Kommentare

Früchte eines Putsches.

Ich hoffe für Brasilien, dass die demokratischen Kräfte wieder zum Zu g kommen.
Bolsonaro macht ja gar kein Hehl aus seiner de-facto-Ablehnung der Demokratie.

Die legale Präsidentin Dilma Rousseff wurde von einem Zusammenschluss auch krimineller Kräfte des Amtes enthoben.

PS.: Es ist mindestens unsaubere Berichterstattung, wenn berichtet wird, dass Ex-Präsident Luis Inácio Lula da Silva "aufgrund einer Verurteilung wegen Korruption" nicht zugelassen wurde.
Wer auch nur ein wenig verfolgt hatte, wie der "Prozess" verlief, kann dieser Behauptung nicht zustimmen.
Immerhin ging es um ein Haus, das Lula weder betreten hatte, noch ein anderer Zusammenhang mit ihm herzustellen war. Außer eben einer wahrscheinlichen Falschaussage, der die Richter erstaunlicherweise folgten.

Noch absurder war dann die "Revisionsentscheidung".

@ krittkritt, um 10:48

Aus Ihrer Sicht mag alles zutreffen, was die Haltbarkeit der Vorwürfe gegen Lula betrifft.
Dennnoch wurde er durch ein Gericht verurteilt, und das zählt nun einmal.

Was mich jetzt verwundert, dass schon wieder so ein großmäuliger Kandidat in den Umfragen vorn liegt, was auch zeigt, wie weit Brasilien noch von einer echten Gleichberechtigung entfernt ist. Aber warum sollen die Brasilianer die Einzigen sein, die nichts dazulernen, in anderen Ländern, Deutschland eingeschlossen, erleben wir ja Vergleichbares.

Zusammenschluss auch krimineller Kräfte

@krittkritt: "Die legale Präsidentin Dilma Rousseff wurde von einem Zusammenschluss auch krimineller Kräfte des Amtes enthoben."

Am 17. April 2016 stimmte die Abgeordnetenkammer mit deutlicher Zweidrittelmehrheit von 367 Stimmen (erforderlich wären 342 Stimmen gewesen) für die Einleitung des Amtsenthebungsverfahrens gegen Rousseff. Dagegen stimmten 167 Abgeordnete, während sich 7 Abgeordnete enthielten. Sie sind also folglich der Meinung, dass circa 2/3 der brasilianischen Abgeordneten kriminell sind?

Fake News

Über Bolsonaro werden sehr viele Fake News verbreitet, die von den Medien ungeprüft übernommen werden. Mit verbrecherischen Mitteln versucht man, einen Politiker zu zerstören, der die von der PT zerstörte Ordnung im Land wiederherstellen will. Das sehen viele Brasilianer so, deshalb gibt es heute in Brasilien die Gegencampagne "ele sim". Es werden Hundertausende für Bolsonaro auf die Straße gehen. Schauen wir mal, ob darüber dann auch berichtet wird ...

Vielen Dank kritt-kritt...

... für diese Richtigstellung. In den vergangenen Jahren müssen wir einen Abbau der Rechtsstaates, einen politischen Missbrauch der Justiz (=Lawfare), ein Schreddern der sozialen Errungenschaften, einen Ausverkauf des Gemeinwesens, ein Versagen der Mainstream-Medien beklagen. Eine sezierende Analyse der vielen Einzelschritte böte Erkenntnisse über die Fragilität der als sicher empfundenen Errungenschaften wie Rechtsstaat, soziale und ethnische Inklusion, Demokratie - nicht nur in Brasilien. Das geht uns alle an.
Es ist mir unerklärlich, wie eigentlich aufgeklärte Redaktionen wie tagesschau.de - immerhin meine Startseite - bei der Berichterstattung und Einordnung des politischen Prozesses in Brasilien derart versagen.

Brasilien:Hunderttausende gegen Bolsonaro.......

Die Millionen Armen haben nichts von ihm zu erwarten.Nicht die Landlosen und auch nicht diejenigen,die durch die Temer-Reformen der letzten Jahre(Kündigungsschutz,Rentengesetz,Privatisierungen) noch ärmer geworden sind.
Vielleicht gelingt es den Rechtsradikalen im zweiten Wahlgang zu stoppen.

Schwierige Entscheidung

Die Situation in Brasilien kurz vor der Wahl ist für das Wahlvolk in der Tat nicht einfach. Nachdem der ex-Präsident Lula und seine überparteiliche Korruptionsmafia, an der über 2/3 aller Parlamentarier beteiligt sind, aufgeflogen und nun zu recht juristische verfolgt wird, ist zumindest ein Teil Bevölkerung endlich etwas kritischer geworden. Und da dieses System aus riesigen Schmiergeldzahlungen und Selbstbedienung nicht nur die Infrastruktur sondern auch die Wirtschaft erheblich in Mitleidenschaft zieht, wünschen sich halt viele Wähler einen politischen Neuanfang. Dieser würde halt durch Bolsonaro am ehesten verkörpert, auch wenn man dafür einen Rechtsruck und die Spaltung der Gesellschaft in Kauf nehmen muss.

@krittkritt

Lula ist wirklich wegen Korruption verurteilt. Das aber zeigt nur, dass es bei Gericht zwar Urteile gibt, aber nicht unbedingt Gerechtigkeit. So ist das immer und überall. Das Vorbildhafte an Lula ist, dass er die Justiz als unabhängig respektiert und zu keinem Zeitpunkt versucht hat, Einfluss darauf zu nehmen. Das macht ihn zum Demokrat aber leider auch gleichzeitig zum Opfer.
Bolsonaro hingegen hat schon jetzt angekündigt, dass er nur das, was ihm passt, respektieren will. Insofern geht die Wahl in diesem Jahr um den Bestand der Demokratie in Brasilien. Leider begreifen das sehr viele Brasilianer nicht und sie begreifen nicht die Tragweite der Entscheidung. Sie fühlen, dass es mit der Korruption so nicht weiter gehen kann. Die Demonstranten, von denen im Artikel die Rede ist, wirken mächtig, aber wenn man - wenigstens in meiner Heimatgegend in Südbrasilien - die Menschen fragt, staunt man, dass selbst viele Frauen für Bolsonaro Werbung machen: EleSim - Er ja! Welch Horror!

Es geht jetzt ums Ganze

„Entweder wir schließen uns jetzt zusammen und kämpfen oder wir werden späte zusammen trauern", sagte Ludimilla Teixeira, die den Protestzug in Rio de Janeiro mitorganisiert hatte. "Wir dürfen nicht erlauben, dass Faschismus in Brasilien voranschreitet."“

Richtig. Das muss mit allen Mitteln, die einer zivilisierten Gesellschaft zur Verfügung stehen verhindert werden. Und derer gibt es viele,

Auch wenn man angesichts der geballten Übermacht zynisch-verlogener „Geldeliten“, die vorgeben, mit ihrem Geld die „Wirtschaft“ zum Wohle aller zu stützen, in Wahrheit damit aber eine zuvorderst an ihren eigenen, egoistischen Interessen statt an denen der Bürger ausgerichtete, hochkorrupte und damit nicht nur illegitime, sondern auch zutiefst menschenverachtende und hoffnungslos überkommene Politbürokratie am Laufen halten manchmal verzweifeln könnte.

Aber das wäre nicht nur garantiert keine Lösung; Aufgeben wäre ein gewaltiger Rückschlag für die gesamte Gesellschaft.

Viel Erfolg allen dort!!

