Ihre Meinung zu: Iwan Golunow: Solidarität mit russischem Journalisten

10. Juni 2019 - 11:31 Uhr

Iwan Golunow ist einer der bekanntesten Investigativjournalisten Russlands - und soll nach Ansicht seiner Unterstützer mundtot gemacht werden. Aber ihre Solidarität scheint ihm geholfen zu haben. Von Martha Wilczynski.

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Kommentare

Wo bleiben solche Journalisten bei uns in BRD?

Solche Investigativ Journalisten könnten wir in BRD auch gut brauchen, die die Machenschaften zwischen der Politik und der Wirtschaft und m.M.n. sogar zwischen der Politik und der Presse aufdecken.

Journalisten können retten

Eine mutige Presse, ein mutiger Journalist. Putin sollte ihm dankbar sein: Korruption und zuviel Lobbyismus zerstören ein Land, freie Journalisten retten es.

Solche Journalisten gibt es auch bei uns. Es sind sicher nicht die, die danach schauen, ob sie aus Sicht ihres Kollegenkreises mit ihren Beiträgen richtig liegen. Sondern die, die schreiben, was ist, auch wenns weh tut: uns als Gesellschaft, den Regierenden, und vielleicht sogar den Auroren selbst

zum glück giebt es noch solche journalisten

und der journalismous in der westlichen welt kann dann auch noch schreiben. ansonsten haben doch die journalisten in deutschland, kanada, usa usw nur noch über trump zu berichten, eu lobbyismous usw aber vom intentet aus ohne jegliche kreative recherchen.
bravo an die leute die ihm beseite stehen.

Im Prinzip eine gute Nachricht

Allerdings sollte man (wie übrigens in jedem Land der Welt) nicht vergessen, dass auch Zeitungen/Zeitschriften ihre Interessen haben, da es sich (sofern es nicht Staatsmedien sind) um Wirtschaftsunternehmen mit Interessen handelt. Wirtschaftlichen und selbstverständlich (gerade in Russland, aber auch anderswo) politischen.
Das ist manchmal (wie in diesem Fall) für Journalisten hilfreich, sollte aber meiner Meinung nach aus diesen Gründen nicht (politisch) überbewertet werden.

Wa soll das ?

"Gegen Golunow wird wegen Drogenbesitzes ermittelt. Aktuell steht er unter Hausarrest."
Frau Wilczynski, ARD-Studio Moskau, wegen Drogenbesitzes wird, wenn in allen Ländern der Welt ermittelt.
Auch im Wertewesten, Frau Wilczynski.
Und ob Drogenbesitz und in welcher Menge können Sie aus dem Büro des ARD-Studios in Moskau doch gar nicht beurteilen.
Oder haben Sie etwa Aktenseinsicht bei den Ermittlungsbehörden ?
Was soll dann dieser Artikel ?

Solidarität mit russischem Journalisten

" ...durchsuchten seine Wohnung. Dort wollen sie Geräte und Mittel zur Herstellung von Drogen gefunden haben."

Ein investigativer Journalist, der in Russland seiner Arbeit wider der Korruption nachgeht, hat in seiner Wohnung Drogen oder Geräte zu deren Bau.

Wer soll das glauben. Mein Respekt gilt seiner Arbeit und all denen, die sich unterstützend solidarisieren.

@pilepalle

... wir haben solche Journalisten und sie arbeiten.

Im Reich Putins ...

... über Korruption zu recherchieren beweist großen Mut. Es ist damit zu rechnen, dass der Staat irgendwann zurück schlägt.

Das kommt in der Weltöffentlichkeit nicht gut an. Aber es schreckt fünf weitere Journalisten ab, genau hinzusehen.

@ wolf 666

Vielleicht lesen Sie erstmal den Artikel und zählen eins und eins zusammen.

Er recherchierte zum Thema Korruption in Russland. Wenn Sie schon so Pro-Putin sind, kennen Sie ja zB bestimmt auch die Videos, wo Leute wie Putin oder seine Weißrussische Marionette mit Oligarchen schimpfen, weil diese sich ja ach so daneben benommen haben. Eine Posse sondergleichen. Vor allem wenn Sie die Jahre davor dicke Kumpels waren und vieles von ehm. Geheimdienstlern geleitet wird.

Da liegt es nicht fern, dass in einer „Demokratie“ wie Russland unangenehme Personen eingeschüchtert werden. Soll jetzt nicht für jeden Fall garantieren das nur Unrecht geschieht. Immer noch besser als China, wo solche Leute über Nacht verschwinden. Denunziation mit falschen Unterstellungen sollte man doch in Deutschland erkennen, davon kamen alle Facetten in D im Zeitraum von 33 - 89 vor.

Natürlich ist der Westen auch nicht wirklich sauber, gerade im Umgang mit dem Ausland aber hier gibt es wenigstens den Rechtsstaat!

Sinn dieses Artikels?

Was soll dieser Artikel bewirken? Die Aussage, das ein Journalist vermutet und seine Vermutung veröffentlicht? Die Aussage, das vermutet wird, dass der Journalist Drogen herstellt? Mein Gott, der Inhalt besteht nur aus Vermutungen, ausser der ewigen Vorwurfsleier gegen Russland, es sei korrupt und mache Kritiker mundtot. Vielleicht ja, vielleicht Nein. Dieser Artikel riecht eher nach Propaganda als nach wirklicher Auseinandersetzung. Der Westen sollte endlich mal aufhören, sich so arrogant belehrend gegenüber Russland zu verhalten.

@ 12:17 von wolf 666

Es ist doch ganz erstaunlich, dass russische Journalisten, Aktivisten und Politiker, die Missstände in Russland aufdecken, allesamt in den Drogenhandel oder in andere kriminellen Machenschaften verwickelt sind! Kommt Ihnen das nicht langsam sonderbar vor? Auch die geheimnisvolle Vermögensexplosion der russischen Eliten lässt einen doch langsam stutzig werden. Haben die allesamt einen reichen Onkel in Amerika? Oder sind die Zustände inzwischen schlimmer als unter dem letzten Zaren?

@Colonia-Rheinland 12:42

Da haben Sie recht! Es ist unglaublich wie felsenfest hier einige einen Mann wie Putin trauen der nicht vertrauenswürdig ist. Putin ist das Paradebeispiel eine Opportunisten. Junge Menschen die damals 1991 für einen russischen Staat demonstrierten, an die wird gar nicht mehr gedacht in Russland. Gleichzeitig erzählt Putin welch ein Fehler das Ende der Sowjetunion war, trat aber 1991 Seite an Seite mit einem Sobchak auf der gegen das Fortbestehen der SU war. Verlogener gehts nicht mehr.
Leute wie der hier genannte Journalist riskieren ihr Leben und berichten über Dinge die Oligarchen die von Putin geschützt werden ganz und gar nicht passt. Gut dass da mal Zeitungen sich solidarisieren. Diese Korruption für die auch das System Putin steht ist nicht hinnehmbar!

12:42 von Colonia-Rheinland

"Wenn Sie schon so Pro-Putin sind ... "
So ein(e) Colonia-R... auf mein Kommentar.
Ich verwehre mich gegen solche haltlosen und dreisten Unterstellungen.
Weil, mein Kommentar nicht eine einzige Vermutung, geschweige einen Hinweis zu ihrer Unterstellung liefert.
Es ist eine Sprich-Sprech-Blase aus einer bekannten Schublade, die immer dann hervorgeholt wird, wenn Argumente zum Gesagten/Geschriebenen fehlen.

Viele in Russlands Elite sind

Viele in Russlands Elite sind korrupt und Korruptions-Kritiker sollen mundtot gemacht werden. Mal sehen, wie lange dieses Prinzip noch funktioniert. Russlands Bevökerung scheint politisch, wohl durch die lange Kommunismus Zeit, sehr träge zu sein.

@senior1 12:56

Sinn Ihrer Nachricht? Hier ist niemand belehrend. Man kritisiert zurecht die Zustände im System Putin und die Korruption und die Tatsache, dass Journalisten Angst haben müssen wegen Artikeln im Gefängnis zu landen oder umgebracht zu werden. Komischerweise sind die einzigen die arrogant belehrend wirken Diejenigen die das korrupte System Putin verteidigen und bei jeder Kritik an diesem System von Propaganda und Einmischung fantasieren.

@ wolf 666

Dann drücken Sie sich nicht so aus, als wäre alles in dem Artikel aus den Fingern gesaugt.

Hinterfragen ist gut, allerdings liest es sich bei Ihnen so, als würden Sie es komplett unterminieren, gerade durch den Zusatz mit dem sog “Wertewesten”. Sie schalten indirekt auf Angriff und reden so, als wären die Angaben im Artikel alles andere als gerechtfertigt. Sie hinterfragen nur eine Seite. Warum man auch die andere hinterfragen muss, haben Margfrad und Kamminer zusätzlich noch einmal untermauert.

re von Werner40 13.25

Interessant,Sie haben etwas gegen Elite ? Fühlt sich sonst aber nicht so an.
Und wann ist diese Elite entstanden ? Vor allem doch in den 90er Jahren mit der Coupon-Privatisierung(Jelzin,Gaidar,Chodokowski).
Aber damals wollte man in den hiesigen Medien nichts von einer Opposition wissen.Die begrüßten die ursprüngliche Akkumulation als Reformpolitik.

13:25 Werner40

“Russlands Bevökerung scheint politisch, wohl durch die lange Kommunismus Zeit, sehr träge zu sein.“

Ich finde es doch immer wieder erstaunlich, mit welcher Selbstherrlichkeit und Dreistigkeit über die Bevölkerung anderer Länder geurteilt wird.
Erklären Sie mir doch einfach mal am Beispiel Deutschlands, warum die Bevölkerung den Arsch nicht hoch bekommt! Gemurmel aus der Schublade; das war's. Vielleicht weil wir auf Grund der langen Demokratiephase sehr träge sind?
Gerade bei Ihren Kommentaren denke ich mir das oft. Hoch lebe die CDU und ihre Wohltaten, gell!

Träge

Naja, die russische Bevölkerung als träge zu bezeichnen, da brauche ich nicht in die Ferne schweifen. Da sehe ich mir das eigene Volk an und denke an den VW-Skandal als Beispiel: Um Unsummen wurden Käufer geprellt, der Skandal wurde öffentlich, viele Käufer schimpften. VW machte teils unseriöse Dumpingangebote und der schimpfende Käufer bestellte sich wieder einen VW. Hauptsache der eigene Vorteil ist wieder erreicht worden. Sehe ich mir unsere Parteienlandschaft an und das lethargische Volk, dann brauche ich nicht den Finger gegen Russland erheben. Aber am Rande ist mir ein Putin lieber als ein blonder US-Cowboy, der von der Bundesregierung und der EU noch hofiert wird.

@Stefanqwer

Zitat: "Neu
Am 10. Juni 2019 um 11:47 von Stefanqwer
Journalisten können retten

Eine mutige Presse, ein mutiger Journalist. Putin sollte ihm dankbar sein: Korruption und zuviel Lobbyismus zerstören ein Land, freie Journalisten retten es.

Solche Journalisten gibt es auch bei uns. Es sind sicher nicht die, die danach schauen, ob sie aus Sicht ihres Kollegenkreises mit ihren Beiträgen richtig liegen. Sondern die, die schreiben, was ist, auch wenns weh tut: uns als Gesellschaft, den Regierenden, und vielleicht sogar den Auroren selbst"

Diejenigen, die schreiben, ob sie aus Sicht des Kollegenkreises mit den Beiträgen richtig liegen, braucht man auch. Diese Arbeit ist weniger spektakulär, aber nicht weniger wichtig. Und man braucht viele mutige Golunows. Das eine schließt das andere nicht aus.

Golunow und Assange - kein Vergleich

TS:"Ich bin/Wir sind Iwan Golunow" - Gleich drei der größten russischen Tageszeitungen widmeten am ihre Titelblätter einer Solidaritätsbekundung mit einem der bekanntesten russischen Investigativjournalisten."
Drei der größten russischen Tageszeitungen solidarisieren sich mit Golunow!! Um die Pressefreiheit sowie die veröffentlichte Meinungsvielfalt kann es in Russland demnach gar nicht so schlecht bestellt sein. Besorgniserregend ist es diesbezüglich vielmehr bei uns. Wo bleiben die Solidaritätsbekundungen der großen Zeitungen für Julian Assange? Auf zwei Seiten zum Tag der Pressefreiheit wurde kürzlich in meiner Tageszeitung der HNA sein Name noch nicht einmal erwähnt. Anders als Golunow wird Assange mit dem Tod bedroht. Bei Golunow ist ein Verstoß gegen Drogengesetze möglich aber nicht bewiesen. Bewiesen ist aber die Unschuld Assanges hinsichtlich der Vergewaltigungsvorwürfe.

@ wolf 666 um 12:17

Wenn Sie bitte einmal Ihren gesunden Menschenverstand bemühen und weder Herrn Golunow noch Frau Wilczynski deren Verstand absprechen wollten.
Herr Golunow stand garantiert aufgrund seiner investigativen und damit äußerst unbequemen Tätigkeit unter sehr genauer Beobachtung.
Für wie dumm halten Sie den Mann, zu glauben, dass der bei dieser Tätigkeit zu Hause Drogen herstellt oder aufbewahrt, wo er damit rechnen muss, zu jeder Tages- und Nachtzeit “Besuch“ der Behörden zu erhalten?

“Was soll dann dieser Artikel?“

Was für eine unpassende Frage!

@12:01 von Petersons; @11:35 von Pilepale

Es gibt jede Menge investigative Journalisten in der westlichen Welt, auch die haben mitunter um ihr Leben zu fürchten, siehe Daphne Caruana Galizia.

Aber selbst die, die nicht um ihr Leben fürchten müssen leisten wichtige Arbeit, sei es undercover unter Nazis, mühselige Kleinarbeit im Bankengewerbe usw. usf.

Ich bin noch mit einem "Spiegel" aufgewachsen, der noch sowas wie "vierte Gewalt" in der Bundesrepublik war.

Aber es gibt noch etliche dieser mutigen Journalisten hier, die unsere Demokratie mit ihrer Arbeit schützen.

wolf 666

Zitat: "
Am 10. Juni 2019 um 12:17 von wolf 666
Wa soll das ?

"Gegen Golunow wird wegen Drogenbesitzes ermittelt. Aktuell steht er unter Hausarrest."
Frau Wilczynski, ARD-Studio Moskau, wegen Drogenbesitzes wird, wenn in allen Ländern der Welt ermittelt.
Auch im Wertewesten, Frau Wilczynski.
Und ob Drogenbesitz und in welcher Menge können Sie aus dem Büro des ARD-Studios in Moskau doch gar nicht beurteilen.
Oder haben Sie etwa Aktenseinsicht bei den Ermittlungsbehörden ?
Was soll dann dieser Artikel ?"

Fangen wir hinten an, was der Artikel soll, steht schon in der Überschrift: Solidarität mit Golunow. Der Artikel berichtet über das solidarische Verhalten von Golunows Kollegen. Was stört Sie daran? Und finden Sie es nicht merkwürdig, daß in Russland kritische Journalisten plötzlich alle Drogenhändler sein sollen?

Er ist im Gefängnis

weil er mit Drogen zu tun hatte.

Und das kann ja gar niemals wahr sein denn wer gegen Putin oder Korruption in Russland recherchiert ist per se ein Guter und kann niemals gegen irgendwelche Gesetze verstossen und ist grundsätzlich ein politisch Gefangener. Im Westen ist das ganz anders da kommen Aufdecker und investigative Journalisten nur ins Gefängnis wegen nachgewiesener knallharte Verbrechen z. Bsp. Vergewaltigung oder Aufdeckung von Kriegsverbrechen was natürlich schwerste Straftaten sind und sogar mit dem Tote bestraft werden können. Eben bei uns herrrscht Recht und Gesetz.

@wolf666 13:24

Den Zusatz mit dem Pro-Putin in ihrem direkten Fall hätte Colonia-Rheinland sich sparen können. Er hat aber recht, dass es schon verdammt auffällig ist wie eine bei der kleinsten Kritik von Propaganda, Russophobie, Arroganz und weiterem schreiben. Man muss schon Zustände kritisieren dürfen ohne gleich solche Vorurteile zu lesen und schlimmer noch persönlich verurteilt zu werden. Ich hoffe dass dieser Journalist freigesprochen wird und eine Entschädigung erhält und die Verantwortlichen beim zuständigen Gericht und der Polizei fristlos entlassen werden. Die haben für den Staat zu arbeiten und nicht für irgendwelche Politoligarchen

@Hajü

Zitat: "...Auf zwei Seiten zum Tag der Pressefreiheit wurde kürzlich in meiner Tageszeitung der HNA sein Name noch nicht einmal erwähnt. Anders als Golunow wird Assange mit dem Tod bedroht. Bei Golunow ist ein Verstoß gegen Drogengesetze möglich aber nicht bewiesen. Bewiesen ist aber die Unschuld Assanges hinsichtlich der Vergewaltigungsvorwürfe."

Ihr Einsatz für Julian Assange in allen Ehren, aber bewiesen ist noch rein gar nichts hinsichtlich der Vergewaltigungsvorwürfe. Die schwedische Staatsanwaltschaft macht zur Zeit noch das, was eine Staatsanwaltschaft gemeinhin so tut: Sie ermittelt noch. Und solange noch ermittelt wird, können Sie davon ausgehen, daß noch gar nichts bewiesen ist; weder seine Schuld noch seine Unschuld. Im übrigen geht es hier um Golunow und nicht um Assange. Seien Sie versichert, wenn es etwas neues gibt zu Assange wird sicherlich auch die Tagesschau darüber berichten.

@ jukep, um 13:49

“...wer gegen Putin oder Korruption in Russland recherchiert ist per se ein Guter...“
Nein, muss er per se nicht sein.

Ebenso aber ist derjenige per se auch kein Dummkopf, der so dämlich wäre, zu Hause das zu tun, was ihm jetzt vorgeworfen wird.

Außerdem: Ihre Relativierung durch Ihren Verweis auf Snowden ist nicht nur unrichtig, sondern auch völlig am Thema (Artikel) vorbei.

@ jukep, um 13:49

Er ist nicht im Gefängnis.
So jedenfalls steht es im Artikel.

@13:49 von jukep

"Er ist im Gefängnis weil er mit Drogen zu tun hatte."

Aha, wollen sie hier russische Verhältnisse einführen? Polizei, Ankläger und Richter, alles in einer Hand?

Woher stammt ihre Erkenntnis?

14:15 IchMeinNur

Dass er nicht im Gefängnis ist, ist mir doch glatt entgangen anhand der Berichterstattung bin ich halt zu dem Schluß gekommen dass er ein weiters Opfer von Putin ist.
Wie genau nun die russischen Verhältnisse sind weiss ich nicht.
Was ich aber ganz genau weiss, dass es mächtige Staaten gibt die tatsächlich Polizei, Ankläger, Richter und Todesurteile in einem Aufwasch abhandeln ohne dass der Angeklagte je gehört wurde.

Ich schätze hochwertigen Journalismus, ...

... aber ich verabscheue Sensations-Journalismus.

Das Problem, welches die Presse grundsätzlich hat, ist, dass oft die Verkaufszahlen vor den Fakten stehen. In Deutschland spielt eine Zeitung mit 4 Buchstaben diesbezgl. ohne Frage eine Vorreiterrolle ... und leider springen dort vermehrt andere Verlage (oder aber Verlage unter deren Einfluss) auf.

Darunter leidet die gesamte Branche ... und folglich muss man sich auch nicht wundern, wenn die gesamte Branche an Glaubwürdigkeit verliert oder sogar "bekämpft" wird. Dass dann auch Staaten gegen die Presse vorgehen, wundert mich nicht. Dass dazu auch unlautere Mittel genutzt werden, wundert mich eben so wenig.

Das Ziel muss eigentlich sein, dass auf beiden Seiten "fair" gespielt wird ... nur wird es das nicht. Unterm Strich gibt es eben auf beiden Seiten die Guten und die Bösen. Gewinnen wird der, der seine Version der Geschichte am glaubwürdigsten verkauft.

Na ja ... und der Verlierer bleibt eben auf der Strecke ... so ist das Leben.

Journalisten und Journalisten 1

In einem osteuropäischen Land, in dem tote Journalisten (Arkadij Babtschenko) wiederauferstehen, stürmte am 15.5.2018 der ukrainischen SBU das Büro der Nachrichtenagentur RIA Novosti Ukraina in Kiew und durchsuchte es acht Stunden lang. Dessen Chefredakteur, Kirill Wyschinski, ukrainischer Staatsbürger, wurde vor seiner Wohnung in Kiew festgenommen. Wyschinski wurde noch in der Nacht der Festnahme nach Cherson verbracht. Dem Journalisten wurden Landesverrat und Unterstützung für die selbsterklärten Republiken der Donbass-Region zur Last gelegt, weil er über die dortigen Geschehnisse und Hintergründe sowie über die Krim berichtete. Das deklarierte man als „subversive Berichterstattung“. Höchststrafe: 15 Jahre Haft. Völlig wirkungslos, dass sich „Reporter ohne Grenzen“ oder die „Europäische Journalisten-Föderation“ (EJF) oder der DJV für ihn einsetzten!
Grobe Verletzungen von Rechten von Journalisten, von der ts zur Kenntnis genommen und verurteilt, so wie beim Terroristen Senzow?

Solidarität mit Journalisten und Journalisten

Die ukrainische Journalistin Irina Wyssokowitsch, für die Agentur RIA Novosti Litauen arbeitend, dort eine unbeschränkte Aufenthaltserlaubnis besitzend, reiste für die Prozeß-Berichterstattung im Fall Kirill Wyschinski an, wurde vor dem Gerichtssaal vom SBU gekapert und in deren Büro verbracht – ohne offizielle Registrierung und Protokollierung der Festnahme! Die stundenlangen Verhöre endeten mit einer erzwungenen Unterschrift unter eine Erklärung, mit dem SBU zusammenzuarbeiten.

Übrigens haben Experten (bisher?) keine Drogenspuren an Iwan Golunow gefunden, wie der Leiter von „Agora“, deren Anwälte die Interessen des Journalisten vertreten, sowie der externe Hauptdrogenarzt des russischen Gesundheitsministeriums, Ewgeni Brjun, öffentlich mitteilten.

Putin mag keine mutige Journalisten

@ 11:47 Stefanqwer

Putin mag keine mutigen Journalisten. Die Korruption blüht, und das in Putins engstem Umfeld. Hier eine kleine Quelle:
www.stern.de/lifestyle/leute/die-liebe-von-putins-tochter-machte-ihn-zum...

@ Hajü um 13:44

Sehr guter Kommentar.
Diese selektive Solidarisierungen gehen offensichtlich nicht nur mir auf den Zünder.

Wie das aktuelle Beispiel Golunow vs. Assange zeigt.

Hier ein weiteres. Charlie Hebdo hat nur Karikaturen gezeichnet und keine Islam Schmähungen, aber Dieter Hanitzsch Karikatur ist antisemitisch und deshalb muss er gehen.

Liste ist nicht vollständig.

Lächerlich diese aufgezwungenen selektiven Empörungsbekundungen. Zumindest meiner Meinung nach.

@Pilepale

es gibt viele kritische Journalisten in D. Zum Beispiel jene, die den Spendenskandal der AfD aufgedeckt haben. Oder an den Panama-Papers mitgearbeitet haben.
Die dubiose Beraterverträge bei der Bahn, bei der Bundeswehr oder Pfusch beim BER unter die Lupe genommen haben und es weiter tun.
Wer hier nicht recherchiert hat, das sind sie:
sie stellen nur dumpfe Verdächtigungen ohne Substanz und Beleg in den Raum.

Wahrscheinlichkeit ist kein Beweis aber ein Hinweis

Natürlich könnte es sein, dass er tatsächlich Drogen braut. Aber als Investigativjournalist weiss er, dass er unter besonderer Beobachtung seiner Gegner steht. Ausserdem unterstelle ich ihm als Investigativjournalist eine Mindestintelligenz. Dass er dann eine Drogenküche in seiner Wohnung unterhält, kommt mir dann schon sehr unwahrscheinlich vor. Ausserdem sind Drogen und Vergewaltigung beliebte Anklagen wenn es darum geht unbequeme Prominente und Whistleblower bzw. Aufdecker loszuwerden oder den Ruf zu untergraben, weil die Öffentlichkeit stark darauf reagiert und Beweise und Zeugen verhältnismässig leicht zu beschaffen und schwer zu widerlegen sind. Selbst wenn die Anklage fällt, bleibt gerne etwas hängen. Da diese Anklagepunkte aber schwer wiegen ist genaues Hinschauen beim Prozess absolut notwendig. Der Artikel schreibt nur, dass Kollegen vermuten, dass es ein Versuch sein könnte den Journalisten mundtot zu machen. Das ist eine wahre Aussage und nimmt kein Urteil zur Anklage vorweg

Auffälliger Zufall

@ wolf 666

Gegen Herrn Golunow wird ausgerechnet dann wegen angeblichen Drogenbesitzes ermittelt, nachdem er in Sachen Korruption belastendes Material gegen einen hochrangigen Politiker gefunden hat. Was für ein auffälliger "Zufall". Da hilft es auch nicht, abfällig vom "Wertewesten" zu sprechen, wie das russische Staatsmedien gerne tun.

@14:46 von LifeGoesOn

Sie vergleichen Äpfel mit Birnen.

Man kann hochwertigen Journalismus nicht mit Boulevardzeitungen vergleichen.

Nur, hochwertiger Journalismus kostet, wann haben sie sich das letzte Mal eine Zeitung gekauft?

@Pilepale

Zitat: "
Am 10. Juni 2019 um 14:54 von Pilepale
@ Hajü um 13:44

Sehr guter Kommentar.
Diese selektive Solidarisierungen gehen offensichtlich nicht nur mir auf den Zünder.

Wie das aktuelle Beispiel Golunow vs. Assange zeigt.

Hier ein weiteres. Charlie Hebdo hat nur Karikaturen gezeichnet und keine Islam Schmähungen, aber Dieter Hanitzsch Karikatur ist antisemitisch und deshalb muss er gehen.

Liste ist nicht vollständig.

Lächerlich diese aufgezwungenen selektiven Empörungsbekundungen. Zumindest meiner Meinung nach."

Sie vergleichen Äpfel mit Birnen. Solidaritätsbekundungen sind immer selektiv. Der eine solidarisiert sich mit Golunow, der andere eben mit Assange oder mit beiden. Außerdem scheint es mir bei Ihnen an Verständnis für Journalismus zu mangeln (meine ganz persönliche Meinung). Auch Journalismus ist immer selektiv. Man greift sich ein Thema raus und berichtet. Was erwarten Sie denn? In einem Artikel über Golunow auch eine Liste aller bedrohten Journalisten dieser Erde?

@Auffälliger Zufall 15:02 von Freeroboter

Tja, das Übliche halt.
Bei Golunow konnte man eben keine 'Steuerhinterziehung' konstruieren,
was da ja der Standard ist, also musste was 'Neues' her.

Drogen bieten sich bei 'verschnupften' Russen ja geradezu an.
Bei ganz gefährlichen Oppositonellen greift man dann eher zu zerfallenden Substanzen.

Im Osten nichts Neues.

Tagesschau berichtet, was bekannt ist

@ senior1 12:56
Die Tagesschau berichtet in ihrem Artikel, was bekannt ist. Möglicherweise passt ihnen der Artikel nicht, weil es kein gutes Licht auf Russland wirft, wenn ein Investigativjournalist verhaftet wird, nachdem er über das schnell wachsende Vermögen des Moskauer Vizebürgermeisters berichtet hat. Das ist aber noch lange kein Grund, der Tagesschau Propaganda vorzuwerfen.

Vergessen wir nicht......

Wer in einer "Schein-Demokratie" wie Russland als Journalist politisches "Fehlverhalten" anprangert, ist sich möglicher Repressalien bewusst.

Illegale Machenschaften sind an keine Nationalität gekettet, es gibt sie überall auf der Erde, in jedem Beruf, auch bei den Journalisten.
Doch ist das Gros der Journalisten keineswegs von Wirtschaft oder Politik korrumpiert wie uns Fake-News-Anhänger immer wieder glauben machen wollen.
- Fake-News oder Intrigen sind keine Erfindung der heutigen Zeit. -
Was "früher" allerdings Wochen, Monate oder gar Jahre brauchte um vielen Menschen bekannt zu sein, wird heute, dank Social-Media und TV in Millisekunden über die ganze Erde verbreitet, gelesen und möglicherweise falsch interpretiert.
Die freie Meinung wurde immer mehr oder weniger bekämpft oder unterdrückt - in Demokratien logischerweise weniger öffentlich als in Diktaturen.
Es lebe die freie Meinungsäußerung - auch hier zwischen den Moderatoren & Kommentatoren.

@14:58 von OliverNaue

So ist es, die Liste wäre so lang da würde der Platz hier bei weiten nicht reichen.

Ich möchte nicht einmal einzelne Namen hervorheben, das wäre den anderen gegenüber einfach nicht gerecht.

Meine Hochachtung gilt allen.

Vorwurf einer politischen Justiz

Dass Herr Godunow mit Drogen zu tun haben soll, ist der Vorwurf einer politischen Justiz. Finden Sie es nicht merkwürdig, dass die russische Justiz einen Mann verhaftet, nachdem er über das schnell wachsende Vermögen des Moskauer Vizebürgermeisters berichtet hatte? Vor kurzem hat ein junger Mann auf Youtube die CDU heftigst kritisiert. Das Video schlug hohe Wellen. Was würden Sie sagen, wenn der junge Mann auf einmal wegen des Verdachts von Drogendelikten verhaftet würde? Käme Ihnen das nicht merkwürdig vor?

"Aha, wollen sie hier

"Aha, wollen sie hier russische Verhältnisse einführen? Polizei, Ankläger und Richter, alles in einer Hand?"

Polizei und Anklage sind auch hierzulande in einer Hand? Das ist der Grund, warum der EUGH kürzlich der deutschen Staatsanwaltschaft untersagt hat weiterhin EU-weite Haftbefehle auszustellen?

12.17 vonwolf666

So einen Unsinn habe ich lange nicht gehört.
Der angebliche Drogenbesitz ist ein müder
Vorwand um den Mann festzunehmen.
Der wirkliche Grund ist seine Offenlegung
korrupter Machenschaften, die gewissen Leuten nicht in den Kram passt.
Ist ja nicht der erste Fall in Russland, das Muster wiederholt sich ständig.

Journalisten sind auch Menschen

Hier gibt es zweifelsohne viel Solidarität aber wissen wir, ob alles wirklich stimmt? Ist das mit den Drogen erfunden? Oder vielleicht ein wenig wie beim Spiegel? Ich denke es sollte wirklich erst darüber berichtet werden, wenn alle Tatsachen klar sind. Ansonsten gehört es eher in eine Gewerkschaft für Journalisten

12:17 @ wolf 666

"Und ob Drogenbesitz und in welcher Menge können Sie aus dem Büro des ARD-Studios in Moskau doch gar nicht beurteilen."

"Weil, mein Kommentar nicht eine einzige Vermutung, geschweige einen Hinweis zu ihrer Unterstellung liefert."

Im Artikel: "Am Donnerstag nahmen Zivilfahnder Golunow fest und durchsuchten seine Wohnung. Dort wollen sie Geräte und Mittel zur Herstellung von Drogen gefunden haben."

Ihre Unterstellung: Es wurden Drogen gefunden, es geht nur noch um die Menge. Die Aussage passt nicht zum Artikel wo es um "Mittel" und "Geräte" zur Drogenherstellung geht. Was im Prinzip "Kochplatte" oder "Essig" bedeuten könnte.

"Oder haben Sie etwa Aktenseinsicht bei den Ermittlungsbehörden ?"

Eine rhetorische Frage. Es geht nicht um Inhalt des Artikels, sondern Unterstellung einer unsinnigen Vermutung, um die Journalistin zu diskreditieren oder lächerlich zu machen.

Dass es um einen persönlichen Angriff statt Inhalt geht, zeigt auch die Nennung des Namen der Journalistin.

Russischer Ideenreichtum

Die "serielle" Demo vor dem Polizeiquartier, die keine ist, da es sich um Einzelpersonen handelt, ist ein echter Husarenstreich. Ich kann nur meinen imaginären Hut ziehen und Golunow viel Erfolg wünschen.

@baumgart67

Zitat: "Neu
Am 10. Juni 2019 um 15:59 von baumgart67
Journalisten sind auch Menschen

Hier gibt es zweifelsohne viel Solidarität aber wissen wir, ob alles wirklich stimmt? Ist das mit den Drogen erfunden? Oder vielleicht ein wenig wie beim Spiegel? Ich denke es sollte wirklich erst darüber berichtet werden, wenn alle Tatsachen klar sind. Ansonsten gehört es eher in eine Gewerkschaft für Journalisten"

Verdachtsberichterstattung ist - zumindest im vom ein oder anderen User diffamierten Wertewesten - ausdrücklich erlaubt. Dazu gibt es einige höchstrichterliche Entscheidungen. Und das ist auch gut so. Wenn Journalisten warten müssten, bis alle Fakten wasserdicht sind, wäre Journalismus praktisch tot und es wäre nur noch Verlautbarungsjournalismus bzw. Hofberichterstattung. Wollen Sie das wirklich?

Investigative Journalisten

... haben es in der gelenkten Demokratie Russland schwer. Der Putin-Staat hat Angst, dass jemand dem Volk die Wahrheit sagt und reagiert mit Gefängnis.

13:49 von jukep

Ein treffenderf Kommentar und sehr schön auf den Punkt gebracht.
Besten Dank dafür.

@ wolf 666

Ich finde es nicht gut, dass Sie den kritischen Journalisten schlecht machen, nur um dem Putin-Regime zur Seite zu springen. Das ist nicht fair.

16:11, Anderes1961 @baumgart67

>>Verdachtsberichterstattung ist - zumindest im vom ein oder anderen User diffamierten Wertewesten - ausdrücklich erlaubt. Dazu gibt es einige höchstrichterliche Entscheidungen. Und das ist auch gut so. Wenn Journalisten warten müssten, bis alle Fakten wasserdicht sind, wäre Journalismus praktisch tot und es wäre nur noch Verlautbarungsjournalismus bzw. Hofberichterstattung. Wollen Sie das wirklich?<<

Danke dafür, daß Sie dies hier deutlich auf den Punkt bringen.

Aber es ist eben schon bezeichnend, daß die Anhänger Putins, Trumps, Erdogans und anderer Autokraten solcher Art des Hofberichterstattungsjournalismus ausdauernd das Wort reden.

@17:10 von fathaland slim

"Aber es ist eben schon bezeichnend, daß die Anhänger Putins, Trumps, Erdogans und anderer Autokraten solcher Art des Hofberichterstattungsjournalismus ausdauernd das Wort reden."

Sie wissen aber schon, dass diese "Autokraten" demokratisch gewählt wurden? Anders sieht es bei den Diktatoren aus Ägypten oder Saudi-Arabien aus. Diese gelten als Partner des Westens und bekommen von ihm ausreichend Rüstungsgüter.

@ Pilepale

Wo bleiben solche Journalisten bei uns in BRD?

Journalisten landen in Deutschland aufgrund ihrer kritischen Haltung jedenfalls definitiv nicht im Gefängnis.

re leider geil: Fair?

>>Am 10. Juni 2019 um 16:26 von leider geil
@ wolf 666
Ich finde es nicht gut, dass Sie den kritischen Journalisten schlecht machen, nur um dem Putin-Regime zur Seite zu springen. Das ist nicht fair.<<

Also, „nicht fair“ ist nun wirklich sehr zurückhaltend. Aber eben deshalb sehr bezeichnend, weil es glasklar zeigt, dass hier einige Schreiber ausschließlich den Kreml-Sprech wieder und wieder wiederholen.

In diesem Fall aber ein klassisches Eigentor, weil diese dreiste Geschichte nicht mal in Russland jemand glaubt. Und damit wird es selbst für die einschlägigen Kremlgut- und Wertewestenschlechtredner immer schwerer, sich bei den leichtgläubigen, oft zu Recht frustrierten und gegenüber allem „westlichen“ hoch misstrauisch vorgeprägten Wählerinnen und Wählern unsere Demokratie und unseren Rechtsstaat verächtlich zu machen.

Die Zukunft Russlands liegt jedenfalls in einer partnerschaftlichen Annäherung an den Westen.Und nicht im albernen, komplexgeladenen Großmachtstreben.

Mit allen Mitteln

Kritische Berichterstattung wird von Putins System mit allen Mitteln verfolgt. Dabei ist die Justiz raffiniert genug, Drogendelikte oder Steuervergehen vorzuschreiben.

@16:13 von wolf 666

Sie bedanken sich für einen Kommentar dessen Inhalt nachweislich falsch ist?

"...und sehr schön auf den Punkt gebracht."

Stimmt.

@17:31 von pxslo

"Sie wissen aber schon, dass diese "Autokraten" demokratisch gewählt wurden? Anders sieht es bei den Diktatoren aus Ägypten oder Saudi-Arabien aus. Diese gelten als Partner des Westens und bekommen von ihm ausreichend Rüstungsgüter."

*hust* Nach unseren Maßstäben sind diese Autokraten bestimmt nicht demokratisch gewählt worden.

Und ich weiß jetzt schon was jetzt darauf kommt.

@ Russland Deutscher um 17:32

Danke für Ihren Kommentar.

"Journalisten landen in Deutschland aufgrund ihrer kritischen Haltung jedenfalls definitiv nicht im Gefängnis."

Das ist Herr Golunow offiziel ja auch nicht. Sondern wegen eines Drogendeliktes. Genauso wie Herr Assange aktuell nicht in Haft sitzt wegen seiner exzellenten journalistischen Whistleblower Plattform i, sondern wegen eines Sex-Deliktes. Wenn diese Sache ausgestanden ist, ist er sicher ein freier Mann und kann weiter investigativen Journalismus betreiben. Right?

re von fathaland slim 17.10

Schön,daß Sie gegen Hofberichterstattungsjournalismus eintreten.
Zu dieser Art von Journalismus,sind auch schon eine Menge Bücher erschienen erschienen.
Hier ein weiterführender Literaturhinweis:"Zwischen Feindbild und Wetterbericht",Papyrossa-Verlag.

re pxslo: Partner?

>>Sie wissen aber schon, dass diese "Autokraten" demokratisch gewählt wurden? Anders sieht es bei den Diktatoren aus Ägypten oder Saudi-Arabien aus. Diese gelten als Partner des Westens und bekommen von ihm ausreichend Rüstungsgüter.<<

Alle Autokratien sind „Partner des Westens“ und das lässt sich auch nicht ändern. Es sei denn, man wolle Krieg führen.
Sie unterliegen dem großen Missverständnis, einen (wir gehen einfach mal davon aus) demokratisch gewählten Herrscher per se als Demokraten anzusehen. Das ist er definitiv nicht und hierzu muss man nicht einmal 86 Jahre zurückblicken.

Mehr noch: Demokratisch gewählte Autokraten versuchen naturgemäß, genau diese Demokratie zum eigenen Machterhalt wieder abzuschaffen. Genau deshalb reagieren Demokraten in solchen Ländern zu Recht so empfindlich. Weil das erkämpfte System einer teilhabenden und pluralen Gesellschaft hier abgeschafft werden soll.

Das Thema Ägypten oder SA ist zwar wichtig, aber ein ganz anderes.

17:31, pxslo

>>@17:10 von fathaland slim
"Aber es ist eben schon bezeichnend, daß die Anhänger Putins, Trumps, Erdogans und anderer Autokraten solcher Art des Hofberichterstattungsjournalismus ausdauernd das Wort reden."

Sie wissen aber schon, dass diese "Autokraten" demokratisch gewählt wurden?<<

Na und? Autokrat ist Autokrat. Für mich macht es keinen Unterschied, wie sie an die Macht kamen.

>>Anders sieht es bei den Diktatoren aus Ägypten oder Saudi-Arabien aus. Diese gelten als Partner des Westens und bekommen von ihm ausreichend Rüstungsgüter.<<

Siehe oben.

Und ich rede ganz gewiss nicht der Zusammenarbeit mit SA und Ägypten das Wort. Nicht einmal ansatzweise.

Würde über Repressalien

gegen nicht systemkonforme Journalisten in der Ukraine an genauso prominenter Stelle von tagesschau.de berichtet ,würde ich diesen Artikel nicht nur als antirussische Propaganda abtun.

Am 10. Juni 2019 um 17:35 von

Am 10. Juni 2019 um 17:35 von Russland Deutscher
Mit allen Mitteln

Kritische Berichterstattung wird von Putins System mit allen Mitteln verfolgt. Dabei ist die Justiz raffiniert genug, Drogendelikte oder Steuervergehen vorzuschreiben.

Genau so siehts aus,und viele fallen auf das ganze rein,und kommen laufend mit vergleichen, ja aber im schlimmen Westen usw….
Diese Stimmungsmache ist fuer mich gesteuert,ganz einfach!

re baumgart67: Wirklich?

„Journalisten sind auch Menschen“

Stimmt, aber eben nicht nur. Sie übernehmen in einer Gesellschaft, in der Demokratie, Gewaltenteilung und Meinungsfreiheit nicht nur - wenn überhaupt - auf dem Papier steht, eine fundamentale gesellschaftliche Aufgabe. Sie sorgen nämlich dafür, dass sich alle Bürger frei informieren können.
Dabei steht natürlich das Regierungskritische im Vordergrund. Einfach deshalb, weil eine Regierung IMMER genügend Möglichkeiten hat für ihre Position zu werben.

Und deshalb können Sie am Grad der Pressefreiheit nahezu 1 zu 1 den Grad der Demokratie ablesen. Einfach mal z.B. bei Reporter ohne Grenzen oder AI nachschlagen, hilft hier sofort weiter.

Und deshalb gelten für Journalisten auch besondere Schutzregeln. Genauso wie für Oppositionspolitiker.

Damit diese nicht mal einfach so wg. angeblichen Drogenbesitzes oder angeblicher Korruption aus dem Verkehr gezogen werden können. Egal ob zu Recht oder zu Unrecht.

Einfach mal in Autokraten hineinversetzen!

@ IchMeinJaNur am 10. Juni 2019 um 15:09 Uhr

Sie meinen also, weil im Zeitalter der Digitalisierung immer weniger Leute ne Zeitung lesen, darf man auch keinen hochwertigen Journalismus mehr erwarten?

Das würde natürlich Einiges erklären ... nur sollten wir dann aber auch nicht mehr alles glauben, was man uns berichtet ... richtig?

Irgendwie ne merkwürdige Logik, aber wie auch immer ... die (Ihre) Meinung teile ich nicht. Für mich hat jeder Journalist immer(!) die Wahrheit (nach bestem Wissen und Gewissen) zu berichten. Alle anderen haben letztendlich den Beruf verfehlt.

@wolf666 13:24

Den Zusatz mit dem Pro- Putin in ihrem direkten Fall hätte Colonia-Rheinland sich sparen können. Er hat aber recht, dass es schon verdammt auffällig ist wie eine bei der kleinsten Kritik von Propaganda, Russophobie, Arroganz und weiterem schreiben. Man muss schon Zustände kritisieren dürfen ohne gleich solche Vorurteile zu lesen und schlimmer noch persönlich verurteilt zu werden. Ich hoffe dass dieser Journalist freigesprochen wird und eine Entschädigung erhält und die Verantwortlichen beim zuständigen Gericht und der Polizei fristlos entlassen werden. Die haben für den Staat zu arbeiten und nicht für irgendwelche Politoligarchen

@ pxslo

Sie wissen aber schon, dass diese "Autokraten" demokratisch gewählt wurden?

Lupenrein.

Iwan Golunow ist einer der

Iwan Golunow ist einer der bekanntesten Investigativjournalisten Russlands....
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Sehr geehrte Frau Wilczynski,
Sie, genau wie ich und 99,9% der Russen, von den Deutschen spreche ich gar nicht, haben diesen Namen nie gehört und wenn dieser "Journalist" jetzt nicht des Drogenhandels bezichtigt würde, hätte auch niemand den Namen Iwan Golunow erfahren.....

@pxslo 17:31

Auch Autokraten können demokratisch gewählt werden,die sind deswegen nicht weniger Autokraten als Diktatoren aus Ägypten oder Saudi Arabien. Zwischen Putin, Trump, Al Sisi, Assad, Dem König von Saudi-Arabien und Kim Jong Un gibt es 0 Unterschied.

@ Pilepale

Das ist Herr Golunow offiziel ja auch nicht. Sondern wegen eines Drogendeliktes.

Das Putin-Regime verurteilt kritische Journalisten offiziell natürlich nicht wegen kritischem Journalismus.

@Russland Deutscher

Zitat: "
Am 10. Juni 2019 um 17:35 von Russland Deutscher
Mit allen Mitteln

Kritische Berichterstattung wird von Putins System mit allen Mitteln verfolgt. Dabei ist die Justiz raffiniert genug, Drogendelikte oder Steuervergehen vorzuschreiben."

Besonders raffiniert ist diese Vorgehensweise nicht. Diese Methode gibt es schon so lange wie es Autokraten gibt, die gerne an der Macht bleiben wollen. Seit tausenden von Jahren, historisch belegt.

Am 10. Juni 2019 um 18:42 von

Am 10. Juni 2019 um 18:42 von Russland Deutscher

Das Putin-Regime verurteilt kritische Journalisten offiziell natürlich nicht wegen kritischem Journalismus.

Danke fuer Ihren Kommentar

Ganz genau,wer sowas nicht sieht? ist an einer einseitigen Stimmungsmache mehr interessiert als an Fakten!

@alex66

Zitat: "
Am 10. Juni 2019 um 18:41 von alex66
Iwan Golunow ist einer der

Iwan Golunow ist einer der bekanntesten Investigativjournalisten Russlands....
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Sehr geehrte Frau Wilczynski,
Sie, genau wie ich und 99,9% der Russen, von den Deutschen spreche ich gar nicht, haben diesen Namen nie gehört und wenn dieser "Journalist" jetzt nicht des Drogenhandels bezichtigt würde, hätte auch niemand den Namen Iwan Golunow erfahren....."

Weil Sie oder ich Iwan Golunow möglicherweise nicht kennen, steht dieser Satz da. Und wie kommen Sie zu der Behauptung, daß 99,9 Prozent der Russen ihn auch nicht kennen würden, die Sie mit ihrem Satzbau implizieren. Aber vielleicht habe ich das auch nur falsch verstanden. Davon abgesehen, nur weil 99,9 Prozent der Deutschen Golunow nicht kennen, darf er möglicherweise grundlos eines Vergehens beschuldigt werden, um ihn mundtot zu machen? Steile These, die Sie da aufstellen.

@18:29 von LifeGoesOn

Nein, da haben sie mich falsch verstanden oder falsch verstehen wollen.

Sie kehren Boulevardjournalismus, besser Boulevardzeitungen und "Qualitätsjournalismus", besser qualitativ hochwertigen Journalismus über einen Kamm.

Und man sollte nie alles glauben, was einem berichtet wird.

Investigativer, hochwertiger Journalismus kostet. Zeit und Geld.

Beides werden sie, nein haben sie noch nie bei der Boulevardpresse gefunden, da gab es das Internet noch gar nicht.

re sor: Propaganda?

„Würde über Repressalien gegen nicht systemkonforme Journalisten in der Ukraine an genauso prominenter Stelle von tagesschau.de berichtet ,würde ich diesen Artikel nicht nur als antirussische Propaganda abtun.“

Antirussische Propaganda? Von wem denn? Von der EU-Kommisiion? Von Frau Merkel?

Sie gehen einfach zu leichtfertig mit dem Begriff der Propaganda um. Diese kann ihrer Natur nach nur von der Exekutive eines Staates ausgehen. So kann russische Propaganda immer nur vom Kreml ausgehen.

„Hier“ aber gibt es gar keine Institution, die Propaganda betreiben könnte. Selbst wenn sie es wollte.

Das Problem ist, dass Menschen, die sozusagen mit permanenter Propaganda großgeworden sind, jeden selbstverständlich immer interessengeleiteten und niemals neutralen und niemals objektiven und niemals allumfassenden Journalismus als Propaganda zu erkennen glauben.

Das ist er aber nicht. Weil wir hier eine Demokratie mit Gewaltenteilung und Pressefreiheit haben. Für manche sehr ungewohnt!

re alex66: Bekanntmachung?

>>Iwan Golunow ist einer der bekanntesten Investigativjournalisten Russlands....
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Sehr geehrte Frau Wilczynski,
Sie, genau wie ich und 99,9% der Russen, von den Deutschen spreche ich gar nicht, haben diesen Namen nie gehört und wenn dieser "Journalist" jetzt nicht des Drogenhandels bezichtigt würde, hätte auch niemand den Namen Iwan Golunow erfahren.....<<

Respekt, dass Sie 99,9 % aller Russen kennen!

Zur Sache: Nehmen wir an, Sie hätten Recht. Dann hätten wir vielleicht den Namen Golunow nicht erfahren. Dafür aber ganz viel über den plötzlichen Reichtum bestimmter Politiker.

Könnten Sie hier vielleicht einen möglichen - wir wollen ja gar nichts behaupten- Zusammenhang erkennen?

Wie gut, dass...

Wie gut, dass in der westlichen Hemisphäre Investigativ-Journalisten sicher sind... Nun ja, Whistleblower wir Chelsea Manning (kennen Sie nicht mal, oder?), Snowden und Assange nennen wir besser nicht im selben Atemzug, oder? Das sind Gesetztesbrecher, die hinter Gitter gehören. Und unsere öffentlich-rechtlichen Journalisten sind da lieber nicht zu investigativ. Besser so, oder?

@weltoffen

"Danke fuer Ihren Kommentar

Ganz genau,wer sowas nicht sieht? ist an einer einseitigen Stimmungsmache mehr interessiert als an Fakten!"

Bei den einem sind es Berichte über Korruption, bei den anderen wird eine Vergewaltigung inszeniert.

Leider gibt es zwischen Regimen keinen Unterschied. Propaganda gibt es überall.

18:15, sor

>>Würde über Repressalien
gegen nicht systemkonforme Journalisten in der Ukraine an genauso prominenter Stelle von tagesschau.de berichtet ,würde ich diesen Artikel nicht nur als antirussische Propaganda abtun.<<

Auch über den beklagenswerten Zustand der Pressefreiheit in der Ukraine wurde hier oft genug berichtet.

Das wird dann natürlich von interessierter Seite unter Hinweis auf den unerfreulichen Zustand der Pressefreiheit in Russland als antiukrainische Propaganda abgetan.

Ein ungeheuer ödes, höchst langweiliges und sehr durchschaubares Spiel.

Kritisch hinterfragen

Der Fall Iwan Golunow kann dazu herhalten, die Verhältnisse in Russland wieder einmal zu überzeichnen und die hiesigen Zustände in einem allzu affirmativen Licht zu sehen. Daher ist es um so wichtiger, sich ein eigenes Bild zu verschaffen, das nicht in ein Narrativ von Gut und Böse eingebettet ist.
Andrej Nekrasov, ein im Gegensatz zu Golunov sehr bekannter Journalist und Filmemacher, zudem profilierter Putinkritiker ließ vermelden, dass die veröffentlichte Meinung in Russland wesentlich vielfältiger und zudem wesentlich regierungskritischer wäre als im Westen. Kritik gegenüber der Obrigkeit habe in Russland eine lange Tradition und sei auch schon in der Zarenzeit prägend für die Medien gewesen.

18:56 von Anderes1961

.....darf er möglicherweise grundlos eines Vergehens beschuldigt werden.....
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Woher wollen Sie wissen dass er "grundlos eines Vergehens beschuldigt" wird?
Ist das Ihre VERMUTUNG? Oder stehen Sie mit den russischen Ermittlungsbehörden im Kontakt?

Im übrigen wird im Bericht versucht den Lesern zu suggerieren dass ein angeblich "einer der bekanntesten Investigativjournalisten Russlands", den aber niemand kennt, mundtot gemacht wird. Und das nur, weil er der regierungskritischen Medusa angehört.
Über andere Fälle wo Journalisten des Drogenbesitzes überführt wurden berichtet die TS nicht, weil diese nicht zu regierungskritischen Medien gehören.

Darstellung: