Ihre Meinung zu: 25 Jahre nach dem Genozid: Ruanda erinnert an den Horror

7. April 2019 - 12:05 Uhr

Mehr als 800.000 Menschen kamen ums Leben - heute wird der Opfer gedacht: In Ruanda erinnern die Menschen an den Völkermord vor 25 Jahren. Eine Augenzeugin von damals übergab schockierende Fotos.

Artikel auf tagesschau.de
Bewertung:
3
Durchschnitt: 3 (4 votes)
Schlagwörter der Meldung:
Geo-Schlagwörter der Meldung:

Kommentare

Kofi Annan ...

... fand es damals nicht nötig, auf Hinweise zu Vorbereitungen auf diesen Genocid, zu reagieren.

"Deutschland wird durch

"Deutschland wird durch Altbundespräsident Horst Köhler vertreten"

Nichts gegen Horst Köhler, aber gibt es einen bestimmten Grund warum kein "aktiver Repräsentant" dort teilnimmt? Z.B. Herr Steinmeier?

Ruanda und Deutschland teilen ein ähnliches Schicksal, in beiden Ländern wurden schlimmste Gräueltaten an Minderheiten begangen, beide Länder haben es danach geschafft sich mühsam wieder aufzurichten und Frieden in der eigenen Bevölkerung wieder herzustellen. Ruanda hat dabei noch einiges vor sich.

Nicht zu letzt ist es ein aufstrebendes Schwellenland und auch wirtschaftlich interessant.

Wäre da ein engerer diplomatischer Austausch nicht angebracht?

UN und Ruanda eines der schwärzten Kapitel überhaupt.

Das damalige Versagen der UN ist ist mittlerweile in YouTube -Beiträge gut dokumentiert...

Für mich der beste Beweis, das eine UN nichts taugt...

Es ist doch eher eine Verlogene Vereinigung....

Damals haben die Flüchtlinge bei einem UN- geschütztes Lager Schutz gesucht, doch die UN -Truppen sind einfach abgezogen, wohl wissen das danach das grauenvolle Abschlachten / Töten begann...

Das Versagen der internationalen Gemeinschaft

Der Völkermord in Ruanda ist auch als ein Symbol für das Versagen der internationalen Gemeinschaft in die Geschichtsbücher eingegangen. Es gab genügend Alarmsignale, die ein frühzeitiges Eingreifen ermöglicht hätten.

Was gilt es aus der Geschichte zu lernen? Modernes Völkerrecht muss auf die "Responsibility to Protect" insistieren - das Völkerrecht darf nicht länger ein Freibrief für Regimes sein, nach Belieben die eigene Bevölkerung massakrieren zu dürfen.

@tagtest

Und wenn jemand frühzeitig eingegriffen hätte, wären sofort bekannte Foristen zu hören gewesen "man darf sich nicht in die inneren Angelegenheiten eines Staates einmischen"
Ein Völkerrecht das Massenmorde legitimiert daß stoppen dieser aber verbietet gehört in die Mülltonne.

Rückständiger geht`s kaum ___ Bev.-Stammeskriege

Im 21. Jahrhundert !

War eine unvorstellbar erschreckende Zeit für die armen Mord/Folteropfer

Da ist irgend ein Präsident mit einem Flugzeug abgestürzt => 75 % (!!!) einer Bevölkerungsgruppe, der Tutsi`s, wurden, wie`s dort so traditionell. (Traditionen darf ja keiner löschen; genauso wie Religionsspleens) total normal ist, niedergemetzelt - in nur 100 Tagen

Ziel: Macht über Ruanda

@german-canadian 14:47, Modernes Völkerrecht verteidigen!

Wir sollten nicht vergessen, dass die Erfahrungen mit Ruanda (und Jugoslawien) auch der Startpunkt für die Entwicklung des modernen Völkerrechts inklusive der Etablierung des Konzepts der "Responsibility to Protect" war. Wir sollten der Opfer des ruandischen Genozids gedenken und entsprechend die weitere Entwicklung bzw. Durchsetzung des modernen Völkerrechts unterstützen.

Der Multilateralismus sollte nicht nur aktuell im Kontext des Umweltschutzes, sondern auch hinsichtlich des elementaren Recht des Menschen, vor staatlichen Massakern geschützt zu werden, zum Ausdruck kommen.

@german-canadian

Also wenn es UN ist oder ein Land auf eigene Faust, dann ist das schon ein Unterschied: In der UN sind fast alle Länder der Erde vertreten und somit ist ein Beschluss ziemlich legitim vertretbar. Wäre damit der Tod an zog unschuldige vermieden worden, dann wären hier Kommentare das kleinste Übel.

Allgegenwärtig

Für mich ist allgegenwärtig das man kämpfen und bekämpfen darf, aber nur bewaffnete Personen und nicht unschuldige Zivilisten.

@Hackonya2 15:04, Auch ein einzelnes Land kann eingreifen

Natürlich ist eine Übereinstimmung der Völkergemeinschaft wünschenswert. Aber wir haben erlebt, was passiert, wenn der UN-Sicherheitsrat sich ideologisch blockiert.

Deshalb ist die "Responsibility to Protect" wichtig - die Durchsetzung von modernem Völkerrecht in solch elementaren Massaker-Situationen darf man aus menschenrechtlicher Perspektive nicht von den zynischen Erwägungen eines Vladimir Putin oder Donald Trump abhängig machen.

@Tammy Speed Mind 14:54, Ideologischer Wahn ist schlimm

Man kann es wohl etwas allgemeiner formulieren: Nicht nur "Stammeskriege" sind schlimm, sondern allgemein ideologischer Wahn.

Wir sollten nicht vergessen, was für ein millionenfacher Mord im Rahmen rassistischer und anderer Ideologien im Europa des 21. Jahrhunderts stattfand.

Heute machen die Ruander vielen vor, wie es besser geht

So etwas darf sich wirklich niemals wiederholen können, wenn Weltgemeinschaft und UN auch nur das Mindeste aus ihrem damaligen kollektiven Versagen gelernt haben.

Die Ruander selbst haben es: Sie haben sich davon nicht nur nicht dauerhaft unterkriegen lassen, sondern können heute in vielerlei Hinsicht sogar als Vorbild dienen - insbesondere, was die Schaffung und Gestaltung eines prosperierenden Gemeinwesens angeht, wie man an folgenden (kurzen) Videobeiträgen aus dem „Weltspiegel“ erkennen kann:

daserste.de/information/politik-weltgeschehen/weltspiegel/videos/ruanda-rueckkehr-nach-dem-voelkermord-video-100.html

daserste.de/information/politik-weltgeschehen/weltspiegel/videos/ruanda-frauen-video-100.html

daserste.de/information/politik-weltgeschehen/weltspiegel/videos/ruanda-kehrtag-video-100.html

Der Völkermord in Ruanda

gehört zu den 6 schlimmen Genoziden im 20. Jahrhundert. Augenzeugen sagen, dass die UN Blauhelme schon vor der Eskalation bereit waren, die Milizen zu entwaffnen. Eine entsprechende Anfrage hat Kofi Annan abgelehnt und damit den Genozid in Kauf genommen. Kofi Annan muss sich als Politiker der Exekutive, der sich im entscheidenden Augenblick weggeduckt hat, in einem Gerichtsprozess vor dem internationalen Gerichtshof in Den Haag verantworten.

Mahnendes Beispiel

Das was in Ruanda geschah (und nicht nur das) ist ein mahnendes Beispiel dafür, was der Wahnsinn völkischen Denkens anrichten kann.

@erster Realist

Zitat: "Auf Kommentar antworten
Am 07. April 2019 um 14:35 von erster Realist
UN und Ruanda eines der schwärzten Kapitel überhaupt.
Das damalige Versagen der UN ist ist mittlerweile in YouTube -Beiträge gut dokumentiert...

Für mich der beste Beweis, das eine UN nichts taugt...

Es ist doch eher eine Verlogene Vereinigung....

Damals haben die Flüchtlinge bei einem UN- geschütztes Lager Schutz gesucht, doch die UN -Truppen sind einfach abgezogen, wohl wissen das danach das grauenvolle Abschlachten / Töten begann..."

Daß die UNO sich damals nicht mit Ruhm bekleckert hat, um es vorsichtig auszudrücken, geschenkt. Aber Youtube-Videos als "gut dokumentiert" zu bezeichnen ist schon grenzwertig.

keine Schwarz-weiß-Geschichte, sondern viel komplexer

Die Geschichte des Völkermords lohnt einen ausführlicheren Blick als in einem kurzen Tagesschau-Artikel (und sei's in der Wikipedia).

Denn es waren nicht nur die bösen Hutus gegen die lieben Tutsis: Erst die Kolonialisierung. Dann Anfang der 70er Jahre (d.h. kaum eine Generation vor 1994) in Ruanda schon Gewalt gegen Tutsis... nachdem in Burundi (Nachbarland von Ruanda) 100-150.000 Hutus von Tutsis umgebracht worden waren (was im Westen bis heute ziemlich totgeschwiegen wird)!! Es blieb in Burundi unruhig. 1993 wurde dann der Präsident - ein Hutu - von Tutsi-Armeeangehörigen ermordet. Sprich: Es ging leider hin und her mit Gewalt zwischen zwei Gruppen, in diesem Klima wuchs die Hutu-Power-Bewegung. Nicht zu vernachlässigen die Rolle der Radio-Propaganda (vgl. Reichsempfänger!).

Der Völkermord bleibt ein furchtbares Verbrechen gegen die Menschlichkeit. Aber die Entwicklung dorthin war vielschichtig.

Am lehrreichsten hingegen: die Versöhnungsarbeit und -bereitschaft in Ruanda.

Mitverantwortung

Auch die US Regierung, Bill Clinton und Madeleine Albright, hat damals versagt.

@15:42 von Lavoissier

>>
Kofi Annan muss sich als Politiker der Exekutive, der sich im entscheidenden Augenblick weggeduckt hat, in einem Gerichtsprozess vor dem internationalen Gerichtshof in Den Haag verantworten.
<<

Nein, muss er nicht. Kofi Annan lebt nicht mehr.

@14:47 von german-canadian

>>
Ein Völkerrecht das Massenmorde legitimiert daß stoppen dieser aber verbietet gehört in die Mülltonne.
<<

Das Völkerrecht legitimiert keine Massenmorde und verbietet auch kein Stoppen dieser.

@Lavoissier

Kofi Annan ist 2018 verstorben

Nachdem keine Nation der Welt

Nachdem keine Nation der Welt damals wirklich etwas gegen diese Abschlachterei getan hat, sondern bestenfalls ein paar der üblichen alibimäßigen Entrüstungsstatements durch ihren diplomatischen Dienst sonst wo in der Welt wie Kuckuseier abgelegt hat, kommt heute zum 25. Jahrestag dieser Versäumnisse der Bürger mit in den Genuss die Geschichte zu beklagen. Eine die durch die gewissenlose Politik vieler damaliger Regierungen entstandene Geschichte, wo verantwortungsvolle Regierungen eben nicht wie sonst, eingreifen und ‘helfen‘ wollten, weil es gerade den eigenen Interessen, oder denen irgendwelcher Partner, entgegenlief. Darum müssen zumindest jetzt die selben viel Moralgeheule zeigen, die nach den
Vorfällen, in den letzten 25 Jahren immer schön weiter die mittlerweile geschehenen Katastrophen ausgelöst, mitgemacht, oder eben auch tataenlos zu gesehen haben. Also dann tut mal schön weiter so, als ob ihr trauern würdet und immer schön die Bürger mit einbeziehen, als hätten die das getan.

@15:17 von tagtest

>>
@Hackonya2 15:04, Auch ein einzelnes Land kann eingreifen

Natürlich ist eine Übereinstimmung der Völkergemeinschaft wünschenswert. Aber wir haben erlebt, was passiert, wenn der UN-Sicherheitsrat sich ideologisch blockiert.
<<

Es bleibt dabei, dass ein einzelnes Land völkerrechtskonform nur dann eingreifen kann, wenn es dazu vom UN-Sicherheitsrat ermächtigt wurde.

>>
Deshalb ist die "Responsibility to Protect" wichtig - die Durchsetzung von modernem Völkerrecht in solch elementaren Massaker-Situationen darf man aus menschenrechtlicher Perspektive nicht von den zynischen Erwägungen eines Vladimir Putin oder Donald Trump abhängig machen.
<<

Sie vergaßen in Ihrer Aufzählung die zynische Instrumentalisierung des Völkerrechts auch durch die westliche Wertegemeinschaft zu erwähnen, in der Prinzipien wie die R2P gern als Vorwand dienen, um zu verschleiern, dass die Durchsetzung geostrategischer Interessen das eigentliche Ziel ist.

@ Tammy Speed Mind: erst informieren, dann emotional werden

Im 21. Jahrhundert !
War eine unvorstellbar erschreckende Zeit für die armen Mord/Folteropfer
Da ist irgend ein Präsident mit einem Flugzeug abgestürzt => 75 % (!!!) einer Bevölkerungsgruppe, der Tutsi`s, wurden, wie`s dort so traditionell. (Traditionen darf ja keiner löschen; genauso wie Religionsspleens) total normal ist, niedergemetzelt - in nur 100 Tagen
Ziel: Macht über Ruanda

- es war im 20. Jhd
- der Präsidentenabsturz (und "irgend ein" Präsident war's nicht: es war der eigene!), war nicht die Ursache, sondern nur der Auslöser
- nix traditionell: In der Wissenschaft wird diskutiert, inwieweit die ganze Hutu-Tutsi-Unterscheidung und -Zuspitzung nicht eine koloniale (= europäische) Untat war; vorher waren die Ethnien nämlich 'egaler' und friedlicher.
- es ging nicht um "Macht über Ruanda" - sondern Völkermord an einer Minderheit (die schon vorher zT bei Stellen diskriminiert wurde = weniger Macht hatte)

Bitte erst informieren, dann emotional werden...

Ich finde es sehr daneben

aus solch einem fürchterlichen Ereignis den Schluss zu ziehen, dass die UN überflüssig seien.
Fehler wurden gemacht, klar, aber die UN waren nicht die Ursache dieser Tragödie, und alles dann auch noch Annan allein in die Schuhe zu schieben setzt dem noch die Krone auf.

@Hackonya2 - und so gedeiht Gewalt

Für mich ist allgegenwärtig das man kämpfen und bekämpfen darf, aber nur bewaffnete Personen und nicht unschuldige Zivilisten.

Was für ein trauriges Weltbild. Genau das ist die Saat von Gewalt, die dann halt hin und wieder ausufert.

Es waren übrigens großteils Zivilisten, die den Völkermord begingen. Ob sie ihre Opfer für "unschuldige" (oder vollwertige/ lebenswerte "Personen") hielten, darf angesichts der Taten und der Medien-Propaganda (insb. Radio!) bezweifelt werden. Unbewaffnet waren auch nicht alle - den Hutus stellten sich mancherorts bewaffnete Tutsi-"Milizen" entgegen, um nämlich die eigenen Frauen und Kinder zu beschützen. Die zumindest hätte man also "bekämpfen" und umbringen dürfen, ja?

Man kann Gewalt in Ausnahmefällen rechtfertigen, aber eine Erlaubnis zu "kämpfen und bekämpfen" sollte niemals "allgegenwärtig" sein.

(Und darum gehört auch die Bundeswehr nicht an Schulen / vor Minderjährige. Es normalisiert zu früh, was eben niemals normal sein sollte.)

Frankreich und der Dreck!

Der Völkermord geht u.a. ganz klar auf das Konto von Frankreich, das den Hutus damals
die Waffen und Macheten für das Morden geliefert hat. Frankreichs Geheimdienst wusste, was passieren würde ... und hat es zugelassen: Das war Kolonialpolitik miesesten Stils mit nachfolgender Feigenblatt-Aktion (Operation Turquoise). Wär ich Franzose, so würde ich mich für Frankreich schämen.

Der kanadische General Romeo Dallaire uns seine Truppe sind hingegen ein herausragendes Beispiel für tadelloses soldatisches Verhalten. Er und die seinen gehören zu den wenigen, denen man für ihre Tapferkeit und Courage nur Hochachtung zollen kann.

Und dann wäre da noch Präsident Kagame, der das Morden beendet hat und der heute ... ausgerechnet von Frankreich ... wegen seines Regierungsstils kritisiert wird. Mehr Dreck geht eigentlich nicht, oder?

Darstellung: