Ihre Meinung zu: Kommentare zum Fall Khashoggi: "Darf man so ein Regime hofieren? Nein!"

22. Oktober 2018 - 7:57 Uhr

Kanzlerin Merkels Ankündigung, vorerst keine weiteren Rüstungsexporte nach Saudi-Arabien zulassen zu wollen, sei "beruhigend", kommentieren deutsche Zeitungen. Es werde Zeit, gegenüber den saudischen Herrschern Flagge zu zeigen.

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Kommentare

Irrational!

Man muß es immer wieder betonen, damit man das Irrationale versteht.
Im Falle Skripal hat es wenige Tage gedauert, bis, unter maßgeblicher Initiative GB's, Großaktionen gegen Russland gestartet wurden. Und jetzt?
Belgien und die NL beklagen lautstark (die wollen nämlich ähnlich reagieren!), daß sie einfach eingebremst werden, von wem? "Von den Großen", gemeint können wieder GB, F und gemeint sein. Wer Merkel zuhört, findet sich bestätigt.
Kann man diesen Politikern nicht einfach die Verwendung des Begriffs "WERTE" verbieten?
Zitat Karel Schwarzenberg (im "Standard"):
"Leckt mich am Arsch mit euren Werten. Wer nicht bereit ist, Regeln enzuhalten, sollte auch den Begriff Werte nicht verwenden."
Kann man nur von ganzem Herzen zustimmen. Leider ist der Mann kein AM eines EU/NATO-Staates mehr.

Es liegt an der Prominenz des

Es liegt an der Prominenz des Journalisten und Kritikers Kashoggi. Das führte zu internationalen Verwicklungen. Wenn es eine Schule voller Kinder im Jemen wäre, die von den Saudis hochgebombt würden, wäre der Aufschrei nur ganz kurz, und der Dollar würde weiter rollen.

Skandalös ist, dass

Skandalös ist, dass EU-Kommissar Oettinger (CDU) keinen Stopp der Waffenlieferungen an Saudi-Arabien will: da stellt sich einerseits die Frage, wer diese Partei noch unterstützen will, und andererseits, wer eigentlich die unsäglichen Äußerungen dieses Mannes in der eigenen Partei wahrnimmt und Konsequenzen daraus zieht.

Der Kronprinz hat sich mächtig verkalkuliert.

Obwohl jedem, der es wissen will, klar sein dürfte, dass derart widerlich-brutale Morde jeden Tag in den vielen Kriegsgebieten in Syrien oder in Afrika begangen wurden und werden, gibt es im Unterschied dazu im Falle der Ermordung des kritisch berichtenden Reporters Khashoggi ein Heer von Journalisten, das der Welt die menschenverachtende Denk- und Handlungsweise des saudi-arabischen Königshauses ungeschminkt vor Augen führt.
Ich hoffe, dass weder die Politiker noch die Wirtschaftsbosse den verlockenden Exportgewinnen erliegen und den Saudis endlich einmal zeigen, dass Öl nicht alles rechtfertigt.
Die kritisch berichtenden Zeitungen dürfen daher nicht locker lassen, sie müssen den Genannten weiterhin ununterbrochen genauestens auf die Finger schauen.

Das gleiche mit Israel

Wir sollten auch das Verhältnis zu Israel hinterfragen, denn deren Killerkommandos morden auch nach Belieben.

Falsch zitiert?

Ist es ein Zufall, dass der Schlusssatz der Zitate der Mitteldeutschen Zeitung und der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung übereinstimmen?

vom Sog mitgezogen

Besonders der letzte Abschnitt ist falsch.
Auch die dt. Politiker voran Maas/Merkel wollten am Anfang weiter so wie Trump. Bloß nicht auffallen und anecken.
Erst das verheerende Echo auf die unbeschreiblichen Grausamkeiten im saud. Konsulat und deren Einzelheiten einer geplanten Hinrichtung machten es dieser Regierung unmöglich weiter Waffen an Mörder zu verkaufen.
Herr Seibert hat es bis heute noch nicht geschafft Stellung zu beziehen. Auch ein Statement!

