Ihre Meinung zu: EuGH zu Datenschutz: Worum müssen sich Website-Betreiber kümmern?

29. Juli 2019 - 8:01 Uhr

Früher war der Facebook-Like-Button auf vielen Internetseiten eingebettet. Heute ist er fast verschwunden. Das liegt auch daran, dass unklar ist, wer wie für Datenschutz sorgen muss. Das soll sich jetzt ändern. Von Claudia Kornmeier.

Artikel auf tagesschau.de
Bewertung:
3.666665
Durchschnitt: 3.7 (3 votes)
Schlagwörter der Meldung:
Geo-Schlagwörter der Meldung:

Kommentare

Es sind nicht nur die „Like -

Es sind nicht nur die „Like - Buttons“ sondern auch die „Link - Buttons“, die den asozialen Netzwerke - Anbietern erlauben sämtliche Daten vom jeweiligen Gerät zu speichern.
Ohne anklicken.
Ohne Einverständnis.
Allein die Anwesenheit solcher Buttons macht’s möglich.

Ob das auch andere Dienste betrifft?

Denn wenn man mal eine durchschnittliche Webseite aufruft und mal den Datenverkehr genauer betrachtet, wird man feststellen, dass haufenweise Inhalte meist über Drittanbieter angefordert werden, damit diese Webseite überhaupt funktioniert, der andere große Teil sind dann noch Auslieferung von Werbe-Inhalten und Analyse-Daten (also Tracking).

Die Fragestellung müsste sich demnach also nicht nur auf einen Like-Button beziehen, sondern auch auf alle anderen genannten Dienste, die natürlich auch zumindest die IP-Adresse ausgeliefert bekommen.

Das kann man zwar durch Browser-Plugins verhindern und kontrollieren, doch funktionieren die meisten Webseiten dann gar nicht mehr, also wäre das zu verbieten auch praktisch kaum möglich.

@danh

Das kann man zwar durch Browser-Plugins verhindern und kontrollieren, doch funktionieren die meisten Webseiten dann gar nicht mehr, also wäre das zu verbieten auch praktisch kaum möglich.

Da widerspreche ich! Denn wenn die Datenweitergabe verboten wäre, dann müssten die WebSite-Betreiber ihre Seiten so aufbauen, dass sie eben auch "autark" funktionieren, ohne Nutzerdaten ungefragt an irgendwelche Dritten weiterzugeben.

Das wäre ein Verbot nicht nut möglich, es wäre meiner Meinung nach auch dringend erforderlich. Wer sich über die Datenerhebung durch staatliche Stellen aufregt, der müsste sich hier eigentlich erst recht aufregen, denn hier geht es nicht um Sicherheit oder um Strafverfolgung, sondern ein ganz profanes Ziel: Profit. Und das rechtfertigt meines Erachtens den Eingriff in die informatorische Selbstbestimmung nicht.

PlugIns

<>

Unsinn! Mein FireFox wird durch 'Facebook Container' geschützt und alles funktioniert problemlos.

Schön übrigens dass die ARD nach langen Jahren ihre Like Buttons auch abgeschafft hat. Als ich das seinerzeit angemahnt hatte, kam nur ein gelangweiltes 'Ist uns doch egal' zurück..

Der Like-Button ist nur die offensichtliche Spitze des Eisbergs

... denn natürlich lässt sich das Prinzip auch auf andere, weniger sichtbare Dienste und Anbieter übertragen. So sind die größten Datensammler, wenn man jetzt mal die Verkehrsdaten betrachtet (und aus denen lassen sich eben mit ausreichender Menge auch erhebliche Schlussfolgerungen ziehen), neben denen im Rampenlicht (Facebook, Twitter, Google & Co.) vor allem Werbenetzwerke (teilweise mit Schnittmengen zu den vorgenannten) und nicht zuletzt auch die Betreiber der großen Cloud-Dienste (Amazon AWS etc.) und Content-Delivery-Networks (CDNs), die heutzutage, je nach Umgang der Seitenbetreiber mit dem Thema, einen erheblichen Teil der "Bausteine" diverser Websites (von Schriften, Bildern über Skriptbibliotheken bis hin zu Tracking-Tools) ausliefern und damit die entsprechenden Nutzdaten bei sich vereinen.

Schade ist aber vor allem, dass viele Seitenbetreiber das Problem daran nicht erkennen können oder wollen - und aus Bequemlichkeit argumentieren, es ginge ja auch gar nicht mehr anders.

"mangels Einflussnahmemöglichkeiten"?

So ein Blödsinn...
Ein Beispiel?
Ein Mobiltelefon Hersteller baut Abhörchips in sein Telefon ein, welche automatisch jedes Gespräch an Facebook weiterleiten. Facebook bezahlt dafür...
Hersteller redet sich heraus das er ja "mangels Einflussnahmemöglichkeiten" nicht schuld an dieser Spionage ist?
Was ist das denn für eine blödsinnige Ausrede?

Sie betten es mit Absicht ein und sie bekommen Geld dafür!

Natürlich ist es ganz einfach dagegen anzugehen -> kein Facebook!

Was soll es einfache User machen?

Ich gebe es zu...
Ich wollte und ich will mich gar nicht so intensiv mit der Materie beschäftigen...

Ich bin Anwender. Ich benutze Firefox, habe einen kostenlosen Werbe- und einen Trackingblocker installiert und überlege natürlich, wann ich wo draufklicke.

Meine eigene Homepage ist nach Baukasten System von der Stange.
Ohne viel PrimBamBorium.

Dennoch wird es langsam sehr unübersichtlich, was man als Betreiber einer eigenen Homepage darf und was nicht.

Für simple kleine Unternehmen, wie dem Handwerker um die Ecke, kaum stemmbar.

Aber in diesem Fall hier geht's um ein großes Unternehmen, das auch gezielt Daten sammeln und mit Facebook in Kooperation sein möchte... (Wir geben Euch die Daten von den Besuchern und Ihr unterstützt uns bei der gezielten Werbung... Geld wird auch noch gezahlt)

Man wird leider alle über einen Kamm scheren müssen und so bleibt wie immer der kleine Handwerker oder die Gaststätte auf der Strecke, mit Ihrer Abmahnung...
Weil der Durchblick fehlte.

Richtiger Schritt

Wenn es gar nicht anders geht, dass Daten nicht nur unwissentlich, sondern auch ungewollt, teilweise die Nutzung der Sites durch Einverständniserklärungen "erpresst", weiter gegeben werden, dann ist ein Verbot sinnvoll. Überfällig sogar. Nicht nur bei Facebook.

@Neu 09:19

"Schade ist aber vor allem, dass viele Seitenbetreiber das Problem daran nicht erkennen können oder wollen - und aus Bequemlichkeit argumentieren, es ginge ja auch gar nicht mehr anders."

Wie bereits geschrieben...

Habe als Anwender vor Kurzem selbst eine Homepage erstellt... Privat. Aber was man da alles beachten und aufklären muss...

Das hat mit reiner Bequemlichkeit nichts mehr zu tun. Wenn man sich in IT nicht auskennt, muss man für teuer Geld jemanden für Erstellung und Wartung der Homepage jemanden bezahlen...

Oder mit System Baukästen arbeiten. Von der Stange und den großen Konzernen, die "mitlesen".

Bleibt zu hoffen, dass sich die Anwender effektiv schützen können.

Mein Reden seit Jahren.
Denn auch hier bei den ÖR kritisiere ich das.

Nicht jeder kann sich, wie ich, dagegen wehren.
Zum Beispiel darf nicht
allein der Besuch einer Seite einer Selbsthilfegruppe dazu führen,
dass ich als Nichtmitglied von Facebook & Co.
quasi als 'Psycho' in deren Datenbanken verwurstet werde.

Wenn die EU und Deutschland wirklich für die Bürger

und nicht für die Unternehmen da wäre, wäre schon lange der sog. Stalking-§ in Stellung gebracht und an die heutige Zeit angepasst worden, um das elende Tracking zu unterbinden.

Im StGB wird Nachstellung (§ 238 StGB) verfolgt. Unter dem subsumierten Begriff „Nachstellung“ werden alle wiederholende Verhaltensweisen definiert, welche in die Lebensgestaltung des Betroffenen eingreifen.

Bereits diese Definition reicht, um dem unseeligen Treiben einen Riegel vorzuschieben.

Aber es wird sich sicher kein Richter finden, der das so sieht und entsprechende Urteile gegen die Tracking-Unternehmen fällt.
Denn Richter würden sich damit bei einem der stillen Mit-Nutzer des Trackings unbeliebt machen - dem Staat.

Solange der Staat damit noch bestehende Lücken in der Überwachung weiter einengen kann, tut sich rein gar nichts.

Dabei hat das Internet Anfangs so prima Chancen gehabt - wenn nicht geld- und überwachungsgeile Institutionen das Web komplett korrumpiert hätten.

@Dabei hat das Internet Anfangs 9:54 von Delirium

"so prima Chancen gehabt..."

Das klassische Internet ist schon seit einiger Zeit kaputt.
Noch sind wir nicht viele, aber es werden täglich mehr,
die an der Restitution des Internets mit äusserst kreativen Methoden arbeiten.

Angelehnt an vor fünfzig Jahren sage ich:
Schafft ein, zwei, viele Internets..
Ich sage nur: China, China äh LoRaWan

um 09:52 von artist22

Denn auch hier bei den ÖR kritisiere ich das.

Bei den ÖR ist das Hauptproblem, dass für tiefergehende Informationen und Diskussionen of auf Facebook verwiesen wird, was diejenigen ausschließt, die sich nicht von Facebook vermarkten lassen wollen. Früher existente ÖR-Foren zu Sendungen sind nahezu komplett Richtung Facebook verschwunden, was imo dem Auftrag der ÖR widerspricht.

Die Websites selbst sind dagegen meist unproblematisch. Es ist eher die Ausnahme als der Regelfall, dass auf einer Website keine externen Scripte eingebunden sind wie zum Beispiel hier auf tagesschau.de.

@09:52 von artist22

„Nicht jeder kann sich, wie ich, dagegen wehren. Zum Beispiel darf nicht
allein der Besuch einer Seite einer Selbsthilfegruppe dazu führen,
dass ich als Nichtmitglied von Facebook & Co.
quasi als 'Psycho' in deren Datenbanken verwurstet werde.“

Richtig! Datenweitergabe nur mit Zustimmung! Ein Problem ist aber: Die Datenschutzerklärung, der man zustimmen soll, ist i.d.R. so lang und schwer zu lesen, dass die meisten aus Bequemlichkeit einfach zustimmen.

Ein Urteil dazu ist dringend notwendig.

Manche Websites wollen Skripte von mehr als 20 externen Anbietern ausführen und informieren natürlich an keiner Stelle, über die von diesen Anbietern erhobenen Daten.

Angenommen, es würden gleichzeitig alle, die eine RSV haben,

nach §238 StGB gegen Tracking-Unternehmen klagen - und das in einer konzentrierten Aktion, sodass möglichst viele Medien darauf aufmerksam werden...
Klar, viele Medien sagen, sie brauchen das Tracking und die Werbeeinnahmen - kommt ja immer häufiger bei AdBlockern.
Gut, Werbung ist verständlich - aber welcher Redakteur und IT-Spezi in solchen Unternehmen freut sich über Tracking, das er einbauen- oder erdulden muss?
Ich denke schon, dass da nicht nur alternative Medien anspringen würden und sich offen gegen Tracking positionieren würden.
Und vielleicht findet sich dann ja auch der ein oder andere Richter, der noch Verantwortungsgefühl und Berufsstolz hat.
Es müsste nur eine richtige Welle werden.

@ um 09:23 von Axtos

Gefährlicher Irrtum!!!
„Natürlich ist es ganz einfach dagegen anzugehen -> kein Facebook!“
Genau so einfach ist es eben nicht!!
Allein die Anwesenheit des Link - Buttons von Facebook auf dieser ARD - Tagesschau - Seite führt dazu, dass sämtliche ihrer Daten, die sich auf dem Gerät befinden, mit dem Sie diese Seite ansehen, an Facebook ausgeliefert werden!!
Dazu müssen sie weder eine Facebook - Seite aufrufen, noch bei Facebook Mitglied werden! Auch werden Sie dazu vorher nicht befragt, da Sie davon ausgehen, allein die ARD - Tagesschau - Seite zu besuchen.
Perfide daran ist, dass uns auch die ARD darüber nicht informiert!
Und das Gleiche gilt für Twitter und WhatsApp und wie sie alle heißen.
Facebook, Google, Amazon, Microsoft haben Ihre gesamten Daten wahrscheinlich schon längst.
Nur wussten Sie bisher nichts davon.

@09:23 von Axtos

Da irren Sie sich aber.
Facebook (und wohl auch andere Tech-Konzerne) erstellen nämlich auch sog. Schattenprofile. Das sind Profile von Menschen, die selbst kein Nutzer des Dienstes sind, von denen aber Daten von Nutzern abgegriffen wurden, bspw. über das Runterladen aller Handy-Kontakte bei der WhatsApp-Nutzung. Und diese Schattenprofile enthalten genau so viele Infos über Sie und mich, wie ein normales Profil.

Darstellung: