und Papier.

Noten besagen nur bedingt etwas

Wenn ich mich Jugendlichen unterhalte, wird mir teilweise schwindelig, wenn ich diese Grammatik höre. Fehlerhaft, durchsetzt mit Worten wie "Geil, Alder, fuck, gechillt, usw.) Und das sind nicht nicht Menschen mit Migrationshintergrund, sondern deutschstämmige Jugendliche. Wie diese Abiturienten dann ein Studium bestehen, das ist mir schleierhaft. Neben den übliche Schulfächern würde ich mir endlich Fächer wünschen wie z.B. " Umgang mit Geld", "Respektvolles Verhalten in der Gesellschaft", "Achtsamer Umgang mit der Umwelt und mit Tieren". Aber solch Themen werden entweder belächelt oder als bestehend vorausgesetzt, was beileibe nicht der Fall ist, wenn man sich unsere Gesellschaft ansieht. In meinem Studium habe ich nicht gelernt, wie man respektvoll mit Patienten umgeht, da war der Umgang mit der Pharmazie doch viel wichtiger. So ein Irrsinn, mein Fatherland slim wird mir als Allkommentator sicher Recht geben:-)

19:57 von Ist Wahr

<< @ Karl Napf (19:23)

"bei 10 bier schafften es die pfiffigsten (jobbenden Studenten, den Preis zu ermitteln)"

Die 10 Bier Rechnung hätte ich nicht mehr nachprüfen können. <<

Das kann man aber schon im Kindergarten, und im Vollsuff sollte es auch noch gelingen:
einfach eine Null ranhängen.

Offenbar sind viele, die aus dem Studium raus sind, auch nicht mehr so in der Lage, die Fähigkeiten anderer zu überprüfen. ;-)

@20:22 von th711

"Und es ist nicht so, als daß ich das alles verschlafen hätte - es wurde schlicht nicht angesprochen."

Da haben Sie mir viel voraus. Ich weiß nicht, was wir bzw. die Anderen im Geschichtsunterricht gelernt haben. Ich hatte Donald Duck und Asterix gelesen. Eine 1 vorm Komma hatte ich dafür nicht bekommen. DAS weiß ich ganz sicher noch.

"Also früher war nicht alles einfach nur besser..."

Wer auf unserem Gymnasium zu schlechte Noten hatte, brauchte reiche Eltern. Deren Kinder gingen dann nicht ('zurück') auf die Realschule, sondern machten ihr Abitur in irgendeinem teuren Internat.

Ist das Abitur immer notwendig?

Die Eltern wollen meistens das Beste für ihre Kinder. Also lassen sie von ihrem Kind möglichst das Abitur machen, weil sie die Chance auf einen guten Beruf verbessern wollen.
Schuld haben auch viele Arbeitgeber, die das Abitur für einen normalen Beruf in der Wirtschaft verlangen oder solche Bewerber bevorzugen.
Und Schuld haben auch die Schüler selbst, wenn sie das Abitur machen, aber gar kein Studium in ihren Leben machen wollen.

Superschüler

Ich erinnere mich an einen Vergleich, der schon einige Jahre alt ist: damals machten in Bayern 15 % eines Jahrgangs das Abitur, in Nordrhein-Westfalen 40 % des selben Jahrgangs. Die Abiturienten in Nordrhein-Westfalen schnitten dabei noch mehr als eine Note besser ab, als die Abiturienten in Bayern.
Die Schüler in Nordrhein-Westfalen sind eben viel intelligenter als die in Bayern ;-)

Den Seinen gibts der 'Herr im Schlaf?

Mitnichten! Wenn Schüler lässig meinen, ein Monat lernen reiche zur Vorbereitung und nonchalant über Monate hinweg freitags schwänzen, weil sich lernen ja eh nicht mehr lohnt, dann kommt vielleicht noch ein halb geschenktes Abi raus. Ich war Gasthörer an der Uni Tübingen- was ich da an Schwierigkeiten, einfache Aussagen zu formulieren, erleben musste hat das Prädikat "gruselig" und "erbarmungswürdig" verdient. Und das z.T. von angehenden LehrerInnen! Da kann Einem um die nächste Generation bange werden.

Alle, die schon durch die

Alle, die schon durch die Bildungsmaschinerie durch sind, jammern das gleiche Lied - "früher war alles besser". Und viele dieser Oberschlauen bilden sich was ein auf ihr (Allgemein-) Wissen. Dabei sollte jeder Studierte wissen: daß er von all dem Wissen da draußen nur ein Staubkörnchen aufgenommen hat.
.
Wie schön daß alle Oberschlauen Älteren nun einen guten Grund haben, auf die dummen Jüngeren herunter zu schauen. (Wer kann noch Farbcodes auf Widerständen lesen ? Wer macht sowas heute noch? Wer .. [ergänze weitere lustige Beispiele] ). Gebt's doch zu: unser Wissen verfällt und die Jüngeren stehen vor völlig anderen Herausforderungen. Und unser "altes" Wissen ist heute meist nur noch die Hälfte wert.

20:38 von kurtimwald

"Die Gesellschaft insgesamt verliert an Qualifikation und damit an Wert!"

Den Satz höre ich seit 50 Jahren. Er ist sehr beliebt - und nie nachgeprüft.

@Trampelchen, 20.26 Uhr

Die Kenntnis geschichtlicher Fakten ist noch kein sicheres Indiz dafür, dass auch die Lehren aus der Geschichte gezogen werden. Und diese besagen, dass Rechtsstaatlichkeit und Demokratie zum Wesen unseres Staates gehören und jede Form von Gewalt, Hass und Hetze abzulehnen ist. Ich habe meine Zweifel, ob diese Erkenntnis von allen Foristen gelebt wird.

Realität auch mal sehen

Man muss heute schon mal die Realität auch sehen. Die Politik wollte und will mehr junge Leute mit Abitur. Nur glaube ich nicht das es in Berlin und NRW wo eine hohe Dichte an Abiturabsolventen vorhanden ist, das Niveau mit anderen Bundesländer vergleichbar ist. Sachsen und andere Bundesländer zeigen da andere Vorgaben und Ergebnisse auf. Und bei der sterilen Bildungspolitik können heute junge Leute nicht mehr mal von Hand Sätze schreiben, da alles nur noch per PC gemacht wird. Von Mathe mal abgesehen wo heute Petitionen gestartet werden wenn es den Jungen zu schwer wird.
Junge Leute aus China zum Beispiel wollen was lernen. Das sollte unseren Jungen schon auch klar sein. Ohne Fleiß kein Preis wie man so schön sagt.
Und es wird meiner Meinung nach langfristig nicht jeder mit Abschluss auch eine Stelle bekommen in Deutschland.

Meine Beobachtung ist, dass

Meine Beobachtung ist, dass durch die immer genormteren Prüfungen und Lehrinhalte das Auswendiglernen das Denken zu immer großeren Teilen ersetzt (es ist, aus Lernersicht, auch sehr zielführend).

Leider ist dem schwer beizukommen, aber ich freue mich immer, wenn Studierende oder Schüler mir zeigen, dass sie denken können (und das kommt auch vor - sogar gar nicht mal so selten!).

@WM-Kasparov-Fan 20:03 „Unter

@WM-Kasparov-Fan 20:03
„Unter anderem wegen diesem Selbstbetrug
... war ich schon immer für Bildung ohne Noten im Zeugnis.
Nichts wirkt reaktionärer auf Menschen als Selektion und Bewertung von erbrachter Leistung. Generell sollten wir endlich die Leistungsgesellschaft überwinden:
- das unsägliche NC beseitigen,
- Hierarchien im Leben beseitigen (auch ganz schlechte/schwache Schüler/Studenten sollen gleiche Chancen ....“
Und ich fordere genau das Gegenteil!!
Ohne Noten drücken sich die schwachen gerade so durch. Was dann in den Hochschulen und Kliniken passiert können Sie hier wunderbar nachlesen.
Es sind die ständigen Forderungen nach schwachen Erziehungsmaßnahmen die uns, und damit meine ich die Schüler, schwach machen, schwach im Vergleich zu Schülern aus anderen Ländern.
Früher war hier ein Ingenieur einmal ein gebildeter Mensch und auch in seinem Fach Spitze.
Das können Sie heutezutage glatt vergessen.

@deutlich

Also ich kann mir das nicht so richtig vorstellen, lasse mich aber auch gern eines Besseren belehren. Ich habe mein Abi zwar knapp über ein Jahrzehnt später gemacht aber wir hatten von knapp 50 Schülern immerhin 7 oder 8 mit ner 1,irgendwas, sogar eine 1,0. Ich finde aber auch so richtig keine Statistiken über die Jahre vor 1990. Also falls das stimmt was der Forist Superschlau gepostet hat dann entschuldige ich mich natürlich für meine Ungläubigkeit, es kommt mir halt nur so extrem wenig vor.

Kein Wunder.

Ich musste 1976 in allen 15 Fächern Abitur machen. Dazu durften wir lediglich einen Rechenschieber verwenden und keinen Taschenrechner. Wir hatten auch keine Handys mit Korrekturfunktion, sondern mussten Buchstabe für Buchstabe schreiben, wenn wir jemandem eine Nachricht zukommen lassen wollten. Von Respekt gegenüber den Lehrern und damit verbundener Disziplin gar nicht zu sprechen. Ich bin bestimmt kein ewig Gestriger, für den früher alles besser war, aber wenn Firmen Abiturienten in Mathe und Deutsch nachschulen müssen, läßt das bezüglich den Zuständen auf allen Schulformen in Deutschland tief blicken. Und ich denke nicht, dass Schüler grundsätzlich weniger Intelligenz als wir damals mitbringen.

@20:43 von Sausevind 19:57 von Ist Wahr << @ Karl Napf (19:23)

"Offenbar sind viele, die aus dem Studium raus sind, auch nicht mehr so in der Lage, die Fähigkeiten anderer zu überprüfen. ;-)"

Da fällt mir ein, dass ich nach einer Feier mal gesagt hatte, dass ich in angetrunkenem Zustand besser Klavier spielen könne als in nüchternem Zustand. Mein Chef meinte daraufhin: "Vielleicht glauben Sie das auch nur, weil Sie sich nicht mehr so selbstkritisch beurteilen." Das erscheint mir plausibel.

//"bei 10 bier schafften es die pfiffigsten (jobbenden Studenten, den Preis zu ermitteln)"
Die 10 Bier Rechnung hätte ich nicht mehr nachprüfen können. <

@ Sausevind (20:43)

"... : einfach eine Null ranhängen."

? Sie meinen an den Preis von drei? Da würde ich Sie aber zurückschicken (Kindergarten o.k.?) Oder meinten Sie eine andere Kategorie von Nullen? Die Römer sollen angeblich ohne, weder die noch sonstige N'n, ausgekommen sein. Wir sollten besser einen Rückblick wagen - könnte helfen, schaden nicht. Geschichte sollte Abiturprüfungspflichtfach werden, auch Literatur.

Die wohl besten Kommentare hier...

...und heute sind zweifelsfrei die, die zwar (durchaus nicht ganz unbegründet) die mangelnden Fähigkeiten der Jugend zur "korrekten" Verwendung der Deutschen Sprache kritisieren, dabei aber zwischen sechs und 60 Grammatik-, Rechtschreib- und Stil-Fehler enthalten, die selbst mir auffallen. Dabei bin ich gar kein Deutsch-Lehrer und selbst erst recht nicht fehlerfrei.

Taschenrechner im Mathe-Abi?

"Ein Mathe-Abi ohne Taschenrechner hätte mit den Anforderungen des Computerzeitalters nicht viel zu tun"
Den haben weder ich (Abi 1984) noch mein Sohn (Abi 2014) im Mathe-LK gebraucht - ich kann mir auch nicht vorstellen, wofür man den heute in Mathe brauchen sollte.
Sek-II-Mathe hat mit Rechnen nicht mehr viel zu tun.

@19:52 von Rotlicht

Nachtrag: zu "Es wimmelt von Flüchtigkeitsfehlern..."

Wie schon gesagt, wenn ich sehe, was ich mir hier selber leiste...Beispiel:
"Ein Ingenieur brauch andere Fähigkeiten asl ein Arzt. Speizielle Aufnahmeprüfungen sollte Pflicht sein..."

4 Fehler = ungenügend (In dem Satz davor war auch noch die Satzstellung verquer.)

Studie überflüssig

Hallo,

ich habe mich gerade angemeldet, weil mir dieses Thema sehr am Herzen liegt. Ich bin (MINT) Dozent an einer technischen Universität in Deutschland gewesen und wir haben beobachtet, dass seit dem Jahr 2000 die Studienleistungen unserer Studenten stetig abgefallen sind.

So werden nun im Grundstudium Curricula angeboten, die früher als Teil der Matura vorausgesetzt wurden und ohne die ein Studium nicht zu schaffen ist. Das Fatale ist im Weitern, dass sich der Leistungsabfall in der universitären Lehre fortsetzt.

So sind die Durchfallzahlen in unseren Prüfungen stetig angestiegen bis uns direktiv vorgegeben wurde, die Anforderungen zu senken, da sich die Beschwerden bei der Fakultät und dem Prüfungsamt immer mehr häuften.

Verantwortlich ist m.E. die Politik. Der Fachkräftemangel ist nicht auszugleichen, indem man mehr Titel vergibt, sondern mehr Anstregungen einfordert.

Hochachtungsvoll,

W. Rank

@ um 20:19 von Magfrad

"@Dr.Hans 20:11
Unglaublich wie Sie hier wieder eine Migrationsdebatte entfachen. Soll ich Ihnen mal was erklären? Meine Kinder haben alle inzwischen ihr Abitur bestanden mit 1.4, 1,6 und 1,8. Wissen Sie wer mit Abstand die besten Abiturnoten im Jahrgang hatte? Die Schüler mit Migrationshintergrund zu denen auch meine Kinder gehören. Wenn Sie also demnächst nochmal so eine blödsinnige Debatte entfachen wollen informieren Sie sich bitte darüber was Sie von sich geben!"
.
Was Sie beschreiben, habe ich auch beim Abiturjahrgang eines meiner Kinder gesehen. Verallgemeinern geht jedoch nicht, es gibt auch eine Kehrseite: vor einem Jahr habe ich mich mit einem Reaktor einer BBS 1 unterhalten, dieser sagte mir, dass die Gruppe, die Sie hier loben, bei ihm die schlechtesten Schüler stellen.

Nur noch lächerlich!

Zu meiner Schulzeit gingen viel weniger Schüler aufs Gymnasium und auch die Einser-Abiturienten waren viel weniger!
Dafür gibt es nur eine logische Erklärung:
Das Niveau der Leistungsanforderungen ist erheblich gesunken, denn die durchschnittliche Intelligenz der Schüler ist nicht gestiegen!
Ich war in den 90er Jahren ebenfalls als Lehrer in Baden-Württemberg tätig und konnte bereits damals das sinkende Niveau beobachten!

@ Der freundliche..., um 20:01

“Was die Qualität dieses Abiturs danach an der Uni wert ist wird sich spätestens beim Examen zeigen.“

Die Erfahrung lehrt, dass das “spätestens“ meist während der ersten 2 Semester stattfindet. :-)

Am 16. September 2019 um 20:03 von WM-Kasparov-Fan

"- Hierarchien im Leben beseitigen (auch ganz schlechte/schwache Schüler/Studenten sollen gleiche Chancen erhalten, z.B. Chirurg werden zu können),
- uneigennützig und selbstlos lehren, lernen und arbeiten,
- Ehrenämter stärken,
- bezahltes Arbeiten schwächen,
- Altruisten zum Vorbild nehmen."

Sie haben Recht,

aber der Mensch ist nie, und an keiner Stelle ein Gleicher unter Gleichen.

Es gibt Eltern und Kinder.
Familien sind hierarchisch organisiert.

Ein Rudel Wölfe, eine Gruppe Schimpansen, Löwen, Tiger, – überall, gibt es ein ausgeprägtes hierarchisches Prinzip.

Ein Unternehmen,
das Zauberwort lautet Konkurrenz.

Ohne Konkurrenz wäre eine Hierarchie undenkbar.

Auch gibt es die Hierarchie der Unfähigen.

Wenn es keine Hierarchien gäbe,
dann bliebe der Wunsch des Individuums, auf der Strecke.

Wenn in Deutschland 2 Leute einer Meinung sind, dann können sie schon einen Verein gründen.

Ist immerhin, ein Anfang.

um 20:35 von Zeitungsjunge

"" Wenn Eltern bei einer Note 3 schon zum Lehrer rennen und mit rechtlichen Schritten drohen wenn die Note nicht korrigiert wird, der Nachwuchs für jeden Mist in alle Höhen gelobt wird bis ein unerträglicher Klugscheisser herauskommt und er sich letztlich noch einbildet über den Erwachsenen zu stehen, dann kommt genau das dabei heraus.""
#
Da ist viel wahres dran.

@ Sausevind (20:55)

"Den Satz höre ich seit 50 Jahren (...) nie nachgeprüft."

50 Jahre lang immer den gleichen Satz auf die Ohren gekriegt. Da hätten Sie aber wirklich genug Zeit zum überprüfen gehabt. Ich denke, auch dieser Satz ist, wie die meisten Qualifikationen nach 50 Jahren, nichts weiter als Teil von Nirvana. Wer das überprüfen will, hat eine Reise dorthin vor sich. Wie will der uns dann vermitteln, was er dort für neue Schlüsse zu ziehen gelernt hat?! Irgendwo und irgendwan sollte mit dem Infragestellen auch mal Schluß sein. Intelligenz und Bildung ist doch nicht das Einzige was anzieht. Gutes Aussehen, kann auch ohne Abitur, zu viel Qualität und Quantität im Leben führen. "Was mit Medien" machen, könnte ein gutes Zwischending sein.

Ich glaube nicht,

dass das die Zahl der Einserschueler problematisch ist. Wenn man mehr fordern wuerde, dann wuerde sich das erste Drittel oder Viertel verteilen, weniger Einser aber es wuerde viel mehr Schueler geben, die den Anforderungen nicht gewachsen sind.

Das ist moglicherweise politisch inoportun.

Fuer einen Industrie und Wissenschaftsstandort aber unabdingbar, dass Leistungen gefordert werden. Andere Laender schlafen nicht. Die Konkurrenz gerade aus Asien ist gross.

Na ja

Ich kann mir keine Beurteilungen anmaßen. Was weiß ich über die Beurteilungen der jetzigen Zeit in Relation zu meiner Schulzeit.

Aber soll/kann ich einen Menschen an 1,0 - 1,5 -2,0 Notendurchschnitt festmachen? Zu unserer Zeit? Firmen, Unternehmen mit Algorithmen vielleicht.

In unserer Welt? Wir haben mittlerweile diverse Staatsoberhäupter mit Universitäts-abschlüssen. Macht es auch nicht besser.

Vieles relativiert sich von selbst oder über Twitter. Schlau oder Bildung oder IQ haben nicht zwangsläufig was mit Weisheit zu tun. Soziale Kompetenz und Empathie zu Menschen wäre mal eine Sache, aber fließt sowas in Noten mit ein?

Scheinbar nicht.

Nicht falsch verstehen. Ich glaube, eine gute Bildung und Wissen ist wichtig, aber wird in unserer heutigen Welt konterkariert.

Noten? Was haben sie für eine Aussagekraft?

Unis sägen. Schon immer.

Am 16. September 2019 um 20:01 von Der freundliche...
"Was die Qualität dieses Abiturs danach an der Uni wert ist wird sich spätestens beim Examen zeigen."
Nein. Zumindest nicht in naturwissenschaftlichen Fächern. Ich (Abi 1984) habe Informatik studiert, damals wurde mit Mathe und E-Technik die Zahl der Studenten bis zum Vordiplom dezimiert. Mein Sohn studiert E-Technik (jetzt Master). Dort sind es wieder Mathe und andere Pflichtvorlesungen, in denen die Anforderungen so hoch geschraubt werden, dass nur die "gewollte" Anzahl Studenten besteht. Wer da nicht das nötige Wissen/analytische/logische Denken mitbringt, kommt nicht bis zum Examen, sondern wird deutlich vorher "herausgefiltert".

@W. Rank 21.22

Danke für Ihren Bericht aus der Praxis! MINT? Sie Armer, da ist es bestimmt noch extremer! Ich war schon als Gasthörer in Geschichte und Archäologie bedient und erschrocken über das Niveau, die nicht existente Motivation und Lernbereitschaft. Für Spielereien, Selbstfindungskurse und Pillepale sind die Universitätsstudienplätze eigentlich zu teuer!

@21:00 von th711 @WM-Kasparov-Fan

@WM-Kasparov-Fan
Ich versteh Ihren Einwand, gebe aber von @th711 Recht.

Was wie verlernt haben, ist, jeden Menschen unabhängig von seiner Herkunft und seinem persönlichen Leistungsvermögen zu respektiern. Ein Akademiker kann gerne und soll(te) auch klüger und gebildeter sein, als z.B. ein Hafenarbeiter. Aber der Akademiker ist deshalb nicht mehr WERT, als der Hafenarbeiter. Nur, wenn wir DAS einsehen, haben wir auch keine Probleme mehr mit echten(!) Eliten.

Ob man als Lehrer hier die

Ob man als Lehrer hier die Tatsachen beim Namen nennen darf? Nee, das passt einigen nicht in ihr Konzept, deshalb glaube ich, landet das Schreiben wieder, wie so oft im ARD-Mülleimer. Wer will sich auch heute noch mit Tatsachen herumärgern, da würde ja das eigenen Konzept ja in totale Schieflage kommen. Dann doch lieber immer weiter Bildungssystem, Gesellschaft und Staat in die Schieflage abrutschen lassen, da hat man wenigstens kein schlechtes Gewissen, wenn man überhaupt noch so etwas hat, wie Gewissen.

@ um 21:07 von Tinkotis

"Die wohl besten Kommentare hier...
...und heute sind zweifelsfrei die, die zwar (durchaus nicht ganz unbegründet) die mangelnden Fähigkeiten der Jugend zur "korrekten" Verwendung der Deutschen Sprache kritisieren, dabei aber zwischen sechs und 60 Grammatik-, Rechtschreib- und Stil-Fehler enthalten, die selbst mir auffallen. Dabei bin ich gar kein Deutsch-Lehrer und selbst erst recht nicht fehlerfrei."
.
Sie sprechen mir aus der Seele. Ich versuche meine Kommentare auch möglichst fehlerfrei zu posten und ärgere mich, wenn ich später bei meinem Post noch Fehler finde.
Mein Ärger hat zugenommen, seitdem ich diktiere statt zu tippen, aber meine Faulheit siegt über meinen Ärger.

@ Garfield215

"Ich musste 1976 in allen 15 Fächern Abitur machen. Dazu durften wir lediglich einen Rechenschieber verwenden und keinen Taschenrechner."

Ja.ja,ja früher war alles besser. Vergleichen Sie mal ihr 76er Wissen mit den heutigen Lehrinhalten, z.B. in Biologie, Informatik oder auch Deutsch. Die Welt hat sich gewandelt - und damit auch die Lehrinhalte.
Die Chance ist hoch, dass weder Sie noch die Schüler von heute signifikant schlauer oder dümmer sind. Ein jeder ist das Ergebnis der jeweiligen Zeit und diese wird - aus Selbschutz-/Komfortgründen - überhöht.
Ich nehme mich da nicht heraus, aber immerhin bin ich mir darüber im klaren.

@ 21:25 von smirker

„Dafür gibt es nur eine logische Erklärung:
Das Niveau der Leistungsanforderungen ist erheblich gesunken, denn die durchschnittliche Intelligenz der Schüler ist nicht gestiegen!“

Nein, es gibt noch eine andere Erklärung: Der Ehrgeiz hat zugenommen.
Ich habe zwei Kinder mit Abitur und nein, es war nicht leichter als meines.
Aber der Ehrgeiz meiner Kinder und der Druck den sie sich untereinander machen ist heute um ein Vielfaches höher.

Aber das ist wieder typisch deutsch: Wenn unsere Kinder bessere Leistungen bringen, dann kann nur das Anforderungsniveau gesunken sein, anstatt wir ihre Leistungen anerkennen.

Nicht mehr zu leugnen, gell?

20:11 von Dr.Hans

"Ich frage mich außerdem, ob die exorbitanten Zahlen von Schülern mit Migrationshintergrund eine Rolle für das staatliche Begehren haben. Es macht sich eben besser, wenn auch diese mit nicht zu schlechten Noten durchgeschleust werden."

Bzw. umgekehrt:

Es macht sich nicht gut, wenn die "richtigen" deutschen Schüler so hinter den Schülern mit Migrationshintergrund hinterherhinken.

Nicht mehr zu leugnen, gell? ;-)

Zeugnisse sind wertlos

Aus meiner Erfahrung mit Auszubildenden kann ich nur sagen, dass heutige Abiturienten nur schwer ein Abitur der 90er schaffen würden. Man kann ja mal die Abiturienten, oder gar "Uni"-Absolventen, mit einfachen Aufgaben der Integralrechnung, Vektorrechnung, Literatur von Goethe, Shakespeare oder Fragen nach den EU-Ländern konfrontieren. Da ist ganz schnell das Ende erreicht. Natürlich kommen die mir dann mit Praxis! Ich stelle dann Fragen aus der Praxis, die man nur mit Hilfe der Integralrechnung, Vektorrechnung oder anderen Dingen lösen kann.
Dafür gehen ganze Jahrgänge von Grundschülern direkt aufs Gymnasium (nach einem Jahr nur noch die Hälfte), von einem Jahrgang Realschüler kann man auf 1-2 Schüler hoffen, die eine Berufsausbildung machen. Und Noten werden am Ende eingeklagt. Das Schulsystem ist einfach krank, Zeugnisse und Abschlüsse wertlos. Wenn ich Leute einstelle, gibt's Prüfungsfragen! Das Ergebnis: ernüchternd! Die Unternehmen lehren dann die Theorie, die die Schule sollte!

Sogar Bayern...

...ist im Schuljahr 2016/2017 wieder vom G8 zum G9 zurückgekehrt, weil die Schüler mit der Leistungsverdichtung überfordert und viele Sportvereine und Musikschulen und Jugendgruppen entvölkert waren.

Meine Töchter müssen noch G8 machen. Die haben deutlich mehr zu tun als ich vor 30 Jahren ebenfalls an einem Münchner Gymnasium.

Ich kann also beim besten Willen keine inflationäre Entwicklung des "Preis"-Leistungs-Verhältnisses erkennen.

Eher erschreckt mich, dass übermäßige Anforderungen zwangsläufig zu "bulimischem Lernen" führt. Dass zwar in einer ungesunden Kürze der Zeit möglichst viel Wissen aufgenommen wird, davon aber die Schüler danach nur wenig "bei sich behalten" können.

Wenn dann G8-Abiturienten ein Jahr brauchen, um sich vom Gymnasium zu erholen, relativiert sich der Netto-Effekt der Schulzeitverkürzung absurd.