@Didib57, 9:21

Es liegt an der Prominenz des Journalisten und Kritikers Kashoggi. Das führte zu internationalen Verwicklungen. Wenn es eine Schule voller Kinder im Jemen wäre, die von den Saudis hochgebombt würden, wäre der Aufschrei nur ganz kurz, und der Dollar würde weiter rollen.

Ich war knapp davor, Ihnen zuzustimmen. Dann aber dachte ich: nö, es hätte gar keinen Aufschrei gegeben.

Ein anderer Blogger

sitzt seit längerem im saudischen Kerker und wird einmal im Jahr rausgeholt um öffentlich Peitschenhiebe einzustecken. Das ist nur eine von unzähligen Beispielen über die Rechtsprechung in Saudi Arabien die erstaunliche parallelen zu jenen im Mittelalter in Europa haben. Wieso jetzt das Finger abtrennen bei lebendigem Leib mit anschliessendem Köpfen an einer Person, die seit Jahren pro saudische Politik Europas ändert, versthe ich nicht ganz, aber es soll mir Recht sein.
Merkwürdig ist es dennoch, zumal Saudi Arabien mit seinen Aktionen im Jemen für tausende von Opfer sorgt.

Wo ist die rote Linie?

Der von Saudi-Arabien geführte Krieg im Jemen mit über 3.000 zivilen Opfern und einer humanitären Katastrophe war wohl keine größere Aufregung wert, man hat munter weiter Waffen geliefert.

Aber sobald mal ein Journalist ermordet wird ist die Aufregung gigantisch.

Diese Doppelmoral seitens der Politik und Medien finde ich extrem befremdlich...

Aussenminister Maas ist ein Meister des hofierens

Während sein Vorgänger Gabriel etwas wie eine klare Kante gegen Saudi-Arabien gezeigt hat, wurde dieses von Maas als "Mißverständnis" relativiert. Die Spezialität unserer aktuellen Aussenminister Maas scheint ohnehin die zu sein im Büßerhemd durch die Welt zu fahren, aber keine klare Ansage zu machen, wenn wie in diesem Fall ein Regime einen Menschen in seiner Botschaft tötet.

@ Didib57

"Es liegt an der Prominenz des Journalisten und Kritikers Kashoggi." Am 22. Oktober 2018 um 09:21 von Didib57

Das glaube ich noch nicht einmal.
Das Problem ist, dass die Saudis in der Türkei gemordet haben - die haben sich quasi mit dem Hinterteil in das größte Fettnäpfchen gesetzt.
In der Türkei gilt halt das türkische Recht. Ein Konsulat gehört zum Staatsgebiet des Gastgeberlandes.

Ich will auch, dass man sich als Gast bei mir zu Hause benimmt.

Öttinger warnt vor "übereilten" Reaktionen

Wahrscheinlich will Öttinger abwarten, bis Gras über die Sache gewachsen ist und die Emotionen sich gelegt haben. Vom Cheflobbyisten in der Europäischen Kommission wohl nicht anders zu erwarten und dennoch ein Armutszeugnis. Man stelle sich nur vor, ein solches Verbrechen wäre von Russland, Syrien oder dem Iran begangen worden. Da wäre wohl die Elle anders angelegt worden und Sanktionen wurden gegen viele Länder schon wegen geringerer "Vergehen" verhängt.

Öttinger warnt........

vor vorschnellen Reaktionen. Bei Russland habe ich davon nichts gehört. Bevor es Beweise gab wurden Sanktionen erlassen, von genau der EU für die Öttinger jetzt spricht. Man kann nur festhalten, wenn zwei das Gleiche tun, dann ist es noch lange nicht das Selbe.

@Zakaria

"Wir sollten auch das Verhältnis zu Israel hinterfragen, denn deren Killerkommandos morden auch nach Belieben." Am 22. Oktober 2018 um 09:23 von Zakaria

Israel wird sehr wohl kritisiert, und das obwohl die Hamas als Terrororganisation gilt und gerne Minderjährige rekrutiert.
Mir ist jedoch nicht bekannt, dass Khashoggi einer Terrororganisation angehört, die Killerkommandos in andere Länder schickt.
Er ist vielmehr solcher Vorgehensweise zum Opfer gefallen.

Es wird auch einiges für den Frieden zwischen Israel und Palästina getan, man mischt sich ein.
In Saudi-Arabien undenkbar.

Die Sache

ist eigentlich einfach, Saudi-Arabien ist nicht der Politische Gegner wie zum Beispiel Russland, und jeder macht dort Geschäfte mit viel Geld.
Und die Vorgabe oder Richtlinie aus den USA ist diesmal anders, die wollen den Rüstungsdeal behalten.

@Zakaria

"Wir sollten auch das Verhältnis zu Israel hinterfragen, denn deren Killerkommandos morden auch nach Belieben."
Was hat denn Israel damit zu tun? Wissen sie was ein Killerkommando ist? Ich empfehle ihnen sich mal genaustens zu informieren, das hat noch niemendem geschadet. zudem liefert Israel keine Waffen an den Saudis wie z.B. D, USA usw.

Das "Highly Likely" der "Westlichen Wertegemeinschaft"

Es war "Highly Likely", dass Russland in den Fall Skripal involviert war und prompt wurden von der "Westlichen Wertegemeinschaft" Diplomaten ausgewiesen und Sanktionen verhängt.

Es ist mehr als "Highly Likely", dass das saudische Regime den kritischen Kashoggy umbringen ließ. Es ist aber auch "Highly Likely", dass ein Vorgehen wie im Falle Skripal unangenehme Folgen für die "Westliche Wertegemeinschaft" haben würde.

Es ist derzeit interessant zu beobachten, wie es um diese "Westliche Wertegemeinschaft" bestellt ist und welche "Werte" sie tatsächlich vertritt.

Na ja die Saudis waren noch nie die lupenreinen Demokraten

Sondern Terrorunterstützer. Wer die Geschichte mal genau verfolgt, stellt fest, das die Saudis direkt mit 9/11 und den Taliban und Al Quaida zu tun haben. Die letzten Jahre hat man dazu genutzt, sich etwas scheinbar offener zu zeigen, da jubelten schon die Naivlinge, wie schön jetzt alles wird. Diese Zeit haben die Saudis aber dazu genutzt, offensichtlicher und brutaler gegen Gegner vorzugehen. Bis jetzt hatten sie auch immer die volle Rückendeckung des Westens, weil wir das Öl und die Dollars brauchen. Jetzt haben sie es aber so offensichtlich übertrieben, in dem sie in einem Natoland in ihrer Botschaft oder Konsulat eine Killerbande auf ein Opfer warten lassen und das Opfer zu Tode foltern. Das wäre unseren Politikern egal, wenn jetzt nicht die Allgemeinheit zu Recht empört wäre, was wir für ein Terrorregime hofieren.
Aber erst kommt das Fressen dann die Moral. Mit den Werten und Moral ist das so eine Sache wenn man wertvolle Aufträge verliert und Arbeitsplätze, sehr schlimm.

Strohfeuer

Es geht um Milliardengeschäfte und viele Arbeitsplätze - also bleibt mal ehrlich!
Ihr seit Profis und die Börse und der Gewinn ist eure Leitschnur, und die hat mit Moral und Etik nichts, aber auch gar nichts zu tun hat.
Somit dürfte dieser Mord eher störend als erschütternd empfunden werden, wenn sich die Geschäftswelt und Politiker ehrlich vor den Spiegel stellen.
Liest und hört man die Aussagen der befragten "Leistungsträger" aus Politik und Wirtschaft kommt diese Zwiespältigkeit deutlich zum Vorschein.
So werden wir jetzt noch eine Weile das künstliche Geächze und Gestöhne anhören müssen und dann geht es weiter wie bisher.
Was lernt SA daraus? Keine so offensichtlichen Aktionen mehr vor der Weltöffentlichkeit!

Das ist doch nur Hessenwahlpropaganda...

...nach wie vor werden die Saudis von Deutschland beliefert werden, zumindest unter dieser Regierung.
Einer Fr. Merkel glaube ich kein Wort mehr und Mio von deutschen Bürgern ebenso.

re: 09:45 von d483573

Wo sind die "Roten Linine"?
Diese Frage läßt sich schnell beantworten, wenn man die Menschen kennt.
"Rote Linien" sind stets fließend und hängen immer von den Interessen derer ab, welche die Macht haben "Rote Linien" zu ziehen oder zu verschieben.
Insgesamt ist das vom Menschen zu definierende System der "Roten Linien" offen und reicht von Einzel-, über Massen-, bis hin zum Völkermord.

Wo bleibt die Ausweisung saudischer Diplomaten?

Da werden etliche russische Diplomaten von etlichen europäischen Staaten ausgewiesen, obwohl bis heute nicht bewiesen ist, dass der Giftanschlag auf den ehemaligen russischen Doppelagenten Skripal tatsächlich von Russen verübt wurde. Ob Putin davon wusste, spielte für die Maßnahme keine Rolle.
Im Fall Kashoggi ist die Tötung durch saudische Geheimdienstler bewiesen.
Und wie reagiert die Gemeinschaft der "westlichen Werte" hier?

So schnell, wie angesichts dieser Heuchlerich kotzen möchte, kann ich gar nicht essen!

Das meint die Kanzlerin nicht wirklich so!

Wenn es die Kanzlerin und die Bundesregierung ernst meinen, darf die BRD vorläufig nie wieder mit Saudi-Arabien Geschäfte verrichten!
Ich bin gespannt auf die Ausreden, wenn in wenigen Wochen die Geschäfte weiter verrichtet werden, als wäre nichts gewesen.

Ob das Thema auch so hoch

Ob das Thema auch so hoch gekocht worden wäre, wenn das Opfer kein bekannt gemachter Journalist gewesen wäre? Ich glaube kaum, denn man kann davon ausgehen, dass solche Aktionen und das bestimmt nicht nur bei diesen Saudis, so oder ähnlich schon öfters abgelaufen ist.

kurz gezuckt

"Kanzlerin Merkels Ankündigung, vorerst keine weiteren Rüstungsexporte nach Saudi-Arabien zu wollen, sei "beruhigend", kommentieren deutsche Zeitungen."

Wenn der Fall aufgeklärt und ein wenig Zeit ins Land verstrichen ist, wird Merkel die erste sein, die weitere Waffenlieferungen dorthin erlaubt.

Der jetztige Foltermord macht die Brutalität Saudi Arabiens, die es ja schon immer gibt (z.B. Jemen), nur so offensichtlich, daß selbst Merkel kurz zucken muß. Das aber auch nur für die Presse.

Man stelle sich vor, das alles wäre in der russ. Botschaft passiert.

@Caligula19, um 09:28

Was hacken Sie auf Herrn Seibert herum?
Glauben Sie, dass er sich einfach ein Mikrofon nehmen und “Stellung beziehen“ könnte? Täte er das, wären seine Tage als Reg.sprecher gezählt.
Seine Chefin ist Ihr Ansprechpartner, er ist nur deren Sprachrohr.

@ Dann aber dachte ich: 8:40 von frosthorn

"nö, es hätte gar keinen Aufschrei gegeben."

Hätte? Hat!
Genau das ist erst vor kurzem im Yemen passiert.
Ein Kleinbus mit Schulkindern wurde bombardiert.
https://www.tagesschau.de/ausland/schulbus-jemen-103.html
Der Aufschrei war kurz und relativ leise.

Aber der Fall Kashoggi liegt tiefer.
Die Prominenz hat da nur am Rande mit zu tun.
Einfach mal googeln wer der Onkel des Getöteten war. (Adnan Kashoggi)
Daher hatte Jamal noch exzellentes 'Herrschaftswissen'
und Verbindungen in diese Kreise.
www.welt.de/politik/ausland/article182066232/Naher-Osten-Bei-Khashoggi-g...
kurz: https://is.gd/ZEys0g

Öttinger und Maas fast auf gleicher Linie

beides Meister im Abwarten und Vermeiden klarer Aussagen.Selbst im Falle eines derartigen Verbrechens.Öttinger allerdings wieder mal besonders schlimm.Wer nimmt diesen Mann endlich mal aus der Politik?Der ist sich ja für fast Nichts zu schade.

Strohfeuer und Pflichtübung

Das lustvolle Einmischen und Empören deutscher Politiker in und über fremde Angelegenheiten soll unsere moralische Überlegenheit demonstrieren.
Besonders wenn es darum geht, die Vorteile des demokratischen Systems anschaulich zu machen.

Doppelstandards?

Saudi-Arabien war schon immer ein brutaler Staat, der missliebige Personen im Gefängnis entsorgte und diese auch gerne köpfen liess. Es ist mir schleierhaft, warum die Staatengemeinschaft nun so heuchlerisch von Doppelstandards spricht und als Gipfel dieser Heuchelei SA in der UNO Menschenrechtsrat berufen hat! Nur zu gerne wollte der "Wertewesten" die Befreiung der Frau (darüber kann man als Frau wirklich nur lachen!) in SA feiern und man sah grosszügig darüber hinweg, dass die Frauen weiterhin Eigentum ihres Mannes oder Vaters sind und der mit ihnen verfahren kann, wie er will, inkl. Tod.

Der Fall Kashoggi zeigt eines: die absolute Verlogenheit des Westens. Ich wohne im Nahen Osten und höre mir seit Jahrzenten an, wie wenig glaubhaft der Westen in all diesen Dingen ist und als könnten wir es nicht besser, haben wir bewiesen, dass es so ist! Welche Schande, auch für Deutschland, wo Arbeitsplätze für Mordgeräte wichtiger sind als Menschenleben!

09:53 von Tada

«Das Problem ist, dass die Saudis in der Türkei gemordet haben - die haben sich quasi mit dem Hinterteil in das größte Fettnäpfchen gesetzt.»

Das eklatant Außergewöhnliche an dem Fall ist, dass der Mord in einem Konsulat Saudi-Arabiens geschah. Das Land, in dem es sich befindet, ist von untergeordneter Bedeutung.

Ich kann mich an keinen ähnlich gelagerten Fall erinnern, seit ich politisch denke (Anfang der 1980-er).

Auch ist es ja wohl noch völlig ungeklärt, wo der Leichnam abgeblieben ist. Zerstückelt? Wie von wem aus dem Konsulat geschafft? Wohin gebracht?

"Das Ganze hat schon eine besondere Qualität."
Eine mit einem sehr bitteren Geschmack.

Äußerst erstaunlich & befremdlich.
Mit welcher Dreistigkeit Saudi-Arabien hier agiert.
Eines der unsympathischsten Länder der Erde.
Wenn nicht DAS unsympathischste.

Es gilt, klug zu überlegen, wie man "den Saudis" so vor das Schienbein tritt, dass es so richtig arg so richtig lange weh tut. Andererseits aber "nicht über zu reagieren" …

@ toberorwhat, um 10:17

Sie nehmen mir das Tippen ab - gerade wollte ich sinngemäß Dasselbe schreiben.

Politik auf den Prüfstand!

Das ist es, um was es eigentlich geht oder gehen sollte in diesen ungewissen Zeiten.

Nicht nur die politischen Verhältnisse vieler Staaten zu Saudi Arabien und das Saudiland selbst sollten einem Prüfstand unterliegen, sondern insgesamt leben wir in einer Zeit und erleben wir deshalb, wie durch Unachsamkeit und falsches oder schlechtes politisches Handling, durch unangemessenes Walten, die Fundamente und die Strukturen demokratisch geführter Staaten gefährlich bedroht sind und es nun so aussieht als würden ihre Verwalter ihre Protagonisten auf eine sehr harte Probe gestellt und was bleibt ihnen am Ende anderes als sich dem Willen und Wünschen der Bürger ihrer Länder zu beugen, diesen vernünftigen Mehrheiten der Strasse, welche an erster Stelle so wie man es jetzt schon langsam erkennen kann , für mehr Zusammenhalt und mehr Gerechtigkeit und Demokratie und ein besseres Klima werben und dafür demonstrieren und diese, so wie es auch aussieht, einzuforderen bereit sind und dies mit Recht.

