Kommentare

Weniger Islamismus?

„Weniger Bürokratie und Hochmut - diese Hoffnung verbinden viele Istanbuler mit CHP-Politiker Imamoglu.“

Steht Imamoglu auch für weniger Islamismus?

Alles wird noch viel besser werden

", sagt eine junge Frau.
Und Baran ergänzt: "Er ist ein Hoffnungsträger. Nicht nur für Istanbul,
sondern für die ganze Türkei. .......
Wir wollen in dieser Stadt weniger Beton und mehr Grünflächen.
Wir wollen keine Wolkenkratzer mehr.
Ekrem Imamoglu hat uns das versprochen.
Und wir sind zu 99 % sicher, dass ihm das auch gelingen wird.
Und wenn es ihm nicht gelingt, ist es auch okay - wir lieben ihn."
.
so ist das "der Glaube versetzt Berge"
und richtig nett formuliert :-)
.... wenn er seine Versprechungen eben nicht einhält - auch gut

?

Zu diesem Zeitpunkt hatte auch Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan gratulierte Imamoglu zum Sieg, laut - so Erdogan - inoffiziellen Ergebnissen.

@Dr.Hans

"Steht Imamoglu auch für weniger Islamismus?"

Die ganze CHP Partei steht dafür. Sie orientiert sich nach Atatürk und Laizismus. Den Islam von der Politik fern zu halten. Das bedeutet auch den politischen Islam zu unterlassen.
Diese CHP Partei ist schon fortschrittlicher und sogar europäischer im Vergleich zu der Interpretation der Religionsfreiheit in Deutschland.

Wie heißt doch gleich einer meiner Lieblingsfilme?...

...Star Wars - Eine neue Hoffnung.

---

Und genau diese habe ich auch jetzt.

Hoffnung auf Änderung in der Türkei!
Vielleicht geschieht ja bald auch das Wunder von Ankara, so daß Erdogan seine Macht als Staatspräsident verliert und die Vernuft und Demokratie wieder Einzug in dieses Land einzieht.

Zu wünschen wäre es.
Denn unter Erdogan hat sich dieses Land in den letzten 4 Jahren stark verschlechtert.

09:18 von Dr.Hans

Weniger Islamismus?
.
wohl kaum

und wenn das hier als toller Erfolg "liberaler" Kräfte gefeiert wird
vermute mal der Imamoglu steht immer noch rechts der AfD
mit seinen Vorstellungen

Hoffnungsschimmer in der ganzen Welt

Auch wenn die Hiobsbotschaften in der Welt nicht nachlassen, Kriegstreiberei und Hass immer stärker werden - so gibt es doch immer wieder unglaubliche Lichtblicke.

Da, wo es hart auf hart geht, sei es in Görlitz, sei es in Istanbul, bilden sich Menschenmengen, die die Demokratie einfordern und - mit kreativen Mitteln -punktuell durchsetzen.

Ich bin unendlich erleichtert.
Immer noch steht die ganze Welt auf der Kippe - aber es sieht so aus, als ob man das nicht hinnimmt. :-)

In Istanbul sind die Wähler aufgewacht :-)

Bei uns ein Großteil der Deutschtürken leider bisher noch nicht.

Die Hoffnung stirbt zuletzt

"Wir werden in dieser Stadt wahre Demokratie aufbauen. Wir werden in dieser Stadt Gerechtigkeit schaffen. Wir werden in dieser schönen Stadt - das verspreche ich Euch - die Zukunft gestalten."

Endlich werden in Istanbul blühende Landschaften existieren. Und wenn nicht, ist es auch nicht so schlimm:

"Ekrem Imamoglu hat uns das versprochen. Und wir sind zu 99 Prozent sicher, dass ihm das auch gelingen wird. Und wenn es ihm nicht gelingt, ist es auch okay - wir lieben ihn."

Er liebt Euch auch. Alle.

@ 09:18 von Dr.Hans

"Steht Imamoglu auch für weniger Islamismus?"
.
Wenn er sich an die Grundsätze seiner Partei, dem Kemalismus (speziell dem Laizismus), hält, sollte dem so sein.
Trodtzdem ist Istanbul nicht die Türkei und Deutschland.
Er wird Zugeständnisse machen müssen. Das hat er schon in seinem Wahlkampf getan.

Am 24. Juni 2019 um 11:57 von Sisyphos3

<< @ 09:18 von Dr.Hans
Weniger Islamismus? wohl kaum und wenn das hier als toller Erfolg "liberaler" Kräfte gefeiert wird vermute mal der Imamoglu steht immer noch rechts der AfD mit seinen Vorstellungen
>>

Die Bundeszentrale für politische Bildung bezeichnet die CHP als "säkuläre Mitte-Links-Partei". Andere Quellen bestätigen das. Das klingt mir weder nach Islamismus noch nach Rechtsextremismus.

Was ist die Quelle für Ihre "Vermutung"?

Ein Schlag ins Kontor.

Natürlich wollte (“sollte“ allerdings schon) Erdogan mit diesem Ergebnis nicht rechnen, und insofern scheint ihm der Sieg Imamoglus deutlich mehr zu schaffen machen als Yildirim, dem direkten Verlierer.
Bezeichnend, dass er das Wahlergebnis wieder als “vorläufig“ bezeichnete, bevor er sich zum Wundenlecken zurückzog.
Aber ich glaube nicht, dass er wieder etwas ausheckt, um das Wahlergebnis erneut anzufechten - der ewige Terrorvorwurf müsste inzwischen abgenutzt sein.
Stattdessen täte er wohl gut daran, das Angebot Imamoglus zur Zusammenarbeit anzunehmen - das dürfte seinem Ruf und damit seiner eigenen Zukunft dienlicher sein als die weitere Bekämpfung der CHP.

09:18, Dr.Hans

>>„Weniger Bürokratie und Hochmut - diese Hoffnung verbinden viele Istanbuler mit CHP-Politiker Imamoglu.“

Steht Imamoglu auch für weniger Islamismus?<<

Er ist ein gläubiger Mensch, für Sie also möglicherweise ein Islamist.

12:19, falsa demonstratio

>>Am 24. Juni 2019 um 11:57 von Sisyphos3
<< @ 09:18 von Dr.Hans
Weniger Islamismus? wohl kaum und wenn das hier als toller Erfolg "liberaler" Kräfte gefeiert wird vermute mal der Imamoglu steht immer noch rechts der AfD mit seinen Vorstellungen >>

Die Bundeszentrale für politische Bildung bezeichnet die CHP als "säkuläre Mitte-Links-Partei". Andere Quellen bestätigen das. Das klingt mir weder nach Islamismus noch nach Rechtsextremismus.

Was ist die Quelle für Ihre "Vermutung"?<<

Die Quelle dieser Vermutung ist wohl, daß in bestimmten politischen Kreisen, in denen dem Islam der Status einer Religion abgesprochen wird, nicht zwischen Islam und Islamismus unterschieden wird.

@ 12:25 von harry_up

"Aber ich glaube nicht, dass er wieder etwas ausheckt, um das Wahlergebnis erneut anzufechten - der ewige Terrorvorwurf müsste inzwischen abgenutzt sein."
.
Vielleicht ist jetzt Yildirim dran?
Er hat bei einer Wahlkampfrede in Diyabakir von Kurdistan und PKK gesprochen!
.
;-)

Sind wir im Religionskrieg?

Es geht doch wohl in erster Linie darum, dass es den Menschen in der Türkei besser geht, die Verhältnisse demokratischer, die unter Vorwänden Entlassenen und Inhaftierten wieder integriert werden. Nicht zu vergessen die Beseitigung von Korruption und Vetternwirtschaft. Und dann kommt die "vernichtende" Anmutung, dass der Herr Imamoglu Islamist sei. Ja geht´s noch?

@ 12:19 von falsa demonstratio

Die Bundeszentrale für politische Bildung bezeichnet die CHP als "säkuläre Mitte-Links-Partei". Andere Quellen bestätigen das. Das klingt mir weder nach Islamismus noch nach Rechtsextremismus.

Da machen Bundeszentrale für politische Bildung und die anderen Quellen den gleichen Fehler wie so viele ihn machen. Man geht einfach davon aus dass die politische Mitte in jedem Staat etwa an der gleichen Stelle ist, was nicht der Fall ist. Denn starker Nationalismus ist in der Türkei die politische Mitte.

Zur CHP aus Wikipedia:

Die sechs Pfeile auf dem CHP Parteilogo repräsentieren die sechs Prinzipien des Kemalismus:
Republikanismus, „Populismus“ im Sinne einer klassenübergreifenden gesellschaftlichen Kooperation, Laizismus, „Revolutionismus“ im Sinne einer fortwährenden Umgestaltung der türkischen Gesellschaft und Modernisierung des Staates, Nationalismus und Etatismus.

re erstaunter Bürger

"In Istanbul sind die Wähler aufgewacht :-)

Bei uns ein Großteil der Deutschtürken leider bisher noch nicht."

