Ihre Meinung zu: May sieht Brexit-Abkommen "zu 95 Prozent fertig"

22. Oktober 2018 - 6:36 Uhr

Die Frage der künftigen Grenze zwischen Irland und Nordirland ist ungelöst. Ansonsten hält die britische Premierministerin May die Brexit-Gespräche mit der EU aber für weitgehend abgeschlossen.

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Kommentare

Was May sieht sehen andere noch lange nicht

Ich bleibe weiterhin dabei -> England wird die EU nicht verlassen. Das Drama, welches sich in den nächsten 5 Monaten deshalb in England noch abspielen wird, wird wohl interessant zu beobachten. Es wird zu einer weiteren Volksabstimmung kommen. Ansonsten wird es auf der Insel sehr viel Unruhe geben.
Zudem fehlt mir ein Aspekt in der EU, welcher dringend aufgegriffen und einer Klärung zugeführt werden sollte: wann kann ein ausgetretenes Land wieder in die EU eintreten?
Da hätte ich eine klare Meinung/Ansage dazu: wer raus ist, ist raus und das mindestens für die nächsten 10 - 20 Jahre.
Sollten die Engländer diesen Wahnsinn wirklich durchziehen, werden sie sehr schnell wieder anklopfen und wohl einfach wieder in die EU schlüpfen wollen. Das sollte unterbunden werden - kein Rein-Raus-Tourismus mit und in der EU!

Wer bestimmt über die Modalitäten?

Hat Frau May die Hoheit über den Brexit oder die Mehrheit der Europäer?
Das Europaparlament muss auch mal Stärke zeigen.
Es gibt nicht immer "einvernehmliche" Lösungen. Auch wenn es auf der europäischen Seite schmerzhaft sein wird. "Herumeiern" hilft niemand.

soso zu 95% also

Selbst wenn es 99% wären... wenn das eine % die Grenzfrage in Irland ist, dann wird das Abkommen nicht zu Stande kommen.

Selbst wenn sich Merkel und Marcon als die großen Löwen Europas damit aus Pragmatismus abfinden könnten... die Republik Irland wird dem niemals zustimmen.

Da die EU in solch wichtigen Fragen ein Einstimmigkeitsprinzip hat, kann Irland dann fröhlich Blockieren.

Mit Frau May möchte ich nicht tauschen, ihr Vorgänger Cameron hat die Insel an den Abgrund geführt, sich vom Acker gemacht und überlässt es Ihr nun die Lemminge über die Klippe zu schubsen.

Ich hoffe wirklich, das sich das Parlament in London im klaren darüber ist, dass sie als absolutes Negativbeispiel in die Geschichte eingehen werden, wenn durch ihr Unvermögen und ihre Unversöhnlichkeit der Bürgerkrieg nach Irland zurückkehrt... und dies ist bei einer harten inneririschen Grenze leider absolut möglich.

Die bittere Ironie des Brexit

Die bittere Ironie des Brexit ist, dass der offizielle Grund für den Ausstieg ist, dass man "die Kontrolle über die eigenen Grenzen wieder herstellen" möchte... während man dies aber der EU streitig machen möchte.
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Mal wieder Rosinenpickerei.
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"Wir wollen unsere Grenze selbst kontrollieren, aber auf Irland soll das die böse, böse EU das nicht dürfen. "
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Nur jetzt hat das Königreich aber keine Verhandlungsmasse... das Königreich kann nichts blockieren oder aussitzen und muss alleine Einigkeit mit 27 EU-Mitgliedern erzielen... 27 Mitglieder, die ihre eigenen Interessen haben, inkl. einiger, die noch ein paar "offene Rechnungen" haben.
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Die Zeit läuft vor allem GEGEN das Königreich. Da helfen auch keine schönen Reden.

Frau May wird wohl nachgeben müssen,

weil im Hintergrund die Wirtschaftsbosse Druck machen.
Diese haben gewarnt, dass man bereits jetzt Maßnahmen bei einem ungeordneten Ausstieg bis Weihnachten beginnen werde: Jobabbau, Betriebsverlagerungen auf das Festland und weitere Maßnahmen, die vor allen Dingen die Bevölkerung von GB sehr treffen werden. Das kann nicht im Sinne der britischen Regierung sein. Man stelle sich vor: die Autoindustrie schliesst Werke in GB, der Finanzplatz London wird von den Banken aufgegeben, britische Fluggesellschaften dürften nicht mehr in den EU-Ländern landen/starten.
Da kann man nur sagen: gute Nacht liebe Inselbewohner.

@StartToThink

sollte es ein 2. Referendum geben, dann wird die Mehrheit für remain stimmen.

Wenn ich die Statistiken und Umfragen richtig im Kopf habe sind es mittlerweile fast 70%.

Zum Brexit ist es mMn nur gekommen, weil die britischen Bürger vor dem Brexit einfach furchtbar schlecht informiert waren.

Ich habe mir den Brexit Wahlzettel mal angesehen...

Man musste sich die unnötig umständlichen Formulierungen schon 5-10 mal durchlesen um nicht aus Versehen für den Austritt zu stimmen.

Zum Thema Sperrzeit stimme ich ihnen zu, allerdings würde ich sie auf 5 Jahre setzen, das tut schon weh genug.

An der Stelle von Nordirland und Schottland (Beide hatten 70-80% remain) würde ich nun richtig Druck machen.

Die Nordirland frage wäre zum Beispiel sofort gelöst wenn eine irische Wiedervereinigung statt fände.

Für Schottland wäre es wohl etwas schwerer... aber ich bin sicher sie erfüllen alle EU-Normen und dürften zügig als eigenständiges Land wieder eintreten.

@Deeskalator 8:13 Wieso sollte der Bügerkrieg zurückkehren?

Extremreligiöse Gemüter sind am Aussterben.
Man könnte aber, des Zusammengehörigkeitsgefühls zuliebe, den Iren und Nordiren einen jeweiligen Doppelpaß zugestehen. Genau so wie es die Südtiroler mit Österreich wollen.
Dem könnten Bevorzugungen über die Grenze hinweg zugeordnet werden.

95% fertig?

Aus meiner Arbeit als Immobilienmakler weiß ich: Wenn nicht alles klar ist, ist gar nichts klar.
eine Einigung kann dann immer noch scheitern und die 95% gehen in die Tonne.

Zu 95% ist auch eine 100 m lange...

...Autobahnbrücke fertig, wenn in der Mitte nur noch ein 5 m langes Teilstück fehlt.

Der Streitpunkt in Nordirland war nicht die Grenze

sonden die Differenzen zwischen verschiedenen Bevölkerungsgruppen. Die Einen wollen zu Britannien gehören, die Anderen zu Irland. Dazu gibt es religiöse Unterschiede (Katholiken, Anglikaner).Unruhestifter waren die Irlandanhänger. Sie wurden durch das Karfreitagsabkommen befriedet, indem sie die Möglichkeit eines Irlandpasses, eine engere Zusammenarbeit mit Irland, Amnestie gegen Entwaffnung, die Möglichkeit bei Mehrheitswunsch der Bevölkerung zur Wiedervereinigung mit Irland bekamen. Mit dem Northern Ireland Act in Ergänzung durch das St Andrews Agreement hat Britannien schon politischen Sonderregelungen in Nordirland zugestimmt. Deshalb ist es unlogisch für Britannien, einer wirtschaftlichen Politikregelung einer Zollgrenze zwischen Nordirland und Restbritannien im Falle eines EU-Austritts nicht zuzustimmen und so den politischen Befriedungszustand Nordirlands zu gefährden.

Wie ist die Reaktion der Premierministerin?

Da gab es doch am Wochenende eine große Demo in London für eine erneute Abstimmung über den Brexit.
Ich lese nichts über eine diesbezügliche Reaktion von Frau May. Wollte sie an ihrem fertigen Redemanuskript nichts mehr ändern? Sie wird die Demo doch nicht einfach ignorieren können.

Aber das Nord-Irland Problem ist nicht gelöst

Ich denke, wenn May in der Irland-Frage nicht auf die EU zugeht, wird es kein Abkommen geben. Die Argumentation von Frau May bezgl. der Nord-Irland Problematik halte ich sowieso für haarsträubend. Vielleicht sollte sie einmal die Meinung eines Iren - siehe den Kommentar von Fintan O'Toole im Guardian:

https://www.theguardian.com/commentisfree/2018/oct/19/brexiters-theresa-...

lesen.

Bin gespannt

Ich kann mir einfach nicht vorstellen, wie es funktionieren soll, wenn die Grenz- und Zollregelungen an 2 verschiedenen Enden eines Landes unterschiedlich sind.
Wie will man es regeln, dass in Dover streng kontrolliert wird und GB eigene Zölle erhebt, während in Nordirland die grüne Grenze beibehalten wird? Da muss man sich schon eine sehr trickreiche Regelung einfallen lassen, damit ein EU-Betrieb seine Waren nicht über Irland ins Königreich bringt, anstatt über Dover. Es gibt bestimmt Produkte, bei denen sich der Unterschied lohnt.
Aber vermutlich wird wieder am letzten möglichen Termin in einer dramatischen Nachtsitzung in Brüssel eine Regelung beschlossen, deren Hintertürchen im Alltag sich erst im Laufe der folgenden Jahre zeigen, wenn sich die Aufregung gelegt hat.

Kann es sein

das keiner meiner Vorredner gestern Abend Anne Will gesehen hat? Sollte man tun. Vielleicht erkennt man dann die Probleme der EU.

EU ringt um Reaktion auf Kashoggis Tod

Die Warnung Öttingers vor "übereilten" Reaktionen soll wohl heißen, erst mal abzuwarten bis der Sturm sich gelegt hat und etwas Gras über die Sache gewachsen ist. Dann wird es mit business as usual schon weitergehen. Vom Cheflobbyisten aus Baden-Württemberg (Heckler&Koch u.a.) war diese Reaktion zu erwarten. Wenn die EU ihre Glaubwürdigkeit nicht vollends verspielen will, ist Beschwichtigung hier fehl am Platz. Was Sanktionen angeht, stelle man sich vor, Russland, Syrien oder der Iran hätten ein solches Verbrechen begangen. Da würden dann wohl andere Maßstäbe angesetzt. Übereilt wären scharfe Reaktionen schon deshalb nicht, da der Mord inzwischen feststeht und lediglich noch einige Details zu klären sind. Den Mord öffentlich in Zweifel zu ziehen (wie es auch Trump macht), hieße letztlich, die Räuberpistole Saudi Arabiens vom "Faustkampf" oder "Unfall" als glaubwürdig zu verkaufen.

Was ist an dieser blöden

Was ist an dieser blöden Nordirland Grenze so besonders? ort treffen lediglich zwei völlig verschiedene Länder, eines der EU und ein Drittland, aufeinander.
Also ähnlich der Situation in Süddeutschland, wo Deutschland an die Schweiz grenzt. Oder In Polen, das an Weißrussland grenzt. Gibt es dort "weiche" Grenzen? Warum will also England so etwas unbedingt haben?
Nur eine "feste" Grenze bringt etwas. Nämlich eine Überlegung der Nordiren, ob sie weiter in GB bleiben wollen, oder sich wieder ihrem Stammland Irland anschließen wollen. Solche Überlegungen werden in Schottland auch wieder kommen. Dann hat England selbst eine solche feste grenze.

Die Probleme in Nordirland sind viel alltäglicher

Kürzlich las ich einen Bericht über irische und nordirische Landwirte.

Viele besitzen Felder auf beiden Seiten der Grenze. Sie fragen sich jetzt wie das in Zukunft funktionieren soll, wenn es zu einem harten Brexit kommt.

Wenn z.B. Saatgut über die Grenze und später die Ernte wieder zurück gebracht werden muss oder wenn Tiere auf eine Weide auf der anderen Seite der Grenze transportiert werden sollen?

Bisher gibt es dazu nicht mal einen Lösungsansatz.

@Paule2

Ja, ein Doppelpass wäre absolut eine Möglichkeit, aber was bringt das?

Es wären trotzdem Mauern und Schlagbäume mitten in Irland.

Man müsste trotzdem jedes mal durch eine Passkontrolle.
Es würden trotzdem horrende Zölle fällig.
Je nach produktgruppe zwischen 15-50%, wenn es kein Abkommen gibt.

Und ja, untern den jungen Leuten, die maßgeblich nach dem Karfreitagsabkommen gelebt haben gibt es kaum Hardliner.

Aber unter den Älteren gibt es viele ehemalige IRA-Angehörige.
Außerdem war schon bei denen religiöser Eifer eher sekundär, die meiste Spannung war politisch-militärisch.

Alleine die Tatsache das die EU bei diesem Punkt stahlhart bleibt lässt tief blicken, denn normalerweise schmeißt sie ja eher mit Zugeständnissen um sich.

08:35 von Deeskalator

>>Die Nordirland frage wäre zum Beispiel sofort gelöst wenn eine irische Wiedervereinigung statt fände.
Für Schottland wäre es wohl etwas schwerer...<<

Die Briten werden niemals Nord-Irland aufgeben. Der Konflikt hat in der Vergangenheit schon so viele Opfer gefordert, auch das hat die Briten nicht zum nachgeben bewegt.
Und der Hadrianswall lässt sich auch nicht realisieren (Ironie aus).

@09:22 von Deeskalator

Alleine die Tatsache das die EU bei diesem Punkt stahlhart bleibt lässt tief blicken, denn normalerweise schmeißt sie ja eher mit Zugeständnissen um sich.

Wenn Sie die Grenze offen halten, kann in Zukunft JEDER die Handelsbestimmungen mit der EU über Nordirland umgehen.

Na wenn 95 Prozent

fertig sind, dann kann es doch endlich losgehen. Damit das mal ein Ende hat, und man sieht ob es gut oder schlecht für das Land ist. In 10 Jahren wird abgerechnet und sichtbar wer in die Zukunft geschaut hat.

@ 09:15 von GeMe

Was für Probleme......
.
"Viele besitzen Felder auf beiden Seiten der Grenze. Sie fragen sich jetzt wie das in Zukunft funktionieren soll, wenn es zu einem harten Brexit kommt.
Wenn z.B. Saatgut über die Grenze und später die Ernte wieder zurück gebracht werden muss oder wenn Tiere auf eine Weide auf der anderen Seite der Grenze transportiert werden sollen?"
.
Ich habe da einen Lösungsansatz: Auf einen LKW verladen und über die Grenze transportieren?
.
Wie schaffen das alle EU-Staaten mit einer Außengrenze?
Wie schafft das bloß mein Betrieb mit den Niederlassungen im Ausland? Türkei, Russland, Israel......
.
Man kann auch künstliche Probleme konstruieren.
Grenze, Schlagbaum, fertig!
Ich glaube selbst die Grenzbeamten werden ihre lokalen Bauern kennen. Und dass ein Traktor keine Zigaretten oder Uran schmuggelt..
Ist mir vollkommen unverständlich, wo da ein Problem liegen soll.

@09:58 von wenigfahrer

Na wenn 95 Prozent fertig sind, dann kann es doch endlich losgehen.

Haben Sie schon mal einen Vertrag unterschrieben, der nicht zu 100% fertig war?

Die Grenz-Problematik ist immer noch brisant

Die EU hat den Nordirland-Konflikt befriedet, nachdem UK jahrzehntelang nicht willens und in der Lage war, das Problem akzeptabel zu lösen. Lediglich Gewalt war deren Reaktionsschema. An die Belfast-Berichte und -Anschläge kann ich mich noch gut erinnern. Beigelegt ist der Konflikt nicht - nach wie vor gibt es noch Mauer in Belfast und Tore, die nachts geschlossen werden !? Es MUSS in diesen Brexit eine vernünftige Lösung des Konflikts geschrieben werden. Keine Grenze ist die beste Konflikt-Lösung! Wer frei reisen kann, schottet sich nicht ab!

2. Referendum hin oder her

Was soll ein zweites Referendum bitte bringen?
Der Austritt aus der EU wurde gestellt und meines Wissens gibt es keine Regelung, welche diesen Prozess stoppen kann.
Selbst wenn 100% der Briten für einen Verbleib in der EU stimmen würden, sind der britischen Regierung die Hände gebunden. Man könnte nur angekrochen kommen und bitten einen Präzidenzfall zu schaffen, der einen Ausstieg aus dem Ausstieg ermöglicht.
Aber das würde die Briten für zukünftige Angelegenheiten in eine seeehr schwache Position bewegen.
Dann könnte es im EU-Parlament Aussagen ala: "Was wollt ihr machen? Einen Brexit 2.0 anstreben?"
.
Ebenso haben die britischen Medien und die Regierung über Jahre hinaus ihre Glaubwürdigkeit national wie international verloren.

@Walter2929

Natürlich werden die Briten nicht nachgeben.
Ich sagte nur, für die betroffenen Menschen wäre die Wiedervereinigung der einfachste und erfreulichste weg auf den Brexit zu reagieren.

Leider wird dies nur dann passieren, wenn GB so sehr verarmt durch unglückliche Pos-Brexit-Politik, dass sie Nordirland an Irland verkaufen müssen... und ich bezweifle, dass dies passiert.

@cowboy8

wenn ich sie richtig verstehe, dann sind sie gegen eine Lösung der inneririschen Grenzfrage, weil so ein Einfallstor für GB in die EU geschaffen wäre, so wie es Kreta de fakto für China ist?

Die Grenze soll ja nicht bedingungslos offen gehalten werden.
Eine Vieldiskutierte Möglichkeit ist es, die harte Grenze von der Nordirland-Irlandgrenze auf die Meeresgrenze Irland-England zurückzuverlegen.

So würden die Zoll und Grenzfragen am Hafen geklärt und nicht im Inland.

Wenn sie so wollen wäre Nordirland somit eine Art Enklave.
Die einzigen Britischen Güter die dann mehr oder weniger unkontrolliert in die EU kommen könnten, wären die in NI produzierten.

Aber all das kann nur mit einem Abkommen passieren.

Spielverzögerung!

Es sei ihren Parteifreunden frei gestellt durch eine Absetzung die Unterschrift unter den Brexitvertrag zu verschieben.
Die Brieten wollen den harten Brexit.
Vor allem Deutschland und Frankreich würden wirtschaftlich darunter leiden.

Ich bin für einen harten Brexit!
Die Karten (Verträge) sollen neu gemischt werden. In bederseitigem Respekt und auf Augenhöhe.

@10:03 von NeutraleWelt

Ich habe da einen Lösungsansatz: Auf einen LKW verladen und über die Grenze transportieren?

Das kann man schon machen, aber das Problem ist, dass landwirtschaftliche Im- und Exporte in und aus der EU eben Regelungen, Zöllen und Bestimmungen unterliegen. Und da GB gerne eigene und ggf. andere Bestimmungen und Zölle als die EU hätte kann der irische Bauer dann seine Tiere und Produkte nicht mehr so einfach über die Grenze fahren.
.
Wie schaffen das alle EU-Staaten mit einer Außengrenze?

In dem die Nicht-EU-Staaten entweder ein Abkommen mit der EU schließen und/oder sich den EU-Bestimmungen unterwerfen oder die Grenzkontrollen akzeptieren und die Zölle bezahlen. Was man in Irland offensichtlich vermeiden möchte.

@10:03 von NeutraleWelt: Was für Probleme......

Wenn es zum harten Brexit kommt, dann brauch der Bauer ein Visum, um auf sein Feld zu dürfen.

Für das Saatgut muss er eine Ausfuhrerklärung haben und für die Ernte eine Einfuhr beantragen. Jeweils werden ggf. Zölle fällig.

Entsprechendes gilt für Tiere, die auf die Weiden jenseits der Grenzen müssen.

Ist aber für die Bauern alles kein Problem, wie Sie schreiben.

Wir haben eine Niederlassung in der Schweiz, da ist es genauso. Jeder Artikel der von uns in die Schweiz geht oder von dort zu uns kommt, muss durch den Zoll.

Kürzlich hat ein Lieferant einen Musterartikel versehentlich in die Schweiz gesendet. Ein Kollge aus der Schweiz dachte, er können den einfach so mitbringen, kostete ja nichts.

