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Die Verteidigung von

Die Verteidigung von Demokratie und Rechtsstaatlichkeit gegen jede Form von Extremismus (ganz gleich ob von linken oder rechten Chaoten initiiert), Rassismus und Menschenfeindlichkeit ist eine immerwährende Aufgabe. Das Gedenken an den Widerstand gegen den Nationalsozialismus ist nicht nur als ein historischer Moment zu betrachten, sondern entspricht leider auch den aktuellen Geschehnissen.

In Bamberg steht eine

In Bamberg steht eine Gedenktafel, die an Claus Graf Schenk von Stauffenberg erinnert. In der Vergangenheit wurde diese immer wieder mit Hakenkreuzen beschmiert und verunstaltet. Somit ist aus der Gedenktafel in besonderer Weise ein Mahnmal geworden, das uns zeigt, wie sehr Hass und Hetze noch immer verbreitet sind.

es wird inzwischen bezweifelt

ob die Attentäter des 20. Juli den Krieg beenden wollten. Und selbst wenn: ein Ende des Nationalsozialismus strebten sie definitiv nicht an.

Ich finde die Verklärung der Gruppe um Stauffenberg unangemessen. Wir haben in der Geschichte des dritten Reichs genügend Personen - Männer wie Frauen - die in der Tat den Faschismus bekämpften und nicht nur die Person Hitler. Nach denen hat man ein paar Schulen oder Straßen benannt. Ein jährliches Gedenken sucht man vergebens.

Leider gedenken wir nur den "Offizieren"

die sich doch mehr um den Untergang des 3ten Reichs gesorgt haben. Die vielen anderen Widerstandskämpfer insbesondere die mit kommunistischer Ideologie werden immer noch vergessen.

Georg Elser

Ist ja gut und schön den deutschen Militaristen zu gedenken die es kurz vor Kriegsniederlage doch noch kapiert hatten, daß es sie auf dem Holzweg waren.
Aber was ist eigentlich mit Geord Elser? Dessen mißglücktes Attentat auf Hitler wird zwar, wenn es sich jährt, mittlerweile auch in den Nachrichten erwähnt. Aber die Würdigung seiner Leistung fällt regelmäßig deutlich schwächer aus als die von Staufenberg und co. Sein Name ist und bleibt der Mehrheit der Deutschen unbekannt.

Denkt an die anderen, die täglichen Widerstand leisteten!

Denkt an die anderen, die täglich Widerstand leisteten, die Verfolgte versteckten, denkt an Elsner, der früh wusste, dass die Verbrecher gestoppt werden mussten, an die Rote Kapelle, an viele einfache Leute, an die Soldaten, die Erschießungen verweigerten. Stauffenberg ist nicht nur gescheitert - aus Feigheit, andere waren bereit, ihr eigens Leben zu opfern - , er hat das Regime, den Kriegseintritt, den Rassismus unterstützt und aktiv gekämpft - für das nationalsozialistische Deutschland.

Stauffenberg

Das Attentat auf Hitler war gescheitert.
Was wollte Stauffenberg und seine Verbündeten.
Auch das sollte hinterfragt werden.Sie wollten den Krieg im Westen beenden und einen Seperatfrieden erreichen-der Krieg im Osten jedoch sollte mit unvermiderter Härte weitergeführt werden.

@10:24 von frosthorn

Sie haben vollkommen Recht, ich finde es angesichts der Mitgliedschaften und eigenen Ansichten dieser Gruppe auch recht seltsam, wie diese als "Helden" gefeiert werden. Sie hielten lediglich Hitler für einen Irren oder wahlweise (je nach Geschichtsschreiber) für einen "für Deutschland ungeeignenten Anführer".

10:24, frosthorn

>>es wird inzwischen bezweifelt
ob die Attentäter des 20. Juli den Krieg beenden wollten. Und selbst wenn: ein Ende des Nationalsozialismus strebten sie definitiv nicht an.<<

Es waren teils reaktionäre Adlige, aber Nationalsozialisten waren es nicht.

@frosthorn

"Am 20. Juli 2019 um 10:24 von frosthorn
es wird inzwischen bezweifelt

ob die Attentäter des 20. Juli den Krieg beenden wollten. Und selbst wenn: ein Ende des Nationalsozialismus strebten sie definitiv nicht an.
Ich finde die Verklärung der Gruppe um Stauffenberg unangemessen. Wir haben in der Geschichte des dritten Reichs genügend Personen - Männer wie Frauen - die in der Tat den Faschismus bekämpften und nicht nur die Person Hitler. Nach denen hat man ein paar Schulen oder Straßen benannt. Ein jährliches Gedenken sucht man vergebens."

Ich sehe es nicht als Verklärung Stauffenbergs. Ja, es gab viele andere, die im Alltag gegen Hitler und den Faschismus kämpften. Es waren "normale" Leute; kleine stille Helden, die sich weigerten, Parteimitglied zu werden, in den BDM einzutreten, oder in die HJ, oder was auch immer. Doch Stauffenberg und seine Mitstreiter versuchten die spektakulärste Aktion, deswegen steht er so im Zentrum. Und als Teil fürs Ganze.

"Am 20. Juli 1944 hatten

"Am 20. Juli 1944 hatten Wehrmachtsoffiziere um Claus Schenk Graf von Stauffenberg vergeblich versucht, Hitler mit einer Bombe zu töten und den Krieg zu beenden."
Stimmt so nicht ganz, denn man wollte den Krieg nicht beenden und auch den Nationalsozialismus nicht beseitigen.

@frosthorn

Zum Teil gebe ich Ihnen Recht, es könnte auch sein, das es nur um die Machtergreifung ging. Zum zweiten Teil von Ihnen gebe ich Ihnen nicht Recht. Der Faschismus unter Hitler zeigt das größte Leid als Beispiel mit dem größten Schäden dar, da ist eine jährliche Gedenkung schon angemessen.

Die Leute vom 20ten Juli...

...waren nicht ganz so gut, wie es am Gedenktag dargestellt wird.

https://www.deutschlandfunkkultur.de/hitler-attentat-am-20-juli-1944-so-...

Es ist wohl eher so, das hier Leute im Angesicht der nahenden Niederlage und der bis dahin begangenen Verbrechen eine Besetzung und Bestrafung Deutschlands verhindern wollten.

Traurige Tatsache ist wohl, das D an widerstand gegen Hitler nichts besseres vorzuweisen hat.

Viele haben mitgemacht bis zum Ende.
Und darüber hinaus.

Und noch mehr haben sich weg geduckt und weg geschaut.

@ Jenseits

Die vielen anderen Widerstandskämpfer insbesondere die mit kommunistischer Ideologie werden immer noch vergessen.

Der Vorwurf richtet sich vermutlich nur an Westdeutsche. Ich bin in der DDR aufgewachsen und da war es umgekehrt.

@ frosthorn

es wird inzwischen bezweifelt ob die Attentäter des 20. Juli den Krieg beenden wollten. Und selbst wenn: ein Ende des Nationalsozialismus strebten sie definitiv nicht an.

Das ist eine gewollte Fehldeutung und historisch klar widerlegt.

Man sollte sehr vorsichtig sein.......

mit pauschalen Vorurteilen oder oder unüberlegt verliehenen "Heiligenscheinen"! Ohne jeden Zweifel ist der Mut des Claus Schenk Graf von Stauffenberg zu bewundern, aber wie war seine Einstellung und wie verlief seine Karriere bis 1944? Wie soll man die angeblichen Überlegungen werten, mit den damaligen West-Alliierten einen separaten Waffenstillstand zu schließen? Wie bei Rommel und den übrigen Opfern des 20.Juli stellt sich immer wieder dier Frage nach der Einstellung beim Einmarsch in Polen oder Frankreich oder Russland. Anscheined waren nur die unteren Dienstgrade überzeugte Nazis, während die höheren Dienstgrade nur widerwillig das Ritterkreuz annahmen, oder? Der 20.Juli und seine Gedenkfeiern sind ein Produkt der verzweifelten Suche nach dem Deutschen, der Widerstand leistete, mehr nicht! Wie wohltuend heben sich da z.B. die Geschwister Scholl ab!

10:27, Jenseits

>>Leider gedenken wir nur den "Offizieren"
die sich doch mehr um den Untergang des 3ten Reichs gesorgt haben. Die vielen anderen Widerstandskämpfer insbesondere die mit kommunistischer Ideologie werden immer noch vergessen.<<

Ich finde diesen Anwurf ein wenig ungerecht. Denken Sie doch nur mal an die zahlreichen Geschwister Scholl-Schulen etc.

Aber natürlich war Stauffenberg der Lieblingswiderständler der deutschen Konservativen. Das ist wohl der ideologischen Nähe geschuldet.

Der Widerstand kam zuerst von den "Linken".

@10:45 von Kowalski
Die ersten Inhaftierten im ersten KZ bei Dachau waren Kommunisten, Sozialdemokraten und Gewerkschafter.
Die Konservativen glaubten doch, mit Hilfe der Nazis, die Linken verhindern zu können.
Vgl. Adenauer, der sich als Kölner OB zunächst für die NSDAP einsetzte, wie er 1934 in einem ausführlichen Schreiben an den NS-Innenminister kundtat.
Dann wäre Hitler nicht mit dem Anschein von Legalität an die Macht gekommen, wenn das konservative Zentrum nicht geschlossen für ihn gestimmt hätte.

@Jenseits, 10.27h

Warum sollte ich einem Widerstandskämpfer mit kommunistischer Ideologie gedenken, wenn dieser nicht anderes wollte, als das gleiche in rot?

Verständliche Heldenwahl und trotzdem falsch

Stauffenberg hatte nicht wirklich Probleme mit der NS Ideologie. Nicht mal mit dem Krieg.

Siegreiche Schlachten wie in Polen und Skandinavien begeisterten ihn.
Die Begeisterung ließ nach, als die Zeit der Blitzkriege endete und Deutsche fielen.

Und seine Briefe an seine Frau - die zeigen seine Verachtung für die Polen.

Also, warum wurde er zum "Helden"? Weil er bequem war. Anders als Graf Schwerin von Schwanenfeld.
Der hielt nicht viel von den Nazis.

Er sprach vor Freisler von "all den vielen Morden" als Grund für seinen Widerstand.

Stauffenberg ist einfacher: er war der Durchschnitt: erst totale Begeisterung - Gleichgültigkeit gegenüber den Opfern - erst als es an die eigenen Leute ging "musste Hitler weg".

In der Nachkriegszeit war er für die unzähligen Belasteten am Ende erträglicher als ein Schwanenfeld.
Betrachtet man ihn, dann ist die Argumentation: wir haben von nix gewusst schwer zu halten. Und sie war der Mörtel der neuen BRD.

Es gab viele Helden

Ich möchte hier, stellvertretend für viele andere, Elise und Otto Hampel erwähnen, denen Hans Fallada mit "Jeder stirbt für sich allein" ein Denkmal gesetzt hat.

Gedenken an Widerstand gegen NS-Regime im Bendlerblock....

Größter Mut im Widerstand,den leider nur wenige aufbrachten.Im Gegensatz zu Graf Stauffenberg und seine Mitkämpfer am wenigsten im Offizierkorps.
Und leider erst spät.
Manche auch nur,weil sie sahen,daß der Krieg
einen "für Deutschland schlechten Ausgang" nahm.

Natürlich müssen auch die vielen gewürdigt werden,die seit 1933 Widerstand leisteten.Antifaschisten,Gewerkschafter,SPD,KPD,NKFD,Rote Kapelle,Deserteure und einzelne wie Georg Elser.

@Anderes1961, 10.43h

Mein Großvater hatte es meiner Mutter und deren beiden Schwestern verboten, dem BDM beizutreten.
Er verbot auch jede Teilnahme an Paraden, Aufmärschen und sonstigen Veranstaltungen.
Ein Held war er deswegen nicht.
Es ist ihm unter den Nazis schlicht nichts passiert.
Nichtteilnahme wurde nicht bestraft.
Das war bei den roten Genossen ganz anders.

Schwieriges Gedenken

Das Dilemma der Männer und Frauen(!) des 20.Juli war: Sie hatten als Offiziere oder Beamte lange Zeit Hitler gedient und hatten erst relativ spät bemerkt, dass sie damit ein verbrecherisches System unterstützten. Dann allerdings waren sie zu allem bereit, aber immer erfolglos. Ich erinnere an die Bombe in Hitlers Flugzeug, die nicht zündete, an den gescheiterten Versuch, Hitler bei einer Wehrmachtsschau zu töten usw. Den Verschwörern war klar: würde H. überleben, hätten sie keine Chance. Zugang zu H. hatte aber nur noch Stauffenberg und der war schwer kriegsverletzt. Auch die Sicherheitsmaßnahmen von SS und Gestapo waren verschärft worden. So kam es zu diesem Plan, der erst umgesetzt werden konnte, als sich eine Gelegenheit für Stauffenberg ergab. Nicht vergessen darf man auch, dass niemand wusste, wie sich die Wehrmacht und die Waffen-SS nach einem Attentat auf H. verhalten würden. Ich finde, dass unter diesen Umständen trotz der Vorgeschichte ein ehrendes Gedenken angemessen ist.

10:52, karlheinzfaltermeier

>>Anscheined waren nur die unteren Dienstgrade überzeugte Nazis, während die höheren Dienstgrade nur widerwillig das Ritterkreuz annahmen, oder?<<

Nö.

Ich möchte beispielsweise auf Ferdinand Schörner hinweisen.

Aber das man Krieg führen und andere Länder unterwerfen wollte, das machte einen noch nicht zum Nazi. Es gehörte einfach zum Lebenszweck eines reaktionären, adeligen Offiziers.

@skydiver-sr

"
Am 20. Juli 2019 um 10:31 von skydiver-sr
Stauffenberg

Das Attentat auf Hitler war gescheitert.
Was wollte Stauffenberg und seine Verbündeten.
Auch das sollte hinterfragt werden.Sie wollten den Krieg im Westen beenden und einen Seperatfrieden erreichen-der Krieg im Osten jedoch sollte mit unvermiderter Härte weitergeführt werden."

Stauffenberg fühlte sich in erster Linie als Soldat, er war wahrscheinlich reaktionär, aber ganz sicher kein Nazi. Er und seine Mitstreiter wollten nichts, als Hitler beseitigen.
Was danach kommt, das politische, darüber sollten sich andere Gedanken machen. Die gab es, den Kreisauer Kreis, eine Gruppe quer durch die Gesellschaft: Helmuth James Graf von Moltke, Peter Graf Yorck von Wartenburg, Hans Lukaschek, Adolf Reichwein, Carlo Mierendorff und viele andere. Stauffenberg und der Kreisauer Kreis standen in enger Verbindung. Ihr Ziel war die Überwindung der Gegensätze, die damals bestanden: Adel - Arbeiter, Kirche - Sozialismus, Katholiken - Protestanten.

Am 20. Juli 2019 um 10:35 von fathaland slim

"Es waren teils reaktionäre Adlige, aber Nationalsozialisten waren es nicht."
#
#
Es gibt veröffentlichte Private Briefe, die der Graf damals vom Polen Feldzug an seine Frau geschickt hat.
Scheinbar kennen Sie diese nicht, oder blenden diese aus.

10:14 von Adeo60

Zitat:"Die Verteidigung von Demokratie und Rechtsstaatlichkeit gegen jede Form von Extremismus (ganz gleich ob von linken oder rechten Chaoten initiiert), Rassismus und Menschenfeindlichkeit ist eine immerwährende Aufgabe."

Volle Zustimmung!

Es hat sicherlich mehrere Attentate auf Hitler gegeben...

Es hat sicherlich mehrere Attentate auf Hitler gegeben, nur keiner war so bezeichnend und fast erfolgreich, wie der mit Stauffenberg...

Das Tagebuch der Anne Frank werde ich mir besorgen...

Habe erst neulich ein Bericht dazu gesehen...

Meine Generation ist noch durch den Krieg belastet und wie schaut es mit der heutigen Jugend aus?...

Die Vergangenheit "mit ihren Gräueltaten" darf einfach nicht in Vergessenheit geraten...

@ Jenseits um 10:27

Sie schrieben:
"Leider gedenken wir nur den "Offizieren die sich doch mehr um den Untergang des 3ten Reichs gesorgt haben. Die vielen anderen Widerstandskämpfer insbesondere die mit kommunistischer Ideologie werden immer noch vergessen."
Hmm, könnte das eventuell daran liegen, dass die nur ein anderes totalitäres und menschenverachtendes System etablieren wollten? Informieren Sie sich nur mal über die Opferzahlen des Sowjetregimes, der Kulturrevolution in China und der Roten Khmer. Sie werden erstaunt sein!
Nicht von ungefähr wurde die Wehrmacht von vielen Ukrainern und Balten als "Befreier" gefeiert (Stichwort Holodomor).

@ DerVaihinger

Wenn nicht alle hier wüssten was der Grund für Ihre Aussage ist, dann müsste man Ihnen doch nahelegen sich einmal über den Kommunismus zu informieren.

Die Attentäter des 20. Juli

Die Attentäter des 20. Juli sind natürlich zu ehren, weil sie es auf den übelsten Protagonisten der Nazis abgesehen hatten. Doch zu glauben, dass diese Menschen sich gegen das damalige System gewendet hätten, ist dann doch der guten Unterstellungen zu viel.
Militärische Funktionäre haben es auch heute nicht mit der Demokratie, und ganz bestimmt auch nicht mit Menschenrechten.
Zur damaligen Zeit erst recht nicht!
Höhere und hohe Verwaltungsbeamte jener Zeit auch nicht.
Hoch anzurechnen ist ihnen, dass sie es versucht haben.
Zu vermuten, dass ein gelungenes Attentat tatsächlich etwas zum Positiven geändert hätte, ist reine Spekulation und nicht wirklich überzeugende.
Als „Helden“ sollten sie daher nicht gelten.
Da gäbe es ganz sicher Andere.
Ich vermute, dass dieses Gedenken an militärische und Verwaltungsfunktionäre dazu dienen sollte, eben jene von der Verantwortung zu entlasten.
Was funktioniert hat.
Sehr viele derer waren Täter, nicht Attentäter, und haben in der BRD Karriere gemacht

Mich würde mal interessieren,

Mich würde mal interessieren, was die Leute vom „Flügel“ der AfD zu Stauffenberg und Co. halten.

10:57, DerVaihinger

>>@Jenseits, 10.27h
Warum sollte ich einem Widerstandskämpfer mit kommunistischer Ideologie gedenken, wenn dieser nicht anderes wollte, als das gleiche in rot?<<

Ich finde die Gleichsetzung von Kommunisten und Faschisten unerträglich.

Kommunisten beriefen sich, unabhängig davon, wie die Regime, die sich kommunistisch nannten, letztlich agiert haben, auf die Ideale der französischen Revolution, also Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit. Den Faschisten sind diese Ideale fremd.

Und ja, auch die französische Revolution lief komplett aus dem Ruder. Das lag aber nicht an den Idealen, sondern an den Menschen. Ähnlich wie beim Kommunismus.

Bei den Faschisten hingegen sind "Ideale" und Praxis identisch.

RE: frosthorn um 10:24

***es wird inzwischen bezweifelt ob die Attentäter des 20. Juli den Krieg beenden wollten. Und selbst wenn: ein Ende des Nationalsozialismus strebten sie definitiv nicht an.***

Werter frosthorn,
ich möchte zu bedenken geben, dass der überwältigende Zahl der Teilnehmer der Septemberverschwörung 1938 sich bei den Verschwörern des 20. Juli 1944 wiederfanden.
Diese Gruppe wollte 1938 definitiv einen Krieg Deutschlands gegen die Westmächte unter allen Umständen verhindern.
Zudem denke ich, dass dem größten Teil des Offizierskorps die Nazis ein Graus war.

Recht haben sie mit ihrer Aussage, dass die Personen des 20. Juli nach einer deutlich kritischeren Beurteilung verlangen.

Beste Grüße Hador

@Realist

"
Am 20. Juli 2019 um 11:11 von erster Realist
Es hat sicherlich mehrere Attentate auf Hitler gegeben...

Es hat sicherlich mehrere Attentate auf Hitler gegeben, nur keiner war so bezeichnend und fast erfolgreich, wie der mit Stauffenberg...

Das Tagebuch der Anne Frank werde ich mir besorgen...

Habe erst neulich ein Bericht dazu gesehen...

Meine Generation ist noch durch den Krieg belastet und wie schaut es mit der heutigen Jugend aus?...

Die Vergangenheit "mit ihren Gräueltaten" darf einfach nicht in Vergessenheit geraten..."

Ihr letzter Satz ist gerade aktuell sehr wichtig, dazu möchte ich Ihnen ein Zitat ans Herz legen:

„Vergeben haben wir längst, vergessen werden wir niemals“

Es stammt von Ivar Buterfas-Frankenthal, Holocaust-Überlebender, Träger des Weltfriedenspreises und des Bundesverdienstkreuzes. Seine Auszeichnungen erhielt er für seine Arbeit, die sich um Versöhnung bemüht. Diese Worte hat er im Januar noch einmal deutlich ausgesprochen.

@fathaland slim 11:16

Danke für diese Klarstellung. Das bringt diesen abstrusen Vergleich zwischen dem real existierenden Kommunismus und dem Faschismus auf den Punkt.
Und verdeutlicht wie moralisch schlecht und verführbar zumindest die Mehrzahl der Menschen ist (ich schließe mich da sicherlich nicht aus).

10:52, karlheinzfaltermeier

>>Anscheined waren nur die unteren Dienstgrade überzeugte Nazis, während die höheren Dienstgrade nur widerwillig das Ritterkreuz annahmen, oder?<<

Da möchte ich definitiv widersprechen und beispielsweise Ferdinand Schörner erwähnen.

Die Tatsache, daß man andere Länder überfallen und beherrschen wollte, die machte einen noch nicht zum Nazi. So etwas hatte in reaktionären, militaristischen Adelskreisen eine lange Tradition.

@fathaland slim, 10:59

Ich habe das Buch nicht zur Hand, glaube mich aber zu erinnern, dass die Eheleute Quangel hießen. Wenn Sie kurz nachschauen könnten, ob ich mich täusche?

Die Gegener wurden kaltgestellt !

Es sollte nicht vergessen werden, dass jene Offiziere, die den Nazis ablehnend gegenüberstanden, von diesen aus ihren Ämtern gedrängt wurden, und damit natürlich nicht mehr in die Rechweite der obersten Führung kamen, bspw. Ludwig Beck oder Kurt von Hammerstein-Equord.

Gruß Hador

10:31 von skydiver-sr

Was wollte Stauffenberg und seine Verbündeten.
.
ein schwieriges Thema
wer ist denn ehrlich !
sagt wo die Leute um Staufenberg politisch standen - heute stehen täten
ging es denen um Demokratie oder nationale Ehre - das Überleben ihrer Nation, das in deren Denken alles bedeutete

11:22, Hador Goldscheitel

>>Zudem denke ich, dass dem größten Teil des Offizierskorps die Nazis ein Graus war.<<

Ja, das waren sie.

Allerdings hauptsächlich wegen ihrer Proletenhaftigkeit.

Elitär-adeliger Dünkel.

@Morgenman

"Mich würde mal interessieren, was die Leute vom „Flügel“ der AfD zu Stauffenberg und Co. halten."

Wahrscheinlich werden Sie dort verschiedene Meinungen finden, sowohl Anerkennung als auch Ablehnung.

Die AfD nur als rechtsgerichtete Partei anzusehen hilft nicht jene zu bekämpfen. Die NPD und andere rechtsextreme Vereine gibt es weiterhin.
Durch eine Diffarmierung der AfD sorgt man nur für mehr Politikverdrossenheit und einen Abrutsch ins rechtsextreme Milieu, dann sind die Wähler für alle Ewigkeit verloren.

Wenn man die AfD bekämpfen möchte, dann muss man dies auf der Programmebene machen und auf der politischen. D.h. Entscheidungen treffen, die den potenziellen AfD-Wählern helfen.

Bisher bemerke ich nur eine Verklärung der AfD und sehe kaum Anzeichen einer Erklärung der AfD.
Dabei hilft es nicht auf Verweise auf die Geschichte zu geben, sondern es muss erlebbarer sein und verständlich. Der gehobene Zeigefinger kann dabei daheim gelassen werden.

@tisiphone

"...In der Nachkriegszeit war er für die unzähligen Belasteten am Ende erträglicher als ein Schwanenfeld.
Betrachtet man ihn, dann ist die Argumentation: wir haben von nix gewusst schwer zu halten. Und sie war der Mörtel der neuen BRD."

Zustimmung. Historisch ist dieses Argument - Wir haben von nichts gewußt - auch schon lange nicht mehr zu halten. Man hat es gewußt. Und viele fühlten sich ohnmächtig, hatten nicht den Mut zum Widerstand, oder nahmen den millionenfachen Mord stillschweigend in Kauf. Oder - ganz aktuell - man redete sich damit raus, die Juden seien ja selber schuld.

Dazu eine Zeile des jüdischen Schriftstellers Walter Mehring, die er 1948 an Hans Sahl schrieb:

"Man wird uns nie verzeihen, daß wir uns nicht haben erschlagen oder ein bißchen vergasen lassen."

@fathaland slim um 11:16Uhr

Schade, daß Sie nicht erkennen wollen, daß der Kommunismus/Sozialismus nicht funktionieren kann, eben weil der Faktor Mensch mitspielt und entscheidend ist. Das war schon bei den Gracchen-Brüdern so und bei der französischen Revolution, die den König durch einen Kaiser ersetzte, Stalin oder Mao oder Castro genauso. Oder warum flüchten Kubaner von der Insel? Sie sind von diesen Ideologien eben überzeugt, und wenn sie nicht "funktionieren", haben eben die Menschen schuld. Mir fällt da immer Rosa Luxemburg ein: "Freiheit ist immer die Freiheit des Andersdenkenden"! Beim Verneinen dieser Ansicht waren Nazis und Kommunisten gleich und auch die Methoden unterschieden sich nicht grundlegend. Sie haben nur in einem Punkt Recht: Die konservativen Kräfte überschätzten sich maßlos und waren unverzeihlich naiv! Das werden sie nie zugeben und deshalb die verzweifelte Suche nach "unbelasteten" Namen! Die Geschwister Scholl oder Georg Elser taugen da nicht!

11:32, frosthorn

>>@fathaland slim, 10:59
Ich habe das Buch nicht zur Hand, glaube mich aber zu erinnern, dass die Eheleute Quangel hießen. Wenn Sie kurz nachschauen könnten, ob ich mich täusche?<<

In Falladas Roman heißen sie Quangel, das stimmt. Da heißt die Frau auch Anna und nicht Elise. Im wirklichen Leben hießen sie aber Elise und Otto Hampel.

Im Falladamuseum in Carwitz, wo Hans Fallada aka Rudolf Ditzen nach dem Krieg kurz Bürgermeister war, gab es letztes Jahr eine großartige, beklemmende Ausstellung über die beiden.

Man sollte nicht vergessen

das die Kriegsführung Hitlers vielen hohen Stabsoffizieren nicht genehm war ,aber mit der Beseitigung von Hitler wäre der Krieg nicht beendet worden.

@fathaland slim

"Die Tatsache, daß man andere Länder überfallen und beherrschen wollte, die machte einen noch nicht zum Nazi. So etwas hatte in reaktionären, militaristischen Adelskreisen eine lange Tradition."

Manchmal ging es auch garnicht um das überfallen und beherrschen, sondern man sah es als Ehre an im Feld zu fallen.
Nach dem ich das Buch "Die Waffen nieder" gelesen habe, habe ich einen interessanten Einblick in die adelige Gedankenwelt bekommen. Man darf durchaus sagen dass der Adel zutiefst indoktriniert war und er ist es auch noch heute, wenn man von den "Rückeroberungen" liest.

Anstatt wie jeder anständige Mensch sich an ehrbare Arbeit zumachen, wird auf das Blut bestanden, welches durch die Adern fließt, welches aber auch nur normales Blut ist.

Widerstand gegen NS-regime?

Nun ja, es ist natürlich bequem, ein paar "Helden" auszusuchen und die zu Ehren um Verantwortung von sich abzulenken. Diese Personen wollten Hitler umbringen, um einen "Friedensvertag" abzuschließen und Deutschland und eigenen "A##h" zu retten. 1944 hat keiner von den höheren Funktionären noch Siegillusionen gehabt. Es war klar, das Deutschland und Wehrmacht bald fallen werden. Also Helden sind die definitiv nicht.

Mutige Patrioten in dunkelster Zeit

das waren sie, die Verschwörer des 20. Juli. Bereit, höchstes persönliches Risiko für sich und ihre Familien einzugehen, um den Wahnsinn zu beenden. Wäre das Attentat erfolgreich gewesen, wäre der furchtbare Krieg früher beendet worden und unzählige Menschen hätten überlebt . Man sollte ihnen mit höchstem Respekt bedenken und nicht aus sicherer Position vom heimischen Sofa das Haar in der Suppe suchen

RE: fathaland slim um 11:43

***Elitär-adeliger Dünkel***
Der war beim vorwiegend adligen Offizierskorps sicherlich gegeben. Trotzdem denke ich auch, dass vielen Offizieren dieser völkische Ideologie und der NS-Fanatismus fremd war, und viele ein humanistisch-aufgeklärte Weltbild hatten.
Nationalisten und Reaktionäre gabe es dagegen zu Hauf im Offizierkorps.

Beste Grüße Hador

11:49, Shantuma

>>Die AfD nur als rechtsgerichtete Partei anzusehen hilft nicht jene zu bekämpfen. Die NPD und andere rechtsextreme Vereine gibt es weiterhin.
Durch eine Diffarmierung der AfD sorgt man nur für mehr Politikverdrossenheit und einen Abrutsch ins rechtsextreme Milieu, dann sind die Wähler für alle Ewigkeit verloren.<<

Die AfD hat die Wählerschaft der NPD komplett absorbiert. In den heutigen AfD-Hochburgen erzielte die NPD früher durchaus zweistellige Ergebnisse.

@Spirit of 1492 - 11:29

Sie über die kommunistischen Widerstandskämpfer:
"Hmm, könnte das eventuell daran liegen, dass die nur ein anderes totalitäres und menschenverachtendes System etablieren wollten? Informieren Sie sich nur mal über die Opferzahlen des Sowjetregimes, der Kulturrevolution in China und der Roten Khmer. Sie werden erstaunt sein!"

Die Systeme, die Sie da zum besten geben haben aber nie die kommunistischen Grundsätze verfolgt, wie sie von Marx und Engels vertreten wurden. Treffender sind hier die Bezeichnungen "Stalinismus" und "Maoismus", die für deren radikal totalitäre Ausübung der Macht stehen. Oberflächlich wird das immer als Kommunismus dargestellt, weil sich eben diese Despoten darauf berufen haben.

"Nicht von ungefähr wurde die Wehrmacht von vielen Ukrainern und Balten als "Befreier" gefeiert (Stichwort Holodomor)."

Vielleicht als Momentaufnahme. Nach der Rassenideologie der Nazis hätte man sie dem Status von Untermenschen zugeordnet und auch so behandelt.

@11:16 von fathaland slim

"Ich finde die Gleichsetzung von Kommunisten und Faschisten unerträglich".

Natürlich muß man da nicht Kommunisten schlechthin im Blick haben, nicht Marx nicht Engels, sondern die, welche die Ideale der Französischen Revolution schändlich mißbraucht haben, in dem sie Terrorregimes installierten. Über dem Arbeitsplatz Stalins im Kreml hing ein riesiges Bild von Marx. Welche Verhöhnung!

Wie sagte einst Kurt Schumacher, der den Faschismus im KZ genügend kennen gelernt hat zum Fraktionschef der Kommunisten Renner:
"Ihr Kommunisten seid doch nichts anderes als rotlackierte Faschisten".

Er wusste schon welche Sorte von Kommunisten er meinte!

11:51, karlheinzfaltermeier

>>@fathaland slim um 11:16Uhr
Schade, daß Sie nicht erkennen wollen, daß der Kommunismus/Sozialismus nicht funktionieren kann, eben weil der Faktor Mensch mitspielt und entscheidend ist. Das war schon bei den Gracchen-Brüdern so und bei der französischen Revolution, die den König durch einen Kaiser ersetzte, Stalin oder Mao oder Castro genauso.<<

Kann es sein, daß Sie meinen Kommentar nur sehr, sehr oberflächlich gelesen haben?

Geschichtswissen sechs minus

Wenn man die im Forum über den Widerstand verfassten Meinungen liesst, dann dann kommt man zu dem erschreckenden Schluss, dass doch das Wissen und die Urteilsfähigkeit der Bürger bedauernswert gering ist. Dazu kommt die Unverfrorenheit der Genussgesellschaft aus dem Sessel heraus, jene zu verdammen, die unter größten Schwierigkeiten einen Weg gegangen sind, den sich die heute agierenden Kräfte wohl niemals trauen würden. Wenn heutzutage Mut darin besteht brav und linientreu dem politisch korrekten Kurs kritiklos zu folgen. Dann haben wir in der Tat eine Gesellschaft der "Mutigen". Es steht mir nicht zu die Deutschen zu beschimpfen, Dennoch wage ich die letzen Worte Jesu zu zitieren: "Herr, sie wissen nicht, was sie tun".

@Shantuma

"...Die AfD nur als rechtsgerichtete Partei anzusehen hilft nicht jene zu bekämpfen. Die NPD und andere rechtsextreme Vereine gibt es weiterhin.
Durch eine Diffarmierung der AfD sorgt man nur für mehr Politikverdrossenheit und einen Abrutsch ins rechtsextreme Milieu, dann sind die Wähler für alle Ewigkeit verloren..."

Richtig, denn die AfD ist in Teilen nicht einfach nur "rechtsgerichtet" - Wenn man das als extrem konservativ betrachtet ist dagegen gar nichts einzuwenden - sondern sie ist rassistisch, fremdenfeindlich und menschenverachtend. "Rechtsgerichtet" ist ein Euphemismus für diese Haltung.

Und nein, es ist keine Diffamierung, Teile der AfD als rassistisch und fremdenfeindlich zu betrachten. Was erwarten Sie denn im Umgang damit? Etwa "Verständnis"? Tut mir leid, für solch eine Haltung kann ich überhaupt kein Verständnis aufbringen. Wähler sollten sich schon sehr genau überlegen, wen sie wählen. Verschweigen ist da wenig hilfreich.

11:16 von fathaland slim

Lieber fathaland slim, ich widerspreche Ihnen ungern, aber hier muss es sein: Die Ideale des Marxismus in allen Ehren, aber nicht die Ideale haben die Welt verändert, sondern die praktische Umsetzung. Und hier spielt Lenin eine verhängnisvolle Rolle. Seine "Neudefinition" der "Diktatur des Proletariats" in eine Diktatur der kommunistischen Partei war die Ursünde des "real existierenden Sozialismus". Selbst wenn man das extrem reaktionäre zaristische Russland berücksichtigt, war diese Politik menschenfeindlich und totalitär. Schon Rosa Luxemburg kritisierte das scharf, berühmt ihr Satz:"Freiheit ist immer die Freiheit des Andersdenkenden". Davon konnte seit Lenin im Kommunismus keine Rede mehr sein. Damit kommen wir auch wieder zum Thema "Stauffenberg". Seine "Ideale" wären heute nicht unbedingt mehrheitsfähig oder von unserem GG gedeckt. Aber sein (später) Einsatz gegen Hitler ist trotzdem aller Ehren wert. Damit kämpfte er auch gegen den Faschismus, vielleicht unbewusst.

Gedenken ja, aber

Wir wissen heute doch viel mehr über die NS Zeit und ihre Protagonisten. Ich bin mir nicht sicher ob das Gedenken an den Widerstand zB. nicht eher durch die Geschwister Scholl und ihre Kameraden sowie andere besser repräsentiert ist als durch solche Personen, die Teil der Nazidiktatur waren? Wird es nicht Zeit, dass wir das endlich ändern?!
Den meisten Buergern liegt das krumm im Magen, wenn wir die Stauffenbergs, Rommels, Becks etc zu etwas machen was sie einfach nicht waren....? Was ist mit den Vielen, die in KZs geholfen haben und elendlich zugrunde gingen, denjenigen die Helfer aber auch Opfer waren? Wir brauchen hier unbedingt eine andere Erinnerungskultur ! Frau Merkel/Herr Steinmeier könnten in gleichem Kontext etwas tun, in dem sie auch die DDR Diktatur mal öffentlich aufarbeiten und dafür sorgen, daß auch hier die "Heroen"des Widerstands korrigiert werden. Die DDR war Ergebnis des NS Regimes und ähnlich grausam! Wo sind die Stasischergen heute, wo?

Danke für das Scheitern

Wenn es eine Berufsgruppe gibt welche im Deutschland zwischen ca. 1925 und 1945 so richtig verkackt (und hier möge mir bitte meine Wahl der sprachlichen Mittel vergeben sein) hat dann ist es jede Art von bewaffneten Organen und hier insbesondere deren Führung, sprich die Offiziere.

Mitgelaufen, Maul gehalten.

Natürlich gab es ein paar wenige moralisch und humanistisch anständige Offiziere in den Waffengattungen (das SS-Gesocks mal ausgenommen), aber Offiziere mit verspäteten staatlichem Popanz zu ehren welche sich nach Jahren der unsäglichen Morderei dann endlich zum Widerstand entschieden haben obwohl sie tatsächlich seit langem ein bewaffneter und ausgebildeter Teil des Volkes waren empfinde ich als fragwürdig.

Jede Form des Widerstands gegen jede Form der Autokratie, des Faschismus und des Nationalsozialismus ist bewundernswert und unanfechtbar richtig, aber hier wird Offizieren unter Waffen angedacht welche viel zu spät auch in dieser Beziehung verzagt verkackt haben.

12:08, Austriaco

>>Geschichtswissen sechs minus
Wenn man die im Forum über den Widerstand verfassten Meinungen liesst, dann dann kommt man zu dem erschreckenden Schluss, dass doch das Wissen und die Urteilsfähigkeit der Bürger bedauernswert gering ist. Dazu kommt die Unverfrorenheit der Genussgesellschaft aus dem Sessel heraus, jene zu verdammen, die unter größten Schwierigkeiten einen Weg gegangen sind, den sich die heute agierenden Kräfte wohl niemals trauen würden. Wenn heutzutage Mut darin besteht brav und linientreu dem politisch korrekten Kurs kritiklos zu folgen. Dann haben wir in der Tat eine Gesellschaft der "Mutigen". Es steht mir nicht zu die Deutschen zu beschimpfen, Dennoch wage ich die letzen Worte Jesu zu zitieren: "Herr, sie wissen nicht, was sie tun".<<

Sie nehmen hier, nur dürftig verklausuliert, eine Gleichsetzung der Verhältnisse der Bundesrepublik mit denen in den 30ern und 40ern vor.

Das ist unerträglich.

RE: Austriaco um 12:08

Ich denke, die wenigsten hier im Forum werden den Mut der Verschwörer des 20. Juli in Zweifel ziehen, als sie ihr Leben und das der Angehörigen riskierten. Aber diese als Freunde der Demokratie zu bezeichnen wäre ebenso falsch. Waren doch viele erklärte Gegner der Weimarer Republik, und sehnten sich nach dem Kaiser.

Vielleicht reicht heutzutage schon der Mut, für die Demokratie und deren Werte einzustehen, welche nach 1945 von den Vätern unserer Demokratie definiert wurden, und die heute wieder in Frage gestellt werden !

Gruß Hador

Meinungsfreiheit

Wir können glücklich sein, dass wir hier frei diskutieren können. In Koeln wird gerade diskutiert, ob ein Platz nach einem Bürgermeister benannt wird, der NSDAP Mitglied war. Meinungsfreiheit ist ein Recht, das es unter Hitler nicht gab. Meinungsfreiheit muss immer wieder verteidigt werden, damit sich der Schrecken nicht wiederholt. Zensur nützt nur den Feinden der Demokratie

12:28 von fathaland slim@austriaco 12.08

Zitat:"Sie nehmen hier, nur dürftig verklausuliert, eine Gleichsetzung der Verhältnisse der Bundesrepublik mit denen in den 30ern und 40ern vor.
Das ist unerträglich."

Dem ist nichts hinzuzufügen!

12:14, Peter Meffert

>>Lieber fathaland slim, ich widerspreche Ihnen ungern, aber hier muss es sein: Die Ideale des Marxismus in allen Ehren, aber nicht die Ideale haben die Welt verändert, sondern die praktische Umsetzung. Und hier spielt Lenin eine verhängnisvolle Rolle. Seine "Neudefinition" der "Diktatur des Proletariats" in eine Diktatur der kommunistischen Partei war die Ursünde des "real existierenden Sozialismus".<<

Auch Sie scheinen meinen Kommentar nur oberflächlich gelesen zu haben, denn Sie widersprechen mir doch gar nicht!

Und was die Rolle Lenins betrifft, da gebe ich Ihnen völlig Recht. Aber eine Vertiefung des Themas würde hier wohl zu weit führen und wegen Themenabweichung nicht toleriert.

Es

Es wäre schön wenn auch an Georg Elser, die Geschwister Scholl etc. erinnert und gedacht würde, oder kommt ein "von" besser an?
Nie wieder Krieg und Nationalsozialismus!!!

Eine sehr merkwürdige Diskussion hier

aber doch irgendwie typisch. Was hat das respektvolle Gedenken an die Verschwörer des 20.Juli damit zu tun, dass man andere wie Georg Elser oder den Widerstand der Weißen Rose, die vielen Sozialdemokraten, Gewerkschafter, Kommunisten im Untergrund vergisst? Man kann das Eine tun, ohne das Andere zu lassen. Und warum kommen schon wieder gebetsmühlenhaft die Behauptungen, linkstotalitäre menschenverachtende Systeme hätten lediglich die Ideologie falsch verstanden? Die gaben jede abweichende Meinung immer brutalst verfolgt und der Ungeist ist noch sehr lebendig

Hier geht es nicht um China, Russland und andere sondern um den Umgang mit unserer Geschichte und darum, wie wir das als Lehre für die Zukunft begreifen! Ihr "Vergleich" ist völlig daneben!

@Vaihinger

"
Am 20. Juli 2019 um 11:03 von DerVaihinger
@Anderes1961, 10.43h

Mein Großvater hatte es meiner Mutter und deren beiden Schwestern verboten, dem BDM beizutreten.
Er verbot auch jede Teilnahme an Paraden, Aufmärschen und sonstigen Veranstaltungen.
Ein Held war er deswegen nicht.
Es ist ihm unter den Nazis schlicht nichts passiert.
Nichtteilnahme wurde nicht bestraft.
Das war bei den roten Genossen ganz anders."

Sie haben wohl drei kleine Worte übersehen in meinem Text, nämlich "...oder was auch immer". Doch es gab sie, die Helden des Alltags. Zum Beispiel im Ort, in dem ich geboren und aufgewachsen bin. Vier Freunde, die damals kein Risiko scheuten, der einzigen jüdischen Famile im Ort das Leben zu retten, in dem sie dieser Familie bei ihrer Flucht nach Amerika geholfen haben.

Ihr letzter Satz stimmt auch nicht. Es gab bei den "Roten" auch etliche, die nicht in der Partei war und denen nichts geschah. Ihr Vergleich hinkt.

Für....

mich ist Claus Schenck Graf von Stauffenberg ein Vorbild und gleichzeitig Attentäter. Ich begründe es so Vorbild ein Mensch der das Unrecht gesehen das Adolf Hitler und sein Anhang über Europa gebracht hatte. Attentäter er ist auf Adolf Hitler eingeschworen worden. Mir ist das Vorbild lieber er hat sein Unrechtbewustsein über den Schwur gehandelt. Die Männer rundum von Claus Schenck von Stauffenberg sind nicht nur Vorbilder sondern Helden.

12:16, Korell

>>Die DDR war Ergebnis des NS Regimes und ähnlich grausam!<<

Ach wirklich?

Wurden in der DDR denn innerhalb kürzester Zeit Millionen von Menschen in Vernichtungslagern umgebracht?

Hat die DDR ihre Nachbarn überfallen?

@von ihrefeld

"
Am 20. Juli 2019 um 12:34 von ihrefeld
Es

Es wäre schön wenn auch an Georg Elser, die Geschwister Scholl etc. erinnert und gedacht würde, oder kommt ein "von" besser an?
Nie wieder Krieg und Nationalsozialismus!!!"

Zumindest bei den Geschwistern Scholl scheint es Ihnen entgangen zu sein, daß es unzählige Straßen und Schulen gibt, die nach ihnen benannt wurden. Meine Realschule hieß ebenfalls Geschwister-Scholl-Realschule. Und die Schulleitung nahm den Namen absolut ernst, was sich im Lehrplan niederschlug, wofür ich meiner Schule auch heute noch dankbar bin. Und natürlich haben wir Hans und Sophie Scholl auch ausführlich behandelt. Und die vielen anderen, mehr oder weniger bekannten Widerständler. Die Gruppe um die Geschwister Scholl hieß übrigens nie "Weiße Rose". Diesen Namen hat man ihnen erst postum nach dem Krieg gegeben.

@fathaland slim um 12:08Uhr

Mitnichten! Vermutlich habe ich Ihren Kommentar sogar zu genau gelesen! Ich finde nur, daß die dauernde Schuldabladerei auf "die" Menschen die offensichtliche Schwächen und Mängel der kommunistischen/sozialistischen Ideologie nur um so deutlicher werden läßt! Graf von Stauffenberg war nicht der einzige hohe Offizier, der sich mit Orden schmücken und befördrn ließ. Dieses Verhalten mit adeliger Herkunft zu begründen ist wirklich oberflächlich, denn gerade diese Schicht genoß auch humanistische Bildung. Für mich ist ejedenfalls auffällig, wie manchmal "notgedrungen" eines Georg Else oder der Geschwister Scholl u.v.m gedacht wird.

@10:24 von frosthorn

"Ich finde die Verklärung der Gruppe um Stauffenberg unangemessen. Wir haben in der Geschichte des dritten Reichs genügend Personen - Männer wie Frauen - die in der Tat den Faschismus bekämpften und nicht nur die Person Hitler. Nach denen hat man ein paar Schulen oder Straßen benannt. Ein jährliches Gedenken sucht man vergebens."

Volle Zustimmung!
Die Zusammensetzung der Gruppe um Staufenberg ist nicht einheitlich genug, um alle über einen Kamm zu scheren. Aber von Staufenberg sind deutlich antisemische Aussagen bekannt und einige Offiziere sind erst spät "aufgewacht", um vielleicht noch ihre Güter im Osten zu retten.

12:35, deutlich

>>Und warum kommen schon wieder gebetsmühlenhaft die Behauptungen, linkstotalitäre menschenverachtende Systeme hätten lediglich die Ideologie falsch verstanden? Die gaben jede abweichende Meinung immer brutalst verfolgt und der Ungeist ist noch sehr lebendig<<

Noch einmal zum Mitschreiben:

Im real existierenden Kommunismus klafften Anspruch und Wirklichkeit weit auseinander, im Faschismus waren sie identisch.

Excelentuniverstäten

Gratulation. Endlich mal eine Entscheidung die Deutschland weiter bringen könnte. Unsere Resource ist nun mal das Wissen, Forschung und Entwicklung. Da sind wir gut. Den Vorteil müssen wir uns wieder erarbeiten
. Daher ist dies eine positive Sache.

wo standen die Offiziere im 3. Reich

man braucht sich doch nur mal die Namen "der alten Garde" betrachten
lauter Adelige, was sich natürlich später sehr schnell änderte, bürgerliche kamen
denen war ein Prolet wie Hitler, unehelich geboren, keine Bildung,
keine Manieren etc. der böhmische Gefreite eben, so was von suspekt
aber sie sahen auch das Potential in der Person und der Bewegung
vor allem die jungen Offiziere erhofften sich eine Vergrößerung der Armee
(100.000 Mann ist ja nichts) weil das zusätzliche Planstellen bedeutete, eben Karriere
da übersieht man gern seine moralischen Bedenken dieser Regierung gegenüber
ein hervorragendes Beispiel ist Rommel, erst als er "satt" war, zum General 'avanciert,
kamen im moralische Bedenken ob die Sache für sein Land (!) gut geht

und dieser Guderian, der konnte seine Visionen realisieren mit seiner Panzerarmee
und die Landgeschenke im Osten taten ein übriges sich als Landjunker zu fühlen

12:34 von ihrefeld

(Georg Elser), die Geschwister Scholl
.
vor den Geschwistern und ihrem Umfeld habe ich jetzt Ehrfurcht und Respekt

@Peter Meffert

"
Am 20. Juli 2019 um 12:33 von Peter Meffert
12:28 von fathaland slim@austriaco 12.08

Zitat:"Sie nehmen hier, nur dürftig verklausuliert, eine Gleichsetzung der Verhältnisse der Bundesrepublik mit denen in den 30ern und 40ern vor.
Das ist unerträglich."

Dem ist nichts hinzuzufügen!"

Ich schließe mich an. Mir war bei dem Geschwurbel von Austriaco diese Gleichsetzung ebenfalls aufgefallen. Ich hatte eine Antwort darauf allerdings etwas schärfer formuliert. Wohl zu scharf.

Kein Widerstand gegen Nationalsozialismus

Der 20. Juli hat aber auch nichts mit Widerstand gegen den Nationalsozialismus zu tun. Es waren Soldaten, die Hitler fleißig mitgeholfen haben, ganz Europa in Schutt und Asche zu legen und erst als sie gemerkt haben, dass mit Hitler der Krieg nicht mehr zu gewinnen ist, haben sie versucht soviel Krieg noch zu retten wie ihnen möglich erschien. Dass das Ereignis Jahr für Jahr so hochgejubelt zeigt, dass unsere führenden Politiker vom Faschismus keine Ahnung haben und uns nur ruhigstellen wollen.

seien wir alle mal froh miteinander

dass dieser Spuk vorüber ist
auch wenn einige glauben machen möchten sie hätten sich damals "aufgelehnt"
die meisten hätten dem Herdentrieb folgend genau so gehandelt wie sie es heute auch tun
der Masse eben hinter her geblöckt
warum ?
weil sie glaubten sie machten das Richtige, ständen auf der richtigen Seite

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