Und wie kommen Sie darauf?

12:19 von falsa demonstratio

Republikanismus
Laizismus,
Reformismus (Modernisierung)
Etatismus
Populismus (Volkssouveränität/Demokratie)
Nationalismus
so die Einschätzung des Focus

die Tageszeitung Hürriyet Chefredakteur bis Ende 2009 Ertuğrul Özkök,
einer der schärfsten Kritiker der Regierung Erdoğan.
Logo seit Ein Bild des Staatsgründers Atatürk und das Leitmotto
Türkiye Türklerindir („Die Türkei gehört den Türken“).
(seit einigen Monaten gehört sie allerdings dem Erdogan)
galt auch als liberal/konservativ
erstaunlich bei deren Leitmotiv ?

12:26 von fathaland slim

Er ist ein gläubiger Mensch, für Sie also möglicherweise ein Islamist.
.
ich würde mal vermuten,
nach deutschen Maßstäben ist jeder Türke ein "gläubiger" Mensch

Stimmen der enttäuschten AKP-Anhänger?

Natürlich hört man von den CHP-Wählern den erwarteten Jubel und die Hoffnung auf wirtschaftliche Aufschwung, mehr Demokratie und auf all das, was unter Erdogan bislang unterdrückt wurde und/oder sich verschlechtert wurde.

Nun wäre es aber auch interessant, einmal die Stimmen der ergebenen Erdoganjünger zu hören, von denen man ja auch in diesem Forum sofort lesen kann, wenn ihr Herr Erdogan auch nur leicht kritisiert wird.
Aber vielleicht sind die ja noch nicht zurück aus Istanbul...

Aber Herr Mayer-Rüth könnte doch einmal vor Ort einige dieser Stimmen einfangen.

Leider droht Ernüchterung

Imamoglu wird leere Kassen vorfinden, da Prestigeobjekte wie der Flughafen auf Pump gebaut wurden. So wird erst einmal eiserne Sparsamkeit angesagt sein. Auch muss der Hoffnungsträger das Parlament überzeugen, in dem noch immer die AKP die Mehrheit hat. So kann er seine Vorhaben nur ansatzweise in Angriff nehmen. Ob die Bevölkerung das versteht?
Man sieht ja auch in Deutschland, dass immer über gebrochene Wahlversprechen geklagt wird, auch wenn die Durchsetzung auf Grund der Mehrheitsverhältnisse und anderer Gegebenheiten nicht möglich ist.
Ein Wahlkämpfer kann nur versprechen, sich für eine Sache einzusetzen, falls er die nötige Mehrheit bekommt.

Gut für die Türkei

Das ist aber keine gute Nachricht für die vielen in Deutschland lebenden Türken, die Erdogan für ihren Messias halten.

Auf jeden Fall ist diese Wahlniederlage in meinen Augen der Anfang vom Ende des Systems Erdogan, und das werden dann beizeiten auch die von ihm finanzierten Moscheen in Deutschland zu spüren bekommen. Ist nur noch eine Frage der Zeit.

Für die Türkei ist das insgesamt aber ein gutes Zeichen. Ein sehr gutes sogar.

@ fathaland slim

"Er ist ein gläubiger Mensch, für Sie also möglicherweise ein Islamist."

Ein gläubiger Mensch ist aber kein Islamist. Deswegen darf er auch bei CHP mitwirken. Es geht dabei um die Vermeidung des Eingriffs des Islam auf die gesellschaftliche Ordnung mit Scharia. Laizismus laut wikipedia:
"das Prinzip strenger Trennung zwischen Religion und Staat."
Es geht also um den politischen Islam.
Das was Atatürk in der Türkei eingeführt hat und die AFD versucht auch in Deutschland zu etablieren. Vizepräsidenten darf AFD nicht stellen, weil Glaser sich auf diese Trennung bezogen hat. Das wurde von allen Parteien als Angriff auf Religionsfreiheit und Razismus interpretiert.

Am 24. Juni 2019 um 12:48 von Sisyphos3

Es tut mir Leid, aber Ihr Posting erschließt sich mir nicht.

Was hat das mit Ihrer "Vermtung" zu tun, die CHP bzw. der neue OB von Instanbul seien islamistisch.

Erdogan genießt eher wenig Respekt

@ Brodi:
Das ist aber keine gute Nachricht für die vielen in Deutschland lebenden Türken, die Erdogan für ihren Messias halten.

Alle Türken die ich kenne, sehen in Erdogan einen alten, konservativen Mann, der möglichst viel Macht haben will und alles sehr verbissen sieht. Geschätzt und respektiert wird Erdogan von den wenigsten Türken hier in Deutschland. Ganz anders als Angela Merkel, die weithin respektiert wird.

12:51 von Sisyphos3

"ich würde mal vermuten,
nach deutschen Maßstäben ist jeder Türke ein "gläubiger" Mensch"

Wozu andauernd "Vermutungen"?

Die Deutschen sind in der Regel gebildet und können strikt Islam, Islamismus und Atheismus oder Agnostizismus unterscheiden.

Hier findet man also kein Haar in der Suppe des Sieges von gestern.

Islamisten wollen in der Regel keine Demokratie, Moslems in der Regel schon.

Es gibt keine auswärtigen Wähler

@ harry_up:
Aber vielleicht sind die ja noch nicht zurück aus Istanbul...

Wer nicht dauerhaft in Istanbul wohnt, darf dort auch nicht an der Kommunalwahl teilnehmen.

Suuuuper!!!! Viel Erfolg!

Anstatt zu spalten, vereint Imamoglu die Menschen mit versöhnlichen Worten. Genau so jemanden brauchen wir auch in Deutschland, der EU, in Amerika einfach überall. Erdoğan und seine Getreuen werden natürlich alles unternehmen Imamoglu zu diskreditieren. Die EU sollte deshalb ein Förderprogramm speziell für Imamoglu aufsetzen. Vielleicht ist es genau diese Hilfe, die das zarte Pflänzchen der Demokratie in der Türkei zum Blühen bringen wird.

Jubel über den Sieg

Endlich gibt es Hoffnung auf Veränderungen
in der Türkei ! Denn das war ja schlimm ,was die Politik dort zeigte und machte !

@ 12:48 von karwandler

"re erstaunter Bürger
"In Istanbul sind die Wähler aufgewacht :-)
Bei uns ein Großteil der Deutschtürken leider bisher noch nicht."

Und wie kommen Sie darauf?"
.
Wenn Sie sich dafür interessieren würden und die letzten Wahlen verfolgt hätten, würden Sie es wissen!
Die AKP unter Erdogan hat bei den letzten Wahlen in Deutschland die absolute Mehrheit erreicht. Die CHP lag bei über 20%.
In Österreich bekam Erdogan über 70%.
.
Zitat Cem Özdemir:"Deutschtürken lehnen liberale Demokratie ab".
.
Sie können die bei uns lebenden Türken nicht mit den Türken in Istanbul vergleichen.
.
Das ist Realität!

12:57 von Oldtimerin

Man sieht ja auch in Deutschland, dass immer über gebrochene Wahlversprechen geklagt wird,
.
sie haben doch das Interview im Artikel gelesen
Zitat : "Ekrem Imamoglu hat uns das versprochen. Und wir sind zu 99 % sicher, dass ihm das auch gelingen wird. Und wenn es ihm nicht gelingt, ist es auch okay - wir lieben ihn."
bei solchen Wählern ist es doch ne Freude zu regieren

@ 13:10 von freier Welthandel

"Alle Türken die ich kenne, sehen in Erdogan einen alten, konservativen Mann, der möglichst viel Macht haben will und alles sehr verbissen sieht. Geschätzt und respektiert wird Erdogan von den wenigsten Türken hier in Deutschland."
.
Natürlich kann man seine Augen vor Wahlergebnissen verschließen......

Islamismus? Gibt's das?

@ Dr.Hans:
Steht Imamoglu auch für weniger Islamismus?

Unter Islamismus kann ich mir wenig vorstellen. Klingt nach einer Polarisierungsvokabel aus der AfD-Schatulle.
Die CHP kann man sich als links-liberal und sozialdemokratisch denken. Imamoglu bezeichnet sich selbst als gläubigen Moslem. Das ist seine Sache und er ist da ehrlich. Andere CHP-Mitglieder würden sich vermutlich nicht als gläubig bezeichnen. In Deutschland oder Frankreich ist das ja ähnlich.

13:09 von falsa demonstratio

der Kollege @ Konsenssoße hat es doch wunderbar formuliert

"Man geht einfach davon aus dass die politische Mitte in jedem Staat etwa an der gleichen Stelle ist, was nicht der Fall ist. Denn starker Nationalismus ist in der Türkei die politische Mitte. "
überhaupt,
schrieb ich der wäre islamistisch

Dr. Hans 09.18

Steht Imamoglu auch für weniger Islamismus?" Imamoglu ist Mitglied der CHP (Cumhuriyet halk partisi), die als säkulare sozialdemokratisch republikanische Partei auftritt und kemalistisch ist. Da wird sich Keine finden, die die Scharia verteidigt. Insofern moderner, was Trennung von Staat und Religion angeht. Da könnten SPD und andere deutsche Parteien was lernen

Glaube spielt in der Politik keine große Rolle

@ Sisyphos3:
ich würde mal vermuten, nach deutschen Maßstäben ist jeder Türke ein "gläubiger" Mensch"

Ich kenne viele Türken, die überhaupt nicht gläubig sind (aber dennoch auf Traditionen achten).

@freier Welthandel

Alle Türken die ich kenne, sehen in Erdogan einen alten, konservativen Mann, der möglichst viel Macht haben will und alles sehr verbissen sieht. Geschätzt und respektiert wird Erdogan von den wenigsten Türken hier in Deutschland.

Die Türken, die ich (z.B. aus Gelsenkirchen) kenne, angefangen bei Gündogan und Özil, sind weder alt noch arm. Und die ganzen Hallen, die Erdogan hier in Deutschland mit seinen Anhängern füllte, sind mir auch noch bestens erinnerlich. Oder, man erinnere sich auch an die Eröffnung der Moschee in Köln. Das waren wohl eher "die meisten" und nicht "die wenigsten" Türken, die für Erdogan stimmten.

13:03, Orfee

>>Das was Atatürk in der Türkei eingeführt hat und die AFD versucht auch in Deutschland zu etablieren.<<

Wenn Atatürk heute lebte und Deutscher wäre, dann wäre er in der AfD?

Sie überraschen mich doch immer wieder.

13:03, Orfee

>>Vizepräsidenten darf AFD nicht stellen, weil Glaser sich auf diese Trennung bezogen hat. Das wurde von allen Parteien als Angriff auf Religionsfreiheit und Razismus interpretiert.<<

Bitte bleiben Sie bei der Wahrheit.

Glaser hat dem Islam abgesprochen, eine Religion zu sein.

11:57 von Sisyphos3

… und wenn das hier als toller Erfolg "liberaler" Kräfte gefeiert wird
vermute mal der Imamoglu steht immer noch rechts der AfD
mit seinen Vorstellungen.»

Und das vermuten Sie aufgrund welcher Erkenntnisse?
Die Sie über Herrn İmamoğlu besitzen?
Detaillierter als z.B. ich sie habe …

12:51 von Sisyphos3

«ich würde mal vermuten,
nach deutschen Maßstäben ist jeder Türke ein "gläubiger" Mensch.»

Welches sind denn "die deutschen Maßstäbe"?
Auf denen Ihre Vermutungen basieren?

Die von Kardinal Ratzinger, von Kardinal Max, von Margot Käßmann?
Oder die des Agnostikers, den Sie am Kiosk trafen …?

12:58, Brodi

>>Auf jeden Fall ist diese Wahlniederlage in meinen Augen der Anfang vom Ende des Systems Erdogan, und das werden dann beizeiten auch die von ihm finanzierten Moscheen in Deutschland zu spüren bekommen. Ist nur noch eine Frage der Zeit.<<

Nicht Erdogan finanziert die Moscheen, sondern die türkische Religionsbehörde, Diyanet İşleri Başkanlığı.

Die von Atatürk 1924 geschaffen wurde.

Präsidenten kommen und gehen, die Behörde bleibt.

13:22 von Sisyphos3

<< Zitat : "Ekrem Imamoglu hat uns das versprochen. Und wir sind zu 99 % sicher, dass ihm das auch gelingen wird. Und wenn es ihm nicht gelingt, ist es auch okay - wir lieben ihn."
bei solchen Wählern ist es doch ne Freude zu regieren <<

Ja, in der Tat. Es ist schon ein Riesenschritt, wenn Demokratie ernsthaft gewollt wird und Schritt für Schritt umgesetzt wird.
Erdogan wird das zu verhindern suchen, insofern kann keiner wissen, wie viel Imamoglu gelingen wird.

Dennoch werden die Bürger laut Zitat ihn nicht zersägen, denn er wird sein Bestes geben.

@Sausevind, 12:05

„Auch wenn die Hiobsbotschaften in der Welt nicht nachlassen, Kriegstreiberei und Hass immer stärker werden - so gibt es doch immer wieder unglaubliche Lichtblicke“

Und die werden langsam, weitgehend unauffällig, aber dafür beständig immer mehr.

Ihr Kommentar hier in diesem Thread ist auch einer (und die „fathas“ wie fast immer auch).

Es freut mich sehr dass die Vernunft gesiegt hat!

Ich freue mich sehr über das Wahlergebnis in Istanbul, und hoffe dass damit die unsäglich schädliche Ära des Herrn Erdogan zu Ende gehen wird. Viel Glück Herr Imamoglu und vielen Dank an die Istanbuler Wähler!

13:27, deutlich

>>Imamoglu ist Mitglied der CHP (Cumhuriyet halk partisi), die als säkulare sozialdemokratisch republikanische Partei auftritt und kemalistisch ist. Da wird sich Keine finden, die die Scharia verteidigt.<<

Das kann nur jemand schreiben, dessen Kenntnis dessen, was die Scharia betrifft, sich über negativ konnotierte Schlagworte definiert.

Der neue OB Istanbuls lebt selbstverständlich, wie jeder gläubige Moslem, nach der Scharia.

Die nirgendwo aufgeschrieben und deshalb komplett Auslegungssache ist.

Nicht leicht zu kapieren. Vor allem, wenn man die widerspruchsfreie Eindeutigkeit liebt und erwartet.

12:39 von Konsenssoße

«Die Bundeszentrale für politische Bildung bezeichnet die CHP als "säkuläre Mitte-Links-Partei". Andere Quellen bestätigen das. Das klingt mir weder nach Islamismus noch nach Rechtsextremismus.»

«Da machen Bundeszentrale für politische Bildung und die anderen Quellen den gleichen Fehler wie so viele ihn machen. Man geht einfach davon aus dass die politische Mitte in jedem Staat etwa an der gleichen Stelle ist, was nicht der Fall ist.»

Mitnichten geht die BZ für PB davon aus, "die politische Mitte" läge in jedem beliebigen Staat "etwa an der gleichen Stelle".

In POR definiert sie diese "weiter links" als in DEU.
In JAP liegt sie deutlich "weiter rechts".
Entspricht den tatsächlichen Gegebenheiten dieser beiden Staaten.
Deren demokratisches Grundverständnis nicht in Zweifel steht.

In demokratischen Staaten, deren Führungen tatsächlich so agieren, ohne demokratische Errungenschaften "im eigenen Sinn zu biegen".

Ist "die Mitte" dort, wo Demokratie entschieden verteidigt wird …

Es freut mich sehr dass die Vernunft gesiegt hat!

Ich freue mich sehr über das Wahlergebnis in Istanbul, und hoffe dass damit die unsäglich schädliche Ära des Herrn Erdogan zu Ende gehen wird. Viel Glück Herr Imamoglu und vielen Dank an die Istanbuler Wähler!

Und das vermuten Sie aufgrund

Und das vermuten Sie aufgrund welcher Erkenntnisse?
Die Sie über Herrn İmamoğlu besitzen?
Detaillierter als z.B. ich sie habe …
....//
keine Ahnung wo sie ihre Infos herhaben
hier meine : ein Beispiel TS vom 24.06.2019

Jung, dynamisch - konservativ. So hat sich Ekrem Imamoglu in diesem Wahlkampf präsentiert. Im Fastenmonat Ramadan zelebrierte er fast jeden Abend das Fastenbrechen bei einer anderen Familie, zum Abschluss dann medienwirksam zusammen mit seiner eigenen:
"Ich faste seit ich sieben oder acht Jahre alt bin. Und ich faste gern. Meine Familie und ich lieben das Fastenbrechen. Dieses Jahr schaffen wir es wenigstens zum letzten Ramadan-Tag zusammen zu kommen. .... soll es gleich die Großfamilie sein ....,
offensichtlich ist das religiöse populärer als hierzulande
kommt überall an und nicht nur bei den "Hardlinern" des Erdogan
also ist das allgegenwärtig in der türkischen Gesellschaft, sozusagen das "normale" Verhalten
glauben sie das wäre hierzulande auch populär

Islamismus bei CHP?

Was soll diese Unterstellung, ein CHP-Kandidat wäre ein Islamist? Es Kommentieren hier schon wieder Menschen, die keine Ahnung von der Materie haben und/oder versuchen, AFD-nahe Parolen überall hinein zu quetschen. Das ist nicht besser, als der Islamismus, den man krampfhaft überall zu entlarven versucht.

13:31, Brodi

>>Die Türken, die ich (z.B. aus Gelsenkirchen) kenne, angefangen bei Gündogan und Özil, sind weder alt noch arm. Und die ganzen Hallen, die Erdogan hier in Deutschland mit seinen Anhängern füllte, sind mir auch noch bestens erinnerlich. Oder, man erinnere sich auch an die Eröffnung der Moschee in Köln. Das waren wohl eher "die meisten" und nicht "die wenigsten" Türken, die für Erdogan stimmten.<<

Sie kennen Gündogan und Özil?

Vermutlich genau so, wie ich Can Dündar, Deniz Yücel, Pina Atalay oder Fatih Akin kenne.

Ich kenne aber auch einige Türken persönlich. Unter denen gibt es, wie überall, solche und solche.

Es leben einige Millionen türkischstämmige Menschen in Deutschland. Daß Erdogan, wenn er Deutschland besucht, eine fünfstellige Zahl an Unterstützern zusammentrommeln kann, ist bei der polarisierten politischen Stimmung nicht erstaunlich.

Zu behaupten, das wären "die Türken", ist ähnlich schlüssig wie anzunehmen, das, was Montags in Dresden herumläuft, seien "die Deutschen".

Am 24. Juni 2019 um 13:27 von Sisyphos3

<< der Kollege @ Konsenssoße hat es doch wunderbar formuliert
"Man geht einfach davon aus dass die politische Mitte in jedem Staat etwa an der gleichen Stelle ist, was nicht der Fall ist. Denn starker Nationalismus ist in der Türkei die politische Mitte. "
überhaupt,
schrieb ich der wäre islamistisch
>>

In der Tat schrieben Sie das, denn Sie schrieben um 11:57 auf die Frage von Dr. Hans um 09:18 ob Imamoglu auch für weniger Islamismus stehe, das sei "wohl kaum" der Fall.

re neutralewelt

""In Istanbul sind die Wähler aufgewacht :-)
Bei uns ein Großteil der Deutschtürken leider bisher noch nicht."

Und wie kommen Sie darauf?"

Wenn Sie sich dafür interessieren würden und die letzten Wahlen verfolgt hätten, würden Sie es wissen!
Die AKP unter Erdogan hat bei den letzten Wahlen in Deutschland die absolute Mehrheit erreicht. Die CHP lag bei über 20%."

Wenn man von "Großteil der Deutschtürken" spricht ist das was anderes als "Deutschtürken, die an der Wahl teilgenommen haben".

Und letztere sind nur ein kleiner Teil von ersteren.

"Allerdings ist nur etwa die Hälfte der türkischen Community in Deutschland in der Türkei wahlberechtigt. Da schon 2017 wiederum nicht einmal die Hälfte auch wählen ging, stimmten tatsächlich nur 13 Prozent der Deutsch-Türkinnen und -Türken für Erdogan"

Also hat Erdogan keineswegs eine Mehrheit unter den Deutschtürken, wie behauptet wurde

Glück gehabt NATO

Seit dem Raketenkauf von Erdogan geht langsam sein Licht unter. Das Lavieren zwischen SOZ und Nato hat die Nato klar für sich entschieden. Ein Schelm wer böses denkt.... Das war der Warnschuss vor dem Bug für den derzeitigen Ministerpräsidenten. Mit dem neuen Bürgermeister der pro westlich und auch pro Nato ist könnte sich einiges für das Land ändern. Ob zum guten oder zum schlechten wird die Zukunft zeigen...

Es ist sehr schön zu sehen,

dass in der Türkei in der Tat die Demokratie durch Erdogan nicht in Gänze zerstört werden konnte. Sicher ist es in den nächsten Tagen und Wochen wichtig, zu sehen, wie Erdogan reagiert. Ich muss gestehen, dass ich mich schwer damit tue, glauben zu können, dass er eine (erneute) Niederlage einfach so hinnimmt. Es bleibt abzuwarten was sich in den nächsten Tagen und Wochen tuen wird, aber ich hoffe für die Türkei, dass es ruhig und friedlich bleibt und der Übergang in die "Nach-Erdogan-Ära" sanft erfolgen und damit die Türkei wieder demokratisch näher an West-Europa heranrücken kann.

Steht Imamoglu auch für weniger Islamismus?

Was heißt hier Islamismus?

Wenn er für Laizismus steht und dieses auch durchsetzen kann, und wenn er demokratische Kräfte stärkt, reicht das erst einmal. Das wäre der richtige Weg!

13:21,NeutraleWelt

>>Die AKP unter Erdogan hat bei den letzten Wahlen in Deutschland die absolute Mehrheit erreicht. Die CHP lag bei über 20%.
In Österreich bekam Erdogan über 70%.<<

Das hat verschiedene Gründe.

Einer ist, daß die Wahlberechtigung in der Türkei, wie fast überall, nicht an der Abstammung, sondern an der Staatsbürgerschaft festgemacht wird. Eingebürgerte Türken dürfen also nicht wählen, Doppelstaatler schon, aber die tun es eher selten. Wer seit langem in D lebt und immer noch ausschließlich die türkische Staatsbürgerschaft hat, hat wohl innerlich das hintere Anatolien, wo viele "deutsche Türken" herkommen, nie verlassen.

Stellen Sie sich mal, nur als Gedankenspiel, vor, Hunderttausende ländliche, etwas bildungsferne Bayern würden in der Türkei leben, aus welchen Gründen auch immer, sprächen kaum türkisch, auch keine andere Sprache, nicht mal hochdeutsch, und hätten ausschließlich die deutsche Staatsbürgerschaft. Bei denen hätte die CSU wohl über 80%.

@fathaland slim

"Wenn Atatürk heute lebte und Deutscher wäre, dann wäre er in der AfD?

Sie überraschen mich doch immer wieder."

Ja klar was denken Sie denn?
Lesen Sie mal die Äußerungen von Atatürk ober den Islam.
,,Es ist Weltbekannt, dass unser Hauptprogramm für die Staatsverwaltung gerade das Programm der Republickanischen Volkspartei ist. Die von ihm umfasste Prinzipien sind solche hauptlinien, die uns sowohl in der Verwaltung als auch in der Politik aufklärend beistehen werden. Jedoch ist es nun sehr erforderlich, diese Prinzipien mit den Dogmen (Glaubenssätzen) der Bücher niemals zu vergleichen, von denen geglaubt wird, sie seien vom Himmel herabgesandt worden."

Er schreibt über Koran. Von denen geglaubt wird, sie seien vom Himmel herabgesandt worden. Damit stellt er Islam als Religion sogar in Frage. Wenn man Atatürk als Vizepräsidenten vorgestellt hätte im Bundestag, dann wäre er mit Sicherheit nicht gewählt worden wegen der Religionsfreiheit und weil er Islam beleidigt.

Zustände in der Türkei werden dadurch kaum berührt, wie s. Fakt Quelle: "Die Türkei ist kein Rechtsstaat mehr." Es geht weiter wie s. Quelle: "Festnehmen, abtreten, mundtot machen." Die Lage in der ganzen Türkei wird eingeschätzt wie s. Quelle: "Wie zum Anfang der NS - Zeit: So gefährlich ist Erdogans Kurs." Jeder User denke an die heutige Außenpolitik der Türkei s. Quelle: "Ankara macht Außenpolitik mit der Haubitze." Was ist mit den besetzen Gebieten in Syrien, vor allem der Distrikt Afrin? Doch der erste Schritt in die richtige Richtung, aber nur ein kleiner Schritt.

12:08 von erstaunter bürger

In Istanbul sind die Wähler aufgewacht :-)
Bei uns ein Großteil der Deutschtürken leider bisher noch nicht.
.
was bringt sie zu dieser Annahme ?

pennt jeder oder hat keine Ahnung,
wenn er nicht unsere Vorstellungen teilt ?

14:44, Lagioll

>>Glück gehabt NATO
Seit dem Raketenkauf von Erdogan geht langsam sein Licht unter. Das Lavieren zwischen SOZ und Nato hat die Nato klar für sich entschieden. Ein Schelm wer böses denkt.... Das war der Warnschuss vor dem Bug für den derzeitigen Ministerpräsidenten. <<

Sie meinen, die Istanbuler Oberbürgermeisterwahl sei von der NATO gelenkt worden?

>>Mit dem neuen Bürgermeister der pro westlich und auch pro Nato ist könnte sich einiges für das Land ändern. Ob zum guten oder zum schlechten wird die Zukunft zeigen...<<

Woran machen Sie fest, daß der Mann "pro-westlich" ist?

Was ist denn dann Erdogan?

Pro-östlich? Südlich? Nördlich?

Inwiefern ist Imamoglu pro-NATO?

Und was hat das Verhältnis zur NATO mit dem Job eines Großstadtbürgermeisters zu tun?

Darstellung: