Ihre Meinung zu: Erste Lesung im Bundestag: Kontroverse Debatte um Organspende

26. Juni 2019 - 21:17 Uhr

Ist Organspender, wer zustimmt - oder der, der nicht widerspricht? Eine Grundsatzfrage, über die der Bundestag in erster Lesung kontrovers diskutiert hat. Zwei Entwürfe zur Neuregelung der Organspende stehen zur Debatte.

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Kommentare

Spendiert jedem Spender eine

Spendiert jedem Spender eine ordentliche Bestattung. Dann melden sich Tausende.

Organspende

allein schon das Wort "Spende" ....
ist es ne Spende wenn man mir automatisch Geld abzieht für ne Sache
mit der Begründung ich könnte es ja ablehnen

re sisyphos3

"allein schon das Wort "Spende" ....
ist es ne Spende wenn man mir automatisch Geld abzieht für ne Sache
mit der Begründung ich könnte es ja ablehnen"

Das ist Korinthenka... um den Begriff Spende.

Man kann zum Spenden auch aufgefordert werden.

Wenn der Klingelbeutel in der Kirche rumgeht ist da zehnmal mehr sozialer Druck, die Spende nicht zu verweigern.

re nicht superschlau

"Spendiert jedem Spender eine ordentliche Bestattung. Dann melden sich Tausende."

Mal wieder der typisch superschlaue Einwurf.

Materieller Anreiz ist genau kontraproduktiv für Konsens.

Ordentlich?

@ Superschlau:
Spendiert jedem Spender eine ordentliche Bestattung. Dann melden sich Tausende.

Was ist denn nach Ihrer Lesart eine unordentliche Bestattung?

Wenn eine Mehrheit der

Wenn eine Mehrheit der Deutschen bereit sei, ein Organ anzunehmen,
müsse auch die Mehrheit bereit sein, zu spenden, sagte Nüßlein.
.
wer widerspricht denn da
kriegt also auch nur derjenige ein Organ, der eines zu spenden bereit ist
ich kriege doch auch keine Rente/Lebensversicherung
wenn ich mich nicht dafür entschieden habe

Nein

Ich habe seit langem einen Organspenderausweis. Wenn die Widerspruchslösung von Spahn kommt, werde ich ihn wegwerfen und widersprechen. Diese automatisierte Verwertungslogik hat für mich was von Soylent-Green. Was muss es für ein Gefühl sein, ein Organ in sich zu tragen, von jemandem der sich nicht bewusst dafür entschieden hat?

Freiwillig oder nicht?

Ich finde den Vorschlag von Jens Spahn grauenvoll.
Er will mich zwingen, mich mit etwas auseinanderzusetzen, zu dem ich nicht fähig bin.
Ich habe zu früh und zu oft Tod erlebt, als dass ich in der Lage wäre, mich in meinen eigenen Tod hineinzudenken.
Was Spahn fordert, ist für mich psychische Folter. Ich hätte nie gedacht, dass das in einer Demokratie möglich ist.
In einer Demokratie darf man nie einem Menschen etwas wegnehmen, von dem er nicht ausdrücklich sagt, dass man es ihm nicht wegnehmen darf.
Manche Sachen DARF man einem Menschen nicht wegnehmen, wenn er es nicht ausdrücklich ablehnt.
Wir wissen nicht, wie große physische Qualen ein Fast-Toter erleidet, wenn man ihm seine Organe rausschneidet.
Das weiß auch Spahn nicht. Aber es ist ihm wurscht.
Das ganze ist ein Horrorfilm, den ich nie in Deutschland für möglich gehalten habe.

Am 26. Juni 2019 um 22:24 von Superschlau

" Spendiert jedem Spender eine ordentliche Bestattung. Dann melden sich Tausende. "

Wäre eine Idee, und gerecht auch noch dazu.

Die jetzige Lösung ist aber schon richtig, es bedarf keiner Änderung. Sonst ist der Missbrauch schon programmiert, Widerspruch leider nicht gefunden, Datensatz weg, und so weiter.
Viele Möglichkeiten die passieren können, so ist die Sache klar, entweder Karte oder Angehörige geben Organe frei.
Was ist mit Menschen die niemand mehr haben ?, kein Kläger der das prüft oder verhindert.

Kombinieren mit Patientenverfügung

Wenn man die Widerspruchslösung einführt müsste man auch eine Register anlegen.
Nicht das jeder der keine "Ich-will-nicht-Karte" dabei hat ein Spender wird.
(Solche Karten kommen ja leicht weg.)

Wenn man sowas schon einführt könnte man das ja auch mit einen Register verbinden in dem jeder der mag eine Patientenverfügung hinterlegen könnte. Eine die auch Rechtsverbindlich ist, ohne das man hunderte Euro für einem Notar bezahlen muss.

23:06 von WundernWirdDoch...

Ich habe seit langem einen Organspenderausweis
.
da können sie dann ihr Kreuzchen an die andere Stelle machen

23:17 von wenigfahrer

Was ist mit Menschen die niemand mehr haben ?, kein Kläger der das prüft oder verhindert.
.
oder umgekehrt gefragt
wie hoch glauben sie, ist die Chance dafür,
dass ein Stadtstreicher ne Leber kriegt, ne Niere oder ein Herz

re wundernwird doch

"Was muss es für ein Gefühl sein, ein Organ in sich zu tragen, von jemandem der sich nicht bewusst dafür entschieden hat?"

Und warum sorgen Sie sich um die Gefühle von Organempfängern? Die in keinster Weise damit befasst sind, wer, wann und warum das Organ gespendet hat, das ihnen geholfen hat?

22:42 von karwandler

Wenn der Klingelbeutel in der Kirche rumgeht ist da zehnmal mehr sozialer Druck, die Spende nicht zu verweigern
.
da haben sie schon recht !

nur selbst in der Kirche nimmt der Meßdiener nicht 100 Euro aus ihrer Brieftasche
und fragt ist es in Ordnung
wobei hierbei ist es ja noch schlimmer, sie müssen aktiv werden
und nach ihren 100 Euro greifen bevor sie im Beutel verschwinden :-)

abgesehen davon ich habe noch nie ein Problem damit gehabt den Klingelbeutel weiterzureichen - ohne was reinzuwerfen !

@22:42 von karwandler

"Man kann zum Spenden auch aufgefordert werden.

Wenn der Klingelbeutel in der Kirche rumgeht ist da zehnmal mehr sozialer Druck, die Spende nicht zu verweigern."

Schlechter Vergleich.

Der Kirchgang ist freiwillig und man weiß vorher, dass am Ende um eine Spende gebeten(!) wird. Und dort, wo man sich gezwungen fühlt, landen auch schon mal Knöpfe im Klingelbeutel.

re sausevind

"Wir wissen nicht, wie große physische Qualen ein Fast-Toter erleidet, wenn man ihm seine Organe rausschneidet."

Was ist denn mit den physischen Qualen bei einer Blinddarmoperation?

Oder muss man erst tot sein, um zu leiden?

Schwer zu begreifen.

@Sausevind

"Er will mich zwingen, mich mit etwas auseinanderzusetzen, zu dem ich nicht fähig bin.
Ich habe zu früh und zu oft Tod erlebt, als dass ich in der Lage wäre, mich in meinen eigenen Tod hineinzudenken."

Müssen Sie doch gar nicht.
Widersprechen Sie, und gut is ...

Warum solche Panik?

@23:06 von WundernWirdDoch...

"Diese automatisierte Verwertungslogik hat für mich was von Soylent-Green."

Das geht mir auch so.

"Was muss es für ein Gefühl sein, ein Organ in sich zu tragen, von jemandem der sich nicht bewusst dafür entschieden hat?"

Die Frage ist berechtigt, wenn man gesund ist. Wenn man verzweifelt auf ein Spenderorgan wartet, denkt man vermutlich nicht mehr so. Das kann ich allerdings nachvollziehen.

23:17 von wenigfahrer Am 26. Juni 2019 um 22:24 von Superschlau

"Widerspruch leider nicht gefunden, Datensatz weg, und so weiter."

Das gibt es jetzt schon.
(Das ist nur einer von vielen weiteren Gründen, warum ich meinen Spenderausweis schon vor Jahren vernichtet habe.)
Aber mit dieser neuen "Lösung" wird es das wohl häufiger geben.

23:40 von DrBeyer

Müssen Sie doch gar nicht.
Widersprechen Sie, und gut is ...
.
wenn ich widerspreche mußte ich mich mit der Thematik befassen

Jeder ist verpflichtet eine Steuererklärung und was weiß ich noch alles. Warum ist das hier so schwer? Man wird jährlich angeschrieben, wenn man noch keine Auskunft erteilt hat und zahlt jährlich 200 EUR Bußgeld. Thema vom Tisch, und niemand fühlt sich von der Politik vor den Kopf gestoßen. Mfg

re sausevind

"In einer Demokratie darf man nie einem Menschen etwas wegnehmen, von dem er nicht ausdrücklich sagt, dass man es ihm nicht wegnehmen darf."

Ich kriege Einkommensteuer weggenonmmen und täglich die Mehrwertsteuer beim Einkaufen, obwohl ich ausdrücklich gesagt habe, dass man mir das nicht wegnehmen darf.

Das sollte Sie mal zu Nachdenken anregen, was für einen Stuß Sie mit dem zitierten Satz produziert haben.

Gehören die Organe der Allgemeinheit?

Dass die Organe von Einzelnen der Allgemeinheit gehören sollen, solange sich dieser zu Lebzeiten nicht dagegen ausgesprochen hat halte ich für unmöglich.
---
Interessiert hätten mich die kleineren Änderungen, welche die AfD für das Transplantationsgesetz vorgeschlagen hat. Leider steht hierzu nichts weiter im Artikel.

23:35 von karwandler

einfach akzeptieren dass es Menschen gibt die einfach nicht mit dem eigenen Tod konfrontiert werden wollen
von kein Testament haben bis nicht als Ersatzteillager dienen zu wollen
das ist mein Vorstellung
die Menschen einfach in Ruhe lassen
aber das scheint unmöglich zu sein, angefangen bei den einfachsten Dingen wie der Aufkleber am Briefkasten "Keine Werbung einwerfen"

re anna-elisabeth

"Schlechter Vergleich.

Der Kirchgang ist freiwillig und man weiß vorher, dass am Ende um eine Spende gebeten(!) wird. Und dort, wo man sich gezwungen fühlt, landen auch schon mal Knöpfe im Klingelbeutel."

Sich drücken können ist aber noch noch einige Stufen schwieriger als anonym "ich will nicht" zu dokumentieren.

Sagen Sie nicht, dass Sie das Beispiel nicht so verstanden haben.

23:52 von karwandler

also als Stuß würde ich das nicht bezeichnen
auch hat die MWSt sicher nichts damit zu tun das Recht als Gesellschaft zu haben den auszuschlachten wenn man den Eindruck hat er atmet nicht mehr
irgendwie erinnert mich das an die Geschichten des 30 jährigen Krieges
2 Minuten brauchte ne Marketenderin um einen Toten (fast toten) nackt zurück zu lassen

23:55 von kleinster_Riese

"Dass die Organe von Einzelnen der Allgemeinheit gehören sollen, solange sich dieser zu Lebzeiten nicht dagegen ausgesprochen hat halte ich für unmöglich."

Ich auch.

Wenn es dann einmal nicht mehr genug Körperspender geben sollte, dann müssen wir dem auch noch aktiv widersprechen?
Hier ist es tatsächlich so, dass keine Beisetzungskosten anfallen und sich manche genau aus diesem Grund für eine Körperspende entscheiden.
(Die haben vermutlich zuvor keine in Formalin schwimmenden Arme und Beine u.s.w.) gesehen.

@Sisyphos3

" 23:40 von DrBeyer
>>Müssen Sie doch gar nicht.
Widersprechen Sie, und gut is ...<<

wenn ich widerspreche mußte ich mich mit der Thematik befassen"

Nein, überhaupt nicht. Man kann doch auch widersprechen, ohne sich im geringsten damit beschäftigt zu haben.
Es reicht, wenn man weiß, dass man sich nicht damit beschäftigen möchte.

@Sysyphos

"ist es ne Spende wenn man mir automatisch Geld abzieht für ne Sache"

Sei lieber dankbar, das die Politiker in Betracht ziehen zu erlauben, das man sich dagegen entscheiden kann ;)

Siehe "Rundfunkbeitrag"

Am Ende bringen sie die Politiker noch auf die Idee eine"Organgebühr" einzuführen haha

@ kleinster_Riese

Gehören die Organe der Allgemeinheit? Dass die Organe von Einzelnen der Allgemeinheit gehören sollen, solange sich dieser zu Lebzeiten nicht dagegen ausgesprochen hat halte ich für unmöglich.

Dem Toten können sie ja unmöglich gehören.
Zu Lebzeiten kann man sich ja frei dafür entscheiden, dass die Organe nach dem Tod nicht transplantiert werden dürfen, sondern verwesen sollen.

re kleinster-riese

"Dass die Organe von Einzelnen der Allgemeinheit gehören sollen, solange sich dieser zu Lebzeiten nicht dagegen ausgesprochen hat halte ich für unmöglich."

Der Allgemeinheit gehören? Klingt als ob sie meistbietend vesteigert werden sollen.

@23:51 von Adimo

"Jeder ist verpflichtet eine Steuererklärung und was weiß ich noch alles. Warum ist das hier so schwer? Man wird jährlich angeschrieben, wenn man noch keine Auskunft erteilt hat und zahlt jährlich 200 EUR Bußgeld."

Steuererklärung und Organspende in einen Topf. Ich wusste noch gar nicht, dass man so einfach denken kann.

@ Sisyphos3

wenn ich widerspreche mußte ich mich mit der Thematik befassen

Zum Beiträge schreiben ist das anscheinend nicht nötig.

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