Ihre Meinung zu: Giffey stellt Geld für Erzieherinnen-Ausbildung bereit

18. Dezember 2018 - 17:54 Uhr

Viele angehende Erzieherinnen und Erzieher brechen ihre Ausbildung ab. Wohl auch, weil sie in der Ausbildung kein Gehalt bekommen. Genau da setzt Familienministerin Giffey an. Von Jörg Seisselberg.

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Kommentare

Gehalt für Arbeit.

Eine gute Idee. Also eigentlich selbstverständlich.

Aber man freut sich ja schon bei jeder Selbstverständlichkeit, die bei unseren Politikern ankommt.

Soso. Kein

Soso. Kein Erkenntnisdefizit?
Man weiß das es kein Geld gibt und das kaum Leute das machen wollen. Ich empfehle den Entscheidern einfach mal 3 Jahre den Ministerposten unentgeltlich zu machen. Spenden sie die Millionen einfach dem nächsten Hort.

Woher kommen die ganzen Erzieher/in?

Überall wird geredet von mehr Geld, ja der Beruf ist tatsächlich sehr unterbezahlt, doch woher sollen bitte die Erzieher/innen kommen?

Es gibt ja anscheinend einen "Fachkräftemangel". Da bleiben für die Kitas nicht mehr viele übrig.

Also noch fallen keine Fachkräfte vom Himmel, wohl aber in Berlin.

Sinnvoll, vernünftig,

Sinnvoll, vernünftig, praktikabel: Ich freu mich vor allem, wenn der Anteil junger Männer in der Ausbildung zum Erzieher*innenberuf steigt. Und natürlich interessieren sich auch viele Engagierte mit Migrationshintergrund für das Arbeitsfeld. Es ist mehr als überfällig, die Verdienstmöglichkeiten auf die Zeit ab Tag 1 der Ausbildung zu erweitern.

Auch nur ein Beruf

Bei Google steht 2580€ sei das Einstiegsgehalt eines Erziehers/in.
Finde ich nicht schlecht. Wer beim DRK oder Caritas arbeitet, ist selbst schuld. Die Dauer der Ausbildung sollte man bedenken ebenso die finanzielle Ausstattung. Der ganze Unsinn mit Praktikum usw. dient nur der Gewinnmaximierung der Träger.

Immer noch lächerlich schlecht

Statt vorher 80% der Auszubildenden werden nun nur noch 65% der Auszubildenden nicht bezahlt?
Warum bekommen nicht alle Auszubildenden von ihrem Arbeitgeber ein Gehalt?
Wo bleiben die Gewerkschaften, die dafür sorgen?
Warum nur 5000?
Wieviele Kindergärten oder Kindertagesstätten gibt es in Deutschland?
Da müssten doch wahrscheinlich auch jedes Jahr 50.000 neue Erzieher eingestellt werden.
Warum ist der Bericht dazu nicht recherchiert?

re rossundreiter

"Gehalt für Arbeit.

Eine gute Idee. Also eigentlich selbstverständlich.

Aber man freut sich ja schon bei jeder Selbstverständlichkeit, die bei unseren Politikern ankommt."

Ein unangebrachter Sarkasmus. Denn es geht um eine schulische Ausbildung, bei der "Gehalt für Arbeit" gar nicht in Frage kommt.

Den obermods ist wohl

Den obermods ist wohl irgendwie abhanden gekommen, dass nicht jeder eine unentgeltliche Parteikarriere hinlegen kann, um später diese zeit doppelt und fünffach vergoldet bekommen zu können. 8 Jahre juso oder union, danach 4 jahre landtag. Dann ist man saniert. Im besten Fall mit 22 jahren.

@ 18:12 Superschlau

Ein*e Bundesminister*in verdient ca 15.000 Euro pro Monat. Das ist stattlich, aber bis da "die Millionen" zusammen sind, braucht es mehr als 5 Jahre. Wenn Sie schon auf das billige "die reichen Politiker*innen da oben" setzen, dann wenigstens mit korrekten Zahlen.
Und natürlich gibt es Geld - ich könnte Ihnen gleich einige Bereiche nennen, in denen ich gerne Einsparungen sähe, und auch eine Umsteuerung in der Besteuerung Bestverdienender, die natürlich Ressourcen für eine vernünftige Bezahlung (nicht nur) der Erzieher*innen ermöglicht, wäre nicht allzu schwer machbar.

@karwandler, 18:19 re @rossundreiter

Sollen wir das Lehrgeld wieder einführen?

Im Ernst, die Ausbildung wird schließlich zu Nutz und Frommen des künftigen Arbeitgebers absolviert. Eine Vergütung ist daher wohl nicht zu viel verlangt.
An den dualen Hochschulen erhalten die Studenten bereits während des Studiums ein Gehalt. Nichts spricht dagegen, die Erzieherausbildung ebenfalls dual zu gestalten.

18:19 von karwandler

re rossundreiter

"Gehalt für Arbeit.

Eine gute Idee. Also eigentlich selbstverständlich.

Aber man freut sich ja schon bei jeder Selbstverständlichkeit, die bei unseren Politikern ankommt."

Ein unangebrachter Sarkasmus. Denn es geht um eine schulische Ausbildung, bei der "Gehalt für Arbeit" gar nicht in Frage kommt.
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Richtig es kann auch mit der jahrelangen SPD-Beteiöigung nicht norml sein, das jemand seine Ausbildung selbst bezahlt.
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Aber mit Frau Giffey Erfahrungen befürchte Ich, das bei Ihrer Verbesserung der Wertschätzung für Neueinstellungen nichts übrig bleibt, wie bei der Bildung.
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Ausbildungsvergütung

Ich bewundere die hohe Intelligenz unserer Politiker, merken sie doch bereits jetzt nach etlichen Jahren, dass man vielleicht etwas an der Ausbildungsvergütung tun muss um den Beruf attraktiver zu machen, bekommt doch ein Maurer bereits ab dem ersten Tag eine Ausbildungsvergütung.
Ganz so weit reicht die Intelligenz dann aber doch nicht, sonst wäre das nicht gedeckelt und alle Auszubildenden würden davon profitieren. Vermutlich ist der Mangel an Fachkräften für Politiker einfach noch nicht sichtbar genug.

@18:18 von nie wieder spd

"Wo bleiben die Gewerkschaften,..."

Das frage ich mich bei den Sozialberufen seit 20 Jahren.
Und dann über Mitgliederschwund lamentieren.

Der Fehler liegt im System

Ein/e Auszubildende/r, der/die Sozialabgaben durch seine/ihre Vergütung abführt, hat nach geltenden Gesetzen Anspruch auf Beihilfe nach dem SGB III für Kosten der Wohnung , ABH, etc.
Ein Student kann Bafög beantragen.
Die schulische Ausbildung in den Erziehungsberufen sieht das nicht vor. Im Schnitt dauert diese mit Anerkennungsjahr und nachfolgenden Praktika 5 Jahre !
Hier ist keinerlei Förderung möglich. Wenn nun eine sozialversicherungspflichtige Vergütung eingeführt wird, ist das der erste Schritt in die richtige Richtung.

@jautealis, 19:16

... aber bitte Männerhände weg von unseren Kindern! Männer können nicht erziehen, weder als Väter noch als Erzieher – und dies weiß und schreibt hier wohlgemerkt sogar ein Mann...

Naja, wenn Sie unfähig zur Erziehung sind, kann das mehrere Gründe haben, nicht nur, dass Sie ein Mann sind.
In meiner Kindheit wurden Kinder ausschließlich von Frauen erzogen, Mutter, Kindergartentante, Grundschullehrerin. Und das althergebrachte Rollenbild war niemals zementierter als zu dieser Zeit. Männer weinen nicht, das Glück der Frauen liegt im Dienst am Ehemann, Männer setzen sich durch, Frauen verzichten, das waren alles Werte, die wurden uns (mir und meinen Schwestern) von Frauen vermittelt ...

Was der unbedarfte Bürger so denkt

Studium als Ausbildung - vom Staat bezuschusst.
Mechatronik Lehrling - vom Betrieb bezahlt.
Erzieherinnen Ausbildung - von niemandem bezahlt. Weil? Die Träger, Wohlfahrtsverbände, Städte, Kirchen... sind und denen natürlich nicht zugemutet werden kann dass sie ihren zukünftigen Mitarbeitern die Ausbildung ohne Zusatzjob ermöglichen.
Einfach ein Gesetz, dass die Ausbildung vergütet werden muss? Ja viel zu kompliziert, ungerecht, bürokratisch, nicht durchführbar, viel zu teuer... muss wohl auch erst mit der EU, der UN, der Nato ... abgesprochen werden und macht sicher auch nur Sinn wenn man sich weltweit in einem Erziehungspakt darauf einigt.
Gut dass Politiker immer so gute Lösungen haben.

Teilweise vergüten- echt jetzt?

