Ihre Meinung zu: Freie Ausbildungsplätze: Mit "Bachelor Professional" zu mehr Azubis?

29. Juli 2019 - 10:10 Uhr

Bildungsministerin Karliczek hat 2019 zum "Jahr der Berufsbildung" erklärt. Doch ob ihre Ideen den Betrieben helfen, den dringend benötigten Nachwuchs zu gewinnen, ist umstritten. Von Nadine Bader.

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Kommentare

„Deshalb soll es für die

„Deshalb soll es für die höhere berufliche Bildung neue Abschlussbezeichnungen geben. Ein Fachkaufmann könnte sich dann "Bachelor Professional" nennen, ein Betriebswirt hätte einen "Master Professional". Aus Sicht der Ministerin ist das ein wichtiger Schritt, um die Gleichwertigkeit der dualen Ausbildung mit dem Studium zu signalisieren.“

… und die Handwerksbetriebe nennen sich dann am Besten noch „University of Applied Science“, wie es die Flachhochschulen ja schon lange tun.

Wird dann der erwuerdige

Wird dann der erwuerdige Meister zum Prof.Dr. ernannt?

Zurück zur Vernunft!

Lese ich als Opa, 1940, all diese Artikel von heute, dann stelle ich nüchtern fest, dass ich ein "Sonderfall" bin, oder aber wir wurden anders angepackt, von Mutter und Vater, vom
Kindergarten, von der Volksschule, Mittel. -und Oberschulen gab es nicht auf den Dörfern, wo mein Zuhause war! 1954 Beginn der Lehrzeit, 1957 Facharbeiter E-Masch. Bau,
1959 Hochfrequenztechniker Fernkursus,
1961 Handwerksmeister im E-Masch.Bau.,
1965 Ing.Grad (Dipl.Ing.), 1968 Physiker!
Ich bin ohne Vater aufgewachsen, auf dem Lande. 7,5 Jahre Volksschule! Realität und Wahrheit!
Natürlich haben sich die Zeiten geändert, es ist aber auch wieder zeit, dass wir unseren jungen Menschen die Realität realistisch erklären und deuten! Genau diese geschieht nicht mehr mit Dampf unter dem Kessel!

Wie viel ist ein "Bachelor" wert?

Angesichts der Entwicklung der Bologna-Reform fragt man sich wirklich, was der Bachelor einer Wald-und Wiesen - Hochschule wirklich wert ist- vor allem der in "Business Administration ", mit dessen Absolventen man schon fast " die Säue füttern " kann!
GB hat schon lange keine echte, praxisbezogene handwerkliche Ausbildung mehr - alles geschieht an "Colleges " mit viel (nicht nur handwerklicher) Theorie.
Die in den letzten Jahrzehnten eingewanderten Osteuropäer sind da wesentlich besser ausgebildet (dies war übrigens die einzige Migrantengruppe, auf die das Argument "hohe Qualifizierung" zutraf), und das erregte sofort den Sozialneid, den die Brexiteers jetzt ausnutzen,

Probleme erkennen

Man kann sich sicherlich über die Ideen lustig machen, aber die Debatte ist absolut notwendig. Das Handwerk und unser duales Ausbildungssystem gehören sicherlich zum Grundstock unseres Erfolgs. Und dass diese Säule des Erfolgs gefährdet ist, ist ohne Zweifel. Daher muss dafür gesorgt werden, das wieder mehr fähige junge Leute in die Ausbildung gehen und sich bis zum Gesellen, Meister oder Techniker ausbilden lassen. Und es hängt meines Erachtens an zwei Punkten, Image und Geld!

Akademisch betrachtet

Statt einen Junggesellen zum Bachelor "herabzuwürdigen", sollte man den seit Jahren gewollten und geförderten Zug zum Studium bewusst korrigieren und die berufliche Bildung wieder entsprechend ihres tatsächlichen gesellschaftlichen Wertes würdigen.

Dieses Problem kosmetisch lösen zu wollen, legt die Vermutung nahe, dass die Ministerin das Problem eher nur akademisch zu betrachten scheint.

Ihr wollt Azubis? Die kommen

Ihr wollt Azubis?
Die kommen schon ganz von alleine, die Besitzlosen sind nämlich gezwungen sich bei den Besitzenden zu verdingen.

Ihr wollt mehr Azubis?
Bezahlt sie besser. Übernehmt mal welche.

Etikettenschwindel

Wir rimitino schon schrieb...
Es hilft keinem in keinster Weise neue Titel zu erfinden. Neue Titel führen zu noch höheren Erwartungshaltungen der Inhaber solcher Titel, ohne aber mehr zu leisten. Unterm Strich führt so etwas nicht zum mehr Leistung sondern nur zu höheren Ansprüchen. Wenn den jungen Menschen von Eltern und vor allem durch die Politik vorgemacht wird, dass jeder Anspruch auf alles hat, besondere Leistung bestraft oder als Streberhaft verurteilt wird und man ohne Aufwand einfach alles haben kann, dann geht es mit uns steil bergab. Wir sitzen auf einem zu hohen Berg und schauen wohlgefaehlig auf andere herab. Dabei merken wir nicht, wie wir gerade verlieren... Wir brauchen wieder mehr Leistung, die mit Nachdruck eingefordert werden muss

Zweifel

Manchmal, aber leider immer öfter, zweifle ich am Verstand unserer Politiker. Was bitte schön soll eine Umbenennung von Ausbildungsabschlüssen bringen? Wird ein Esel schneller, wenn ich ihn Rennpferd nenne? Mal als Hinweis für Politiker: Nein, es bleibt ein Esel!

Gebmeinsenfdazu

Richtig, es wird teilweise suggeriert das handwerkliche Berufe keinen Erfolg versprechen. Lieber wird im Büro gearbeitet, da es gesellschaftlicher akzeptabler ist. Und doch beschweren sich einige das es schwer ist Handwerker zu finden. Ein bekannter von mir kann sich seinen Arbeitsplatz ohne Probleme auswählen. Und vielen berufen fehlte es schon immer an Attraktivität trotz guter Bezahlung. Dem Kind jetzt einen neuen Namen zu geben bringt m.M.n auch nichts.

Und gute Berufsschullehrer fehlen auch...!

Ja, lassen Sie uns doch die berufliche Bildung endlich aufwerten!
Berufskollegs heißen die beruflichen Schulen in NRW ja, warum nicht einfach bundesweit Berufsakademie?! Und besonders qualifizierte Lehrkräfte könnten ja auch den "Prof." als Titel zuerkannt bekommen. Damit würde man sicherlich den Mangel an Lehrkräften, gerade in Metall- und Elektrofeldern, aber auch in Sozialpädagogik (Erzieherausbildung) oder Pflegewissenschaft, beheben können.
Das mit dem Bachelor-Titel macht der Technikerverband übrigens schon seit 2014, indem er deutsche Fachschulzeugnisse ins Englisch übersetzt und als "Bachelor Professional" bezeichnet.
Und ich wäre auch für die Rückkehr zur Volksschule. Das tut den Kindern auf dem Land gut. Ab der 9. Klasse kann man dann in die berufliche Erstausbildung wechseln, aufs Gymnasium gehen oder eben eine Berufsfachschule besuchen. Das wäre auch im Sinne der Chancengleichheit und Sicherung reginaler Angebote sinnvoll.

@GebmeinSenfdazu - die Debatte ist absolut notwendig

Nicht alleine der demographische Faktor trägt die Schuld an unserer Ausbildungsmisere.

Sondern auch die Auszubildenden selber.
Aber auch hier haben viele Eltern eine mitschuld,
da sie ihre Sprößlinge nicht über die mediale
verführerische Welt aufgeklärt haben.
Schon morgen sind die Jugendlichen
vom nächtlichen Computerspielen/chatten total übermüdet im Unterricht oder an der Ausbildungsstelle und sind nicht mehr aufnahmebereit.

Ausbilden kostet Zeit & Geld.
Gerade über dem 2ten Weiter/Bildungsweg

Wenn da die von der AFD & FDP dieses nicht erkennen, haben diese offenbar auch eine
gewaltige Bildungslücke

Akademisierung in vielen Bereichen...

... ist eines der ursächlichen Probleme für den Azubi-Mangel.

Gerade die Unternehmen selbst haben durch ihre jahrelange Praxis, Studienabschlüsse zu bevorzugen, dazu beigetragen, dass dementsprechend auch mehr junge Menschen gezwungen waren, ein Studium zu machen.

Mein Vater ist z.B. noch ohne Probleme mit Realschulabschluss und mit einer Industriekaufmannslehre in den Beruf gestartet. Das ist heute kaum noch so möglich. Denn sobald da ein frischer Uniabsolvent auf der Matte steht, wird man mit seinem Realschulabschluss in 80% der Fälle sofort aussortiert, weil man a) für zu dumm gehalten wird, und b) das Unternehmen die Kosten für etwaige Weiterbildungen sparen möchte. Also sind alle mehr oder weniger gezwungen, von Anfang an zu studieren, um eine reelle Chance zu haben.

Dazu passt, dass immer mehr vormalige Ausbildungsberufe sich nun als Studiengang an Universitäten wiederfinden. Eigentlich total dumm!

@ IM Erich

"Und ich wäre auch für die Rückkehr zur Volksschule."

Das braucht es mW nicht, denn auf dem Land gibt es längst die Gemeinschaftsschulen, die in etwa den früheren Volksschulen entsprechen.

"Das tut den Kindern auf dem Land gut."

Wieso? Weil sie vielleicht für die gymnasiale Primar- und Sekundarstufen zu blöd sind, oder wie soll man das verstehen?

Der Wahn der Gleichmacherei von Ungleichen schadet

Wer zum Thema Bildung Nachhilfe braucht, sollte sich die Reden vom Tiefenpsychologen Michael Winterhoff anhören, dann weiß man logischerweise, was hier verkehrt läuft.

Es bräuchte eine totale Umkehr zur vernunftbegabten Ausbildung von Schülern und Jugendlichen.

Nichts ist ungerechter, als alle Ungleichen gleich machen zu wollen.
Daran krankt unser gesamtes System.
Daraus resultieren Unterforderung und Überforderung. Dadurch verlieren wir gehörig viel Potenzial der Jugendlichen.

Dieser Gleichheitswahn gehört abgeschafft, bin ich der Meinung. Er verdirbt Chancen und lässt unsere Kinder und Jugendlichen im Kollektiv verdummen.

Wer kein Geld für Privatschulen hat, ist arm dran in der Bildung, behaupte ich.

Wenn die Ministerin das nicht erkennt und sich einer Umkehr verschließt, wird sie nichts retten können, ist meine klare Haltung.

Jedes Jahr verlassen ca

Jedes Jahr verlassen ca 50.000 Schüler die Schulen ohne Abschluss!
In den letzten 45 Jahren der Massenarbeitslosigkeit sind das also über 2 Millionen Menschen.
Plus derjenigen, die keinen Ausbildungsplatz bekommen haben, weil die Arbeitgeber keine Ausbildungsplätze zur Verfügung gestellt haben.
Es gibt also mehr als genug Menschen, die mit Hilfe der Wirtschaft und der Regierung in einer konzertierten Aktion weiterqualifiziert werden könnten, um alle Mängel an Fachkräften innerhalb von ein paar Jahren zu beheben.
Bessere Gehälter, die zB auch zu einer guten Rente führen sollten aber selbstverständlich sein und nicht erst von den viel zu arbeitgeberfreundlichen und damit zahnlosen und unfähigen Gewerkschaften erkämpft werden müssen.

Titel nutzen gar nichts

Wenn ein Sanitärbetrieb mit über 100 Mitarbeitern sagt, daß er vor 10 Jahren für 30% seiner Azubis Nachhilfe in Mathe finanziert hat, sagt das viel über die Motivation seiner Lehrlinge und deren Elternhäuser aus. Man muß schon selbst was tun bzw. von zu Hause dazu angehalten werden. Leichter ist's, von eigener Faulheit bzw. Erziehungsunfähigkeit abzulenken und die Schuld Lehrern und Schule zu geben. Übrigens muß dieser Betrieb heute 50% der Azubis zur Nachhilfe schicken...

Inflation

Warum nicht gleich nen Doktortitel und nen Ehrenvorsitz bei der Bunds-CDU? Letzteres würde, mal so rein kompetenzseitig kaum mehr auffallen, ersteres, seitdem Ingenieure nach ihrer Ausbildung promovieren können, als hätten sie studiert, auch kaum. Und die Schulen (FH's, "Universities of applied science") dürfen den Doktortitel ja unsinnigerweise auch verleihen. Demnächst werden Arbeitgeber dann bei der Einstellung vermutlich ein Testdiktat fordern, wovor auch ich mich fürchten würde :-).

Re-Form nicht Re-Naming

ist meiner Meinung nach von Nöten.
Ein neuer Name hilft da sicherlich wenig.
Viele Ausbildungen sind total überfrachtet mit Wissen, dass in der Praxis nicht benötigt wird.
Für viele Ausbildungsberufe böte sich ein erstes Ausbildungsjahr mit generellen Inhalten und Prüfung an, wie die heute schon vorhandene Zwischenprüfung. Danach weitere 1 bzw. 2 Jahre mit Spezialisierung.
Die Abbrecherquoten könnten dadurch sinken, wenn nach 1 Jahr Ausbildung schon ein erster greifbarer Abschluss vorhanden wäre.

Das ist mal wieder typisch deutsche Politik(er)

Jahrelang hat man allen Kindern gepredigt: "Du muss studieren!" Da es nicht alle geschafft haben und die Absolventenzahl zu gering war, hat man die Einstiegshürden und das Niveau gesenkt. Wo man früher eine solide Berufsausbildung gemacht hat, schreit sich heute Bachelor, allerdings mit weniger Fähigkeit. Kurz gesprochen: Heute kann jeder halbwegs Intelligente jeglichen Schwachsinn studieren. Folge: Jeder studiert, da ja besser angesehen, keiner macht mehr eine Lehre. Jetzt kommt wieder das "Hallo-wach" der Politiker: "Wie konnte das bloß passieren?"

Man vergisst oft, dass eine solide Berufsausbildung oft der bessere Weg ist, beruflichen Erfolg zu haben. Wenn ich (Ausbildung im Handwerk, 2. Bildungsweg Fachhochule) zurückdenke und vergleiche was ich gelernt habe, ist der Wert der Ausbildung für das spätere Leben weit höher als im Studium.

Jegliche Umbenennung der Ausbildung ist mal wieder nur ein Zeichen der Unfähigkeit unser Regierenden. Sie blicken es einfach nicht!

Tradition ist gefragt

Meiner Meinung nach wäre im Handwerk eher Tradition gefragt anstatt der vorgschlagene Etikettenschwindel. Wenn ich einen Handwerker bestelle, dann gehe ich gerne zu einem Meister bzw. sollte ein Geselle das Gewerk erledigen. kommmt da ein Bachelor oder dergleichen habe ich eher weniger Vertrauen in Handwerkliches Geschick. Aber Meisterwesen abschaffen für diverse Pfuscher und dann irgendwelche neuen Typenschilder auf die Stirn zu pappen kann keine Lösung sein. Mein aufruf: "Liebe Eltern schickt eure Kinder in eine solide Handwerkliche Ausbildung, denn das werden die Leute sein, die angesichts des Handwerkermangels sehr bald das Geld verlangen was sie wollen. Die Marktwirtschaft mit Angebot und Nachfrage lässt grüßen."
Die Eltern sinds, die umdenken sollten und die zum Umdenken motiviert werden sollten. Dann wird es auch wieder Handwerker die in angemessener Frist Zeit haben für Ihre Kunden. Und nicht irgend welche Bastler, die sich Spezialisten nennen.

@ 13:03 von yolo

"Es bräuchte eine totale Umkehr zur vernunftbegabten Ausbildung von Schülern und Jugendlichen.
Nichts ist ungerechter, als alle Ungleichen gleich machen zu wollen.
Daran krankt unser gesamtes System."
.
Nichts ist schwieriger, als einem Elter klar zu machen, dass der Prinz/die Prinzessin nicht das Zeug zum Gehirnchirurgen oder Astronauten hat.........
Schließlich kann er/sie ja noch immer Blogger werden.
Aber wenn´s dafür sogar jetzt ein Diplom gibt! Das ist ja schon fast wie studiert, wenn einer ein paar Tage auf der Berufsschule war!
Deutschland, du Land der Studierten!

@um 13:22 von Tri Komplex

Die Abbrecherquoten könnten dadurch sinken, wenn nach 1 Jahr Ausbildung schon ein erster greifbarer Abschluss vorhanden wäre.
---
Es ist noch gar nicht so lange her, das hat man noch Ausbildungsjahre als Erfahrungsjahre angerechnet.
Das war sinnvoll.
Jetzt erkennt man diese nicht mehr an, weil man den Lohn drücken möchte und weil man die Einstufungen in höhere Lohngruppen nach Erfahrungsjahren hinauszögern möchte.

Anreize sind das nicht.
Wer weiß, dass seine Ausbildung nicht nur ein Zertifikat ist, sondern damit auch schon für die Zukunft sich ausrichtet, hat einen gewissen Ansporn und Lohn.

Abbrecher gibt es immer mehr, weil die für die Jobcenter und Arbeitsämter tätigen Ausbildungsvermittler ( z.B. DAA) für jeden vermittelten Azubi eine Provision erhalten, egal, ob der Jugendliche den Job wollte oder nicht.
Ich erlebte einen jungen Mann, der Polizist werden wollte, weil er ein Sport-Ass war.
Man hat ihn zum Bademeister ausbilden wollen, Lehre abgebrochen.
Provision gabs dennoch.

Lol

Da hat die Kaliczek noch garnicht begriffen, dass der Bachelor oder Master verpönt ist und sich viele wieder das Diplom zurückwünschen. Bachelor, was solln das auch sein? Hast das Grundstudium geschafft. Glorreich. Und beim Master? Wo ist da der wissenschaftliche Ansatz beim Studium? Heißt Bachelor nicht sogar nur Anwärter? Bachelor Professional ist dann wohl denglisch und bedeutet eigentlich nur Berufsanwärter! Das steht noch unter oder max. auf der gleichen Ebene eines Azubi. Wohl eher auf dem Niveau eines Praktikanten!

Was für ein Unsinn seine kulturellen Eigenheiten aufzugeben nur um sich im Endeffekt noch schlechter gegenüber anderen darzustellen als man eigentlich ist. Was sollen denn die Amis denken, wenn so ein Deutscher kommt und er stellt sich als Bachelor vor? Die lachen einen doch aus.

@Am 29. Juli 2019 um 12:55 von RoyalTramp
Sehr treffend geschildert.

Dachdecker-, Tischler-, Klempner-Bachelor-Professionel

warum sollten anständige Berufsbezeichnungen durch einen beleidigenden "Bachelor" Titel herab gewürdigt werden. Eine Ausbildung zum Bachelor (welcher Ausrichtung auch immer) ist weniger wert als eine fundierte 3 bis 3,5 jährige Ausbildung (Lehre). Als die Dipl.-Ing.
Studiengänge zu schwer für den Durchschnittsbürger wurden, sind die Bachelor Abschlüsse eingeführt worden.

Aber es ist ein Phänomen unserer Zeit sich bei minimaler Leistung maximal Geil vorzukommen.

Ganz wichtig: International

Master of Something, Master of Professionality...

Schließlich muss der Facharbeiter sofort von einem chinesischen oder argentinischen oder...Arbeitgeber, ohne weiteres nachprüfen was denn der so kann, einstellbar sein. Nur einheimische Arbeitgeber werden vor einem unverständlichen Hohlsprech kapitulieren müssen.

Macht sich aber sicher gut auf der Azubi-Party wenn man mit hochtrabendem englische Titel den Angeber geben kann. Die anderen werden was zu lachen haben.

Problematisch wirds wenn man mit dem Master in einen intelektuellen Haushalt zur Reparatur des Wasserhahns kommt. Als Frau. Meisterin, Meisterfrau, im Deutschen noch machbar. Im englischen Mistress?

Das wird eine Diskussion geben. Gender Diskriminerung von der Ministerin verordnet.

Aber sicher sind die 'Master' um Größenordnungen besser als die 'Meister'. Ist glaub ich ein Naturgesetz, aus den Sozialwissenschaften.

um 13:35 von NeutraleWelt

Aber wenn´s dafür sogar jetzt ein Diplom gibt! Das ist ja schon fast wie studiert, wenn einer ein paar Tage auf der Berufsschule war!
....
Leider haben Sie recht.
Ich wünschte, es wäre anders.
Nun will man auch noch im Wahn bei sportlichen Veranstaltungen allen eine Urkunde geben, niemandem eine Medaille mehr, allen die gleiche, ohne Punktezahl, weil sie nicht vergleichbar sein soll.
Im Ernst:
Wenn der Klügere nachgibt, gewinnt der Dumme!
Mir haben in diesem Land die Klügeren zu sehr nachgegeben.

Wer kein Leistungsland will, ist oft selbst nicht im Stande, Leistung zu bringen.
Und weil wir davon immer mehr Menschen schaffen ( bewusst oder unbewusst?), wird die Masse an Menschen mehr, die keine Leistung mehr wollen.

Nur wer soll sie dann noch ernähren?
Akademiker meiden Deutschland bereits, weil es hier keine Weiterentwicklungsmöglichkeiten gibt.
An die 300000 Menschen wandern hier jährlich aus.

Viele Mediziner, die wir kennen, arbeiten bereits im Ausland und lachen über uns.

13:18 von dr.wolf

Ich denke, es ist falsch, den jungen Menschen die Schuld an dem Ausbildungszustand zuzuweisen. Die von Ihnen geschilderten Umstände sind nur Auswirkungen der Bildungssituation.

Man muss heute selbst junge Erwachsene (20-30jährige) ganz wo anders abholen.

- Mathematik mit tauglichem Praxiswert wurde möglicherweise einfach nicht vermittelt
- dass aufmerksames zuhören- und sehen und auf Abruf wieder "ausspucken" bei einer praktischen Umsetzung nicht genügt, ist eher unbekannt
- dass keine Software eine zerbrochene Scheibe ersetzt, kann ein Aha-Erlebnis sein
- dass einem keine App dabei hilft, wie man ein bestimmtes Stück Holz bearbeitet, sch...
- dass körperliche Ertüchtigung für manche Berufe Voraussetzung ist, kann als Zumutung empfunden werden
- dass man sein vorhandenes Hirnpotential benutzt, seinen eigenen Gedanken und Überlegungen auch eigenständige, verantwortungsvolle Entscheidungen zutraut, boah ey.

...sind ein Teil meiner Erfahrungen bei der beruflichen Ausbildung.

Achtung Verwechslungsgefahr

1. Bitte nicht Universitäten und Ausbildungsstätten verwechseln. An Universitäten wird hauptsächlich Wissenschaft betrieben und das Studium ist dafür da, herauszufinden wer am fähigsten im jeweiligen Fachgebiet ist. Die werden dann auch Wissenschaftler. Alle anderen sind der Uni komplett egal. Anders die Fachhochschulen: Hier wird eine allgemeine theoretisch, sowie praktische Berufsausbildung gegeben. In den Ausbildungsstätten Betrieb + Berufsschule wird ein ganz spezieller Beruf gelehrt, welchen der Absolvent sofort ausführen kann. Also: Uni ist ein selbsterhaltendes System die Wissenschaft voranzubringen. Die Lehre ist dafür da, Arbeitnehmer zu schaffen.

2. Geld: Wer die Inflationsrate kennt, der lacht über 515 Euro. Man sollte vielleicht über 1000 Euro nachdenken.

3. Hört damit auf Kinder und Jugendliche zu beeinflussen, was sie später beruflich tun sollen! Seit fair, tolerant und überlegt welchen Beitrag ihr als Angestellte in euren Betrieben für die Jugendlichen tun könnt.

Am 29. Juli 2019 um 11:20 von Egleichhmalf

Genauso ist es. Dann sind auch alle Ausbildungsabschlüsse aus Deutschland mit denen anderer Länder vergleichbar, so wie das bei Bachelor/Master ja ganz toll funktioniert. Ok, Sarkasmus mal beiseite: Tritt diese Schande von Ministerin endlich mal zurück oder muss sie zurückgetreten werden?
Dass es in bestimmten Bereichen zu wenige Fachkräfte / Azubis gibt hat wohl eher andere Ursachen als die Bezeichnung des Jobs. Wie wäre es mal mit besseren Arbeitsbedingungen, deutlich bessere Bezahlung (515 € im ersten Jahr sind super, da können dann ganz viele Unternehmen die Azubigehälter wieder senken -> siehe Mindestlohnprinzip) und Anerkennung in der Gesellschaft? Natürlich wird heute niemand mehr freiwillig Pfleger sondern lieber Fitnesstrainer, weil die Bezahlung bei letzterem besser und die körperliche Anstrengung vergleichbar ist.

"Mehr als zwei Millionen junge Erwachsene ohne Berufsabschluss"

"Die beiden Parteien bemängeln außerdem, dass junge Erwachsene, die keinen Abschluss schaffen, zu wenig gefördert würden."
Entschuldigung, aber heutzutage bekommt man schon das Abitur hinterhergeworfen. Wer da nicht in der Lage ist, einen Berufsabschluss zu erwerben soll dann auch noch gefördert werden?! Vielleicht sollte man aus diesen Reihen die/den nächste/r Bildungsmininster/in rekrutieren...

Das Problem liegt ganz wo anders

Nämlich an der würdigung der Hände Arbeit!
Wenn ein Handwerker der sich 8 bis 14 Stunden pro tag Kniend und bückend den Rücken in 10 bis 15 Jahren für knapp über mindestlohn ruiniert wird dann ist das eben nicht so Attraktiv wie ein 9 to 5 Bürojob mit auskömmlicher Rente oder gar Pension.

Erst dann wenn Hart Arbeitende Menschen wie Kranken und Altenpfleger, Handwerker und der gleichen wieder mindestens genausoviel wenn nicht mehr wie verkopfte pseudointellektuelle Papierschubers verdien wird man sich dafür wieder begeistern können.

Bachelor oder Bättscherla

Bei uns im Frankenland hat einer nicht alle Tassen im Schrank, wenn er a Bättscherla hat - hört sich ähnlich wie Bachelor an. - Die neue Berufsbezeichnung "Bachelor Professional" wird nichts an dem Fachkräftemangel ändern, so wie wie auch die Co² Steuer kein Gramm von diesem Gas reduziert. Anstatt den Einstieg in das Berufsleben komplizierter zu machen, sollte man Bedingungen für Menschen mit einfachen handwerklichen Fähigkeiten schaffen. Kein Heizungsbauer muß die Durchflußgeschwindigkeit im Heizungsrohr berechnen, aber einen ein Schlitz ins Mauerwerke schlagen und das Rohr verlegen können. Mit dem theoretischem Wissen, was da heute von einem einfachen Gesellen verlangt wird, hat man in den 50 und 60ger Jahren die Meisterprüfung machen können. Überlaßt die Berufsausbildung mal wieder den Praktikern und nicht den Akademikern, dann gibt's auch wieder mehr Lehrlinge

Die Grundidee ist gut, die Abschlussbezeichnungen sind Unsinn

Dass man dem Akademisierungswahn etwas entgegensetzen und die beruflichen Ausbildungen aufwerten will, ist grundsätzlich der richtige Ansatz - wir brauchen bekanntermaßen in vielen Bereichen, etwa im Handwerk, dringend mehr Fachkräfte.

Zu diesem Zweck neue Abschlussbezeichnungen einzuführen, halte ich allerdings für Unsinn. Bachelor und Master sind akademische Grade, die von Universitäten oder anderen Hochschulen verliehen werden. Wenn demnächst jeder Berufsabschluss so heißt, stiftet das nur Verwirrung und macht das Vorhaben lächerlich ("Muss man den Klempner-Meister dann mit 'Herr Professor' anreden?").

Leistungswillen,Begabung Förderung im subsidiären Tun

>>12:22 von Bernhard H
Etikettenschwindel

Wir rimitino schon schrieb... <

>13:52 von yolo
um 13:35 von NeutraleWelt

Aber wenn´s dafür sogar jetzt ein Diplom gibt! Das ist ja schon fast wie studiert, wenn einer ein paar Tage auf der Berufsschule war!
....
Leider haben Sie recht.Akademiker meiden Deutschland bereits, weil es hier keine Weiterentwicklungsmöglichkeiten gibt.
An die 300000 Menschen wandern hier jährlich aus.
....Viele Mediziner, die wir kennen, arbeiten bereits im Ausland und lachen über uns.<<

Nun, Etikettenschwindel macht nix, wenn das Leben die Schule/äh der Lehrer, Dr.Titel, Prof, & Wissenschaftler das Maß ist denn wie steht's in der Schule übern Eingang:" Wir lernen fürs Leben, nicht für die Schule."Wider sprüchlich ist dann aber, wie deutlich die Praxisfähigkeit ihren Platz 1. erhielt: Die Meister usw., äh die Lobby a la Meistersinger von R.Wagner, die dem wahrlichen Leben den Kranz reicht: Begabung Förderung, Leistungswillen im subsidiären Tun & Lieben im Maß.

Wenn die AfD meint, dass 515,- €...

...für Betriebe im Osten zu hoch sind, die LINKE aber sagt, das sei viel zu wenig, haben wohl beide Recht.
Doch wenn ich mit Handwerkern, Besitzern kleiner Firmen und Werkstätten spreche und erfahre, dass 80 % der Auszubildenden vorzeitig abbrechen, weil sie schlicht (Zitat:) “keinen Bock haben, morgens so früh aufzustehen“, glaube ich nicht, dass die Lust bei 1000,- €, sich aus dem Bett zu erheben, erheblich größer wäre.
Eigenverantwortung ist ein Fremdwort geworden.

@Ti22

Was soll man da noch hinzufügen! Außer: Danke! Danke! Danke!

14:53 von SchorschHh.....Gluggerla

"Anstatt den Einstieg in das Berufsleben komplizierter zu machen, sollte man Bedingungen für Menschen mit einfachen handwerklichen Fähigkeiten schaffen...."

Mit zunehmender Komplexität der Berufswelt ist zunehmende Arbeitsteilung eine unausweichliche Folge, auch im Handwerk. Einen ordentlich ausgebildeten und engagierten Handwerker zeichnet allerdings eine umfassende Einsatzmöglichkeit in seinem Gewerk aus und er wird sich in seinem gesamten Berufsleben auf gutem Fundament aufbauend beständig weiterbilden müssen. Deshalb sind Helfer im Handwerk, wie bei Ihrem Heizungsbauerbeispiel, beständig weniger geworden.

Sollte so ein Helfer mit zusätzlichen oder umfangreicheren Arbeiten betraut werden, könnte es ein Gluggerla geben. Für gute Arbeit ist es wichtig, den gesamten Job zu kennen und auch alle Umstände überreissen zu können. Gute Handwerker brauchen wir, keine willigen und billigen Helfer.

@ Kunstniete

"Entschuldigung, aber heutzutage bekommt man schon das Abitur hinterhergeworfen. Wer da nicht in der Lage ist, einen Berufsabschluss zu erwerben soll dann auch noch gefördert werden?!"

Habe ich mir beim Lesen der Meldung ehrlich gesagt auch gedacht.

Wer es im jungen Erwachsenenalter nicht geschafft hat, irgendeinen Abschluss - egal welchen - zu machen, hat mit hoher Wahrscheinlichkeit schwerwiegendere Probleme. Das geht nicht immer auf Faulheit oder komplette Unfähigkeit zurück, sondern oft auch auf das soziale Umfeld, ein zerrüttetes Elternhaus oder dergleichen. Aber meist sind es eben Probleme, die sich erfahrungsgemäß mit ein bisschen staatlicher "Förderung" nicht lösen lassen.

Bachelor Professional

Wenn ich eine Kugel in Würfel umbenenne, ist sie dann ein Würfel?

@um 14:43 von Keyalha

Erst dann wenn Hart Arbeitende Menschen wie Kranken und Altenpfleger, Handwerker und der gleichen wieder mindestens genausoviel wenn nicht mehr wie verkopfte pseudointellektuelle Papierschubers verdien wird man sich dafür wieder begeistern können.
---
Ich habe einen Neffen, der Dachdecker geworden ist. Er arbeitet hart, verdient wirklich gut und hat kein Minderwertigkeitsproblem. Er zeigt jeden Tag, dass seine Arbeit wichtig ist und verleiht seiner Arbeit dadurch selbst die entsprechende Würde. Niemals habe ich von ihm gehört, dass er abfällig behandelt worden wäre, weder in der Gesellschaft, noch von Anzugträgern.

Wie sie schreiben, finde ich spalterisch.
Derjenige, der die Aufträge einholt, der Steuerfachmann, der Architekt, der das Haus entworfen hat - alle haben ihren Anteil und begegnen sich mit Respekt.
Ich glaube, das ist deshalb so, weil mein Neffe sich nicht hinter Minderwertigkeitskomplexen versteckt.
Er verdient mehr als sein Bruder, der Akademiker ist.
So ist es.

Zu hohe Noteninflation

Seit Jahren sinkt das Niveau der Leistung zu den Schulnoten. Ein Abitur sollte eine Studierbefähigung bleiben, keine Massenwahre. Dann bleiben auch genügend Mittelstüfler und gute Hauptschüler für einen Ausbildungsplatz übrig. Die meisten Mittelstüfler haben heute nicht mal mehr das Niveau eines Hauptschülers von vor 20 Jahren. .... aber alles was geradeaus schreiben kann und etwas besser rechnen kann, wird zum studieren geschickt.
Weniger Häuptlinge mehr Indianer!

@ SchorschHh, um 14:53

Manchmal muss man die Sachverhalte vereinfacht darstellen, um sie klar verständlich zu machen. Das macht sie aber drum nicht richtiger.
Natürlich aber haben sich die Ansprüche in jedem Beruf geändert, leichter geworden ist nichts; aber wenn die Ausbildung abgebrochen wird, weil Dinge nicht verstanden werden, die zu diesem Beruf gehören, nutzt es nichts, sie einfach aus dem Lehrplan zu streichen. Und wer sich Heizungsbauer nennen will, muss halt die Durchflussgeschwindigkeit berechnen können, sonst funktioniert's nachher nicht; wem das zu schwierig ist, wird sich entweder reinknien müssen zeitlebens Schlitze kloppen für deutlich weniger Geld.

So ist es

Ich darf Ihrer Anmerkung, daß …der Dampf unterm Kessel fehlt... ein hohes Maß an Zustimmung beipflichten.
Ich bin zwar ein paar Stunden jünger als Sie, aber wir haben damals gewollt und uns selbst gekümmert. Und im nachhinein kann man sagen - er war richtig so - aus wenn wir auch nicht immer alles richtig gemacht haben.

Bachelor batsch batsch!

Vor vielen Jahren habe ich Computer im Bauhaupt-/Baunebengewerbe verkauft. Dabei gab´s auch manche Döntjes. Ein Installateurmeister sagte mir: "Wenn sich bei mir ein Volksschüler und ein Abiturient bewerben, dann gebe ich denen immer die selbe Aufgabe, nämlich wie man bei einem Rohr eine T-Abzweigung konstruieren kann. Derjenige, der ein Stück Rohr an das Rohr setzt und mit einem Papier die Kontur der Verbindung anreißt, bekommt den Job, und das ist in der Regel nicht der Abiturient, denn der versucht die Lösung mathematisch/geometrisch zu lösen.".
.
Es ist jammerschade, dass durch den Bolognaprozess und PISA praktische Fertigkeiten so ins Hintertreffen geraten sind. Deshalb sind die Schulen ja auch verdreckt, denn wer ist so "dämlich", den Dreck zu beseitigen.
.
Wir müssen nonverbale Fertigkeiten wie Geschick, Sorgfalt, Umgänglichkeit wieder einen angemessenen Wert geben, dann haben wir auch wieder genug Handwerker. -> Bachelor batsch batsch

15:38 von Ausbilder im Be...

Zu hohe Noteninflation
Seit Jahren sinkt das Niveau der Leistung zu den Schulnoten. Ein Abitur sollte eine Studierbefähigung bleiben, keine Massenware. Dann :::übrig. Die meisten Mittelstüfler haben heute nicht mal mehr das Niveau eines Hauptschülers von vor 20 Jahren. .... aber alles was geradeaus schreiben kann und etwas besser rechnen kann, wird zum studieren geschickt.
Weniger Häuptlinge mehr Indianer!
///
*

Aber parteiübergreifend glaubt man, mit mehr Geld für die alten Bildungsverursacher, "gegen-zusteuern".
*
Als langjähriger Vorsitzender einer Prüfungskommission für Berufskraftfahrer habe ich bereits 2000 beim "neuen Berufsbild" erkärt, für diese Farce nicht mehr zur Verfügung zustehen.
*
(bei guter Theorie kann man nach 4 von 12 Fahraufgaben aussteigen. Bestehen und Sicherheit gesichert?!)
*
Ich habe dem Exkanzler Schröder einen Satz besonders gegelaubt, leider hat er
Klar man kann ja den selbstgeschaffenen mündigen Bürger bei Pannen nicht in seinen Vorurteilen bestätigen.

@ 15:38 von Ausbilder im Be...

"Zu hohe Noteninflation
Seit Jahren sinkt das Niveau der Leistung zu den Schulnoten. Ein Abitur sollte eine Studierbefähigung bleiben, keine Massenware."
.
Ach?
Fällt Ihnen das auch auf?
Aber nein, nein, nein!
Er ist das natürliche Recht eines jeden Kindes ein Abitur zu bekommen!
Und wenn es mit den Noten nicht reicht sollte man den Notenspiegel absenken. Notfalls können Sie auch Ihr Abitur oder den Studienplatz in Medizin einklagen!
Wir sollten uns den Doofen und Leistungsunwilligen in unserer Gesellschaft anpassen! Jeder hat ein Recht auf Abitur, auch ohne Lernen!
Und da ist der Vorschlag von Frau Karliczek gut! Jedem ein Diplom, einen Bachelor oder den Master!
Jeder hat ein Anrecht auf ein Diplom!
Und das wird alles besser machen! Die Azubi´s werden strömen! Besonders im Gesundheitswesen! Gibt 5 Euro mehr, aber dafür bekommst du ein DIPLOM!
WOW!
Danke Frau Karliczek!

15:38 von Ausbilder im Be...

"Weniger Häuptlinge mehr Indianer!"

Ich habe den Eindruck, Ihren Ausführungen liegt eine hirarchische Anordnung verschiedener Berufsfelder zugrunde. Genau das gilt es m.M.n. zu überwinden.

Inianer und Häuptlinge gibt es in allen Berufen, welche die mehr administrativ und welche die konkret am Job arbeiten. Auch ob fürs Abitur mehr oder weniger als zuvor erwartet wird, ist dabei wurscht.

Nicht jeder Handwerker kann oder will Akademiker werden und selbst exellente Akademiker können als Handwerker komplett ungeeignet sein. Das macht nix.

Wichtig ist, dass jeder den Beruf nach seinen Wünschen und Fähigkeiten erlangen kann und ggf. gefördert wird.

Dazu ist eine vergleichende Hirarchie komplett entbehrlich. Wir reden nicht von über- und untergeordneten, sondern von unterschiedlichen Berufen und jeder sollte die Leistungen des anderen anerkennen und würdigen, was sich in der anständigen Bezahlung und in der gesellschaftlichen Anerkennung zeigt. Daran haperts.

Das lustig

aber irgend wie auch komisch, ein Klempner mit Facharbeiterbrief kann sicher auch umbenannt werden, als Professor für Blech und Waschschüsseln.
Nur ändert das an der Tätigkeit nicht, und es gibt gute und eher schlechte, die guten sind eher älter und zu anderen Zeiten ausgebildet worden.
Es wäre an der Zeit mal wieder Niveau bei Studium anzuheben, heute kann jeder, und die Namen klingen alle ganz wichtig.
Nur bringt das nichts, schöner Name wenig können.
Und wer will denn heute noch auf dem Dach oder auf der Straße arbeiten, das ist es immer schwierig sein Smarti zu bedienen, oder zur Kaffeemaschine zu trampen.
Denn dort hat man meist beide Hände voll, und die Bezahlung ist auch nicht prall, schönen Ledersessel zum Zeit herum bringen gibt auch nicht.
Alles keine Alternative für die Jugend.

@Fenian, 11.50h

Ich bin 2007 aus Ungarn zurückgekehrt.
Da wird die "Szak-Iskola", entspricht unserer Berufsschule, mit dem Abitur abgeschlossen, ohne nur annähernd etwas mit einem Gymnasium tun zu haben.
Der Berufsabschluss zum Facharbeiter und bei verlängerter Schulzeit zum Meister kann erlang werden, ohne eine Stunde in diesem Beruf gearbeitet zu haben,
Das ist nicht die Regel, aber möglich.
Soweit ich weiß, wird die beruflich Qualifikation jetzt besser, liegt aber noch weit hinter der dualen Ausbildung in Deutschland zurück.
Ich habe diese Berufsausbildung hautnahe beim Sohn meiner damaligen Lebensgefährtin begleiten können, weiß also schon, von was ich schreibe.

Problem Zweitstudium

Ein weiteres Problem ist, dass, wer einen ersten berufsqualifizierenden Studienabschluss erlangt hat, keinen Anspruch darauf hat, ein weiteres Studium aufzunehmen. Hier gibt es hohe Hürden.
Das Problem haben z.B. viele Ergotherapeuten, die einen Bachelor-Abschluss gemacht haben. Früher war Ergotherapeut ein nicht-akademischer Berufsabschluss. Seitdem er akademisiert wurde,
haben sie kaum noch eine Chance ein Studium zu beginnen. Das gleiche Problem käme dann wohl auch auf die Bachelor Professional zu.

Ausbildungsfähigkeit

Wenn niemand oder zuwenig Jugendliche gefunden werden die eine klassische Ausbildung mit Lehre machen wollen oder können, wäre es sinnvoll dahin zu schauen wo die Ursache ist. Elternhaus und Schule. Wenn jemand ungenügend Rechnen, Lesen oder Schreiben kann, bleibt er/sie sitzen. Punkt. Und wenn er/sie die Leistung nicht verbessert bleibt er/sie in dieser Klasse bis zum Ende der Schulpflicht. Wenn ein Schüler oder Auszubildender in der Lage ist, während der Arbeitszeit sein Handy nicht einzuschalten, mit dem Kopf und Gedanken bei dem zu sein, was gerade gefordert wird, hat er/sie gute Chancen eine Ausbildung zu bestehen. Notwendiger weise wäre noch die Beherrschung der deutschen Sprache Voraussetzung.

Viedlleicht bin ich schon zu alt

Heute hat doch jeder die Möglichkeit, alles zu erreichen, wenn er sich anstrengt und die nötigen Voraussetzungen dafür hat.
Es hat nicht jeder die Fähigkeiten zum Chirurgen, zum Feinmechaniker oder zum Kaufmann.
Aber die Angebotspalette ist so breit, dass jeder etwa finden kann, was seiner Eignung entspricht.
Das sollten die jungen Leute mal klar erkennen.
Diese Chancen hatte meine Generation nicht.
Da kostete das Gymnasium noch Schulgeld und war somit nicht von der eigenen Fähigkeit, sondern vom Geldbeutel der Eltern abhängig.
Der Leistungswille ist maßgebend und nicht, wie die Linken gerne verbreiten, die Herkunft.
Mit Engagement und realer Selbsteinstellung kann heute jeder alles werden.

Ich gebe Ihnen recht aber

Ich gebe Ihnen recht aber widerspreche zugleich: Wenn eine Person ein Motivationsproblem hat, dann wird dies nicht durch Geld gelöst, da haben Sie recht. Aber es muss möglich sein, für einen Ausbildungsplatz umziehen zu können und nicht im Elternhaus zu bleiben. Auch wenn viele mit 16 eine Ausbildung starten, muss dies nicht heißen, dass wir den Studienabbrechern mit 25 eine Ausbildung durch zu geringe Lehrgelder verwehren sollten. Bei einer Wohnung in Stadtnähe und Eigenanteil der Krankenkasse bleibt am Monatsende nichts übrig. Und ich finde es wichtig, dass man auch mal einen Städtetrip machen kann oder mit Freunden mal in die Kneipe geht. Wenn dazu das Geld fehlt weil man für 12m^2 - 500 Euro monatlich zahlen soll und der Gasanbieter einem eh wieder eine 400 Euro Nachzahlung stellen wird, dann haben wir kaum Anreize sich für diesen Berufsweg zu entscheiden.

Neue Fachbezeichnungen? Im Ernst?

Na, dann geht's ja bestimmt voran, wenn man den Berufen neue (am besten englische) Bezeichnungen gibt. Was in den Köpfen von "Verantwortlichen" vorgeht, die auf solche Ideen kommen, wüsste ich zu gerne einmal. Mit solcherlei Dampfplauderei löst man sicherlich die Probleme im Bildungsbereich nicht.

Förderung

Tatsächlich sind in vergangenen Jahren viele Menschen "durch den Rost gefallen", denen man heute, bei Nachwuchsmangel in vielen Branchen und Regionen, durchaus eine Chance geben würde.

Damals konnten die Betriebe eben aus dem Vollen schöpfen.

Diese Menschen gibt es immer noch. Und ja, da ist Förderung nötig, denn das Leben ist ja für sie weitergegangen, wie für uns andere auch. Manche waren vielleicht einfach nur unreif, bei anderen wären evt. Probleme zu beseitigen.

Da wäre Potential, in das aber vielleicht noch investiert werden muss. Manche dieser Menschen haben evt. Verpflichtungen, die berücksichtigt werden müssten (Kinder, Pflege, sonstige finanzielle Verpflichtungen), andere brauchen evt. andere Hilfen.

"Förderung" kann sehr unterschiedlich aussehen, auch wenn es natürlich zum Schluß immer darauf rauslaufen wird, das Geld fließen muss.

Es sei gestattet :

... diese verbalen Spielereien der sogenannten "Bildungspolitiker" kritisch zu hinterfragen.
Sie basteln und basteln, versuchen sch persönlich zu profilieren, bringen aber nichts zu Wege.
Das Bildungsniveau in unserem Lande sinkt in der Breite, Analphabetentum wirksam zu bekämpfen gelingt nicht, Abiturnoten erreichen nie gekannte Höchststände, das "Zeugnis der Reife" ist zum Massenartikel degeneriert, Meisterprüfungen zum Führen eines Handwerkbetriebes nicht mehr erforderlich.
Beharrlich klebt der Föderalismus an seinen Kompetenzen.
1967 am Humanistischen Gymnasium Abitur gemacht, von 60 Sextanern sind 24 übrig geblieben davon haben 6 Medizin studiert, 6 Jus, 6 sind Gymnasiallehrer geworden 6 haben andere Fächer studiert, 2 von uns sind Professoren geworden.
Die beste Durchschnittsnote 2,0 !

@Ti22

Ihr letzter Satz beschreibt den Inhalt ihres Kommentars recht gut. Ein eindrucksvoller Beweis fuer die ueberlegene Intelligenz des Diplomanden.

Mit "Bachelor Professional" zu mehr ....

Also wenn der Titel dazu führt, das der "Job" zum "weißen Kragen" Beruf führt (früher hatte ja Beruf was mit Berufung, zumindest sagte das mal einer)…
Bei uns ums Eck ist einer(so um die 30 wohl), der arbeitet in einer Shisha Bar, der fährt ne E-Klasse mit dem AMG Logo dran, wenn das bei dem Bachelor mit drin ist, dann ist das sicher ok - obwohl wenn sie zu viele haben, reizt vielleicht auch ne E-Klasse nicht mehr so, … Wir müssen vielleicht mal besser überlegen, wer uns da nachwächst, was deren Wertekanon hergibt und was Gratifikation da bedeuten kann, Symbolwerte werden da nicht reichen.

17:06 von udo.s

Danke für diese treffende Einschätzung!

Youtube Stars

Viele der jungen Leute haben gar kein Problem damit, keinen Abschluss oder keine Ausbildung zu haben.
Sie wissen ganz genau, dass sie schon nicht verhungern werden - der Staat zahlt ja, wenn's hart auf hart kommt.

Oder sie werden halt youtuber ;)

Berufsausbildung in Deutschland

Die Berufsausbildung in Deutschland ist dringend Reform bedürftig, da verfolgt die Ministerin nur teilweise einen richtigen Ansatz.

In Deutschland fehlen tausende Fachkräfte und Jugendliche, die eine qualifizierte Ausbildung machen. Die Migration ist nur eine Möglichkeit, wir müssen aber viel mehr tun. Wir müssen Deutschland für Fachkräfte aus dem Ausland attraktiv machen.

Erinnert immer mehr an die USA

als ich bei einer amerikanischen Bank arbeitete, war ich anfangs in Princeton beeindruckt, wie viele der US-Kollegen vorher bereits "vice president" oder "assistant vice president " waren und trotzdem auf der gleichen Stufe wie ich anfingen. Bis ich merkte, dass der "Titel" auf der Visitenkarte nichts bedeutete. Jetzt wird es bei uns ähnlich nichtssagend. Dabei liegt das Problem viel früher an der mangelnden schulischen Bildung.

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