Ihre Meinung zu: 50 Jahre Black-Power-Faust: Ein stummer Schrei nach Gerechtigkeit

16. Oktober 2018 - 9:49 Uhr

Es war ein Zeichen, das um die Welt ging: Die gereckte Faust in einem schwarzen Handschuh. Bei den Olympischen Spielen 1968 protestierten zwei Sprinter damit gegen Rassismus. Die Geste ist noch immer aktuell. Von Martina Buttler.

Artikel auf tagesschau.de
Bewertung:
5
Durchschnitt: 5 (4 votes)
Schlagwörter der Meldung:
Geo-Schlagwörter der Meldung:

Kommentare

Richtig so, alle Menschen

Richtig so, alle Menschen sind gleich. Auch wenn es manchen nicht so gefällt, so wie Herrn Trump, Mensch ist Mensch, egal welcher Herkunft oder seiner Hautfarbe.

das war 1968, vor "nur" 50 Jahren

das sollte man bedenken
wenn man mit dem Finger auf andere Nationen und Kulturen zeigt
wie vermeintlich rückständig die sind und das Fehlen von tatsächlichen
oder vermeintlichen Menschenrechten beklagt

Öffentlichkeit

Wer, wenn nicht Menschen, die in der Öffentlichkeit stehen und gesehen werden, soll auf Misstände hinweisen? Es ist ein gerne genutztes Argument, Menschen die Meinungsfähigkeit abzusprechen, weil sie "nur" Sportler, Wissenschaftler, Schüler, Priester oder sonstwer sind - ganz nach Gusto kann man sich da eine Gruppe heraussuchen. Unlängst hat Patrick Bahners von der FAZ sogar Historikern die Fähigkeit abgesprochen, aktuelle politische und gesellschaftliche Strömungen zu beurteilen

(http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/debatten/deutsche-historiker-stell...)

Nur, wenn keiner mehr etwas sagen darf, wer darf dann noch seine Meinung kund tun?

Den hehren Anspruch des Sports beim Wort genommen

Wie oft wird der Sport für seine angeblich völkerverbindende, Grenzen überwindende Kraft gepriesen. Damit wird bis heute auch eine ungeheure Geldmacherei gerechtfertigt.

Wenn dann allerdings zwei Männer kommen und diesen Anspruch auf Respekt und Gleichbehandlung ernst nehmen, wenn sie daraus Forderungen ableiten: Dann stören sie plötzlich die Harmonie.

Das wird dann empört als "respektlos" gegeißelt, gegenüber was-auch-immer: Der Olympischen Idee, der Nationalflagge etc. Da werden dann plötzlich rein symbolische Dinge geradezu heilig gesprochen und die Wut eskaliert.

Und alles nur, weil zwei Leute wagen, auszudrücken: Respekt und Gleichberechtigung sind hohe Ideale - nur, in der Praxis, beim einzelnen schwarzen Bürger kommt zuwenig davon an!

@Sisyphos3, 11:19

[...] und das Fehlen von tatsächlichen
oder vermeintlichen Menschenrechten beklagt

"Vermeintliche Menschenrechte". Der Neusprech ist wirklich ungeheuer kreativ.

Stört halt die Wirtschaft...

Olympia, Football, Fußball, das alles ist sowohl ein riesiges Geschäft, als auch eine gute Ablenkung von all der Ausbeutung, all dem Betrug, und dem Entstehen einer neuen Ständegesellschaft.

Das lassen sich die Funktionäre und Profiteure doch nicht kaputtmachen von Moral, Ethik oder Menschenrechten. Sportstars verdienen oft mehr pro Jahr als normale Menschen in ihrem ganzen Leben, dafür sollen sie gefälligst die Klappe halten und funktionieren, und brav dafür sorgen, dass die korrupten Funktionäre in einem Jahr mehr verdienen als Sportstars in *ihrem* ganzen Leben.

Leider unterstützen das viele "Fans" auch noch, und verbitten sich in ihrer bierseeligen kleinen Samstagnachmittagwelt mit ernsten Dingen 'belästigt' zu werden.

Die Benachteiligung der Afroamerikaner ist ebenso offensichtlich wie die Bevorzugung von Reichen; da ist es doch schön zu sehen, dass sich die reichen Sportstars solidarisch zeigen.
Oder zumindest einige von ihnen.

@ 12:32 von frosthorn

""Vermeintliche Menschenrechte". Der Neusprech ist wirklich ungeheuer kreativ."

Naja, vermeintliche Menschenrechte sind schon ein Problem.
So scheint z.B. die AfD regelmäßig zu glauben, das echte Menschenrecht auf Meinungs- und Redefreiheit würde auch das vermeintliche Menschenrecht auf Widerspruchsfreiheit beinhalten. Also.. wenn die etwas sagen, umgekehrt natürlich nicht.

Und ein erheblicher Teil der Autofahrer glaubt es gäbe ein Menschenrecht auf tempolimitfreies Fahren. "Freie Fahrt für freie Bürger". Ein vermeintliches Menschenrecht, das es übrigens nur noch in Deutschland, Afghanistan und Saudi-Arabien gibt.

Zivilcourage

Dies ist eines der wenigen historischen Beispiele für echte Zivilcourage, aus einer Zeit, in der die Gleichberechtigung von Menschen unterschiedlicher Hautfarben keine allgemein akzeptierte Grundlage des Zusammenlebens war.
.
Dies ist heutzutage bis auf wenige Ausnahmen glücklicherweise anders, und das verdanken wir den starken Charakteren von damals.

11:19, Sisyphos3

>>das war 1968, vor "nur" 50 Jahren
das sollte man bedenken
wenn man mit dem Finger auf andere Nationen und Kulturen zeigt
wie vermeintlich rückständig die sind und das Fehlen von tatsächlichen
oder vermeintlichen Menschenrechten beklagt<<

Ein wenig fassungslos macht mich Ihr merkwürdiger Relativierungsversuch schon.

Ich pflege seit 46 Jahren, damals habe ich Champion Jack Dupree kennengelernt, intensiven Kontakt ins "schwarze" Amerika.

Jack stammte aus New Orleans und lebte damals in Deutschland. Er hatte sich geschworen, nie wieder einen Fuß auf US-amerikanischen Boden zu setzen. Diesem Schwur wurde er erst kurz vor seinem Tode, in den späten 80ern, untreu und hat sich mit seiner Heimatstadt versöhnt. Ein Akt menschlicher Größe.

Aber wenn man solche Menschen nicht persönlich kennt, dann lässt es sich herrlich abstrakt über Nationen, Kulturen und vermeintliche Menschenrechte fabulieren.

@ 13:21 von Sehr-

"Was sind Menschenrechte?"

http://www.un.org/depts/german/menschenrechte/aemr.pdf

Wäre mal eine gute Diskussionsgrundlage. Natürlich kann man sich über Details streiten, aber es sollte klar sein, dass ein Recht auf Schutz vor Widerspruch kein Menschenrecht sein kann, weil es die Redefreiheit beeinträchtigen würde, und dass es keinerlei Grundlage gibt für ein Recht so schnell zu fahren wie man will. Auch dieses würde zudem durch ein Recht auf körperliche Unversehrtheit und Sicherheit aufgehoben.

"Auch China glaubt an seine Menschenrechte."

Nein, die Linie der chinesischen *Regierung* ist es, die überwiegend von westlichen Ländern definierten Menschenrechte als nicht zur chinesischen Kultur passend abzulehnen. Das ist natürlich genauso Propaganda wie die Behauptung der US-Regierung in den USA gäbe es keine Dikriminierung aufgrund der Hautfarbe, und wird von großen Teilen der chinesischen *Bevölkerung* etwas anders gesehen.

@Sehr-Gescheit, 13:30 re @Stefan T

Zu meiner Zeit hörte man die Black-Power-Bewegung in den Nachrichten um 20.00 Uhr. In einem Ohr rein, vom anderen Ohr raus. Vergessen!

Sie sind ja sehr überzeugt davon, dass ihr persönliches Unwissen und Ihr Desinteresse für alle anderen auch gilt bzw. galt. Also um hier noch mal @Stefan T recht zu geben: Auch ich habe diese Parolen mitgerufen und ich wusste ganz genau, wovon ich da rede. Und damit war ich ganz bestimmt nicht allein.

Nur ein paar Langhaarige haben Ho-Chi-Minh, Vietnam oder Black-Power gebrüllt, ohne den eigentlichen Hintergrund zu wissen.

Ich nehme Ihnen inzwischen ab, dass Sie, zumindest damals, keinen blassen Schimmer hatten, was sich hinter diesen Begriffen verbirgt. Aber, ob Sie's glauben oder nicht, andere schon. Sogar Kurzhaarige.

13:30, Sehr-Gescheit

>>Zu meiner Zeit hörte man die Black-Power-Bewegung in den Nachrichten um 20.00 Uhr. In einem Ohr rein, vom anderen Ohr raus. Vergessen!

Niemand hat sich was über die Black-Power-Bewegung geschert, nicht einmal die Politiker in Deutschland. Deutschland selbst hatte genug Probleme mit der Studentenbewegung. Die Zeit war halt mal so.

Nur ein paar Langhaarige haben Ho-Chi-Minh, Vietnam oder Black-Power gebrüllt, ohne den eigentlichen Hintergrund zu wissen. Sie haben gemeint, hierbei irgendwie avangardistisch auffallen zu müssen, ohne dabei was bewegt zu haben.<<

Sie scheinen ungefähr so alt wie ich zu sein. Ich habe den Verdacht, daß Sie von sich auf andere schließen. Ich jedenfalls habe damals die Bücher von Angela Davis, Bobby Seale und Eldridge Cleaver gelesen. Ich war gegen den Vietnamkrieg, aber Ho-Ho-Ho Tschi Min habe ich nie skandiert.

Lange Haare hatte ich natürlich.

Ich kannte damals Jungs, die so drauf waren wie offensichtlich Sie. Das waren nicht meine Kumpels.

@ 13:35 von fathaland slim

Ein bisschen neidisch bin ich natürlich schon auf Ihre Kontakte, die man als Musiker vermutlich leichter knüpft dnn als Ingenieur. Nötig um die Diskriminierung der Afroamerikaner zu erkennen sind sie aber nicht, dazu muss man nur mal verfolgen ws in den USA passiert.

Leider vermitteln oft nichtmal die Ö/Re die dazu nötigen Hintergrundinformationen.

Beispiel?
Als damals ein 12-Jähriger Schwarzer mit einer Spielzeugpistole in Ohio von der Polizei erschossen wurde, stellte man das hier so dar, als wäre das Herumlaufen mit Waffen bereits als Drohung oder Verbrechen zu werten, und als ginge es daher nur um das Alter des Jungen und die Echtheit der Pistole.

Nun ist aber Ohio ein "open carry state", also ein Bundesstaat, in dem das offene Tragen von Waffen erlaubt und üblich ist. Einfach mal googeln, es finden sich tausende Bilder auf denen Leute mit Sturmgewehren im Walmart einkaufen gehen. Keiner von denen wird von der Polizei erschossen. Naja, die sind allerdings auch alle weiß.

Am 16. Oktober 2018 um 13:35 von fathaland slim

"Ich pflege seit 46 Jahren, damals habe ich Champion Jack Dupree kennengelernt, intensiven Kontakt ins "schwarze" Amerika.
Jack stammte aus New Orleans und lebte damals in Deutschland. Er hatte sich geschworen, nie wieder einen Fuß auf US-amerikanischen Boden zu setzen. Diesem Schwur wurde er erst kurz vor seinem Tode, in den späten 80ern, untreu und hat sich mit seiner Heimatstadt versöhnt. Ein Akt menschlicher Größe."

Sie schreiben von einer Einzelperson, ich kenne genug Farbige aus den USA, die sich nicht mit dem Rassismus und der Ungleichbehandlung dort arrangieren können. Aber ich habe ja auch nicht nur Kontakt zu Künstlern.

ich fass es nicht, @fathaland slim

der gute alte Jack Dupree, von dem meine allererste (Mono-) LP stammt. Zusammengespart aus 10 Wochen Taschengeld.

Danke für die zwei ungewollten kleinen Tränen in meinen Augen.

@ 13:41 von frosthorn @Sehr-Gescheit, 13:30 re @Stefan T

"Nur ein paar Langhaarige haben Ho-Chi-Minh, Vietnam oder Black-Power gebrüllt, ohne den eigentlichen Hintergrund zu wissen."

Das "nur" ist natürlich grundfalsch, die meisten Protestierenden waren politisch interessiert, und werden ziemlich genau gewusst haben, wogegen sie protestierten.
Das ist auch heute der Fall. Diejenigen, die regelmäßig versuchen, Protestierende als "Querulaten" und "langhaarige Bombenleger" zu verunglimpfen (sehr beliebt heute auch: "Populisten") sind in aller Regel entweder Leute die von dem profitieren, gegen das gerade protestiert wird, oder eben Menschen mit dem Politikverständis des ausklingenden 19. Jahrhunderts.

Auf der anderen Seite... ein Fan von Mao *kann* man, wenn man nicht gerade mit Waffengewalt zum jubeln gezwungen wird, eigentlich nur sein wenn man nicht so genau weiß um was es geht. Und auch davon gab es damals einige hier...

@ 13:53 von Sehr-Vereinfacht

"Propaganda ist ein anderes Wort für Populismus."

Nein, ist es nicht. Propaganda ist ein altmodisches Wort für Public Relations, oder kurz PR.

Sie geht zwar irgendwie ungefähr in dieselbe Richtung wie Populismus, ist aber weit von einem Synonym entfernt.
Ein bisschen sprachliche Präzision ist da schon notwendig, so stark wie Sie sollte man es nicht vereinfachen.

13:46, bitterer Pille

>>Ein bisschen neidisch bin ich natürlich schon auf Ihre Kontakte, die man als Musiker vermutlich leichter knüpft dnn als Ingenieur.<<

Damals, als ich Jack kennenlernte, war ich sechzehn und mehr musikbegeistert als Musiker. Ich hatte noch nicht mal Abi. Jack war 62 und spielte im "Haus der Jugend" in Osnabrück. Er unterhielt sich gern mit jungen Leuten, denn er glaubte an eine bessere Welt. Wer sollte die schaffen, wenn nicht die Jungen?

>>Nötig um die Diskriminierung der Afroamerikaner zu erkennen sind sie aber nicht, dazu muss man nur mal verfolgen ws in den USA passiert.

Leider vermitteln oft nichtmal die Ö/Re die dazu nötigen Hintergrundinformationen.<<

Sie machen die ÖR schlechter, als sie sind. Die Berichterstattung beleuchtet natürlich nicht alle Hintergründe, aber wer Interesse für das Thema hat, der bekommt genügend Stichworte, um sich tiefergehend zu informieren.

13:51, ex_Bayerndödel

>>Sie schreiben von einer Einzelperson, ich kenne genug Farbige aus den USA, die sich nicht mit dem Rassismus und der Ungleichbehandlung dort arrangieren können. Aber ich habe ja auch nicht nur Kontakt zu Künstlern.<<

Jemand, der in dem Land lebt, muss sich notgedrungen arrangieren. Es geht gar nicht anders. Was meinen Sie, warum Jack im europäischen Exil lebte?

Wie kommen Sie eigentlich auf die Idee, ich hätte nur Kontakt zu Künstlern?

13:59, Sehr-Gescheit

>>@13:44 von fathaland slim
"Lange Haare hatte ich natürlich."

Die hatte ich auch. Aber nicht fettig und nach hinten gebunden mit einem fransigen Ziegenbart im Gesicht und zerfetzter Kleidung; stets gespickt mit einer Zigarette im Mund.<<

Sie greifen tief in die Klischeekiste.

Ja sicher. Ich hab nix gegen lange Haare, nur gepflegt müssen sie sein...

>>Die diese unsinnigen Parolen haben doch nur bestimmte Weltverbesser-Typen hinausgeplärrt, ohne den eigentlichen Hintergrund zu wissen; Mitläufer kommunistisch geprägter Anhänger.<<

Ich habe nie geplärrt, aber durchaus Parolen gerufen. Eine Demo ohne Parolen ist ein Schweigemarsch. Schweigemärsche sind nicht die Regel. Wir haben auch Lieder gesungen. Das macht man so auf Demos, seit weit mehr als hundert Jahren.

Noch immer

Diese Verehrung linker Anarchie. Wann hört dies endlich auf.

Am 16. Oktober 2018 um 14:15 von fathaland slim

"Wie kommen Sie eigentlich auf die Idee, ich hätte nur Kontakt zu Künstlern?"

Weil Sie sich in Ihren Kommentaren ständig auf Künstler berufen, jedoch nichts von den Wünschen und Sorgen der sogenannten normalen Menschen wissen. Dies zieht sich durch alle Bereiche. Also ganz einfach: Ich lese Ihre Kommentare, und wenn es besonders interessant ist, speichere ich diese auch ab. Dies hilft sehr bei bei Erinnerungslücken meiner- und auch Ihrerseits.

Sachlich & informativ...

..oder halt so:

"fettig und nach hinten gebunden mit einem fransigen Ziegenbart im Gesicht und zerfetzter Kleidung; stets gespickt mit einer Zigarette im Mund.

Die diese unsinnigen Parolen haben doch nur bestimmte Weltverbesser-Typen hinausgeplärrt,.. Mitläufer kommunistisch geprägter Anhänger."

Entschuldigen Sie, Herr Sehr-'Gescheit', aber wer heute noch in so plakativen, und ehrlich gesagt beleidigenden Stereotypen denkt, statt sich sachlich mit Zusammenhängen, Inhalten und Mechanismen zu beschäftigen, der ist doch selber viel mehr Populist oder Propagandist als die, die er damit angreift..

@ 14:39 von Sehr-vage

"Wörter lege ich nicht auf die Goldwaage, sondern erwarte auch ein wenig Begriffsvermögen vom Leser"

Also weil Sie selber nicht so genau wissen was Sie sagen soll es jetzt der Leser richten und interpretieren? Das ist doch für keinen Beteiligten vorteilhaft.

@Sternenkind, 14:23

Noch immer Diese Verehrung linker Anarchie. Wann hört dies endlich auf

Ich habe so meine Zweifel, ob Sie die begriffe "links" und "Anarchie" überhaupt mit Inhalt füllen können. Aber: aufhören wird das wahrscheinlich erst, wenn Sie alle davon überzeugt haben, dass man sich in möglichst autoritärer Umgebung, wo jedem klar ist, wie er als Untertan zu funktionieren hat, am allerwohlsten fühlt.

Darstellung: