Ihre Meinung zu: Reporter ohne Grenzen: Weniger Pressefreiheit in Europa

18. April 2019 - 8:21 Uhr

Systematische Hetze gegen Journalisten in Europa - das prangert Reporter ohne Grenzen an. Medienschaffende arbeiteten zunehmend in einem Klima der Angst. Auch in Deutschland habe die Gewalt gegen Journalisten zugenommen.

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Kommentare

Reporter ohne Grenzen keineswegs unabhängig.

Zumindest hatte die Mediengewerkschaft Verdi in einem Beitrag einmal Beispiele recht willkürlichen Rankings aufgezeigt.

Leider ist das gewaltsame Vorgehen gegen unliebsame Berichterstattung oft "erfolgreich".

Nun ja

es verwundert mich ehrlich gesagt nicht wenn Menschen bei Demos wütend auf Reporter sind. Natürlich gibt es welche die fair berichten, aber auch einige die unfair berichten und mit Berichten und Bildern ganz bewusst eine Meinung beim Leser oder betrachter erzeugen wollen - und das nennt man dann Manipulation.

Man kann gerne über Pressefreiheit sprechen - aber im gleichen Zuge muss man Verantwortung und Ehrlichkeit nennen - die gehören alle zusammen und sind untrennbar!

Und was tut man nun?

Die Medien unter Beschuss.
"Populisten" sind Schuld.

Warum verfängt die "Hetze"?
Die dummen Bürger sind Schuld.

Und die Medien? Sie verweigern eine echte Auseinandersetzung mit Kritik.
Sorgen so für Wut und Zorn, was in Gewalt enden kann (was absolut abzulehnen ist).

Bisher wird mit Kritik so umgegangen:

A Diskussionsvermeidung: wirklich inhaltliche Auseinandersetzung mit Kritik findet nicht statt. Wenn überhaupt, dann wird eine solche Debatte sehr allgemein gehalten, was dazu führt, dass man sie nicht ernst nimmt.
Höhepunkte sind dann journalistische Selbsthilfegruppen, eine Runde Journalisten, die sich gegenseitig versichern gute Arbeit zu leisten.

B Mea Culpa - oh, da haben wir einen Fehler gemacht, sorry - so was passiert. Da wird dann gar nix hinterfragt. Nicht die Systematik.

C Diffamierung der Kritiker. Populisten, Propaganda, Trolle.
Schlagworte statt Argumente.

Man ist kein Opfer von Populisten, Trollen, dummen Bürgern etc.

Sondern der eigenen Loyalitäten.

Beim Wort "hetzerisch" werde ich skeptisch ...

Zitat: "ROG-Vorstandssprecherin Katja Gloger sagte, auch in Europa mündeten gezielte Diffamierungen und aggressive, zum Teil hetzerische Kampagnen populistischer Politiker gegen Medien in reale Gewalt. "

Beim Wort "hetzerisch" werde ich skeptisch ... zu oft wird das Wort "Hetze" dahingehend missbraucht, um eine mehr als berechtigte Kritik oder Benennung von Tatsachen, als "böse" darzustellen.

Auf diese Weise kann man rhetorisch den Pfeil der Kritik umdrehen und ist nicht mehr im Fokus der angebrachten Kritik.

Das ist zwar praktisch, kann aber zu einer aggressiven Haltung gegenüber Journalisten führen.

Die Meinungsfreiheit von Bürgern in der EU

hat sich damit auch parallel verschlechtert.
Dass ist eben der Preis für eine Schwarz-weiß-Politik der EU....es entstehen Klassenkämpfe.
Daran sollten sich zumindest die ÖR nicht beteiligen und IMMER neutral berichten.
Das tun sie hier zu Lande aber eben auch nicht und vermischen sehr viele Beiträge mit Kommentaren und Richtungsweisung, wie auch schon andere Medienvertreter bemerkt haben. Das Geloben zur Besserung blieb aus meiner Sicht folgenlos.
Und wer nur die eine Seite propagiert, der fordert die andere Seite quasi in einer Deutungshoheit heraus.
Das funktioniert dann in beide Richtungen auch mit Medienunterdrückung und einseitiger Berichterstattung.

Aus meiner Sicht hat das der Journalismus allein zu verantworten, der sich mit irgend einer Sache gemein macht, egal für welche Seite.
Der goldene Mittelweg der neutralen Berichterstattung wurde vom Journalismus selbst verlassen. Einige werden dadurch politische Unterstützer, andere politische Verlierer.

Pressefreiheit schützen

18. April 2019 um 08:50 von krittkritt

Unabhängigkeit ist ein dehnbarer Begriff, eine bekannte Tatsache, die Sie in Ihrem Beitrag ausnutzen. Tatsächlich hat die Nichtregierungsorganisation Reporter ohne Grenzen (RSF) eine Vielzahl von Finanziers, die aber - im Gegensatz zu anderen, der AfD, nur um ein Beispiel zu nennen, transparent und umfassend im Jahresbericht vorgestellt werden. Aber vielleicht können Sie noch weiter ausführen, wo Sie die Unabhängigkeit von RSF bedroht sehen.

Schade ist, dass Sie Ihren Verweis auf einen konkreten offenbar sehr kritischen Beitrag von ver.di (die nicht nur eine Mediengewerkschaft ist) nicht konkret referenzieren. Jeweils stellte aktuell die Webseite von ver.di sehr anschaulich dar, dass ver.di nun die Arbeit von Reporter ohne Grenzen aktiv unterstützt, da auch für ver.di Pressefreiheit und guter Journalismus wichtige Anliegen sind.

Auf jeden Fall ist das Eintreten für Pressefreiheit und die Arbeit seriöser Journalisten weltweit heute sehr wichtig.

Gewalt ist selbstverständlich zu verurteilen...

aber die Medien sollten sich womöglich auch mal an die eigene Nase fassen.

Nehmen wir mal die Berichterstattung zum Höhepunkt der Flüchtlingskrise. Eine Studie hat das fehlen von objektiver Berichterstattung aufgezeigt aber was war die Reaktion darauf? Ein Artikel in dem die Studie zerpflückt und relativiert wurde. Eine Besserung ist seit her auch nicht wirklich festzustellen.

Demokratieverständnis

Freier Journalismus ist einer der wesentlichen Grundpfeiler einer echten Demokratie. Jede Einschränkung demontiert und untergräbt echte Demokratie.
Was wir in der Welt an solchen Entwicklungen beobachten können, zeigt deshalb, wohin die Gesellschaften treiben. Unser in den letzten Jahrzehnten glühendes Vorbild U S A ist diesbezüglich ein besonderes Zeichen dieser Entwicklung. Ein Präsident, welcher offen den freien Journalismus diffamiert und anprangert, das Volk gegen den freien Journalismus aufhetzt, nur weil ihm nicht gefällt, was er dort lesen muss, zeigt, wohin die Weltmacht, welche als Statthalter der Demokratie in der Welt agiert, heute angekommen ist.

Es macht mich nicht nur traurig, sondern es macht mir auch Angst, dies beobachten und feststellen zu müssen.

Es besteht eindeutig die Tendenz, die Mitglierder der Gesellschaften gefügig und zu gehorchendem Funktionieren zu bringen. Damit läuft in der sog. freien Welt ein Anpassungsprozess nach dem chinesischen Vorbild.

Unverständliche Haltung

18. April 2019 um 09:06 von Bote_der_Wahrheit

Ihr Fazit lautet: "Das ist zwar praktisch, kann aber zu einer aggressiven Haltung gegenüber Journalisten führen."

Wollen Sie damit ausdrücken, dass durchaus begründbar ist, wenn Journalisten Aggressivität erfahren, weil sie einfach nur gut ihren Job machen? Warum äußern Sie Verständnis, wenn gut belegte Argumente von Journalisten, Ergebnisse einfach nur guter Arbeit, nicht mit Worten sondern mit Aggression und körperlich-emotionaler Eskalation erwidert werden? Meinen Sie, dass dies ein angemessenes Verhalten in einem demokratisch verfassten Staat ist, welches die Gesellschaft tolerieren kann?

Einmal mehr ist gut, wenn Reporter ohne Grenzen auf die Bedrohung von Pressefreiheit und der Arbeit von Journalisten auch in Deutschland kritisch hinweist.

An die eigene Nase fassen

Ich lehne Gewalt ab, weise jedoch darauf hin, dass sie durch eigenes Verhalten auch mutwillig provoziert werden kann.

Wenn ständig parteiisch berichtet wird und Teilnehmer von Kundgebungen zudem befürchten müssen, durch Aufnahmen anderweitig wiedererkannt zu werden - verbunden mit dem Risiko von Brandanschlägen auf das eigene Auto oder Farbbeutel am Haus, kann ich gut verstehen, dass gewisse Medienvertreter einfach nicht mehr gerne gesehen sind.

Der FOCUS-Online-Experte Klaus Kelle hatte schon zu Chemnitz gesagt, dass die Berichterstattung "mit Journalismus nichts mehr zu tun hätte". Zitat: "Ich bin seit 35 Jahren Journalist, aber ich denke immer: Sowas können die doch nicht bringen. Das ist ja wie früher in der DDR. Die müssen doch wenigstens so tun, als seien sie neutral und überparteilich."

Er kritisierte, dass lang und breit Gegendemonstranten ihre Position darlegen durften, während von der 3x so großen Hauptkundgebung nur ein einzelner Teilnehmer in einem Halbsatz zu Wort kam.

Der Weg ins finstere Mittelalter,

oder gar Viertes Reich, wenn Rechtspoppulisten in Regierungsverantwortung kommen, und essentielle Kontrolle der Politik durch die Medien verhindert wird. Die Folge sind Volksverdummung durch zielgerichtete Fehinformation und Kontrolle über die Bürger.

Das Gleiche passiert, wenn, wie sich Medien zu Wahlhelfern politischer Strömungen machen.

Mir schleierhaft, warum solche politischen Strömungen gewählt werden. Vordergründig wird für das "eigene Volk" gesorgt, wie das dauerhaft funktioniert, sieht man in Rußland, der Türkei, Ungarn, usw. Auf Dauer geht es den Menschen unter solchen Regimen immer schlechter, genau wie den Medien. Morde, fadenscheinige Justizvorwürfe, Bedrohungen an Journalisten, Haft ohne Anklage. Das schlimme ist, den Menschen wurde meist, bevor die Lage unumkehrbar geworden zu sein scheint, von den Medien meist berichtet, wie korrupt ihre "Polithelden" sind. Putin, Erdogan, Orban, überall die gleiche Masche.

@ tisiphone

"Und die Medien? Sie verweigern eine echte Auseinandersetzung mit Kritik.
Sorgen so für Wut und Zorn, was in Gewalt enden kann (was absolut abzulehnen ist)."

Ihren Zusatz in Klammern hätten Sie sich sparen können. Sie sind gerade ungeschönt dafür eingetreten, dass Gewalt gerechtfertigt ist, wenn jemand mit Berichterstattung nicht einverstanden ist. Auf schlau heißt das: quod erat demonstrandum.

Widerspruch

18. April 2019 um 09:00 von hammer

Wer, wie Sie, über Pressefreiheit sprechen will, der stellt damit automatisch das wichtige Gut Pressefreiheit und das Menschenrecht auf Meinungsfreiheit in Zweifel.

Merke: Journalistinnen und Journalisten machen ihren Job und wie jeder andere Mensch auch wollen sie ihren Job gut machen. Journalismus ist aufregend, vielfältig, kreativ. Regelmäßig unter Zeitdruck und in Konkurrenz zu den Kolleginnen und Kollegen sind qualitativ hochwertige Produkte zu liefern, welche abgewogen und fair und professionell das Informationsinteresse von einer Vielzahl von Bürgerinnen und Bürgern befriedigen.