An der CH-D Grenze sah ein Zöllner den Artikel auf dem Rücksitz. Daraufhin durfte der Kollege wegen Verdacht auf Warenschmuggel sein Auto komplett ausräumen.

Geschlossene Grenzen mit entsprechenden Kontrollen sind eine super Sache beim Warenverkehr.

Sehr witzig, Frau May.

Das bedeutet, dass alle Punkte, die durch Verhandlungen klärbar waren, nun geklärt sind (wenn das denn überhaupt stimmt).
Die Irland-Frage ist mit einem Brexit und einem Verbleib von Nordirland im UK aber nicht praktikabel lösbar, das war von vornherein klar. Da helfen auch 95% nix, wenn man für die restlichen 5% keine vernünftige Lösung herbekommt.

Wiedervereinigung

Die Lösung könnte so einfach sein: Das "Empire" müsste seine Kolonie Nord-Irland aufgeben. Das geteilte Land könnte sich wiedervereinigen. Die anglikanischen Nordiren wären dann halt jetzt unter irischer Herrschaft, statt der katholischen unter britischer. So what!?

Nur leider wird das, denke ich, nie passieren...

re mc-kay

"Was soll ein zweites Referendum bitte bringen?
Der Austritt aus der EU wurde gestellt und meines Wissens gibt es keine Regelung, welche diesen Prozess stoppen kann."

Gerade weil keine Regelung in den EU-Verträgen steht gibt es die Möglichkeit, einvernehmlich die Rücknahme der Austrittserklärung zu vereinbaren.

"Der Nachfrager"

"Vor allem Deutschland und Frankreich würden wirtschaftlich darunter leiden."
-
Das ist Blödsinn. Vor allem Deutschland würde von einem harten Brextit profitieren, weil es den Löwenanteil der von der Insel abwandernden Firmen (vor allem Finanz und Industrie) "aufnehmen" würde.
-
Auch Frankreich würde profitieren, da mit wiedereinführung der außschließlichen Wirtschaftszone, die Briten aus den Französischen Hoheitsgewässern verbannt würden.
Darüberhinaus würden einige japanische Autobauer (zB Nissan) Produktionsstandorte nach Frankreich verlegen.
-
Der große Verlierer werden die Niederlande sein. Wobei es hier wohlmöglich Kompensationseffekte gibt.

Viel zu komplex

Die irische Grenze zeigt es exemplarisch:
Die Abstimmung zum Brexit sollte allen gar zu lauten Befürwortern von Volksabstimmung gehörig zu denken geben.
Bei derart komplexen Sachverhalten ist es schlicht unmöglich für die einzelnen Bürger, die Folgen eines 'Ja' oder 'Nein' auch nur annähernd zu verstehen.
Die jeweils lautere und aktivere Populistengruppe wird jeden Plebiszit für sich entscheiden.
Hinterher wird dann wiederum die jeweilige Opposition solange ihre populistischen politischen Kurzfassungen verbreiten, bis es zur zweiten Abstimmung kommt; ad infinitum ...
Vielleicht sollte bei allem Politikverdruss einmal daran gedacht werden, dass wir letztendlich genau für diese Beschäftigung mit Entscheidungen, die über ein wie auch immer geartetes Bauchgefühl hinausgehen, unsere Politiker wählen (und abwählen) können.
Für Volksabstimmungen über weitreichende Entscheidungen ist 'das Volk' schlicht viel zu wenig informiert; das ist keine Nebenbeschäftigung mal so am Sonntagnachmittag.

Errinert mich an die Gründe

Errinert mich an die Gründe warum das CERN nicht gebaut werden sollte. Es würde "böse schwarze Löcher" produzieren, welche "die Erde verschlingen". Aber über solche Blödeleien spricht man ja nach der offensichtlichen Wiederlegung nicht mehr (aus irgendeinem Grund).

Jedenfalls war da ein "Wissenschaftler" der meinte: "Entweder entstehen schwarze Löcher oder nicht. Die Chance liegt also bei 50%". Nur die aller "simpelsten" unter uns glauben, dass Wahrscheinlichkeiten und Prozentrechnung so funktionieren. Wenn Frau May von quantitativ 95% der Issues spricht, die angeblich geregelt sind so halte ich auch dies für eine Misinformation, aber eine deftige. Abseits von der quantitativen Qualifizierungen, so ist diese Irland-Frage sicherlich komplex genug, um locker für mehr als 30% der Issues zu zählen die nicht geregelt sind, wenn nicht mehr.

Am 22. Oktober 2018 um 11:02

Am 22. Oktober 2018 um 11:02 von Der Nachfrager
Spielverzögerung!
Es sei ihren Parteifreunden frei gestellt durch eine Absetzung die Unterschrift unter den Brexitvertrag zu verschieben.
Die Brieten wollen den harten Brexit.

/// Woher wollen Sie das wissen ? ///

Vor allem Deutschland und Frankreich würden wirtschaftlich darunter leiden.

/// Das ist falsch. 50 % der Exporte GBs gehen in die EU. Lediglich 10% der EU Exporte nach GB ///

Ich bin für einen harten Brexit!
Die Karten (Verträge) sollen neu gemischt werden. In bederseitigem Respekt und auf Augenhöhe.

@ cowboy8

"Wenn Sie die Grenze offen halten, kann in Zukunft JEDER die Handelsbestimmungen mit der EU über Nordirland umgehen."
Das sehe ich ganz anders. Genau wie in Dover u. a. Häfen würden an der englischen Westküste alle Transport aus Irland und Nordirland zolltechnisch abgefertigt.
Da gibt´s keinen Raum für (legale) Trickserein.

@10:53 von Deeskalator

wenn ich sie richtig verstehe, dann sind sie gegen eine Lösung der inneririschen Grenzfrage, ...

Im Grunde bin ich gegen den Brexit. Und ich bin auch gegen innereuropäische Grenzen. Eine harte grenze innerhalb Irlands wäre so, also ob wir hier die Mauer wieder aufbauen. Das kann eigentlich niemand wollen.

Aber ganz ohne geht es eben auch nicht, sonst bestimmen GB-Handelsverträge de feato den Warenverkehr in die EU.

Eine Vieldiskutierte Möglichkeit ist es, die harte Grenze von der Nordirland-Irlandgrenze auf die Meeresgrenze Irland-England zurückzuverlegen.

Ja, das wollen die Briten aber nicht. Mir kommt es so vor, als wär den Damen und Herren in London die Irlandfrage grad egal. (Wir hatten das schon früher mit Gewalt gut im Griff, das schaffen wir in Zukunft so auch wieder.)

@ 11:07 von dr.bashir & 11:13 von GeMe

Gut, aber dann ist das so!
.
Wir können auch nicht verschiedene Produkte in die Schweiz liefern, weil es dort z.B. ganz andere Transportauflagen gibt.
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Aber was haben sich den die Briten gedacht?
Wir steigen jetzt aus, aber die Annehmlichkeiten wollen wir alle haben?
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Brexit ist nun mal Exit......
.
Ich mag Schottland, Wales, alles gut. Ich habe nichts gegen GB. Aber an den Haaren herbeigezogene Argumente punkten nicht.
Warenschmuggel in die Schweiz und die armen Nordirischen Bauern?
Mehr gibts da nicht an Argumenten?
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Jeder trifft in seinem Leben Entscheidungen. Ob die klug oder dumm waren weiß man erst immer später.
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Aber außer Bauern und Grenzkontrollen (haben wir dank Merkel-Politik jetzt sogar in der EU) habe ich noch kein wirkliches Argument gehört, was da so schwierig sein soll.
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Der Termin steht. Auf ausdrücklichen Wunsch von GB.
Und wenn da nix kommt, dann eben nicht.
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Lösungsvorschläge?

@rainer4528: Anne Will-Sendung über EU

Das Thema hat mich brennend interessiert, ich habe auch trotz Aversion begonnen, das anzusehen. Aber anhören konnte man‘s wieder mal nicht - das Durcheinander ist nicht zu ertragen. Eine Diskussions—Kultur ist das nicht, eher ein Schlag-Abtausch. Und die sog. Mideratorin macht genau das Gegenteil: Sie gießt Öl ins Feuer. Deshalb geht ihr Tipp leider ins Leere.

re neutralewelt

"Man kann auch künstliche Probleme konstruieren.
Grenze, Schlagbaum, fertig!"

Wenn es so einfach ginge wären die Verhandler vermutlich auch ohne Ihren Rat schon darauf gekommen ...

... apropos Sendung von Anne Will gestern Abend...

... stimme ihnen voll zu, das war eine der interessantesten, von aktuellen Sendungen über den Brexit und die EU seit langem... für Interessierte: siehe ARD Mediathek

re sepia

"Die Lösung könnte so einfach sein: Das "Empire" müsste seine Kolonie Nord-Irland aufgeben. Das geteilte Land könnte sich wiedervereinigen."

So einfach über die Köpfe der Betroffenen hinweg?

11:13 von GeMe

Die Grenzelinie auf der grünen Insel

Vor der Abstimmung haben die klugen Brexiteers über täglich Fantastillionen schwadroniert, die man nach dem Austritt aus der EU einsparen würde, um sie dem britischen Gesundheitssystem zuführen zu können.

Bewusst vorsätzliche Wählerverdummung. Heiße verpuffte Luft …

Von der Grenzfrage Nordirland / Irland sprach niemand.
Schlimmer noch: Es schien & scheint niemandem bewusst zu sein, welche Problematik das aufwirft. Den etwas Klügeren dämmert es wohl ganz allmählich …

In NI waren 56% gegen den Brexit.
In den Provinzen, die an Irland grenzen, bis zu knapp 70%.

Auch wenn ihr es selbst nicht wolltet:

«Nun, ihr nördlichen Iren, badet den planlosen Unfug halt aus.
Den wir euch blindlings-lauwarm eingelassen haben.

Und kommt uns schon gar nicht evtl. "mit dem Nordirland-Konflikt".
Der Befürchtung, er könne wieder aufflammen.
Nur weil wir euch wieder die Dörfer & Felder zerteilen.
Stellt euch gefälligst nicht an wie die Mimosen …!»

Der Brexit kommt!

Gut Ding will Weile haben. Daher ist es nur logisch, das der Brexit gut vorbereitet werden muß. In sofern klingen die Worte von der Premierministerin, das der Brexit zu 95 Prozent fertig ist, sehr beruhigend. Das britische Volk hat in der Mehrzahl für den Brexit gestimmt, und jetzt wird dieser auch vollzogen.

Das Eigentor der rechtspopulistischen Ukip Brexiteers

Wird die Irische und gegebenenfalls
auch noch die Schottische Grenze werden.

Man braucht nur ein One Way Ticket von einer billig Fluglinie nach Irland
(EU-Interne offene Grenze) und gehe zu Fuß nach Nordirland/England :-)

Für diese Flugtickets läßt es sich doch bestimmt schnell bei den Europäischen Alternativen Sponsoren finden :-)

re clappi

"Genau wie in Dover u. a. Häfen würden an der englischen Westküste alle Transport aus Irland und Nordirland zolltechnisch abgefertigt."

Das Dumme ist aber, dass es dafür keine Mehrheit im britischen Parlament gibt. Und May lehnt es auch ab.

@12:00 von clappi

Genau wie in Dover u. a. Häfen würden an der englischen Westküste alle Transport aus Irland und Nordirland zolltechnisch abgefertigt.

Ob die Briten Schiffe aus Irland "zolltechnisch abfertigen", spielt für uns keine Rolle. Fakt ist, dass wir keine Zollgrenze zwischen Irland und dem Festland haben und das auch nicht wollen.

Was einmal in Irland ist, ist in der EU und darf ohne weitere Einschränkungen in alle anderen EU-Länder transportiert werden.

May sieht Brexit-Abkommen zu 95 Prozent fertig...

Die EU versucht natürlich möglichst hart zu agieren.Sie weiß um den Zustand und die Widersprüche in der EU.Und möchte da mögliche Abgänger in Zukunft abschrecken.
Das kann aber auch nach hinten losgehen guckt man sich die Handelsbilanz Kontinent zu Grossbritannien oder auch Deutschlands zu GB an.Da wird mehr hin exportiert als umgekehrt.

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