Kinder sind unser aller Zukunft. Sollte es da nicht im Interesse eines Jeden sein, dass die Ausbildung dieses wichtigen Berufs auch bezahlt wird? Die Erziehung unserer Kinder legen wir ja teilweise in die Hände von Erziehern. Die eine intensive Ausbildung durchlaufen.
Schließlich reden wir hier von fünf langen Jahren!!!! Wenn die angehenden Erzieher dann auch noch 20 Stunden wöchentlich arbeiten müssen, um sich diese Ausbildung leisten zu können, dann stimmt doch was nicht. Zumal die Ausbildung ja schon in Vollzeit stattfindet.
Überbetriebliche Umschulungen werden doch auch vom Arbeitsamt, bzw. Jobcenter finanziert....
Im Kindergarten meines Sohnes finden sich trotzdem jedes Jahr neue motivierte Menschen, die diese Ausbildung im praktischen Jahr einfach toll machen. Übrigens werden bei uns auch Männer beschäftigt- auch der Leiter ist männlich. Und es sind tolle Erzieher, bzw. zukünftige Erzieher.

Viel zu kurz gesprungen.

Das Geld reicht nur, dass zukünftig 33% statt 20% der Auszubildenden eine Vergütung bekommen.
Das ist zwar ganz nett, aber immer noch viel zu wenig. Reichen würde es wenn alle Auszubildenden ein Ausbildungsgehalt bekommen, wie das in jedem andern Ausbildungsberuf auch der Fall ist.

Pervers wird das ganze natürlich dadurch, dass inzwischen bekannt ist, dass 10Mrd. Euro dieses Jahr einfach so im Haushalt übrigbleiben. Also nicht für all die wichtigen unterfinanzierten Projekte genutzt werden.

Wahrscheinlich wird das dann wieder in der Bundeswehr verbrannt, um deutsche Wirtschaftsinteressen am Hindukusch zu verteidigen...

18:30 von frosthorn

"Im Ernst, die Ausbildung wird schließlich zu Nutz und Frommen des künftigen Arbeitgebers absolviert. Eine Vergütung ist daher wohl nicht zu viel verlangt."

In vielen Einrichtungen dürfte es bei den Erziehern (im Praktikum) wohl ähnlich sein wie in der Krankenpflege: Ohne die Auszubildenden würde der Betrieb mancher Abteilungen kaum aufrecht zu erhalten sein.

In der Krankenpflege gibt es zumindest in den staatlichen Schulen ja auch eine Ausbildungsvergütung mit entsprechenden Sozialabgaben. Sicher auch nicht ganz nebensächlich: die Anrechnung bei der späteren Rente.

19:28 von frosthorn

@jautealis, 19:16

... aber bitte Männerhände weg von unseren Kindern! Männer können nicht erziehen, weder als Väter noch als Erzieher – und dies weiß und schreibt hier wohlgemerkt sogar ein Mann...

Naja, wenn Sie unfähig zur Erziehung sind, kann das mehrere Gründe haben, nicht nur, dass Sie ein Mann sind.
In meiner Kindheit wurden Kinder ausschließlich von Frauen erzogen, Mutter, Kindergartentante, Grundschullehrerin. Und das althergebrachte Rollenbild war niemals zementierter als zu dieser Zeit. Männer weinen nicht, das Glück der Frauen liegt im Dienst am Ehemann, Männer setzen sich durch, Frauen verzichten, das waren alles Werte, die wurden uns (mir und meinen Schwestern) von Frauen vermittelt ...
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Auch ich bin in einer Zeit aufgewachen, in der psychische Erkrankungen seltener waren als heute.
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Nicht aAlles war schlechter, wie viele mißlungene endlose, sich überholende Theoriereformen zeigen.

Warum der Arbeitgeber kein

Warum der Arbeitgeber kein Gehalt zahlt? Weil man während der Ausbildung eine Fachschule besucht und nur kurze Praktikas macht. Diese Praktikas sind zwar im Kindergarten, aber die Schüler haben keinerlei Aufsichtspflicht oder von der Einrichtung zugewiesene Aufgaben. Sie bekommen einen ganzen Aufgabenkatalog von den Schulen, die Anleitung im Kindergarten bewertet diese Aufgaben und führt Reflexionsgespräche. Obwohl die Schüler meist sehr bereichernd für eine Einrichtung sind ( junge Menschen, neue Ideen usw.), machen sie doch auch viel Arbeit für die Anleitung.
Aber natürlich steht auch diesen Schülern eine angemessene Ausbildungsvergütung zu!
Allerdings muss mit dieser Vergütung auch eine Verpflichtung einher gehen, z.B. in Form von Anwesenheitspflicht in der Schule.
In Baden-Württemberg gibt es übrigens bereits die sogenannte PIA (PraxisIntegrierte Ausbildung) für Erzieher. Und diese wird auch vergütet, vorausgesetzt man findet eine Einrichtung oder Träger, die das bezahlen können.

@18:12 von Superschlau

"Ich empfehle den Entscheidern einfach mal 3 Jahre den Ministerposten unentgeltlich zu machen."

Gut Idee. Dabei fällt mir allerdings eine Bemerkung von Helmuth Schmidt zum Antritt von Ministerämtern ein: "Wer es nach einem halben Jahr nicht begriffen hat, wird es nie begreifen. Vielleicht genügt eine sechsmonatige unbezahlte Probezeit. Wer sich nicht bewährt hat, wird nicht 'übernommen'.

Bezahlung immer noch armselig

Mit den Praktikas ist eine Erzieherausbildung länger als ein Bachelor (5 Jahre zu 3,5 Jahre).
Der Bachelor wird nicht finanziert (ok. mit Bafög).
Aber dafür verdient man danach auch ordentlich (Einstiegsgehalt >=3.000€, mit der Berufserfahrung steigend).

66% der Erzieher*innen bekommen ab 2019 immer noch keine Ausbildungsvergütung, steigen dann mit ca. 2.500-2.600€ in den Job ein und das wars.

Aufstieg oder Gehaltssteigerungen gibt es so gut wie nicht.
Für KITA-Leitung werden studierte Erziehungswissenschaftler vorgezogen.

@ 19:45 von Raupe

Warum der Arbeitgeber kein Gehalt zahlt? Weil man während der Ausbildung eine Fachschule besucht und nur kurze Praktikas macht. Diese Praktikas sind zwar im Kindergarten, aber die Schüler haben keinerlei Aufsichtspflicht oder von der Einrichtung zugewiesene Aufgaben.

Ich war während einem Teil meiner handwerklichen Ausbildung auch in der Berufsschule oder der Lehrwerkstatt, habe nicht selbstständig gearbeitet und habe trotzdem eine Vergütung bekommen. Abgesehen davon, dass Erzieher 2 Jahre länger als alle andern Berufe ausgebildet werden.

Wenn Sie aber die Ausbildung wie ein Fachstudium bewerten und vergüten wollen, sollten Erzieher nach der Ausbildung auch so bezahlt werden. Und nicht wie Autoteilewechsler.

Am 18. Dezember 2018 um 19:28 von frosthorn

" In meiner Kindheit wurden Kinder ausschließlich von Frauen erzogen, Mutter, Kindergartentante, Grundschullehrerin. Und das althergebrachte Rollenbild war niemals zementierter als zu dieser Zeit. Männer weinen nicht, das Glück der Frauen liegt im Dienst am Ehemann, Männer setzen sich durch, Frauen verzichten, das waren alles Werte, die wurden uns (mir und meinen Schwestern) von Frauen vermittelt ... "

Ja so war das auch in meiner Jugend, da wurde noch in der Kita frisch gekocht und in der Grundschule auch.
Es gab Schulgarten für das Gemüse und die Abfälle kamen in den Stall für das Tier was dann das Fleisch liefert.

Ich kann bis heute nicht feststellen das die Mütter oder Frauen uns etwas verkehrtes gelernt hätten.
Die Väter hatten wenig Zeit und gingen ins Bergwerk oder machten andere für Frauen ungeeignete Tätigkeiten.

Nur diesen Satz " das Glück der Frauen liegt im Dienst am Ehemann " dem bin ich auch vor 7 Jahrzehnten nicht begegnet.

Welche Ausbildung denn?

Erzieherin ist eine Verallgemeinerung. Die Ausbildung unterschiedlich:
Zur einfachen Erzieherin für die Kita sind 2 Jahre Vollzeitschule und dann 1 Jahr Praktikum. Also insgesamt 3 Jahre. Wenn dieses direkt nach der mittleren Reife geschieht, ist es vergleichbar mit dem Abitur, für das es auch kein Geld gibt. Bafög gibt es übrigens nicht nur für Studenten , sondern für jede Vollzeitschule, sofern Bedarf besteht.
Gesucht sind diese Fachkräfte. Nicht gewollt sind weitere studierte Erzieher, die sowieso schnell eine andere Karriere wollen, als in der KIta arbeiten.

@Schaefer, 18:17

Einstiegsgehalt von 2.580 Brutto ?

Komisch, ich finde da etwas von Minimum 1.700:

Und zwar hier :

"https://www.ausbildung.de/berufe/erzieherin/gehalt/"

Macht dann Netto für einen 20-jährigen in Niedersachsen, Steuerklasse 1, ca. 1.230 €.

Die Realität sieht häufig gaaanz anders aus, als der "Mittelwert".

Übrigens, hier in Friesland bekommt ein 23-jähriger Kfz-Mechatroniker ebenfalls ca. 1.250 Netto ...

re frosthorn

"@karwandler, 18:19 re @rossundreiter

Sollen wir das Lehrgeld wieder einführen?

Im Ernst, die Ausbildung wird schließlich zu Nutz und Frommen des künftigen Arbeitgebers absolviert. Eine Vergütung ist daher wohl nicht zu viel verlangt."

Habe ich das bestritten?

Allerdings kann die Vergütung bei einer schulischen Ausbildung doch nicht mit geleisteter Arbeit begründet werden, oder?

Auf der einen Seite hört es sich ja toll an, aber...

...es reicht eben nicht
eine angemessene Ausbildungsvergütung zu plazieren.

---

Sondern man muß als Erzieher/in endlich auch mal es schaffen eine gut
bezahlte Vollzeitstelle zu bekommen.
Und nicht nur immer wieder Jobangebote erhalten, die auf Teilzeit und zeitlich begrenzt sind.

Meine Freundin ist Erzieherin und sie hat in den letzten 20 Jahren nie eine Stelle gehabt,
die diese Kriterien erfüllte.
Eine Lebensplanung ist da unmöglich.
Und in den Zwischenzeiten, wenn man arbeitslos ist, hat man eben nur Anspruch auf ALG II.
Von den Rentenpunkten möchte ich erst garnicht reden.

Meine Freundin hat im Übrigen immer wieder Weiterbildungen in der Zeit der Arbeitslosigkeit gemacht und sich somit immer weiter und besser qualifiziert.
Darüber hinaus hatte sie eine jahrzehntelange
Berufserfahrung und war gut in ihrem Job.
Ansonsten hätte sie nie eine Gruppe leiten dürfen und können.

Es fehlt also nicht nur an dem Geldmangel in der Ausbildung.

@20:16 von wenigfahrer

19:28 von frosthorn

"Nur diesen Satz " das Glück der Frauen liegt im Dienst am Ehemann " dem bin ich auch vor 7 Jahrzehnten nicht begegnet."

Muss man auch nicht wörtlich so gehört haben. Es reicht Spielfilme und Werbung aus z.B. den Sechzigern zu sehen.
Da wird mir heute noch noch übel.
Kleines Beispiel: Die Ehefrau und Mutter (was anderes ist sie nicht und sollte sie auch nicht sein) hat ein schlechtes Gewissen, weil sie die Wäsche nicht mit Lenor gewaschen hat und sich nun Vater und Sohn in der ach so kratzigen Wäsche unwohl fühlen.

Wer verteilt denn die Ausbildungsplätze?

Nach welchen Kriterien wird denn entschieden, wer den Ausbildungsplatz mit Bezahlung bekommt?
Und wer entscheidet das?
Werden dann überhaupt noch Menschen bereit sein, eine Erzieherausbildung zu absolvieren, die nicht bezahlt wird?
Ich hoffe nicht!
Und warum wurde dazu nicht recherchiert?

19:28 von frosthorn

das waren alles Werte, die wurden uns ... von Frauen vermittelt ...
.
danke für das ehrliche Statement

letztlich hat jede Zeit seine Wertewelt
und vor 50 .... 60 Jahren tickten die Menschen eben so
wer weiß wie man in 50 Jahren tickt

Gleiches Recht für alle,

Gleiches Recht für alle, entweder für jeden Auszubildenden Vergütung oder gar nicht.
Schade Frau Giffey, eine Chance vertan, gerecht zu sein. Absolut unglaubwürdig, nur Makulatur.

Am 18. Dezember 2018 um 20:58 von Anna-Elisabeth

" Muss man auch nicht wörtlich so gehört haben. Es reicht Spielfilme und Werbung aus z.B. den Sechzigern zu sehen.
Da wird mir heute noch noch übel.
Kleines Beispiel: Die Ehefrau und Mutter (was anderes ist sie nicht und sollte sie auch nicht sein) hat ein schlechtes Gewissen, weil sie die Wäsche nicht mit Lenor gewaschen hat und sich nun Vater und Sohn in der ach so kratzigen Wäsche unwohl fühlen. "

Ein Satz der mir auch ein Lächeln um die Lippen zaubert, weil er zeigt wie unterschiedlich Menschen doch in verschiedenen Regionen in einem Land aufwachsen können.
Es lebe der Unterschied, ist jetzt nicht negativ gemeint.

@21:04 von Sisyphos3

"...letztlich hat jede Zeit seine Wertewelt
und vor 50 .... 60 Jahren tickten die Menschen eben so"

Da habe ich dann wohl schon in jungen Jahren falsch getickt. Ich kann bis heute nicht fassen, dass die holde Weiblichkeit da so lange mitgespielt.

Kaum zu ertragen

Soviel Innovation ist kaum auszuhalten! Einen seit Jahren absehbar immer dringender benötigten Nachwuchs die Ausbildung auch noch zu bezahlen. Ich kann vor lauter Staunen kaum an mich halten.
Ernsthaft: Wo sind die Politiker, die vor lauter Scham umgehend zurücktreten und ihre Diäten der letzten Jahre freiwillig zurückzahlen?

Am 18. Dezember 2018 um 19:46 von Anna-Elisabeth @18:12 von Supe

"" Gut Idee. Dabei fällt mir allerdings eine Bemerkung von Helmuth Schmidt zum Antritt von Ministerämtern ein: "Wer es nach einem halben Jahr nicht begriffen hat, wird es nie begreifen. Vielleicht genügt eine sechsmonatige unbezahlte Probezeit. Wer sich nicht bewährt hat, wird nicht 'übernommen'.""
#
Eine weise Idee unseres Altkanzler Schmidt ,dem habe ich nichts hinzu zufügen.Für mich war er der beste Kanzler den wir je hatten.

Am 18. Dezember 2018 um 21:40 von Anna-Elisabeth

"Ich kann bis heute nicht fassen, dass die holde Weiblichkeit da so lange mitgespielt."

Sie haben Recht.
Wenn wir zufällig neue Leute kennen lernen und meine Frau sagt dann:
"Was mein lieber Mann sagt, stimmt immer."

Dann werden alle anderen Frauen sofort wach, um ihr klar zu machen, dass das auf keinen Fall richtig ist.
Auf gar keinen Fall, niemals!!

Wenn ich dann sage:" Meine liebe Frau hat es doch gesagt, und was meine liebe Frau sagt stimmt immer!"

Dann heißt es ja!
Ja, natürlich.

Es

gibt doch schon Geld: Dafür gibt es Bafög.
Das können die angehenden Erzieherinnen beantragen (ca.330Euro Monat).
Wichtiger wäre es, daß die Lehr-Gänge nicht so fatal überfrachtet wären mit unmöglich vielem Zeugs.

Schulische Ausbildung !

Traurig genung wenn man die auch noch selber bezahlen muß.
Wenn das so weiter geht in diesen Staat,wird in 10 Jahren jeder seine Ausbildung wohl bezahlen müssen.
Und sowas jammert wegen Fachkräftemangel.

Solche Berufe machen keinen Sinn

Ich bin jetzt im ersten Jahr in der Altenpflege Ausbildung und verdiene 685€ Netto und muss 12 Tage arbeiten, habe dieses Jahr kein Weihnachten und kein Silvester und werde auch für diese Tage nicht bezahlt und muss sogar wenn ich Pech hab mit dabei sein, wenn jemand Doppelschicht hat. Urlaub ist Standard mit 24 Tagen aber wehe man will 2 Wochen am Stück, denn man wird gebraucht. Es ist genau der richtige Beruf für mich und ich mach es voller Leidenschaft aber nicht unter dieses Bedingungen. Werde jetzt im Sommer die Ausbildung als Elektroniker antreten, wo ich mehr verdiene, gute Arbeitszeiten und Schichten habe und wo auch die Urlaubstage mehr als doppelt soviele sind. Dasselbe ist genau wie mit dem Erzieher, Krankenpfleger etc. Die sollen sich nicht fragen warum es bei diesen Berufen einen Fachkräftemangel gibt. In der Ausbildung wenig zu verdienen ist ja normal aber man sollte es doch überdenken, bzw. die Bedingungen ändern, wenn man die Jugendlichen locken will.

@21:40 von Anna-Elisabeth

// Ich kann bis heute nicht fassen, dass die holde Weiblichkeit da so lange mitgespielt.\\

Ganz einfach,man hat es nicht anders gesehen.Und so ist es doch heut auch noch,oder?

Der ist Gut

" Wenn wir zufällig neue Leute kennen lernen und meine Frau sagt dann:
"Was mein lieber Mann sagt, stimmt immer."

Dann werden alle anderen Frauen sofort wach, um ihr klar zu machen, dass das auf keinen Fall richtig ist.
Auf gar keinen Fall, niemals!!

Wenn ich dann sage:" Meine liebe Frau hat es doch gesagt, und was meine liebe Frau sagt stimmt immer!"

Dann heißt es ja!
Ja, natürlich. "

Mal das Leben nicht so verbissen, Danke dafür.

22:47 von Nuroglan

""Ich bin jetzt im ersten Jahr in der Altenpflege Ausbildung und verdiene 685€ Netto und muss 12 Tage arbeiten, habe dieses Jahr kein Weihnachten und kein Silvester und werde auch für diese Tage nicht bezahlt und muss sogar wenn ich Pech hab mit dabei sein, wenn jemand Doppelschicht hat. Urlaub ist Standard mit 24 Tagen aber wehe man will 2 Wochen am Stück, denn man wird gebraucht. Es ist genau der richtige Beruf für mich und ich mach es voller Leidenschaft aber nicht unter dieses Bedingungen.
#
Ich bin voll bei Ihnen,denn dieser Beruf muss gesellschaftlich wie auch finanziell viel besser aufgewertet werden. Denn in die Pflegeeinrichtung kann es Jeden von uns einmal treffen.

@22:55 von wega

@21:40 von Anna-Elisabeth
// Ich kann bis heute nicht fassen, dass die holde Weiblichkeit da so lange mitgespielt.\\

"Ganz einfach,man hat es nicht anders gesehen.Und so ist es doch heut auch noch,oder?"

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Wer es heute noch so 'sieht', will es so haben. Da unterscheidet sich so jemand dann nicht so sehr von Kulturkreisen, auf die man so gerne verächtlich herabsieht.

Zum Thema: Frauen und Männer sind bei der Erziehung gleichermaßen befähigt oder eben auch ungeeignet. Gute Erziehung ist und war niemals eine Geschlechterfrage.

Nicht ganz so

Am 18. Dezember 2018 um 18:18 von nie wieder spd

Warum bekommen nicht alle Auszubildenden von ihrem Arbeitgeber ein Gehalt?

nnnnn

Die Auszubildenden sind vier Tage in der Woche in der Schule, einen Tag im Praktikum. In dieser Praxiszeit müssen sie eben lernen, d.h. sie sind nur eine geringe Stütze. Natürlich wird das schnell bessser, aber durch die geringe Arbeitsstundenzahl möchte man nicht noch den Platzgeber verschrecken.
Da dies ein gesellschaftliches Problem ist und solche Menschen ja gebraucht werden, sollte vom Staat von Anfang an eine kleine Spritze kommen. Jetzt gibt es Bafög, bei dem jeder Staatsdiener hofft, daß die Auszubildenden es nicht beantragen wegen Nichtwissen. Das spart ungemein.

Fachkräftemangel

Es werden keine Fachkräfte gesucht, sondern billige Arbeitskräfte, im Handwerk genau das selbe.

20:58 von Anna-Elisabeth

Es reicht Spielfilme und Werbung aus z.B. den Sechzigern zu sehen.
Da wird mir heute noch noch übel.
.
meinen sie die Menschen haben das ebenso empfunden, .... wie sie heute ?
glauben sie im ernst, wenn Leute sich in 50 Jahren unsere Welt anschauen,
denen wird nicht auch "übel"

22:47 von Nuroglan

"Werde jetzt im Sommer die Ausbildung als Elektroniker antreten, wo ich mehr verdiene, gute Arbeitszeiten und Schichten habe und wo auch die Urlaubstage mehr als doppelt soviele sind. Dasselbe ist genau wie mit dem Erzieher, Krankenpfleger etc. Die sollen sich nicht fragen warum es bei diesen Berufen einen Fachkräftemangel gibt. In der Ausbildung wenig zu verdienen ist ja normal aber man sollte es doch überdenken, bzw. die Bedingungen ändern, wenn man die Jugendlichen locken will."

Es wird sich am Fachkräftemangel nichts ändern, solange die Gesellschaft die soziale Tätigkeit als Beruf für minderwertig hält. Dieselben Menschen, die diese Berufsgruppen mit einer gewissen Verächtlichkeit betrachten (auch weil überwiegend Frauen in diesen Berufen tätig sind), wundern sich dann, dass tatsächlich auch immer häufiger erschreckend ungeeignetes Personal eingestellt wird, weil man eben nicht mehr wählerisch sein kann. Eine schlimme Entwicklung.

@23:38 von Sisyphos3

"meinen sie die Menschen haben das ebenso empfunden, .... wie sie heute ?"

Die Männer ganz sicher nicht. Die hatten ein bequemes Leben. Ich war aber unter den Frauen ganz sicher nicht die einzige, die schon früh gegen diese (aus meiner Sicht ätzende) Männerwelt rebelliert hat.
Die erste heißgeliebte Freundin meines Bruders hat ihn 'sitzen lassen', weil er glaubte, ihr verbieten zu können, Hosen zu tragen. Meine Schwestern und ich waren sehr schadenfroh. Wenn die Jugend nicht rebelliert, herrscht Stillstand.

Am 18. Dezember 2018 um 19:28

Am 18. Dezember 2018 um 19:28 von frosthorn
@jautealis, 19:16
In meiner Kindheit wurden Kinder ausschließlich von Frauen erzogen, Mutter, Kindergartentante, Grundschullehrerin. Und das althergebrachte Rollenbild war niemals zementierter als zu dieser Zeit. Männer weinen nicht, das Glück der Frauen liegt im Dienst am Ehemann, Männer setzen sich durch, Frauen verzichten, das waren alles Werte, die wurden uns (mir und meinen Schwestern) von Frauen vermittelt

nnnnn

Das kann ich nicht bestätigen. Sicher Oma und KIGA Erzieherinnen, klar. Aber dann Lehrer, Schwimmen von Vati gelernt, ebenso jagen. Lass raus..von Großvater als Uropa gestorben war ! Das war keine Zeit, wie von vielen behauptet. Das war für mich ggaaanz anders !

23:36 von 043911

"Es werden keine Fachkräfte gesucht, sondern billige Arbeitskräfte, im Handwerk genau das selbe."

Glückwunsch - das ganze Problem in einem Satz.

@ um 23:34 von Mein blauer Engel

Da mag etwas dran sein.
Aber man könnten ja auch einen Ausbildungsgehaltsfond gründen, aus dem alle Auszubildenden aller Berufe bezahlt werden und alle Arbeitgeber einzahlen. Das wäre übrigens auch für alle Gehälter aller Arbeitnehmer eine gute Lösung. Dann würden alle gleich gut bezahlt.
Denn eigentlich sind alle Arbeitnehmer aller Berufe gleich wichtig und sollten auch gleich gut bezahlt werden.
Doch von den guten und vernünftigen Lösungen sind wir noch ein paar hundert Jahre entfernt.
Wir könnten aber beim Pflege - und Erziehungspersonal damit anfangen.
Viel zur Bezahlung der Arbeitnehmer könnte man auch bei den privaten Gewinnen zB privater Träger einsparen.
Und da ja auch die Ausbildung solcher Arbeitnehmer eine wichtige Aufgabe für die Gesellschaft ist, sollte auf die evtl Nützlichkeit für die Arbeitgeber keine Rücksicht genommen werden, zumal Auszubildende auch nicht auf den Personalschlüssel angerechnet werden dürften und somit auch keine Gewinnerwartungen auslösen kann.

@ um 23:34 von Mein blauer Engel

Da mag etwas dran sein.
Aber man könnten ja auch einen Ausbildungsgehaltsfond gründen, aus dem alle Auszubildenden aller Berufe bezahlt werden und alle Arbeitgeber einzahlen. Das wäre übrigens auch für alle Gehälter aller Arbeitnehmer eine gute Lösung. Dann würden alle gleich gut bezahlt.
Denn eigentlich sind alle Arbeitnehmer aller Berufe gleich wichtig und sollten auch gleich gut bezahlt werden.
Doch von den guten und vernünftigen Lösungen sind wir noch ein paar hundert Jahre entfernt.
Wir könnten aber beim Pflege - und Erziehungspersonal damit anfangen.
Viel zur Bezahlung der Arbeitnehmer könnte man auch bei den privaten Gewinnen zB privater Träger einsparen.
Und da ja auch die Ausbildung solcher Arbeitnehmer eine wichtige Aufgabe für die Gesellschaft ist, sollte auf die evtl monetären Erwartungen der Arbeitgeber keine Rücksicht genommen werden, zumal Auszubildende auch nicht auf den Personalschlüssel angerechnet werden dürften.
Wenn man es wollte, könnte es besser funktionieren.

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