Ihre Meinung zu: Immer mehr Menschen leiden unter Einsamkeit

30. Mai 2019 - 19:45 Uhr

Offenbar leiden immer mehr Menschen in Deutschland unter Einsamkeit. Das fängt schon bei Jugendlichen an, zeigen Zahlen der Bundesregierung. Für die Betroffenen hat die Einsamkeit oft gesundheitliche Folgen.

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Vorsicht!

Aus dem Artikel:
Bereits jetzt ist von einer "Einsamkeits-Epidemie" die Rede

Soll heißen: Einsamkeit ist ansteckend! Man sollte also unbedingt vermeiden, einem einsamen Menschen zu nahe zu kommen oder ihm gar die Hand zu geben oder mit ihm zu reden!

Spaß beiseite. Es ist unser Gesellschafts- und Wirtschaftssystem, das uns täglich davon zu überzeugen sucht, dass soziale Beziehungen eher unproduktiv sind, mitmenschliches Denken und Fühlen dem eigenen Erfolg im Wege stehen, und nicht menschliche Nähe, sondern kräftige Ellbogen der Garant für das Wohlergehen sind. Selbst Teamfähigkeit, vom kapitalistischen Wertesystem gelobt und gefordert, taucht nur in Verbindung mit wirtschaftlicher Effizienz auf. Konkurrenz hingegen gilt als Motor für Fortschritt. "Unproduktive" Menschen wie Kranke und Alte werden bewusst abgeschoben und isoliert, da für das BIP nicht förderlich, wenn nicht gar hinderlich.
Ob dieser Prozess umkehrbar ist? Ich vermag es nicht zu sagen.

Ein Problem ist Harz IV

Die Schaffung des Sündenbock-Konstruktes Harz IV hat viele Menschen aus der Gesellschaft herausgelöst. Kaum jemand mit einer solchen Stigmatisierung schafft es auf gleicher Augenhöhe auf andere zuzugehen und wird sich früher oder später zurückziehen und vereinsamen.
Die Altersarmut ist ebenfalls von Scham begleitet, die zum Rückzug führt.

Vielleicht kann man die Vereinsamung auch allgemein als Begleiterscheinung unserer westlichen Werte sehen. Individualität und Leistungswille. Denen alles andere untergeordnet wird.

Digitalisierung das ist das Stichwort

Heutzutage kann man XY über das Internet kennen lernen was ja auch ganz gut ist auf der anderen Seite hab ich festgestellt das viele es dann lieber beim Internet belassen und sich gar nicht mehr im Reallife sehn wollen.

Nennt es konservativ, aber ich würde diese Leute dann gerne auch so sehen um sich zu unterhalten oder etwas zu unternehmen, heutzutage gehn viele leider nur noch zum Einkaufen oder Arbeiten aus dem Haus.

@frosthorn, 20:11

„Es ist unser Gesellschafts- und Wirtschaftssystem, das uns täglich davon zu überzeugen sucht, dass soziale Beziehungen eher unproduktiv sind, mitmenschliches Denken und Fühlen dem eigenen Erfolg im Wege stehen, und nicht menschliche Nähe, sondern kräftige Ellbogen der Garant für das Wohlergehen sind. Selbst Teamfähigkeit, vom kapitalistischen Wertesystem gelobt und gefordert, taucht nur in Verbindung mit wirtschaftlicher Effizienz auf. Konkurrenz hingegen gilt als Motor für Fortschritt. "Unproduktive" Menschen wie Kranke und Alte werden bewusst abgeschoben und isoliert, da für das BIP nicht förderlich (...)“

Da haben Sie die Funktionsmechanismen eines rein geldbasierten - und damit per se menschenfeindlichen - Gesellschaftssystems gut zusammengefasst. Und schon deshalb - wegen dessen Menschenfeindlichkeit - ist es schlicht eine Überlebensfrage für die Menschen, dass sich davon eben nicht überzeugen lassen (bzw. sich diesem System unterwerfen).

„Ob dieser Prozess umkehrbar ist?“

Ja.

Dass dies öffentlich wird, freut mich sehr

Ich beobachte das schon lange: bis Anfang der neunziger Jahre lud ich jeden Monat zu einem samstäglichen Frühstück ab 11 Uhr bei mir ein - mit offenem Ende. Feierte auch regelmäßig meine Geburtstage mit Lesung, Wanderung, Einkehr und dergleichen. Lud zu Hoftreffen in meiner Hausgemeinschaft von Mietern ein ... es wurde immer schwieriger, die Menschen dafür zu gewinnen. Dazu der Psychiater Dr. Michael Winterhoff (siehe auch bei Markus Lanz am 23.05.2019, auf Youtube): das Leben sei (schon vor Digitalisierung und Migration) komplizierter und schneller geworden. ... Nun haben wir zudem die Digitalisierung: an einer Bushaltestelle mit jemanden zu kommunizieren oder auf einem Spaziergang oder auf einer Bahnfahrt: auch das wurde wesentlich schwieriger. Es entstehen für mich kommunikativ absurde Situationen: ich als Mann begegne auf einem einsamen Feldspaziergang einem Geschlechtsgenossen mit Hund und Smartphone: er gebärdet sich, als fände unsere Begegnung nicht statt: als wäre ich Luft.

Eigenverantwortung

Bevor wieder alle nach dem Staat, Betreuung/Pflege und Steuergelder rufen, ist doch zunächst jeder Mensch für sich selber verantwortlich. Wenn ich aber auf Familie und Kinder verzichte, dann ist Einsamkeit schon fast vorprogrammiert.
Klar kann man ohne Kinder mehr unternehmen, reisen und konsumieren, aber der Preis wird im Alter deutlich. Und selbst gute Freunde können fast nie eine Familie vollständig ersetzen.

Diese Erkenntnis etwas passt nicht in den Zeitgeist und wird daher in einer familienfeindlichen Zeit nicht kommuniziert.

Wer sich aber auch zurückzieht

und keine Freunde, Bekannte oder Familie mehr hat,der wird auch einsam. Es gib aber viele Möglichkeiten in geselligen Beisammensein,sei es sich in Wohlfahrt Verbänden oder Kulturkreisen anzuschließen. Bei jungen Menschen sehe ich das ständige drauf schauen auf das Smartfon als ein großes Problem an das Einsam macht.

Ist doch kein Wunder!

Flexibilität im Beruf wird gefordert, Mobilität, heute eine Arbeitsstelle in Hamburg, morgen in München, übermorgen in Dresden. Arbeitsverträge sind befristet, in zwei Jahren muß man wieder woanders hin.

So können sich keine nachbarlichen oder kollegialen Beziehungen ausbilden.

Gehälter sind niedrig, Lebenskosten hoch, Kinder kosten Geld und sind in der Gesellschaft unbeliebt.

So können sich keine Familen bilden.

Die Folge davon ist Einsamkeit.

War doch abzusehen in der Entwicklung der letzten 20 Jahre.

In einem entmenschlichenden

In einem entmenschlichenden System, in dem das digitale Ich wichtiger ist als das wahre Ich, ist diese Entwicklung nur konsequent. Der Schein ersetzt das Sein.

-EINSAMKEIT EINE NEUE KRANKHEIT-

Einsamkeit ist eine schweres leiden.
Mann kan es beim ansehen eines menschen nicht direct erkennen.
Niemand um mit zu reden erinnerungen zu teilen, zu besprechen moglich
zu discutieren.
Ein mensch der eine arbeit oder studium hat, hat ein sociales umfelt.
Einsamkeit ist dan nicht oder nur wenig anwesend.
Die schwerkranken, behinderten und alte leuten, darum mach ich mich sorgen.
In anzahl nehmen sie zu, und die politiker geben hier wie in die ganze welt sie
zu wenig andacht.
Sie fullen sich unwilkommen, sogar unerwunscht.
Kennen sie solch ein gefuhl ?
Einsamkeit nimmt zu, wie eine epedimie ohne remedie.
Ist das unsere zukunft?
Ich mach mir sorgen, solange geld regiert, wie in die Bibel das goldene kalb und nicht wie ich meine der lebenswert.

@frosthorn, 20:11

„Es ist unser Gesellschafts- und Wirtschaftssystem, das uns täglich davon zu überzeugen sucht, dass soziale Beziehungen eher unproduktiv sind, mitmenschliches Denken und Fühlen dem eigenen Erfolg im Wege stehen, und nicht menschliche Nähe, sondern kräftige Ellbogen der Garant für das Wohlergehen sind. Selbst Teamfähigkeit, vom kapitalistischen Wertesystem gelobt und gefordert, taucht nur in Verbindung mit wirtschaftlicher Effizienz auf. Konkurrenz hingegen gilt als Motor für Fortschritt. "Unproduktive" Menschen wie Kranke und Alte werden bewusst abgeschoben und isoliert, da für das BIP nicht förderlich (...)“

Da haben Sie die Funktionsmechanismen eines rein geldbasierten und damit zwangsläufig menschenfeindlichen Gesellschaftssystems gut zusammengefasst.

Und wegen dessen Menschenfeindlichkeit ist es schlicht eine Überlebensfrage für die Menschheit, dass sie sich davon NICHT überzeugen lässt und sich diesem System nicht unterwirft.

„Ob dieser Prozess umkehrbar ist?“

Wo ein Wille...

@ Marc B

"heutzutage gehn viele leider nur noch zum Einkaufen oder Arbeiten aus dem Haus." Am 30. Mai 2019 um 21:06 von Marc B

Ich weiß nicht mehr, welcher Kabarettist es war, aber er hat sich darüber lustig gemacht, dass Pizza-Lieferdienste aus dem Boden schießen. Es wäre die natürliche Folge der gesellschaftlichen Entwicklung, weil man die Pizza genauso wie Geldscheine unter der Tür durchschieben könne und damit überhaupt nicht mehr mit anderen Menschen zu tun haben müsse.

21:41 von AbseitsDesMains...

wie man sich bettet ... so liegt man
der eine schaut sich seine Urlaubsdias an - im Alter
der andere hat die Enkelkinder auf dem Schoß

20:27 von musadri

Individualität
da haben sie ein wichtiges Stichwort genannt
man kann es auch Egoismus nennen
alles muß sich dem unterordnen
oder warum steigt die Scheidungsrate
unser Land favorisiert die "Wegwerfmentalität"
was aktuell nicht gebraucht wird, Schwierigkeiten bereitet oder stört .....

21:32 von Nettie

„Ob dieser Prozess umkehrbar ist?“
.
irgendwann - so ist eben der Zeitgeist
ich saß in meiner Jugendzeit mit nem Mädchen im Cafe
und wir plauderten
heute ...
sitzen die auch, jeder mit nem Handy
und darauf wird gespannt geschaut

@Abseits

Ziemlich kleiner Horizont! Viele Familien sind schon lange nicht mehr an einem Ort konzentriert! Beispiel aus dem Bekanntenkreis:Frau verstorben. Sohn lebt in Australien und die Tochter in Holland. Und selbst wenn die Kinder nicht so weit entfernt sind,so haben die doch mit eigener Familie,Job und Freundeskreis auch nicht viel Zeit.Zu glauben einsame Menschen hätten alle keine Kinder ist Blödsinn!

@ 20:27 von musadri

"Individualität und Leistungswille. Denen alles andere untergeordnet wird."

Das trifft es schon gut, aber da fehlt noch etwas.

1.) Wenn man sich die Aussagen von ALG2-Empfängern anhört, dann beruht die fehlende soziale Teilhabe auf mangelnden Konsum beruht. Sie können nicht mitmachen, beim Ausrichten von Feiern, bei den Klamotten, beim Ausgehen usw..

2.)Die Gemeinschaften brechen weg, religiöse Gemeinschaften, Vereine, Familienverbände.
Alles wird durch passiven Konsum ersetzt.

Die exzessive Nutzung von

Die exzessive Nutzung von Handy / Internet und sozialen Netzwerken führt doch dazu, dass die Menschen kaum noch soziale Kontakte im realen Leben haben.
Und das fängt bedauerlicherweise schon bei Kindern / Jugendlichen an.
Die Wälder, Spielplätze und Bolzplätze sind verwaist, dafür wird allerorts Wlan gefordert und das Handy darf keine 5 Minuten auch nur 5 Meter ausser Reichweite sein

Fluch oder Segen: Digitalisierung

Und wie viele Menschen fühlen sich nicht einsam, weil sie in virtuelle Parallelwelten flüchten?

Vielleicht nur nebensächlich?

Ich denke, es ist nicht nur ein Modetrend, wenn ich Menschen im Sommer mit hochgezogener Kapuze oder übergroßen Kopfhörern rumlaufen sehe.
Hier zeigt man doch durch seine Kleidung bereits nach außen, dass man in Ruhe gelassen werden möchte und auf Kommunikation keinen Wert legt.

Das ist selbstgewählte Einsamkeit.

re sisyphos3

"oder warum steigt die Scheidungsrate"

Tut Sie gar nicht. Sie sinkt.

Es wäre geschickt, erst mal 30 Sekunden zu recherchieren, bevor man seine gewohnten Vorurteile raushaut.

Schwer zu glauben

in Zeiten, wo Jede und Jeder, der auf sich hält hunderte Facebookfreunde hat und in denen es nur so wimmelt von guten Menschen. Alle reden von Willkommenskultur, Menschlichkeit, Hilfsbereitschaft und die alte Witwe in der Straße hat Niemand, der ihr mal einkauft oder die Tasche hochträgt? Oder der alte Mann hat Niemand, der mal ein offenes Ohr für ihn hat? Da stimmt was kolossal nicht in diesem Land und nein, das liegt nicht an Geld und auch nicht an HartzIV. Das liegt an der Einstellung und der Konditionierung.

sitzt sie mit 82 Jahren noch mal auf der Schulbank und lernt jet

Am 30. Mai 2019 um 22:55 von sedance
@Abseits Frau verstorben. Sohn lebt in Australien und die Tochter in Holland. Und selbst wenn die Kinder nicht so weit entfernt sind,so haben die doch mit eigener Familie,Job und Freundeskreis auch nicht viel Zeit.Zu glauben einsame Menschen hätten alle keine Kinder ist Blödsinn!"

Sie haben Recht.

In unserer Nachbarschaft wohnt eine alleinstehende
Witwe, 82 Jahre alt.

Ihr Sohn hat jetzt eine Japanerin geheirate.

Sie leben in London und haben eine 3 jährige Tochter.

Weil Japanisch etwas schwieriger ist als Englisch, lernt die Tochter zuerst Japanisch.

Weil die Oma mit ihrer Enkelin ein paar Worte wechseln möchte, sitzt sie

mit 82 Jahren noch mal auf der Schulbank und lernt jetzt japanisch.

Alle Achtung.

Anti-soziale System Strukturen generieren

psycho-soziale Probleme in der Gesellschaft. Von einer Gemeinschaft kann man erst garnicht reden. Auch die gesteuerte Konsum-Albnormalität sich auf Smartphone, Internet zu konzentrieren hinterläßt nun Spuren.

Die Einsamkeit ist ein gesellschaftliches Ereignis, welches nicht so auf die leichte Schulter genommen werden sollte. Sie wird sich zu psychischen Problemen Jahr für Jahr aufbäumen. Hier haben Eltern und auch Politik gegen zu steuern.

Neue, bundesweite sinnvolle Vereine müssen
daher einen Gegenpol bilden, wo sich junge und Alte treffen können und somit das Leben leben, anstatt sich aus finanzieller Not in sein Nest zurück zu ziehen.

Einsamkeit - Ein Problem der übersteigerten Individualität

Die Individualität des Lebensstils in unserer Gesellschaft ist der Nährboden für die Einsamkeit. Wechselnde Beziehungen im beruflichen und privaten Bereich erscheinen uns als Erfolgsgaranten für ein Leben voller Erfolge. Wenn jedoch gesundheitliche Störungen eintreten, dreht sich die Spirale der vermeintlichen Erfolge sehr schnell in die entgegengesetzte Richtung.
Die Sozialbindung der Menschen wird nicht mehr als Notwendigkeit gesehen, da unser Leben zeitweise auch ohne diese nachhaltig zu funktionieren scheint. Der "Spaßfaktor" hört jedoch spätestens dann auf, wenn das Gefühl, nicht mehr geliebt oder gebraucht zu werden übermächtig wird.

Einsamkeit? Wenn sich jemand

Einsamkeit? Wenn sich jemand einsam fühlt, also, da sehe ich eigentlich die Ursache in der Depression. Was hat der Mensch denn heute? Was bekommt er "gelehrt"? Er soll funktionieren, aber der Mensch ist ein Wesen, ein Selbst, ein Jemand, - Wie soll man sich bei der Gehirnwäsche eines modernen Leistungsdenken denn finden, man findet nur Ablenkungen, auch sind manchmal die Sozialsten die Einsamsten, denn die brauchen andauernd Ablenkung von sich selbst durch Kontakte.

Meine Meinung ist: Ich war nie einsam, aber im Alleinsein bin ich oft am glücklichsten. Denn da weiss ich, was leben bedeutet, während die Vielen überhaupt den Glauben an das Glück aus Angst vor Enttäuschung aufgegeben haben. Dabei fühle ich mich nicht mal besonders glücklich, aber nicht einsam obwohl ich kaum Kontakte habe.... aber mein Leben habe ich jedenfalls gefunden, trotz Staat, Medien und Leistungs-/Konsumgesellschaft. Vielleicht, weil ich das Programm Leistungsdenken für mich aufgegeben habe.

@ musadri

Ein Problem ist Harz IV
Die Schaffung des Sündenbock-Konstruktes Harz IV hat viele Menschen aus der Gesellschaft herausgelöst.

Aber ohne Hartz-IV sähe die finanzielle Lage bei manchen Menschen besorgniserregend aus. Es kann nicht jeder für seinen Lebensunterhalt sorgen.

Rout 66 is waiting.

"Am 30. Mai 2019 um 22:43 von Sisyphos3
20:27 von musadri

Individualität
da haben sie ein wichtiges Stichwort genannt
man kann es auch Egoismus nennen
alles muß sich dem unterordnen
oder warum steigt die Scheidungsrate"

Sie haben Recht.

Seit 1990 ist die Zahl der geschiedenen Männer im Alter von 60 Jahren und mehr um 73 Prozent gestiegen.

Jetzt kann man sich noch mal ein Motorrad kaufen.

Rout 66 is waiting.

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