Ihre Meinung zu: Chefermittler prüft Todesursache von Ägyptens Ex-Präsident Mursi

18. Juni 2019 - 9:32 Uhr

Herzinfarkt? Mord? Vernachlässigte Behandlung im Gefängnis? Nach dem Tod des ägyptischen Ex-Präsidenten Mursi sucht der Generalstaatsanwalt nach der Ursache. Auch die Vereinten Nationen fordern eine Untersuchung.

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Kommentare

Warum?

"...sowie mit seiner Wirtschaftspolitik gescheitert zu sein"

Wenn der saudische Geldhahn abgedreht wird ist die Wirtschaftspolitik gescheitert. Brot- und Benzinpreise sind in Ägypten damals enorm gestiegen, weil SaudiArabien die "Unterstützungs"gelder nicht mehr geschickt hat.
Heute sind die Preise noch deutlich höher als zu Mursis Zeiten, denn der jetzige Präsident gibt die Gelder für Protzbauten und Militär aus. Die geplante Verfassungsänderung, die Mursi immer vorgeworfen wurde, ist heute längst - sogar in verschärfter Form - in Kraft. Scheint nur niemand der Al-Sisi-Unterstützer (auch Regierungen wie die Deutsche) nicht zu interessieren. Die letzte Wahl war eine Farce.
In Ägypten sprechen die gebildeten (jungen) Menschen nur noch vom Regime Al-Sisi. Kritiker, Journalisten, Musiker usw. verschwinden in Gefängnissen und tauchen nicht mehr oder gekennzeichnet als Folteropfer im Straßengraben auf. Was wir täglich über den Iran zu lesen bekommen, ist bei Ägypten keine Zeile wert.

Herzinfarkt? Mord? Diese Hetzfragen im ÖR gleichen eher der Schlagzeile einer Bildzeitung oder einer Boulevardzeitung.
Ich bin von der "Bericht"-erstattung des ÖR nur noch genervt und enttäuscht.
Dafür zahle ich nun monatlich so viel Geld.
Das ist nur noch billiger Journalismus.
Die Artikel sind aufwiegend geschrieben.
Kann die TS keine Qualität mehr? Liegt das am Fachkräftemangel?

Muss nicht stimmen, klingt aber zumindest glaubwürdig.

Mal die Fakten: Mursi war nicht mehr ganz jung, wurde in einer bestimmt nicht sonderlich komfortablen Haftanstalt gehalten, hinzu kommt ständig psychischer Stress dafür, als Sündenbock die Todesstrafe verpasst zu bekommen, dazu die beträchtliche Sommerhitze - das sind alles ideale Vorbedingungen dafür, einen Herzinfarkt zu erleiden.

Verdient hat er das jetzt nicht. Mursi war ein vergleichsweise harmloser Charakter, der nicht in der Lage war, die Spaltungen in Ägypten zu kitten. Schlimmer noch, er wurde von sehr viel unangenehmeren Charakteren vorgeschoben, die ihre ganz eigene Agenda hatten; dass die Muslimbruderschaft sich langfristig als demokratisierende Faktor erwiesen hätte, darf bezweifelt werden. Resultat - perfekter Sündenbock.

Nebenbei: Vorher "sehr ruhig und organisiert" zu wirken, sagt oft nix aus - das ist das Heimtückische an Herzinfarkten; sie kommen so plötzlich.

Daher meine Empfehlung an alle, rechtzeitig zur Vorsorgeuntersuchung zu gehen! Männlein, Weiblein, divers!

Reine Spekulation

Eine umfassende Obduktion hätte vielleicht Klarheit gebracht. Aber wenn man den Leichnam innerhalb 24 Studen beerdigt bleibt wohl nicht viel Zeit. Aber letztendlich würde bei der "richtigen" Methode kein zwingender Anhaltspunkt bzw. Beweis für einen Mord zu erbringen sein. Und diese Methoden gibt es.

Mursi war der rechtmäßige Präsident des Landes,

der von den Militärs gestürzt wurde. Zuvor wurde eine Art Bürgerkrieg entfacht, den beileibe nicht die nicht nur in Ägypten ungeliebten Muslimbrüder zu verantworten hatten. Aber es wurde ihnen jedes nur denkbare und undenkbare Verbrechen angelastet und Mursi war der Haupt-Sündenbock. Der großkotzig von den Westmedien propagierte "Arabische Frühling" wurde nach dem Sturz von Mursi ganz schnell zum Ägyptischen Winter. Das war es vorher auch schon. Aber natürlich ist auch eins klar: Ein stabiles Ägypten hätte es unter Mursi, der es allen Recht machen wollte -was nun einmal gar nicht gelingen konnte- nicht gegeben. Ob es unsere Ewig-Demokraten nun lesen wollen oder nicht: Es gibt halt eine Vielzahl von Ländern, die funktionier(t)en eben nur unter den Sisis und Ghaddhafis oder harten Sultanen und Königen (und sie funktionieren selbst für unsere Verhältnisse erstaunlich gut), oder hat man Gegenbeweise dafür?

@Margareta K.

Kann Ihnen nur zustimmen!

Die Welt ist nicht gerecht und Honig fließt auch nicht unentwegt

Wäre sie gerecht, gebe es keine Diktatoren, Autokraten, nicht einmal korrupte, lügende oder unfähige Politiker.

Und wenn es besere werde soll - muss, m.M.n., zuerst rapide gegen die Überbevölkerung vorgegangen werden.

Zu viele Menschen in Ägypten, das noch immer nur einen Fluß hat, auch wenn sich die Bevölkerung innerhalb kürzester Zeit verdoppelte hat und weiter wächst.

So gibt es zu wenig Boden, zu wenig Geld für Bildung, zu wenig Jobs.

Das ist die Mischung für religiösen Rattenfänger wie Mursi. Die Ungebildeten, verarmten, ohne Hoffnung, weiter am Kinder produzieren um noch mehr Menschen Armut zu schenken - glauben dann zu gerne einem, der sich wie ein Erlöser, ein Gottesmann gibt. Und wählen den in ihrer Dummheit.

Mursi ließ seine Leute gegen Christen hetzen. Immer heftiger. Hätte er weiter machen können, wäre Ägypten ein rasistischer Gottesstaat geworden.

Entickelte Staaten müssen sich gegen solche Leute wehren.

Al Sisi ist kein Demokrat. Aber wenigstens das geringere Übel.

@yolo 9:55

"Ich bin von der "Bericht"-erstattung des ÖR nur noch genervt und enttäuscht.
Dafür zahle ich nun monatlich so viel Geld."

Es geht meiner Meinung nach eher danach,dass ein immer größer werdender Teil des Volkes nicht mehr wie ich durch die Tagesschau,Heute,Phoenix,Spiegel und unsere örtliche Zeitung informiert werden sondern sich in den Untiefen des www umtun,in dem jeder seine Wahngedanken verbreiten kann..

Um Quoten zu erreichen muss die Messlatte immer tiefer angelegt werden..

Besser al Sisi als ein

Besser al Sisi als ein radikal islamischer Gottesstaat.
Motto der Muslimbrüder: „Der Koran ist unsere Verfassung. Der Prophet ist unser Führer. Der Dschihad ist unser Weg. Der Tod für Gott ist unser nobelster Wunsch.“
Mursi war Gründungsmitglied des Ägyptischen Projektkomitees zum Widerstand gegen den Zionismus.
Unter Mursi wäre ein Bürgerkrieg ausgebrochen.

Ja ne is klar!

Mursi war gerade mal ein Jahr an der Macht. Der hat nur nicht nach der Pfeife Israels tanzen wollen, und das war sein einziger Fehler, oder Wohltat,je nach Sichtweise. Vor Ägyptens Küste und in übrigen Teilen des östl. Mittelmeeres sind grosse Gas und Ölreserven entdeckt worden. Das Mursi diese Schätze nur zum Wohle Ägyptens nutzen wollte, war den USA und Israel ein Dorn im Auge. Hätte er nur sein Volk drangsaliert und hätte den Befehlen gehorcht, sowie es Sisi gerade macht, dann wäre er jetzt nicht im Knast verrottet.

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