Guter, seriöser und vielfältiger Journalismus ist zusammen mit staatlich wie gesellschaftlich geschützter Pressefreiheit essentiell wichtig, damit ein Rechtsstaat auf Dauer besteht und funktioniert. Journalistinnen und Journalisten geben den Fragen und Anliegen der Mitmenschen Gehör und Stimme, welche üblicherweise nicht im Rampenlicht der Öffentlichkeit stehen.

teilweiser Missbrauch

Für mich ist diese Entwicklung nicht ganz unverständlich. Teilweise wird die Pressefreiheit missbraucht, um Meinungsmache zu betreiben. Sei es die persönliche Meinung des Journalisten oder die des Medienbetreibers die hierzu führt.

Es verlangt keiner, dass Journalisten den Leuten nach dem Mund reden. Aber was man erwarten kann, ist eine neutrale Berichterstattung ohne manipulativen Wort-/Bildgebrauch oder gezieltem weglassen von Informationen.

Wenn ich manchmal auf einer Demo/Veranstaltung war und anschließend die Berichterstattung lese, dann frage ich mich, waren die Journalisten u. ich auf der selben Veranstaltung?

Medien im Fokus der Kritik?

Ist das eine gültige Darstellungen von unabhängigen Sachverständigen?
Gewalt und Angriffe sind strafbewehrt und zweifelsfrei nicht in Ordnung. Systematische Hetze? Kritik kann dauerhaft, heftig und manchmal ungerecht sein, und da sollten sich die Medienschaffenden nach den Ursachen fragen. Es gibt vielleicht auch welche in den eigenen Reihen.

Zur Pressefreiheit gehört auch die Freiheit zur Kritik an der Presse.

Das Misstrauen gegenüber den Medien nimmt zweifelsfrei zu. Noch nie gab es mehr kritische Beiträge die sich mit den Glaubwürdigkeitsverlusten der Mainstream-Medien befassten. Ja, das Vertrauen in die Medien hat gewaltig abgenommen und die Qualität wird zunehmend in Frage gestellt. Kritik darf nicht verwässert, verwechselt, bekämpft und diskreditiert werden. "Klima der Angst", "Systematische Hetze", machen genau das. Polizisten angreifen, auch das geht gar nicht. Trotzdem gibt es berechtigte und notwendige Kritik an der Staatsgewalt im demokratischen Rechtsstaat.

@ hammer

"es verwundert mich ehrlich gesagt nicht wenn Menschen bei Demos wütend auf Reporter sind. Natürlich gibt es welche die fair berichten, aber auch einige die unfair berichten und mit Berichten und Bildern ganz bewusst eine Meinung beim Leser oder betrachter erzeugen wollen"

Sie verwechseln fair und unfair mit genehm und nicht genehm. Die Demonstrationen selbst sind dazu da, um ein Bild abzugeben und dadurch Meinungen zu erzeugen. Journalisten berichten nur darüber. Wenn die Demo nicht das beabsichtigte Bild abgibt, können Journalisten nichts dafür.

@09:01 von tisiphone

Und da sind Sie das beste Beispiel für die Strategie der Rechtsradikalen: Diffamierende Unterstellungen gegenüber den überparteilichen Medien, Relativierung und Rechtfertigung von Gewalt gegen die Medienschaffenden, die nicht Ihre Meinung widerspiegeln oder verbreiten. Ich finde Ihre Haltung widerwärtig und inakzeptabel.

Beispiele bitte

18. April 2019 um 09:07 von yolo

Da ich Ihren Ausführungen und pauschalisierenden Behauptungen nicht folgen kann, begrüße ich, wenn Sie Ihre Aussagen mit einigen treffenden Beispielen belegen können:

Wo wird die Meinungsfreiheit in Deutschland eingeschränkt?
Wo berichten seriöse deutsche Journalistinnen und Journalisten nicht mehr neutral und fair?
Wo vermischen sich Kommentare und Berichterstattung?
Wo üben seriöse Medien in Deutschland "Richtungsweisung" aus?
Wo werden in Deutschland Medien unterdrückt?

Merke: im Bericht von Reporter ohne Grenzen hat Deutschland verhältnismäßig gut abgeschnitten. Aber um die Freiheit der Presse, die Freiheit der Arbeit guter, seriöser Journalistinnen und Journalisten könnte es auch in Deutschland besser bestellt sein. Das Aufleben des politischen Extremismus in Deutschland hat die Arbeit der Journalistinnen und Journalisten mit Sicherheit spannender, wichtiger aber auch in einigen Fällen gefährlicher gemacht. Pressfreiheit ist unbedingt notwendig.

@Bote_der_Wahrheit 09:06

"Beim Wort "hetzerisch" werde ich skeptisch ... zu oft wird das Wort "Hetze" dahingehend missbraucht, um eine mehr als berechtigte Kritik oder Benennung von Tatsachen, als "böse" darzustellen."

Vor allem, wenn die Machenschaften und Mauscheleien aufgedeckt wurden. Und wenn von Rechtspopulisten das Wort "Tatsache" gebraucht wird, versteckt sich idR eine Mißdeutung oder unzulässige Umdeutung von Aussagen und Problemen, , und die arglistige Vereinfachung komplizierter Vorgänge. Das schlimmste ist, daß Menschen aufgehetzt werden. Und wenn Medien dies aufdecken und kritisieren, werden sie zur Zielscheibe. Selbst die Privatadressen von Journalisten werden veröffentlicht, um sie zu "besuchen", was nichts anderes ist, als Beginn der Ausübung von Terror.

"Auf diese Weise kann man rhetorisch .. der Kritik umdrehen und ist nicht mehr im Fokus der angebrachten Kritik. ..., kann aber zu einer aggressiven Haltung gegenüber Journalisten führen."

Wenn Kritik nicht gefällt darf man aggressiv werden?

Bitte referenzieren

18. April 2019 um 09:18 von Grimm90

Bitte nennen Sie doch noch die von zitierte Studie und den darauf reagierenden Artikel. Beide sind von 2015? Das täte der weiteren Diskussion sehr gut. Denn dann könnte auch gesehen werden, ob die von Ihnen dargestellte Tendenz stimmt.

Was stört mich am meisten bei dieser...

...Statistik?
Der Platz auf dem Deutschland steht.

---

Nach meinem Verständnis zu Demokratie, sollte Deutschland einen Top 5 Platz erzielen und nicht den derzeitigen 13. Platz.

Und die USA sind nur auf Platz 48?
Oh man, armes Trump-Land.

@Demokratieverständnis 8:21 von Meinung zu ...

"Damit läuft in der sog. freien Welt ein Anpassungsprozess nach dem chinesischen Vorbild."

Aber voll.
Gucken sie sich einfach die neuesten Gesetze aus dem Hause Seehofer
und dessen 'Heimatplaneten' an.

Artikel 20 GG (4) rückt immer näher.

Die Schlagzeile lautet:

"Pressefreiheit in Europa verschlechtert".
Im Text liest man, wer in Europa auf den besten Plätzen ist und dann - Zitat "Am Ende der Skala von Reporter ohne Grenzen finden sich Eritrea, Nordkorea und Turkmenistan."

Alle drei nicht in Europa. Oder doch? Mich würde interessieren, wer in Europa am Ende der Skala rangiert.

@stupid-first

Sie haben recht. Ich denke einige Mitmenschen sind zur Demokratie und Gewaltfreiheit unfähig. Man muss schauen, wie man mit diesen und ihren 'gefühlten Realitäten' = Psychosen zurechtkommt.

@ um 09:22 von Wolfgang_R

"Er kritisierte, dass lang und breit Gegendemonstranten ihre Position darlegen durften, während von der 3x so großen Hauptkundgebung nur ein einzelner Teilnehmer in einem Halbsatz zu Wort kam."

Hehe das könnte daran liegen, daß die "3x so große Hauptveranstaltung" ständig "Lügenpresse" skandierte und Journalisten tätlich angriff.

Ideologisierung der Gesellschaft

18. April 2019 um 09:22 von Wolfgang_R

Tja, Ihr Kronzeuge, Herr Kelle, ist zunächst einmal seit 2007 sein eigener Unternehmer, der ein eigenes Medienunternehmen führt. Der von Ihnen zitierte Beitrag stammt aus einer Gastkolumne, ist also die Einzelmeinung von Herrn Kelle und nicht eine abgewogene Analyse mit Rede und Gegenrede. Schon der abstrus-populistische Vergleich zur Pressearbeit in der DDR zeigt auf, dass es Herrn Kelle nur um den Affekt, das Wecken von Empörung ging. Guter Journalismus würde nun dieser Extremmeinung eine Meinung gegenüberstellen, welche genau konträr wäre. Herr Kelle schreibt übrigens für Honorare für FOCUS-Online und nicht als fest angestellte Fachkraft.

Spannend ist an Ihrem Beitrag, dass oftmals bekannt streng parteiische (Staats-)Medien, wie Russia Today, von gewissen gesellschaftlichen Gruppen mehr begrüßt werden, als die etablierten seriösen deutschen Medien. Das ist eine bedenkliche Entwicklung.

Erstmal sei gesagt, daß

Erstmal sei gesagt, daß Gewalt gegen niemanden und Nichts gerechtfertigt ist. Da sind selbstverständlich Journalisten inbegriffen.
Mir gefällt auch der ein oder andere Artikel in dem ein oder anderen Informationsmedium nicht. Aber niemand muß den dort abgegebenen Informationen und Meinungen Gewicht und Glauben schenken. Das liegt an jedem selbst. Natürlich haben auch Journalisten eine eigene Meinung, die in ihre Produkte einfließt. Wirklich objektive Berichterstattung gibt es nicht.

Und alle, die hier relativieren, Verständnis äußern oder diese Gewalt gar rechtfertigen, machen sich mitschuldig. Sie schaffen erst das gesellschaftliche Klima, in dem diese Gewalt möglich wird.

Wenn man sich die Entwicklung

Wenn man sich die Entwicklung der deutschen Politik in den letzten 4 Jahren und der Berichterstattung dazu ansieht und feststellen muss, dass während der Flüchtlingsaufnahme von allen Medien gegen die Menschen gehetzt wurde, die berechtigte Kritik daran übten, könnte man sich fragen, warum gegen diese Hetze von den Journalisten nichts unternommen wurde.
Erst recht, wenn man berücksichtigt, dass genau die damaligen kritischen Argumente nicht nur von den Medien in ihrer Gänze übernommen wurden, sondern auch von der Politik.
Leider hat das nicht ausgereicht, diese Argumente auch in vernünftige Politik umzusetzen, wie wir erst gestern wieder erleben mussten, als Seehofer sein neues „Gute - Reise - Gesetz“ verabschieden ließ.
Wie Andreas Rebers letztens bei Dieter Nuhr, sinngemäß, sagte: „ Ich bezichtige diesen Rechtsstaat der Herstellung von Rechtsradikalität“.
Kritischer Journalismus findet zu dieser Herstellung nicht statt. Im Gegenteil!

@Bote_der_Wahrheit

"Beim Wort "hetzerisch" werde ich skeptisch ..."

Ich werde mindestens so skeptisch, wenn sie angebliche Kritik pauschal als "angebracht" titulieren.
Und dass sie anschließend dokumentierte tätliche Angriffe inklusive Morddrohungen als "aggressive Haltung" gleichzeitig kleinreden und rechtfertigen lässt tief blicken

Reporter ohne Grenzen:"Pressefreiheit in Europa verschlechtert".

"Medienschaffende arbeiten zunehmend in einem Klima der Angst".
Das gilt aber sicher nicht für die "Leitmedien" hierzulande(wie BILD,DuMont,ZDF und Co.)
Es gilt sicher für die Slowakei,Malta(Mordanschläge gegen Journalisten) und die Ukraine(Überfälle und Inhaftierungen,Einreisestopps).

Aber da tut sich Reporter ohne Grenzen nicht gerade mit Solidarität hervor.

@ vox moderandi

ich bin sicher nicht für die Legitimation von Gewalt eingetreten.

Ich bin der Meinung, dass Wut und Zorn durchaus legitimiert sein können.
Als erwachsener Mensch sollte man sich so weit unter Kontrolle haben, dass man seiner Wut verbal Ausdruck verleiht und nicht physisch.

Wenn Ihnen diese Unterscheidung fremd ist - nicht mein Problem.

Redlichkeit

Man sollte nicht weniger fordern als Gewaltfreiheit einerseits - und Redlichkeit bei der Ausübung seines Berufs andererseits. Um beides ist es nicht gut bestellt. Insofern bitte beide Seiten der Medaille betrachten.

09:01 von tisiphone

Ihre Ausführungen sind rhetorisch relativ aufwändig - Sie flechten sogar ein wenig Latein ein - , in der Sache aber leider daneben. Anscheinend wollen Sie den Spieß einfach herumdrehen und suggerieren, dass "die Medien" durch kartellartig vorgetragene Einstellungen ("die eigenen Loyalitäten") die Misere selbst verschuldet haben. Ich halte Ihren Diskussionsbeitrag - mit allem schuldigen Respekt - für populistisch (denn Sie setzen ohne weitere Begründung eine Art Verschwörung "der Medien" voraus) und für demagogisch.

In dem Artikel geht es um ein "Klima der Angst", das die unbehelligte Arbeit von Pressevertretern behindert. Ob die Presse Ihre Loyalitäten oder die von sonstwem teilt, spielt dabei überhaupt keine Rolle.

Über die Frage, ob egal in welchen Medien vernünftige Positionen vertreten werden, kann man immer diskutieren. Über die Frage, ob Journalisten die Möglichkeit haben sollten, ungehindert ihrer Arbeit nachzugehen, hingegen nie.

"Ich bin eigentlich gegen Gewalt, aber..."

Wer den Begriff "die Medien" verwendet, der tut das verallgemeinernd, wie z.B. "die Juden", "die Türken" oder "die Flüchtlinge". Verallgemeinerung ist ein unzulässiges Stilmittel, das zur Vorverurteilung, zur Sippenhaft und für Polemik eingesetzt wird.

Es gibt sicher Medien, die eher links ausgerichtet sind. Aber jeder kann ja auch sein eigenes Medium starten. Es gibt auf Facebook so viele unseriöse ultra-rechte auch rechtsextremistische Seiten wie nie zuvor. Menschen finden sich in Filterblasen und halten alles was hetzt für "die Wahrheit".

Wenn jemand schreibt "Ich bin eigentlich gegen Gewalt, aber...", dann sollte er sich fragen, ob er sich auf dem Boden unseres Grundgesetzes bewegt oder ob er nicht doch ein Sympathisant oder gar ein verkappter Neonazi ist. Meine Meinung in einem freien Medium veröffentlicht.

Gewaltmonopol: beim Staat allein

18. April 2019 um 09:22 von Wolfgang_R

Sie schreiben: "Ich lehne Gewalt ab, weise jedoch darauf hin, dass sie durch eigenes Verhalten auch mutwillig provoziert werden kann."

Dazu möchte ich erinnern, dass in einem demokratisch verfassten Rechtsstaat wie Deutschland das Gewaltmonopol allein auf der Seite des Staates ist. Im Meinungsstreit und in der Interessenkonkurrenz zwischen den Bürgerinnen und Bürgern hat "mutwillige Gewalt" nichts, aber auch überhaupt gar nichts zu suchen. Jede Bürgerin, jeder Bürger hat Gewalt als Mittel der Auseinandersetzung strickt abzulehnen, selbst im "heilig"-empörten Affekt.

Tatsächlich sorgen die Journalistinnen und Journalisten als seriös wie investigativ tätige "vierte Gewalt" dafür, dass der Staat sein Gewaltmonopol nicht zu Ungunsten der Bürgerinnen und Bürger ausnutzt. Dazu gehört auch das ständige Entlarven von Unrecht, Lobbyismus, "alternativen Fakten", Propaganda sowie Hass und Hetze, welche auf die Zerstörung der Werte der Verfassung zielen.

@ lePecheur

Ich hab mit den Rechten so mal gar nichts am Hut.

Aber Sie sind ein schönes Beispiel für das was ich meine.

Meine Aussagen bezeichnen Sie als diffamierend. Sie haben kein Beispiel eingefordert, was ich meine. Das wäre dann ein Dialog. Und die Fähigkeit zum selben ist in unseren Breiten massiv gesunken.

Mal angemerkt: es geht nicht um meine "Meinung".
Sehen Sie - ich bin extrem weit weg von "Lügenpresse". Der Begriff ist falsch.

Es ist eine Steuerungspresse. Die Richtung ist vorgegeben. Man muss nicht lügen. Man kann einfach einen Teil der Geschichte weg lassen.

Ich finde Ihre Haltung nicht widerwärtig. Sie tun mir leid.

Ich finde Ihre Haltung nicht inakzeptabel. Denn es ist grund-demokratisch, andere Haltungen zu akzeptieren. Man muss sie nicht teilen - aber akzeptieren.

@wie-

Sie liegen im Prinzip nicht falsch.
Allerdings ist Journalismus inzwischen zum "Relotius" verkommen - der war nämlich kein Einzelfall!
Vermutlich würde es dem Metier sehr helfen, die Zahl der "Relotiusse" deutlich zu verringern.

Trump hat Journalisten, die

Trump hat Journalisten, die kritische Fragen stellen, sogar hinausgeworfen und hetzt gegen sie bei jeder sich bietenden Gelegenheit.
Aber alle anderen Journalisten, die damit ein Problem hatten, rennen weiter zu jeder Pressekonferenz, die Trump gibt.
Wo bleibt da die Solidarität der angeblich so kritischen Journalisten?

Wolfgang_R

Einen stramm konservativen Focus-Schreiber als Zeugen für angebliche Parteagilichkeit von Journalisten zu zitieren - das ist lustig.

Und wenn in Chemnitz (wie auch anderswo) Teilnehmer von AfD- und anderen rechten Demos kaum zu Wort kommen liegt das auch daran, dass auf Mikrophone, Kameras und Fragen dort eben oft verbal oder physisch aggressiv reagiert wird. Die ganze Palette von "Lügenpresse"-Rufen bis zu Bedrohung. Keinem Journalisten muss es zugemutet werden, sich in solche Gefahr zu begeben.

Einfach nur erschreckend

Es ist schon erstaunlich, mit was für fadenscheinigen "Argumenten" hier die Anwendung von Gewalt relativiert wird.
Nein, es ist überhaupt nicht nachvollziehbar und noch weniger muss man dafür Verständnis haben, dass jemand Gewalt anwendet, nur weil im eine Reportage nicht passt! Offensichtlich sind hier wieder die üblichen Trolle unterwegs, die sich gegen die bösen bösen "Eliten", "Lügenpresse" etc. auslassen müssen.
Auch ist kein Journalist, oder sind "die Medien" daran "selbst schuld", wenn ihm/ihnen Gewalt widerfährt. Wo kommen wir denn da hin, wenn die Opfer schuld an rechtswidrigen Taten von Tätern sind?!

Unabhängige Presse... Naja wer es

glaubt. Auch bei Journlisten gilt: Wessen Brot ich ess dessen Lied ich singe. Ist die Bild als Beispiel für die am häufigsten konsumierte Zeitung unabhängig? Die Bild am Sonntag die am Wahltag vor den roten warnt...? Wenn ich Abends im ersten in den Nachrichten höre das es an der Deutsch Ungarischen Grenze zu Unruhen kam... da darf man sich schon fragen wo denn bitteschön diese Grenze sein soll. Die Grenze zwischen Wahrheit und Lüge sowie Sensationsgier ist offenbar fließend. Der Journalist ist genauso manipulativ wie jeder andere. Der Reporter ist zur Neutralität verpflichtet! Welcher hält sich daran? Am wenigsten doch der der einen Kommentar ausschließlich aus seiner Weltansicht hinauströtet.

@Biocreature um 09:48

"Nach meinem Verständnis zu Demokratie"

Schön das hier einigen Mitbürgern gezeigt wird (auch wenn es nur durch eine Statistik ist), wie unvollkommen unsere Demokratie ist, - ja sogar in Teilbereichen richtig schlecht funktioniert.

@  09:46 von stupid - first

Ich will Ihrem Post gar nicht in toto widersprechen, aber die bisher kürzeste und einfachste Formel ist, "wir schaffen das".
Auf ein Thema, welches komplex und gewaltig ist.
Das ist schon lustig.

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