Ihre Meinung zu: Merkel in China: Zwist oder Besuch einer guten Freundin?

6. September 2019 - 4:36 Uhr

In Zeiten wachsender Konfrontation mit den USA werben die Chinesen um die Gunst Merkels. Zugleich gibt es aber zunehmend Konflikte zwischen China und Deutschland, nicht nur im Bereich der Wirtschaft. Von Axel Dorloff.

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Kommentare

"Merkel kann zwar intern

"Merkel kann zwar intern kritisieren, das wird aber von der chinesischen Staats- und Parteiführung weggelächelt. "

Also wie ueblich: Merkel spricht ein paar Themen an die ihr innenpolitisch weiterhelfen und wird dabei von den Chinesen wirtschaftspolitisch ueber den Tisch gezogen.

Haltung zeigen

Ich halte rein gar nichts von Donald Trump. Richtig aber finde ich, dass er China die Stirn bietet. Wir machen uns dauerhaft zum Sklaven Chinas. China kauft in Berlin Wohnungen auf als Investment, kauft aktuell die Lofabrik Vossloh für ein Schnäppchen, kauf weltweit über Preis ein. Alibaba, ein gigantischer Versandhandel, noch schlimmer als Amazon, steht in den Startlöchern, baut zur Zeit in Neuss ein Logistikzentrum.
Das kann für uns, für die Welt nicht gut sein.
Wir machen uns immer abhängiger von einem Land, was unsere Firmen ungleich behandelt. Es greift strategisch in die europäische Infrastruktur ein und wird in ausländischen Firmen irgendwann sagen, dass Mitarbeiter entlassen werden, die sich kritisch zu China äußern, wie es jetzt schon Firmen in HongKong tun sollen, deren Mitarbeiter für die Demokratie auf die Straße gehen.
Statt dessen müssen wir Russland endlich zurück ins Boot holen als Partner auf Augenhöhe, statt dieses Land weiter zu isolieren.

@Weites Land

Ich stimme Ihnen zu, nur der gemeinsame Zug mit Russland ist schon längst abgefahren!
Russland hat bereits seinen neuen Platz an der Seite Chinas gefunden!
Durch die Erweiterung der EU und der NATO nach Osten und der Verunglimpfung Russlands als Regionalmacht durch Obama, blieb Russland auch nichts anderes übrig, als eine enge Partnerschaft mit China zu schließen!

Kanzlerin oder UN-Sonderbeauftragte

Wenn man diesen TS-Bericht liest und die „Wunsch-Agenda“ für den Besuch von Frau Merkel in China, muss man sich fragen, ob sie nun als Kanzlerin oder als UN-Sonderbeauftragte für Menschenrechtsfragen nach China geflogen ist. Allein die Scherben zusammenzukehren die die Trump-Politik u.a. in China hinterlassen hat, wird die Zeit für die Kanzlerin sehr knapp.
Hongkong: China hält sich bisher an die Vereinbarungen auf der Grundlage von Deng Xiaopings Idee von einem Land und zwei Systemen. Und China wird hier erst eingreifen, wenn die Voraussetzungen, gemäß den vertraglichen Vereinbarungen, gegeben sind. Davon ist man allerdings nicht mehr weit entfernt. Wenn Frau Merkel konkret etwas tun will, soll sie nach dem Uiguren suchen lassen, den wir aus Deutschland ausgewiesen und -geflogen haben, und der bisher nicht mehr aufzufinden war.

@ Weites Land

Generell stimme ich Ihnen in Sachen China zu. Allerdings würde ich zwei Dinge in Frage stellen.
Erstens, das „wie“ beim Stirn bieten. Wer auch nur annähernd Asiaten oder Chinesen kennt (ich habe 20 Jahre in Asien gearbeitet), der weiß, dass Trump‘s Weg alles andere als gut ankommt und die Chinesen eine solche Behandlung über Generationen nicht vergessen werden. Entsprechend werden sie handeln und in einigen (oder vielen) Jahren zurückschlagen. Sie haben Geduld und Zeit und den Vorteil, dass ihre Regierungen im Vergleich zu unseren Demokratien längerfristig angelegt sind.
Zweitens, bin ich der Meinung, dass man Russland die Annektion der Krim nicht durchgehen lassen darf. Das wäre ein eklatanter Präzedenzfall, der in unserer Zeit der Isolierung zu leicht Nachahmer nach sich ziehen würde. Auch wenn es geschichtlich evtl. ähnliche Fälle gegeben hat, die ich hier vielleicht nicht berücksichtige. Eine Ungerechtigkeit rechtfertigt nicht die nächste. Gerade jetzt mit all den Nationalisten

Wie sie es auch macht,...

...es könnte sich so oder so als verkehrt erweisen.
Spricht Frau Merkel die Menschenrechte im Vier-Augen-Gespräch an, verrieselt es im Sande.
Wenn sie diese vor den Kameras der zugelassenen Journalisten anspricht, droht offizieller Ärger seitens ihrer Gesprächspartner.
Tut sie es trotzdem, und sollte Trump sich auf einmal anders besinnen und seine Abschottungspolitik gegenüber China lockern, steht sie erst recht dumm da, auch wirtschaftlich, zumal man durchaus den Eindruck hat, dass China sich schon seit geraumer Zeit die Lefzen leckt, um sich die deutsche (und nicht nur die) Wirtschaft sozusagen einzuverleiben.
Man kann Frau Merkel also nur ein glückliches Händchen bei den Gesprächen wünschen.

Politik ist keine interne sondern eine öffentliche Angelegenheit

„Vor dem Hintergrund der wachsenden Konfrontation zwischen China und den USA sprechen nicht wenige Diplomaten in Peking von einer chinesischen Charme-Offensive (...) vor allem Richtung Deutschland (...)
"Es gibt im Westen ganz wenige Freunde für China derzeit, schwierig, sehr schwierig. Frau Merkel ist schon eine Ausnahme. Natürlich ist der Konflikt zwischen China und den USA (...). Aus diesem Grund will China natürlich nicht noch mehr Gegner bekommen"

Genau das - dass die selbstherrliche, Menschenrechte mit Füßen tretende chinesische „Führung“ noch mehr Gegner bekommt - ist aber in jedermanns Interesse. Einschließlich dem der Menschen in China.

Sonst wird sie irgendwann die ganze Welt als „innere Angelegenheit“ betrachten.

„Merkel kann zwar intern kritisieren, das wird aber von der chinesischen Staats- und Parteiführung weggelächelt (...)“
Aber:
„Trotzdem werben die Chinesen um die Gunst der Kanzlerin“.
Die muss das nutzen, um dafür zu sorgen, dass das in Zukunft nicht mehr „geht“.

Merkel in China...

Im Vorfeld der Reise hatten Bundestagspolitiker und Menschenrechtler von der Kanzlerin gefordert, klar Stellung zur Situation in Hongkong zu beziehen - und China vor einer gewaltsamen Lösung zu warnen. 
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Das wird sie wahrscheinlich auch tun. Aber ändern wird China diese ganze Situation bestimmt nicht. Weder in Hongkong, weder in der Taiwanfrage oder sonst noch wo. Wie bereits geschrieben betrachtet China dies grundsätzlich als innere Angelegenheit ! Daran kann niemand was ändern. Weder Sanktionen noch gutes zureden der Bundeskanzlerin.

Der China-Besuch der

Der China-Besuch der Kanzlerin ist eine Gratwanderung. Sie macht's. Die Wirtschaftsmacht Chinas ist unbestreitbar, der Riese nutzt international das entfesselte kapitalistische System. Der Ausbau von "Made in China" ist nicht einfach eine Entscheidung der chinesischen Führung, daran sind Unternehmen sehr vieler Länder und global Player seit Jahrzehnten beteiligt.
Merkel wird die Menschenrechtslage ansprechen, da bin ich sicher; dass sie es nicht vor laufenden Kameras vor den anstehenden Begegnungen tut, ist selbstverständlich.

@ Der freundliche Friese, um 08:49

Ja sicher hat man der Kanzlerin vor ihrer Reise Forderungen mit auf den Weg gegeben. Das geht einfach, Motto: “Hannemann, geht du voran!“
Erreichen wird sie so oder so nichts; abgesehen davon ist es auch nicht ihre vornehmliche Aufgabe, sich in China für dortige innenpolitische Angelegenheiten stark zu machen.
Ich stelle mir das gerade umgekehrt vor, denn hier gäbe es auch einige Dinge, die man vom Ausland her kritisieren könnte.
Wie lächerlich es doch klingt, wenn man meint, China vor einer gewaltsamen Lösung “warnen“ zu müssen!
Xi wird heftig zusammengezuckt sein...

Im Artikel heißt es (als

Im Artikel heißt es (als Zitat von Liu Liqun):"Es gibt im Westen ganz wenige Freunde für China derzeit, schwierig, sehr schwierig. Frau Merkel ist schon eine Ausnahme. Natürlich ist der Konflikt zwischen China und den USA sehr, sehr kompliziert. Aus diesem Grund will China natürlich nicht noch mehr Gegner bekommen."
Ganz so schwierig scheint es mir im Hinblick auf "Freundschaft" nun wieder doch nicht zu sein, denn Deutschland hat massive wirtschaftliche Eigeninteressen und nach Lage der Dinge ist es nicht geneigt, sich der gewissermaßen weltweiten us-amerikanischen Gewerbeaufsicht zu unterstellen.

Merkel in China...

Am 06. September 2019 um 08:43 von Theodor Storm
Kanzlerin oder UN-Sonderbeauftragte
Wenn man diesen TS-Bericht liest und die „Wunsch-Agenda“ für den Besuch von Frau Merkel in China, muss man sich fragen, ob sie nun als Kanzlerin oder als UN-Sonderbeauftragte für Menschenrechtsfragen nach China geflogen ist. 
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Ich denke doch wohl als Kanzlerin... Und als diese hat sie überhaupt nicht die Möglichkeit eine Wunsch-Agenda zu fordern. Dieser Besuch wird mit Sicherheit international und auch in Deutschland mit Interesse verfolgt werden, schon deshalb wird sie ihre Worte gut überlegen. Sie wird wohl das eine oder andere ansprechen, aber ansonsten zur Programm übergehen. Und da sich die Chinesische Führung eh nicht reinreden läßt ist es auch besser so.

@ Weites Land Ich muss ihnen

@ Weites Land
Ich muss ihnen leider wieder sprechen. Trump bietet China nicht die Stirn sondern er versucht durch Zölle die eigene Wirtschaft zu schützen und zu stärken. Nach ihrer Vorstellung würde Trump ja der ganzen Welt die Stirn bieten denn er hätt Zölle für alle. Es ist eher China das Trump die Stirn bietet ganz im Gegenteil zu Europa. Was China betrifft wird immer vergessen wer China zu dem gemacht hat was sie sind. Es waren die gierigen Konzerne die es gar nicht erwarten konnten ihre Produktion nach China zu verlagern den schnellen Gewinn im Auge, dabei aber die asiatischen Kultur des kopierens völlig vergessen haben. Jezt wo die Chinesen dabei sind uns rasend schnell zu überholen jammern. Von mir kein Mitleid. Für mich macht es keinen Unterschied ob der Miethai aus Deutschland oder China stammt ist mir egal, und Menschenrechte interessieren im Westen doch eh eher selektiv.

Merkel in China...

Am 06. September 2019 um 09:05 von harry_up...
Wie lächerlich es doch klingt, wenn man meint, China vor einer gewaltsamen Lösung “warnen“ zu müssen!
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Wie recht sie haben !

@Wiederstand Jezt um 09:19 Uhr

"... Menschenrechte interessieren im Westen doch eh eher selektiv."

Wie ist das gemeint bzw. wie soll man das verstehen? Ich meine sowohl den konkreten Inhalt der Aussage, als auch die Interpretation - mir unklar.

Der kalte Krieg wird durch

Der kalte Krieg wird durch einen Wirtschafts-Krieg der Gesellschaftssysteme fortgesetzt . Es wird interessant sein zu sehen, ob sich Demokratie oder die Totalüberwachungsdiktatur Chinas weltweit durchsetzen wird. Deutschland sollte bereit sein, auch um den Preis von Wohlstandseinbußen, diesen Kampf aufzunehmen.

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