In Arabien, rollen Köpfe,

In Arabien, rollen Köpfe, Hände werden abgehackt, Frauen haben beinahe keinerlei rechte, Jemen wird zerbombt und unschuldige Zivilisten werden 1000 fach umgebracht.
Ich wünsche mir, der Fall Khashoggi das letzte Tropfen im Glas war.

re d483573: Zwei Sachen

„Aber sobald mal ein Journalist ermordet wird ist die Aufregung gigantisch.
Diese Doppelmoral seitens der Politik und Medien finde ich extrem befremdlich...“

Ich würde das nicht „Doppelmoral“ nennen, eher eine „doppelte Moral“. Weil es sich um zwei getrennte und nicht widerstrebende Aspekte handelt.
Humanitär darf tatsächlich nicht zwischen Menschen unterschieden werden und es wird in der Tat viel zu viel weggeschaut. Überall!

Was aber die Verfolgung von Journalisten angeht: Hier geht es neben der Humanität um die Grundpfeiler einer demokratischen Gesellschaft. Genau deshalb sind diese ja auch im Fadenkreuz autokratischer Regime, Oligarchen und Mafiosi.
Sich hiergegen aufzulehnen ist nicht nur moralisch geboten, es ist politische und gesellschaftliche und schließlich persönliche Selbstverteidigung.

Der Vorwurf der „Doppelmoral“ wird da schnell zum Instrument einer Relativierung, von der vor allem Diejenigen profitieren, die ünerhaupt keine Moral besitzen.

@nie wieder spd, 10:44

Wenn es die Kanzlerin und die Bundesregierung ernst meinen, darf die BRD vorläufig nie wieder mit Saudi-Arabien Geschäfte verrichten!
Ich bin gespannt auf die Ausreden, wenn in wenigen Wochen die Geschäfte weiter verrichtet werden, als wäre nichts gewesen.

Jau, die bösen Politiker. Ich erzähl Ihnen mal was.
Vor ein paar Jahren hat Sigmar Gabriel, damals noch Wirtschaftsminister, angekündigt, den Waffenexport massiv einzuschränken. Und wissen Sie, wer als erstes reagiert hat? Die Betriebsräte von Heckler&Koch und Krauss-Maffei. Sie haben ihm einen empörten Brief geschrieben, dass er das, im Interesse der Arbeitsplätze, gefälligst lassen soll. Wohlgemerkt, deutsche Arbeitnehmer-Vertreter. Die haben nämlich keine anderen "Werte" als unsere Politiker auch.

Dann sollte D halt einfach

Dann sollte D halt einfach keine Rüstungsgüter mehr exportieren. Arbeitsplatz- Argument? Wo Panzer hergestellt werden können, kann auch etwas anderes fabriziert werden. Naive Ansicht? Nö. Ist das gleiche wie mit der Energiewende. Kein Problem der technischen Machbarkeit, sondern des politischen Willens.

Zeit zu Handeln

"Westliche Politikerinnen und Politiker können nicht einfach weitermachen wie bisher, weil zu viele Bürgerinnen und Bürger angewidert sind von der Bluttat des Königreichs"

Genauso ist es. Diese Tatsache ist bei vielen Politikern/-innen aber offenbar noch nicht "angekommen".

Oder, viel schlimmer noch, sie glauben, es sich leisten zu können, das zu ignorieren. Weil sie denken, dass die Bürger "ja doch nichts machen können".

Das Problem dabei ist, dass viele Bürger das leider auch denken.

Würde so etwas wie die Art der Ermordung Khashoggis...

...in einem Fernsehkrimi gezeigt, würde man den Film vielleicht interessiert, jedoch als völlig realitätsfern, betrachten. Kreiiert in einem phantasievollen Hirn.
Manchmal ist die Realität noch weitaus “kreativer“.
Die Frage:
Sind die Saudis sich ihrer Macht so sicher, dass sie glauben, so etwas vor den wachsamen Augen der Welt durchziehen zu können, ohne Konsequenzen fürchten zu müssen?
Das wird man in den nächsten Tagen sehen, und ich hoffe, die Presse wird ganz dicht dranbleiben; sie ist hier das notwendige und wirksamste Korrektiv für Wirtschaft und Politik.

Unfassbar

Nachdem die Waffen geliefert wurden, verkündet die Kanzlerin erst jetzt ein Exportverbot.

Seien wir mal ehrlich, die Saudis sind auch nachweislich schuld an dem Aufstieg der IS und dennoch geschah 2014 nichts.

Außenminister Maas fordert

Außenminister Maas fordert vom ersten Tag an Aufklärung und hat sich klar für einen Rüstungsexportstop ausgesprochen; das scheinen einige der notorischen Maas-Kritiker*innen nicht wahrgenommen zu haben. Kann man ganz leicht nachlesen.

Kommentare zum Fall Khashoggi:Darf man so ein Regime hofieren,Ne

Aber auf Sanktionen gegen Saudi-Arabien von Seiten Deutschlands und der EU,da wird man warten können bis es schwarz schneit.
Merkel und Seibert halten sich spürbar zurück.Letzterer eierte auf Nachfrage auf seiner Pressekonferenz herum.
Also zählen doch Geschäftsinteressen mehr als anderes.

Heuchelei^3

Wer, wie Deutschland Waffenexporte faktisch als Teil seiner ganz normalen Exportwirtschaft sieht und daher auch in Krisengebiete Waffen liefert, der kann ich solchen Momenten echte Empörung nur heucheln.
PS: Mit täte niemand leid, der seine Arbeit in der Rüstungsindustrie verlieren würde, wenn man die Rüstungsexporte auf 0 bringen würde. Niemand ist gezwungen sein Geld mit dem Tot unschuldiger zu verdienen!

Ich verstehe den ganzen

Ich verstehe den ganzen Rummel um eine Person nicht. Klar, jeder Tote ist einer zuviel. ABER im Jemen werden jeden Tag Menschen von den Saudis getötet. WO bleibt hier der Aufschrei? Unsere Politiker waren, sind und bleiben unglaubwürdig. Hauptsache Geld kommt für Waffen.

Bravo!

frosthorn schrieb:
"Ich würde das nicht „Doppelmoral“ nennen, eher eine „doppelte Moral“. Weil es sich um zwei getrennte und nicht widerstrebende Aspekte handelt.
Humanitär darf tatsächlich nicht zwischen Menschen unterschieden werden und es wird in der Tat viel zu viel weggeschaut. Überall!
Was aber die Verfolgung von Journalisten angeht: Hier geht es neben der Humanität um die Grundpfeiler einer demokratischen Gesellschaft. Genau deshalb sind diese ja auch im Fadenkreuz autokratischer Regime, Oligarchen und Mafiosi.
Sich hiergegen aufzulehnen ist nicht nur moralisch geboten, es ist politische und gesellschaftliche und schließlich persönliche Selbstverteidigung.
Der Vorwurf der „Doppelmoral“ wird da schnell zum Instrument einer Relativierung, von der vor allem Diejenigen profitieren, die überhaupt keine Moral besitzen."

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Sehe ich ganz genauso. Danke für Ihren (gewohnt) weisen Kommentar!

@ S1

"denn das Geld juckt in den Fingern...dennoch möchte man gerade diese noch behalten ..." Am 22. Oktober 2018 um 11:02 von S1

Zumal man sich nun nie sicher sein kann. Da reicht man den saudischen Geschäftspartnern den kleinen Finger und schwupp, ist die ganze Hand weg.

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