Ich schlage vor: Zweifeln wir nicht an der Jugend, sie ist sicher nicht schlechter als wir waren (siehe bspw Fridays for Future).

@ smirker (21:25)

"Ich war in den 90er Jahren ebenfalls als Lehrer in Baden-Württemberg tätig und konnte bereits damals das sinkende Niveau beobachten!"

Eigentlich wäre dies (Beobachtung) die Aufgabe von Soziologen. Sie als Lehrer hätten die Aufgabe, dieses sinkende Niveau aufzuhalten. Wenn das Niveau nun wirklich gesunken ist, liegt das dann auch an den früheren Lehrern? Gab es hier ebenfalls einen Leistungsabfall? Möglicherweise müssen wir das Thema etwas ganzheitlicher sehen.

Zur Wahrheit gehört

das uns der Föderalismus hier und da auf die Füsse fällt, und uns allesamt ausbremst. War er historisch gut begründet, passt er heute, in einer globalisierten Welt, nicht mehr in die Zeit.
.
"Bildung" und "Ländersache", diese beiden Wörter in Kombination sind ein Teil des Übels. Wer in Bremen lebt, hat halt Pech, wer in Bayern lebt, ganz einfach Glück. Und das liegt daran, das überall viel zu viele sehr gut vom Ist-Zustand leben. Auf Kosten der Bildung und der Menschen, die auf gute Bildung gehofft oder darauf angewiesen sind.

re wilhelm Rank: Verantwortlich

>>Verantwortlich ist m.E. die Politik. Der Fachkräftemangel ist nicht auszugleichen, indem man mehr Titel vergibt, sondern mehr Anstregungen einfordert.<<

Zunächst gebe ich Ihnen absolut Recht, dass es nichts bringt, Anforderungen „abzusenken“. Allerdings bringt es genauso wenig, „Anforderungen beizubehalten“.

Es geht schlicht um 2 Sachen:
Erstens - und da bin ich bei Ihnen - geht es darum, geistige Anforderungen hochzuhalten. Klingt einfach, ist es vielleicht auch: Es geht um permanentes Denken. Nicht mehr und nicht weniger.

Zweitens aber müssen sich die inhaltlichen Anforderungen permanent verändern. Mit „wie früher“ kommen Sie hier nicht weiter. Denken setzt Lockerheit voraus und deshalb müssen Bedingungen geschaffen werden, in denen das „Denken“ und übrigens auch das „Fühlen“ gefördert wird.

Ich nenne das neudeutsch „learning by sensing“.

Eines kann ich jedem versichern: Die jungen Leute wollen lernen. Sie wissen aber oft nicht wie. Und die Alten?

20:11 von th711

"Vielleicht sollte man erwähnen daß normalerweise freitags Unterricht stattfindet. Also zu meiner Zeit war es gut im Unterricht gewesen zu sein."

Die Zeiten haben sich geändert.
Heute lernt man viel mehr zu Hause.

Haben Sie schon mal die überquellenden Ordner eines Schülers gesehen, die sie täglich im Ranzen zur Schule und zurück schleppen?

Da sind Kopien drin, die sie in der Schule im Laufe des Schuljahres bekommen haben und die sie zu Hause selbstständig durcharbeiten müssen.

Das kommt dann im Abitur dran.

Auch in meiner Schulzeit musste man in der Schule gewesen sein, um den Stoff mitzubekommen.
Heute reicht es, die Kopien durchzustudieren, die sie mitbekommen haben.

21:25 von smirker

"Nur noch lächerlich!
Zu meiner Schulzeit gingen viel weniger Schüler aufs Gymnasium und auch die Einser-Abiturienten waren viel weniger!
Dafür gibt es nur eine logische Erklärung:
Das Niveau der Leistungsanforderungen ist erheblich gesunken, denn die durchschnittliche Intelligenz der Schüler ist nicht gestiegen!
Ich war in den 90er Jahren ebenfalls als Lehrer in Baden-Württemberg tätig und konnte bereits damals das sinkende Niveau beobachten!"

Stimmt so nicht. Flynn konnte 1987 nachweisen, dass - bei ausbleibender Nachnormierung - die IQ-Werte im 20. Jahrhundert immer weiter gestiegen sind.

Dabei bleibt unklar, warum das so ist(verbesserte Ernährung?, erhöhte Urbanisierung?, erhöhte Durchmischung ehemals separierter Subpopulationen?), aber es ist nachweisbar.

Link:
Wikipedia/Flynn-Effekt

re Ist Wahr: Aufgaben!

>>@ smirker (21:25)
"Ich war in den 90er Jahren ebenfalls als Lehrer in Baden-Württemberg tätig und konnte bereits damals das sinkende Niveau beobachten!"

Eigentlich wäre dies (Beobachtung) die Aufgabe von Soziologen. Sie als Lehrer hätten die Aufgabe, dieses sinkende Niveau aufzuhalten.<<

Wie wahr! Genau so ist es!

Danke !

@Sausevind 21.37

Sehr verallgemeinernd und damit die echten Erkenntnisse verfälschend. Es gibt Schülerinnen und Schüler mit Migrationshintergrund, die auffällig gut sind- die haben meist ostasiatische, russische, polnische Wurzeln. Andere Migrantenkinder gehören auffällig oft zu den Schulabbrechern und sind dabei weit überproportional. Da hinken die "richtigen"deutschen Schüler glücklicherweise hinterher;-)

Unglaublich

Vor einigen Jahren sah ich eine Technikerarbeit, die sich mit einer kurzen Recherche bei einer Suchmaschine vollständig aus mehreren Internetseiten rekonstruieren ließ. Selbstverständlich fehlten entsprechende Quellenangaben in der Technikerarbeit. Da die Inhalte der Internetseiten nur aneinandergefügt waren, las sich diese Technikerarbeit entsprechend grausam. Die Benotung 'durchgefallen' wurde vom Rektor der Berufsschule kassiert mit den Worten: Sie können dem jungen Mann doch nicht seinen Lebensweg verbauen, eine 2 muss es mindestens sein.
Das Problem ist also nicht aufs Abitur beschränkt.

@Dr. Dr. Sheldon

""„Dafür gibt es nur eine logische Erklärung:
Das Niveau der Leistungsanforderungen ist erheblich gesunken, denn die durchschnittliche Intelligenz der Schüler ist nicht gestiegen!“

Nein, es gibt noch eine andere Erklärung: Der Ehrgeiz hat zugenommen.
Ich habe zwei Kinder mit Abitur und nein, es war nicht leichter als meines.
Aber der Ehrgeiz meiner Kinder und der Druck den sie sich untereinander machen ist heute um ein Vielfaches höher. ""
Ich stimme ihnen voll zu. Ihr voriger Poster hat leider keine Ahnung von der Logik die er beschreibt.
Sie haben aber vollkommen Recht. Die Halbwertszeit von Fakten ist kuerzer geworden und der Druck auf unserer Jugend ist nicht weniger geworden, eher mehr.

@ Wilhelm Rank

Wenn Sie seit 2000 an Hochschulen unterrichten, teilen Sie evtl. meine Beobachtung, dass mit dem Übergang zu den Bologna-Studiengängen sich das Lernverhalten dramatisch verändert hat.
Die Studiengänge sind genormter, ebenso die Prüfungen, die Studierenden müssen nur noch auswendig lernen.

Mir ist das besonders frappierend aufgefallen, als ich in der Übergangszeit in BaWÜ den an sich gleichen Kurs hintereinander für Diplomer und Bachelor/Master angeboten hatte.
Die Diplomer waren interessiert, haben reflektiert und "geforscht". Die anderen haben das Skript abgearbeitet und sich auf ihre benotete Prüfung vorbereitet (die ich für die Diplomer nicht gar nicht anbot, da reichte ein klassischer "Schein").
Mag Zufall gewesen sein, aber es war eklatant. Wobei ich den Bologna-Studierenden keinen Vorwurf mache, sie sind nur das Ergenbis des System, dem sie ausgesetzt wurden...

21:34 von Anna-Elisabeth

"" Was wie verlernt haben, ist, jeden Menschen unabhängig von seiner Herkunft und seinem persönlichen Leistungsvermögen zu respektiern. Ein Akademiker kann gerne und soll(te) auch klüger und gebildeter sein, als z.B. ein Hafenarbeiter. Aber der Akademiker ist deshalb nicht mehr WERT, als der Hafenarbeiter. Nur, wenn wir DAS einsehen, haben wir auch keine Probleme mehr mit echten(!) Eliten.""
#
Dem habe ich nichts hinzu zu fügen !

regelmäßiger Gang zum Schulleiter?

Wenn man an seinem (höheren) gymnasialen Anspruchsniveau festhält, die Schüler aber zum Großteil immer weniger das Handwerkszeug für das Gymnasium mitbringen, dann fährt einem - früher oder später - in Klassenarbeiten der Karren vor die Wand. Wenn regelmäßig die Hälfte der Lerngruppe bei Klassenarbeiten mit "mangelhaft" oder "ungenügend" abschneiden würde, dann bleiben nur recht wenige Handlungsoptionen: Entweder geht die Lehrkraft regelmäßig zum Schulleiter und muss um Genehmigung des Leistungsnachweises nachsuchen (Überschreitung des Drittels) - oder sie senkt die Grenze zwischen "bestanden" und "nicht bestanden", also das Leistungsniveau, ab. So generiert man einen schönen Durchschnitt von 3,0 (wahlweise auch 2,7 oder 2,5) mit Gauß'scher Normalverteilung und muss sich nicht vor dem Dienstvorgesetzten verantworten und dort unangenehme Fragen beantworten. Kann man das den Lehrkräften vorwerfen?

Nicht nur das Abitur

Seit Jahren ist in Industrie und Handwerk auch bei Nichtabiturienten ein steigender Notendurchschnitt zu beobachten, ohne dass eine Niveausteigerung bei den Schulabgängern zu beobachten wäre. Die Noten müssen gut sein, damit die Schule im guten Licht steht, ist die Devise.
Erstaunlich, dass erst jetzt diese "Erkenntnissau" durchs Dorf getrieben wird.

Einige kleine Anmerkungen

Bevor hier Vergleiche mit "der guten alten Zeit" gezogen werden: Der Wohlstand ist in den letzten Jahrzehnten rapide gewachsen. Eltern geben heute Unsummen für Nachhilfe, Tutoren und digitale Lernmittel aus. Natürlich werden die Noten besser, wenn man einen "personal Trainer" hat.
Noch eine Idee: Die heutigen Bildungspläne werden immer präziser, Lehrer werden rechtlich belangt, wenn sie nicht exakt das machen, was drin steht. Die Abi-inhalte sind berechenbar. Das war "früher" anders. Mein Vater erzählte noch von alkoholisierten Lehrern, die den Schülern den Unterricht überließen und mittags bei den Eltern aufschlugen um nicht selbst kochen zu müssen. Das war halt auch einfach eine miserable Abivorbereitung und unkalkulierbare Prüfung.

Die Aburteilung der heutigen Jugend hier...

...erreicht teilweise ähnlich komödiantische Züge wie man sie bei Monty Pythons "Four Yorkshiremen" genießen kann.

Zu schön!

@21:22 von Wilhelm Rank

//Hallo,

ich habe mich gerade angemeldet, weil mir dieses Thema sehr am Herzen liegt.//

Herzlich willkommen. Und Danke für Ihren fachkundigen Beitrag.

//Verantwortlich ist m.E. die Politik. Der Fachkräftemangel ist nicht auszugleichen, indem man mehr Titel vergibt, sondern mehr Anstregungen einfordert.//

Das kann man nicht oft genug wiederholen. Ich fürchte nur, die Verantwortlichen hören nicht zu.

20:53 von deutlich

"Den Seinen gibts der 'Herr im Schlaf?
Mitnichten! Wenn Schüler lässig meinen, ein Monat lernen reiche zur Vorbereitung und nonchalant über Monate hinweg freitags schwänzen, weil sich lernen ja eh nicht mehr lohnt, dann kommt vielleicht noch ein halb geschenktes Abi raus."

Entschuldigung: da klingt der Wutbürger durch.

Und Wutbürgern würde ich niemals zutrauen, Zusammenhänge zu erkennen und Positives wahrzunehmen.

Nicht wenige Schüler haben heute extrem Probleme, so zu lesen, dass jeder Buchstabe wahrgenommen wird.
Da, wo für andere ein Buchstabe steht, ist für sie ein Loch quasi.
Insofern erfassen sie den Sinn nicht und ergänzen den Satz nach eigener Phantasie.

Woran das liegt? Ich weiß es nicht.
Aber ich weiß genau, dass es nicht mangelnde Intelligenz ist.
Und ich weiß, dass es ein Zeitphänomen ist.

Fazit:
Mehr Defizit im Lesen und Verstehen als früher
Höhere Qualifikation im Kreativen und im - selbst angeeigneten - Wissen als früher

@Anna-Elisabeth 21.34

Aber der Akademiker ist deshalb nicht mehr WERT, als der Hafenarbeiter. "
Volle Zustimmung! Der akademische Dünkel ist und war mir immer ein Graus, ich hoffe, ich bin nicht davon befallen. Gibt's ja teilweise schon bei Abiturienten, die noch nichts gerissen haben. Bei uns stellte sich mal eine Nachbarin vor "Hausfrau, aber mit Abitur"- das hätte sie auch ihrer Parkuhr erzählen können;-)

@20:01 von Der freundliche...

"Was die Qualität dieses Abiturs danach an der Uni wert ist wird sich spätestens beim Examen zeigen".....
naja, die Examina können ja auch angepasst werden...und schon ist wieder alles stimmig....

Es sind nicht wenige

Es sind nicht wenige Einserschreiber, die ich gesehen habe und davon wurden auch immer mehr zu Abbrechern und das auch mehrmals. Auch einige Mitschüler die 'nur' mittelmäßig waren und auch einige die da noch um einiges darunter lagen haben sich erstaunlicher Weise dann noch ganz gut hochgezogen. Bisher ist von denen auch keiner mit getricksten Promotionen oder Habilitationen aufgefallen. Naja sind halt auch alle nicht Politiker geworden. Man sieht, dass zumindest Einser-Abiturienten nicht alleine die Gewähr auf weiteren Erfolg haben und mit diesem Wissen ist so mancher Normalo und schwächere Gymnasiast wenigstens etwas vor dem immer wirreren Tun unserer (Ver)Bildungspolitiker geschützt.

1,0 von früher ist heute 0,5??

@20:20 von Klaus_F72
Sehr gute Erläuterung!
Eine Frage: Meinem Nachwuchs zufolge gibt es heute (in Bayern) 15 Punkte, also sozusagen 1+. 14P=1; 13P= 1-.
Früher war bei der glatten 1 nach oben Schluss.
Das könnte statistisch gesehen auch die größere Zahl der Note "1" erklären.

Dazu kommt noch, dass ich z.B. noch tatsächlich die meisten Fächer im Abitur schreiben musste, ausschlaggebend für die Note.
Heute ist die Note das Ergebnis von 2 Jahren "Sammeln".
"Fleißige" Schüler, die einigermaßen organisiert sind, haben also bessere Chancen auf eine gute Note als das chaotische, aber sein Interesse nicht immer "optimal" lenkende Genie.
Bekanntes Beispiel: Einsteins Griechischlehrer prophezeite ihm, aus ihm würde nie etwas werden.
Selbst in Mathe hatte er am Münchner Max-Gymnasium nur eine "3" und hat die Schule dort auch nicht fertiggemacht).

@21:17 von lichtscheu666

sie haben natürlich Recht, Mathe auf Abi-Niveau hatte noch nie was mit "Rechnen" zu tun....aber ich kenne Abiturienten, die kommen bei Grundrechnungsarten so was von ins Schleudern....

21:41 von teachers voice re wilhelm Rank: Verantwortlich

"Eines kann ich jedem versichern: Die jungen Leute wollen lernen. Sie wissen aber oft nicht wie."

Der Wunsch, möglichst viel lernen zu wollen, ist wohl schon in unseren Genen beheimatet. Leider können äußere Umstände diese Gene ins 'Koma' versetzen.
Und wissen die Lehrer heute noch, wie und was sie lehren sollen?

"Und die Alten?"

Da bin ich jetzt fast ein klein wenig beleidigt.

Fehlentwicklung

38 % in Thüringen haben ein Einserabitur, was wohl eine absolute Lachnummer darstellt. Auch sind woanders die Schnitte einfach zu gut. Wenn man sich heute die Studenten anschaut, wenn sie z.B. in Naturwissenschaften anfangen und sieht, was sie so an Wissen mitbringen, dann graut es einen direkt. Mathematik und logisches Denken bzw. das Entwickeln von Lösungsstrategien Fehlanzeige; dafür aber sofort Ansprüche stellen.

Nur ein Gefühl

Hab hier grad beim Überfliegen der Kommentare das Gefühl, dass hier einige unheimlich gerne klugscheißern wollen, wie schlau sie doch waren und wieviel schlauer frühere Generationen waren.
Ich finde es schwierig zu beurteilen. Was ist Wissen wert, wenn man die falschen Schlüsse zieht? Was ist mir lieber - ein Schüler, der eine Gleichung löst oder einer der es nicht kann, aber einem anderen Menschen hilft (die "Schlauen" werden jetzt sagen, na der, der die Gleichung löst und nem Menschen hilft), aber ich denke viele wissen, was ich sagen will. Eine Diskussion über Noten oder Fähigkeiten ist mühselig, wenn dafür Moral, Menschlichkeit und andere Werte abgegeben werden.
Eine Verblödung der Gesellschaft. Ja, Wohlstand, Bequemlichkeit....
Aber es sind nicht Noten, es ist Gesellschaft.
Wissen und Bildung sind wertvoll, aber keine Garantie für Gutes.

@ asimo (21:51)

"Wobei ich den Bologna-Studierenden keinen Vorwuf mache, sie sind nur das Ergebnis des Systems, dem sie ausgesetzt wurden..."

Die Bologna-Reformen sind ein Politikum und gehören abgeschafft oder erheblich reformiert. Diese Studiengänge befördern das stupide auswendig lernen für Klausuren und Prüfungen. Selbständiges Denken und Lernen wird unter Druck gesetzt. Hauptiele sind das schnelle Durchschleussen zukünftiger Arbeitskräfte und die Entpolitisierung der Hochschulen. Dass diese Erwartungen bis runter in die Schulen wirken, ist ebenfalls politisch gewollt. Die Gesamtgesellschaft wird auf lange Zeit Probleme mit dieser flachen Bildung von so vielen "Akademikern" haben.

Die Unterschiede der Notenveteilung

in den Bundesländern sind ein Trauerspiel.
Die Benotung kann für den Einzelnen nur ungerecht sein.
Thüringen 37,9 Prozent Einser Abitur
Schleswig-Holstein 17,3 Prozent Einser Abitur.
16 verschiedene Abiturprüfungen und -bewertungen sind ein Anachronismus.
16 verschiedene Schulsysme gehören in die Welt der Kleinstaaten des 17., 18. und 19. Jahrhunderts.

Die Kunst zur Improvisation(!!) wird zukünftig IMMER..

..wichtiger werden, denn in den Zeiten des akuten(!!) Fachkräftemangel MUSS man um die eigene Firma usw dauerhaft am Laufen zu halten, persönlich auch ungewöhnliche Wege gehen können!

Denn auch die lieben Medien, benötigen zum Beispiel sehr viele Techniker, technische Ingenieure und IT- Spezialisten, aber die fallen erstaunlicherweise nicht vom Himmel!

Denn GENAU diese Berufsgruppen sind mein persönliches Problem, allerdings erst ab dem Jahre 2030 ff

Wenn Sie alsi noch einige Millionen technische Ingenieure, sonstige Techniker und IT- Spezialisten bei Ihnen rein zufällig zu Hause auf den Speicher finden sollten, melden Sie diese bitte umgehend bei mir!

eine Lösung: Prozentrang... oder Noten gewichten

Man könnte Noten anhand des Landes-Notenspiegels gewichten... oder noch einfacher:
den Prozentrang dazuschreiben, d.h. ob das individuelle Abitur zu den 26% Besten aus Sachsen (oder den 7% Besten aus Niedersachsen usw. usw.) gehört. Die Daten existieren, man müßte sie nur den Schulen rechtzeitig zur Verfügung stellen, damit sie sie noch (automatisiert) aufs Abiturzeugnis drucken können.

Und noch besser - zusätzlich auch noch für die jeweilige Schule angeben. Die Zahlen hat ja sogar jede Schule eh schon. Dann stünde da z.B.:

Durchschnittsnote 1,4
Eine Durchschnittsnote von 1,4 oder besser hatten im Jahr 2019 18% der SchülerInnen in Sachsen und 27,6% der SchülerInnen der XY-Schule.

Damit kann jeder Arbeitgeber oder jede Universität entscheiden, ob ihnen die Note so wichtig ist... oder eben eher der Prozentrang.

Das führt zwar leider zu etwas mehr Konkurrenzdenken (wenn meine Mitschüler schlechter sind, werde ich besser)... aber ist immer noch besser als die aktuelle Noteninflation...

19:10 von Lutz Jüncke

«Natürlich ist dem nicht so [immer mehr 1-er-Abis = immer mehr immer bessere Schüler], nicht einmal annähernd, wie man unschwer hört, wenn man mit den Unterrichtenden von Erstsemesterrn spricht.»

Mein 1,4-er Abi ist von 1983, Köln / NRW, neusprachliches Gymnasium.
Hervorragede Lehrer in Sprachen, Naturwissenschaften eher sehr mau.
Dem entsprechend meine Bildung 1983.
Aber "Sehr Gut minus" Grundlagen im Mathe-GK.

Hätte man mal "meine Unterrichtenden" am Anfang meines Photo-Ingenieurs-Studiums gefragt, wie gut mich die Schule / das Abi für dieses qualifiziert hat. Eher sehr mau …

Es manifestiert sich aber auch nicht in den Noten, die den Abi-Durchschnitt bestimmen, wie gut Schülern an Schulen gelehrt wird, zu lernen. Das Abi ist fürs Weiterlernen ja nur der Anfang. Wie der Anstoß der Beginn eines Fußballspiels ist.

Im 3. Semester war ich auf der Höhe der Anforderungen in meinem Studiengang, "ohne Dauerqualen zu erleiden".

Gar kein außergewöhnlicher "akademischer Bildungsweg" …

Lange ist es her, da war

Lange ist es her, da war unsere deutsche Schulausbildung so viel Wert, dass auch viele EU-Bürger und Gastarbeiter nach Deutschland kamen, auch um so ihren Kindern eine gute Ausbildung zukommen zu lassen. Leider mußte man aber immer mehr, u.A auch um möglichst allen Leistungsqualitäten der Neubürger gerecht zu werden, die Ansprüche entsprechend 'anpassen'. Der dafür verantwortliche Klamauk unserer 'Bildungspolitiker' hat dazu dann, statt Ein mal Eins und Rechtschreibung einzuüben, lieber noch ne Kuschelecke mehr einrichten und das Schreiben nach Gehör einführen lassen, was immer mehr Probleme schon in der Grundschule schaffte un hinterher mit den anderen schulischen Problemen zusammen kommend, dann zusätzlich mühsamst umgeschult werden muss. Damit ist DIE Grundausbildung zum Basiswissen vertan. So verlieren Lehrer immer mehr Zeit, um Wissenslöcher zu stopfen, während aktuelle Pensen auf der Strecke bleiben, oder viel zu schnell durchgezogen werden müssen. Das Ergebnis nur echte Einsen!?

"Trotz Einser-Abi nicht fit für die Uni"

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Und Finnland hat das Schulsystem der DDR übernommen allerdings ohne Wehrunterricht und "Rotlicht Bestrahlung"! Wer ist an der Spitze von Pisa? Seltsam nicht wahr?

@Stein des Anstoßes

Die Aussagekraft von IQ Tests ist grundsätzlich ist grundsätzlich umstritten, ebenso darauf basierende Studien. Man weiß auch, dass Leute desto besser in IQ. Tests abschneiden, je mehr solche Tests sie machen. Intelligenter werden sie dadurch aber nicht, nur geübter.

Fehlende Unterstützung durch die Schulleitungen.

@19:13 von draufguckerin
Unter meinen Bekannten sind einige Lehrer in Bayern. Die berichten, dass in Konfliktfällen die Schulleitung heute sich eher auf die Seite der Eltern oder sogar Schüler stellt.
Das scheint auch damit zusammenzuhängen, dass die politische Führung im Ministerium im Zweifelsfall am größeren Wählerpotential der Eltern orientiert ist.

Das führt dazu, dass Lehrer leichter an besser bezahlte "Funktionsstellen" kommen, die den Schwierigkeiten aus dem Weg gehen - bis hin zum "Durchwinken" eines die erforderliche Leistung nicht erbringenden Schülers.

es zählen halt...

immer die falschen Leistungen...Gehorsam und Fleiß...nicht Wissen und Intelligenz...

Liebe gelehrten und wissenschaftlichen Kommentatoren

Ist mir grad mal egal. Dürfen viele besser situierte und gelehrte Menschen eine andere Meinung haben.
Aber ich lebe grade in einer Welt, die sehr schnelllebig ist, die m.E. sehr viel mehr Fragen und Unsicherheiten aufwirft als vor 20-30-40 Jahren.
Ich lese hier dann einen Artikel nebst Kommentaren, der an dem Leistungsvermögen der neuen Generation zweifelt. Und Noten als Geschenke darstellt.
Ich vermisse die zeitliche bzw. situative Einordnung und die kontextbezogene Einordnung.
Sprich als Jugendlicher würde ich mir von der jetzigen Welt verarscht vorkommen und mich relativ wenig um Noten kümmern.
Die Einordnung von Noten, Wissen und Fähigkeiten sollte man dann auch in die aktuelle Zeit einordnen.

Noten symbolisieren auch nur ein gewisses Funktionieren. Sinnhaft oder nicht.

Ich halte es derzeiten für eine müßige Diskussion.

@ 19:27 von Peter Goge

"Bei mir gibt's im Mathe-LK keine Noteninflation. Ohne Fleiß kein Preis." Ich wusste gar nicht, dass man für Mathe fleißig sein muss. Ich habe für kein anderes Fach sowenig getan. Und das gilt auch heute noch, nach 30jähriger Berufstätigkeit als Mathematiker ;) Allerdings ich kann bis heute nicht das Kleine Einmaleins - alles größer als 5x5 ist schwierig. Ich bin aber trotzdem froh, dass ich nicht heute zur Schule gehe. Was ich das so beobachte, würde mich noch mehr demotivieren, als mich damals der "Unterricht" demotiviert hat. Es gab damals wenigstens immer mal wieder Matheaufgaben, die nicht jeder lösen konnte, wo sich selbst die Kracks anstrengen mussten. Sowas wird heute völlig vermieden, es könnte ja irgendjemand ein Misserfolgserlebnis haben. Doch Schule ist die Entspannung (s-cholä, griechisch) und das Studium ist Bemühen (studere, lateinisch), da gibt es halt Übergangsschwierigkeiten.

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