11:27, Fritz Fussel

>>Fake News
Über Bolsonaro werden sehr viele Fake News verbreitet, die von den Medien ungeprüft übernommen werden. Mit verbrecherischen Mitteln versucht man, einen Politiker zu zerstören, der die von der PT zerstörte Ordnung im Land wiederherstellen will. Das sehen viele Brasilianer so, deshalb gibt es heute in Brasilien die Gegencampagne "ele sim". Es werden Hundertausende für Bolsonaro auf die Straße gehen. Schauen wir mal, ob darüber dann auch berichtet wird ...<<

Sie sind ein Anhänger der brasilianischen Militärdiktatur?

Anders kann ich Ihr Plädoyer für eine "Wiederherstellung der zerstörten Ordnung" nicht verstehen.

Ja. Oder zumindest bestechlich.

@11:23 von Mitleser97
Das ist auch ein Überbleibsel der von der Militärdiktatur aufgezwungenen Verfassung.
Unter den Gegnern Dilmas war ein wahrscheinlicher Mörder. Wegen der Verfassung konnte er - solange er Abgeordneter war - nicht belangt werden.
Auf den Großteil der Abgeordneten wurde Druck ausgeübt, oder/und mit finanziellen Vorteilen gelockt.

Der Putschpräsident Temer konnte nicht mehr antreten, als Details bekannt wurden und er bei der brasilianischen Bevölkerung in den 1-stelligen Prozentbereich absackte.

Mag sein....

...das Frauen und Homosexuelle ihn nicht wollen.

Mag sein, das er erzkonservativ und reaktionär ist.

Aber er ist ja wohl dennoch in der Vergangenheit von vielen gewählt worden und hat auch nun reelle Chancen.

Mir den Mann betrachtend erinnert er mich doch sehr an Rodrigo Duerte.

Es steht jedem frei, den Mann nicht zu wählen.

Aber wenn er die Mehrheit bekommt oder durch Koalitionen zur Macht kommt, liegt eine demokratisch legitimierte Entscheidung vor.

So ist nun mal Demokratie.

Sie ist die Herrschaft einer Mehrheit über eine Minderheit.

Mehr gibt es dazu nicht zu sagen.

wahrscheinlicher Mörder

"Unter den Gegnern Dilmas war ein wahrscheinlicher Mörder. Wegen der Verfassung konnte er - solange er Abgeordneter war - nicht belangt werden."

Und wer genau soll das gewesen sein? Und da Sie von "solange er Abgeordneter war" sprechen: Ist der angebliche Mörder jetzt belangt worden? Dem dürfte ja jetzt nichts mehr im Wege stehen?

"Auf den Großteil der Abgeordneten wurde Druck ausgeübt, oder/und mit finanziellen Vorteilen gelockt."

Gibt's hier auch, nennt sich "Fraktionszwang". Wird aber in den meisten Fällen nicht kritisiert, sondern gerechtfertigt.

@fathaland slim

Selbst wenn er das ist, hier in den Medien wird doch über den Militärputschdiktator Sisi auch kaum berichtet und aufregen tut sich über den auch niemand, ganz im Gegenteil: Der Westen sieht in dem einen tollen Partner und neben Saudi Arabien ist es das Land welches die meisten Waffen abkauft. Kurz erklärt: Egal ob Diktator oder sonst was, die Hauptsache ist man passt ins gewünschte Bild.

re von Fritz Fussel

Welche Ordnung wurde den von der PT zerstört ? Weil man einige Millionen aus der Armut geholt hat ?
Natürlich,Evangelikale,Großgrundbesitzer und ihr Anhang werden für den Freund einer Militärjunta auf die Straße gehen.

12:54, Kein Weltbürger

>>Aber wenn er die Mehrheit bekommt oder durch Koalitionen zur Macht kommt, liegt eine demokratisch legitimierte Entscheidung vor.

So ist nun mal Demokratie.

Sie ist die Herrschaft einer Mehrheit über eine Minderheit.<<

Nein, genau so ist Demokratie eben nicht. Sie ist nicht mit einer Diktatur der Mehrheit zu verwechseln.

Sie haben da etwas sehr grundlegendes falsch verstanden.

Demokratie ist kein Putsch mittels einer an der Wahlurne erzielten Mehrheit.

Denn dann wäre das, was 1933 passiert ist, demokratische Normalität gewesen.

zerstörte Ordnung

"Sie sind ein Anhänger der brasilianischen Militärdiktatur? Anders kann ich Ihr Plädoyer für eine "Wiederherstellung der zerstörten Ordnung" nicht verstehen.

Vielleicht verstehen Sie jetzt besser:

Der Mensalão war der beherrschende Skandal der brasilianischen Politik im Jahr 2005. Der Politiker Roberto Jefferson (Mitangeklagter im Bingo-Skandal) gestand, dass der Partido dos Trabalhadores (PT) einer Gruppe von 18 Abgeordneten anderer Parteien monatlich 30.000 Reais (ca. 10.000 Euro) gezahlt habe, um im Sinne der Partei abzustimmen. Die Regierungsfraktion der PT versuchte daraufhin systematisch, die Untersuchungskommission an der Arbeit zu hindern.

11:57 von FalkoBahia

«… wünschen sich halt viele Wähler einen politischen Neuanfang. Dieser würde halt durch Bolsonaro am ehesten verkörpert, auch wenn man dafür einen Rechtsruck und die Spaltung der Gesellschaft in Kauf nehmen muss.»

In so gut wie allen Ländern Südamerikas gab es nach Ende der Militärdiktaturen (zu unterschiedlichen Zeitpunkten) einen politischen Neuanfang, der mit der Entwicklung von Demokratien einherging.

Überall waren es die frühren Eliten und Profiteure der Diktaturen, die ihre Pfründe schwinden sahen, und von der Macht nicht lassen wollten.

Weiterhin besteht die (große) Diskrepanz zw. "os latifundiários e o povo simples" (um es mal so auf Brasilianisch auszudrücken).

Leider haben in vielen Ländern die sozialdemokratisch orientierten Kräfte der Korruption nicht widerstehen können, und für große Teile der Bevölkerung anfangs (sehr) positive Entwicklungen ad absurdum geführt (auch Lula).

Ausnahmen: Uruguay, Bolivien, (mit Abstrichen) Ecuador.

Bolsonaro ist "ultra-reaktionär".

13:20, Hackonya2

>>@fathaland slim
Selbst wenn er das ist, hier in den Medien wird doch über den Militärputschdiktator Sisi auch kaum berichtet und aufregen tut sich über den auch niemand, ganz im Gegenteil: Der Westen sieht in dem einen tollen Partner und neben Saudi Arabien ist es das Land welches die meisten Waffen abkauft. Kurz erklärt: Egal ob Diktator oder sonst was, die Hauptsache ist man passt ins gewünschte Bild.<<

Sie lenken vom Thema ab.

Davon abgesehen bin ich alles andere als ein Fan von al Sisi oder Saudi-Arabien und damit in unserem Land weiß Gott nicht alleine.

Deswegen frage ich mich: was wollen Sie mit Ihrem von Unterstellungen und übler Polemik strotzenden Kommentar bezwecken?

Laut Veranstalter 200.000

Gab es keine offizielle Quelle für die Teilnehmerzahl? Wird die Tagesschau auch über die heute anstehenden pro-Demo berichten?

Leider gibt es nur zwei Alternativen. Bolsonaro oder PT die das Land in die Krise gebracht haben und nun mit dem Kommunisten koalieren. Die öffentlich zu Nordkorea stehen und öffentlich den Kommunismus in Brasilien wollen...

14:39 von fathaland slim

Wieso habe ich den Eindruck, daß der Begriff Demokratie bei ihnen jedesmal anders ausgelegt wird. Ich warte noch auf den Tag, wo Demokratie nichts mehr mit Mehrheiten zu tun hat.

@fathaland slim, 14:39

Demokratie ist kein Putsch mittels einer an der Wahlurne erzielten Mehrheit.
Denn dann wäre das, was 1933 passiert ist, demokratische Normalität gewesen.

Ich denke, Sie wissen es selbst besser. Dennoch möchte ich es korrigieren, damit alle, die es aus dem Geschichtsunterricht nicht mehr so genau erinnern, nichts falsch verstehen.
Die Nazis kamen nicht durch Wahlen an die Macht. Die NsdAP verfügte während des gesamten dritten Reichs zu keinem Zeitpunkt über eine parlamentarische Mehrheit. Zu keinem.

Selbst der Reichstag, der dem Ermächtigungsgesetz zustimmte, war - obwohl die Abgeordneten der KPD in der Nacht zuvor von den Nazis verhaftet worden waren - mehrheitlich von anderen Parteien besetzt.

12:54 von Kein Weltbürger

«Aber wenn er die Mehrheit bekommt oder durch Koalitionen zur Macht kommt, liegt eine demokratisch legitimierte Entscheidung vor.
So ist nun mal Demokratie. Sie ist die Herrschaft einer Mehrheit über eine Minderheit.»

Die Herrschaft einer Mehrheit über eine Minderheit, ohne elementare Rechte auch der Minderheit zu wahren, nennt sich Diktatur. Ganz egal, wie die Mehrheit auch die Macht errungen haben mag.

«Mehr gibt es dazu nicht zu sagen.»

Das gibt es sehr wohl.
Könnte man jetzt (x) Beiträge mit je 1.000 Zeichen füllen.
So sehr viel Grundlegendes gäbe es da zu sagen …

@fathaland slim um 14:45 - Abschweifen als Mittel zum Zweck.

Ich weiß, es liegt auf der Hand, und ich bin gespannt, ob mein Kommentar zugelassen wird, aber ich versuche mal, den Zweck des Kommentars von Hackonya2 zu beleuchten. Er möchte, wie schon in anderen Kommentaren, mittels Ablenkung und eines unsinnigen Vergleichs der Berichterstattung, Ihre Kritik an Bolsonaro und anderen Polterern wie Erdoğan delegitimieren. Am Ende des Gesprächs geht es plötzlich um etwas ganz anderes, als um das Anfangsthema und man findet sich in einer Situation wieder, in der man etwas abstreitet, was man nie gesagt hat. Das ist ein beliebtes Mittel, um sich nicht mit den offensichtlichen Vergehen seines res auseinandersetzen zu müssen. Aber Sie scheinen zu wissen, wie man damit kurz und knapp umgeht.

Was die Berichterstattung angeht, könnte man tatsächlich die „ele sim“-Stimmen zur Sprache kommen lassen. Schon abgefahren, aus welchen Gründen Menschen sich so einen, ähm, (An)führer wünschen.

PT das Land nicht ruiniert?

Über 30.000 Morde pro Jahr. Und diese Größenordnung seit Jahrzehnten..das Land versinkt in Korruption und Bürokratie.

Was ist die Lösung? Pt mit pcdb (partido comunista do Brasil) im Schlepptau? Die die auf die Straße gehen sollen dann auch offen zum Kommunismus stehen.. Tolle Idee wie man in Venezuela sieht..

15:11, frosthorn

>>Ich denke, Sie wissen es selbst besser. Dennoch möchte ich es korrigieren, damit alle, die es aus dem Geschichtsunterricht nicht mehr so genau erinnern, nichts falsch verstehen.
Die Nazis kamen nicht durch Wahlen an die Macht. Die NsdAP verfügte während des gesamten dritten Reichs zu keinem Zeitpunkt über eine parlamentarische Mehrheit. Zu keinem.

Selbst der Reichstag, der dem Ermächtigungsgesetz zustimmte, war - obwohl die Abgeordneten der KPD in der Nacht zuvor von den Nazis verhaftet worden waren - mehrheitlich von anderen Parteien besetzt<<

Es waren im März 1933 43,9 Prozent, was sie zur mit weitem Abstand stärksten Partei machte. Dies würden auch heute die meisten als "starkes Mandat" betrachten.

Zusammen mit ihnen wohlgesonnen "bürgerlichen Rechten" und dem Reichspräsidenten reichte das völlig.

15:09, Barbarossa

>>14:39 von fathaland slim
Wieso habe ich den Eindruck, daß der Begriff Demokratie bei ihnen jedesmal anders ausgelegt wird. Ich warte noch auf den Tag, wo Demokratie nichts mehr mit Mehrheiten zu tun hat.<<

Der Begriff "Demokratie" wird von mir immer gleich ausgelegt.

Daß Sie dies nicht verstehen, weiß ich schon lange.

15:09 von Barbarossa 2

«Ich warte noch auf den Tag, wo Demokratie nichts mehr mit Mehrheiten zu tun hat.»

Da werden Sie beim Warten "alt und schwarz" werden.

Selbst wenn in einer Demokratie eine Minderheitsregierung amtiert, bedarf es zum Erlassen von Gesetzen einer parlamentarischen Mehrheit der Gesamtheit aller Abgeordneten.

Gibt‘s die nicht, gibt's auch kein Gesetz. Die Zustimmungspflicht des Bundesrates in Deutschland jetzt mal außen vor (bei bestimmten Gesetzen).

Eine "Minderheitsdemokratie" existiert nicht.
Eben so darf es keine "Mehrheitsdiktatur" sein.
Wenn man den Boden der Demokratie nicht verlassen will …

16:10 von fathaland slim

Gut, dann erkläre ich ihnen als Volksdemokratiegegner mal die Sichtweise eines einfachen Bürgers vom Lande. In der Schweiz wird, wie auch bei uns, eine Regierung gewählt. Sollte sich in deren Amtszeit etwas ungewöhnliches ereignen, kann das Volk eingreifen. In einer Parlamentarischen Demokratie hat der Bürger keine Einflussnahme mehr. Bestes Beispiel sind die Waffenexporte und die Bundeswehreinsätze. Selbst wenn einem Syrieneinsatz zugstimmt worden wäre, hätte das Volk keine Verhinderungsmöglichkeit.

Männer, wo seid ihr?

Wo um alles in der Welt sind die Männer auf unserem Globus geblieben?
Warum steht ihr den Frauen nicht zur Seite, um für ein besseres Leben zu kämpfen? Wovor habt ihr Angst?
Denkt ihr, rechtsgerichtete Regierungen werden die gute alte heile Welt wieder zurückbringen? Glaubt ihr wirklich, es wird besser für euch werden? So dumm kann man nicht sein.

1. Die Welt war nicht gut und heil früher.
2. Veränderung ist Teil des Lebens, - aber man kann versuchen Einfluss zu nehmen, wohin und wie sich etwas verändert.
3. Männer! Die meisten von euch werden genausowenig von rechten Regierungen "etwas" bekommen, wie der Rest der Bevölkerung.
Also, überlasst das Kampffeld gegen korrupte Regierungen, rechte Kräfte, und andere radikale Gruppen/Religionen nicht Frauen und Kindern!
Und ihr Frauen: macht weiter!

15:57 von lopi29

«Was ist die Lösung? Pt mit pcdb (partido comunista do Brasil) im Schlepptau? Die die auf die Straße gehen sollen dann auch offen zum Kommunismus stehen.. Tolle Idee wie man in Venezuela sieht..»

Die Regierungsform in Venezuela ist:
"Als Sozialismus / Kommunismus verbrämte gepflegte Unfähigkeit".

Es gäbe (prinzipiell) auch eine Alternative à la Evo Morales in Bolivien.
Oder à la national-liberal-sozialdemokratischer Regierungsform wie in Uruguay.

Leider kriegen das weltweit nur ganz wenige Länder auf die Reihe.
Nicht nur in Südamerika nicht …

16:27 von Barbarossa 2

«In der Schweiz wird, wie auch bei uns, eine Regierung gewählt. Sollte sich in deren Amtszeit etwas ungewöhnliches ereignen, kann das Volk eingreifen. In einer Parlamentarischen Demokratie hat der Bürger keine Einflussnahme mehr. Bestes Beispiel sind die Waffenexporte und die Bundeswehreinsätze. Selbst wenn einem Syrieneinsatz zugstimmt worden wäre, hätte das Volk keine Verhinderungsmöglichkeit.»

Die Militär- und Verteidigungspolitik in der Schweiz ist nicht evtl. Referenden des Volkes unterworfen. Auch gibt es in diesem Bereich keine "Initiativ-Begehren", die vom Volk zur Änderung der Politik ausgehen könnten.

um 16:37 von Barbarossa 2

>>
Also das sehr weit hergeholt. Wenn eine Regierung mit absoluter Mehrheit gewählt wird, kann das keine Diktatur sein. Sie können doch zum Beispiel den USA, bloß weil es dort die Todesstrafe gibt, die Demokratie absprechen. Die Mehrheit will das eben so, auch wenn es ihren Humanvorstellungen widerspricht.
<<
Ihr eigenes Beispiel muss Sie doch zum nachdenken bringen. Kann die Mehrheit dann auch die Todesstrafe für die komplette Minderheit beschließen ? oder die Minderheit zu Gunsten der Mehrheit enteignen ? Oder die Wahlen für 1000 Jahre aussetzen ? Rechtfertigen Sie doch das Dritte Reich, weil mit parlamentarischer Mehrheit ermächtigt wurde ? Otto Wels sagte damals "Freiheit und Leben kann man uns nehmen, die Ehre nicht." Mit dieser Ehre haben heute viele wieder ein Problem.

16:53 von Klärungsbedarf / @barbarossa 2, 16:37

«Ihr eigenes Beispiel muss Sie doch zum nachdenken bringen. Kann die Mehrheit dann auch die Todesstrafe für die komplette Minderheit beschließen ? oder die Minderheit zu Gunsten der Mehrheit enteignen ? Oder die Wahlen für 1000 Jahre aussetzen ?»

Ich sehe den Kommentar, auf den Sie erwidern, jetzt nicht mehr. Habe aber den Eindruck, als sei er eine Antwort auf meinen Beitrag von 16:16 gewesen.

In jedem Fall antworten Sie in dem Sinn, in dem ich es auch getan hätte.

Noch einmal direkt an @Barbarossa 2:

Auch wenn eine Einparteien-Regierung (am Beispiel Deutschland) mit einer 2/3 Mehrheit gewählt wird, mit der sie Änderungen des GG vornehmen kann:

Sie darf keine "unveräußerlichen Rechte" der Minderheit einschränken (oder gar komplett abschaffen), und sich als Diktatur in dem Sinne aufführen, dass sie wegen des hohen Wahlerfolges stets alles für alle in allen Lebensbereichen bestimmen dürfte.

Das wäre Diktatur, und mit Demokratie nicht vereinbar.
Niemals, unter keinen Umständen!

Nicht nur....

was Brasilien betrifft, gilt anscheinend die "alte" Grundregel: nur was "links" ist, ist gut und wird veröffentlich! Jede Art von Gerücht oder Unterstellung ist immer richtig, wenn es gegen "Rechte" oder vermeintlich Recht geht. Denn ein "Linker" ist immer unbestechlich und sagt immer die Wahrheit, gell? Die 1000 Zeichen reichen nicht, um die Gegenbeispiele aufzuzählen! Nervig und langweilig ist, daß es Uneinsichtige gibt, die das für eine Weltanschauung halten!

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