Ihre Meinung zu: Ein Jahr in türkischer U-Haft: "Dann kann man das nur Folter nennen"

31. Oktober 2018 - 22:28 Uhr

Der seit einem Jahr in der Türkei inhaftierte türkische Geschäftsmann Kavala hat in einem offenen Brief seine Freilassung gefordert. Seine Anwälte wandten sich erstmals an die Öffentlichkeit - und erhoben schwere Vorwürfe.

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Kommentare

Nichts ist gut in der Türkei

Die Leute im Gefängnis "schmoren" zu lassen, ist die bewährte Methode der türkischen Erdogan hörigen Justiz. Prominente Gefangene wie Kavala können wenigstens noch über ihre Anwälte protestieren, wieviele tausende Namenlose verschwinden aber einfach so. Eines Tages wird man über die Erdogan Herrschaft sagen, daß war wie bei Pinochet oder wie unter der Junta in Argentinien...wie lange wird sich die EU mit ihren "schmusigen" Türkeiambitionen das noch bieten lassen. Schon jetzt machen sich unsere verantwortlichen Politiker mitschuldig an dieser menschlichen Tragödie in der Türkei.

"... er soll in Verbindung

"... er soll in Verbindung mit Ausländern gestanden zu haben, die ..."
Und dafür dann ein Jahr Untersuchungshaft. Wenn man diese Maßstäbe bei uns gegen türkische Nationalisten anlegen würde, was würde da wohl die Erdogan-Regierung sagen?

Seit wann gilt Untersuchungshaft als Folter?

Diese Logik, dass eine Untersuchungshaft als "Folter" zu bewerten sein, mag zwar in gewissen Maßen zutreffen, dies wäre dann allerdings nicht nur auf die Türkei beschränkt, sondern würde weltweit gelten.

Persönlich finde das türkische Vorgehen bei der Aufklärung des Putschversuches von 2016 richtig u. wichtig. Und die Untersuchungshaft ist ein wichtiges Mittel bei der Aufklärung. Dadurch soll die evtl. Flucht eines Tatverdächtigen verhindert werden.

Für mich ist die Türkei ein demokratischer Rechtsstaat, der jedem Angeklagten ein faires Verfahren zusichert. Zustände wie auf Guantanamo gibt es in der Türkei nicht.

21:58 von landart

Nichts ist gut in der Türkei

Die Leute im Gefängnis "schmoren" zu lassen, ist die bewährte Methode der türkischen Erdogan hörigen Justiz. Prominente Gefangene wie Kavala können wenigstens noch über ihre Anwälte protestieren, wieviele tausende Namenlose verschwinden aber einfach so. Eines Tages wird man über die Erdogan Herrschaft sagen, daß war wie bei Pinochet oder wie unter der Junta in Argentinien...wie lange wird sich die EU mit ihren "schmusigen" Türkeiambitionen das noch bieten lassen. Schon jetzt machen sich unsere verantwortlichen Politiker mitschuldig an dieser menschlichen Tragödie in der Türkei.
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Wer fordert Proteste gegen die kulturell bedingten Besonderheiten der Türkei, der die Abschaffung des 17. Juni kommentarlos akzeptierte?

@landart

Niemand verschwindet in der Türkei einfach so aktuell, jeder weiß warum die Türkei so sensibel handelt: PKK Terror und Putschversuch...
Die Überschrift ist schon seltsam: Wenn U- Haft gleich Folter sein soll, dann sollte man sich mal den NSU Fall erst ansehen, wie lange ging der noch?

pxslo, 22:47

||Für mich ist die Türkei ein demokratischer Rechtsstaat, der jedem Angeklagten ein faires Verfahren zusichert.||

Dumm nur, dass es in diesem Fall (wie in vielen anderen) gar keine Anklage gibt.

Und ja, es gibt sicher auch andere Staaten, die das ähnlich handhaben - das macht es aber kein bisschen besser.

Seltsam

Wenn es um tausende von Terroropfern oder hunderten Putschopfern geht, sollen alle unschuldig sein, aber beim Kashoggi gab es weniger Zweifel gegenüber der Türkei? Warum sollte die Türkei einfach welche verhaften, wenn die sich nicht auffällig verhalten? Was soll/kann der Grund dafür sein? Wenn alle nur unschuldig sind, wer organisiert, propagiert und führt letztendlich aus? Fakt sind die Opfer. Sehen in der Türkei alle nur Geister?

Traurig

Ich kann es schon fast nicht mehr hören bzw. lesen. Und doch liebe TS macht bitte weiter mit diesen Berichten. Wir müssen es uns jeden Tag bewusst machen:
- wir leben hier in Deutschland in einem Rechtsstaat
- wir müssen aufhören mit solchen Unrechtsstaaten Geschäfte zu machen
- @pxslo: Wenn unabhängige Staatsanwälte und Richter massenhaft entlassen werden weil sie dem Despoten Hr. Erdogan nicht passen, kann man nicht von einem demokratischen Rechtsstaat reden. Hierzu gehört Gewaltenteilung.

Eckhard Eichel

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